Archiv für August 2009

31.
August '09

Kosten der Beratung und wie neutral sind Sie wirklich?


Guten Tag liebe Leser,

bei einigen Anfragen taucht durchaus immer mal wieder die (berechtigte) Frage nach den entstehenden Kosten der Beratung und der Neutralität auf, wenn der Versicherer eine Courtage zahlt.

Gern gebe ich hier in Beantwortung einer solchen Mail entsprechende Hinweise und Erläuterungen.

Hier Auszüge aus der EMail:

Ich habe in letzter Zeit schon viel recherchiert, würde aber eine zusätzliche Beratung durch einen unabhängigen
Fachmann sehr schätzen.

Aus meiner Sicht auch nötig. Wobei Vertreter einer Gesellschaft (das gilt auch für so genannte Mehrfachagenten) schon allein aus der rechtlichen Situation nicht unabhängig sein können. Das heißt nicht, dass diese schlecht beraten, diese sind vertraglich Ihrem Auftraggeber verpflichtet, dieses ergibt sich aus dem Handelsgesetzbuch. Der Makler ist spätestens seit dem so genannten Sachwalterurteil dem Kunden verpflichtet.

Meine Frage ist: Ab welchem Schritt Ihres Services ist es für mich kostenpflichtig, und was für Kosten kommen da auf mich zu?

Generell entstehen für die Beratung keinerlei Kosten. Das gar nicht, da es Maklern (leider) gesetzlich verboten ist gegen Honorar für die Vermittlung zu beraten. Dieses ist nach derzeitiger Rechtslage nur in sehr wenigen, definierten Fällen möglich. Zumal macht dieses auch solange keinen Sinn, wie es im Bereich der PKV und BU keine flächendeckenden „Honorartarife“ gibt, denn sonst zahlen Sie die Beratung zweimal (einmal in dem bereits kalkulierten Beitrag und ein zweites mal durch das Honorar.

(Falls ich mich zu einer Beratung bei Ihnen entschließe, möchte ich dies unverbindlich ohne „Zwang“ zu einem Abschluss eines Versicherungsvertrages tun, und mich parallel mit Vertretern einiger PKVs zu einem persönlichen Beratungsgespräch treffen.) Und: Wenn Sie im Fall eines Vertragabschlusses eine Courtage von der entsprechenden Versicherung erhalten, wie kann ich sicher sein, dass Ihre Beratung objektiv und nicht im Sinne der meistzahlenden Gesellschaft ist?

Zum einen sehen Sie live wie wir gemeinsam Schritt für Schritt zu dem Tarif kommen, das heißt es gibt keine pauschale Empfehlung sondern einen Weg dahin. Den gestalten Sie aktiv mit, daher kommt die Frage nach dem Unternehmen und der Courtage viel später. Die Empfehlung für einen bestimmten Tarif sollte (egal bei welchem Berater) begründbar und nachvollziehbar sein. Dann werden Sie auch sehen, das es keine „courtagegesteuerte“ Entscheidung ist)

ich hoffe Sie nehmen mir mein (hoffentlich gesundes) Misstrauen nicht übel….

Natürlich nicht. Ich „liebe“ Kunden die solche Fragen im Vorfeld stellen und sich so mit dem Thema Beratung und Produktauswahl beschäftigen.

Danke daher für Ihre Anfrage.

Weiterführende Informationen zu den Kosten finden Sie hier.

28.
August '09

Das Gothaer Hilfsmittelmanagement


Guten Morgen,

es ist wie es ist- oder anders: Was nicht geschrieben steht muss man notfalls erstreiten. Aber natürlich sind weitestgehende Klarstellungen durch die Gesellschaften durchaus zu empfehlen. Das hat auch die Gothaer Krankenversicherung mit einem nun aktualisierten Schriftstück getan.

