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20.
April '20

Continentale Krankenversicherung mit neuem Tarif PREMIUM – eine ausführliche Tarifbewertung


Die Continentale Krankenversicherung hat sich zum 01. April und ganz ohne Scherz, für die Einführung eines neuen Tarifes entschieden. Zu den bestehenden Tarifen der Serien ECONOMY, COMFORT und BUSINESS kommt nun eine weitere Tarifreihe.

Im Gegensatz zu der Vermutung heißt diese aber nun nicht First (Class), sondern PREMIUM.

Mit dem neuen Tarifwerk Premium möchte die Continentale einen verbesserten Schutz bieten und eine andere Zielgruppe, die mit hohen Leistungsansprüchen, endlich wieder zu eigenen Kunden machen. Das gelang in der Vergangenheit eher nicht, da die vorhandenen Tarife eher preisorientiert sind.

Zudem bergen die fallbezogenen Selbstbeteiligungen doch einige Gefahren.

Was sich nun im neuen Tarif geändert hat, welche Leistungen neu und gut und welche vielleicht weiterhin schwierig sind, das schaue ich mir mit Ihnen gemeinsam auf den kommenden 13 Seiten Kommentar zur Tarifeinführung an.

Warum ich glaube, dass die Continentale hierbei Fehler aus der Vergangenheit wiederholt und schon mit dem ersten Prospekt falsche Anreize schafft, das lesen Sie hier.

Zur besseren Lesbarkeit finden Sie den Kommentar als eigenständige PDF Datei im Downloadbereich, oder durch klicken auf das Bild am Ende des Textes hier.

Sehr geehrte Leser,

ein neues Jahr, in vielerlei Hinsicht ein Jahr mit besonderen Herausforderungen. Zumindest aus der aktuellen Erfahrung in der Beratung, wandeln sich nicht nur die Ansprüche der Versicherten, es ändern sich auch gravierend die Produkte und Angebote der Versicherer.

Auch die Continentale Krankenversicherung, welche mit der fallbezogenen Selbstbeteiligung einen sehr eigenwilligen Weg am Markt bestreitet, kann den neuen Anforderungen und Wünschen der (potenziellen) Kunden nicht entgehen und führte damit vor einigen Tagen einen neuen Tarif der Krankenvollversicherung am Markt ein.

PREMIUM – der neue Krankenvolltarif der Continentale Krankenversicherung aG

In der Vergangenheit hatte man sich (aus meiner Sicht durchaus zu viel) auf das Kriterium „billig“ gestürzt und teilweise sah es so aus, als müsste man um jeden Preis die Prämie der Mitbewerber unterbieten, oder zumindest den Anschein erwecken dies zu können.

Wie sich der neue Tarif am Markt positioniert und welche Vor- und Nachteile dieser bietet, das schauen wir uns hier gemeinsam im Detail an.

HIER WEITERLESEN

Kommentar zur Tarifeinführung CONTINENTALE PREMIUM [pdf]

Weitere Unterlagen zu dem Tarif finden Sie hier:

11.
August '14

Normaltarif oder doch in den speziellen Ärzte Tarif? Wo versichern sich Ärzte in der privaten Krankenversicherung?


Eine doch öfter gestellte Frage betrifft einen kleinen Teil der (potentiellen) Kunden in der privaten Krankenversicherung. Dabei geht es um die, mit dem System direkt zu tun haben, die Ärzte. Generell ist dabei unterscheiden zwischen unterschiedlichen Berufsgruppen und der Frage ob die Ärzte angestellt oder selbstständig/freiberuflich tätig sind.

Warum überhaupt Ärztetarife?

Spezielle Tarife für die Mediziner haben eine lange Tradition. Die Idee welche dahinter steht ist etwas älter und auch relativ einfach. Früher behandelten sich Ärzte untereinander kostenfrei, man half also einfach den Kollegen mit „seiner“ Dienstleistung und schrieb sich nicht noch untereinander Rechnungen. Da somit für die Behandlung der Ärzte geringere Kosten entstanden als bei einem „normalen“ Patienten, wurden auch spezielle Tarife konstruiert, welche nicht nur anders kalkuliert werden konnten, sondern auch (natürlich) weniger Leistungen enthielten. So wurden die ärztlichen Honorare meist nur bis zum Regelhöchstsatz gezahlt, teilweise wurden auch bestimmte ärztliche Leistungen gar nicht vergütet. Dieses führt zu einer Kostenersparnis der Gesellschaft und daher auch einer geringeren Prämie bei dem Versicherten.

Ärztetarife PKV Uniex

Gibt es die nur für Ärzte?

