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01.
April '19

Entfall der Familienversicherung – wie kann ich mein Kind rückwirkend versichern?


Allein in den letzten Tagen hatte ich unzählige Anfragen, welche sich alle mit einem Thema beschäftigen. Der rückwirkenden Aufnahme der Kinder, nachdem die gesetzliche Krankenkasse (GKV) das Ende der Familienversicherung erklärt hat. Manchmal passiert dieses nur einige Monate rückwirkend, manchmal aber für mehrere Jahre. Rechnet man dann die Beiträge zusammen, so kommen mit knapp 190 Euro pro Monat und manchmal zwei oder mehr Kindern leicht fünfstellige Beträge zusammen.

Ist das „Kind einmal in den Brunnen gefallen“, so ist der Ärger meist groß. Dann sind schnell Aussagen zu lesen wie:

  • – die private Krankenversicherung will mein Kind nicht rückwirkend aufnehmen
  • – maximal zwei Monate kann ich den Antrag in der PKV zurück datieren
  • – die GKV besteht auf eine rückwirkende Versicherung
  • – wenn ich nachweise, dass ich eine rückwirkende PKV finde, lässt mich die GKV auch raus

Klar, jetzt wird versucht die Nachzahlungen von einigen tausend Euro noch zu vermeiden. Das ist aber problematisch, denn selbst würde eine PKV noch für ein Jahr oder länger den Schutz erklären (und auch hierfür Beiträge verlangen), selbst dann wäre eine Leistung ausgeschlossen. Auch wenn Sie rückwirkend Beiträge zahlen, der Beginn der Versicherung heute führte dazu, dass Leistungen nicht übernommen werden.

Auch kann ein Arzt nicht damals als GKV (da dachten Sie ja noch es wäre die Familienversicherung) und nun plötzlich rückwirkend als private Leistung abrechnen. Also, lange Rede kurzer Sinn, es geht einfach nicht. Ich kann nicht heute einen Versicherungsschutz über Jahre abbilden, welcher damals versäumt wurde.

Familienversicherung – großes Problem bei Selbstständigen und schwankendem Einkommen

Problematisch und meist noch undurchsichtiger wird es, wenn das Einkommen schwankt. So ist es bei Selbstständigen und Freiberuflern. Hier kann es durchaus passieren, dass das Einkommen in einem Jahr über der JAEG liegt. Eine vereinfachte Übersicht wann und wie die Kinder zu versichern sind gibt es hier:

Ändert sich das Einkommen nun aber, so kann eine Familienversicherung auch rückwirkend entfallen. Steht zum Beispiel das Einkommen aus 2017 oder 2018 erst im Jahre 2019 fest, entfällt die Familienversicherung eben nicht erst zur Feststellung, sondern rückwirkend!

Für das Jahr Feststellung der entfällt die Familienversicherung rückwirkend für das jeweilige Jahr. Kommt also der Bescheid 2017 nun gerade im März 2019, so sind die Kinder ab dem Jahr 2017 nicht mehr gesetzlich in der Familienversicherung und müssen dort Beiträge zahlen, oder aber in die private Krankenversicherung. Das geht aber eben nicht rückwirkend.

Klar lassen sich bei einigen Unternehmen einmal zwei oder drei Monate überbrücken und Sie dürfen bis dahin nicht die freiwillige Versicherung beantragt haben, aber eine generelle Lösung kann das nicht sein.

Beamte und der rückwirkende Entfall bei Erhöhung der Besoldung

Ein ähnliches Problem haben Beamte, welche rückwirkend in eine höhere Besoldungsstufe eingruppiert werden oder wo Veränderungen der Besoldung erst Jahre später dokumentiert wurden. So kann auch hier aus einer recht kleinen Erhöhung der Bezüge ein größeres Problem werden. Auch hier ist es durchaus denkbar, dass die Familienversicherung rückwirkend entfällt und somit die gesetzliche Kasse nachträglich Beiträge nachfordert.

Gerade einem Fall aus der letzten Woche passierte genau das. Die GKV erklärte nun zum 01. Januar 2018 den Entfall der Familienversicherung und forderte die Beiträge für beide Kinder ab diesem Termin. Somit standen Beträge von über 5.000 € im Raum. (2 Kinder, 185 € monatlich für GKV inkl. Pflege, rückwirkend ab 01.01. des Vorjahres). Der Versicherte hatte nun die Ideen, seine Kinder einfach bei der Debeka (wo er selbst versichert ist) nachzuversichern. Debeka bot an, zwei Monate maximal zurück zu datieren und damit den Beginn auf den 01.01.2019 festzusetzen. Das gefiel aber der GKV nun gar nicht. Entweder „Sie weisen einen lückenlosen Versicherungsschutz zum 01.01.2018 nach, oder es muss die freiwillige Versicherung erklärt werden.“, schrieb diese dem Familienvater. Eine solche freiwillige Versicherung muss aber auch regulär gekündigt werden. Bei dem Erhalt des Briefes im März 2019 hätte das also bedeutet:

Die rückwirkende und freiwillige Versicherung beider Kinder per 01.01.2018 erklären und diese sofort wieder kündigen. Damit wäre eine Kündigung zum Ende des übernächsten Monats (also April 2019) möglich und endet dann (wenn eine PKV nachgewiesen wurde) per 01. Juni 2019. Für die rückwirkenden Monate (Januar 2018 bis Mai 2019) müssen dann die Beiträge für eine freiwillige Versicherung gezahlt werden, in unserem Fall also 6.290 €.

Dem wollte der Beamte entgehen, hat er doch 80% Beihilfeanspruch für die Kinder und eine private Versicherung würde ca. 35 € kosten. Also 35*2 Kinder * 17 Monate = 1.190 €.

