Endlich, endlich ist sie vorbei, die manchmal geliebte und manchmal gehasste Schulzeit. Und einigen Azubis kommt wohl der oft erwähnte Satz der “Älteren” in den Sinn, die damals immer sagten “Du wirst Dich noch gern an die Zeit zurück erinnern”. So geht es glaube ich fast allen, denn mit Ende der Schulzeit beginnt dann auch der sogenannte “Ernst des Lebens”. Endlich einen “Job”, endlich alleine Geld verdienen und damit machen können was man möchte und schon will der erste was davon haben, denn Eltern, Bekannte, Freunde und Freunde von Freunden haben tolle Tipps zu Versicherungen die “man unbedingt braucht”. Ob dem wirklich so ist? Schauen wir uns einige Absicherungen an und überlegen gemeinsam, was davon wirklich wichtig ist. Am besten geht das mit der Vorstellung eines Hauses, beginnen wir also mit einem kleinen Grundgerüsst, denn sonst wird es ja nichts.

Aussuchen kann man sich die selber und obwohl mehr als 90% der Leistungen der gesetzlichen Kassen identisch sind, so macht es doch Sinn sich einmal mit den kleinen aber feinen Unterschieden zu beschäftigen, das geht auf Portalen wie dem GKV Vergleichsportal gesetzlichekassen.de recht leicht.
Wer bisher bei den Eltern privat versichert war, der hat mit Eintritt der Versicherungspflicht ein außerordentliches Kündigungsrecht. Aber: Nicht voreilig kündigen, denn eine Umstellung in eine Anwartschaft oder auch eine Umwandlung in eine Zusatzversicherung kann hier sinnvoll sein. So bleiben bisher erworbene Rechte erhalten und bei einem Neuabschluss ist keine neue Gesundheitsprüfung nötig.
Eine Zusatzversicherung für die Zähne, das Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus oder die Behandlung durch den Chefarzt ist bei Azubis meistens nicht sinnvoll, da das Geld für derartige Absicherungen fehlt- also lieber weiter an unserem Haus bauen und die elementaren Absicherungen besorgen. Und da sind wir auch schon bei der ersten Säule unseres Hauses, als stellen wir diese auf das Fundament.


Diese Absicherung ist damit für jeden, nicht nur den Azubi sondern auch alle anderen ein Muss, denn wer seine Arbeitskraft nicht (ver-)sichert, der hat im Fall der Fälle ein finanzielles Problem. Noch etwas anderes kommt dabei ins Spiel, je früher die Absicherung beantragt wird, desto günstiger ist der Schutz und so geringer die gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Hier sind die Versicherer zu recht besonders genau und schließen sonst Teile vom Versicherungsschutz aus, wenn bereits Vorerkrankungen bestehen. Daher… früh dran denken, rechtzeitig abschließen und so Eintrittsalter, günstige Berufsgruppe und beste Gesundheit sichern.

Nun gibt es noch eine Reihe anderer Versicherungen, die man überlegen kann. So ist eine Absicherung für Reisen ins Ausland unerlässlich, wenn man gesetzlich versichert ist und Deutschland verlässt. Eine solche Absicherung ist zu Prämien von 10-20 EUR pro Jahr zu haben, sichert aber den wichtigen Schutz für Arzt- und Krankenhausbehandlungen und eine Rückreise nach Deutschland, notfalls mit dem Rettungsflugzeug oder Hubschrauber, denn anders als bei uns ist in vielen Reiseländern die Absicherung im Gesundheitswesen lange nicht so gut. Aber ACHTUNG: Wer länger als 42 Tage ins Ausland geht, dort studiert oder mit “work & travel” erst einmal die Welt entdecken will, für den reichen solche Absicherungen nicht aus, hier ist ein passender Krankenschutz unerlässlich.
Für alle die in Deutschland bleiben, schließen sich nun weitere Möglichkeiten an. So bieten die Versicherer Schutz gegen dauerhafte Schäden durch Unfälle und so es in das Budget passt gehört eine Unfallversicherung ins Gepäck. Das ca. 20fache es Jahreseinkommens sollte schon als Absicherungssumme vorhanden sein. Wer also 1000 EUR im Monat braucht (auch später mit steigenden Kosten und Ansprüchen) für den sind 240.000 EUR Invaliditätssumme eine Orientierung. Ob und wie genau die Absicherung aussehen soll, das sollte mit einem Berater geklärt werden, ein Muss ist die Unfallversicherung nichts, aber diese sichert eine andere Leistung ab als die BU Absicherung. (Mehr dazu auch hier: Berufsunfähigkeit – Invalidität – Arbeitsunfähigkeit, eine kleine Erklärung durch den Begriffsdschungel)
Erst wenn all diese Absicherung erledigt sind, dann kann optional weiterer Schutz “bestellt” werden. So bieten sich Hausratversicherung meist erst mit der eigenen Wohnung und da auch erst bei nennenswertem Hausrat an, Absicherungen für teure Elektronik, Musikinstrumente oder besonderen “Absicherungsbedarf” prüfen Sie am besten mit dem Berater. Eine Rechtsschutzversicherung um sich gegen die “Bösen” zu schützen klingt gut, ist es auch, aber nur wenn das Geld dafür übrig ist. Auch hier ist zu prüfen welcher Schutz noch ggf. über die elterliche Police besteht.
Sie/ Ihr sehen/seht, man kann sicher vieles und alles versichern, nicht alles ist immer und unbedingt nötig und nur weil ein “Berater” etwas empfiehlt ist man nicht gleich “gut beraten”. Der gesunde Menschenverstand und das Bewusstsein auch bestimmte Risiken nicht versichert zu haben aber damit leben zu können, ist der Schlüssel zu einer vernünftigen Absicherung. Das Haus aus dem letzten Bild zeigt (bis auf den gründen Balken zur “Dachverstärkung” alle Absicherungen die unbedingt nötig sind, das untere Bild all das, was sonst noch so machbar und sicher in Teilen bei dem einen oder anderen auch sinnvoll ist.

Das Versicherungshaus ist wirklich mal eine schöne Idee die Wichtigkeit genau zu zeigen. Also besser und einfacher kann man es nicht darstellen. Mir fällt jetzt zu mindest gerade keine Art ein wie man es einfacher zeigen könnte. Also ein sehr großes Lob an diesen Blog. Gut gemacht.