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26.
November '19

Signal Iduna – Beitragsanpassung zum Januar – wir kaufen uns unsere Kunden mit Geschenken zurück – Was Sie zum Treuebonus wissen müssen


Einige meiner Leser hier werden sich an den Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ erinnert fühlen. Jahr für Jahr dasselbe Spiel, nur die Methoden werden anders und immer schwerer wird ein seriöser Vergleich. Was ich meine sind Beitragsanpassungen in der privaten Krankenversicherung. Diese sind wichtig, richtig und notwendig. Weder einer noch ein anderer Versicherer kann sich Gründen wie

  • – einer höheren Lebenserwartung der Versicherten

  • – weniger Zinsen auf Kapitalanlagen

  • – steigende Kosten für bestimmte Therapien

entziehen und muss darauf reagieren. Schließlich erwarten Sie – ganz berechtigt – Leistungen Ihres Vertrages auch dann und gerade dann, wenn Sie schwerer krank sind.

Wer muss die Beitragsanpassung zahlen?

Nun, der Versicherungsnehmer und/ oder die versicherten Personen in einem Vertrag sind auch die, welche die Anpassung zu zahlen haben. Der Versicherer berechnet die Mehrkosten, die Kosten aufgrund höherer Zuführung zur Altersrückstellung und den Mehrkosten durch steigende Ausgaben. Ganz vereinfacht wird diese Batzen Kosten dann auf die Versicherten in den einzelnen Kollektiven umgelegt und führt dann zu einer Anpassung. Diese findet – natürlich – in Euro statt und kann je nach Alter und Zugehörigkeit ganz unterschiedlich hoch ausfallen.

Informationen zu Anpassungen in einigen Signal Tarifen 2020 finden Sie hier.

Kann ich eine solche Anpassung ablehnen?

Sie haben natürlich das Recht eine solche Anpassung und deren Richtigkeit überprüfen zu lassen. Das kann und muss ein entsprechender Sachverständiger tun und hier benötigt wer umfangreiche Unterlagen zur Kalkulation, zu den Hintergründen der Tarife und die Berechnung. Sind Sie also mit der Höhe nicht einverstanden oder glauben diese sei falsch, so sollten Sie Hilfe in Anspruch nehmen. Wichtig hierbei, es kann nur angepasst werden, wenn ein unabhängiger Treuhändler dieser Anpassung zugestimmt hat. Ob dieser „unabhängig genug“ war und wie diese Zustimmung aussah, ist erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Das war und ist noch Gegenstand von Gerichtsverfahren gegen die Axa Krankenversicherung. Das aber nur als allgemeine Information am Rande, denn um dieses Verfahren soll es hier gar nicht gehen. Vielmehr aber um ein Verfahren und eine Möglichkeit, welche letzten Jahr auch die Axa für sich entdeckt hat. Vorher aber noch die Antwort auf eine andere Frage.

Beteiligt sich der Arbeitgeber daran?

Ja, zumindest wenn Sie in einem Angestelltenverhältnis sind und der Arbeitgeberzuschuss noch nicht ausgeschöpft wurde. Dieser wird im Jahre 2020 auch erneut steigen und damit bekommen Sie auch im Jahr 2020 vielleicht sogar noch etwas mehr Zuschuss. Pauschal ist das nicht zu sagen, aber in Zahlen können Sie das sehr einfach prüfen. Zunächst brauchen wir folgende Informationen:

  • – Wie hoch war Ihr Beitrag zur Krankenversicherung in 2019?

  • – Wie hoch war der Beitrag (oder der Anteil im Gesamtbeitrag) zur Pflegepflichtversicherung 2019?

  • – Wie hoch soll Ihr Beitrag zur Krankenversicherung in 2020 sein? (ohne Treue-/ Super-bleiben-Sie-Bonus oder sonstigen Unsinn)

  • – Wie hoch soll der Anteil oder der Beitrag zur Pflegeversicherung 2020 sein?

Mit diesen Zahlen im Gepäck, lässt sich ein verbleibender Zuschuss recht einfach ausrechnen.

davon 50% max. AG Zuschuss

 

Beitrag KV 2019 351,66 €
Beitrag Pflege 2019 69,20 €
Beitrag KV 2020 367,97 €
Beitrag Pflege 2020  

71,48 €

In der Tabelle berechnen Sie dann 50% Ihres persönlichen PKV und Pflegebeitrages in 2019 und 2019 und davon genau die Hälfte. Diese Zahlen vergleichen Sie dann mit dem Höchstzuschuss des Arbeitgebers in 2019 und 2020 und wissen so schnell, ob noch „Luft“ ist oder ob Sie den AG Zuschuss bereits ausgeschöpft haben. Die genauen Zahlen und alle Daten zu den Werten und auch weitere Übersichten zum Download finden Sie im Beitrag „Sozialversicherungswerte 2020“.

Der Trick mit dem Treuebonus

Wer also seinen Zuschuss in der Privaten Krankenversicherung in seinem Vertrag noch nicht ganz ausgeschöpft hat, der zahlt eine anstehende Erhöhung nicht zu 100%, sondern teilt sich auch diese mit dem Arbeitgeber. Der übernimmt, im Rahmen seines Zuschusses, die halbe Beitragsanpassung. (mehr …)

16.
Oktober '19

Finanztest PKV Test 2019 – wieder nichts gelernt oder bewusst getäuscht?


Es ist eine „neverending story“. Unter dem Stichwort „Finanztest“ finden sich hier unzählige Beiträge zu fragwürdigen Tests von Privater Krankenversicherung und/ oder Berufsunfähigkeitsversicherungen. Diese können Sie hier nochmals detailliert nachlesen.

Heute ist nun endlich der neue Test erschienen, welcher sich in der Ausgabe 11/2019 der „berühmten Zeitschrift“ nachlesen lässt. Eines hat sich geändert, denn so viele Testsiegel wird man bei diesem dilettantischen Test wohl nicht verkaufen können. Wobei ich hier Wetten abgebe, das sich „Testsieger“ finden und diese mit wehenden Fahnen durch die Lande ziehen. Schlimm, da es eine falsche Erwartung und eine vermeintliche Sicherheit erzeugt, welche es so nicht gibt. Doch schauen wir zunächst etwas detaillierter auf den Test, denn nicht alles ist schlimm und schlecht, einige Fakten und Hinweise sind durchaus richtig.

Finanztest PKV Test 2019 – allgemeine Hinweise zu den Systemen und der PKV

Richtig und wichtig ist Aufklärung und lange nicht jede(r) der/die in die private Krankenversicherung wechseln könnte oder dürfte sollte das auch tun. Ich habe unzählige Beiträge dazu geschrieben und mit Blick auf Veränderungen und Risiken auf vieles hingewiesen. Ein Beitrag, welcher das ganz gut zusammenfasst, auch wenn dieser schon etwas älter ist:

aber auch:

Auch Finanztest greift dieses in der Einleitung zum neuen PKV Test 2019 auf und schreibt unter dem Titel „Bund fürs Leben“ über genau diese Entscheidungen und auch damit vorhandene Risiken. Das sollten einige mehr tun, denn nur so kommen wir endlich weg von dem „Ich muss in die PKV“. NEIN, es MUSS niemand, wenn er das nicht möchte. Es muss auch niemand ein Haus bauen, niemand einen Baum pflanzen und niemand sonstigen Luxus kaufen und nutzen. Private Krankenversicherung und damit verbundene Absicherungen sind (teilweise) Luxus. Diese ermöglichen im Gegensatz zur gesetzliche Krankenversicherungen eben insbesondere eine freie Gestaltung der Leistungen und des Umgangs.

Wer sich für die private Krankenversicherung bewusst und langfristig entscheidet und dabei auch mögliche Risiken und Veränderungen bedenkt, der wird hier auch zufrieden sein. Wer aber nur deshalb die GKV verlässt, weil er glaubt hier billiger versichert sein zu können, der irrt nicht nur sondern wird es bitter bereuen.

