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15.
Juni '18

Ab 2019: Die gesetzliche Pflegepflichtversicherung steigt um 12%, oder 0,3%Punkte


Nachdem wir uns gerade die Senkung der Beiträge in der gesetzlichen Krankenkasse, oder besser die Senkung der Belastung der Arbeitnehmer angeschaut haben, geht es heute gleich wieder in die andere Richtung. Vorgestern habe ich Ihnen die Auswirkungen der geplanten Rückkehr zur Parität erklärt, hier können Sie das noch einmal detailliert nachlesen.

Heute nun die Nachricht für die Pflegeversicherung. Beitragssteigerungen bis 12% sind da Ankündigung und nötig, oder aber 0,3%-Punkte. Was genau dahintersteckt und wie sich das in Zahlen auswirkt, das zeige ich Ihnen in diesem Beitrag.

Die Pflegeversicherung wird teurer – und es reicht doch nicht

Grund für die Anpassung ist- natürlich, so Gesundheitsminister Jens Spahn- die vorhergehende Regierung. Denn durch die verbesserten Leistungen in der Pflege sind auch die Kosten erneut gestiegen und die Schulden haben sich erneut erhöht. Daher muss dieses durch eine Beitragsanpassung kompensiert werden, was bei einem umlagefinanzierten System auch nachvollziehbar ist.

Wie hoch ist der Beitrag heute?

Im Jahr 2018 zahlen gesetzlich Versicherte für die gesetzliche Pflegepflichtversicherung einen einkommensabhängigen Beitrag. Dieser ist abhängig von dem Einkommen und (als Obergrenze) von der Jahresarbeitentgeltgrenze (JAEG), welche jedes Jahr angepasst wird.

Die Zahlen für 2018 finden Sie hier: Sozialversicherungswerte 2018

Wer heute freiwilliges Mitglied in der GKV und damit auch Mitglied in der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung ist, zahlt also folgende Beiträge.

JAEG: 4.425 € / Monat

davon 2,8% (als kinderlose(r) Versicherte(r) = 123,90 € monatlich

wer Kinder hat zahlt nur

2,55%, also 112,84 € monatlich

Der Arbeitgeber zahlt dabei maximal einen Zuschuss in Höhe des halben Beitrages (ohne den Kinderlosenzuschlag), also maximal 1,275% von 4.425 € = 56,42 €. Damit verbleiben 56,42 € oder aber 67,48 € (ohne Kinder) EIGENANTEIL.

Was muss ich in 2019 zahlen?

Nun, zunächst ergibt sich eine Anpassung der Pflegeversicherung um 0,3 Prozentpunkte. Das klingt ja noch sehr wenig, nur Null Komma irgendwas Prozent, das lohnt ja gar nicht. Doch dabei muss bedacht werden.

0,3 Prozentpunkte von bisher 2,55 Prozentpunkten sind immerhin

ein Anstieg des Beitrages um 11,76%.

Doch weiter zu den Zahlen. Unterstellen wir, die JAEG bliebe gleich, so ergäben sich in 2019 folgende Beiträge.

JAEG: 4.425 € / Monat

davon 3,1% (als kinderlose(r) Versicherte(r) = 137,18 € monatlich = eine Steigerung um 13,28 € 

wer Kinder hat zahlt nur

2,85%, also 126,11 € monatlich

Auch von dieser Steigerung zahlt der Arbeitgeber die Hälfte, so es denn einen AG gibt.

Unterstellen wir eine Anpassung der JAEG von +1.350 € p.Jahr (so wie es in den letzten Jahren fast immer war), dann ergibt sich hier folgende Rechnung:

JAEG neu in 2019 nach möglicher Anpassung: 4.537,50 € / Monat

davon 3,1% (als kinderlose(r) Versicherte(r) = 140,66 € monatlich = eine Steigerung um 16,76 € 

wer Kinder hat zahlt nur

2,85%, also 129,32 € monatlich

Auch wenn die Beträge als absolute Zahlen dann wieder etwas Beruhigung bieten, dennoch sind die Anpassungen prozentual gesehen recht hoch. Aber, Sie merken auf der Lohnabrechnung natürlich keine Prozente, sondern nur fehlenden Euro.

