Archiv für Oktober 2009

30.
Oktober '09

MEG AG meldet Insolvenz an – was bedeutet das für Kunden?


UPDATE UND WEITERER BEITRAG:  

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—————————————-  ursprünglicher Beitrag  —————————————-

 

Vielleicht haben Sie es durch die Medien bereits mitbekommen. Der Kasseler Finanzvertrieb MEG hat gestern Insolvenzantrag beim zuständigen Gericht gestellt.

661 IN 381/09: In dem Insolvenzantragsverfahren über das Vermögen der MEG AG, Falderbaumstraße 41, 34123 Kassel (AG Kassel, HRB 13995), vertr. d.: 1. Ralph Konrad, (Vorstand), 2. Wulf Schütz, (Vorstand), 3. Michael Kopeinigg, (Vorstand), 4. Alexander Bräutigam, (Vorstand), 5. Patrick Drönner, (Vorstand), 6. Peter Eulitz, (Vorstand), 7. Idehen Nosa, (Vorstand) – Antragstellerin – ist am 28.10.2009 um 16:50 Uhr die vorläufige Verwaltung des Vermögens der Antragstellerin angeordnet worden. Verfügungen der Antragstellerin sind nur mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Dr. Fritz Westhelle, Wilhelmshöher Allee 270, 34131 Kassel, Tel.: 0561/3166311, Fax: 0561/3166312, E-Mail: kassel@leonhardt-westhelle.eu bestellt. Amtsgericht Kassel, 28.10.2009, (Quelle: insolvenzbekanntmachungen.de)

Laut eigenen Angaben war die MEG AG ein Spezialvertrieb für die Private Krankenversicherung. Viele Interessenten und Kunden sind nun verunsichert was mit den beantragten oder bereits abgeschlossenen Versicherungsverträgen passiert. Allein gestern und heute hatte ich einige Anfragen diesbezüglich.

Das sollten Sie als Kunde/ Interessent wissen:

Der Vertrag zur Privaten Krankenversicherung besteht zwischen dem Versicherungsnehmer und dem Versicherer. Dabei ist es unerheblich ob der Vermittler (hier die MEG AG) insolvent ist oder das Verfahren später wieder aufgehoben wird.

Haben Sie bereits einen Antrag gestellt und ist dieser angenommen (also ist die Police bei Ihnen eingegangen) müssen Sie nichts weiter tun.

Ist erst der Antrag gestellt und noch keine Reaktion erfolgt, so klären Sie bitte dringend mit Ihrem Berater ob der Antrag weitergeleitet wurde und wenden sich an den Versicherer oder einen anderen Berater. Diese(r) wird klären wie weit die Bearbeitung ist und auch mit Ihnen besprechen was mit Rückfragen während der Risikoprüfung passiert.

Haben Sie eine Maklervollmacht erteilt, so überlegen Sie ob diese weiter bestehen bleiben soll und kündigen diese ggf. gegenüber der MEG AG und informieren den Versicherer schriftlich.

Ist Ihnen zu einem Wechsel der PKV geraten worden? Dazu lesen Sie im Artikel „Wechsel von der Halleschen zur Gothaer KV„mehr.

Wichtig: Leisten Sie KEINE Anzahlungen, Erst- oder Folgebeiträge an den Berater oder den Vermittler. Zahlen Sie nur direkt an den Versicherer, der ist Ihr Vertragspartner.

Zu guter Letzt:

Hinterfragen Sie durchaus die Entscheidung zu der Gesellschaft und dem Tarif. Fragen Sie sich ob die Auswahlkriterien zur Privaten Krankenversicherung (LINK) alle (und noch einige mehr) besprochen wurden und Sie sich bewusst und nachvollziehbar für den Tarif und die geltenden Bedingungen entschieden haben.

Auch der Kriterienfragebogen hilft Ihnen bei der weiteren Überprüfung.

Weitere Hinweise was nach dem Abschluss der PKV (falls das erst kürzlich der Fall war) noch zu bedenken ist und welche „Aufgaben“ von Ihnen noch erledigt werden müssen können Sie im Kapitel „GKV in PKV – Wechsel geschafft und nun?“ nachlesen.

29.
Oktober '09

Tarifanalyse: Münchener Verein Tarif Royal (891, 892)


Der Markt bewegt sich wieder. Die Entwicklung der Tarifwerke der Privaten Krankenversicherung geht hin zu klaren und sauberen Bedingungswerken.

Auch der Münchener Verein Krankenversicherung aG kann sich diesen Veränderungen nicht verschließen und bietet eine neue Tarifserie mit dem Namen ROYAL an.

Bei diesen Kompakttarif, so nennt man Tarifmodelle in denen die Leistungen für ambulante, stationäre und zahnärztliche Leistungen kombiniert sind, handelt es sich um ein Modell mit zwei unterschiedlichen Selbstbeteiligungen.

