Krankentagegeld - wie wird der Bedarf ermittelt?

Glaubt man der weitverbreiteten Meinung so muss das Krankengeld in der Privaten Krankentagegeldversicherung dem Nettoeinkommen entsprechen, dieses möchte man ja schließlich ausgleichen.

Dem ist aber nicht so. Zum Vergleich: In der gesetzlichen Krankenversicherung berechnet sich das Krankengeld aus dem niedrigeren Wert von 70% des letzten Bruttogehaltes oder 90% des letzten Nettogehaltes und wird für max. 78 Wochen gezahlt. Das berechnungsfähige Bruttogehalt ist jedoch auf die Beitragsbemessungsgrenze in Höhe von 4.237,50 EUR mtl. (2016) beschränkt. Das ist aber nicht alles, denn davon werden die halben SV Beiträge (also 18,7% Rentenvers., 3% Arbeitslosenvers. und 2,35 oder 2,6% Pflegeversicherung) abgezogen. Somit ergibt sich in der Summe ein Abzug von 11,975% Versicherte mit Kindern oder 12,225% für Kinderlose. Nach Ablauf der 78 Wochen endet die Zahlung generell.

Das maximal in der GKV gezahlte Krankentagegeld beträgt somit:

4.237,50 EUR * 0,7 = 2.966,25 EUR / 30 = 98,88 EUR
abzüglich SV Beiträge von 12,025% (Kinderlose) oder 12,12%

= max. KT somit: (Kinderlose) 86,98 EUR bzw. 86,98EUR pro Kalendertag

In der Privaten Krankenversicherung sollte das Krankengeld sich (als vereinfachte Methode) nach folgender Formel berechnen.

Nettoeinkommen (oder laufender Bedarf) + SV Beiträge (siehe GKV) + PKV Beitrag inkl. Arbeitgeberanteil = Krankengeld

Der Beitrag zur Privaten Krankenversicherung ist als Gesamtzahlung zu erbringen, also auch der wegfallende Arbeitgeberanteil. Bitte bedenken Sie diese Punkte bei der Auswahl und überprüfen den bisherigen Schutz.

Für gesetzlich Versicherte ist ein ergänzendes, privates Krankengeld möglich. Weitere Informationen und Hinweise auf was Sie achten sollten finden Sie hier.

Es gibt jedoch Arbeitgeber, welche diese Lücke für einen begrenzten Zeitraum ausgleichen und somit auch nach den sechs Wochen Lohnfortzahlung einen Zuschuss zu dem gesetzlichen oder privaten Krankentagegeld zahlen. Daher kann es in solchen Fällen erforderlich sein, dass private Krankentagegeld später beginnen zu lassen oder in mehrere Stufen zu gliedern.

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Große Lücke für gesetzlich Versicherte

Wie groß die Lücke tatsächlich ist, das können Sie mit meinem Schnellrechner einfach selbst herausfinden. Einfach auf das Bild klicken, dann kommen Sie zur individuellen Berechnung.

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In der Privaten Krankenversicherung sollte das Krankengeld sich (als vereinfachte Methode) nach folgender Formel berechnen.

Nettoeinkommen (oder laufender Bedarf) + SV Beiträge (siehe GKV) + PKV Beitrag inkl. Arbeitgeberanteil = Krankengeld

Der Beitrag zur Privaten Krankenversicherung ist als Gesamtzahlung zu erbringen, also auch der wegfallende Arbeitgeberanteil. Bitte bedenken Sie diese Punkte bei der Auswahl und überprüfen den bisherigen Schutz.

Für gesetzlich Versicherte ist ein ergänzendes, privates Krankengeld möglich. Weitere Informationen und Hinweise auf was Sie achten sollten finden Sie hier.

Es gibt jedoch Arbeitgeber, welche diese Lücke für einen begrenzten Zeitraum ausgleichen und somit auch nach den sechs Wochen Lohnfortzahlung einen Zuschuss zu dem gesetzlichen oder privaten Krankentagegeld zahlen. Daher kann es in solchen Fällen erforderlich sein, dass private Krankentagegeld später beginnen zu lassen oder in mehrere Stufen zu gliedern.

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Was passiert mit meinem Krankengeld bei Berufsunfähigkeit?

In der Praxis herrscht vielfach der Irrglaube, das man Krankengeld bekommt solange man krank ist. Dies ist leider nicht so. In der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) wird das Krankengeld maximal 78 Wochen gezahlt, danach endet dieses, ob die Arbeitsunfähigkeit weiter besteht oder nicht spielt keine Rolle. In der Privaten Krankenversicherung wird das Krankengeld solange und unbegrenzt gezahlt, wie der Zustand der Arbeitsunfähigkeit andauert. Aus dieser Formulierung ergibt sich aber bereits ein, oft nicht bedachtes, Problem.

Arbeitsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit sind unterschiedliche Arten einer gesundheitlich bedingten Beeinträchtigung und schließen einander- jedenfalls typischerweise- aus. Niemand kann deshalb erwarten, dass er aus ärztlicher Sicht, auf die in den Bedingungswerken für Krankentagegeld- wie Berufsunfähigkeitsversicherungen und ebenso im Sozialversicherungsrecht abgestellt zu werden pflegt, als arbeits- und zugleich berufsunfähig beurteilt wird. Die Krankentagegeldversicherung soll nur den Schaden ausgleichen, der im Fall von Arbeitsunfähigkeitdurch Verdienstentgang entsteht, nicht aber Schäden die darauf beruhen, dass eine wegen Berufsunfähigkeit bezahlte Rente einen Verdienstausfall nicht in der Höhe abdeckt, wie es Krankentagegeldzahlungen vermöchten. Durch Berufsunfähigkeit entstehende Schutzbedürftigkeit ist von vornherein nicht Gegenstand einer Krankentagegeldversicherung. (BGH, 22.01.1992, VersR 1992, 477)

Soweit zu dem rechtlichen Rahmen. In der Praxis bedeutet dieses dann für Sie (zunächst ersteinmal egal ob gesetzlich oder privat krankenversichert), es entsteht die Situation das der Krankenversicherer nicht mehr zahlt (zahlen muss) und der Berufsunfähigskeitsschutz nicht vorhanden ist oder noch nicht leistungspflichtig ist.

Vergößerung des Bildes

Daher ist es elementar wichtig, zwischen dem bestehenden Krankenversicherungsschutz und der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit eine Abstimmung vorzunehmen. Am Markt gibt es durchaus Tarifkombinationen die ein solches Problem ausschließen. Hier wird mit den beteiligten Versicherern eine Vereinbarung dahingehend getroffen, das entweder der Krankentagegeldversicherer oder der BU Versicherer leistet.

Weitere Informationen zur Berufsunfähigkeit finden Sie in der Kategorie Berufsunfähigkeit.

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