In der Privaten Krankenversicherung sparen Sie KEIN GELD, NIE! Auch ist es völlig egal wo Freunde und Bekannte versichert sind und wie deren Schutz aussieht. Sie ziehen auch nicht die gleichen Klamotten an, haben nicht die gleiche Wandfarbe und auch keine Identischen Möbel- oder?

So geht es auf Seite 78 der aktuellen Ausgabe dann auch mit den Hürden weiter. Ja, Finanztest kann auch noch nicht wissen, dass die Grenzen für die Jahresarbeitentgeltgrenze 2020 schon bekannt sind und sich damit die Sozialversicherungswerte 2020 ändern. (hier alle Werte 2020). Vielleicht liest man zukünftig einfach hier mit, liebe Redaktion, dann kann man zumindest in einer Ausgabe im November schon einmal die Zahlen haben. Sind ja nun schon einige Wochen bekannt. Somit liegt für Angestellte die Hürde nunmehr bei 62.550 € und eben nicht mehr (wie in diesem Jahr) bei 60.750 €.

Der Testzeitpunkt – unwissend oder mutwillige „falsch gewählt“?

„Warum falsch? Wann ist denn richtig?“ werden nun einige von Ihnen fragen. Dazu muss man etwas hinterfragen wann in der PKV was genau passiert. Bei der Masse der Gesellschaften und Tarife ist das Versicherungsjahr gleich dem Kalenderjahr, wie Sie in dieser Übersicht hier sehen können. Auch finden bei der Masse der Unternehmen Überprüfungen und Beitragsanpassungen zum Jahresende statt. Da ist es wenig hilfreich einen solchen Test mit Datenstand August im Oktober zu veröffentlichen, stimmen doch hier die meisten Daten schon rein gar nicht mehr nach weiteren zwei Monaten.

Möchte man hier bewusst bestimmte Szenarien oder Tarife bevorzugen oder hat in der Auswahl einfach jemand keine Ahnung gehabt? Nein, sicher nicht. Es geht schlichtweg um Auflage. Zum Jahreswechsel beschäftigen sich viele Angestellte mit der Frage der passenden Versicherung. Einerseits nach Anpassungen, andererseits nach Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze. Alle diese Kunden sollen nun schnell noch zum Kauf der aktuellen Ausgabe gelockt werden, denn so steigern sich die Verkaufszahlen. Auch lassen sich im „Jahresendgeschäft“ noch schnell ein paar Testsiegel an die Versicherer verkaufen, welche dann mit dem Zeug werben.

Finanztest PKV Test „Unser Rat“

Einzig der kleine Kasten auf der Seite 79 ist durchaus und teilweise nachvollziehbar. So rät Finanztest allen, welche sich mit dem Thema beschäftigen, genau abzuwägen und weißt insbesondere auch auf die möglichen, besseren Leistungen der Privaten Absicherung hin. Der Hinweis „Achten Sie nicht nur auf den Preis“ ist zwar augenscheinlich gut gemeint, geht aber mit dem Test und dem Aufbau gar nicht konform und ist eher Augenwischerei.

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09.
Oktober '19

Beitragsanpassungen 2020 in den Tarifen der Signal Iduna – teilweise sehr deutlich


Ja, ich habe es in den letzten Jahren mehrfach und eindringlich gesagt. Da kommt eine große Anpassung. Die ist auch nötig, denn passt ein Versicherer über Jahre nicht an (weil er nicht darf und auslösende Faktoren nicht erreicht werden), so muss dieser hier nachholen.

Die Gründe für eine Beitragsanpassung sind vielfältig und diese habe ich teilweise hier schon einmal erklärt. Ist dem Versicherer nun aber in den letzten Jahren die Anpassung verwehrt worden, so folgen dann hohe Anpassungen.

Gerade aus den Faktoren:

  • – gestiegene Kosten

  • – Niedrigzinsen

  • – höhere Lebenserwartung

um nur einige Faktoren zu nennen.

Es gab in den letzten Jahren und Monaten einige Vermittler und große Vertriebe, die gerade die Signal Exklusiv und Komfort Tarife in den höchsten Tönen gelobt haben und darauf hingewiesen wie „schön beitragsstabil“ die Tarife denn sind und das es doch das „Beste vom Besten sei“.

Nun, wer dort jetzt also schon über 5 oder mehr Jahre versichert ist und daher nie Anpassungen hatte, dem sollten auch große Steigerungen nicht schwer fallen, schließlich hat er diese ja gespart. Wer aber erst im letzten Jahr aufgrund es Tipps der „tollen Beitragsstabilität“ in den Tarifen versichert wurde, der wird nun eher weniger begeistert sein.

Ja, die Tarife waren und sind teilweise zu billig und nun bleibt abzuwarten wie die Versicherten reagieren. Verlassen viele schnell und aus Angst das Unternehmen, so könnten ähnliche Entwicklungen wie damals bei der Central oder aber auch in den AXA Beständen eintreten.

Nun sind aktuell die Neugeschäftsbeiträge bekannt. Das heißt noch nicht zwingend, dass hier auch jeder Tarif im Bestand genau so angepasst wird. Aber neue Kunden sollten Bei einem Abschluss ab sofort auf die neuen Zahlen hingewiesen werden. Auch wer heute einen Schutz per 1.1.2020 beantragt und noch die alten Beiträge im Antrag stehen hat, auch der muss die neuen Prämien zahlen.

WICHTIG: Anpassungen finden immer in EURO und nicht in % statt.

Daher sind am Ende immer die tatsächlichen EUROBETRÄGE relevant und die prozentualen Anpassungen sind nur ein Anhaltspunkt. Dennoch ist eine Verdopplung des Beitrages (wie bei den Anwärtern in einigen Tarifen) durchaus kritisch.

Welche Tarife der Signal werden angepasst und wie hoch?

Kinder Jugendliche Erwachsene
Exklusiv 0 -1% -6% 14 bis 24%
Exklusiv 1 (480 EUR SB) -1% -4% 9 bis 15%
Exklusiv 2 (960 EUR SB) -3% -4% 13 bis 18%
Exklusiv PLUS 0 15% 5% 13 bis 18%
Exklusiv PLUS 1 8% 1% 7 bis 9%
Exklusiv PLUS 2 8% 6% 2 bis 6%
Komfort PLUS 1 -4% -8% 8%
Komfort PLUS 2 20% 20% -1 bis -4%
Komfort PLUS 3 36% 31% -1 bis 0%

 

Werden weitere SIGNAL Tarife angepasst?

Der Vollständigkeit halber seien auch andere Tarife erwähnt. In den Ausbildungstarifen R-Exklusiv finden Anpassungen bis (mehr …)

18.
Juni '18

Signal Iduna mit neuem Deutscher Ring Tarif PRIME – der neue Toptarif


Sie möchten es lieber als druckbare pdf Datei lesen? Bitte sehr. Finanz-News 2-2018 zur Tarifeinführung Signal/Dt. Ring PRIME

In den letzten Jahren waren die Versicherer eher vorsichtig. Keiner wollte so recht mit neuen Tarifen an den Markt, auch weil keiner so richtig wusste was das so kommen mag, gesundheitspolitisch. Aber die Anforderungen an einen Krankenversicherungsschutz haben sich in den letzten Jahren deutlich verändert. So kommt die Private Krankenversicherung langsam wieder darin zurück, wo diese einmal herkam.

Bereits mehrfach habe ich geschrieben, dass nicht jeder der kann auch in die private Krankenversicherung gehört. Es gibt viele die eine PKV als „Geldsparmodell ansehen“ und auch einige Kollegen verkaufen das Produkt so. Falscher geht es aber schon gar nicht mehr. Die Signal und der Deutsche Ring haben vor einigen Jahren den Zusammenschluss bekannt gegeben und einige vermuteten schon, der Dt. Ring würde als lange bestehende Marke am Markt verschwinden. Das sieht aber gar nicht so aus. Auch wenn es ein Unternehmen ist und das „Deutscher Ring“ im Namen nicht enthalten ist, als Marke besteht es weiter.