Solche Zusatztarife gibt es nicht nur bei den Ärzten, einige Gesellschaften bieten diese auch für andere Mediziner, Psychotherapeuten, Zahnärzte oder aber auch speziell für Apotheker an. Auch hier hat es den gleichen Hintergrund. Die Apotheker haben (teilweise) die Möglichkeit Medikamente günstiger zu beziehen und verursachen daher im Rahmen der Kostenerstattung weniger Kosten. Dieses wird honoriert durch einen speziellen Tarif, eine zusätzliche Selbstbeteiligung oder sonstige Beschränkungen auf der Leistungsseite.

Was ist mit Familienangehörigen?

Von diesen Vergünstigungen für Mediziner profitiert nicht nur die Ärztin oder der Arzt selbst, auch Ehegatten, Kinder und teilweise auch unverheiratete Ehepartner. Diese Voraussetzungen gelten natürlich immer nur so lange, wie die „Beziehung“ zu dem Hauptvertragsinhaber besteht. Einige Gesellschaften verlangen zudem eine gemeinsame Beitragszahlung, einen gemeinsamen Versicherungsschein und gegebenenfalls folgen weitere Einschränkungen.

Sind diese Vorteile berechtigt? Heute noch?

Anders als noch vor einigen Jahren behandeln sich die Ärzte untereinander keinesfalls mehr grundsätzlich kostenlos. Zum einen ist es auch unverständlich warum ein Arzt seinem Kollegen nur bei dieser auch Mediziner ist keine Rechnung stellen sollte, zum anderen stellt sich die Frage bei teureren Untersuchungen sowieso nicht. Nehmen wir einen Radiologen, der hat gegebenenfalls Kosten für einen MRT oder eine Computertomographie, auch Röntgenaufnahmen kosten Geld und diese sind schon alleine mit festen Kosten für den Arzt verbunden. Das gleiche gilt für andere Fachrichtungen, ganz zu schweigen von Operationen oder weiteren, kostenintensiven Behandlungen.

Wie ist das mit der Kalkulation?

Tarife in der privaten Krankenversicherung und die dazu gehörenden Prämien beruhenden ja auf einer Kalkulation also einer Annahme, welche Kosten zukünftig entstehen, welcher Kapitalbedarf daher erforderlich ist und daraus folgend welche Rückstellungen gebildet werden müssen um diese Kosten zu tragen. Entwickeln sich die Kosten nun anders (schlechter) als angenommen, so führt das zu einer Anpassung der Beiträge, denn das Leistungsversprechen in der privaten Krankenversicherung gilt bis zum Vertragsablauf/dem Lebensende.

Gibt es viele Versicherer mit Ärztetarifen?

Klassische Ärzteversicherer wie zum Beispiel die Allianz (früher die Vereinte), die DKV oder auch Central sind teilweise heute noch mit entsprechenden Ärztetarif nun am Markt unterwegs. Auch andere Gesellschaften wie AXA, Barmenia oder die LKH Landeskrankenhilfe bieten heute solche Tarife an.

Wie eingangs bereits erwähnt ist es von vielen Umständen abhängig, ob ein solcher Ärzte Tarif sinnvoller ist als ein „klassischer Tarif“. Nicht nur der eigene Leistungsbedarf, sondern auch Fragen wie die weitere berufliche Planung spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Ein Arzt der zukünftig plant freiberuflich tätig zu sein und eine eigene Praxis zu eröffnen ist vielleicht in speziellen Ärztetarifen besser aufgehoben, ein Angestellter Arzt in einem großen Klinikum kann daher auch besser in Normaltarife passen. Gerade die Kosten für die Behandlung von schwerwiegenden Krankheiten sind nicht unbedingt günstig und werden auch für Ärzte nicht preiswerter. Wer sich also für einen Tarif mit reduzierten Leistungen entscheidet, der sollte genau überlegen ob er heute und in der Zukunft in der Lage ist, die Differenzkosten gegebenenfalls selbst zu tragen.

Diese oben bildlich dargestellte Auswahl stellt keine abschließende Aufzählung dar, bietet aber einen ersten Überblick über die möglichen Versicherer mit speziellen Ärzte/Zahnärztetarifen.

Was also nun tun?

Wenn Sie als Mediziner vor der Wahl stehen welchen Tarif sie auswählen sollen, dann sollten Sie sich zunächst einmal Gedanken zu den Auswahlkriterien machen. Dazu finden Sie im Bereich private Krankenversicherung weitere Informationen und auch einen Kriterienfragebogen.

Kriterienfragebogen zur Auswahl einer PKV

Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung