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27.
Oktober '20

Debeka Beitragserhöhung und die Axa mit einem PKV Wechselangebot


Auch nach zwanzig Jahren in der PKV Beratung gibt es immer wieder etwas, wo ich nicht so recht weiß ob man lachen oder weinen soll. Wie jedes Jahr wird eine neue Sau durch das Dorf getrieben, die Beitragserhöhung, oder richtigerweise Beitragsanpassung in der Privaten Krankenversicherung. Diesmal besonders die Debeka Beitragserhöhung. Jeden Herbst auf ein Neues gibt es dann Gesellschaften und Berater, die noch schnell „etwas von dem Wechselkuchen“ abhaben wollen.

Beitragsanpassungen in der privaten Krankenversicherung sind nicht nur nötig und richtig, denn nur so lässt sich eine Leistungsfähigkeit erhalten. Klar ist es ärgerlich, wenn Sie nun ab dem Januar mehr Geld für Ihre Private Krankenversicherung zahlen müssen, aber (so gemein es klingen mag), es ist nun einmal so. Bereits am Beispiel der Anpassungen der AXA selbst vor einigen Jahren habe ich das genauer erklärt. (Lesen Sie gern hier nach, was es mit dem großen Beitragssprung der AXA damals auf sich hatte)

Debeka Beitragserhöhung – der Marktführer erhöht nun auch?

Dieses Jahr trifft es auch den Marktführer, welcher seine Beiträge anpassen wird und muss. Das ist nicht schlimm und es ist nötig, denn auch an großen Unternehmen gehen Entwicklungen wie Niedrigzinsphase und Kostensteigerungen nicht vorbei. Was es aber diesmal anders macht, es trifft den Streber aus der Klasse, den, den alle nicht mögen.

Warum? Die Debeka hat sich für einen Vertriebsweg der eigenen Vertreter entschieden und bekräftigt immer wieder, mit den unabhängigen Beratern am Markt auf Kriegsfuß zu stehen. Das zeigt sich manchmal auch in dem Verhalten, wenn man mauert und blockiert wo man kann. Aussagen wie: „Makler können uns ja gar nicht vermitteln und empfehlen uns deshalb nicht“ sind eben (generell) falsch. Solche Sprüche zeigen leider auch wenig von einem fairen Miteinander. Das ist aber ein anderes Thema.

In der Vergangenheit hat man schnell und oft mit erhobenem Zeigefinger auf die „anderen“ gezeigt. Dabei war man nicht überdrüssig zu erklären „wir können das alles besser, wir sind die großen, wir sind der Marktführer“. Damit hat sich nicht nur eine Gesellschaft, sondern auch ein Vorstand nicht unbedingt Freunde gemacht.

Debeka Beitragserhöhung – wie hoch wird denn angepasst?

Nun kommen dieses Jahr – was es nicht besser macht – die Mitbewerber und zeigen mit dem Finger auf die „böse“ Debeka. Der Marktführer in der PKV muss nun die Beiträge anpassen. Das ist nicht einen Deut besser, im Vergleich zu dem sonst so kritisierten Verhalten.

Bevor wir uns aber nun mit wilden Spekulationen beschäftigen, schauen wir uns einmal Zahlen an. Diese wurden mir freundlicherweise „über fünf Ecken“ zur Verfügung gestellt, sollten aber auch kein Geheimnis sein.

Angepasst werden Unisex und Bisex Tarife um Neugeschäft und auch im Bestand. Damit wir ein besseres Gefühl für die Höhen bekommen, hier einige Beispiele.

  • – Beamtentarife prozentual ca. 19% oder maximal 79 € (bei 100%)

  • – damit bei 50% Beihilfe LIMITIERUNG auf 39,50 €

Hier ein konkretes Anpassungsschreiben der Debeka aus einem Bestandstarif.

Debeka Anpassung 2021Neben den Beamtentarifen kommen auch in Tarifen für Angestellte und Selbstständige Anpassungen, wo auch hier Limitierungen greifen. Daher werden auch hier die 79 € als maximale Anpassung zu Buche schlagen.

  • – Normaltarife N / NC: Kinder und Jugendliche, Frauen und Männer +15% oder absolut 51 €

  • – Mediziner-Tarife Nmed ca. + 12% oder 42%

  • – Tarife NW Kinder, Frauen und Männer + 13% oder 45 €

  • – Beitragsentlastungstarife BM67 steigen um 19%

Das waren nur einige Auszüge und stellt keine vollständige Liste dar.

Debeka Beitragserhöhung – Erhöhung der Selbstbeteiligung und Senkung der Beitragsrückerstattung?

Zusätzlich zur Beitragserhöhung folgen eine Anpassung der Selbstbeteiligung in den Tarifen. So erhöhen sich die vertraglichen Eigenbeteiligungen von 640 € auf 660 € und von 1.250 € auf einen Betrag von 1.320 €.

Die bisher bei Leistungsfreiheit gewährte Beitragsrückerstattung sinkt zudem, wobei hier noch keine finalen Zahlen bekannt sind.

Der Rechnungszins sinkt auf einen Prozentsatz von 2,3% (laut interner Information an die Vertriebspartner). Die „Limitierungen erfolgen prozentual oder absolut – je nachdem, was günstiger für den Versicherten ist. Für Kinder, Jugendliche und Personen in Ausbildung (Ausnahme Tarife BC, BGA, WL und WLA) erfolgt keine Limitierung.

Debeka Beitragserhöhung – was tun?

Die wichtigste Regel: NICHTS ÜBERSTÜTZEN. Das galt schon immer und gilt gleichermaßen auch für diese Anpassung. Neben der Debeka finden auch Beitragsanpassungen in anderen Tarifen und bei anderen Gesellschaften statt. Es war und ist kein guter Rat, wenn der Berater nun an die Tür klopft um Ihnen schnell einen „viel beitragsstabileren Tarif“ zu verkaufen.

TARIFWECHSEL geht vor GESELLSCHAFTSWECHSEL

So gilt es zunächst einmal zu prüfen, wie sich die Bedürfnisse und Wünsche zu dem Versicherungsschutz geändert haben. Natürlich ist es denkbar, dass nach Jahren oder gar Jahrzehnten die Leistungskriterien andere sind. Eine Hilfestellung liefert Ihnen der Punkt „Auswahlkriterien“ hier auf meiner Seite. Natürlich sollten Schritte wie

+ die Erhöhung der Selbstbeteiligung

+ eine Reduzierung der Leistungen

+ Kündigen von Teiltarifen oder Beitragsentlastungsbausteinen

sehr genau überlegt werden. Oft gibt es keinen Weg zurück, zumindest nicht ohne eine neue Risikoprüfung, welche oft einen solchen Wechsel dann verhindert.

Auch hier möchte ich Sie auf andere, bereits erschienen, Blogbeiträge hinweisen. Auch wenn dieser Beitrag schon drei Jahre alt ist, es gilt weiterhin zu 100%.

