Archiv für August 2008

20.
August '08

Berufsunfähigkeit- Nachprüfung und Verweisung bei anderen Tätigkeiten- Grenzen der Versicherer


Liebe Leser,

generell ist es einem Berufsunfähigkeitsversicherer durchaus möglich eine einmal bewilligte Rente wieder einzustellen oder zu kürzen, falls sich die Umstände ändern. Dieses meinte auch ein Berufsunfähigkeitsversicherer der am Landgericht Dortmund von seinem Versicherten vor den Kadi gezogen wurde- zu Recht wie sich nun herausstellte.

Am 29. Mai 2008 entschied das Landgericht Dortmund unter dem Aktenzeichen 2 O 20/08 unter welchen Voraussetzungen die Rente einzustellen sei, diese waren hier jedoch nicht gegeben.

Der Kläger bezog bereits eine Rente wegen Berufunfähigkeit, da er seinen Beruf als Monteur von Satelitentechnik nicht mehr ausüben konnte und unstrittig zu 60% berufsunfähig war. Als der Versicherer nun erfuhr welche neuen Tätigkeiten der Versicherte ausübte, wollte dieser die Rente einstellen. Dagegen ging der Versicherte vor und der Versicherer versuchte auch eine zweite Einstellung der Rente zu erwirken indem er sich auf ein Gutachten bezog, welches die neue Tätigkeit (ebay Handel von Sat-Technik und Tonträgern) durchaus bejate. Leider vergaß der Versicherer dieses Gutachten beizufügen, was den Bescheid vormal wertlos machte.

Die Richter meinten jedoch,

Sinn und Zweck sowie Ausgestaltung des in § 7 der dem Vertrag zugrunde
liegenden Allgemeinen Bedingungen für Berufsunfähigkeitsleistungen näher
ausgestalteten Nachprüfungsverfahrens ergeben, dass eine Mitteilung des
Beklagten, mit welcher eine Leistungseinstellung nach anerkannter
Berufsunfähigkeit erfolgt bzw. angekündigt wird, nur dann wirksam ist, wenn in ihr
nachvollziehbar begründet wird, warum die einmal anerkannte Leistungspflicht
wieder enden soll (BGH, VersR 1998, 173; KG, r + s 2006, 515; OLG Hamm, OLGReport
2004, 59).

Auch die Lebensstellung muss in der neu ausgeübten Tätigkeit gewahrt werden. So ist dies bei einer Einkommensminderung von 24% und einem Einkommen von unter 1.000 EUR monatlich nicht mehr der Fall.

Achten Sie also bei dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung auf das „Kleingedruckte“ und schauen sich die Regelungen genau an. Sind die Grenzen eindeutig oder schwammig formuliert? Ist klar definiert was zur Einstellung der Rentenleistungen führt? Wird der neue Beruf oder die Lebensstellung klar definiert?

Bei der Suche nach dem geeigneten Produkt helfen Ihnen auch folgende Kriterien http://www.online-pkv.de/119-0-Auswahlkriterien-BU.html weiter.

Viel Erfolg!

13.
August '08

Änderungen im Gesundheitssystem zum Jahreswechsel


Viel besprochen und doch ist niemandem richtig klar, welche Veränderungen die Gesundheitsreform den Versicherten in beiden Systemen bringen wird.

Zunächst einmal gibt es eine gravierende Änderungen für alle Selbstständigen, die in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind. Durch die Änderungen des WSG (Wettbewerbsstärkungsgesetz) und die damit verbundene Einführung des Gesundheitsfonds zum 1. 1. 2009 erwartet diese neben steigenden Beiträgen der Wegfall des Krankengeldes.

Der Selbstständige kann sein Krankentagegeld nur noch versichern, wenn dieser sich für einen Wahltarif in seiner oder einer anderen gesetzlichen Kasse entscheidet und sich dadurch 3 Jahre an seine Kasse bindet. Hier geht für Selbstständige fast unbemerkt einer der wichtigsten Elemente der Gesundheitsvorsorge, das Krankengeld bei Arbeitsunfähigkeit, verloren.

Weitere Änderungen im Überblick:

Zum 1. 1. 2009 erfolgt die Einführung des Gesundheitsfonds und damit ein einheitlicher Beitragssatz von ca. 15,5 % (dieser wird vom Bundesministerium noch endgültig per Rechtsverordnung festgelegt). Dadurch erhöhen sich für die meisten Gesetzlich Versicherten die Beiträge zum Teil drastisch. Die möglichen Erstattungen durch die GKV wird nach einhelliger Meinung nicht vor 2010 kommen, wenn überhaupt.

Aber auch für die Privaten Versicherer und deren Kunden ändert sich so einiges. So wird zum 01. 01. 2009 auch der Basistarif zur Pflicht und niemand kann/ darf/ muss ohne Krankenversicherungsschutz sein. Für den so genannten Basistarif gilt: Keine Ablehnungen und keine Zuschläge. Ein weiterer Schritt in Richtung Neuerungen betrifft die Mitnahme der Alterungsrückstellungen. Auch dieses war bisher nicht möglich. Aber entgegen der Pläne wird es nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten geben, für Bestandskunden nur im ersten Halbjahr 2009 und auch nur teilweise. Die so genannten Rückstellungen können in Höhe des Basistarifes mitgenommen werden, dafür steigen aber die Prämien der Privaten Versicherer um ca. 10-20% an.