Doch daraus wurde nichts. Neben der eigenen Versicherung (der Debeka) weigerte sich auch die private Krankenzusatzversicherung der Mutter, die HUK Coburg, eine solche Absicherung rückwirkend anzubieten. Diese bot noch nicht einmal einen Schutz ab 01. 01. 2019 an, sondern nur in die Zukunft gerichtet.

Die zu stellenden Gesundheitsfragen in beiden Fällen sich zudem noch ein weiteres Thema, gerade wenn die Kinder nicht ganz gesund sind oder aber laufenden Behandlungen (Kieferorthopädie zum Beispiel) anstehen oder bereits angeraten wurden.

In diesem Fall kam noch erschwerend dazu, dass es auch hier weitere Behandlungen in den letzten Monaten gab, wonach ein privater Schutz eher ausgeschlossen werden kann. Eine andere Wahl als nachzuzahlen und die Kinder nun privat zu versichern gab es da leider nicht. Da tun die 6.200 € schon weh, zumal es ab Beginn in der PKV viel einfacher gewesen wäre, dazu als Beamter deutlich günstiger.

Optionen als Lösung

Eine Lösung des Problems? Ein Optionstarif. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, welche Kriterien nötig sind, um ein solche Option zu erfüllen, Die HALLESCHE Krankenversicherung hat vor einigen Wochen einen solchen Tarif aufgelegt und bietet einen Schutz für genau diese Fälle.

Mit dem Optionsbaustein OPTI FLEX bietet sich damit eine Möglichkeit, welche auch bei Entfall der Familienversicherung einen solcher Versicherungsschutz aktiviert werden kann. Wer also für seine Kinder vorsorgt und sich bei Geburt oder dem Wechsel in die PKV für einen solchen Baustein entscheidet, der kann hier durchaus vorsorgen und große Schwierigkeiten vermeiden. Mit einem Beitrag von knapp über 7 Euro pro Monat ist diese Option durchaus das Geld wert.

Denken Sie also bei Geburt eines Kindes, dem Wechsel eines Elternteile in den Beamtenstaus oder dem Wechsel in die PKV auch oder gerade an die Optionen für Ihr Kind.

13.
November '18

Kann ich mein Kind rückwirkend privat in der PKV versichern?


Der erste Schock ist überwunden, die gesetzliche Krankenkasse hat gekündigt und fordert nun rückwirkend Beiträge nach. Alle Details warum diese das kann, darf und sogar muss habe ich Ihnen hier aufgeschrieben.

Die GKV kündigt rückwirkend die Familienversicherung – was Sie tun können

Die erste Verwunderung ist nun vorbei, jetzt geht es an die weitere Planung wie denn die Kinder zukünftig versichert sein sollen und welches System das passende ist. Forderungen der gesetzlichen Krankenkasse, ein Beitragsbescheid und die Befürchtung „die großen Summen kann ich so schnell gar nicht zahlen“ sind nicht gerade hilfreich für eine besonnene Entscheidung. Die bedarf es aber!

Schnell folgt dann eine durchaus entscheidende Frage, die auf den ersten Blick auf der Hand liegt.

Kann ich mein Kind rückwirkend privat in der PKV versichern?

Das ist nachvollziehbar, denn wenn die gesetzliche Kasse nun einmal 180 EUR oder mehr pro Monate will und es noch nicht einmal einen Arbeitgeberzuschuss für das GKV versicherte Kind gibt, dann kommt schnell die Idee der PKV. Mehrmals die Woche erwartet mich diese Frage im LiveChat, welchen Sie für weitere Rückfragen gern nutzen können.

Doch so einfach ist es dann doch nicht und die Unternehmen der privaten Krankenversicherung können und wollen dann doch keinen Versicherungsschutz für die letzten Jahre rückwirkend bieten, manche nicht einmal einen Tag. Damit zumindest verständlich wird warum, sollten Sie die Unterschiede zwischen dem technischen, materiellen und formellen Versicherungsbeginn zu kennen. (Versicherungsbeginne in der PKV – hier mehr Erklärungen dazu)

Doch bevor wir uns die Möglichkeit der Weiterversicherung anschauen und uns mit der ToDo Liste für Sie beschäftigen, davor klären wir erst einmal, wann der Schutz der GKV endet.

Wann endet der Schutz in der gesetzlichen Krankenkasse

Wir müssen hierbei unterscheiden, ob der Schutz der Familienversicherung nach § 10 SGB V endet, oder ob der Schutz in der GKV generell beendet wird und damit auch keine Leistungen mehr erbracht werden. Bisher war die gesetzliche Krankenkasse davon ausgegangen, die Kinder wären kostenfrei im Rahmen der Familienversicherung versichert. Das ist nun nicht mehr so. Durch Kenntnis neuer Umstände und/ oder eines ausgefüllten Familienfragebogens weiß diese nun, dass ein Schutz nicht mehr kostenfrei bestehen kann.

Dennoch gilt auch weiterhin die Versicherungspflicht und damit ist nicht einfach Schluss mit GKV Leistungen. Dennoch möchte die Krankenkasse natürlich dann für Ihre Leistungen Geld, einen Beitrag als freiwilliges Mitglied.

Durch diese Regelungen, unter anderem begründet in §193 VVG (Versicherungspflicht), §10 SGB V (Familienversicherung) und weitere. Aus dem §10 ergibt sich übrigens auch die Verpflichtung, geänderte Umstände zu melden. Dort heißt es:

(6) Das Mitglied hat die nach den Absätzen 1 bis 4 Versicherten mit den für die Durchführung der Familienversicherung notwendigen Angaben sowie die Änderung dieser Angaben an die zuständige Krankenkasse zu melden. Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen legt für die Meldung nach Satz 1 ein einheitliches Verfahren und einheitliche Meldevordrucke fest.

