Archiv für Februar 2009

26.
Februar '09

Krankentagegeld für Selbstständige in der GKV III


Ergänzend zu meinen bisherigen Informationen zum Krankengeld für Selbstständige in der gesetzlichen Krankenversicherung lesen Sie nun die neuste Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums.

Krankengeldwahltarife

Mit dem Gesetz wird auch das Fünfte Buch Sozialgesetzbuch geändert. Selbständigen und unständig bzw. kurzzeitig Beschäftigten wird als zusätzliche Option neben den Wahltarifen die Wahl des „gesetzlichen“ Krankengeldanspruchs ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit ermöglicht.

Die Neuregelung im Überblick:

Freiwillig versicherte Selbstständige können einen Krankengeldanspruch ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit entweder über das „gesetzliche“ Krankengeld zum allgemeinen Beitragssatz oder einen Wahltarif absichern. Auch darüber hinausgehende Absicherungswünsche (z. B. höhere oder früher einsetzende Krankengeldansprüche) können über Wahltarife realisiert werden.

Unständig und befristet Beschäftigte können für den Krankengeldanspruch ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit zwischen dem „gesetzlichen“ Krankengeld zum allgemeinen Beitragssatz und einem Wahltarif wählen. Weitere Ansprüche können über Wahltarife abgesichert werden.

Versicherte der Künstlersozialkasse (KSK) haben weiterhin einen Anspruch auf „gesetzliches“ Krankengeld ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit. Wer vor der siebten Woche Krankengeld beziehen will, muss dafür auch künftig einen Wahltarif abschließen.
Dies vermeidet ungerechtfertigte Belastungen durch die Einführung von Krankengeldwahltarifen. Wahltarife dürfen künftig keine Altersstaffelungen mehr enthalten. Bestehende Wahltarife enden mit Inkrafttreten der Neuregelung.

So ist das eben mit Frau Schmidt. Erst rein- dann raus- dann wieder anders.

25.
Februar '09

PKV: Was passiert bei Kurzarbeit


In der aktuellen wirtschaftlichen Situation stellt sich immer wieder die Frage, was passiert mit meiner Privaten Krankenversicherung wenn ich zweitweise Kurzarbeit arbeite. Um ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen, die die Lösungen für Arbeitnehmer.

Genrell ist eine Private Krankenversicherung bekanntlich nur bei Überschreiten der Jahresarbeitentgeltgrenze möglich. Im Falle der Kurzarbeit wird für das Über- oder Unterschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze wird weiterhin „fiktiv“ das eigentliche regelmäßige Arbeitsentgelt (ohne Kurzarbeit) angenommen. Dabei ergeben sich jedoch je nach Status unterschiedliche Regelungen:

1. GKV-pflichtversicherte Arbeitnehmer

Verdient der Arbeitnehmer bereits über der Jahresarbeitsentgeltgrenze, wird die 3-Jahresfrist durch die Kurzarbeit nicht tangiert. Somit zählt auch das Jahr mit enthaltener Kurzarbeit als „erfüllt“ im Sinne des Überschreitens der JAEG.

2. GKV-freiwillig versicherte Arbeitnehmer

Der Status „freiwillig“ bleibt auch während der Kurzarbeit erhalten. Ihren GKV-Beitrag zahlen freiwillig versicherte Arbeitnehmer in der bisherigen Höhe weiter, d.h. auf Basis des beitragspflichtigen Arbeitsentgelts, das ohne Kurzarbeit erzielt worden wäre. Dafür erhalten sie einen höheren Arbeitgeberzuschuss.

3. PKV-versicherte Arbeitnehmer

Unterschreitet ein privat versicherter Arbeitnehmer nur wegen Kurzarbeit die Jahresarbeitsentgeltgrenze, löst dies keine Versicherungspflicht in der GKV aus.

Ausnahme: „Transferkurzarbeitsgeld“

Während das Kurzarbeitergeld zum Ziel hat, dass die Arbeitnehmer die Arbeit zu einem späteren Zeitpunkt wieder voll aufnehmen, bedeutet „Transferkurzarbeitsgeld“, das die Stellen abgebaut werden. Die Arbeitnehmer werden aber für eine gewisse Zeit bei der Suche nach einer neuen Arbeit unterstützt. Daher gelten die hier aufgeführten Regelungen im Bezug auf die Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht für das Transferkurzarbeitsgeld.

Auch bei entstehender Versicherungspflicht sollte die private Krankenversicherung nicht sofort gekündigt werden. Hierbei sind vorab die Möglichkeiten wie Anwartschaft und Umwandlungsrecht in eine Zusatzversicheurng zu klären- sprechen Sie ihren Berater an. Sollte Arbeitslosigkeit eintreten, so ist auch hier eine Weiterführung der Privaten Krankenversicherung u.U. möglich. Mehr Infos dazu unter folgendem LINK oder ausführlich in dem Blogbeitrag unter folgendem Link.