Beitragserhöhung in der PKV und Vorsicht vor den Neppern, Schleppern, Bauernfängern!

Axa mit einem PKV Wechselangebot

Nachdem ist gerade geschrieben habe, es gilt vorrangig nicht die Gesellschaft zu wechseln, gibt es dann doch wieder einen der auf diesen Zug aufspringt. Die AXA präsentiert sich hier gegenüber einigen Vertriebspartnern als „der Retter in der Not“ und bietet einen AKTIONSANTRAG für PKV Wechsler an.

Nicht, dass die Wettbewerbsrichtlinien generell schon einen solchen Wechsel der PKV als unerwünscht darstellen, aber was stört es den, dem es einen Vorteil bringt. Dieser „Sonderantrag gilt unter besonderen Voraussetzungen. Da es ein „Aktionsantrag“ unter dem Label der DBV ist, dürfte die Zielgruppe klar sein. Die DBV sichert im Hause der AXA Krankenversicherung das Beamtengeschäft und ist auch hier vorrangig unterwegs. Bis zum 31.12.2020 bietet sich hier also eine sehr vereinfachte Gesundheitsprüfung an.

AXA DBV Aktionsantrag für PKW-Wechsler
Schauen wir aber erst einmal zu den Voraussetzungen, wer darf den Antrag denn überhaupt nutzen?

Voraussetzungen für den Aktionsantrag

Für die zu versichernden Personen wurde ab dem 01.01.2018 eine private Krankenversicherung beim Vorversicherer abgeschlossen.

Es besteht bei der Vorversicherung eine Vollkostenversicherung.

Beim Vorversicherer wurde im Vertrag keine Sondervereinbarung (Risikozuschlag, Leistungsausschluss oder Leistungseinschränkung) geschlossen.

Die genannten Voraussetzungen sind durch eine Policenkopie des Vorversicherung nachzuweisen.

Wer also heute einen Versicherungsschutz hat., welcher NACH dem 01.01.2018 beantragt wurde (nicht begann) und zudem ohne Risikozuschlag angenommen wurde, der kann sich mit nur drei Fragen bei der DBV versichern. Zielgruppe ist damit wohl klar.

DBV Aktionsantrag PKV 2020

Es geht also nur noch um stationäre Behandlungen welche geplant oder in der Zeit nach 20218 passiert sind und um Arzneimittel, welche länger als vier Wochen genommen wurden. Klar, HIV möchte man auch noch wissen.

Das war es aber dann auch schon. Leider befürchte ich, dass diese Masche auch hier funktioniert. Es wird mit wehenden Fahnen durch die Lande gezogen und es werden die gesunden Kunden abgeworben. Ja, abgeworben, denn anders kann man diese Masche kaum beschreiben.

Wer bei Beitragsanpassung kommt, geht bei Beitragsanpassung

Diese Aussage predige ich seit Jahren, interessiert aberhttps://www.online-pkv.de/6-0-Kontakt.html keinen Vorstand. Kommt jemand, weil der Berater diesem den alten Schutz schlecht redet und die Beitragsanpassung verteufelt, geht er auch wieder. Spätestens bei der nächsten eigenen Anpassung der AXA/ DBV sind diese Kunden schneller wieder weg und ziehen mit der Karawane weiter zum nächsten.

Natürlich hat die AXA/ DBV hier dann Ihre Neugeschäftszahlen einmal „aufgehübscht“ und kann mit Wachstum prahlen. Nachhaltig ist das meines Erachtens nicht.

Nun bin ich nicht primär in der Beratung von Beamten tätig, das können Kollegen wie der Thomas Schösser, Lars U. Harms oder Alexander Kuhlen besser und mit diesen kooperiere ich hier auch. Wenn Sie also konkrete Fragen haben oder überprüfen wollen ob solch ein Wechsel denn aus KUNDENSICHT passt, dann nutzen Sie gern den LiveChat oder das Kontaktformular. Dort können Sie gern weitere Fragen stellen oder sich eine kostenfreie Zweitmeinung einholen.

Alternativ schreiben Sie einfach eine

E-Mail zur Zweitmeinung Beitragsanpassung

Wichtig, auch wenn ich das bereits schrieb, LASSEN SIE SICH ZEIT. Überlegen Sie in Ruhe und treffen Sie keine übereilten Entscheidungen. Klar kann es sinnvoll sein einen Tarif oder eine Gesellschaft auch im Nachhinein zu wechseln. Gründe können der veränderte Bedarf sein, auch falsch oder unvollständig ausgefüllte Gesundheitsfragen machen oftmals Probleme und diese lassen sich so lösen. Klar muss aber auch sein, dieses „es wird teurer und dann wechsle ich eben“ ist weder gewünscht noch aus Kundensicht sinnvoll.

22.
August '20

Continentale KV: Sie suchen sich Hilfe, aber mit dem Spezialisten reden wir nicht


Man kann nicht alles können, warum auch, es gibt ja Spezialisten.

Stellen Sie sich vor, Sie haben Kopfschmerzen und überlegen was sie dagegen tun können. Natürlich können Sie Doktor Google befragen, Sie können auch im Internet lesen woher ihre Kopfschmerzen kommen können und sich dann in der eigenen Therapie versuchen. Das mag bis zu einem gewissen Grad problemlos funktionieren, doch sobald es tiefergehende Probleme betrifft, ist eine professionelle Unterstützung hilfreich. Auch einen Schadensersatzanspruch nach einem Autounfall machen Sie ja nicht „einfach mal schnell selbst geltend“, sie suchen sich einen Anwalt, einen Gutachter, um ihre Ansprüche zu untermauern.

Schon mein Opa hat früher gesagt: tue das was du kannst und wovon du etwas verstehst, bei allen anderen Themen frage einen der es kann.

Tarifwechsel in der privaten Krankenversicherung und die sonderbaren Continentale / Mannheimer Ansichten

Nun gibt es viele Menschen, welche bereits in der privaten Krankenversicherung versichert sind. Nach einigen Jahren stellt man sich irgendwann durchaus berechtigt die Frage: „Ist der Versicherungsschutz noch passend, oder gibt es vielleicht etwas Besseres?“

Dabei geht es gerade nicht um den Wechsel zu einem anderen Versicherer, sondern es geht um einen gesetzlich garantierten Tarifwechsel Anspruch, geregelt in den Paragraphen 204 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG).

Kunde beauftragt (s)einen Spezialisten via Vollmacht

Nun passierte in der letzten Woche bei einem Interessenten folgendes: Er suchte sich Hilfe für eine Tarifwechselberatung in der privaten Krankenversicherung. Aus alten Zeiten war dieser Kunde noch bei der Mannheimer versichert, die heute zur Continentale Krankenversicherung gehört. Nicht nur in die alten Tarife der Mannheimer Krankenversicherung kann dieser Kunde nach seinem gesetzlichen Recht wechseln, auch die aktuellen Tarife der Continentale sind hier durch aus eine Option. Ob dieses aber sinnvoll ist und falls ja welche Tarife und Kombinationen sinnvoll sind, das gilt es herauszufinden.

