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01.
April '19

Entfall der Familienversicherung – wie kann ich mein Kind rückwirkend versichern?


Allein in den letzten Tagen hatte ich unzählige Anfragen, welche sich alle mit einem Thema beschäftigen. Der rückwirkenden Aufnahme der Kinder, nachdem die gesetzliche Krankenkasse (GKV) das Ende der Familienversicherung erklärt hat. Manchmal passiert dieses nur einige Monate rückwirkend, manchmal aber für mehrere Jahre. Rechnet man dann die Beiträge zusammen, so kommen mit knapp 190 Euro pro Monat und manchmal zwei oder mehr Kindern leicht fünfstellige Beträge zusammen.

Ist das „Kind einmal in den Brunnen gefallen“, so ist der Ärger meist groß. Dann sind schnell Aussagen zu lesen wie:

  • – die private Krankenversicherung will mein Kind nicht rückwirkend aufnehmen
  • – maximal zwei Monate kann ich den Antrag in der PKV zurück datieren
  • – die GKV besteht auf eine rückwirkende Versicherung
  • – wenn ich nachweise, dass ich eine rückwirkende PKV finde, lässt mich die GKV auch raus

Klar, jetzt wird versucht die Nachzahlungen von einigen tausend Euro noch zu vermeiden. Das ist aber problematisch, denn selbst würde eine PKV noch für ein Jahr oder länger den Schutz erklären (und auch hierfür Beiträge verlangen), selbst dann wäre eine Leistung ausgeschlossen. Auch wenn Sie rückwirkend Beiträge zahlen, der Beginn der Versicherung heute führte dazu, dass Leistungen nicht übernommen werden.

Auch kann ein Arzt nicht damals als GKV (da dachten Sie ja noch es wäre die Familienversicherung) und nun plötzlich rückwirkend als private Leistung abrechnen. Also, lange Rede kurzer Sinn, es geht einfach nicht. Ich kann nicht heute einen Versicherungsschutz über Jahre abbilden, welcher damals versäumt wurde.

Familienversicherung – großes Problem bei Selbstständigen und schwankendem Einkommen

Problematisch und meist noch undurchsichtiger wird es, wenn das Einkommen schwankt. So ist es bei Selbstständigen und Freiberuflern. Hier kann es durchaus passieren, dass das Einkommen in einem Jahr über der JAEG liegt. Eine vereinfachte Übersicht wann und wie die Kinder zu versichern sind gibt es hier:

Ändert sich das Einkommen nun aber, so kann eine Familienversicherung auch rückwirkend entfallen. Steht zum Beispiel das Einkommen aus 2017 oder 2018 erst im Jahre 2019 fest, entfällt die Familienversicherung eben nicht erst zur Feststellung, sondern rückwirkend!

Für das Jahr Feststellung der entfällt die Familienversicherung rückwirkend für das jeweilige Jahr. Kommt also der Bescheid 2017 nun gerade im März 2019, so sind die Kinder ab dem Jahr 2017 nicht mehr gesetzlich in der Familienversicherung und müssen dort Beiträge zahlen, oder aber in die private Krankenversicherung. Das geht aber eben nicht rückwirkend.

Klar lassen sich bei einigen Unternehmen einmal zwei oder drei Monate überbrücken und Sie dürfen bis dahin nicht die freiwillige Versicherung beantragt haben, aber eine generelle Lösung kann das nicht sein.

Beamte und der rückwirkende Entfall bei Erhöhung der Besoldung

Ein ähnliches Problem haben Beamte, welche rückwirkend in eine höhere Besoldungsstufe eingruppiert werden oder wo Veränderungen der Besoldung erst Jahre später dokumentiert wurden. So kann auch hier aus einer recht kleinen Erhöhung der Bezüge ein größeres Problem werden. Auch hier ist es durchaus denkbar, dass die Familienversicherung rückwirkend entfällt und somit die gesetzliche Kasse nachträglich Beiträge nachfordert.