Signal Iduna mit neuem Deutscher Ring Tarif PRIME – die Rahmenbedingungen

Bisher bietet der Dt. Ring für Angestellte und Selbstständige im Wesentlichen zwei Tariflinien an. Dazu gehört der Esprit (mit dem Esprit M = Mehrbettzimmer) und der Comfort+, jeweils mit unterschiedlichen Leistungen und Zielgruppen. Doch auch wenn der Comfort+ einmal zu den leistungsfähigsten Tarifen am Markt gehörte, hat sich der Markt verändert. Das bedeutet nicht, dass der Tarif schlechter geworden ist, aber der Markt drum herum eben besser oder anders.

Diesen Veränderten Rahmenbedingungen trägt der Deutsche Ring, bzw. die Signal Iduna jetzt Rechnung und hat vor einigen Tagen einen neuen Tarif am Markt eingeführt, den PRIME. Damit soll ein Tarif angeboten werden, welcher sich am oberen Ende des Leistungsniveaus positioniert. Ob das gelungen ist und wie die Tarifbedingungen im Detail aussehen, das habe ich mir einmal genauer angesehen. Auch schauen wir uns an, was dieses für Bestandskunden des Dt. Rings bedeutet, ob diese nun wechseln können und sollten oder eben nicht.

Signal Iduna mit neuem Deutscher Ring Tarif PRIME – der Tarif

Der neue Tarif PRIME wird mit nur einer einzigen Selbstbeteiligung an den Start gehen, nämlich der Tarifstufe mit NULL, also ohne Selbstbeteiligung. Das ist auch schon das erste Manko, denn gerade wer dort versichert ist und für eine begrenzte Zeit seine Leistungen reduzieren oder verändern möchte, dem fehlt jedwede Option. Natürlich steht den Kunden ein umfangreiches Tarifwechselrecht nach 204 VVG zu und damit fast alle Tarife der Signal Iduna und des Deutschen Rings offen, aber dann stellt sich wieder die Frage wie und ob der Versicherte auch ohne Gesundheitsprüfung zurück in seinen Tarif kommen kann. Auch das schauen wir uns nachher noch an, speziell die Wechseloptionen und weitere Leistungen.

Der Anspruch, welchen die Signal Iduna hier verfolgt ist klar, es soll ein Tarif mit einem höchstmöglichen Leistungsangebot werden, sicher kein Tarif für jedermann auch sicher keiner der hunderttausende Kunden als Zielgruppe hat. Daher bleibt abzuwarten wie sich der Tarif entwickelt und damit meine ich nicht primär die Beiträge, sondern auch die Anzahl der Versicherten.

Schauen wir aber zunächst einmal etwas genauer auf die Leistungen. Genaue Leistungsbeschreibungen und Ausschlüsse sind in den Versicherungsbedingungen zu entnehmen, diese verlinke ich wie immer unten unter dem Beitrag. Auch im Downloadbereich stehen Ihnen diese als pdf zur Verfügung.

Weltgeltung

Der Tarif bekommt eine Weltgeltung. Maßgeblich hierfür ist die Regelung unter Punkt 2.3 der Bedingungen, wo es wörtlich heißt:

2.3 Weltgeltung Es besteht weltweiter Versicherungsschutz. Der Tarif Prime kann nach Verlegung des Wohnsitzes oder gewöhnlichen Aufenthaltes außerhalb der Europäischen Union oder des Europäischen Wirtschaftsraums bestehen bleiben. Abweichend von § 1 Abs. 4 MB/KK 2009 i. V. m. Tarifbedingung Nr. 2 und § 15 Abs. 3 MB/KK 2009 i. V. m. Tarifbedingung Nr. 44 ist insoweit eine anderweitige Vereinbarung für einen Tarifwechsel zur Fortsetzung des Versicherungsschutzes nach Verlegung des Wohnsitzes oder gewöhnlichen Aufenthaltes außerhalb der Europäischen Union oder des Europäischen Wirtschaftsraums nicht erforderlich. Für den Tarif kann der Versicherer dann aber einen angemessenen Beitragszuschlag verlangen (siehe § 15 Abs. 3 MB/KK 2009 i. V. m. Tarifbedingung Nr. 44)

Fazit: Sie können überall hin und haben weltweiten Versicherungsschutz, aber: es kostet unter Umständen Geld. Was angemessen ist definiert der Versicherer nicht, jedoch ist klar, er kann es nicht ablehnen und kann einen Zuschlag verlangen.

Zudem entfallen die Wartezeiten, welche sich sonst als allgemeine oder besondere Wartezeiten in §3 MB/KK finden, was aber auch bisher bei einem nahtlosen Übergang aus der GKV meist der Fall war.

Arzt-/ Behandlungskosten

Grundlage für die Abrechnung von ärztlichen Leistungen sind die Gebührenordnung für Ärzte bzw. die für die Zahnärzte. Versichert sind zudem im Ausland die Kosten, wenn Sie die

für die Behandlung von Ausländern am Behandlungsort üblicherweise berechneten Sätzen entsprechen. Insoweit finden hier deutsche Gebührenordnungen keine Anwendung. Die Leistungen in der ambulanten örtlichen Behandlung sind zu 100% versichert und auch die Honorare werden nicht begrenzt.

Damit ist auch die Befürchtung, zum Beispiel in Asien, zu einem „lokalen und vielleicht schlechterem Arzt zu müssen“ geklärt. Hier wird von angemessenen Kosten gesprochen und einige mögen sich an dem Wort „üblicherweise“ stören, jedoch halte ich die Formulierung durchaus für gut und es lässt sich am Ende auch nicht alles in eine 100% konkrete Formulierung packen.

Genannt sind ebenso die Kosten für Hebammen, Entbindungspflegern und auch weiter detailliert die Kosten für psychotherapeutische Behandlung. Zwingende Voraussetzung ist eine Zulassung und die Tätigkeit in eigener Praxis. Auch Kinder- und Jugendpsychologen finden sich in der Aufzählung in 3.1 der Tarifbedingungen. Wer stattdessen lieber den Heilpraktiker aufsuchen möchte, auch diese Option besteht und sind damit im Rahmen der entsprechenden Gebührenordnungen nutzbar.

Wer sich bei einer Behandlung für eine die ambulante Variante entschiedet (als so genannter stationsersetzender Eingriff gemäß § 115b SGB V), der wird mit einer zusätzliche Leistung von 200 € belohnt, welche zusätzlich zu den erstattungsfähigen Kosten ausgezahlt wird.

Naturheilkunde

Auch hier geht man „mit dem Markt“ und passt sich an. Darüber kann man vortrefflich streiten. Während einige darauf schwören, ist und bleibt es für viele andere Hokuspokus und allen wird man es nie recht machen. In den neuen Bedingungen finden sich daher Aussagen zur Naturheilkunde.

Erstattungsfähig gemäß Ziffer 1.1 sind darüber hinaus die Kosten für

Naturheilkunde für – Heilpraktiker Leistungen im Rahmen des geltenden Gebührenverzeichnisses für Heilpraktiker (GebüH) bis zum Höchstbetrag des Verzeichnisses; psychotherapeutische Behandlung durch Heilpraktiker ist nur erstattungsfähig, wenn diese ärztlich verordnet wurde; – von Ärzten oder Heilpraktikern durchgeführte, im Hufeland- Leistungsverzeichnis aufgeführte Therapieformen der Naturheilkunde; – naturheilkundliche Leistungen von Ärzten. Erstattungsfähig sind auch die Kosten für wissenschaftlich nicht anerkannte Heilmethoden, z. B. Akupunktur, Homöopathie, Phytotherapie, Neuraltherapie, Eigenbluttherapie, anthroposophische Medizin, Atemtherapie, Schröpftherapie. Bei sonstiger Behandlung nach den Methoden der besonderen Therapierichtungen (Homöopathie, Phytotherapie, anthroposophische Medizin) sind die Kosten für alle Untersuchungs- und Behandlungsmethoden sowie Heilmittel, die sich – gegebenenfalls in Analogie – aus der GOÄ oder dem GebüH ergeben, und Arzneimittel erstattungsfähig.