24.
Februar '09

Leistungsausschlüsse und Zuschläge in der Berufsunfähigkeitsversicherung


Obwohl die Berufsunfähigkeitsversicherung auch heute noch nicht den Stellenwert einnimmt den sei haben sollte, so steigt doch das Interesse und somit auch die Nachfrage nach solchen Policen. Wie nachzulesen gehört die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit nicht erst heute zu den wichtigsten Versicherungen nach der Privathaftpflicht. Dennoch wird aus Angst vor Ablehnung oder Einträgen in der so genannten „schwarzen Liste“ oft gar kein Antrag gestellt, auch wenn nur kleinere Vorerkrankungen vorhanden sind. Weiterhin herrscht immer noch die Meinung vor, Hausfrauen-/ männer könnten sowieso nicht berufsunfähig werden. Dieses ist leider nicht so, lesen Sie hier mehr.

Anders als in der Privaten Krankenversicherung besteht hier neben der Möglichkeit eines Risikozuschlages auch die Möglichkeit Erkrankungen auszuschließen. Da es in der Absicherung bei der Berufsunfähigkeit aber nur „schwarz oder weiss“ also „Rentenzahlung oder Leistungsfreiheit“ gibt, sind hier die Bedingungen und vertraglichen Vereinbarungen elementar wichtig. Achten Sie bereits bei der Auswahl des Versicherers und des Tarifes auf die Auswahlkriterien, welche Sie auch im Leitfaden nachlesen können.

Die Risikoprüfer in der Berufsunfähigkeit haben somit zwei Möglichkeiten bei Vorerkrankungen des Antragstellers zu reagieren. Das können Rückenprobleme, Psychotherapie, Allergien oder sonstige Erkrankungen sein. Dabei ist immer „auf den ausgeübten Beruf zu prüfen.“ Daher kann es durchaus passieren das ein Krankenversicherer für eine Vorerkrankungen einen Zuschlag berechnet, der Berufsunfähigkeitsversicherer aber nicht.

Sollten bei der Risikoeinschätzung Zuschläge oder Ausschlüsse nötig sein, so achten Sie auf eine genaue Formulierung. Zum Beispiel ist eine Formulierung wie

„Ausgeschlossen vom Versicherungsschutz sind Erkrankungen der Wirkelsäule und Folgen“

eher ungünstig formuliert, da diese sehr weit gefasst sind und zu Streit im Leistungsfall führen. In der Regel werden die Klauseln und Ausschlüsse dahingehend erweitert, das der Zusatz

„Eingeschlossen sind jedoch Tomore, neue unfallbedingte Erkrankungen und deren Folgen“

mit in dem Versicherungsschein dokumentiert werden. Um so enger die Klausel gefasst und und je mehr diese beschränkt ist, desto einfacher wird die Durchsetzung des berechtigten Leistungsanspruches.

Auch im Bereich Psychotherapie gibt es häufig Probleme. Hier sollte vor Antragstellung ausführlich geklärt werden welche Ursachen zu der Psychotherapie geführt haben, in welchen Abständen und über welchen Zeitraum diese durchgeführt wurde und mit welcher Prognose diese beendet wurde. Die psychischen Erkrankungen lassen sich meist nicht durch eine Klausel ausschließen, hier werden Risikozuschläge vereinbart. Gerade bei der Psychotherapie lässt sich in der Berufsunfähigkeitsversicherung meist keine klare Abgrenzung schaffen.

Achten Sie immer darauf, dass Sie einen Versicherer mit klaren Bedingungen wählen. Die Risikoprüfung und die klare Formulierung der Klauseln entscheiden im Zweifel über den Bezug einer Rente oder die Ablehnung der Leistung.

23.
Februar '09

Private Krankenversicherung – Beitragsrückerstattung als Kundenbindungsprogramm


Es könnte alles so schön sein. Top versichert, geringe Beiträge und klasse Bedingungsaussagen- und dann natürlich eine hohe Beitragsrückerstattung. Schließlich nutze man die Leistungen des Versicherers gar nicht, denn man ist ja gesund. So oder so ähnlich wird vielfach bei der Auswahl der Privaten Krankenversicherung argumentiert. Da beginnt schnell das Rechnen nach dem Motto „was wäre wenn“ oder „wie krank muss ich sein das es sich dennoch lohnt“.

Dazu sollten erst einmal die Grundlagen und Voraussetzungen zur Beitragsrückerstattung klar sein. Die Beitragsrückerstattung in der Privaten Krankenversicherung ist ein Modell um kostenbewusstes Verhalten zu honorieren. Dieses gliedert sich in zwei Modelle- die erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung und die garantierte Beitragsrückerstattung (auch Pauschalleistung) genannt.

