GKV in PKV - Wechsel geschafft - und nun?

Sie haben es getan... und damit ändert sich Einiges.

Nach langem Überlegen, abwägen aller möglichen Auswahlkriterien und Eventualitäten haben Sie sich für den Wechsel aus der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) in die Private Krankenversicherung (PKV) entschieden.

Auch bei der Antragstellung und bei dem Ausfüllen der Gesundheitsfragen haben sich alle Mühe gegeben, nichts weggelassen und zwischenzeitlich auch die Unterlagen Ihrer neuen, privaten Krankenversicherung erhalten.

Nun liegt sie vor Ihnen, die neue Police zur Privaten Krankenversicherung. Schön sieht sie aus, so wie sie daliegt- die neue Welt der PKV.

Jetzt kommen aber die ersten Fragen, einiges möchte ich daher hier allgemein zu beantworten, zuerst aber einmal ein WirrWarr an Unterlagen.

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Nun sollten Sie einiges an Unterlagen bekommen haben- hier daher eine kleine Übersicht was wohin gehört.

Das wichtigste Dokument für Sie. Hier finden Sie alles, was in Ihrem Vertrag wichtig ist. Alle Tarife, Zusatzbausteine und auch die Gesamtprämie finden Sie hier. 

Dort sind auch besondere Vereinbarungen enthalten, welche den Schutz erweitern, einschränken oder verändern.

WAS DAMIT TUN:

Abheften und gut aufheben.

 

 
 
Diese Bescheinigung haben Sie meist schon vorher erhalten. Sie bestätigt zum Einen die Annahme Ihres Antrages und damit das Zustandekommen des Versicherungsvertrages. Zum Anderen ist diese nötig, um das bestehen einer Folgeversicherung nachzuweisen.
 
WAS DAMIT TUN:
 
Unbedingt an die Vorversicherung senden- egal ob GKV oder andere PKV, ohne diese Bescheinigung wird die Kündigung nicht wirksam.

 

 

 
 
Dieser "Zettel" bescheinigt den Teil des Beitrages, der steuerlich wirksam ist. Damit ist dieser nicht nur für den Arbeitgeber, sondern auch für das Finanzamt interessant.
 
WAS DAMIT TUN?
 
Als Arbeitnehmer geben Sie diesen mit der AG Bescheinigung mit ab, als Selbstständiger oder Freiberufler dient dieser auch zum Nachweis in Steuerfragen.

 

 

 
 
Diese Bescheinigung ist dafür da, das Ihr Arbeitgeber seinen Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung berechnen kann. Manchmal ist die Bescheinigung für die Pflege extra, dann bitte beide abgeben.
Ist ein Kind bei einer anderen Gesellschaft, so bekomen Sie dort eine weitere Bescheinigung.
 
WAS TUN DAMIT:
 
Beim Arbeitgeber (Lohnbüro, Personalabteilung) schnellstens abgeben, denn nur so gibt es den Zuschuss.
 

 

 

Diese Bescheinigung erhalten Sie nicht von dem neuen Versicherer, sondern von der alten Krankenkasse oder der vorhergehenden, privaten Versicherung.

Hiermit wird bestätigt, wie lange Sie dort versichert waren. Das ist unter anderem zum Erlass der Wartezeiten wichtig.

WAS TUN DAMIT:

Unbedingt der neuen Versicherung schicken, oder alternativ uns. Nur dann können die Wartezeiten entfallen und die erste Erstattung geht reibungslos.

 

 

Diese Karte ist der "Ausweis" und weisst Sie als versicherten in der Privaten Krankenversicherung aus.

 

 

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Soll ich meine Ärzte informieren das ich in der PKV bin?

Eine Verpflichtung diese vorab zu informieren gibt es nicht. Dennoch müssen Sie spätestens beim nächsten Arztbesuch bekanntgeben das es keine gesetzliche Versorgung mehr gibt. Hierdurch ändert sich einiges in der Abwicklung.

Sie bekommen von Ihrem Arzt eine Rechnung. Diese ist auch durch Sie an den Arzt zu bezahlen, unabhängig davon ob diese bei der PKV eingereicht wird oder (wegen einer möglichen Rückerstattung oder Selbstbeteiligung) nicht. Die Pflicht zur Bezahlung besteht auch bei Medikamenten (dazu unten mehr). Eine Ausnahme gibt es bei der Behandlung in Krankenhäusern, wenn Ihr Privater Krankenversicherer am Verfahren "Card für Privatversicherte" teilnimmt.

Wie und wo kaufe ich meine Medikamente?

Medikamente kaufen Sie in der Apotheke wie gewohnt mit Ihrem Rezept. Achten Sie bitte darauf, das ein Rezept immer eine Diagnose enthalten soll/ muss um erstattungsfähig zu sein. Ist dem nicht so, bitte entweder vom Arzt nachtragen lassen oder notfalls mit der Arztrechnung zusammenheften und einreichen (da hier die Diagnose vermerkt ist).

Ob Sie das Medikament in der Apotheke um die Ecke oder über eine Versandapotheke kaufen bleibt Ihnen überlassen. Einige wenige Versicherer haben auch bereits Tarife welche eine Versorgung mit Generika vorschreiben.

Ich muss ins Krankenhaus- was muss ich bedenken?

Zunächst einmal klären Sie ob Sie eine "Card für Privatversicherte" haben. Die meisten Unternehmen stellen eine solche Karte aus um die Abwicklung zu erleichtern. Im Krankenhaus ist diese Karte eine so genannte Kostenübernahmegarantie. Der Versicherer bescheinigt hierauf die versicherten Krankenhausleistungen (z.Bsp. 100% Regelleistungen, 100% Einbettzimmer). Die meisten Krankenhäuser fragen bei der Aufnahme danach. Hat Ihr Versicherer keine solche Karte (z.Bsp. LKH, Debeka, HUK Coburg und auch die PAX) so fragt das Krankenhaus bei dem Versicherer an. Einen Nachweis sollten Sie dann dabei haben (Kopie der Police etc)

Hat die Karte auch ambulant eine Bedeutung?

Nein, zumindest keine die Kostenerstattung betrifft. Die Karte dient dem Arzt, Zahnarzt etc. nur zur Arbeitserleichterung und wird auch hier eingelesen. Eine Kostenübernahme oder ähnliches ist damit nicht verbunden.

Muss ist meinem Arbeitgeber oder anderen noch etwas melden?

JA! Teilen Sie dem Arbeitgeber mit, dass Sie nun privat versichert sind und übergeben ihm die so genannte Arbeitgeberbescheinigung. Nur so kann dieser den Zuschuss richtig berechnen und Ihnen auszahlen. Bitte beachten Sie, dass der Beitrag immer vollständig bei Ihnen abgebucht wird und der Arbeitgeber die Hälfte (im Rahmen der Höchstsätze) erstattet (mit der Lohnabrechnung)

Mehr dazu und zu anderen Bescheinigungen oben neben den Bildern.

Weiterhin übergeben Sie die Bescheinigung der Folgeversicherung ihrem bisherigen Versicherer oder der Krankenkasse. Dieses muss rechtzeitig vor Ablauf dort eingehen, sonst ist die dortige Kündigung unwirksam.

Nun wünsche ich Ihnen viel Freude mit Ihrer neuen, privaten Krankenversicherung.