Aus dem Grunde erteilte uns der Kunde einen Maklerauftrag. Zur Erklärung, der Maklerauftrag enthält den Wunsch der Betreuung durch mich, weiterhin eine entsprechende Makler Vollmacht, um mich gegenüber dem Versicherer als berechtigt zu legitimieren. Es wäre auch durchaus fatal, würde der Versicherer jedem der „daher gelaufen käme“ Informationen zu einem bestehenden Vertrag geben. Aus diesem Grunde gibt es also einen bestehenden Maklervertrag und eine Vollmacht. Da ich aber ausschließlich in der Beratung zur privaten Krankenversicherung und biometrischen Risiken tätig bin, daher meinen Kunden auch gar nicht in zum Beispiel Sachversicherungen oder Geldanlage beraten kann und möchte, ist meine Vollmacht und auch der Maklerauftrag auf die private Krankenversicherung begrenzt.

Also habe ich, wie von dem Versicherten gewünscht, den Versicherer kontaktiert. In dieser Kontaktaufnahme habe ich nicht nur die bestehende Vollmacht mitgeschickt, sondern den Versicherer auch darüber informiert, welche Tarife für eine mögliche Tarifumstellung berechnet werden sollen.

Daraufhin erhielt ich folgendes Schreiben:

Ganz vereinfacht möchte mir der Versicherer damit sagen:

„Was interessiert es uns, was unser Kunde will!“

Nur zum besseren Verständnis. Wir sprechen über ein Vertragsverhältnis zwischen einem Versicherten und (s)einem Krankenversicherer. Daraufhin erteilt der Kunde einem Spezialisten eine Vollmacht für ihn Informationen zu einem speziellen Vertrag (dem einzigen bei dem Unternehmen übrigens), seiner Krankenversicherung einzuholen.

Die Mitarbeiterin des Krankenversicherers hat sich sogar die Mühe gemacht, ein Urteil des Bundesgerichtshofs zum Thema begrenzte Vollmachten auszugraben. Leider scheint man hier das Urteil nicht vollständig gelesen zu haben. Es geht eben hier nicht um eine begrenzte Vollmacht für bestimmte Tätigkeiten oder gar nur eine Bevollmächtigung für Teile des Vertrages, sondern es geht um einen Maklerauftrag für genau diesen gesamten Vertrag.

„Du wirst betreut von wem WIR wollen!“

Dass der Kunde bewusst eine Entscheidung getroffen hat, warum er eben von einem Spezialisten betreut werden möchte und nicht von dem bisherigen Außendienst, das interessiert die Continentale Krankenversicherung hier leider überhaupt nicht. Im zweiten Teil des Schreibens teilt man mit, der betreuende Vertriebspartner des Versicherers bekommt nun die Informationen.

Auch Datenschutz und den Wunsch die Betreuung selbst bestimmen zu wollen, scheint die Continentale hier nicht wirklich zu interessieren. Ich finde es ziemlich erschreckend, eine Anforderung von Tarifwechsel Unterlagen (welche bewusst über einen neutralen Dritten erfolgt ist) nun über interne Vertriebswege an den Kunden zusenden.

Das Urteil können sie sich hier einmal genauer ansehen und lesen sie dabei gern einmal genauer die Begründung des Urteils. In der Begründung heißt es:

aa) Der Versicherungsnehmer hat auch bei bereits bestehenden Versicherungsverträgen grundsätzlich ein berechtigtes Interesse daran, seine Angelegenheiten gegenüber dem Versicherer durch einen Vertreter – das kann auch ein Versicherungsmakler sein – wahrnehmen zu lassen. Die Entscheidung seines Vertragspartners, die mit den Versicherungsangelegenheiten zusammenhängenden Arbeiten an einen Vertreter zu delegieren, muss der Versicherer grundsätzlich respektieren. Aus diesem sich als Nebenpflicht aus dem Versicherungsvertrag ergebenden Anspruch folgt zugleich die Verpflichtung des Versicherers, die Bevollmächtigung des Dritten zu beachten und dem Wunsch des Versicherungsnehmers entsprechend mit dem Vertreter im Rahmen bestehender Versicherungsverträge zu korrespondieren.

cc) Ein Anspruch des Versicherungsnehmers auf Korrespondenz mit und Auskunftserteilung gegenüber einem von ihm eingeschalteten Vertreter besteht lediglich dann nicht, wenn sich dies für den Versicherer im Einzelfall als unzumutbar darstellt.

(1) Entgegen der Auffassung des Beklagten folgt eine Unzumutbarkeit allerdings nicht bereits aus seinem Vertriebssystem.

(3) Unzumutbar kann die Korrespondenzpflicht mit einem vom Versicherungsnehmer eingeschalteten Vertreter auch sein, wenn dies für den Versicherer mit einem unzumutbaren Mehraufwand verbunden ist. Das ist allerdings noch nicht der Fall, wenn der Versicherer generell die Korrespondenz mit einem Vertreter führen soll. Ein unzumutbarer Mehraufwand kann aber entstehen, wenn der Versicherungsnehmer seinem Vertreter keine umfassende, sondern lediglich eine begrenzte Vollmacht erteilt hat.

In unserem Beispiel meint die Continentale Krankenversicherung also einen Mehraufwand dadurch zu haben, dass der Kunde mich als Makler beauftragt hat ihn gegenüber dem Versicherer zu vertreten. Die Krankenversicherung, die nur einen Vertrag mit dem Kunden unterhält und der Maklerauftrag, der auf den Bereich Krankenversicherung begrenzt ist, stellt nach Auskunft der Continentale eine unzumutbare Begrenzung und einen höheren Aufwand dar.

Vielleicht kommen wir ja damit durch, denkt die Continentale

Natürlich kann es einen Mehraufwand bedeuten, wenn der Kunde bei einem Unternehmen zig unterschiedliche Verträge hat und eine Vollmacht sich nur auf einen, oder gar einen Teil eines Vertrages bezieht. Das ist hier aber nicht der Fall. Es handelt sich vielmehr um eine standardmäßige Ablehnung, weil man vermutlich einfach keine Lust hat mit einem kompetenten Gegenüber über eine Tarifwechseloption zu diskutieren und sich vermutlich davon verspricht, der Kunde wird es dann wohl lassen.

Es zeigt leider wieder einmal einen Grund, warum der Ruf der Versicherer nicht unbedingt der Beste ist. Sucht der Kunde sich professionelle Unterstützung und Hilfe und will hier „auf Augenhöhe“ die Tarifwechseloptionen besprechen und sucht sich Unterstützung, dann wird gemauert was das Zeug hält.