Weitere Regelungen dazu finden sich auch im §9, denn dort heißt es:

§ 9 Freiwillige Versicherung
(1) Der Versicherung können beitreten

  1. (…)

  2. Personen, deren Versicherung nach § 10 erlischt oder nur deswegen nicht besteht, weil die Voraussetzungen des § 10 Abs. 3 vorliegen, wenn sie oder der Elternteil, aus dessen Versicherung die Familienversicherung abgeleitet wurde, die in Nummer 1 genannte Vorversicherungszeit erfüllen,

Auch da seht können, nicht müssen. Wer sein Kind also nicht in der GKV weiterversichern möchte, der braucht das eben nicht tun. Dann bedarf es aber eines anderen Schutzes, welcher die Voraussetzungen zur Versicherungspflicht erfüllt- die PKV.

Wie bekomme ich rückwirkenden PKV Schutz?

In den meisten Fällen wollen und können die privaten Versicherer den Schutz nicht rückwirkend abbilden. Einige bieten an, für die letzten Monate einen Versicherungsschutz zu gewähren, hierbei gibt es aber einige Stolperfallen zu beachten.

1.) Rückwirkender Antrag und Beginn bedeutet keine Rückwirkende Leistung

2.) Leistungen aus der GKV müssen ggf. zurück gezahlt werden

3.) Es kann, muss aber nicht die eigene Gesellschaft sein.

Um einen solchen Schutz zu bekommen ist eine umfangreiche Beratung nötig. Mal „schnell eben nebenbei“ lässt sich ein solches Konstrukt nicht abbilden. Der Schutz der gesetzlichen Krankenkasse endet nicht einfach so und automatisch, Sie müssen etwas tun.

Folgende Unterlagen brauchen Sie für eine Beratung

Bevor es überhaupt Überlegungen gibt, die Kinder nun teilweise rückwirkend privat zu versichern, besorgen Sie bitte folgende Unterlagen und scannen sie ein, um diese bei einer Beratung greifbar zu haben.

1.) Kopie Ihres letzten Versicherungsscheins der eigenen PKV

2.) Kopie des Schreibens der GKV, ggf. mit dem zugegangenen Beitragsbescheid

3.) U Untersuchungshefte der Kinder (dabei auch die like Seite, auch oder gerade wenn dort nichts angekreuzt ist)

Weiterhin machen Sie sich bitte Gedanken zu dem gewünschten Versicherungsschutz. Dabei helfen Ihnen

1.) die Auswahlkriterien zur PKV

2.) der Kriterienfragebogen zur PKV

Mit all diesen Unterlagen wenden Sie sich an einen qualifizierten Berater. Dieser wird dann die Möglichkeiten mit Ihnen herausfinden und Ihnen zeigen, bei welchen Gesellschaften Sie den Schutz auch rückwirkend bekommen können. Das wird jedoch niemals über einen Zeitraum mehrerer Jahre gehen, ist aber auch dort auch aus anderen Gründen nicht sinnvoll.

Die GKV muss daher wirksam beendet und dort ein neuer Schutz nachgewiesen werden. Die private Krankenversicherung leistet aber auch dann nicht rückwirkend, wenn Sie dort eine Prämie zahlen. Es kann jedoch dennoch sinnvoll sein diese soweit als irgend möglich zurück zu datieren und einen solchen Schutz der GKV nachzuweisen. Fragen zur Rückforderung von GKV Behandlungskosten stehen dann noch zusätzlich im Raum und sollten besprochen werden.

Weiterhin sollten Sie nie voreilig eine freiwillige Versicherung in der GKV für die Kinder erklären oder einen solchen Antrag unterschreiben.

Fazit

Ein Schutz in der PKV ist auch rückwirkend möglich, wenn auch nicht über Jahre zurück. Hierbei sind jedoch verschiedene Fragen zu klären und Gegebenheiten zu berücksichtigen, welche in eine ausführliche Beratung gehören. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an einen spezialisierten Berater oder nutzen die Kontaktmöglichkeiten hier auf der Seite oder im LiveChat

07.
November '18

Die GKV kündigt rückwirkend die Familienversicherung – was Sie tun können


Es scheint gerade wieder „in“ zu sein bei den gesetzlichen Kassen, die Prüfung der Familienversicherung der Kinder. Nur damit kein falscher Eindruck entsteht, die Kassen müssen das tun und tun das auch zurecht.

Warum wird die Familienversicherung geprüft?

Die gesetzliche Krankenkasse tut das, was die tun muss. Sie prüft die Voraussetzungen der gesetzlichen Familienversicherung der Kinder. Anders als die freiwillige Versicherung in der GKV ist eine Familienversicherung unter verschiedenen Voraussetzungen beitragsfrei und kostet somit keinen Beitrag.

Dabei müssen eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt werden, welche im weitesten Sinne in dem Paragraphen 10 des Sozialgesetzbuches V festgeschrieben sind. Damit es etwas einfacher zu prüfen ist, habe ich ein Schema erstellt. Gehen Sie dieses langsam von oben nach unten durch. Dadurch prüfen Sie selbst ob ein Anspruch auf (kostenfreie) Familienversicherung der Kinder besteht oder ob Beiträge fällig werden.

Muss ich die Kasse selbstständig informieren?