In dem „Prospekt“ bzw. der Vermittlerinformation und der spannenden Überschrift „Optimieren Sie Ihre Beratungshaftung“ wird über die Gothaer Hilfsmittelgarantie berichtet. Diese erweitert die Formulierungen aus den Bedingungen, denn diese sind in §4 Abs. 3.3 (Teil II, Tarifbedingungen) der AVB wie folgt beschrieben:

Vertraglich versicherte Hilfsmittel sind nach § 4 Abs.
3.3 (Teil II, Tarifbedingungen) der Allgemeinen
Versicherungsbedingungen für die Krankheitskostenund
Krankenhaustagegeldversicherung (AVB):

Brillen, Kontaktlinsen
Hörgeräte mit Ohrpassstück, Hörbrillen
Sprechapparate (Stimm-Ersatzhilfen/-Prothesen, Tonerzeuger)
Stützapparate (Orthesen, Orthesenschuhe, Korsett)
Orthopädische Einlagen
Orthopädische Schuhe und Schuhzurichtungen
Bandagen
(Kompressions-/ Funktionssicherungs-/ Stabilisierungs-
/Ruhigstellungsbandagen, Leibbinden, Cervicalstütze/Halskrawatte,
Bruchbänder)
Kompressions-/Gummistrümpfe
Körperersatzstücke (Prothesen, Epithesen)
Krankenfahrstühle (Leichtgewicht-, Aktiv-, Elektro-Rollstühle)

Das ist im Vergleich zu anderen Anbietern nicht unbedingt umfangreich und somit hat die Gothaer nicht erst jetzt die Leistungen mit dem Prospekt erweitert. Die neue Aufzählung ist eine fast DIN A4 Seite lang und nennt eine ganze Reihe von Hilfsmitteln die es vorher so nicht in den Bedingungen gab. Sehr gut für den Kunden da die Formulierungen verständlich und klar sind und die Leistungen deutlich umfangreicher.

Da ja nach dem BGH Urteil nur das maßgebend ist, was in den Bedingungen steht bzw. in dem Versicherungsschein verankert ist, habe ich die Gothaer mit heutigem Schreiben für einen konkreten Kundenvertrag gebeten, dieses so in der Police zu dokumentieren.

Ob das so passiert kann ich noch nicht sagen, aber ich werde berichten.

Weiterführende Informationen:

Prospekt, Stand 08/2009 (Link)

Schreiben an die Gothaer (Link)

Noch eine kleine Ergänzung:

in der ersten Version der Hilfsmittelgarantie hieß es:

Über die in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen aufgeführten Hilfsmittel hinaus übernimmt die Gothaer Krankenversicherung AG bei medizinischer Notwendigkeit auch Kosten für die unten aufgeführten Hilfsmittel.

in der zweiten (siehe Link oben zum Prospekt) heißt es nun:

Die Gothaer Krankenversicherung AG übernimmt bei medizinischer Notwendigkeit auch Kosten für die nachfolgend aufgeführten Hilfsmittel.

Ein Schelm wer böses dabei denkt!

Die Antwort ist eingetroffen:

Mehr dazu und wie man Kunden und Vermittler für dumm verkauft lesen Sie hier. (Direktlink) (ab 16.09.2009)

27.
August '09

Anpassungsangebot Krankentagegeld – Bestandskunden Axa und DBV


Guten Tag,

wie bei anderen Gesellschaften teilweise auch, erhalten Versicherte der Axa (Alter 18-59) und der DBV (18-55) in den nächsten Wochen Post von Ihrem Krankenversicherer. Nein, es ist keine Beitragserhöhung (Infos dazu hier) sondern die Möglichkeit sein Krankentagegeld, wenn dieses bisher versichert ist anpassen zu können. Das beste daran ist aber- es erfolgt ohne neue Gesundheitsprüfung und ist somit für alle angeschriebenen möglich.

Nicht angeboten wird dieses, falls sich der Vertrag im Mahnverfahren befindet, gekündigt oder storniert wurde, als Anwartschaft geführt wird oder andere Ausschlussgründe greifen. Dann ist eine Anpassung nur mit Gesundheitsprüfung möglich.

