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Hilfe, mein PKV-Versicherer wirft mich raus … wie kann er nur

Drei Fälle, gleich dreimal ein Rücktritt der PKV, drei Schicksale?

Als kleines Wort zum Freitag, einmal etwas aus dem #Makleralltag. Es gab noch zwei mehr, aber hier exemplarisch einmal drei Beispiele.

Nun ist online-pkv.de bekanntlich hervorragend aufgestellt. Sucht jemand nach #pkv oder auch nach Folgen eines Rücktritts, dann landet er oft hier.

In den letzten 84 Std. exakt fünf Rücktritte

Vielen davon ist schlichtweg nicht (mehr) zu helfen, und keineswegs ist immer der Vermittler, das Portal, der Versicherer schuld. Vielfach sind es Menschen, welche studiert haben, also sicher nicht ungebildet sind, aber dann vertrauen sie auf eigenwillige Aussagen oder meinen einfach, es besser zu wissen.

Und dann auch noch Monate warten, aus welchen Gründen auch immer.

Rücktritt der PKV Makler Einhorn Anwalt
natürlich nicht selbst gezeichnet, sondern KI generiert

Fall 1, Rücktritt der PKV wegen Bluthochdruck?

Nennen wir ihn Hr. K. tut aber auch rein gar nichts zur Sache. Hr. K hat sich versichert, im Jahr 2023 schon. Seither auch einiges an Beschwerden und Erkrankungen gehabt, welche sein Versicherer mit einem roten Logo auch bezahlt hat.

Schulter kaputt, OP, Krankenhaus. Zahn ein wenig, Vorsorge ein wenig, sonst noch ein paar Sachen. Was nicht im Antrag stand … ein Bluthochdruck, der schon bei Antragstellung mit einem täglichen Medikament behandelt wurde.

Dazu zu hohe Blutfettwerte (wovon er nach eigenen Angaben nichts wusste und der Arzt auch nichts sagte). Zum Bluthochdruck aber schon. Aber: “Das war ja nichts, wir wollten in einem Jahr einen Versuch starten, die Medikamente wieder abzusetzen”.

Die Antragsfrage lautet: “Nehmen oder nahmen Sie Medikamente…” und “Waren Sie in den letzten drei Jahren in Behandlung.” Da kann man das mal vergessen, oder?

Ich behaupte (und weiß es nicht), kann man nicht. Sowohl der Arztbesuch, als auch das Medikament sind anzeigepflichtig. Wie kommt der Versicherer darauf? Auf einer Rechnung, einem KH Bericht oder Ähnlichem steht “Hypertonie” und die entsteht oft nicht erst seit gestern. Rechnungen wurden viele eingereicht, aber keine für das Rezept? Kann auch passieren, kann aber auch… wer weiß.

Ergebnis: Rücktritt, kein Versicherungsschutz, Rückforderungen. Basistarif!

Fall 2, Rücktritt der PKV wegen zwei Krankschreibungen und Leif?

Versichert bei einem anderen Unternehmen, einem mit blauem Logo, hipp, modern, haben sogar einen Chat. Antrag wurde selbst gestellt. Kein Vermittler, welcher jetzt schuld sein könnte, kein Berater, kein nichts. Abschluss im Jahr 2025.

Zwischendrin ein paar Kleinigkeiten. Treppensturz, Rückenprobleme, Ellbogen kaputt – Sachen, die nun mal passieren, wenn man ein Haus (aus-)baut und selbst mit anpackt. Auch das, kein Grund, dafür sind Versicherer auch da.

Nach einigen Rechnungen prüft der Versicherer routinemäßig eine VVA (Anzeigepflicht). Richtig so, denn würde er es nicht tun, dann bräuchten wir auch erst gar keine Gesundheitsfragen ausfüllen.

Nachdem die Hausarztakte nicht verfügbar ist, weil die Praxis geschlossen ist, die Nachfolger die Akten nicht bekommen haben und der Arzt in Rente ist und seine Privatanschrift nicht bekannt ist, möchte der Versicherer dann die GKV-Leistungsübersicht. Klar. Irgendwie muss man auch prüfen.

2022 (also im Zeitraum, der klar anzugeben ist) 12 Tage AU wegen Stress beim Arbeitgeber, Psyche, mit “pflanzlichem Medikament“. Nicht lange genommen, aber Rezept steht eben jetzt mal so in der Akte.

2023, keine 4 Monate später, schon gekündigt beim Arbeitgeber. und… Sie ahnen es: 44 Tage weitere Krankschreibung.

Auch wenn ich verstehen kann, wenn jemand da nicht mehr hinmöchte: Stress, unschöne Situation, bereits gekündigt, das ist einfach falsch, und aus Sicht eines Versicherers bedeutet das: “Hey, vielleicht macht er das/ betrügt er uns auch.”

Nebenschauplatz: Rücktritt war im November 2025, ein “toller Anwalt” meint dann: „Bekommen wir alles hin”. Blöd, der war gerade zwei Monate zugelassen und Versicherungsrecht hat dieser wohl auch eher zuletzt im Grundstudium gehört.