Gerade einem Fall aus der letzten Woche passierte genau das. Die GKV erklärte nun zum 01. Januar 2018 den Entfall der Familienversicherung und forderte die Beiträge für beide Kinder ab diesem Termin. Somit standen Beträge von über 5.000 € im Raum. (2 Kinder, 185 € monatlich für GKV inkl. Pflege, rückwirkend ab 01.01. des Vorjahres). Der Versicherte hatte nun die Ideen, seine Kinder einfach bei der Debeka (wo er selbst versichert ist) nachzuversichern. Debeka bot an, zwei Monate maximal zurück zu datieren und damit den Beginn auf den 01.01.2019 festzusetzen. Das gefiel aber der GKV nun gar nicht. Entweder „Sie weisen einen lückenlosen Versicherungsschutz zum 01.01.2018 nach, oder es muss die freiwillige Versicherung erklärt werden.“, schrieb diese dem Familienvater. Eine solche freiwillige Versicherung muss aber auch regulär gekündigt werden. Bei dem Erhalt des Briefes im März 2019 hätte das also bedeutet:

Die rückwirkende und freiwillige Versicherung beider Kinder per 01.01.2018 erklären und diese sofort wieder kündigen. Damit wäre eine Kündigung zum Ende des übernächsten Monats (also April 2019) möglich und endet dann (wenn eine PKV nachgewiesen wurde) per 01. Juni 2019. Für die rückwirkenden Monate (Januar 2018 bis Mai 2019) müssen dann die Beiträge für eine freiwillige Versicherung gezahlt werden, in unserem Fall also 6.290 €.

Dem wollte der Beamte entgehen, hat er doch 80% Beihilfeanspruch für die Kinder und eine private Versicherung würde ca. 35 € kosten. Also 35*2 Kinder * 17 Monate = 1.190 €.

Doch daraus wurde nichts. Neben der eigenen Versicherung (der Debeka) weigerte sich auch die private Krankenzusatzversicherung der Mutter, die HUK Coburg, eine solche Absicherung rückwirkend anzubieten. Diese bot noch nicht einmal einen Schutz ab 01. 01. 2019 an, sondern nur in die Zukunft gerichtet.

Die zu stellenden Gesundheitsfragen in beiden Fällen sich zudem noch ein weiteres Thema, gerade wenn die Kinder nicht ganz gesund sind oder aber laufenden Behandlungen (Kieferorthopädie zum Beispiel) anstehen oder bereits angeraten wurden.

In diesem Fall kam noch erschwerend dazu, dass es auch hier weitere Behandlungen in den letzten Monaten gab, wonach ein privater Schutz eher ausgeschlossen werden kann. Eine andere Wahl als nachzuzahlen und die Kinder nun privat zu versichern gab es da leider nicht. Da tun die 6.200 € schon weh, zumal es ab Beginn in der PKV viel einfacher gewesen wäre, dazu als Beamter deutlich günstiger.

Optionen als Lösung

Eine Lösung des Problems? Ein Optionstarif. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, welche Kriterien nötig sind, um ein solche Option zu erfüllen, Die HALLESCHE Krankenversicherung hat vor einigen Wochen einen solchen Tarif aufgelegt und bietet einen Schutz für genau diese Fälle.

Mit dem Optionsbaustein OPTI FLEX bietet sich damit eine Möglichkeit, welche auch bei Entfall der Familienversicherung einen solcher Versicherungsschutz aktiviert werden kann. Wer also für seine Kinder vorsorgt und sich bei Geburt oder dem Wechsel in die PKV für einen solchen Baustein entscheidet, der kann hier durchaus vorsorgen und große Schwierigkeiten vermeiden. Mit einem Beitrag von knapp über 7 Euro pro Monat ist diese Option durchaus das Geld wert.

Denken Sie also bei Geburt eines Kindes, dem Wechsel eines Elternteile in den Beamtenstaus oder dem Wechsel in die PKV auch oder gerade an die Optionen für Ihr Kind.