Neben allgemeinen Erklärungen und Erläuterungen zu den Leistungen werden diese auch im Detail beleuchtet. So bietet der Tarif als einer der Wenigen die Möglichkeit den Versicherungsschutz im Rahmen der Elternzeit zu beitragsfrei zu stellen. Hier ein Auszug:

Weiterhin sind die Notfallambulanzen in Krankenhäusern genannt. Die Psychotherapeutenregelung ist umfangreich und nennt explizit die Kinder- und Jugendtherapeuten und die psychologischen Psychotherapeuten. Eine zwingende Voraussetzung ist jedoch die Eintragung im Arztregister. Im Rahmen der stationären Psychotherapie in entsprechenden Kliniken ist die Leistungspflicht von dem Versicherer vorher zuzusagen.

Für den stationären Bereich sind die Bundeswehrkrankenhäuser in den Versicherungsschutz einbezogen, ebenso die Aufenthalte in einem stationären Hospiz. Die Anschlussheilbehandlung ist durch den Tarif nur dann versichert, wenn eine (…)

Der Kommentar kann unter der folgendem Link kostenfrei abgerufen werden: Tarifanalyse ROYAL Münchener Verein

Weitere Tarifanalysen zu bereits erschienenen Tarifen finden Sie im Downloadbereich.

28.
Oktober '09

Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten – worauf muss man achten


Das Thema Berufsunfähigkeit ist in aller Munde und mancher fragt sich wie er speziell denn berufsunfähig wird. Sie werden hier von mir keine schlimmen Krankheiten hören, das ist auch nicht Sinn der Sache. Bekannt ist aber, je jünger der Versicherte den Schutz beginn, desto günstiger ist die Einstiegsprämie.

Dabei stellen sich bei Studenten in der Regel zwei Fragen, an die ich beim Lesen eines Artikels „Versicherer bringt die BU an die Uni“ erinnert wurde.

Zum Einen wird bei der Antragstellung das Verhältnis zwischen Einkommen und beantragter BU Rente geprüft. Da geht das Problem bei Studenten aber schon los. In der Regel haben diese kein eigenes Einkommen, können also oft nur Mindestsätze versichern. Das birgt aber die Gefahren einer zu niedrigen Absicherung im Leistungsfall oder auftretenden Erkrankungen. Somit wäre eine spätere Erhöhung nicht möglich.

Dabei gibt es am Markt durchaus sehr leistungsfähige Tarife zur Berufsunfähigkeit, welche die versicherbare Rente bei Studenten auf 24.000 EUR Jahresrente, also 2.000 EUR monatlich erhöht haben. Lediglich bei Lehramtsanwärtern wird diese hier auf einen Betrag von 1.000 EUR maximal versicherbarer Monatsrente beschränkt. Warum nun in dem Artikel von einem neuartigen Produkt gesprochen wird, welches bis zu 1.000 EUR Rente zulässt ist mir noch nicht ganz klar. Auch die Option nach Abschluss des Studiums auf einen Betrag bis zu 1.500 EUR Rente zu erhöhen ist nicht neu. Einige andere Unternehmen bieten im Rahmen der Nachversicherung durchaus Erhöhungen bis zu einer monatlichen Rente von 2.500 EUR an.

Das zweite, große Problem ergibt sich durch die Frage „wann wird ein Student berufsunfähig“.

Im Leistungsfall wird als auf die „berufliche“ Tätigkeit als Student abgestellt und geschaut wie weit der Versicherte dieses noch ausüben kann. Ähnlich wie bei anderen kaufmännischen Berufen ist somit eine Prüfung möglich.

Hierbei heißt es in den Bedingungen:

(2.1) Vollständige Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn der Versicherte infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich sechs Monate ununterbrochen außerstande ist, seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen ausgestaltet war, auszuüben. Die Tätigkeiten von Hausfrauen/-männern, von Schülern, Studenten und Auszubildenden sehen wir als Beruf an. Wir verzichten auf eine abstrakte Verweisung.

Weiter geht es in den folgenden Bedingungsaussagen um die Frage der Studenten oder der Berufsausbildung:

(2.3) Ist der Versicherte bei Eintritt der Krankheit, der Körperverletzung oder des Kräfteverfalls noch in der Berufsausbildung oder im Studium und hat er mindestens die Hälfte der gesetzlich vorgesehenen oder im Durch- schnitt üblichen Ausbildungs- bzw. Studienzeit absolviert, wird im Rahmen der konkreten Verweisung (auf einen tatsächlich ausgeübten anderen Beruf oder eine andere Ausbildung) auf die Lebensstellung hinsichtlich Vergütung und sozialer Wertschätzung abgestellt, die regelmäßig mit dem erfolgreichen Abschluss einer solchen Berufsausbildung oder eines solchen Studiums erreicht wird.

Danach sind die Regelungen hier eindeutig. Natürlich sind neben diesen Punkten viele weitere Auswahlkriterien zur Berufsunfähigkeitsversicherung elementar wichtig. Weitere Informationen finden Sie auch im Fragebogen oder im Leitfaden zur Berufsunfähigkeit.