Gerade für die Altkunden der Mannheimer Krankenversicherung (die heute zur Continentalen gehört) ist es sinnvoll, sich hier über Tarifoptionen zu informieren. Grund sind hier nicht nur die beschränkten Tarifwerke in den alten Verträgen, sondern auch neue Möglichkeiten nach dem Zusammenschluss der Unternehmen.

Liebe Continentale Krankenversicherung – Fairness ist keine Einbahnstraße

Auch wenn man mit solchen Spielchen und Taktiken vielleicht den einen oder anderen Tarifwechsel verhindern kann, und damit vielleicht noch den einen oder anderen Euro mehr Beitrag einnimmt, zu einem Vertrauensverhältnis führen solche Spielchen nicht.

Ich möchte auch keineswegs damit gesagt haben, dass der eigene Außendienst eine solche Tarifwechselberatung nicht durchführen könnte, aber ein Vertreter einer Gesellschaft steht nun einmal im Lager des Versicherers. Das ist auch nicht per se schlecht, aber es ist einfach so. Der Vertreter vertritt die (Interessen) der Gesellschaft. Sucht sich der Versicherte anderweitig Unterstützung, so erwarte ich von einem Vertragspartner dass er diesen Wunsch akzeptiert.

Natürlich verstehe ich auch Versicherer, denn leider wird auch auf Beraterseite bei einigen schwarzen Schafen viel Schaden angerichtet. Da werden Tarifwechsel nur für den eigenen Geldbeutel des Beraters organisiert, und Schaden manchmal mehr als sie nützen.Das ändert aber alles nichts an der Tatsache, das Versicherer eine Vollmacht eben nicht einfach ignorieren dürfen, wenn sie von Kundenseite so gewünscht ist.

Und mit dieser Art von Ablehnung Schreiben hat die Continentale bewiesen, dass sie sich nicht einmal ansatzweise mit der Vollmacht beschäftigt haben, sondern einfach pauschal Tarifwechsel plus Vollmacht = Ablehnung als Grundlage genommen haben.

Nach einigen Mails an den Vorstand und einige Mitarbeiter und etwas Nachhilfe in Sachen Vollmacht, hat auch die Conti den Fehler nun eingesehen. Über die Tarifvorschläge diskutieren wir noch, aber viellicht hilft etwas Nachhilfe auch da.

25.
Juli '20

Wechseln Sie schnell in den Continentale Comfort Tarif, alles viel billiger und ohne Nachteile – wirklich?


Auch nach über zwanzig Jahren in der aktiven Beratung zur Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherung bleibt manchmal einfach nur Kopfschütteln. So auch heute einmal mehr. Da gibt es so einen Vertrieb, einen mit dem passenden Impuls. Einige Mitarbeiter dort „kümmern sich“ augenblicklich mal wieder um bestehende PKV Kunden. Nicht ihre eigenen, aber solche die in Werbeanzeigen mal geklickt haben und nun ist es ja schließlich auch schon Juli.

Juli, also nur noch sechs Monate bis zum neuen Jahr und damit auch schon an der Zeit, Anträge in der privaten Krankenversicherung zu diesem Termin zu stellen. Der Termin ist deshalb wichtig, weil viele private Krankenversicherungen das Kalenderjahr als Versicherungsjahr nutzen und damit zum Jahresende eine Kündigung (mit dreimonatiger Frist) möglich ist.

Egal warum eine Antragstellung nötig ist, das vordatieren auf den 01. Januar 2021 kann durchaus sinnvoll sein, denn so spart sich der Interessent eine Anwartschaft und sichert sich dennoch kostenfrei den Gesundheitszustand per heute. So sind Veränderungen oder neue Erkrankungen bis zum Jahresende nicht mehr hinderlich für den Abschluss der neuen Absicherung, denn diese kann nun bereits verbindlich beantragt werden.

Soweit alles gut und richtig, doch einen Haken hat die Sache dennoch.

Wechsel eines langjährig PKV versicherten Kunden?

Nun gibt es eine Reihe von Konstellationen, wo auch ein seit Jahren bestehender Versicherungsschutz überprüft und verändert werden sollte oder gar muss. Ein solcher Fall liegt immer dann vor, wenn die alten Anforderungen an einen Tarif nicht oder nicht mehr passen. Das kann an persönlichen Umständen oder aber an ganz anderen Bedürfnissen liegen.

Dabei sind jedoch einige wichtige Punkte zu beachten und nicht blind einer Beitragsersparnis (oder einer vermeintlichen) hinterher zu laufen.

Bevor ein solcher Wechsel sinnvoll geprüft werden kann, sollten Sie daher die eigenen Bedürfnisse hinterfragen und überlegen, was genau Ihnen an dem derzeitigen Versicherungsschutz nicht (mehr) passt. Warum muss dieser geändert werden, was genau fehlt Ihnen an Leistungen dort und welche Bausteine müssen vielleicht ergänzt werden?

Tarifwechsel vor Versichererwechsel

Zuerst ist aber immer wichtig zu prüfen, was kann der aktuelle Versicherer mir bieten. Welche Leistungen fehlen und welche Tarife hat das Unternehmen heute „am Start“ und darf ich in diese wechseln?

Der Paragraph 204 des Versicherungsvertragsgesetzes ist hier unser Freund. Hier regelt der Gesetzgeber einen Tarifwechsel innerhalb des eigenen Unternehmens, einen ohne Verlassen des Versicherers! Dieser Tarifwechsel kann von Ihnen selbst veranlasst und angefragt werden, wobei das nicht immer sinnvoll ist.

Bei einem solchen Wechsel gilt das, was auch für einen Neuabschluss gilt und immer galt. Es braucht Wissen, Einordnung der Leistungen und eine genaue Analyse der Bedingungen. Können Sie das nicht allein, dann sollten Sie sich hier Hilfe suchen. Eine solche Beratung ist- im Gegensatz zu einer Beratung zum Abschluss- kostenpflichtig und wird von diversen Beratern gegen ein Honorar angeboten. Dabei gibt es Modelle mit einem pauschalen Honorar oder einer Abhängigkeit in Bezug auf die realisierte Ersparnis nach einem solchen Wechsel.

Auch hier bedarf es aber vor allem eines: BERATUNG!

Was Sie aber in keinem Fall tun sollten, ist ein voreiliger Wechsel zu einem anderen Unternehmen.

100 € Ersparnis im Tarif Continentale Comfort – Vorsicht !

Nun gibt es derzeit einige Vertriebe und Berater, die laufen mit wehenden Fahnen durch die Lande und empfehlen einen Tarif, den Comfort der Continentale Krankenversicherung. Einen Tarif der eines ganz sicher ist. Billig. Interessant sind die die Argumente die dort als Grund angeführt werden. Um das etwas genauer anzuschauen, betrachten wir doch einen meiner Kunden, dem genau das angeboten wurde.

Damit die Vorgaben bekannt sind, schauen wir uns zunächst einmal die Eckdaten an.

  • angestellter Kunde
  • wechselte in 2011 aus der GKV in die PKV, damals 32 Jahre jung / heute also 41
  • versichert seither im Tarif Esprit des Dt. Rings (heute Signal Iduna)
  • versichert in der alten, Bisextarifwelt im 9. Versicherungsjahr

die aktuelle Prämie und die Details sehen Sie hier:

Die Prämie von 518,95 € teilt sich der Kunde mit seinem Arbeitgeber, der einen Zuschuss von 50% zahlt. Somit bekommt er 259 € wieder und hat somit den maximalen Arbeitgeberzuschuss von derzeit 367 € nicht ausgenutzt. Es wären also zum Beispiel Kinder oder die Ehefrau bei einer Mitversicherung noch in der Lage, einen Zuschuss von bis zu 108 € zu nutzen. Oder er könnte auch eine Beitragsentlastungskomponente einschließen, die auch zu 50% vom Arbeitgeber bezahlt würde (bis max. 216 € Beitrag für diesen Baustein)

Nun wurde dem bereits PKV versicherten aber etwas Tolles angeboten, schrieb er.

Das schauen wir uns doch einmal genauer an. Versichert ist er aktuell zu den oben genannten Konditionen in einem Tarif mit 450 € ambulanter SB (außer Vorsorgeleistungen, die teilweise ohne). Dazu gibt es ein Krankentagegeld von 120 € und im Tarif ist ein Risikozuschlag von 11,14 € enthalten. Wie der heute ausfällt bei einem Neuantrag, das wäre noch abzuwarten. Also gehen wir einmal von einer „glatten“ Annahme aus und hätten dann folgende Tarife:

Hierbei müssen wir bei dem Altvertrag noch die Pflegepflichtversicherung dazu rechnen, die unter einer separaten Nummer geführt wird und aktuell mit einem Beitrag von 45,75 € berechnet wird. Hierfür folgt ein eigener AG Zuschuss von 50%, so bleiben hier noch 22,88 € Arbeitnehmeranteil übrig.

Rechnen wir also auch bei der Continentalen die Pflegepflichtversicherung heraus, so ergibt sich ein Beitrag von 410,52 € plus der Beitrag der Anwartschaft für Dezember, denn ich habe die Beiträge 2020 berechnet, nicht die mit dem höheren Eintrittsalter 2021. Warum, das lesen Sie in meinem Beitrag „noch schnell ein Jahr jünger in die PKV„.

Der Prämienvergleich

Zunächst ergibt sich also, ungeachtet der Leistungen, ein Vergleich der Prämien.

Bisher waren / sind 518,95 € für die Krankenversicherung zu zahlen, nach AG Zuschuss dann 259,48 €

Zukünftig würde die Prämie bei 205,26 € liegen.

Damit ist auf den ersten Blick eine Beitragsersparnis von knapp 54 € im Monat möglich. Super, oder?

Leistungsvergleich und Wechselrisiken

Doch leider wurden anscheinend die Impulse bei der Beratung vergessen. Dabei geht es um die entstehenden Nachteile bei einem Wechsel.

Anzeigepflichtig beginnen neu, inkl. neuem Gesundheitszustand

Mit der Antragstellung sind damit auch alle bisherigen Erkrankungen und Beschwerden anzugeben. Es gilt das neue Eintrittsalter unter der Berücksichtigung der anteilig mitgegebenen Altersrückstellungen. Dabei sind insbesondere Fristen zu beachten, bis wann der Versicherer aufgrund fehlender, falscher oder unvollständiger Angaben etwas tun kann.

Ebenso beginnen die Jahre für die Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit neu.

Neue Zahnstaffeln von Null

Ein weiterer Punkt. Der Kunde ist aktuell im 9. Versicherungsjahr und hat damit 12.000 € für Zahnbehandlungen und Zahnersatz in seinem Tarif als Leistung. Nach einem Wechsel bleiben ihm in den ersten 5 Jahren bei der Continentalen nunmehr 5.000 € für ALLE Jahre, also 5.000 € vs. 60.000 €. Schauen wir uns die Kosten bei Implantaten einmal an, dann wissen Sie schnell was ich meine. –> Was kosten eigentlich Implantate? Hier zu der Rechnung kommen 5.000 € für den Aufbau dazu, das nur als Hinweis!

450 € ambulante Selbstbeteiligung vs. 20 € pro Behandlung

Über die Risiken und Nebenwirkungen der ach so tollen „fallbezogenen SB“ habe ich bereits mehrfach geschrieben. Schauen Sie sich dazu gern den Artikel dazu einmal genauer an.

Continentale Economy und Comfort – das Desaster der fallbezogenen Selbstbeteiligung in der PKV

Dazu kommen teils große Leistungsunterschiede in den Tarifleistungen der Tarife selbst. Darum soll es aber heute und hier gar nicht gehen, da diese sicher von den persönlichen Bedürfnissen abhängig sind.

„Nachteile entstehen mir keine

Diese Aussage ist sicher so nicht nur „nicht richtig“, sondern gehörig falsch. Schauen wir uns also die Unterlagen und den Rat zum Wechsel einmal genauer an, dann stellen wir schnell fest:

  • – der Wechsel ist toll, nur für den Kunden eben nicht

  • – ein Wechsel nach 9 Jahren und nicht ansatzweise Ausschöpfen des AG Zuschusses ist nicht wirklich sinnvoll

  • – es macht immer Sinn, sich mit den Details zu befassen

  • – Leistungsunterschiede sind hier deutliche vorhandene

Selbst wenn wir alle Leistungen vergessen und nur die Prämien vergleichen, dann sprechen wir am Ende über knapp 50 € Differenz. Klar ist das auch hochgerechnet viel Geld, das will ich keineswegs bestreiten. Nur der Gedanke allein auf den Preis abzustellen ist hier nicht nur falsch, sondern gefährlich.

So werden bewusst Risiken und Nebenwirkungen verschwiegen und selbst mit wenigen Behandlungen ist diese Ersparnis schnell dahin. Auch die Risiken eines Neuabschlusses sind nicht zu unterschätzen.

Was Sie immer tun sollten

Hinterfragen, Nachfragen, Lesen!

Und manchmal beantworte ich E-Mails oder XING Nachrichten auch einfach mit einem ausführlichen Blogbeitrag. 🙂

29.
November '19

Beitragserhöhung bekommen? Egal ob Signal, Axa, DKV, Allianz oder andere, hier Hinweise und Tipps was zu tun ist und was besser nicht


Es ist Ende November. Wie jedes Jahr verschicken einige Krankenversicherungen derzeit die Schreiben zur Beitragsanpassung und – neu in diesem Jahr – alle die Anpassungen in der Pflegeversicherung. Damit ist auch die Zeit gekommen, in der Anfragen über mein kostenloses LiveChat Angebot noch stärker ansteigen und immer mehr Fragende sich auf der Suche nach einem Tipp an mich wenden.