05.
November '18

Bundeskabinett legt durchschnittlichen Zusatzbeitrag der GKV für 2019 fest


Das Bundesgesundheitsministerium hat am 23. Oktober 2018 den neuen, durchschnittlichen Zusatzbeitrag in der gesetzlcihen Krankenkasse für das Beitragsjahr 2019 festgelegt.

Im Bundesanzeiger wurde dieses am 26. 10. 2018 bekanntgegeben.

Wie ändert sich der Zusatzbeitrag?

Ab dem 01. Januar 2019 sinkt somit der durchschnittliche Zusatzbeitrag um 0,1 Prozentpunkte auf damit 0,9%. Wichtig ist der durchschnittliche Zusatzbeitrah für die Bezieher von Arbeitslosengeld II und für die Berechnung des Arbeitgeberzuschusses zur PKV ab 2019.

Wie ich hier bereits erklärte, kehren wir ab 2019 wieder zu der paritätischen Versorgung zurück. Während Arbeitnehmer bisher die Beiträge für den Zusatzbeitrag allein tragen mussten, beteiligt sich der Arbeit

Was bedeutet dieses für Versicherte in der PKV?

Der Arbeitgeberzuschuss wird, aufgrund der Änderung der Jahresarbeitentgeltgrenze (JAEG) jährlich neu festgelegt. Durch die Rückkehr zur paritätischen Versorgung bekommen Versicherte in der privaten Krankenversicherung mehr Zuschuss. Der neue Höchstzuschuss zur privaten Krankenversicherung berechnet sich dann ab 2019 wie folgt:

neue Beitragsbemessungsgrenze (BBG): 54.450 EUR pro Jahr, 4.537,50 EUR pro Monat

Der Arbeitgeberzuschuss 2019 errechnet sich demnach wie folgt:

Zuschuss zur Krankenversicherung (Grundbeitrag)

14,6% GKV Beitragssatz, davon trägt der Arbeitgeber 7,3%

7,3% x 4.537,50 € = 331,24 € = AG Zuschuss zur Krankenversicherung 2019

Zuschuss zur Krankenversicherung (auf ZUSATZbeitrag)

DAZU kommt ab 2019 auch der kassenindividuelle ZUSATZbeitrag (dieser liegt zwischen null und 1,7 Prozent, der durchschnittliche ZUSATZbeitrag bei 0,9%)

ZUSCHUSS berechnet sich also in 2019 wie folgt: (legt man den durchschnittlichen Beitrag zu Grunde)

0,45% x 4.537,50 € = 20,42 € = AG Zuschuss zur Krankenversicherung TEIL II 2019

Somit bekommt der privat Versicherte Abrbeitnehmer, neben dem Zuschuss zur Pflegepflichtversicherung immer 50% des Beitrages der zur PKV gezahlt wird, maximal aber die Höchstbeiträge.

Dabei kann auch ein Zuschuss für Kinder und Familie gezahlt werden.

Arbeitgeberzuschuss: Wie Sie auch für Frau und Kind einen PKV Zuschuss vom Arbeitgeber bekommen

24.
August '18

Einbett- oder Zweibettzimmer? Oder reicht die Regelversorgung? – eine Gretchenfrage in der Privaten Krankenvoll- oder zusatzversicherung


Neben vielen anderen Leistungsbereichen in der privaten Krankenversicherung ist der Bereich der stationären Versorgung mit Abstand einer der kostenintensivsten Positionen. Anders als in der gesetzlichen Krankenkasse lassen sich hier die Leistungen je nach persönlichem Bedarf und persönlichen Vorlieben selbst zusammenstellen. Dabei geht es zum einen um eine andere Behandlung, die so genannte Chefarzt-oder Privatarztbehandlung und zum anderen um die Art der Unterbringung. Bevor wir uns aber mit den unterschiedlichen Möglichkeiten beschäftigen, schauen wir uns zunächst einmal die Versorgung der gesetzlich krankenversicherten Patienten im Krankenhaus an.

Welches Zimmer bekommt ein gesetzlich Versicherter (ohne private Zusatzversicherung)?

Ganz pauschal lässt sich die Frage nicht beantworten, denn dieses ist auch von der Ausstattung und den Möglichkeiten des Krankenhauses abhängig. Entscheidend ist aber dabei, dass es bei der so genannten Regelversorgung ausschließlich nach medizinischem Bedarf und den Möglichkeiten des Krankenhauses geht. Oftmals haben viele neue (oder renovierte) Kliniken heute drei unterschiedliche „Kategorien“ der Zimmer. Nehmen wir als Beispiel das SANA Krankenhaus hier in Bergen, also direkt bei mir um die Ecke. In diesem relativ neuen Krankenhaus gibt es folgende Zimmerkategorien.

Zunächst einmal die  Mehrbettzimmer. In diesen Zimmern befinden sich oftmals drei, vier oder maximal 5 Betten und diese Zimmer stellen die Standardkategorie und damit die so genannte Regelleistung dar. Wenn ich also als gesetzlich Krankenversicherter (oder als privat Versicherter mit einem Versicherungsumfang der ausschließlich Regelleistungen enthält) in diese Klinik eingeliefert werde, so komme ich in ein freies Zimmer. Wie viele Betten (und damit Zimmergenossen) ist tatsächlich habe, ist nicht vorher zu planen. Es kann also durchaus sein, dass der Patient mit 2 aber eben auch mit weiteren 4 Personen im Zimmer liegt.

Nächste Stufe, das Zweibettzimmer: wenn Sie stattdessen einen so genannten „Wahlleistungsvertrag“ mit dem Krankenhaus abschließen, so können Sie sich gegen eine entsprechende Zuzahlung das Zweibettzimmer erkaufen. Je nach Klinik und Ausstattung erhalten Sie damit eine garantierte Unterbringung mit maximal einem weiteren Patienten und oftmals weitere Zusatzleistungen wie Telefon, Fernsehen ohne Zusatzkosten, Handtücher, Kaffee und Kuchen und zum Beispiel kostenfreies parken. Welche Leistungen genau enthalten sind, erfragen Sie bitte bei dem entsprechenden Krankenhaus. Die Kosten für so eine Versorgung sind auch hier je nach Klinik unterschiedlich. Diese beginnen bei ca. 40 € pro Tag und variieren je nach Lage und Ausstattung des Hauses bis zu 60 € pro Tag.

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13.
Juni '18

Rückkehr zur paritätischen Versorgung in der GKV – mehr Arbeitgeberzuschuss für PKV Versicherte


Bereits im Januar hatte ich dazu geschrieben. Die Bundesregierung plant(e) die Rückkehr zur paritätischen Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und damit die gleichmäßige Verteilung der Beiträge. HIER NACHLESEN wie es bisher ist.

Rückkehr zur paritätischen Versorgung in der GKV – das neue Gesetz

Das GKV-Versichertenentlastungsgesetz – GKV-VEG schafft die Grundlage für die Änderungen und wurde am 06. 06. 2018 vom Kabinett verabschiedet. Darin werden unter anderem die Änderungen für die Parität, neue Bemessungsgrundlagen für Selbstständige und auch eine geänderte Versorgung für Soldaten besprochen. In diesem Beitrag geht es zunächst nur um die Änderungen, welche für Versicherte in der Privaten Krankenversicherung relevant sind und sich damit direkt auf die zukünftigen Eigenanteile auswirken,

Bisher setzt sich der Beitrag in der GKV aus drei Komponenten zusammen. So verlangt die gesetzliche Kasse zunächst einen einkommensabhängigen „Grund-„beitrag, welcher derzeit in 2018 bei 14,6% (inkl. Krankentagegeld) liegt.

Abhängig von der gewählten Krankenkassen kommt hierzu ein kassenindividueller Zusatzbeitrag. Im Jahr 2018 liegt dieser bei 0% bei der (nicht bundesweit geöffneten) Metzinger BKK und bis zu 1,7% bei Krankenkassen wie zum Beispiel der Securvita oder der Viactib BKK. Dieser Zusatzbeitrag ist bisher allein vom Versicherten zu zahlen und wird bei dem Arbeitgeberzuschuss nicht berücksichtig.

Diesen Beitrag teilen sich bisher der Arbeitgeber und Arbeitnehmer nur für die Kranken- und Pflegeversicherung, nicht aber für den Zusatzbeitrag. In der Kranken- und Pflegeversicherung zahlt der versicherte Arbeitnehmer also den größeren Anteil. (Pflege nur, wenn kinderlos).

Das wird sich ab dem Jahr 2019 dann ändern.

Mit der Rückkehr zur paritätischen Versorgung ergibt sich dann eine neue Grundlage. Der Arbeitnehmer kann natürlich auch weiterhin seine gesetzliche Krankenkasse frei wählen. Neu ist aber die Aufteilung des Beitrages und damit die Rückkehr zur bekannten „Halbe, Halbe“ Lösung. Neu sieht dann die Beitragsaufteilung wie folgt aus:

Das Neue daran ist hier, der Beitrag für die Krankenversicherung wird auch hälftig gezahlt, INKL. des Zusatzbeitrages. Damit kommen wir wieder in die Situation, dass der Arbeitgeber ein Interesse an der Auswahl der GKV hat. Dieses hatten wir vor einigen Jahren schon einmal, da gab es schwarze Schafe Arbeitgeber welche den MitarbeiterInnen sehr deutlich gesagt haben, geht zur Krankenkasse XYZ. Davon sollten Sie sich aber nicht beeinflussen lassen.

Vergleichen Sie (hier interaktiv) Ihren Kassenbeitrag und die Leistungen und entscheiden sich dann für die passende, gesetzliche Krankenasse. Klar spart Ihr Arbeitgeber auch Geld, falls die Kasse keinen oder einen geringeren Zusatzbeitrag berechnet. Dennoch entscheiden Sie ganz allein welche Krankenkasse richtig und passend für Sie ist.

Rückkehr zur paritätischen Versorgung – Arbeitgeberzuschuss steigt

In 2018 liegt der durchschnittliche Zusatzbeitrag derzeit bei 1%. Rechnen wir also einmal mit diesem Wert (der sich in 2019 natürlich genauso ändern wird, wie die Jahresarbeitentgeltgrenze, deren Werte Sie hier finden), so ergeben sich folgende Unterschiede.

Für das Jahr 2018 ergibt sich somit folgende bisher Berechnung:

14,6% GKV Beitrragssatz, davon trägt der Arbeitgeber 7,3%

+ ggf. einkommensabhängiger Zusatzbeitrag in der GKV (Infos hier)

7,3% x 4.425€ = 323,03 €= AG Zuschuss zur Krankenversicherung 2018

bei sonst unveränderten Daten, jedoch einer paritätischen Versorgung ergäbe sich folgender Zuschuss:

Für das Jahr 2019 ergäbe SICH FIKTIV sich somit folgende Berechnung:

15,6% GKV Beitragssatz (14,6+1% Zusatzbeitrag), davon trägt der Arbeitgeber 7,8%

7,8% x 4.425€ = 345,15 € = AG Zuschuss zur Krankenversicherung 2018 (+ 22,12 € gegenüber 2018)

Erhöht sich zudem noch die Beitragsbemessungsgrenze (wie in den letztren Jahren um 1.350 EUR/ Jahr, also 112,50 € pro Monat, so sähe es folgendermaßen aus.