26.
Januar '18

WWK erhöht Berufsunfähigkeitsversicherung bis zu 40%, warum die Sonderangebote für WWK Kunden jedoch nicht immer gut sind


Die WWK hat in den letzten Wochen und Monaten Schlagzeilen gemacht. Bis zu 40% sollen die Prämien in der Berufsunfähigkeitsversicherung erhöht werden und dieses ist zum 01. 01. 2018 auch passiert. Doch was war der Grund? Was gibt es für Alternativen und warum sind nicht alle „Sonderangebote anderer Unternehmen“ besser? Viele Fragen erreichten mich in den letzten Tagen und Wochen, obwohl ich keinen einzigen WWK Kunden im Bestand habe. Kollegen haben schon dazu geschrieben und auch die Sonderangebote und Möglichkeiten von anderen Gesellschaften aufgezeigt.WWK Erhöhung Beiträge

Natürlich, des einen Leid ist des anderen Freud und schnell kommen Versicherer auf die Idee „die unzufriedenen WWK Kunden können doch zu uns, wir müssen nur Werbung machen.“

Die Signal hat eine solche Aktion laut Info eines Interessenten bereits angeboten, auch die Stuttgarter und die Swiss Life sind mit „Sonderaktionen an den Markt gegangen“ um noch etwas vom Kuchen abzubekommen. Doch bringt das etwas? Stimmt es wirklich, dass ein Wechsel des Versicherers das Problem lösen kann und von „gut zu böse“ gewechselt wird?

Ob das so ist und was hinter den Angeboten steckt, das schauen wir uns heute einmal etwas detaillierter an. Am Ende des Beitrages finden Sie zudem noch Hinweise und verlinkte Unterlagen um den wirklich passenden BU Schutz zu finden. Aber erst einmal der Reihe nach.

Woher kommen diese großen Anpassungen?

Das Zauberwort heißt hier „Überschüsse“, also Gewinne aus vorwiegend Kapitalanlagen, denn wir sprechen hier von einem kapitalgedeckten System. Nicht jeder der eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt wird auch berufsunfähig, auch wenn die Zahl derer, die es zumindest einige Jahre sind, ständig zunimmt.

Somit bekommt Ihr Versicherer Beiträge und kann diese anlegen/ mit denen arbeiten. Für diese Anlage(n) bekommt er im Normalfall Zinsen und diese Zinsen wieder Zinseszinsen. So vermehrt sich das Geld, wie auf einem normalen Sparbuch. OK, der Vergleich hinkt ein kleinwenig, gibt es doch auf dem Sparbuch gerade keine Zinsen mehr. Aber auch in anderen Anlageformen sind die Zinsen gesunken. Was die „Häuslebauer“ freut, ist den Anlegern von Festgeldern, Anleihen und dergleichen ein Dorn im Auge und führt zu deutlich weniger Einnahmen.

Was das nun mit der BU zutun hat, das hängt mit den zwei Begriffen „Brutto- und Nettobeitrag“ oder „Zahlbeitrag“ zusammen. Der Versicherer weiß, oder glaubt zu wissen, was seine Anlagen an Zinsen und Erträgen bringen und gibt Ihnen davon bereits heute etwas ab, die so genannte Überschussbeteiligung. Mit dieser ergibt sich eine Differenz, eine zwischen Brutto- und Nettobeitrag. Kostet der BU Schutz also normalerweise 80 € im Monat und weiß der Versicherer er bekommt 30 € wieder heraus, so bucht dieser bei Ihnen auch nur 50 € ab. Clever, oder? Klingt ja auch besser wenn wir Ihnen nur den Nettobeitrag nennen, ist ja so viel weniger.

Clevere Onlinevergleichportale wie „check24“ nennen hier gar nicht den wirklichen Beitrag in den Vergleichen, sondern nur den geringeren Zahlbeitrag. Klicken Sie sich durch, finden Sie eine Angabe mit dem kunstvollen Namen „Brutto-Netto-Spread“ und eine Prozentzahl dahinter. Bei 30% ist der Bruttobeitrag dann einfach 30% höher, können Sie ja „mit einem Dreisatz einfach selbst ausrechnen“, meint das Vergleichsportal.

Dumm nur, der Nettobeitrag, also der Betrag welcher um die Überschüsse bereits vermindert wurde (die NICHT garantiert sind), ist nur die halbe Wahrheit. Wichtig und im schlimmsten Falle dauerhaft zu zahlen ist der Bruttobeitrag, also der „wirkliche Beitrag“.