Viele von Ihnen werden auf diese Seite gekommen sein, weil die Kasse gerade einen Fragebogen geschickt hat oder gar schon einen Beitragsbescheid. Auch die Kündigung der Familienversicherung ist ein Anlass danach zu googeln und so landen einige von Ihnen hier.

Haben Sie vorher bereits zusammengelebt und vielleicht gemeinsame Kinder, so ändert sich die Situation der Versicherung der Kinder oft bei der Hochzeit. Hier besteht durchaus die Pflicht zur Information. Ist dieses nicht erfolgt, so schickt die gesetzliche Krankenkasse früher oder später einen so genannten „Fragebogen zur Familienversicherung“. Mit diesem soll geprüft werden, ob die Kinder einen Anspruch auf eine kostenfreie Weiterversicherung haben.

Ist dem nicht so, so kann die Kasse reagieren und Sie sich entscheiden. Informieren Sie die Kasse nicht und hoffen nun „wird schon nichts passieren“, so ist das keine gute Wahl. Irgendwann stehen hohe Nachzahlungen im Raum und es macht die Situation nicht besser.

Sie sollten die Krankenkasse informieren, wenn

  • – wenn sich der Familienstand ändert

  • – wenn ein Kind geboren wird

  • – wenn sich der Status eines Elternteils ändert (GKV oder PKV)

  • – bei verändertem Einkommen/ Zugang des Steuerbescheides

Darf die Kasse die Kinder aus der GKV werfen?

Generell wirft Sie die Kasse nicht raus, auch wenn das oftmals so geschildert wird oder so erscheint. In dem Schreiben der gesetzlichen Krankenkasse heißt es oft:

„Wir kündigen hiermit die Familienversicherung der Kinder rückwirkend zum _____. Bitte senden sie uns den Antrag auf freiwillige Weiterversicherung bis zum ____ zu.“

Damit endet die freiwillige Familienversicherung, es endet aber nicht der Versicherungsschutz für die Kinder.

Haben die Kinder sofort keinen Versicherungsschutz?

Aufgrund der herrschenden Versicherungspflicht kann auch niemand ohne Versicherungsschutz sein. Dieser besteht also bei der GKV weiter, auch wenn Sie hierfür nun (rückwirkend) Beiträge zahlen müssen.

Ihr Kind ist also auch weiterhin versichert, auch müssen Sie keine Kosten für ärztliche Behandlungen zurückzahlen. Alle bisher erstatteten Kosten für Ärzte, Krankenhäuser und auch den Kieferorthopäden werden Sie auch weiterhin erstattet bekommen bzw. müssen diese auch nicht zurückzahlen.

Muss ich nachzahlen?

Ja. Endet die Familienversicherung rückwirkend, dann müssen die Beiträge ab dem Termin nachgezahlt werden. Dabei wäre es auch ungerecht wenn dem nicht so wäre, denn sonst fördert dieses „ich mache mal nix, wird schon klappen“. Die Versicherten, welche es direkt melden und damit Beiträge zahlen sollen nicht gegenüber denen die es nicht melden (ob bewusst oder aus Unwissenheit) benachteiligt werden.

Die gesetzliche Krankenkasse kann dabei auch Beiträge der letzten drei Versicherungsjahre nachfordern, das bedeutet bei einer Festsetzung in 2018 müssen Sie auch die Monate aus 2015 noch nachzahlen.

Durch solche langen Fristen und oft auch verspätete Steuerbescheide führt dieses oft zu hohen Nachzahlungen.

Wie hoch ist der Beitrag für freiwillig versicherte Kinder?

Das kommt auf das Einkommen an. Hat das Kind kein anderes Einkommen, so muss dieses den Mindestbeitrag zahlen. Dabei gilt für Kinder der ermäßigte Beitragssatz (ohne Anspruch auf Krankengeld) Für Kinder liegt dieser je nach Krankenkasse und deren Zusatzbeitrag bei:

  • 150 – 165 EUR/ Monat für die Krankenversicherung

  • plus ca. 25 EUR/ Monat für die Pflegepflichtversicherung

Damit fallen schon einmal knapp 180 EUR pro Monat an. Bei einer Rückforderung von 3 Jahren liegen diese Beitragsbescheide somit schnell bei 6.500 Euro oder mehr. Wer dazu mehrere Kinder hat, der hat eine solche Rückforderung für jedes Kind zu zahlen.

Gibt es Ratenzahlung?

Ja, sprechen Sie rechtzeitig mit der gesetzlichen Kasse und klären die Umstände. Ist der Beitragsbescheid erlassen, beachten Sie bitte darauf die Rechtsbehelfbelehrung. Diese enthält eine Frist, in der müssen Sie auf eine Festsetzung reagieren, da diese sonst (selbst wenn diese falsch wäre) wirksam wird.

Meine Kasse stellt mir über 700 EUR pro Monat und Kind in Rechnung?

Einigen Versicherten schreiben die Kassen vorab und fordern den Familienfragebogen oder weitere Unterlagen an. Werden solche Anfragen ignoriert, so sehen die Kassen als einzige Chance dann noch einen Beitragsbescheid zum Höchstbeitrag. Damit unterstellt man dem Kind eigene Einkünfte und berechnet daher den Höchstbeitrag. So werden statt der 180 EUR schnell einmal 750 EUR pro Monat und aus 7.000 EUR Rückforderung schnell 27.000 EUR. Eine solche Geschichte finden Sie in meinem Beitrag HIER.

Wie kann ich meine Kinder nun versichern?

Generell besteht hier Wahlfreiheit. Auch eine Pflicht das Kind nun in der Privaten Krankenversicherung (PKV) zu versichern besteht nicht. Das habe ich in meinem Beitrag hier bereits erklärt.