Vorsorge, Impfungen, Medikamente

Gerade in der Schwangerschaft sind Vorsorge und Kontrolle wichtig und so werden abweichend von anderen Versicherern auch weitere Untersuchungen genannt. Die präventiven Gentests werden hier auch ausgeschlossen, andere Untersuchungen aber genannt. Bitte Voraussetzungen beachten!

Erstattungsfähig sind während einer Schwangerschaft bei Vorliegen von Risikofaktoren bei der Schwangeren als erweiterte Vorsorge auch Maßnahmen zur Pränatal Diagnostik wie z. B. die Nackentransparenzmessung, jedoch keine prädiktiven Gentests.

Bei der Aufzählung der Vorsorgeuntersuchungen ist nicht die Rede von rein ambulanten Untersuchungen, jedoch gilt wie bei allen Behandlungen und Untersuchungen die medizinische Notwendigkeit. Altersgrenzen aus der GKV entfallen und auf die „Krebsfrüherkennungsrichtlinien“ und „Gesundheitsuntersuchungsrichtlinien“ wird ausdrücklich Bezug genommen.

Auch bei den Impfungen gibt es eine Grundlage, die „von der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut empfohlen werden (STIKO), sowie Reise-und indikationsbedingte bzw. ärztlich angeratene Impfungen, die nach der geltenden Gebührenordnung für Ärzte berechnungsfähig sind.“ Auch der Impfstoff zählt natürlich zur den erstattungsfähigen Aufwendungen.

Eine besondere Regelung findet sich hier zur Beitragsrückerstattung. Entgegen anderer Mitbewerber, welche diese Kosten generell nicht als BRE schädlich berücksichtigen, sind hier maximal 500 € pro Jahr unschädlich für die Rückerstattung.

Abschließend finden sich noch unter Punkt c.) die Vorgaben für die Arzneimittel. Dort heißt es:

Arzneien und Verbandmittel sowie Harn- und Blutteststreifen und Produkte zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM-Sensoren), jedoch nicht hygienisch kosmetische Präparate, Badezusatz-, Nähr-, Potenz-, Raucherentwöhnungs-, Stärkungs-, Antikonzeptionsmittel (außer bei gynäkologischer Indikation oder bei einem Bezug bis zur Vollendung des 20. Lebensjahres), Mineralwasser, Vitamin- und Nahrungsergänzungspräparate sowie Medikamente zur Reiseprophylaxe.

Heil- und Hilfsmittel, Lasik

Ein nicht ganz unwichtiger Punkt, eher ein wichtiger sind die Erstattungshöhen bei Heil- und Hilfsmittel. Erklärungen was es bedeutet, finden sich im Glossar auf der Website. Zunächst werden unter d.) die Heilmittel besprochen. Hier sind zunächst die

physikalisch-medizinische Leistungen (Heilmittel), die durch Ärzte, Heilpraktiker und staatlich geprüfte Angehörige von Gesundheitsfachberufen, hierzu gehören auch Podologen und medizinische Fußpfleger, durchgeführt wurden, z. B.:

aufgeführt und es folgen Beispiele. Damit handelt es sich nicht um eine abgeschlossene Aufzählung. Auch die Fahrtkosten bis max. 50km (wenn ärztlich verordnet) finden den Weg in die Bedingungen, mit einer Begrenzung auf 0,30 € p. Kilometer.

Osteopathie ist genannt und versichert, solange eine solche Behandlung von einem Arzt oder Heilpraktiker angeordnet und überwacht wird. Das wird vor allem Eltern freuen, denn zumindest in meinem Kundenkreis nehmen diese Art von Behandlungen bei Kindern durchaus zu.

Die nächste große „Baustelle“ in der PKV sind die Hilfsmittel. Es gibt am Markt unzählige Formulierungen und Aussagen. Jeder will noch ein wenig mehr leisten als der Mitbewerber und dabei muss doch immer auch die Kostenentwicklung im Auge behalten werden. Die Formulierung ist- wie erwartet- ein offener Katalog, dazu heißt es:

Hilfsmittel und Körperersatzstücke (außer Sehhilfen), die Krankheits- oder Unfallfolgen oder körperliche Behinderungen mildern oder ausgleichen sollen, den Erfolg der Heilbehandlung sichern oder das Leben erhalten, sowie Therapiegeräte. Abweichend von Tarifbedingung Nr. 19 zum § 4 MB/KK 2009 sind auch die Kosten von Blutdruckmessgeräten erstattungsfähig.

Soweit die Aufzählung, die Einschränkungen folgen im Anschluss. Dabei ist es wichtig was das Hilfsmittel kosten soll. Die „magische Grenze“ liegt bei 1.200 €. Alles darunter (bei Kosten für Anschaffung oder Wartung/Reparatur pro Jahr) wird ohne vorherige Zusage erstattet. Übersteigen die Kosten dann aber die 1.200 €, so ist vorher eine Zusage einzuholen.

Der Versicherer wird die Zusage nach Prüfung erteilen, wenn der erneute Bezug, die Wartung oder die Reparatur des Hilfsmittels im Kalenderjahr medizinisch notwendig ist. (…)

Interessant ist dabei die Frage, was passiert, wenn diese Pflicht verletzt wird. Also holt jemand keine Zusage ein und kauft das Hilfsmittel einfach so. Auch hierzu finden sich natürlich Regelungen in den Bedingungen. Es heißt dazu:

Wird keine vorherige Zusage eingeholt, werden die Kosten übernommen, die in gleicher Qualität und Ausführung im Rahmen einer möglichen alternativen und kostengünstigeren Versorgungsform (Miete, Leasing, Kauf) oder bei Bezug des Hilfsmittels über einen Kooperationspartner des Versicherers angefallen wären, sofern sich die medizinische Notwendigkeit nachträglich bestätigt. Eine vorherige Zusage ist nicht erforderlich, wenn die Versorgung mit dem Hilfsmittel im Rahmen einer Unfall- oder Notfallerstversorgung erfolgt.

Ein letzter Punkt zu den Hilfsmitteln. Die Sehhilfen. Egal ob sich der Versicherte für Brille oder Kontaktlinsen entscheidet, die Kostenbegrenzung liegt bei 1.200 € für 24 Monate. Dabei ist aber zu beachten, Kontaktlinsenpflegemittel, Sonnen-, Sport oder Arbeitsbrillen fallen nicht darunter.

Erstmalig findet sich in Bedingungen eines Tarifes des Deutschen Rings auch die Formulierung zu Sehschärfenkorrektur.

Erstattungsfähig gemäß Ziffer 1.1 sind darüber hinaus die Kosten für Operationen zur Sehschärfenkorrektur (brechkraftverändernde Augenlaserkorrekturen (z. B. LASIK/LASEK)).

Fahrtkosten, besondere Leistungen

Natürlich ist eine medizinisch verordnete und notwendige Dialysebehandlung ebenso erstattungsfähig wie Sachkosten bei einer Heimdialyse. Auch die Fahrten dorthin und auch Fahrten zur oder von der Chemotherapie fallen in den Leistungsumfang des Tarifes. Sonstige Fahrtkosten sind versichert, wenn es sich um einen Notfall, eine Erstversorgung nach einem Unfall oder aber um eine ärztlich bescheinigte Gehunfähigkeit handelt. Auch wenn nach einer Untersuchung die Fahruntüchtigkeit (zum Beispiel nach Narkosen beim Arzt/ Zahnarzt) bescheinigt wird, besteht Versicherungsschutz bis zu 50km oder immer zum nächstgelegenen, geeigneten Arzt oder Krankenhaus.