Die WWK hat nun gemerkt: „Mist, die Überschüsse erreichen wir nicht mehr und haben auch in Zukunft wohl eher Probleme diese zu erreichen, also müssen wir die Beiträge anpassen.“

Das führt also dazu, die Überschüsse zu senken und den Kunden nette Briefe zu schreiben. Eine solche Anpassung ist auch durchaus normal und verständlich, kann es doch jeder an seiner eigenen Geldanlage sehen. Auch wenn Aktien derzeit gut „laufen“, ist es mit Sparbüchern und Festgeldern eher mau. Doch eine Anpassung bis zu 40% verärgert nicht nur die Kunden, wir reden auch hier schnell einmal über 20, 30, 40 € monatlich. Warum nur ist diese so hoch?

Wie ist der Unterschied bei anderen Versicherern?

Das ist ein Grund, warum in der Beratung unbedingt immer und ausschließlich er Bruttobeitrag zunächst das relevante Kriterium ist. Nur der bestimmt den maximalen Beitrag (zumindest in der Regel) und ermöglicht so eine saubere und sichere Kalkulation. Denn der Nettobeitrag ist- auch wenn er sich über Jahre nicht verändert hat- eben kein Garant für einen solch niedrigen Beitrag in den nächsten Jahren.

Dazu schauen Sie sich einmal die Zahlen in folgender Tabelle an. Ich habe bewusst auch die Versicherer ausgewählt, welcher derzeit gerade mit Sonderangeboten „um die Ecke kommen. Die Auswahl ist keineswegs auf Leistungen bezogen oder eine Empfehlung, diese soll nur einmal zeigen, wie groß die Spannen sind.

Grundlage ist ein Maschinenbauingenieur mit 30 Jahren als Eintrittsalter und einem BU Schutz bis 67. Keine (wenn auch wichtigen) Bausteine wie AU Klauseln, Rentensteigerungen oder Dynamiken sind im Vertrag, nur der reine, einfache BU Schutz.

Wir können also entweder einen Versicherer wählen, welcher nur einen Unterschied von 22% zwischen Brutto und Nettobeitrag hat, aber auch einen welcher 48% Unterschied hat. Bei dem einen liegt das Risiko einer Beitragssteigerung bei 27,64 € über die Laufzeit, bei dem anderen dagegen bei 98,17 €.

Was Ihnen niemand sagt und sagen kann, ob und wann eine Anpassung der Überschüsse erfolgen muss. Einige Unternehmen gehen offen mit den Vergangenheitsdaten um und sagen dann auch, wann eine Anpassung erfolgte. Das kann ein Anhaltspunkt sein, ist aber keineswegs eine Garantie.

An der Tabelle ist recht einfach zu sehen, wie groß die Unterschiede sein können. Während sich bei der Signal der Netto-/Zahlbeitrag fast verdoppeln kann, ist es bei der Alten Leipziger nur ein Unterschied von 27 € und das, wo beide Unternehmen einen annähernd gleichen Zahlbeitrag haben. Wer also den Signal Schutz wählt, muss nicht schlecht bedient sein, kauft sich aber ein deutlich höheres Risiko für Beitragserhöhungen ein.

Maßnahmen für WWK Kunden (und andere)

Zunächst einmal ist so eine Anpassung ärgerlich, denn diese bedeutet eine ungeplante Mehrbelastung bei identischem Versicherungsschutz. Ob eine Kündigung und damit ein Wechsel zu einem anderen Unternehmen sinnvoll und richtig ist, ist pauschal nicht zu sagen.

Wie man einen solchen Schutz ggf. aber kündigen kann, habe ich in meinem Beitrag hier vor einiger Zeit bereits erklärt. Dabei spielt die Zahlweise eine entscheidende Rolle.

Wie beende ich (m)eine falsche und unpassende Berufsunfähigkeitsversicherung?

Dennoch ist eine Kündigung sofort und ohne zu überlegen keine Option. Auch wenn die Verärgerung groß ist, einen Schutz gibt man erst dann auf, wenn der neue Versicherer bereits angekommen hat und klar ist, hier auch den passenden Schutz zu bekommen.

Schauen Sie sich nach Alternativen um, abseits von Sonderangeboten

Die LockSonderangebote der Versicherer vergessen Sie am besten ganz schnell wieder. Machen Sie sich in Ruhe Gedanken. Etwas Positives hat es für einige in jedem Fall. Die Versicherer haben in den letzten Jahren immer und immer wieder die Bedingungen verbessert und neue Leistungen aufgenommen. Zeitgleich ist für einige Berufe (meist die „besseren“ Berufsgruppen wie Akademiker, kaufmännisch tätige Versicherte, Ingenieure) der Schutz preiswerter geworden. Auch mit einem nun höheren Eintrittsalter kann es durchaus ein preiswerterer Schutz werden. Selbst wenn dem nicht so ist, lassen sich ggf. dennoch zu gleicher oder gering höherer Prämie besser formulierte Bedingungen und mehr Leistungen einkaufen.