Mein Kind muss „ja dann auch“ in die Private Krankenversicherung (PKV)

Dabei besteht somit als erstes die Möglichkeit die Kinder auch weiterhin in der gesetzlichen Krankenkasse zu versichern. Dabei fallen dann die oben beschriebenen Beiträge an. Dazu muss ein Antrag auf freiwillige Versicherung gestellt werden.

Soll das Kind aber in der PKV versichert werden, so sollten Sie diesen Antrag gerade nicht stellen. Einige Tücken sind hier zu beachten um nicht unnötig lange in der GKV gebunden zu sein.

Wer sich für die gesetzliche Krankenkasse (GKV) für seine Kinder entscheidet, der muss zwingend beachten: Ein Anspruch auf Arbeitgeberzuschuss für eine freiwillige Versicherung besteht nicht.

Arbeitgeberzuschuss für Kinder und freiwillig GKV Versicherte

Wenn das Kind in die PKV soll…

oder zumindest dieses überlegt wird, dann steht Beratung an erster Stelle. Dabei müssen nicht nur viele Auswahlkriterien beachtet werden, auch einige Mythen sind aus dem Weg zu räumen.

Es muss nicht die gleiche Versicherung sein, bei der die Eltern versichert sind, es muss auch nicht der gleiche Schutz sein und vieles mehr.

Wie Sie die Kinder rückwirkend versichern können, ob und wie weit in die Vergangenheit dieses möglich ist, das erkläre ich in einem weiteren Beitrag. Zunächst gilt aber:

  • – keine Anträge bei der GKV unterschreiben

  • – sich beraten lassen

  • – auch bei hohen Beitragsbescheiden nicht erschrecken lassen

  • – auf die Fristen zum Widerspruch achten (Begründung kann nachgereicht werden)

28.
Februar '17

GKV will eine Nachzahlung – muss mein Kind nun in die private Versicherung?


Manchmal sind so Tage und weil heute so einer ist, greife ich doch ein Thema mal wieder auf. Zu diesem gibt es eine Infografik, welche gerade in abgewandelter Form die Runde im Netz macht, ich sage nur, Urheberrecht. Darum soll es aber hier gar nicht gehen, sondern eher um die Frage wo denn das Kind zu versichern ist und warum eine Familienversicherung auch rückwirkend und sehr schnell enden kann, was meist teuer wird.

Bereits in meinem Beitrag zum Thema

GKV fordert Nachzahlung für die Versicherung meiner Kinder

habe ich einen Fall geschildert, der schnell mal 10.000€ und mehr kosten kann. Zu recht oft aber auch in vielen Fällen nicht ganz so einfach zu bewerten. Gerade wenn ein Elternteil selbstständig und privat Krankenversichert ist, stellt sich die Frage nach der Einstufung der Kinder und der Beitragsfreien Familienversicherung.

Schwankendes Einkommen bei Selbstständigen ist ein Problem

Auch gestern hatte ich gerade so einen Anruf. Schwankendes Einkommen des Vaters, dieser war selbstständig und hatte „mal“ ein gutes Jahr, überschritt also die Jahresarbeitentgeltgrenze (JAEG) und schon, schwups wäre es vorbei mit der beitragsfreien Versicherung der Kinder. Die gesetzliche Krankenkasse hatte jedes Jahr einen Steuerbescheid angefordert und auch bekommen, bis auf ein Jahr. Dieses Jahr war aber nun gerade das, in dem die Jahresarbeitentgeltgrenze (JAEG) überschritten wurde. Das kann ein Versehen gewesen sein, hinterlässt aber am Ende einen faden Beigeschmack.

Entwicklung der JAEG und BBG (KV), 2000-2017, Diagramm

 

Nun lag bei dem entsprechenden Selbstständigen das Einkommen also immer unter der JAEG, der Grenze die auch über die Versicherungspflicht bei Angestellten und beeinflusst auch die Frage, wo das Kind zu versichern ist. Jetzt, Jahre später fiel der gesetzlichen Krankenkasse dieses auf und (im Rahmen der Verjährungsfristen) forderte diese einen neuen Steuerbescheid für das Jahr an.

Der Kunde reichte den auch gleich ein, hatte jedoch etwas „Panik“ am Wochenende, ob denn die Kinder rückwirkend aus der GKV „rausfliegen“, damit gar keinen Versicherungsschutz mehr haben und hatten und was wohl mit den Arztrechnungen sein wird, schließlich war eines der Kinder auch im Krankenhaus in dem Jahr und vieles mehr. Also Sorgen, Ängste und Verunsicherung. Daher noch einmal im Detail die Erklärungen zu den einzelnen Fragen, anhand des aktuellen Falls kann dieses dann auch durchaus anderen helfen und ein sorgenvolles Wochenende verhindern.

Die GKV fordert den Steuerbescheid, darf diese das?

Ja, denn irgendwoher muss ja die Grundlage der Einstufung kommen. Die Verpflichtung, Auskunft über seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu bekommen gibt es im Sozialgesetzbuch V, welches die Grundlage bildet. Zudem haben Gericht erst kürzlich entschieden, sogar eine Auskunftsanfrage an das Finanzamt sei zulässig, damit die Kasse der Beitragsveranlagung nachkommen kann.

Also sollten Sie, so eine solche Anfrage kommt, prüfen ob Sie in der Vergangenheit die Auskunftsverpflichtungen erfüllt haben und diese Auskünfte auch dann erteilen. Erst danach kann auch die Frage gestellt werden,

verliert mein Kind die kostenlose Familienversicherung?