Damit dieses Angebot auch weiterhin (zeitlich und personell) realisierbar bleibt, nutze ich diesen Beitrag, um häufige Fragen zu bündeln und direkt zu beantworten. Daher haben Sie bitte Verständnis, dass Sie ggf. auch im LiveChat hier her geleitet wurden und Ihre Frage hier ausführlicher beantwortet ist.

  1. Warum passt mein Versicherer die Beiträge an?
  2. Sollte ich nun kündigen, um zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln?
  3. Müssen alle versicherten Personen wechseln?
  4. Wie lange habe ich das Recht zur Kündigung?
  5. Soll ich schon einmal vorsorglich kündigen?
  6. Kann ich meine Kinder allein woanders versichern?
  7. Was passiert mit meinen Rückstellungen?
  8. Ist ein Altersentlasungsbaustein (Beitragsentlastung) sinnvoll?
  9. Bekomme ich meine Beitragsrückerstattung auch dann, wenn ich zum 01. Januar wechseln würde?
  10. Wenn schon wechseln, dann mit Anwartschaft – ein Jahr jünger in die PKV!

1.) Warum passt mein Versicherer die Beiträge an?

Die Beitragsanpassung in der privaten Krankenversicherung hat verschiedene Gründe und oft auch solche, die einige von Ihnen eher als „das sagen die eh nur um einen Grund zu suchen“ sehen. Im Wesentlichen bedarf eine Krankenversicherung immer dann einer Anpassung, wenn die Gefahr besteht seine Leistungen, ohne eine solche Anpassung nicht mehr dauerhaft erfüllen zu können.

Dabei spielen Gründe wie die längere Lebenserwartung, die gestiegenen Arzt-/ Gesundheitskosten und auch (entscheidend) die andauernd niedrigen Zinsen eine Rolle. Zu den Gründen und der Zusammensetzung einer Anpassung finden Sie unter dem Punkt PKV/Beitragsanpassung hier auf der Webseite einige detailliertere Informationen.

Doch gerade den Punkt „niedrige Zinsen“ möchte ich hier noch einmal etwas genauer aufgreifen. Die Central hatte das neulich in einem Brief in Zahlen, ich habe mich für ein Diagramm entschieden.

In der privaten Krankenversicherung werden Teile des monatlichen Beitrages zurückgelegt und verzinst, um hiermit die Kosten im Alter zu finanzieren. Nehmen wir also an, die Lebenserwartung ändert sich nicht und auch die Kosten nicht, sondern nur die Zinsen.

Wir legen also 100 € monatlich an und erhalten – bei 3,5% Zinsen – nach 30 Jahren 63.541 €.

Nun sinken die Zinsen am Kapitalmarkt um 1%, also erhalten wir nur noch 53.536 €. Blöd, denn wir brauchen ja die 63.000 €, um unsere Gesundheitskosten zu finanzieren, denn nur weil es weniger Zinsen gibt, wird ja der Kapitalbedarf nicht geringer.

Also müssen wir mehr Geld zur Seite legen, um den gleichen Endbetrag zu haben. In unserem Fall benötigen wir genau 118,69 €, um nach 30 Jahren mit 2,5% genau den Endbetrag zu haben, den wir mit 100 € bei 3,5% erhalten haben.

Übertragen auf die PKV bedeutet das: Wir müssen den monatlichen Beitrag/ die Rücklage um 18% erhöhen, damit am Ende alles bleibt wie es ist.Das ist nun eine sehr vereinfachte Darstellung und natürlich abhängig vom Alter, der Restlaufzeit, bereits angesparten Rückstellungen und vielen Faktoren mehr. Aber es zeigt – hoffe ich – Ihnen sehr verständlich und einfach warum der Versicherer hier reagieren muss.

2.) Sollte ich nun kündigen, um zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln?

Niemals, absolut niemals ist eine Beitragsanpassung allein ein Grund den privaten Krankenversicherungsvertrag zu kündigen. Es kann ein Anlass sein sich mit dem Umfang des Schutzes, der Tarifwelt des Versicherers oder dem eigenen Leistungsanspruch zu beschäftigen.

Allein aufgrund einer Anpassung sollten Sie aber nicht kündigen. In anderen Artikeln habe ich aber bereits weitere Details geliefert und diese auch, getrennt nach Gesellschaften. So finden Sie hier zum Beispiel etwas zu Lesen.

Einige Anbieter glauben nun, mit einem (befristeten) Bonus kann man Kunden halten, welche sonst gegangen wären. So falsch es ist einfach zu kündigen, so gefährlich und unlogisch ist auch ein solcher Bonus.

Was Sie aber nun dennoch tun können und sollten, das finden Sie in den Empfehlungen am Ende des Artikels. Doch nun weiter mit anderen Fragen.

3.) Müssen alle versicherten Personen wechseln?

Nehmen wir an Sie haben schon gekündigt oder wollen (nicht allein aus Gründen der BAP) wechseln. Häufig kommt die Frage auf, was mit mitversicherten Personen passiert und ob alle oder keiner wechseln können. Gerade bei mitversicherten Kindern, Ehepartnern kann es durchaus vorkommen, dass einer nicht mehr so gesund und in der Lage ist zu wechseln.

Auch wenn es hier manchmal haarsträubende Aussagen im Netz gibt, Sie können die Kündigung allein entscheiden und sich auch selbst für jede Person entscheiden. Möchten Sie also die Kinder bei dem alten Unternehmen lassen und selbst einen anderweitigen Schutz nutzen, so geht das Problemlos. Achten Sie nur bei der Kündigung darauf, nur die gewünschten Personen zu kündigen.

Auch Versicherer, welche sonst Kinder gar nicht allein versichern würden, können das Kind nicht einfach „vor die Tür setzen“ oder darauf bestehen dieses auch wechseln zu lassen.

Im Übrigen gibt es auch nur für die Kunden ein Sonderkündigungsrecht, deren Beiträge angepasst werden. Ist das bei einzelnen Personen nicht so, so kann auch diese nicht kündigen. Einige Ausnahmen machen Unternehmen bei Kindern. Wechselt ein Elternteil aufgrund einer Anpassung, KANNN (aus Kulanz) der Versicherer das Kind auch mit wechseln lassen, muss es aber nicht.

4.) Wie lange habe ich das Recht zur Kündigung?

Die Regelungen zur Kündigung nach einer Beitragsanpassung finden sich in den gesetzlichen Grundlagen. Schauen wir daher einmal in den §205 VVG.

(4) Erhöht der Versicherer auf Grund einer Anpassungsklausel die Prämie oder vermindert er die Leistung, kann der Versicherungsnehmer hinsichtlich der betroffenen versicherten Person innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Änderungsmitteilung mit Wirkung für den Zeitpunkt kündigen, zu dem die Prämienerhöhung oder die Leistungsminderung wirksam werden soll.