Aber es gibt auch Nachteile.

Fristen zur Anzeigepflicht beginnen neu zu laufen. Der Gesundheitszustand kann sich verändert haben und bei dem neuen Versicherer zu Risikozuschlag oder Ausschlüssen führen. Auch hier ist Beratung wichtig. Mit Hilfe anonymer Ausschreibungen lassen sich Risiken vorab einschätzen und bewerten. So tappen Sie nicht in die Falle von gespeicherten Daten und abgelehnten Anträgen.

Was Sie nun tun sollten

Zunächst einmal beschäftigen Sie sich mit dem Thema. Dabei spiel die Frage nach der

eine große Rolle. Hier gilt es zu klären, welcher Bedarf HEUTE vorhanden ist und nicht einfach die Daten aus dem alten Vertrag zu übernehmen. Da müssen Endalter, Zusatzbausteine und Optionen besprochen werden und geklärt, was SIE WIRKLICH BRAUCHEN.

Dann stellt sich die nächste Frage, dazu brauchen Sie aber Informationen. Schauen Sie einmal in den

und füllen Sie letzteren so spontan als möglich und mit dem Stand heute aus.

So beginnen Sie ganz ergebnisoffen eine Beratung und sehen dann, welchen Tarif und welche Gesellschaft Sie heute wählen werden. Das heisst nicht, dass auch ein Wechsel sinnvoll ist und erfolgen muss, das verschafft Ihnen aber Sicherheit eine Alternative zu haben.

Anpassungen werden Sie ggf. auch bei anderen Unternehmen erwarten, aber diese ist bei der WWK schon sehr deutlich. Nur bei einem Wechsel zu anderen Unternehmen die gerade mit „Sonderangeboten“ werben, schauen Sie bitte genau und recht kritisch.

Weitere Auswahlkriterien und die Anfragemöglichkeit finden Sie hier unter dem Punkt:

Auswahlkriterien für eine BU Absicherung

19.
Mai '14

Nachversicherungsgarantie: in vielen Berufsunfähigkeitsversicherungen nicht mehr als eine tolle (unwirksame) Aussage


[Nach-ver-si-che-rungs-ga-ran-tie], die

Versprechen einer Versicherungsgesellschaft (vorwiegend Lebensversicherung) einen bestehenden Schutz in der Absicherung (gegen den Tod oder die Berufsunfähigkeit) auch ohne eine neue Risikoprüfung zu erhöhen.

Klingt gut- oder? Schutz erhöhen, ohne neue Gesundheitsprüfung… der Traum eines jeden Versicherten. So lassen sich- zumindest auf dem Prospekt- die Vorteile des eigenen Tarifs in den Himmel loben, denn schließlich hat der betreffende Versicherer sogar acht, nein neun, nein sogar zehn Ereignisse, zu denen der Schutz angepasst werden kann. Über eine solche Garantie soll vermieden werden, dass der Schutz bei veränderten Lebensumständen (z.Bsp. Heirat, Geburt eines Kindes, Scheidung, Hausbau) nicht mehr ausreichen wird, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.

Wie funktioniert diese Nachversicherung genau?

Von der Funktionsweise ist das recht einfach. Der Versicherer definiert in seinen Bedingungen feste Ereignisse, festgelegte Momente also, zu welchen er (der VR) eine Anpassung des Versicherungsschutzes zulassen möchte. Tritt dieses Ereignis nun ein, so kann der Versicherte tätig werden, nein MUSS es sogar von sich aus und aktiv innerhalb bestimmter Fristen, um so dem Versicherer zu sagen: „Hey, ich habe geheiratet, ein Haus gebaut, mein Kind ist geboren und nun möchte ich meinen Schutz bei Dir anpassen.“

Nachvers-BU_Ereignisse

Passiert das alles rechtzeitig, so ist es auch unkompliziert, denn der Versicherer erhöht den Versicherungsschutz (und die Prämie) und ermöglicht daher eine höhere BU-Rente, Todesfallsumme oder sonstige Versicherungsleistung für den Kunden.

Geht eine Anpassung auch ohne Ereignis?