Das kommt auf die Gesamtumstände an. Zunächst sollte damit geklärt werden, welcher der Eltern wo versichert ist und wie hoch die Einkünfte in dem jeweiligen Jahr liegen. Das finden Sie am einfachsten mit dem entsprechenden Steuerbescheid für das jeweilige Jahr heraus. Bitte beachten Sie hier die unterschiedlichen Positionen wie Bruttoeinkommen, zu versteuerndes Einkommen und dieses auch immer für die jeweiligen Personen separat. Verheiratetet werden in der Regel zwar steuerlich zusammen veranlagt, dennoch haben aber diese jeder ein eigenes Einkommen, welches für die GKV relevant ist.

Eine Übersicht und ein einfaches Schema, wo die Kinder dann versichert sind oder ob diese den Anspruch auf die kostenlose Familienversicherung verlieren, habe ich Ihnen bereits seit einigen Jahren zur Verfügung gestellt.

PKV oder GKV- wo muss mein Kind versichert werden, Übersicht

Dabei müssen Sie, wenn es rückwirkend betrachtet werden soll, nur die entsprechende Zahl der JAEG in dem jeweiligen Jahr ersetzen. Die nötigen Zahlen (mehr …)

07.
Dezember '16

Familienversicherung beendet – kann ich mein Kind rückwirkend versichern?


Es ist wieder einmal Jahresende und die gesetzlichen Krankenkassen brauchen Geld. Nein, nicht ganz, der Gesundheitsfond braucht Geld um die Ausgaben zu schultern. Nicht nur deshalb wird momentan (glaube ich den Anfragen im LiveChat oder per Mail) verstärkt angefragt und die Familienversicherung beendet, rückwirkend.

Daraus resultieren zum Teil Nachzahlungen > 10.000 € und die gesetzlichen Kassen beabsichtigen nicht diese zu reduzieren, warum auch, denn das Geld steht Ihnen zu. Da sich aber einige Fragen häufen, hier mal eine kleine Liste mit Fragen und Antworten zum Ende des kostenfreien Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse, der Weiterversicherung oder aber der Mitversicherung in der privaten Krankenversicherung.

Aber ich wusste doch nicht, dass….

Nun, „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“, hat schon meine Oma damals gesagt. Nur weil ich als Versicherter einer gesetzlichen Kasse oder als Eltern eines familienversicherten Kindes nicht wusste wann die Familienversicherung endet, nur dann bedeutet das auch nicht nichts zahlen zu müssen. Die gesetzliche Krankenkasse prüft daher normalerweise regelmäßig das Einkommen. Umfangreiche Auskunftspflichten des Versicherten ergeben sich aus dem Sozialgesetzbuch V, dort heisst es unter anderem

§ 206 SGB V Auskunfts- und Mitteilungspflichten der Versicherten
(1) Wer versichert ist oder als Versicherter in Betracht kommt, hat der Krankenkasse, soweit er nicht nach § 28o des Vierten Buches auskunftspflichtig ist,

  1. auf Verlangen über alle für die Feststellung der Versicherungs- und Beitragspflicht und für die Durchführung der der Krankenkasse übertragenen Aufgaben erforderlichen Tatsachen unverzüglich Auskunft zu erteilen,
  2. Änderungen in den Verhältnissen, die für die Feststellung der Versicherungs- und Beitragspflicht erheblich sind und nicht durch Dritte gemeldet werden, unverzüglich mitzuteilen.
    Er hat auf Verlangen die Unterlagen, aus denen die Tatsachen oder die Änderung der Verhältnisse hervorgehen, der Krankenkasse in deren Geschäftsräumen unverzüglich vorzulegen.
    (2) Entstehen der Krankenkasse durch eine Verletzung der Pflichten nach Absatz 1 zusätzliche Aufwendungen, kann sie von dem Verpflichteten die Erstattung verlangen.

Nun ist eine Hochzeit durchaus ein solches Ereignis und ändert die Lebensumstände deutlich. Daher ist eine solche auch der Krankenkasse anzuzeigen, was meist einen Fragebogen zur Versicherung des neuen Ehepartners und eine Prüfung der Familienversicherung nach sich zieht.

Nur weil die Kasse nicht fragt, heisst es also nicht, dass es diese nicht interessiert- SIE müssen dennoch UNVERZÜGLICH informieren. Ob das Kind dann weiter Familienversicherungsanspruch hat und damit kostenfrei versichert ist und bleibt, das können Sie hier einfach nachschauen:

kind-wo-versichert-2016

Ach, wird schon gut gehen…

Einige von Ihnen, die diesen Artikel jetzt lesen, haben es wirklich nicht gewusst. Diese waren vom Schreiben der Krankenkasse ernstlich überrascht und geschockt über die Beitragsnachforderung von einigen tausend Euro und zudem der neuen Berechnung des monatlichen Beitrags. Andere wiederum werden sich nun ertappt fühlen, ertappt bei dem „ach ja, wusste ich, dachte es geht schon gut“ Gedanken und nein, Sie müssen weder Ihrer Kasse noch mir sagen zu welcher Gruppe Sie gehören.

Es gibt aber durchaus viele Versicherte die nach Ihrer Heirat erst einmal abwarten und nichts tun. Einige wissen jetzt schon um den Wegfall der beitragsfreien Familienversicherung und die Beitragspflicht der Kinder. Aber… dann liegt es erstmal, es fragt ja keiner und Versicherungsschutz besteht auch erstmal- also bleibt es da liegen wo es ist. Wer zahlt schon gern (zusätzliche) 170 € oder mehr für die gesetzliche Krankenkasse des Kindes, wenn es doch auch ganz bequem kostenfrei geht.