Für das Jahr 2019 ergäbe SICH FIKTIV sich somit folgende Berechnung:

15,6% GKV Beitragssatz (14,6+1% Zusatzbeitrag), davon trägt der Arbeitgeber 7,8%

7,8% x 4.537,50€ = 353,93 € = AG Zuschuss zur Krankenversicherung 2018 (+30,90 € gegenüber 2018)

30,90 € mehr monatlicher PKV Zuschuss

… sind maximal möglich, wenn die oben genannten Voraussetzungen eintragen. Dazu müsste

  • – die JAEG wie bisher um 1.350 € p.a. steigen und

  • – der durchschnittliche Zusatzbeitrag der GKV gleich bleiben

Im September werden wir genau wissen, wie die Zahlen für das Jahr 2019 aussehen. Klar ist aber, privat krankenversicherte Kunden bekommen in 2019 einen höheren Arbeitgeberzuschuss, wobei natürlich auch hier die maximale Grenze von 50% des eigenen Beitrages nicht überschritten werden darf.

Den kompletten Gesetzestext (des Entwurfes, welcher aber keiner weiteren Zustimmung des Bundesrates bedarf und das Kabinett bereits passiert hat) finden Sie hier:

GKV-Versichertenentlastungsgesetz – GKV-VEG

02.
Mai '18

Hilfe, die gesetzliche Krankenkasse will Geld für mein Kind, viel Geld (Familienversicherung und Nachforderung)


Es gibt so Tage, da wünschen sich einige nicht zum Briefkasten gegangen zu sein und dennoch verschiebt es das Problem doch nur und löst es nicht. Ein solcher Tag war vor kürzlich auch bei einer Fragenden, welche sich über den Live Chat hier auf der Seite an mich wandte und einige Fragen loswerden wollte, denn diese Post konnte sie sich nun so gar nicht erklären.

Was war genau passiert?

Die Tochter, mittlerweile schon 21 Jahre alt aber, bekam Post der gesetzlichen Krankenkasse. Diese wollte Geld, viel Geld. Insgesamt sollte die Versicherte 31.000 EUR nachzahlen, denn hier schien etwas mit der Mitgliedschaft nicht gestimmt zu haben.

Die Kasse bot zwar an, die 31.000 EUR in Raten (maximal sechs) zu zahlen, aber auch das bringt hier nicht wirklich weiter.

Die Versicherte war bisher immer bei der Mutter familienversichert. Beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenkasse der Mutter und das auch schon immer. Im Jahre 2016 machte die Tochter irgendwann Abitur, konnte aber aufgrund diverser Erkrankungen bisher keine Ausbildung beginnen und hielt sich mit „Nebenjobs“ über Wasser. Soweit auch unkompliziert, solange hier keine Versicherungspflicht eintritt oder gar die Einkommensgrenzen für das Kindergeld überschritten werden, denn dann will das auch noch zurückgefordert werden.

Bis 06/2016 ging das Kind also zur Schule und beendete diese mit dem Abitur. Danach gab es keinen Tatbestand, welcher eine Versicherungspflicht begründen würde und somit dachten alle Beteiligten, es ist wie es ist und bleibt so.

Doch auch schon hiervor gab es ein Problem. Der Vater ist privat versichert, die Mutter gesetzlich. Zudem verdient der Vater über der Beitragsbemessungsgrenze und damit tritt die Frage ein, wo das Kind zu versichern ist.

Ich habe Ihnen dazu ein ausführliches Schema erstellt und rate Ihnen dringend das Thema nicht zu verschieben, sondern immer direkt anzugehen. Schauen Sie einfach einmal hier:

Demnach bestand schon in 2015 kein Anspruch auf Familienversicherung mehr und die Eltern hätten für die Tochter zwei andere Möglichkeiten gehabt. Entweder die Mitversicherung in der privaten Krankenversicherung bei dem Vater (oder einer anderen), oder aber die freiwillige Versicherung in der GKV der Mutter (oder einer anderen) und dort einen eigenen Beitrag zahlen. Beides war aber nicht passiert.

Komplizierter wird die Sache noch dadurch, dass sich die Eltern bis heute zwar irgendwann getrennt haben und der Vater auszog, aber die Scheidung auch noch nicht weiter fortgeschritten ist. Nun hat die gesetzliche Kasse aber davon „Wind bekommen“ und gehandelt. Statt weiteren Schreiben gab es einen Bescheid.