Ist die Erkrankung soweit fortgeschritten, dass nur noch eine Palliativversorgung helfen kann, so ist diese als ambulante Leistung (mit Bezug auf einen Vertrag gem. SGB V) erstattungsfähig und soll das Leiden am Ende des Lebens erträglicher machen und nicht noch finanzielle Probleme schaffen.

Neu in den Bedingungen sind Leistungen zur häuslichen Behandlungspflege, ärztlich verordneter häuslicher Krankenpflege, Soziotherapie, Sozialpädiatrie und auch einer Haushaltshilfe (unter den Voraussetzungen des §38 SGB V.

Hier finden wir, wie auch bei in den letzten Jahren eingeführter Tarife der Mitbewerber wie der SDK oder Barmenia, immer mehr Leistungen aus der gesetzlichen Krankenkasse. Ob dieses in die PKV gehört muss jeder für sich selbst entscheiden, gerade wenn es sich nicht um typische Leistungen einer Krankenversicherung handelt. Dennoch fragt der Markt genau das nach und die Versicherer reagieren.

In den Bedingungen natürlich ebenfalls enthalten sind Leistungen für ambulante Rehabilitationsmaßnahmen (insbesondere Anschlussrehabilitation) bzw. Kuren.

Zu den Leistungen die vielleicht und hoffentlich wenige brauchen zählen auch die Versicherten Entziehung-/ Entwöhnungsmaßnehmen. Genauere Regelungen lesen Sie einfach unter Punkt 3.4 nach, wobei es hier eine Zusage erforderlich macht.

Warum man zudem Präventionskurse und Mitgliedsbeiträge in einem „qualitätsgesicherten“ Fitnessstudio bis 600 € erstatten muss, erschließt sich mir leider nicht.

stationäre Behandlungen

Versichert sind zunächst die allgemeinen Krankenhausleistungen. Berechnet das Krankenhaus nicht anhand der Vorgaben aus dem Bundespflegesatzverordnung (BPflV) bzw. des Krankenhausentgeltgesetzes (KHEntgG), so gelten max. 200% der dort genannten Kosten als angemessen. Versichert sind aber ebenfalls die Kosten für das EIN- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus. Wird diese Leistung nicht genutzt, so gibt es 32 € pro Tag als Krankenhaustagegeld zurück, denn schließlich spart der Versicherer hier auch Geld.

Wahl-, Beleg- und Chefärzte sind ebenso versichert, auch hier, 32 € pro Tag, wenn sich der Patient entscheidet diese dieses Mal nicht zu nutzen. Ebenfalls in den Versicherungsbedingungen finden sich dann die Aussagen zu Versicherten stationsäquivalente psychiatrische Behandlungen, stationäre Rehabilitationsmaßnahmen, Kuren oder den Kosten für Rooming In bei Kindern bis zum 10. Lebensjahr und maximal 28 Tagen. Muss eine erwachsene Person im Krankenhaus begleitet werden, so sind auch hier Kosten für einen Zeitraum von 4 Wochen erstattungsfähig, ebenso wie eine Haushalts-/ Familienhilfe unter bestimmten Umständen.

Fahrkosten zur stationären Behandlung sind unter den vorhin genannten Bedingungen analog zur ambulanten Behandlung genannt und erstattungsfähig, auch hier gilt 50km oder die nächste geeignete und erreichbare Einrichtung als Grenze.

Neben der bereits beschriebenen ambulanten Palliativversorgung kommt auch eine Aufnahme in einem Hospiz unter den, in 3.2 j.) ff. genannten Bedingungen infrage. Neu ist auch die Nennung von stationärer Kurzzeitpflege für maximal acht Wochen.

die lieben Zähne

Ja, einige bekommen schon Schmerzen bei dem Wort, aber auch das gehört eben zu den Leistungen einer Krankenversicherung. Auch hier sind die Leistungen recht umfangreich, wenn auch teilweise erklärungsbedürftig. Vereinfacht gilt (nachzulesen in 3.3. der Bedingungen) eine Leistung von 100% für Zahnbehandlung und auch für eine professionelle Zahnreinigung. Die Höchstgrenzen (dazu komme ich gleich noch) gelten hierfür nicht.

Die tarifliche Leistung für zahnärztliche Behandlungen nach Buch stabe b) und c) wird je Person in den ersten drei Versicherungsjahren (Definition Versicherungsjahr siehe Ziffer 2.2) begrenzt, auf insgesamt 10.000 EUR. Ab dem 4. Versicherungsjahr sowie bei unfallbedingten Kosten entfällt diese Begrenzung.

Interessant ist die Art der Änderung für die Zahnersatzerstattung. Dabei geht es zunächst mit 90% los. Diese bleiben nur dann erhalten (sonst werden es 80%), wenn im zurückliegenden Jahr zahnärztliche Kontrolluntersuchung nachgewiesen wird. Wer also nicht beim Zahnarzt war, bekommt statt 90% nur noch 80 und ein Jahr später nur noch 75%. Weiter runter geht es aber nicht, so werden immer mindestens 75% erstattet. Auch der Weg zurück geht genauso. Ist der Versicherte bei 75% angekommen und weißt die Vorsorge nach, werden es nach einem Jahr wieder 80 und dann 90% Erstattung.

Wer vorher versichert war und nichts anderes in den Gesundheitsfragen angeben muss, dem wird für drei Jahre eine erfolgreiche Kontrolle unterstellt, so beginnt dieser mit 90% Erstattung.

Bei Kosten von 4.000 € und mehr sollten Sie zudem bedenken, es MUSS der Versicherer vorher gefragt werden. Passiert das nicht, wird alles über die 4.000 € nur zur Hälfte erstattet.

In der Kieferorthopädie gilt ebenfalls zunächst 90%, weitere 10% gibt es dann, wenn die Behandlung erfolgreich abgeschlossen wurde. Diese- sonst nur bei Kindern bekannte Regel, findet hier auch für Erwachsende Anwendung.

Optionsrechte

Wie wir alle wissen haben viele Kunden keine linearen Lebensverläufe. Die Zeiten in denen Opa früher bei der Firma lernte und sich dann dort auch in die Rente verabschiedete sind vorbei. Daher sind Anpassungen des Versicherungsschutzes immer ganz hilfreich. Gerade hier patzt der Deutsche Ring /die Signal aber im Vergleich zu Mitbewerbern. So finden sich in den Tarifen folgende Regelungen:

5.1 Ausübung der Optionen

Jede versicherte Person im Tarif Prime hat das Recht auf

a) den Abschluss eines Pflegetage- oder Pflegemonatsgeldtarifs Für die versicherte Person besteht innerhalb von 24 Monaten, gerechnet vom erstmaligen Tarifbeginn des Tarifs Prime, das Recht, auf der Grundlage einer mit dem Abschluss dieses Tarifs durchgeführten Gesundheitsprüfung, einen Tarif der ergänzenden Pflegetage- oder Pflegemonatsgeldversicherung abzuschließen, der zum jeweiligen Zeitpunkt zum aktiven Produktangebot des Versicherers gehören. Voraussetzung ist, dass zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme des Optionsrechts keine Pflegebedürftigkeit im Sinne von § 14 SGB XI (siehe Anhang) eingetreten ist, keine Beitragsrückstände bestehen, keine wirksame Kündigung des Versicherungsverhältnisses vorliegt und die Versicherung nach Tarif Prime vor einem Eintrittsalter von 60 Jahren begonnen hat.

Entschuldigung, aber was für eine Regelung. Wenn ich heute in der Lage bin die Gesundheitsprüfung für eine Voll-KV zu überstehen, dann kann ich auch eine Pflegezusatzversicherung abschließen. Klingt also gut, ist aber m.E. nicht wirklich etwas wert. Wenn ich damit 24 Monate warte und vielleicht bis dahin krank bin, OK, kann passieren, ist aber dann eben Lebensrisiko. Die 24 Monate sind nun nicht so lang.