Weiterhin sollte klar sein das die erfolgsabhängige Variante nur dann gezahlt wird, „wenn der Versicherer sich dieses leisten kann“. Diese wird Jahr für Jahr neu festgelegt und dem Kunden mitgeteilt. Am Markt findet man ganz unterschiedliche Größenordnungen. Von null bis zu 3 Monatsbeiträgen nach nur einem leistungsfreien Kalenderjahr ist alles drin. Weiterhin steigen diese Rückerstattungen mit den Jahren an. Ist der Versicherte also 3 Jahre leistungsfrei sind bei den Spitzenreitern (Dt. Ring) schon bis zu 5 Monatsbeiträge Rückerstattung möglich. Bei der garantierten Beitragsrückerstattung ist es hingegen etwas anders. In der Regel wird diese betragsmäßig festgelegt und garantiert. So sind es bei dem M4-BR4 Tarif der DKV 1.200 EUR pro Jahr, im Central CVP Tarif jedoch 5 Monatsbeiträge. Jedoch sollte sich der Interessent nicht täuschen lassen, denn allein eine garantierte Rückerstattung ist kein Kriterium zur Auswahl. Dazu sind die Leistungsunterschiede zu groß und die Kriterien zu vielfältig. (LINK: Auswahlkriterien)

Auch die meist angestellten Hilfsrechnungen nach der Methode „was rechnet sich denn besser wenn ich so und so krank bin“ hinken etwas. Die Selbstbeteiligung erstreckt sich, ganz unterschiedlich, über die Bereiche ambulanter oder aber auch zahnärztlicher und stationärer Behandlungen. Das kann schnell ins Geld gehen. So kann heute eine hohe Selbstbeteiligung bei Freiberuflern und Selbstständigen durchaus attraktiv erscheinen, aber diese muss auch im Alter bezahlt werden. Daher sollte mindestens die zweifache Jahres-SB als liquide Mittel zur Verfügung stehen, besser die dreifache um weitere Eventualitäten abzudecken. Ein Wechsel in geringere SB Stufen stellt auch hier eine Verbesserung der Leistung dar und ist- so nicht besondere Optionen vereinbart- nur mit neuer Risikoprüfung möglich oder wird ganz verwehrt.

Auch sollte beachtet werden in welchen Bereichen die Rückerstattung überhaupt erbracht wird. Bei den Bausteintarifen muss dieses nicht zwingend in allen Bereichen erfolgen, in den Kompakttarifen (Erklärung im Leitfaden) erfolgt dieses entweder auf den kompletten Beitrag oder auf eine fiktive Summe, zum Beispiel 75% des Zahlbeitrages. Alle gemeinsam haben ein- auf gesetzlichen Zuschlag und Krankentagegeld wird keine Rückerstattung gezahlt.

Achten Sie also bei der Auswahl der Privaten Krankenversicherung zunächst auf Leistungsaussagen, erst im zweiten Schritt auf die Beitragsrückerstattung, denn: Leistung ist das „A und O“ in der Krankenversicherung, denn dafür sichern Sie sich ab.

20.
Februar '09

Zuschuss zur privaten Krankenversicherung im Alter


Eine oft gestellte Frage betrifft die Zahlung der Beiträge im Alter. Die Beiträge in der Privaten Krankenversicherung entwickeln sich je nach Kalkulation der Versicherer unterschiedlich. Neben der Vereinbarung zur garantierten Beitragsentlastung im Alter erhält der Rentner meist einen Zuschuss von dem gesetzlichen Rentenversicherungsträger. Die Deutsche Rentenversicherung Bund erklärt dieses beispielhaft in einer Broschüre die kostenlos von den Seiten oder hier direkt herunter geladen werden kann.

Für Rentner, welche eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen und freiwillig gesetzlich oder privat krankenversichert sind, wird auf Antrag ein Zuschuss zu den Aufwendungen zur Krankenversicherung gezahlt. Im „Amtsdeutsch“ heißt es dann:

Der Zuschuss zur freiwilligen oder privaten Krankenversicherung wird in Höhe des halben Betrages geleistet, der sich nach Anwendung des um 0,9 Beitragssatzpunkte geminderten allgemeinen Beitragssatzes in Höhe von 15,5 Prozent auf den Zahlbetrag der Rente ergibt. Der Zuschuss beträgt demnach rechnerisch 7,3 Prozent der Rente. 

Beziehen Sie mehrere Renten der gesetzlichen Rentenversicherung, wie zum Beispiel Rente wegen Alters und Hinterbliebenenrente, wird der Zuschuss aus der Summe dieser Renten berechnet.

In der Praxis bedeutet es, dass maximal das als Zuschuss zu leisten ist, was der Rentenversicherungsträger leisten müsste wenn Sie GKV pflichtversichert wären. Dabei ergibt sich folgendes Beispiel eines ab dem 30. Lebensjahres über der Beitragsbemessungsgrenze verdienenden Angestellten.

Altersrente (Prognose): 2.500 EUR
maximaler Zuschuss errechnet sich aus 15,5% – 0,9% = 14,6% * 2.500 EUR
365 EUR davon die Hälfte: 182,50 EUR monatlicher Zuschuss

Limitiert ist der Betrag auf max. 50% des tatsächlich gezahlten Krankenversicherungsbetrages. Der Zuschuss wird mit der Rente an den Versicherten ausgezahlt. 

Bei der privaten Krankenversicherung ist noch zu beachten, dass sich mit dem Rentenalter der Beitrag generell vermindert. Dieses passiert deshalb, weil die Beitragsanteile für das Krankengeld und den gesetzlichen Zuschlag (10%) entfallen. 

Nicht nur bei der Frage der Finanzierbarkeit der Beiträge im Alter ist ein solides Konzept und eine fundierte Beratung unerlässlich.