Weitere Informationen zu einer Kündigung der PKV auch im Artikel:

Wer also jetzt erst seine Beitragsanpassung bekam oder bekommt, der hat noch alle Zeit der Welt.

5.) Soll ich schon einmal vorsorglich kündigen?

Nein, das sollten Sie nicht. Hierbei ist es zwar durchaus möglich, dass bei fehlendem Nachweis der Folgeversicherung eine solche Kündigung dann unwirksam wird und Sie bei dem Versicherer bleiben müssen, das gilt aber nicht für alle Bestandteile des Tarifes und daher ist hier Vorsicht geboten.

6.) Kann ich meine Kinder allein woanders versichern?

Ja. Genau wie schon bei Frage 3 angesprochen, können auch die Kinder allein versichert werden. Aufpassen sollten hier Angestellte nur auf einen Punkt. Der Arbeitnehmer, welcher den Zuschuss vom Arbeitgeber auch für die Familienangehörigen in der PKV haben möchte, der muss auch Versicherungsnehmer sein. Es muss eben nicht der gleiche Versicherer sein, aber der VN muss immer der Arbeitnehmer sein.

Es geht also nicht, dass die Mutter einen Antrag für die Kinder stellt und hier VN wird und der Vater bei seinem Arbeitgeber dann den Zuschuss für die Kinder bekommt. Der Versicherer stellt die Bescheinigung nach 257 SGBV nur für den aus, der auch Inhaber des Vertrages ist.

7.) Was passiert mit meinen Rückstellungen?

Auch diese Frage ist leider pauschal nicht zu beantworten. Dazu sind eine Reihe weiterer Informationen nötig, da es über die Jahre ganz unterschiedliche Verträge gab. Daher ist es wichtig zu wissen WANN der Vertrag abgeschlossen wurde und ob ggf. hier Änderungen vorgenommen wurden.

Erst kürzlich abgeschlossene Verträge in der Privaten Krankenversicherung besitzen sogenannte portierbare Rückstellungen. Also können die angesammelten Alterungsrückstellungen zu einem neuen Unternehmen mitgenommen werden. Das gilt auch und insbesondere für Gesetzlichen Zuschlag und andere Komponenten. Dennoch ist immer das neue Gesundheitsrisiko und Eintrittsalter zu beachten.

Bei alten Verträgen hingegen kann es durchaus sein, dass diese Rückstellungen nicht mitzunehmen sind und daher dann beim Versicherer verbleiben.

8.) Ist ein Altersentlasungsbaustein (Beitragsentlastung) sinnvoll?

Bei jeder Anpassung kommt es zur gleichen Überlegung. Soll ich privat oder innerhalb der Krankenversicherung noch eine zusätzliche Sicherheit einbauen und einen so genannten Altersentlastungstarif abschließen?

Auch hier gibt es keineswegs ein generelles JA oder NEIN. Es ist immer von der Situation abhängig. Dafür sprechen mehr Sicherheit im Alter, die Anrechenbarkeit bei der Steuer und ggf. ein Arbeitgeberzuschuss. Dagegen die schwierige „Mitnahme“ solcher Gelder, die Weiterzahlung im Alter und einiges mehr.

9.) Bekomme ich meine Beitragsrückerstattung auch dann, wenn ich zum 01. Januar wechseln würde?

Eine der häufigsten Fragen. Es geht um die Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit im Jahr 2019. Wer nun wechselt und damit zum 01. Januar den Versicherer verlassen möchte, der verzichtet auch auf die Auszahlung der Beitragsrückerstattung.

Diese ist zwar generell kein Kriterium bei der Auswahl des Versicherers und sollte es auch nie sein, aber man muss eben wissen was hier passiert. Die Versicherer haben in den Bedingungen eine Regelung, welche einen ungekündigten und bezahlten Vertrag an einem Stichtag voraussetzt. Das ist oft im Juni oder Juli und somit können Sie nicht zum Januar kündigen.

Jetzt zu glauben „dann mache ich das nächstes Jahr“ ist aber genauso unsinnig, denn diese Regelung gilt dann für das Folgejahr natürlich auch wieder.

10.) Wenn schon wechseln, dann mit Anwartschaft – ein Jahr jünger in die PKV

Kommen Sie nun aber nach den (folgenden) Kriterien zu dem Ergebnis, der Tarif und auch der Versicherer passen nicht mehr zu Ihnen und Sie „wollen da weg“, dann überlegen Sie bitte zumindest das Thema Anwartschaft. Mit einer solchen können Sie auch zum 1. Januar noch mit dem Eintrittsalter 2019 in die neue Gesellschaft wechseln. Dieses erfordert einen Beitrag für den Monat Dezember, der rechnet sich aber sehr schnell. Alle weiteren Informationen hierzu und Hinweise was es zu beachten gibt, habe ich in meinem Beitrag zusammengefasst.

Mindestens genauso wichtig ist aber, Ruhe zu bewahren und sich nicht hetzen oder gar von Beratern unter Druck setzen zu lassen. Mehr dazu und warum das schlecht und schlimm ist, finden Sie hier:

Beitragsanpassung in Ihrem Tarif – Fakten – Infos und was Sie tun können und sollten

Wichtig ist zunächst

RUHE BEWAHREN

– NICHTS ÜBERSTÜTZEN –

SICH NICHT HETZEN LASSEN

Jeder, egal ob Berater, Bekannte, Freunde und Kollegen, die Sie zu etwas überreden oder zu einem schnellen Entschluss drängen wollen, die setzten Sie am besten (zumindest bei diesem Thema) gedanklich vor die Tür. Es bringt einfach nichts.

Übrigens, Freunde und Bekannte sind – auch wenn diese zufrieden sind bei ihrem Versicherer – kein guter Ratgeber. Warum lesen Sie im HIER IM Beitrag.

Bevor Sie sich einen Berater suchen, oder mich gern um Rat fragen, benötigen wir und auch jeder andere Berater einige erste Informationen.

  • Wo sind Sie versichert?
  • Wie alt sind Sie?
  • Seit wann sind Sie versichert?
  • Wie genau heißt Ihr Tarif?
  • Was wurde genau erhöht?
  • Was genau stört Sie an dem Tarif?
  • Warum denken Sie über einen Wechsel nach?

Wenn Sie den nun folgenden Link nutzen, können Sie Ihre Antworten einfach direkt in der Mail dahinter schreiben. Die Erstinformation und Datenschutzerklärung finden Sie hier zum Download.

ALLE FRAGEN MIT EINEM KLICK HIER AUSFÜLLEN

Nachdem Sie anscheinend bis hierher nicht aufgegeben haben und immer noch dabei sind, hier noch einige Links mit weiteren Informationen und Hinweisen, insbesondere zu den Auswahlkriterien und dem generellen Prozess.