27.
Oktober '09

Beitragsanpassung der Mannheimer Krankenversicherung


Sie kennen das ja schon. Bereits von anderen Gesellschaften habe ich die entsprechenden Beitragsanpassungen veröffentlicht. Eine vollständige Übersicht über die Beitragsanpassungen können Sie in meinem Blog gern nachlesen.

Hier nun auch die Beitragsgarantien und Anpassungen der Mannheimer Krankenversicherung.

Beitragsstabil bleiben folgende Tarife: (M=Männer, F=Frauen, K=Kinder)

Purisma Max (VPrem) bei Frauen

MVS und BVR bei Kindern

BZZ und BZE, sowie BZ, ZSWT-OPT, ZSWU, ZA2 und EGKV bei allen

ZSW und ZAZ bei Kindern (ZAZ auch bei Frauen)

Beitragsanpassung erfolgt in folgenden Tarifen:

Purisma Max (VPrem) bei Männern und Kinder

Purisma Pro und Relax (SelASP und SelZP) bei allen

MVS, BVR, ZSW bei Männern und Frauen

VSB, FAMIS, ZP06, MKT, PVN, PVB bei allen

ZAZ bei Männern

Auch hier gilt, keine übereilten Entscheidung.

27.
Oktober '09

Was tun bei Beitragsanpassungen – ein HowTo für PKV Versicherte


Es ist ärgerlich. Kurz vor dem Jahresende bzw. dem Weihnachtsfest flattert Post von seinem Privaten Krankenversicherer ins Haus. Darin teilt dieser mit, das die Beiträge angepasst werden müssen und dieses auf steigende Ausgaben zurückzuführen ist.

Da steht dann unter anderem folgendes:

Wir beobachten eine stärkere Leistungsinanspruchnahme, die auch den Tendenzen im PKV-Markt entspricht: Arztbehandlung (+6%), Heilmittel (+7%), Arznei- und Verbandmittel (+ 6%), Zahnersatz (+9%) und allgemeinen Krankenhausleistungen (+7%).

Hierzu kommen in diesem Jahr auch kleinere Anpassungen in der Pflegeversicherung durch die Leistungserweiterungen die das Pflegeergänzungsgesetz ausgelöst hat.

Natürlich müssen auch bei einigen Gesellschaften noch die aktuellen Sterbetafeln berücksichtigt werden. Verständlich, denn je länger die Menschen leben, desto länger verursachen diese auch Kosten in der Krankenversicherung. Im Alter deutlich mehr als in jungen Jahren.

Doch was kann man tun?

Zunächst einmal sollte der Versicherungsschutz in Ruhe und ohne zeitlichen Druck überprüft werden. Auch nach Zugang der Beitragserhöhung haben Sie ausreichend Zeit. Lassen Sie sich nicht zu einer schnellen Kündigung oder einem voreiligen Wechsel überreden. Gemäß der gesetzlichen Regelung im §205 Versicherungsvertragsgesetz haben Sie nach Zugang der Mitteilung einen Monat Zeit zu kündigen.

Machen Sie sich genaue Gedanken was Sie an Versicherungsschutz brauchen, welche Leistungen Sie erwarten und auch darüber, welche Leistungen Sie selbst tragen können und wollen.

Als Hilfe für Ihre Überlegungen steht Ihnen unter http://www.online-pkv.de/28-0-Auswahlkriterien.html neben Auswahlkriterien für die PKV auch ein ausfüllbarer Fragebogen als pdf Datei zur Verfügung. So können Sie mit Ihrem Berater überprüfen, welche Leistungen hiervon in Ihrem Tarif enthalten sind und was vielleicht erwartet und gewünscht wird und dennoch eingeschränkt oder nicht enthalten ist.

Erst nachdem klar ist was Sie an Versicherungsschutz wirklich wollen und brauchen, kann über weitere Möglichkeiten zur Beitragsreduzierung nachgedacht werden. Dabei sind auch folgende Fragen zu beantworten:

1.) Ist die gewählte Selbstbeteiligung richtig und passend? (Hier bitte auch an die Auswirkungen der steuerlichen Abzugsfähigkeit denken)

2.) Sind alle versicherten Zusatzbausteine (Krankenhaustagegeld, Beitragsentlastung, Kurbausteine etc.) nötig und sinnvoll?

3.) Lassen sich die Tarife bei der bisherigen Gesellschaft in andere Tarife umstellen?

Erst wenn Sie diese Fragen geklärt haben und immer noch kein Ergebnis vorliegen haben welches Ihren Bedürfnissen entspricht sollten Sie sich nach anderen Alternativen umsehen. Dieses ist auch davon abhängig wie der Gesundheitszustand aussieht, wie alt Sie sind und wie lange der Schutz bei dem derzeitigen Unternehmen bestanden hat.

Lassen Sie sich also nicht unter zeitlichen Druck setzen. Sie müssen gar nichts- können aber viel tun! In Ruhe!