Home: online-pkv.de » PKV BU Blog » Krankenversicherung » Private KV » Arbeitgeberzuschuss 2023 zur Privaten Krankenversicherung [Prognose]

Arbeitgeberzuschuss 2023 zur Privaten Krankenversicherung [Prognose]

Der Arbeitgeberzuschuss 2023 ist noch nicht bekannt. Dennoch lassen sich anhand aktueller Daten Zahlen Hochrechnungen anstellen, was Arbeitnehmer im Jahr 2023 von Ihrem Arbeitgeber bekommen. Dabei spielen noch unbekannte Faktoren wie die Jahresarbeitentgeltgrenze und die Beitragsbemessungsgrenze 2023 auch eine Rolle.

Aktuelle Entwicklung, mögliche Berechnung und erste Zahlen

Das aktuelle Jahr ist kaum zur Hälfte vergangen und dennoch können und müssen wir uns heute schon Gedanken zum Arbeitgeberzuschuss 2023 in der PKV machen. Grund dafür ist die Aussage des Bundesgesundheitsministers, den durchschnittlichen Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung zum 01.01.2023 anzuheben.

Wer entscheidet über den durchschnittlichen Zusatzbeitrag?

Erst einmal entscheidet jede Krankenkasse für sich, welchen Zusatzbeitrag diese im Rahmen Ihrer finanziellen Möglichkeiten erheben muss. Doch im Gegensatz dazu, wird der durchschnittliche Zusatzbeitrag dann nach Vorgaben und Empfehlungen des Schätzkreises vom Bundesgesundheitsministerium festgelegt. Der Schätzkreis tagt jeweils am 30. März und 15. Oktober und gibt seine Empfehlungen ab. Die Aufgaben des Schätzerkreises sind in § 220 Abs. 2 SGB V festgelegt.

Die Schätzung für das Folgejahr dient als Grundlage für die Festlegung des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes nach § 242a, für die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nach den §§ 266 und 270 sowie für die Durchführung des Einkommensausgleichs nach § 270a. Bei der Schätzung der Höhe der voraussichtlichen jährlichen Einnahmen bleiben die Beträge nach § 271 Absatz 1a außer Betracht.

§ 220 Abs. 2 SGB V

Natürlich kann der Gesundheitsminister Karl Lauterbach nicht allein die Zusatzbeiträge anheben, sondern- wenn er eine parlamentarische Mehrheit bekommt- den durchschnittlichen Zusatzbeitrag anpassen.
Arbeitgeberzuschuss 2023 hängt auch am Zusatzbeitrag.

Durchschnittlicher Zusatzbeitrag stieg Jahr für Jahr

Im Jahr 2019 lag der durchschnittliche Zusatzbeitrag noch bei 0,9%, stieg dann auf 1,1 und im Jahr 2022 auf 1,3%. Ginge die Entwicklung in 2023 und 2024 so weiter, so hätte sich der Zusatzbeitrag in 5 Jahren verdoppelt.

Doch bevor wir uns anschauen, wie sich dieser Zusatzbeitrag auf den Zuschuss zur privaten Krankenversicherung auswirkt, müssen wir uns die Berechnung einmal etwas genauer ansehen. Der Arbeitgeberzuschuss in der privaten Krankenversicherung wird durch mehrere Faktoren beeinflusst du bestimmt auch den Betrag, den der Arbeitgeber für seinen Arbeitnehmer maximal bezuschussen muss.

Berechnet wird der Höchstzuschuss mit der Beitragsbemessungsgrenze (in 2022: 58.050 €). Diese (hilfsweise auf den Monatswert von 4.837,50 € heruntergebrochen) wird mit dem allgemeinen Beitragssatz 14,6% der gesetzlichen Kassen multipliziert und dann halbiert.

TEIL 1: 4.837,50 € * 14,6% / 2 = 353,14 €

Dazu kommt der weitere Zuschuss in Höhe des halben, durchschnittlichen Zusatzbeitrages:

TEIL 2: in 2022: 4.837,50 € * 1,3% / 2 = 31,44 €

Arbeitgeberzuschuss 2022: 353,14 € + 31,44 € = 384,58 €

Steigt nun der durchschnittliche Zusatzbeitrag auf 1,6%, so ändert sich die Rechnung wie folgt:

Voraussichtlich in 2023: 4.837,50 € * 1,6% / 2 = 38,70 €

Der Arbeitgeberzuschuss 2023 für die private Krankenversicherung steigt also allein aufgrund des neuen, geplanten Zusatzbeitrages um 6,26 € und läge damit bei monatlich max. 391,84 €.

geplanter Arbeitgeberzuschuss 2023: 391,84 € (PROGNOSE!)

Arbeitgeberzuschuss 2023 zur Privaten Krankenversicherung, Entwicklung BBG, JAEG, + Prognose

Arbeitgeberzuschuss 2023 PKV – könnte durch Beitragsbemessungsgrenze weiter steigen

In der Regierung fordern mehrere Parteien bereits eine deutliche Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze. Eine solche Erhöhung um (wie in der Vergangenheit übliche 1.800 € pro Jahr) würde auch hier zu einer weiteren Erhöhung des Arbeitgeberzuschusses führen. Dann um weitere ca. 10 EUR.

Die Beitragsbemessungsgrenze in der privaten Krankenversicherung ist an die Jahresarbeitentgeltgrenze gekoppelt. (2022: 64.350 €) Im letzten Jahr blieb diese unverändert, das wird sich 2023 wahrscheinlich wieder ändern. Grund hierfür ist die Einkommensveränderung in den Jahren 2020 auf 2021.
Alle hier angestellten Berechnungen sind jedoch aktuell nur Vermutungen und werden erst im Herbst final bekannt sein.

Keine finalen Zahlen zur Sozialversicherung 2023 vor dem Herbst

In diesem Blogbeitrag werde ich in den nächsten Wochen und Monaten immer dann neue Informationen ergänzen, wenn diese bekannt werden.

Auch wenn wir noch keine finale Zahl zum Arbeitgeberhöchstzuschuss 2023 für die PKV haben, halte ich es durchaus für wichtig, die möglichen Szenarien zu berücksichtigen. Arbeitgeberzuschuss 2023 müssen Sie etwas tun.

Zum Jahresende sollten Privatversicherte eine Anpassung des Krankentagegeldes prüfen und dabei auch die neuen Sozialversicherungswerte 2023 berücksichtigen. Hierzu finden Sie in den kommenden Wochen einen neuen Beitrag „Krankentagegeld in der privaten Krankenversicherung” (erscheint Mitte Juli).

Eine Anpassung ist Stand heute nicht sinnvoll, sondern Sie sollten abwarten, bis die finalen Zahlen verkündet werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden wir in der Mitte September die vorläufigen Zahlen zur Beitragsbemessungsgrenze und Jahresarbeitentgeltgrenze 2023 bekommen. Zu diesem Zeitpunkt werden dann auch die durchschnittlichen Zusatzbeiträge bekannt sein.

Schreibe einen Kommentar

Cookie Consent mit Real Cookie Banner