Das Krankentagegeld sollte generell regelmäßig überprüft werden. (Mehr Infos hier).

Bei den Anpassungen werden die betroffenen Kunden in der 35. Kalenderwoche direkt angeschrieben. Das Angebot gilt längstens bis zum 30. 09. 2009. Wenn Sie Fragen zur genauen Berechnung des erforderlichen Krankentagegeldbedarfs haben, so kontaktieren Sie mich einfach via Mail oder über das Kontaktformular.

Noch ein Hinweis zur Abwicklung: Risikozuschläge in bestehenden Verträgen werden berücksichtig und entsprechende Leistungsausschlüsse übernommen.

Auch wenn Sie weder einen AXA noch einen DBV Vertrag haben, denken Sie an die Überprüfung des bestehenden Krankentagegeldes. Dieses sollte mindestens einmal jährlich erfolgen. Ob die Anpassung ohne Gesundheitsprüfung möglich ist und welche Modalitäten gelten, ist Tarifabhängig und somit nur individuell zu beantworten.

26.
August '09

Krankentagegeld ohne Gesundheitsprüfung?


Guten Tag liebe Leser,

wie bereits mehrfach berichtet und hier auch detailliert beschrieben, reicht das Krankentagegeld aus der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in der Regel nicht aus.

Um nach Ablauf der 6-wöchigen Lohnfortzahlung als Angestellter, oder nach Beginn des Krankentagegeldes als Selbstständiger nicht in ein finanzielles Loch zu fallen, sind entsprechende Ergänzungsversicherungen, also eine Zusatzversicherung zur GKV durchaus empfehlenswert. Vielfach wird überschätzt welche Kosten auch im Krankheitsfall alle zu tragen sind.

Nun kann aber nicht jeder der gerne will den gewünschten Schutz bekommen. Warum? Die Versicherer sieben aus, indem bei Antragstellung eine Gesundheitsprüfung gemacht wird, welche zur Folge hat das entsprechende Gesundheitsfragen im Antrag zu beantworten sind. Dann kann es passieren das ein beantragter Versicherungsschutz abgelehnt wird. Anders als in der GKV ist das Risiko für den Versicherer doch relativ hoch, denn dieser zahlt das Krankentaggeld für die Dauer der Arbeitsunfähigkeit, ungeachtet wie lang diese dauert. Lediglich bei Berufsunfähigkeit kann dieser den Schutz beenden. (Hierzu lesen Sie hier mehr.)

Nun gibt es aber Unternehmen die einen Schutz ohne Gesundheitsfragen anbieten. Doch dabei muss es- schon aufgrund der Wirtschaftlichkeit- einen „Haken“ geben. Der Versicherer begrenzt durch die folgende Regelung im Antrag das Risiko.

Ausschlussklausel
Der Versicherungsschutz erstreckt sich nicht auf die der versicherten Person bekannten ernstlichen Erkrankungen *) oder Unfallfolgen, wegen derer sie in den letzten 12 Monaten vor Beginn des Versicherungsschutzes ärztlich beraten oder behandelt wurde. Diese Einschränkung gilt nur, wenn der Versicherungsfall innerhalb der nächsten 24 Monate seit Beginn des Versicherungsschutzes eintritt und mit diesen Erkrankungen oder Unfallfolgen in ursächlichem Zusammenhang steht. Ferner besteht kein Anspruch auf eine Anpassung des Versicherungsschutzes nach den Tarifbedingungen Nr. 3, 4 und 14 der Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die Krankentagegeldversicherung Tarif.
*) Ernstliche Erkrankungen sind z. B. Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufs, der Wirbelsäule und Gelenke, der Verdauungsorgane, Krebs, HIV-Infektionen/ AIDS, psychi sche Erkrankungen, chronische Erkrankungen.