Bei einigen Unternehmen ja. Denn ungeachtet der Ereignisse die in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen aufgeführt sind, kann der Versicherer auch Anpassungen außerhalb dieser zulassen. Ein Beispiel bietet aktuell zum Beispiel die Bayerische mit ihrer neuen BU. (das ist keine Wertung, sondern nur eines von vielen Beispielen). So findet sich hier in den Bedingungen folgende Aussage:

Sie haben das Recht, einmalig innerhalb der ersten fünf Versicherungsjahre die versicherte Berufsunfähigkeitsrente unabhängig von einem in Absatz 1 genannten Ereignis aufzustocken. Der Versicherungsschutz aus dieser Erhöhungsrente setzt erst nach einer dreijährigen Wartezeit ein.

oder auch bei der Barmenia, dem Volkswohlbund und vielen mehr.

Barmenia: In den ersten 60 Monaten der Vertragslaufzeit können Sie die versicherte Berufsunfähigkeitsrente auch ohne besonderen Anlass ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen.

(mehr …)

01.
Dezember '09

Kündigung der Privaten Krankenversicherung wegen Beitragserhöhung


Ich hatte bereits in meinem Blogbeitrag „Nicht voreilig kündigen bei Beitragsanpassung“ geschrieben, dass eine Kündigung gut zu überlegen ist und man sich generell zunächst Gedanken machen muss.

Dabei ist es zunächst wichtig die eigenen Ansprüche an „seine PKV“ genau festzulegen. Das geht aber nur dann, wenn Sie wissen was es gibt. Auf ein Auto übertragen bedeutet das bildlich: „Wenn Ihnen niemand sagt das es Autos mit einem Airbag gibt, wie sollten Sie darauf kommen das Sie einen brauchen/ haben wollen?“

Leider fallen solche „leidgeplagten“ Kunden dann wieder auf vermeintliche Berater herein, welche Ihnen das Blaue vom Himmel versprechen und so tun als wäre es alles noch viel besser, sicherer und vor allem billiger möglich.

Das ist Unsinn.

Ein Versicherter der zum Beispiel 5 Jahre in einem Tarif war, dieser aufgrund vieler Anpassungen verärgert ist und nun wechseln möchte, der kann im neuen Tarif fast nie weniger bezahlen als im bisherigen. Warum?

Stellen Sie sich ein Dreieck vor. An der einen Ecke steht „Leistungsumfang“ an der anderen „Beitragsstabilität“ und an der dritten „heutiger Preis“.  Glauben Sie ernsthaft das es Unternehmen gibt die alle drei Bereiche perfekt erfüllen könnten?

Das wäre wie ein Perpetuum Mobile. Wenn das tatsächlich ginge, wären denn dann nicht alle Menschen dort, und nur dort versichert?

Tarife die billiger sind als andere, aber (vermeintlich) gleiche Leistungen bieten, können unmöglich stabil sein. Auf welchen der drei Punkte Sie nun gern verzichten wollen, oder wo Sie am ehesten bereit sind Abstriche zu machen, das kann ich Ihnen nicht sagen. Aber alle drei Bereiche lassen sich nie erfüllen.

Erzählt Ihnen ein Berater das es beitragsstabiler, besser (von den Leistungen) und auch noch billiger geht, so tun Sie sich einen Gefallen und beenden Sie diese Art von Beratung- veralbern können Sie sich auch allein.

Aber was nun tun?

Nun, der Arbeitgeberzuschuss wird 2010 in der PKV nur unwesentlich angepasst. Somit ist vom Arbeitgeber nicht viel mehr „zu holen“. OK, durch das Bürgerentlastungsgesetz kommt ein Teil der Beiträge bei der Einkommensteuererklärung „wieder zurück“. Auch das hilft derzeit nicht.

Da hilft nur eins: Tarif analysieren, Umstellungsangebote prüfen (damit meine ich sowohl die der eigenen Gesellschaft als auch die von Alternativen) und HANDELN.

Entscheiden und handeln müssen Sie binnen 4 Wochen nach Zugang der Erhöhungsmitteilung. Geht diese verloren oder haben Sie diese nicht erhalten, so werden Sie mit der Abbuchung im Januar davon erfahren, auch dann gelten die 4 Wochen.

Sollten Sie nun glauben Sie schicken mir eine Anfrage und ich nennen Ihnen im Gegenzug den passenden Tarif, so muss ich Sie leider enttäuschen. Denn kenne ich auch nicht.

Gemeinsam ist es aber möglich einen passenden Tarif zu finden, der Ihren Ansprüchen entspricht und das größtmögliche Potential für human steigende Beiträge bietet. Steigen werden die Beiträge bei allen Anbietern. Die Frage ist nur wann, wie schnell und bis wohin.