Für heutige Kunden in der PKV und somit in der „Alten Tarifwelt“ gilt es genau zu überlegen ob ein Wechsel nützlich, möglich und sinnvoll ist und ob man- denn das muss man- nur wegen der teilweisen Mitnahme der Rückstellungen seinen Schutz 18 Monate auf Basistarifniveau herunter schrauben möchte.

Hilfreiche Kriterien anhand derer Sie Ihren Versicherungsschutz überprüfen oder erstmals den Bedarf ermitteln können finden Sie unter www.online-pkv.de/28-0-Auswahlkriterien.html. Dort hilft Ihnen auch ein interaktiver Fragebogen im pdf Formular weiter.

Die Gesundheitsreform ist eine der größten Aufgaben der Bundesregierung und bedarf sicher noch einiger Erklärungen und Erläuterungen. Gegen die Einführung des Basistarifes sind derzeit rechtliche Schritte beim Bundesverfassungsgericht im Gange.

12.
August '08

Meine neue, billige PKV?!


„Preiskampf um Privatpatienten“ so titelte gestern das Handelsblatt.

Da haben wir Sie wieder, die Preisdebatte nach dem Prinzip „Greiz ist Geil“

Es ist ja nachvollziehbar das man sich als Krankenversicherer gut aufstellen möchte und seinen Bestand mehren, jedoch um welchen Preis?

Darum werden Sie von mir in der kommenden Woche einen ausführlichen Kommentar zu den neuen Tarifen und deren Leistungen lesen können. Danach entscheiden Sie ob so ein Tarif etwas für Sie ist oder eben nicht.

Lassen Sie sich nicht hetzen, auch wenn es Termine gibt die feststehen.

30. 09. 2008- letzter Kündigungstermin für derzeit PKV Versicherte zum Jahresende

31. 12. 2008- letzter Kündigungstermin bei Beitragsanpassung

30. 10. 2008- letzte Möglichkeit zur Kündigung der GKV und Wechsel in die PKV zum Jahresbeginn

Aber auch hier gilt: Gut überlegen, ausfürhlich informieren und beraten lassen und dann entscheiden.

Viel Erfolg.

Ihr Sven Hennig

08.
August '08

Kriterienfragebogen jetzt auch für die Berufsunfähigkeitsabsicherung


Liebe Leser,

hier finden Sie die Pressemitteilung von heute.

Nachdem bereits im Bereich der Privaten Krankenversicherung ein umfangreicher Kriterienfragebogen existiert, welcher Interessenten wie auch bereits Versicherten die Auswahl oder Überprüfung Ihres Vertrages ermöglicht, folgt nun ein weiterer Schritt. Auch im Bereich der so wichtigen Absicherung gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit ist die Suche meist mühevoll und nicht gerade spannend für den Laien.

Das hat auch die S.H.C. GmbH erkannt und liefert nun auch für diese Auswahl einen entsprechenden Kriterienfragebogen.

Dabei werden wichtige Punkte wie die Verweisbarkeit, die Frage nach Arztanordnungsklauseln, Laufzeiten und Berufswechseln und Vieles mehr in einer übersichtlichen pdf Datei dargestellt.

Bei der Auswahl eines lebenslangen Produktes ist Sorgfalt und Fleiß erforderlich.

Um bei dieser so wichtigen Auswahl nichts zu vergessen bietet die S.H.C. GmbH mit Ihrem Spezialisten Sven Hennig nun einen individuellen Fragebogen an.

Mit dem sofort online ausfüllbaren Fragebogen kann jeder für sich die Bedürfnisse festlegen und diese zu seinem Berater mitnehmen.

Den kostenfreien Fragebogen finden Sie per Direktlink unter www.online-pkv.de/files/formular_bu_kriterienfragebogen.pdf oder weitere Erläuterungen unter www.online-pkv.de/119-0-Auswahlkriterien-BU.html

05.
August '08

Riester-Verträge für Selbstständige?


„nein, die sind doch nur was für Angestellte, wegen der Förderung und so.“

So oder so ähnlich lauten die Meinungen, wenn man sich bei Kunden, Kollegen oder Bekannten mal so umhört. Aber umdenken ist manchmal angesagt- wie auch jetzt.

Ab 2009 verlieren die klassischen Fondssparpläne erheblich an Attraktivität. Eine mögliche Alternative könnte hier der Riester-Fondssparplan sein- und das nicht nur für Angestellte sondern auch für Selbstständige die keinen Anspruch auf die Förderung haben. Aber Warum?

Riester Verträge haben unabhängig von der Förderung einen entscheidenden Vorteil- sämtliche Erträge in der Ansparphase sind steuerfrei, denn versteuert wird erst in der Phase der Auszahlung. Ja ja, werden Sie jetzt denken, ist doch dann egal- aber weit gefehlt.

Die Verträge werden dann nicht mit dem Ertragsanteil, sondern in der Regel mit einem günstigeren Satz belegt. Diese Verfahrensweise wurde nun durch das Bundesfinanzministerium in einer Verwaltungsanweisung bestätigt.

Selbstständige die in einen mindestens 12 Jahre laufenden Vertrag einzahlen und diesen erst nach Vollendung des 60. Lebensjahres ausbezahlt bekommen müssen nur die Hälfte der „Erträge“ versteuern. Bei Wahl einer lebenslangen Rentenzahlung erfolgt nur die Besteuerung des Ertragsanteils. Das ist meist günstiger als die Abgeltungssteuer.

Hinweis: Diese Information kann eine Beratung und solide Planung der Altersvorsorge nicht ersetzen. Bei Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.