Interessanter sind die Regelungen des veränderten Versicherungsschutzes. Generell können Sie Ihren Versicherungsschutz immer reduzieren, so der Versicherer einen solchen Schutz anbietet. Problematisch wird es bei der Verbesserung. Zwar besteht nach 204 VVG ein Wechselrecht, jedoch mit ggf. Risikozuschlägen für Mehrleistungen und/ oder einem Verzicht auf selbige. Daher sind Optionsrechte wichtig. Hier heißt es:

b) eine Erhöhung des Versicherungsschutzes in der Krankheitskostenvollversicherung Für die versicherte Person besteht nach Ablauf von 36 Monaten und erneut nach Ablauf von 72 Monaten, gerechnet vom erst-maligen Tarifbeginn des Tarifs Prime das Recht, den bestehenden Versicherungsschutz nach Tarif Prime in leistungsstärkere Tarife umzustellen, die zum Zeitpunkt der Umstellung zum aktiven Produktangebot des Versicherers gehören.

Auch hier, gut gedacht, schlecht gemacht. Warum? Weil es keinen leistungsstärkeren Tarif gibt und wohl auch eher innerhalb der kommenden Jahre nicht noch einen geben wird. Dabei wären auch nicht mehr viele Möglichkeiten den Schutz noch weiter zu verbessern. Eine andere SB Stufe fehlt auch, zudem wäre ja „ohne SB“ die beste Stufe. ABER: Das Optionsrecht wird nach hinten verschoben, wenn sich der Vertrag zum Beispiel aufgrund von Arbeitslosigkeit in einer Anwartschaft befindet.

Mir fehlen hier eindeutig Regelungen „nach Reduzierung des Schutzes“ oder Regelungen für eine Rückkehr nach Wechsel in andere Tarife. Schade, hier wollte man wohl nicht ran oder der Treuhändler wollte es nicht. Das machen andere Versicherer durchaus besser.

Beitragsbefreiungen

Keinen Beitrag mehr zahlen zu müssen kann in einigen Fällen durchaus angenehm sein. So hat auch der Deutsche Ring (die Signal) hier Regelungen geschaffen, welche in finanziell angespannten Situationen helfen können.

Pflegegrad 4, mindestens

Wird die versicherte Person pflegebedürftig im Sinne der §§ 14 und 15 Abs. 1 SGB XI (siehe Anhang), so entfällt die Pflicht zur Beitragszahlung in diesem Tarif ab Beginn des vierten Monats nach Feststellung der Pflegebedürftigkeit entsprechend der Vorgaben der §§ 14, 15 und 18 SGB XI (siehe Anhang), wenn die Einstufung mindestens in Pflegegrad 4 erfolgt. Die Beitragsfreiheit endet zum Letzten des Monats, in welchem keine Pflegebedürftigkeit nach mindestens Pflegegrad 4 mehr vorliegt. Die Beitragsbefreiung erfolgt nur, wenn und solange sich der Vertrag nicht im Ruhen nach § 193 Abs. 6 und 7 VVG befindet (Nichtzahlung der Beiträge und Versicherung im Notlagentarif nach § 153 VAG, siehe Anhang).

Ein weiteres Szenario kann durchaus eintreten und auch hier ist eine Regelung zum nicht mehr zahlen müssen sehr angenehm. Die Elternzeit. Dazu finden sich ebenfalls unter 4.3 die entsprechenden Regelungen.

Bezieht die nach diesem Tarif versicherte Person Elterngeld im Sinne des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes (BEEG), so entfällt die Pflicht zur Beitragszahlung in diesem Tarif ab dem ersten Monat des Elterngeldbezugs, längstens jedoch für die Dauer von insgesamt sechs Monaten. Voraussetzung ist, dass – die versicherte Person zu Beginn des erstmaligen Bezugs von Elterngeld mindestens acht Monate im Tarif Prime versichert ist, – die Beiträge vollständig gezahlt sind und der Vertrag sich nicht im Ruhen nach § 193 Abs. 6 und 7 VVG (Nichtzahlung der Beiträge und Versicherung im Notlagentarif nach § 153 VAG, siehe Anhang) befindet, – der Bezug von Elterngeld dem Versicherer durch den Elterngeldbescheid nachgewiesen wird.

Zu beachten hier, der Vertrag der Mutter/ des Vaters wird beitragsfrei, wenn dieser Elterngeld bezieht, NICHT auch der Vertragsteil des ggf. nachversicherten Kindes. Dennoch ist die Zahlung von 6 Monatsbeiträgen bei vielen Eltern eine willkommene Erleichterung.

Beitragsrückerstattung

Wer keine Leistungen (Ausnahmen hatte ich vorhin bei Vorsorge und Impfungen genannt) in Anspruch nimmt, der bekommt im Folgejahr Geld zurück. Dieses kann sich zwar in der Zukunft ändern, sieht aber derzeit wie folgt aus.

Bei 1 leistungsfreien Jahr werden 0,75 Monatsbeiträge erstattet. Nach 2, 3, 4 oder 5 Jahren ohne Leistung steigt der Betrag auf 1,5, 2,25, 3 oder 3,75 Monatsbeiträge an.

Beispielprämien

Um eine Vorstellung von der Prämie zu bekommen, hier einige kurze Beispiele.

Da es den Tarif nur OHNE SB gibt, sind alle Prämien auch für diese eine SB Stufe.

  • – Kinder bis 15 zahlen für den Schutz 194,70 €

  • – Jugendliche (16-20) 279,19 €

  • – Erwachsene mit 30 Jahren 626,42 € + 10% Vorsorgezuschlag (62,64 €)

  • – Erwachsene mit Eintrittsalter 40 J. dann 723,45 € + 10% also 72,35 €

Es ist sicher kein billiger Schutz, soll es auch nicht sein. Sondern der TOP Tarif im Hause Signal.

Fazit

Zunächst einmal muss ich zugeben, hätte ich nicht gedacht einen solchen Tarif unter dem Namen „Deutscher Ring“ noch einmal zu sehen. Es freut mich besonders, dass die Signal Iduna hier anscheinend die Marke Deutscher Ring weiter bestehen und sogar stärken möchte. Der Tarif ist sicher nur für eine sehr kleine Zielgruppe geeignet, eine die Leistung für sehr wichtig erachten und sich diese auch leisten können und wollen.

Problematisch sehe ich fehlende andere SB Stufen, da hier eine Anpassung an sich verändernde Lebenssituationen ausgeschlossen ist. Klar ist es schön immer alles einreichen zu können, dennoch wäre eine (mindestens eine) andere Stufe der Selbstbeteiligung wirklich angenehm gewesen. Auch die Optionsrechte sind leider nicht brauchbar und so wurde hier leider eine Chance verschlafen, auch hier etwas mehr Flexibilität einbauen zu können.

Können bestehende Kunden in den Prime wechseln?

Wer heute schon bei der Signal Iduna oder dem ehemaligen Deutschen Ring versichert ist, der kann natürlich einen Antrag auf Wechsel in den neuen Tarif PRIME stellen. Hierfür ist aber eine neue Gesundheitsprüfung (unter Anrechnung der alten Rechte aus dem Tarif bisher) erforderlich. Auch wer bisher den Optionstarif FUTURA hat, der kann nicht ohne Gesundheitsprüfung wechseln, denn hier ist das Wechselrecht in den Comfort+ oder Esprit geregelt, nicht aber in den (vor Jahren nicht bekannten) PRIME. Daher, Anrechnung der alten Rechte ja, ohne Gesundheitsprüfung nein.

Dennoch kann es für den einen oder anderen Bestandskunden sinnvoll sein, sich über einen solchen Wechsel einmal Gedanken zu machen und es rechnen zu lassen.

Das vollständige Bedingungsheft finden Sie im Downloadbereich.