Diese Gruppe, vielleicht gehören Sie ja dazu, sollte sich gut überlegen ob dieser Zustand so bleiben soll und falls Sie sich dafür entscheiden sollten, dann machen Sie sich Gedanken über die Konsequenzen und legen den Betrag Monat für Monat schon mal zur Seite. Die Kassen sind- anders als früher- weit mehr „hinterher“ und treiben Ihre Beiträge auch ein, zu recht übrigens.

Fliegen die Kinder rückwirkend aus der GKV raus?

Es ist zunächst ein Unterschied ob die Familienversicherung endet, oder ob der Versicherungsschutz gänzlich beendet wird. Daher ist es hier sinnvoll grundsätzlich die Begriffe zu klären. Die Kinder, so Sie denn keinen Anspruch mehr auf die Familienversicherung haben, fallen damit rückwirkend aus dieser heraus. Das heisst eben aber NICHT, dass hier keine Leistungs-/ Beitragspflicht in der GKV besteht. beendigung-fam-vers

Gerade weil hier niemand wusste (oder wissen wollte) das diese kostenfreie Mitgliedschaft nicht mehr existiert, wurden meist für die Kinder auch Leistungen genutzt. Also die Karte der GKV beim Arzt vorgelegt und eingesetzt und damit auch Kosten produziert. Somit steht der GKV natürlich auch ein Beitrag zu und diesen versucht diese über einen Bescheid zum (rückwirkenden) Ende der Familienversicherung geltend zu machen.

Was ist mit erbrachten Leistungen, Arztrechnungen, Medikamenten?

Wie oben in der Grafik zu erkennen, bestand zu jeder Zeit Versicherungsschutz in der GKV und das hier fälschlicherweise. Denn eigentlich wäre (bei rechtzeitiger Meldung) die Frage der Familienversicherung am Tag oder nach der Hochzeit entscheiden worden. DANN HÄTTEN Sie damals entscheiden können, ob Ihr Kind in der GKV freiwillig versichert werden soll, oder ob Sie dieses in der PKV versichern wollen. (Achtung: Beamte haben Ausnahmen, die siehe unten)

Da diese Entscheidung nicht getroffen wurde/ werden konnte, muss dieses nun rückwirkend betrachtet werden. Die gesetzliche Kasse wäre und ist auch für alle Leistungen aufgekommen, die Ihr Kind im Rahmen einer ärztlichen Versorgung hätte nutzen wollen und sollen. Diese Leistungen sind natürlich mit Kosten verbunden und würden Sie die GKV rückwirkend verlassen, so wären diese Kosten zu erstatten.

Laufende Kieferorthopädie in der GKV

Problematisch wird es jetzt. Hat Ihr Kind eine laufende kieferorthopädische Behandlung in der GKV Zeit begonnen, so wurde hierfür ein Heil- und Kostenplan eingereicht und die GKV hat diesen genehmigt. Einige Kassen bieten zudem ergänzende Leistungen an, welche nicht übertragbar auf andere Kassen und schon gar nicht auf die PKV sind. Selbst wenn die PKV den Antrag auf Krankenversicherung für das Kind annehmen würde, so müssten Sie mit einem Ausschluss der laufenden (oder generell der) Kieferorthopädie rechnen. Eine laufende Behandlung lässt sich nicht versichern, das wäre wie ein brennendes Haus gegen Feuer versichern zu wollen. Zudem gelten ggf. Wartezeiten, so wird ein solcher Wechsel hier mehr als unmöglich/ unattraktiv.

Rückwirkende Versicherung in der PKV

Hier stehen wir vor einem weiteren Problem. Die rückwirkende Versicherung in der privaten Krankenversicherung ist meist nicht möglich. Nun denken leider viele, es müsste doch toll sein für die PKV, keine Leistungen erbringen weil der Zeitraum schon rum ist und dennoch Beiträge kassieren. Klingt gut, ist es aber dennoch nicht. Die private Krankenversicherung wird den Antrag auf PKV für das Kind maximal einige Monate rückdatieren können und wollen. Eine rückwirkende Versicherung für Jahre ist nicht machbar.

Daher stellt sich die Frage wo das Kind wie am besten versichert bleiben oder werden kann. Einige Möglichkeiten und Optionen stehen Ihnen dann zur Verfügung, je nachdem welche am besten passt. Hierzu bedarf es in der Regel Beratung und Aufklärung, denn diese Entscheidung ist so einfach nicht wieder zu revidieren. Daher schauen wir und gern einmal die Optionen weiter an.

weiterversicherung-kinder-nach-ende-famv

Option 1:

Dauerhafte Versicherung in der gesetzlichen Krankenkasse. Dieses ist eine Möglichkeit und von der Abwicklung zudem recht einfach. Sollten Sie sich also dafür entscheiden das Kind weiterhin und dauerhaft in der GKV zu lassen, so erklären Sie dieses gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse. Dort wird in der Regel ein Antrag auf freiwillige Mitgliedschaft gefordert und dieser ist einzureichen. Damit wird aus der kostenfreien Familienversicherung gem. § 10 SGB V eine freiwillige Versicherung gegen eigenen Beitrag.

Der Beitrag hierfür liegt in etwa bei 170-180 € monatlich inklusive der Pflegepflichtversicherung. Bitte beachten Sie hierbei noch, es gibt dann für diese Beiträge KEINEN Arbeitgeberzuschuss zur Kranken-/ Pflegeversicherung. Sollten Sie sich später doch für einen Wechsel in die PKV entscheiden, gilt KEINE Bindungsfrist von 18 Monaten, auch wenn die gesetzlichen Kassen das gern mal behaupten.