Damit ist sichergestellt das der Versicherer eben nicht das brennende Haus versichert, denn das widerstrebt dem Versicherungsgedanken. Machen wir aber zur Verdeutlichung ein Beispiel:

Kunde: Ist versichert im Rahmen der Zusatzversicherung
Versichert nach dem Tarif und Antrag ohne Gesundheitsfragen, 20 EUR tägliches KT.

Vor Antragsaufnahme (sagen wir 1/2 Jahr) hatte der Kunde einen behandelten Bandscheibenvorfall und keine Beschwerden mehr.

Fall 1: 1 Jahr nach Beginn wird er wegen den Folgen des Bandscheibenvorfalls behandelt und krank geschrieben.

Fall 2: Behandlung erfolgt im Jahr 4 nach der Antragstellung mit dem gleichen Erkrankungsbild wie in Beispielfall 1.

Ganz klar. Im Fall 1 besteht keine Leistungspflicht, da der Kunde hierbei aufgrund der Leistungspflicht keinen Versicherungsschutz hat. Im Fall 2 sehr wohl schon, denn dieser ist von dem Ausschluss der 24 Monate nicht mehr erfasst.

Somit ist ein Versicherungsschutz auch für Interessenten/ Personen mit Vorerkrankungen möglich, bedarf aber auch hier einer genauen Überlegung, der Berechnung der richtigen Höhe und einer detaillierten Beratung.

25.
August '09

Beitragsanpassungen der AXA Krankenversicherung – einige Beispiele


Hier hatte ich bereits geschrieben, das die Axa für einige Tarife eine Beitragsgarantie gegeben hat. Nun sind auch die Prämien für das Neugeschäft verfügbar, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.

Hier nun finden Sie eine Übersicht der Neugeschäftsbeiträge. (Zur Systematik: In Klammern die alten Prämien, dahinter die absoluten und die prozentualen Steigerungen, bezogen auf den alten Beitrag. Alle Prämien enthalten den 10%igen gesetzlichen Zuschlägen)

Tarif: VITAL-N mit 300 EUR SB

(Männer)

Alter 30: 241,76 EUR (bisher: 211,76 EUR),  Steigerung 30,00 EUR oder 14,17%

Alter 40: 318,96 EUR (bisher: 279,07 EUR),  Steigerung 39,89 EUR oder 14,29%

(Frauen)

Alter 30: 391,85 EUR (bisher: 348,69 EUR),  Steigerung 43,16 EUR oder 12,38%

Alter 40: 467,08 EUR (bisher: 414,43 EUR),  Steigerung 49,65 EUR oder 12,70%

Tarif: VITAL-N mit 600 EUR SB

(Männer)

Alter 30: 207,19 EUR (bisher: 191,59 EUR),  Steigerung 15,59 EUR oder 8,14%

Alter 40: 278,03 EUR (bisher: 258,45 EUR),  Steigerung 19,58 EUR oder 7,58%

(Frauen)

Alter 30: 316,20 EUR (bisher: 288,23 EUR),  Steigerung 27,97 EUR oder 9,70%

Alter 40: 381,43 EUR (bisher: 353,88 EUR),  Steigerung 27,55 EUR oder 7,78%

Tarif: EL-N (Elementar)

(Männer)

Alter 30: 257,66 EUR (bisher: 212,53 EUR),  Steigerung 45,13 EUR oder 21,23%

Alter 40: 316,78 EUR (bisher: 262,53 EUR),  Steigerung 54,25 EUR oder 20,66%

Auch hier sei klar gesagt das es sich hierbei um Anpassungen im Neugeschäft und somit den Vergleich der Neugeschäftsprämien handelt. Dabei ist zu beachten das sich diese Zahlen nicht pauschal auf den Bestand übertragen lassen. Die Anpassungen des Bestandes erhalten Sie zum Jahresende. Das „-N“ hinter der Tarifbeschreibung bezeichnet die Tarife in der neuen Welt, also nach dem 1. 1. 2009 eingeführt.