Signal Iduna inkl. Dt. Ring, Bedingungsheft Vollkosten, 2018 Unisex, komplett

Dabei finden Sie die MB/KK als allgemeine Bedingungen ab Seite 116 der pdf, die Tarifbedingungen ab Seite 124

01.
Februar '18

Kinderkrankengeld – Wer zahlt, wenn mein Kind krank ist – unterschiedliche Regelungen für GKV und PKV versicherte Kinder


Es gibt so Themen, über die habe ich in der Vergangenheit bereits mehrfach geschrieben und dennoch führen diese immer und immer wieder zu Rückfragen und Unverständnis. Daher möchte ich das Thema Kinderkrankengeld durchaus noch einmal aufgreifen und anhand einfacher Schaubilder und Übersichten einmal die unterschiedlichen Möglichkeiten und Regelungen klarmachen. Es geht um das Thema Krankengeld, genauer ein Krankentagegeld bei der Erkrankung eines Kindes. Dabei spielt es eine entscheidende Rolle, wie die Eltern versichert sind und wo das Kind damit einen entsprechenden Versicherungsschutz hat. Auch ist es wichtig zu wissen, wer sich genau mit dem Kind krankschreiben lässt. All diese Szenarien schauen wir uns heute einmal an und beleuchten die unterschiedlichen Varianten.

Wann benötige ich überhaupt ein „Kinderkrankengeld“?

Der Begriff ist nicht normiert und soll nur der Veranschaulichung dienen. Es geht- korrekter- um das „Kranken(tage)geld bei der Erkrankung eines Kindes. Wer selbst Kinder hat oder solche plant, der wird sich früher oder später mit dem Thema auseinandersetzen müssen, denn Kinder werden nun einmal krank. Sei es das kleine „Wehwehchen“, welches aber dazu führt, dass ein Besuch der Kindertagesstätte oder der Schule unmöglich macht, oder eine schwere Erkrankung die eine intensive Betreuung des Kindes erfordert.

Regelungen im Gesetz

Das Sozialgesetzbuch regelt dabei die Fragen zur Freistellung eines Elternteils, falls das Kind eine Betreuung bedarf. Dabei ist zunächst einmal zu unterscheiden. Einerseits geht es um die Frage wer wann und wie lange zu Hause bleibt, auf der anderen Seite geht es um die Weiterzahlung des Einkommens in diesem Fall. Grundlage bildet hier der Paragraph des Gesetzes. So ist hier geregelt:

§ 45 Krankengeld bei Erkrankung des Kindes

(1) Versicherte haben Anspruch auf Krankengeld, wenn es nach ärztlichem Zeugnis erforderlich ist, daß sie zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege ihres erkrankten und versicherten Kindes der Arbeit fernbleiben, eine andere in ihrem Haushalt lebende Person das Kind nicht beaufsichtigen, betreuen oder pflegen kann und das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist. § 10 Abs. 4 und § 44 Absatz 2 gelten.

(2) Anspruch auf Krankengeld nach Absatz 1 besteht in jedem Kalenderjahr für jedes Kind längstens für 10 Arbeitstage, für alleinerziehende Versicherte längstens für 20 Arbeitstage. Der Anspruch nach Satz 1 besteht für Versicherte für nicht mehr als 25 Arbeitstage, für alleinerziehende Versicherte für nicht mehr als 50 Arbeitstage je Kalenderjahr. Das Krankengeld nach Absatz 1 beträgt 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts aus beitragspflichtigem Arbeitsentgelt der Versicherten, bei Bezug von beitragspflichtigem einmalig gezahltem Arbeitsentgelt (§ 23a des Vierten Buches) in den der Freistellung von Arbeitsleistung nach Absatz 3 vorangegangenen zwölf Kalendermonaten 100 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts aus beitragspflichtigem Arbeitsentgelt; es darf 70 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze nach § 223 Absatz 3 nicht überschreiten. Erfolgt die Berechnung des Krankengeldes nach Absatz 1 aus Arbeitseinkommen, beträgt dies 70 Prozent des erzielten regelmäßigen Arbeitseinkommens, soweit es der Beitragsberechnung unterliegt. § 47 Absatz 1 Satz 6 bis 8 und Absatz 4 Satz 3 bis 5 gilt entsprechend. (Anm. Berechnung und weitere Infos hier)

(3) Versicherte mit Anspruch auf Krankengeld nach Absatz 1 haben für die Dauer dieses Anspruchs gegen ihren Arbeitgeber Anspruch auf unbezahlte Freistellung von der Arbeitsleistung, soweit nicht aus dem gleichen Grund Anspruch auf bezahlte Freistellung besteht. Wird der Freistellungsanspruch nach Satz 1 geltend gemacht, bevor die Krankenkasse ihre Leistungsverpflichtung nach Absatz 1 anerkannt hat, und sind die Voraussetzungen dafür nicht erfüllt, ist der Arbeitgeber berechtigt, die gewährte Freistellung von der Arbeitsleistung auf einen späteren Freistellungsanspruch zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege eines erkrankten Kindes anzurechnen. Der Freistellungsanspruch nach Satz 1 kann nicht durch Vertrag ausgeschlossen oder beschränkt werden.

(4) Versicherte haben ferner Anspruch auf Krankengeld, wenn sie zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege ihres erkrankten und versicherten Kindes der Arbeit fernbleiben, sofern das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist und nach ärztlichem Zeugnis an einer Erkrankung leidet,

a) die progredient verläuft und bereits ein weit fortgeschrittenes Stadium erreicht hat,
b) bei der eine Heilung ausgeschlossen und eine palliativmedizinische Behandlung notwendig oder von einem Elternteil erwünscht ist und
c) die lediglich eine begrenzte Lebenserwartung von Wochen oder wenigen Monaten erwarten lässt.
Der Anspruch besteht nur für ein Elternteil. Absatz 1 Satz 2, Absatz 3 und § 47 gelten entsprechend.

(5) Anspruch auf unbezahlte Freistellung nach den Absätzen 3 und 4 haben auch Arbeitnehmer, die nicht Versicherte mit Anspruch auf Krankengeld nach Absatz 1 sind.

Der Arbeitgeber muss also, bei nachgewiesener Erkrankung eines Kindes, die Mutter oder den Vater von der Tätigkeit freistellen. Hierbei gibt es zunächst noch keinen Unterschied ob das Kind und/ oder die Elternteile in der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichert sind. Dabei zählt hier einzig und allein die Verpflichtung dem Arbeitnehmer die Betreuung seines Kindes zu ermöglichen.

Ist es nur ein Tag, oder vielleicht auch zwei oder drei, so sollte sich die Frage der Lohnfortzahlung auch nicht weiter problematisch darstellen. Teilen Sie Ihr Einkommen durch dreißig Tage, ist der Lohnausfall durchaus überschaubar. Auch hier gelten dann die Höchstgrenzen und die entsprechende Beitragsbemessungsgrenze. Im Jahre 2018 gelten maximal 4.425 EUR als anrechenbares Einkommen. Die vollständigen Sozialversicherungswerte finden Sie im Beitrag.

Krankengeld in der gesetzlichen Krankenkasse

Für die ersten sechs Wochen einer Erkrankung ist der Arbeitgeber zunächst verpflichtet, bei einer Erkrankung des Arbeitnehmers selbst, diesem das Gehalt/ den Lohn zu 100% weiter zu zahlen. Die so genannte Lohnfortzahlung sichert dem Arbeitnehmer somit auch dann ein Einkommen zu, wenn dieser krankheitsbedingt ausfällt.

Krankentagegeld in der privaten Krankenversicherung

Auch wer privat krankenversichert ist, hat in der Regel einen entsprechenden Tarifbaustein versichert. Dieses Krankentagegeld ist ein Baustein in der PKV, welcher den Verlust des Einkommens bei Angestellten ab der 6. Woche (bei Selbstbestätigung und Freiberuflern auch vorher), absichert und damit für die finanzielle Sicherheit sorgt.

Dennoch haben wir hier auch eine vergleichbare Situation, denn auch hier müsste das Kind eine entsprechende Absicherung abschließen, „seinen“ Verdienstausfall somit versichern und dann dafür sorgen, diesen ersetzt zu bekommen. Nun hat das Kind aber auch kein Einkommen und damit auch keinen direkten Verdienstausfall, es sorgt eben mit seiner Erkrankung nur für einen „Folgeeffekt“ bei Mama und Papa, denn wenn diese zu Hause bleiben müssen, haben die kein Einkommen.