Hiernach sollen die Beiträge für die Tochter nachgezahlt werden. Doch hat die Kasse nicht die Beiträge für ein freiwillig versichertes Kind angenommen, sondern die jeweilige Beitragsbemessungsgrenze des entsprechenden Jahres als Einkommen zugrunde gelegt. Damit zahlt die Tochter über die Jahre Höchstbeitrag und das sieht dann in etwa so aus.

Demnach ergeben sich zum Beispiel für das Jahr 2018 monatlich folgende Beiträge:

Bemessungsgrundlage: 4.425 Euro monatlich

GKV Basisbeitrag: 619,50 Euro

Zusatzbeitrag der Kasse: 66,38 Euro

Pflegepflicht Beitrag: 112,84 Euro

Insgesamt also monatliche Beiträge von 798,72 Euro

Das die Kundin gar kein solches Einkommen hatte, interessiert die Kasse hier zunächst nicht. Der erstellte Beitragsbescheid hat eine Widerspruchsfrist von vier Wochen. Selbst wenn diese Zahlen hier nicht stimmen sollten, MUSS die Kundin also reagieren und Widerspruch einlegen, sonst bekommt die Kasse hier einen Bescheid der notfalls vollstreckt werden kann.

Was tun?

Lassen Sie sich beraten. Suchen Sie sich dazu einen Anwalt oder einen entsprechenden Versicherungsberater, welcher Ihnen gegen Honorar hier weiterhelfen kann. Achten Sie unbedingt auf die Fristen und halten Sie diese ein. Ein einfacher Anruf bei der Kasse reicht nicht aus und hemmt auch die Frist nicht.

In unserem Fall gilt es zunächst zu klären, wie die Kasse darauf kommt und welche Möglichleiten bestehen. So muss geprüft werden, ob ggf. doch noch ein Anspruch auf Familienversicherung besteht, zumindest seitdem der Vater Auszog und die Tochter bei der Mutter lebt und kein eigenes Einkommen hat.

Weiterhin ist für die Zeit bis zum Auszug ebenfalls der Betrag falsch, denn nicht der Höchstbetrag sollte hier zu Grunde liegen, sondern der Beitrag für das freiwillig versicherte Kind, was die GKV aber so nicht wissen kann.

Somit steht der GKV hier wohl recht sicher ein Beitrag zu, jedoch eben nicht der berechnete. Selbst wenn der Beitrag für die freiwillige Versicherung seit 2015 rückwirkend gezahlt werden müsste, dann sprechen wir hier über etwa 180 Euro pro Monat. Nehmen wir nun einmal 36 Monate als Grundlage und gehen von einem Beginn der freiwilligen Mitgliedschaft in 04/2015 aus, dann sprechen wir über:

36 Monate * 180 Euro (Kranken- und PflegeV) = 6.480 Euro

Klar, auch das ist noch viel Geld und auch das wird sicher nicht in einer und auch wohl nicht in sechs Raten zahlbar sein. Dennoch ist es knapp ein Fünftel von dem, was die Kasse laut Bescheid von der Tochter an Beiträgen wollte.

So hat ein Nachmittag „sich damit Beschäftigen und sich einen Berater suchen“ der Kundin auf die Schnelle eine „Ersparnis“ von 24.000 Euro gebracht. So teuer kann der Berater unmöglich gewesen sein.

Wie kann ich solche Forderungen vermeiden?

Achten Sie immer darauf, der Kasse rechtzeitig Änderungen mitzuteilen. Dazu gehören Informationen wie zum Beispiel:

– Wechsel eines Elternteils in die PKV

– Entstehen von Beihilfeansprüchen

– Aufnahme von Selbstständigen Tätigkeiten bei Eltern oder Kindern

– Auszug/ Trennung/ Scheidung

– Ende der Schule

– Beginn der Ausbildung

– Eigene Einkünfte des Kindes

Und vieles mehr. Im Zweifel schreiben Sie der GKV lieber einmal mehr und geben eine Information rechtzeitig, als das Sie später mit solchen Nachzahlungen zu kämpfen haben.