Und eins noch:

Wenn Sie heute in einen Tarif wechseln der 4 Jahre beitragsstabil (also ohne Anpassung) war, wie wahrscheinlich ist es denn dann wohl, das genau dieser in 2011 angepasst wird? Hinterfragen Sie dieses mal bei Ihrem Berater.

25.
November '09

Nicht voreilig kündigen bei Beitragsanpassung


In den letzten Tagen und Wochen häufen sich die Anfragen von bisher bereits PKV Versicherten Kunden die Ihre Beitragsanpassung bekommen haben.

Viele sind verärgert und enttäuscht von dem Berater, dem Unternehmen oder dem System. Viele Reaktionen sind jedoch übereilt und nicht endgültig durchdacht.

Besonders verärgert sind dagegen Kunden, welche im letzten Jahr erst von einem zum anderen Versicherer gewechselt sind, weil der neue Tarif angeblich so beitragsstabil sein sollte. Mit dem Tarif Bonus Care Alpha des Münchener Vereins scheint das so gewesen zu sein. Das schließe ich aus zumindest 5 Anfragen in den letzten Tagen.

Doch warum steigen die Beiträge überhaupt?

Auch in der Privaten Krankenversicherung steigen die Kosten auf der Ausgabenseite. Da das Leistungsversprechen garantiert und fest ist muss auch die Einnahmenseite (die Beiträge) angepasst werden.

Weitere Gründe liegen in den so genannten Sterbetafeln. Hierbei handelt es sich einfach erklärt um Tabellen, welche die Lebenserwartung der Neugeborenen wiedergeben. So lebt ein heute Neugeborenes Kind heute durchschnittlich/ statistisch heute deutlich länger als noch vor einigen Jahren. Das bedeutet aber auch eine längere Leistungspflicht des Privaten Krankenversicherers, denn auch in der Zeit des „länger Lebens“ entstehen weitere Kosten fuer die medizinische Versorgung. berechtigte Folge: steigende Beiträge.

Und gerade bei Tarifen die in den letzten 2, 3, 4 Jahren keine Anpassung erfahren haben, müssen diese nun erst recht angepasst werden. An den generell steigenden Gesundheitskosten kommt kein Versicherer vorbei, egal wie gut oder schlecht dieser kalkuliert. Entscheidend ist aber wie es mit den Anpassungen „generell läuft“. Kalkuliert der Versicherer vorwiegend auf billig und knapp oder langfristig und auf Stabilität? Anpassungen im zweistelligen Bereich in 2 Jahren nacheinander lassen nicht auf „solide“ schließen. In solchen Tarifen (die länger nicht angepasst waren) fällt die Anpassung dann natürlich auch höher aus, denn hier sind auch ggf. noch aktuelle Sterbetafeln einzubeziehen. Dennoch ist dadurch ein Unternehmen nicht schlecht oder gut.

Erst die langfristige Betrachtung bietet hier mehr Einblicke. Daher ist der Schitt einer voreiligen Kündigung falsch.

Was Sie nun tun können:

Zuerst gilt es zu prüfen, ob der Schutz den Sie da haben den Wünschen und Auswahlkriterien entspricht und dieser nicht ggf. angepasst werden muss. Kennen Sie alle Ausschlüsse in Ihrem Tarif und wissen auch was er nicht zahlt?

Dann sollte ggf. ueberlegt werden ob dieser bei dem Unternehmen wo Sie jetzt sind veraendert werden kann oder ob dieses nur durch einen Wechsel geht.

Weiterhin bietet sich an die Modelle mit unterschiedlichen Selbstbeteiligungen zu prüfen. Hierbei ergeben sich zum Teil erhebliche Unterschiede. Dennoch gilt die pauschale Regel „höhere SB = niedrigerer Beitrag = besser“ nicht mehr. Durch die neue steuerliche Anrechenbarkeit kann sogar ein höherer Beitrag „billiger“ sein.

All diese Fragen sollten Sie in Ruhe und ohne zeitlichen Druck klären.

Nach Zugang der Erhöhungsmitteilung haben Sie ausreichend Zeit (4 Wochen) sich nach Alternativen und Möglichkeiten umzusehen. Lassen Sie sich keinen Druck machen- es geht um Ihre, langfristige Entscheidung.

Weiterführende Informationen:

Auswahlkriterien und Fragebogen als pdf