Artikel: Keine Bindungsfrist bei Wechsel in PKV

Option 2:

Sollten Sie sich entscheiden Ihr Kind in der privaten Krankenversicherung versichern zu wollen, so muss hier zunächst einmal der passende Tarif und der Versicherer gefunden werden. Dieses muss NICHT der Versicherer sein, bei dem Sie selbst oder ein anderes Elternteil versichert ist, sondern kann frei gewählt werden.

Nicht alle Unternehmen versichern Kinder auch allein, eine

Übersicht der Unternehmen mit Kinderalleinversicherung

finden Sie bei mir hier im Downloadbereich. Sollten Sie hierüber nachdenken, handeln Sie bitte nicht übereilt und überlegen sich genau welche Leistungen Ihr Tarif enthalten soll und welche Leistungserweiterungen (zBsp. Naturheilkunde, Osteopathie, Kieferorthopädie etc) für Ihr Kind wichtig sind. Weitere HINWEISE was hier zu beachten ist und welche Fragen beantwortet werden sollten, habe ich unter dem Punkt „Auswahlkriterien“ zusammengestellt. Nachdem Sie dieses für sich beantwortet haben, füllen Sie gern den Fragebogen zur Krankenversicherung einmal aus. Erst danach lassen sich Unterschiede zwischen den vielen Tarifen herausfiltern und der passende Schutz finden.

Der Versicherungsschutz in dieser Option beginnt in der Zukunft, frühestens jedoch zum nächsten Monatsersten. Dabei stellen Sie einen entsprechenden Antrag und übersenden der GKV später den Nachweis der Weiterversicherung, die so genannte Folgeversicherungsbestätigung.

Option 3:

Diese ist vergleichbar mit der Option 2, jedoch geht der Schutz in der PKV noch einige Zeit zurück. Das sind bei den Unternehmen unterschiedliche Zeiten. Einige versichern gar nicht, andere einen, drei oder auch sechs Monate rückwirkend, in Ausnahmefällen auch länger. Auch hier wird das Kind privat versichert, auch hier gilt der Versicherungsschutz praktisch erst ab heute, die Gesellschaft bekommt aber für den rückwirkenden Zeitraum schon Prämien und die GKV kann ggf. in Absprache früher enden. Das ist nur dann sinnvoll, wenn in den Monaten KEINE Rechnungen oder andere Kosten angefallen sind, da die GKV diese sonst nachfordern würde.

Findet sich nun ein Versicherer welcher zurück datierten Versicherungsschutz bietet, gilt es noch mit der GKV zu klären welchen Austrittstermin Sie wählen können. Haben Sie aber einen Antrag auf freiwillige Versicherung in der GKV schon gestellt, so denken Sie bitte daran, dieser kann nur mit Frist zum Ende des ÜBERNÄCHSTEN Monats wieder gekündigt werden.

Option BEAMTE:

Bei den Beamten sieht es noch etwas anders aus. Hier besteht ggf. auch rückwirkend Anspruch auf Beihilfe, also eine Kostenerstattung welche bei Kindern meist bei 80% liegt. Ergänzend dazu sind dann noch die 20% Restkosten zu versichern. ACHTUNG: Einige Beihilfestellen gewähren den Zuschuss/ die Beihilfe erst dann, wenn Sie eine Absicherung der Restkosten nachweisen. Auch sind hier ebenfalls Vorgaben zur Versicherungspflicht zu erfüllen. Es reicht daher nicht aus, eine Beihilfe von X Prozent zu haben und den Rest selbst zu zahlen.

Was nun zu tun ist!

Überlegen Sie sich sehr genau, welches der beiden Systeme für die Weiterversicherung Ihres Kindes das richtige ist. Beachten (und lassen Sie sich beraten) Sie dabei auch die Sonderregelungen zum Krankengeld des Kindes, zur Kur und sonstigen Leistungen der GKV. Nachdem Sie entschieden haben wo das Kind versichert werden soll, bemühen Sie sich bitte um den passenden Schutz und ERST DANACH stellt sich die Frage welcher passende Beginn die richtige Variante ist.

Für Angebote und Vorschläge zur PKV von Kindern ist ZWINGEND eine Beratung notwendig. Anfragen a la „Schicken Sie mir doch mal den besten Tarif“ oder „machen Sie mir ein Angbeot für die PKV des Kindes“ und dazu „möglichst billig“ eignen sich nicht für eine Anfrage. Sollten Sie hierzu Fragen haben und Beratung benötigen, besorgen Sie bitte schon mal folgende Unterlagen

Sobald Ihnen all diese Unterlagen vorliegen, senden Sie mir gern eine Mail an [email protected] oder stellen Ihre Anfrage über den LiveChat (links unten) oder das Anfrageformular.

In den meisten Fällen lässt sich recht unkompliziert eine Lösung finden, die je nach Bedarf gesetzliche oder private Versicherung oder auch ein Mix aus beiden Systemen als Grundlage hat. Übereilt sollte solche Entscheidung nie getroffen werden. Auf Anfragen nach dem Einkommen oder geänderten persönlichen Verhältnissen nicht zu antworten und die GKV „betteln“ zu lassen ist hingegen keine wirkliche Option. Diese „Vogel Strauß“ Politik bringt Sie hier leider nicht weiter und macht es eher deutlich teurer.

Und natürlich sind Nachzahlungen in vierstelliger Höhe ärgerlich, andererseits bestand eben auch Versicherungsschutz und Leistungen wurden (oder wären) erbracht (worden). Daher gilt es jetzt das „Problem“ anzugehen und zu lösen.