Fehlende Versicherbarkeit des Kindes

Ist also Mama und auch Papa gesund, dann greift deren Krankenversicherung nicht, denn hier fehlt es zunächst am Versicherungsfall. Dieser setzt eine Erkrankung voraus. Nun kommen einige Ärzte auf die Idee, bei Magen-Darm-Erkrankungen oder Schnupfen des Kindes einfach die Mutter auch „krank“ zu schreiben, was aber Betrug ist, wenn diese doch gesund ist.

Stationär – Rooming In oder Krankenhaustagegeld

Wird das Kind stationär aufgenommen, so ist ein solcher Fall durchaus versicherbar. Bei vielen Versicherern ist dabei ein so genanntes „Rooming-In“, also die Miteinweisung eines Elternteils versicherbar. Damit kann Mama oder Papa mit ins Krankenhaus und das Kind da betreuen. Möchte man nun genau diesen Fall absichern, so ist der Abschluss eines KrankenHAUStagegeldes möglich. Dieses zahlt dann bei Erkrankung des Kindes diesem einen festen Eurobetrag pro Tag in dem dieses im Krankenhaus liegt.
Für ein Krankenhaustagegeld von 100 EUR pro Tag müssen Sie bei einem kleinen Kind ca. 0,70 € monatlich, pro 10 Euro Tagessatz an Beitrag aufwenden und haben so das Problem zumindest für den schlimmsten Fall gelöst. Ambulant bleibt das Problem aber weiterbestehen.

Daher schauen wir uns nun die unterschiedlichen Konstellationen in der privaten Krankenversicherung und gesetzlichen Krankenkasse an. Mit dem nun folgenden Schema können Sie ganz einfach herausfinden, ob es einen Anspruch auf Lohnfortzahlung/ Krankengeld gibt.

Wichtig: In der privaten Krankenversicherung gibt es derzeit zwei Versicherer mit einer entsprechenden Lösung. Die SIGNAL (siehe auch hier im älteren Beitrag) und die SDK in den neueren Tarifen (und nur in denen)

Doch die Regelungen in den beiden Tarifen sind auch noch unterschiedlich. Fangen wir mit der SDK an.

SDK mit Leistungen aus dem ambulanten Haupttarif

Eine Regelung findet sich in den Tarifbedingungen. Dort heißt es:

19. Pauschale zur Kinderbetreuung

Erkrankt ein nach diesem Tarif versichertes Kind, zahlen wir für die Betreuung eine Pauschale von 250 EUR.

Voraussetzungen:

o Das Kind hat das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet und
o eine andere im Haushalt des versicherten Kindes lebende Person kann das Kind nicht beaufsichtigen, betreuen oder pflegen und
o ein Elternteil muss zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege des erkrankten Kindes mindestens vier Arbeitstage nacheinander der Arbeit fernbleiben. Dafür benötigen wir eine ärztliche Bescheinigung. Wir erstatten die Pauschale einmal im Kalenderjahr. Dabei berücksichtigen wir die Leistungen für eine Pauschale für die Kinderbetreuung aus anderen Tarifen.

Hier ist die Hürde schon ziemlich hoch, wenn es auch ausreicht, dass nur das Kind in dem Tarif versichert ist. Wer also selbst anderweitig in der PKV versichert ist und nur sein Kind bei der SDK versichern möchte, der hat auch hier Anspruch auf einmal jährlich maximal 250 EUR.

Lösung der Signal Krankenversicherung – aus KT Tarif

Zunächst einmal ein entscheidender Unterschied. Hier bei der Signal folgt die Leistung nicht aus dem Krankenversicherungstarif (ambulant oder stationär), sondern aus dem Tarif für das Krankentaggeld des versicherten Elternteils. Die Hürden sind hier höher, die Leistung jedoch auch. Schauen wir auch hier in die Bedingungen.

4 Krankentagegeld bei Erkrankung des Kindes

Es besteht ein Anspruch auf Krankentagegeld, wenn es nach ärztlichem Zeugnis erforderlich ist, dass die versicherte Person zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege ihres nach Versicherungsbeginn erkrankten und beim Versicherer privat krankheitskostenvollversicherten Kindes der Arbeit fernbleibt, eine andere in ihrem Haushalt lebende Person das Kind nicht beaufsichtigen, betreuen oder pflegen kann und das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat.
Anspruch besteht in jedem Kalenderjahr für jedes Kind längstens für 10 Arbeitstage, jedoch für nicht mehr als insgesamt 25 Arbeitstage.
Die zeitliche Begrenzung verlängert sich einmalig auf 100 Arbeitstage, wenn das Kind nach ärztlichem Zeugnis an einer Erkrankung leidet,
a) bei der eine Heilung ausgeschlossen, diese austherapiert ist und
b) die lediglich eine begrenzte Lebenserwartung von Wochen oder wenigen Monaten erwarten lässt.

Der Anspruch auf Krankentagegeld bei Erkrankung des Kindes entfällt, wenn gegen den Arbeitgeber ein Anspruch auf bezahlte Freistellung von der Arbeitsleistung besteht. Arbeitnehmer haben einen Nachweis ihres Arbeitgebers über unbezahlte Freistellung vorzulegen.

Gegenüber der SDK ist die Lösung hier deutlich umfangreicher. Es gibt nicht nur eine Pauschale von 250 EUR und es müssen auch zudem nicht vier Tage am Stück sein. Aber: Es muss hier auch der privat versicherte Elternteil dann zuhause bleiben. Dann zahlt die Signal hier aber das versicherte Krankengeld und das bis zu 10 Tagen pro Kind und maximal 25 bzw. bei unheilbaren Krankheiten für 100 Tage. Das können schnell tausende Euro sein, da ein Tagegeld von 100 EUR und mehr nicht so selten ist.

Eine entscheidende Voraussetzung haben wir aber noch. Eltern und auch das Kind müssen bei der Signal versichert sein, beide vollkostenversichert und es muss ein Krankentagegeld nach dem Tarif ESP-VA 43, ESP-VA 92, ESP-VA 183, ESP-VA 274 oder ESP-VA 365 bestehen.

Gilt das nun auch für Kunden des Deutschen Rings?

Nach dem Zusammenschluss (ich berichtete hier)

*** LINK **

sind auch ehemalige Deutsche Ring Kunden nun Kunden der Signal. Diese haben aber auch das alte Tagegeld des Deutschen Rings nach den Tarifen pro43 oder pro43v. Würde der Versicherte den Tarif umstellen, was innerhalb der Gesellschaft durchaus praktikabel ist, so bestünde auch hier ein Leistungsanspruch.

Eine Umstellung sollte aber nicht voreilig erfolgen. Vielmehr sind hier die Leistungen im Detail zu vergleichen und auch Punkte wie „10faches KT bei Geburt eines Kindes“ beim Dt. Ring zu berücksichtigen. Dennoch kann hier- durch eine Umstellung- eine Leistung nachträglich eingeschlossen werden.

Leistungen in GKV und PKV hier nicht vergleichbar

Eines konnten Sie nun schnell erkennen. Die Leistungen in der privaten Krankenversicherung sind nicht immer besser und auch nicht immer direkt vergleichbar. Auch wenn es im Einzelfall wichtig sein kann, eine Krankenversicherung sollte keinesfalls anhand dieses einzelnen Kriteriums ausgewählt werden und die Leistungen in der GKV sind auch hier begrenzt. Je kleiner das Einkommen des GKV versicherten Elternteils, so kleiner auch die tatsächlichen Zahlungen und der Verdienstausfall. Zudem sind- siehe oben im Text- auch die Leistungen der GKV hier sehr begrenzt und keineswegs für eine dauerhafte Versorgung bei chronischen Krankheiten und die Kompensation aller Kosten ausreichend.