Dazu hier, die falsche Aussage der GKV, welche dem Kunden am Telefon gesagt hat: “wir versichern Sie wieder, ab Januar sind Sie bei uns”

Blöd, weil es a) falsch war, b) es nichts Schriftliches gibt und c.) sich nun auch drei Monate darauf verlassen wurde. Jetzt gibt es also auch hier keinen Schutz.

Wie hätten Sie als neuer PKV Versicherer entschieden? Würden Sie ein Angebot machen?

und zu guter Letzt.

Fall 3, Kündigung wegen Zysten, falschen Angaben und zu langem Warten?

Sehr sympathische Dame, Job im steuerberatenden Bereich, sicherlich keineswegs dumm oder nicht in der Lage einen Antrag zu lesen.

Ein Versicherer mit einem gelben Logo diesmal, so langsam haben wir alle Farben durch. Antrag gestellt: “Ich habe ja wenig”. Versicherer hat sogar Kinderwunsch ausgeschlossen, da dieser im Nachhinein auffiel, es stand nicht im Antrag. Von der Kundin eigenständig nachgemeldet, Ausschluss. Aber eben kein Rücktritt.

Jetzt Rücktritt. Warum?

“Gutartige Neubildung der Brust”. Herdbefund links und rechts, Mammazysten

Dazu kommen noch viele Sachen, welche der Versicherer bisher nicht einmal kennt.

Auch hier, ein Anwalt, der meint: “Frist passt nicht, das bekommen wir hin”. Oder “Rücktritt ist falsch, machen wir schon”.

Nein, lieber Anwalt. Du bekommst hier nix hin und der Rat war kontraproduktiv. 3 Monate vergangen, absolut gar nix erreicht, nicht mal in der Lage, eine korrekte Vollmacht für das Thema Gesundheitsdaten einzureichen.

Liebe Rechtsanwälte, vielleicht haben einige von Ihnen wenig zu tun, aber wenn schon unbedingt alles mandatiert werden muss, was gerade durch die Tür kommt (ich verstehe das, schlechte Zeiten und so), dann sagt den Menschen doch bitte gleich:

“Wir machen das juristisch, wir versuchen zu helfen, aber geh zu einem spezialisierten Makler oder Versicherungsberater oder Vermittler und besorge Dir neuen Versicherungsschutz. Jetzt, sofort.”

In ein paar Wochen und Monaten ist das schlichtweg nicht mehr drin. Es geht einfach nicht mehr. Auch deshalb, weil ihr den Kunden mit falschen Erwartungen loslaufen lasst und es einigen Anwälten an Kenntnissen im Versicherungsrecht mangelt. Die Defizite sehe ich mindestens einmal die Woche, wenn eben solche Juristen bei mir anrufen, weil Günter (also ChatGPT) ihnen gesagt hat, ich wüsste das und mich könnte man fragen. Das verkaufen Sie dann auch noch Mandanten als teures, eigenes Wissen.

So what, meinetwegen auch das. (Nicht alle, einige sind hier sehr fair und sagen das vorab sehr offen, wer sie sind und warum ich vielleicht mit einem Tipp helfen kann.)

Was tun, bei einem Rücktritt der PKV?

Nein, ein Rücktritt ist nix, was wir in ein paar Wochen, oder wenn mal Zeit ist, oder wenn ich gerade Lust habe, lösen können.

Ein Rücktritt bedarf Handeln. Jetzt, sofort und direkt, wenn das Schreiben da ist.

Wenn Sie meinen: “Das kann ich besser, ich habe doch nichts, das sind nur Kleinigkeiten, ich bekomme das schon hin.” oder “Mein Anwalt sagt…” und der nicht mal Versicherungsrecht auf der Homepage stehen hat, geschweige denn eine Ahnung, dann bitte auch nicht nach Monaten bei mir anrufen und jammern.

Ja, ich helfe gern, wenn es Chancen gibt, aber nicht, wenn es drei andere schon verbockt haben.

Zwei dieser Kunden aus den Fällen, da ist ganz, ganz vielleicht noch etwas zu retten, vielleicht auch nicht. Schauen wir einmal.

Sollten Sie einen Rücktritt bekommen haben, oder der auch nur telefonisch angekündigt sein:

  1. Anrufen, oder per Mail oder WhatsApp den Fall kurz schildern. Hier reicht meist ein erstes 15-Minuten-Gespräch um zumindest eine Richtung zu haben. Das kostet auch nichts, Sie dürfen aber gern mein Spendenprojekt unterstützen)
  2. DANACH gehen Sie gern zum Anwalt, aber dann wissen Sie zumindest vorab, woran Sie sind.
  3. Anwälte nur mit Spezialisierung auf Versicherungsrecht. Der Anwalt, welcher Ihr Bußgeld verhandelt hat, den Hausbau oder den Streit am Gartenzaun, der hat hier in solchen Fragen nichts, rein gar nichts, zu suchen.
  4. Alle Unterlagen zusammenstellen. Dazu gehören IMMER: Rücktrittschreiben, Antragskopie, alle medizinischen Unterlagen und Befunde. Diese können Sie hier hochladen.

Läuft alles wie geplant, sind sie am Ende auch wieder versichert, so wie dieser Herr hier:

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