Weitere Informationen, Links und Videos mit Hilfestellungen zur Auswahl erhalten Sie bei Bedarf direkt per Mail.

09.
November '18

Unerfreuliche Post von der Axa – Tarifwechsel aus Vital in EL Bonus verhindert – was tun?


Ja, die Axa Krankenversicherung hat durchaus Talent, Talent Ihnen das Wochenende zu versauen. Das sehen selbst einige Mitarbeiter so. Warum muss man Briefe mit Anpassungen so verschicken, dass diese am Freitag oder Samstag bei Ihnen ankommen, am Wochenende, wo kein Berater erreichbar ist, keiner Ihre Fragen beantworten kann und man Sie damit allein lässt?

Es ist leider nicht zu ändern und vielleicht sind Sie selbst auch bei Tante Google hier gelandet und lesen nun diesen Text, gerade weil Sie den Brief der Axa in den Händen halten und nach „Beitragsanpassung Axa Vital“ gegoogelt haben? Ich werde versuchen Ihnen etwas einfacher und verständlich zu erklären was da gerade passiert.

Dazu empfehle ich Ihnen auch die weiteren Artikel.

und einige mehr hier im Blog.

Was Sie jetzt NICHT tun sollten

Bevor wir uns anschauen was zu tun ist, erst einmal der Hinweis was nicht zu tun ist. Denn wie in den letzten Jahren kommen schnell recht windige Berater um die Ecke und nutzen Ihre Chance. Dort wird man Ihnen versprechen schnell zu kündigen, schnell bei der Axa zu verschwinden und doch am besten zu anderen Gesellschaften zu wechseln. Oft werden dann Einstiegstarife wie der Comfort oder Economy von der Continentalen, die StartFit Tarife KVS/ KVE der Hanse Merkur oder auch gern wieder die Bayrische Beamtenkrankenkasse BBKK bzw. die Union genannt. Ob diese Tarife gut sind und auf Sie passen ist leider oft egal, die sind billig und damit automatisch- in den Augen einiger Berater- geeignet Ihr Problem zu lösen.

Wie kurzfristig das gedacht ist und das es am Ende eher ein ganz falscher Schritt ist, das wird in der Beratung nur allzu schnell unterschlagen.

Wichtig also:

Was Sie jetzt aber tun sollten

Zunächst einmal gilt… Schnell ist oft unüberlegt und daher sollten Sie sich in jedem Fall Zeit lassen und in Ruhe überlegen.

Dennoch sollten Sie das Thema nicht auf die lange Bank schieben. Warum? Weil auch bei Gesellschaften und Beratern das Jahresende naht und es nicht unzählige Termine zu Beratungen mehr gibt. Daher planen Sie weitere Schritte rechtzeitig und überlegen sich Antworten auf folgende Fragen und Herausforderungen.

Passt der derzeitige Schutz noch? Haben sich Wünsche geändert?

Viele Versicherte, welche über Jahre keine oder nur kleine Rechnungen eingereicht haben, sind oft „zufrieden mit Ihrer PKV“, klar. Was soll es auch bei der Erstattung einer simplen Vorsorgerechnung für Probleme geben.

Leider kommen auch daher die „Ratschläge von Freunden und Bekannten„, welche dann schnell noch eine Empfehlung für einen Tarif abgeben wollen. Warum das aber falsch und gefährlich ist, habe ich HIER IM ARTIKEL aufgeschrieben.

Aber:

Überlegen Sie einmal wie und warum Sie damals den Tarif ausgewählt haben. Warum wurde es der Tarif, warum genau der Versicherer? Haben Sie sich damals ausreichend mit dem Thema beschäftigt und viele Fragen gestellt? Unter dem folgenden Link lesen Sie eine Reihe von Fragen, welche Sie sich gestellt und beantwortet haben sollten. Haben Sie nicht? Dann aber flott.

Hat sich privat oder beruflich etwas verändert?

Gibt es vielleicht einen neuen Arbeitgeber, ein neue Regelung hinsichtlich Krankentagegeld? Neue Tätigkeitsfelder und/ oder sogar einen neuen Lebensmittelpunkt?

Wurde ein Kind geboren oder ist nun in Planung? Dann herzlichen Glückwunsch, jetzt gibt es aber viel zu bedenken, schon vor oder in der Schwangerschaft. Dazu bitte hier entlang und lesen, lesen, lesen.

Auch eine anstehende Verbeamtung oder zumindest die Aussicht auf eine solche führt zu einer kompletten Neubewertung.

Vorsorge für mehr Beitragsstabilität

Kennen Sie Möglichkeiten in dem PKV Vertrag oder auch außerhalb und ggf. steuerbegünstigt für einen stabilen/ stabileren Beitrag in Ihrer Krankenversicherung vorzusorgen?

Den Baustein zur Beitragsentlastung kennen viele und den bieten die Gesellschaften auch gern an, nicht ganz uneigennützig natürlich. Ob der aber für Sie die richtige Wahl ist oder ob die Vorsorge für stabilere Beiträge ganz anders aussehen sollte, ich kann es Ihnen nicht sagen. Jetzt und ohne Beratung zumindest nicht.

Machen Sie sich daher Gedanken, intensiv!

Überlegen Sie wie Ihre Planung aussieht, überlegen Sie auch was sich zukünftig ändern könnte und was Sie heute vielleicht schon planen können. Schieben Sie es bitte nicht auf die lange Bank. Das bedeutet nicht, dass Sie nun alle Termine für Montag absagen müssen und zu einer Beratung rennen, es bedeutet aber sich zu überlegen wo die eigene (private und berufliche) Reise hin gehen soll.

Wie sieht es mit einem Tarifwechsel innerhalb des Unternehmens aus? Ist das sinnvoll? Kann ich das überhaupt noch tun und warum kann es auch dann helfen, wenn Sie heute schon krank sind und gar keine neue Gesundheitsprüfung überstehen würden?

All das gilt es zu besprechen, aber dazu müssen Sie sich aufraffen und Gedanken machen. SIE müssen aktiv werden.

Hilfe finden Sie dabei bei spezialisierten Kollegen und Beratern. Hilfe finden Sie auch unter folgenden Links.

denn falls Sie keinen spezialisierten Berater haben oder eine Zweitmeinung brauchen, dann werden wir versuchen dieses auch noch irgendwie in den Kalender zu kriegen.

Und auch wenn der Artikel aus 2016 ist, es gilt auch in 2018 für 2019 ebenso…

PKV Wechsel und Kündigung wegen Beitragserhöhung? Nur keinen Stress, geht auch in 2017 noch

Und nun? Nun lehnen Sie sich zurück, schauen auf das Meer (das ist übrigens hier bei mir vor der Haustür auf Rügen) und genießen erst einmal Ihren Feierabend oder Ihr Wochenende!