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23.
November '18

Dynamik – wird es dann jedes Jahr teurer und muss ich das hinnehmen?


Die Dynamik ist, auch wenn es nur ein kleiner Baustein im Vertrag ist, immer noch etwas was zu Verwirrungen führt. Aufgrund vieler Rückfragen hier einmal einige Erklärungen zur dynamischen Erhöhung, welche sich zum Beispiel in einer Berufsunfähigkeitsversicherung finden sollte.

Was ist die Dynamik?

Die dynamische Erhöhung ist nichts anderes, als ein Versprechen des Versicherers Ihnen jedes Jahr eine Dynamisierung, also eine Erhöhung des Versicherungsschutzes anzubieten. Die Betonung liegt auf anzubieten, denn es ist lediglich ein Angebot, welches der Versicherer Ihnen jährlich macht/ machen muss.

Dabei wird der monatliche Beitrag und gleichzeitig die Leistung des Vertrages (also zum Beispiel die BU Rente) um einen vorher vereinbarten Prozentsatz erhöht. Sie wissen also heute schon, wie das Angebot der Erhöhung in den nächsten Jahres aussieht. Bei einigen Unternehmen lassen sich unterschiedliche Modelle wählen.

  • – Erhöhung des Beitrages und der Leistung um X Prozent der Anfangsbeträge (Rente, Beitrag)

  • – Erhöhung um X Prozent des Vorjahresbeitrages

  • – Erhöhung um den Anstiegsbetrag der gesetzlichen Rentenversicherung

Je nachdem was vereinbart ist, bekommen Sie alle 12 Monate von Ihrem Versicherer Post mit den neuen Werten für das Folgejahr. Dieses Angebot können Sie annahmen oder ablehnen, mehr dazu und auch die zu beachtenden Punkte finden Sie weiter unten.

Sollte ich diese bei Vertragsabschluss wählen?

Ja, das sollten Sie immer. Es ist kein Nachteil eine dynamische Anpassung zu wählen. Der entscheidende Vorteil liegt aber dann in der MÖGLICHKEIT von einer Erhöhung der versicherten Rente (und natürlich des Beitrages) bei Bedarf Gebrauch zu machen. Der entscheidende und wichtigste Aspekt dabei, es ist eine Anpassung ohne neue Gesundheitsprüfung. Auch wenn Sie also krank werden, andere oder neue Gebrechen und Beschwerden dazukommen, so bekommen Sie hierfür bei Nutzung der Dynamik keinen Zuschlag, keinen Ausschluss oder sonstige Einschränkungen.

Warum ist diese Anpassung wichtig?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Auf der einen Seite lässt sich damit die Entwertung des Geldes über die Jahre ausgleichen. So kann eine Nutzung der Dynamik verhindern, dass eine Rente von 2.000 EUR zu Beginn im weiteren Verlauf (und unter Berücksichtigung der Inflation) nur noch 1.800 EUR wert ist und irgendwann nicht mehr reicht. Der

Inflationsausgleich

ist somit ein ganz entscheidender Aspekt. Aber auch ein anderer Grund spricht für die Dynamik. Egal ob Sie tarifgebunden beschäftigt sind, oder Ihr Arbeitgeber eigene Regeln hat, eine

Einkommenssteigerung

in regelmäßigen Abständen kann auch hier ausgeglichen werden. Damit ist keineswegs ein Karrieresprung und damit sofort 200, 300, 500 EUR monatlich höherer Bedarf gemeint, aber eine normale Einkommensentwicklung ist damit schon auszugleichen. Für Karrieresprünge gibt es zum Beispiel die Nachversicherungsgarantie.

Was passiert, wenn ich diese nicht nutzen möchte?

Bei Vertragsabschluss bekommen Sie meist schon eine Tabelle, wie sich eine solche dynamische Anpassung entwickelt. Genau das verstört aber oft, denn wie oft höre ich dann „dann zahle ich ja 500 EUR für meine BU“. Klar, wenn ich jedes Jahr die Leistung mitmache dann ist das vielleicht einmal so. Eine 5% Dynamik bei einer Rente zum Start von 2.000 EUR ist dann aber auch im 10. Jahr auf 3.100 EUR gestiegen. Prozentual hat sich der Beitrag dann auch verändert, hier von 101 auf 164 EUR Zahlbeitrag. (der Unterschied zwischen Brutto- und Nettobeitrag ist hier erklärt)Setzen Sie hingegen zwei Jahre aus und machen nur einmal die Dynamik mit, dann sähe das wie folgt aus:

Dabei ist dann natürlich auch die Rente geringer, es sind nach 10 Jahren nur 2.389 EUR, statt der ursprünglich versicherten 2.000 EUR. Dennoch ist alle drei Jahre eine gute Zeit. Denn eines ist noch zu beachten:

Dynamik wird ausgeschlossen

Bei den meisten Unternehmen wird bei der 3. Ablehnung ausgeschlossen. Wer also zweimal ablehnt, sollte im dritten Jahr gut überlegen ob er das nochmal tut. Nach 3 Jahren sind zudem auch aus Gründen der Inflation 5% Anpassung durchaus nicht so verkehrt. Schließt der Versicherer die Dynamik aus, so ist diese nur mit einer neuen Gesundheitsprüfung wieder in den Vertrag zu bekommen.

Wann Sie diese immer mitmachen sollten?

Gerade wer aber krank ist, Vorerkrankungen hat, die bei einem neuen Antrag zu Zuschlägen oder Ausschlüssen führen, der ist mit einer dynamischen Anpassung sehr gut bedient. Denn bevor Sie einen eingeschränkten Vertrag bekommen, machen Sie einfach jedes Jahr die Dynamik mit und erhöhen somit Ihren Schutz. Dabei ist noch auf die Angemessenheit zu achten, einige Gesellschaften weisen hier ab bestimmten Rentenhöhen explizit darauf hin. Aber so lässt sich der Schutz auch dann noch erhöhen, wenn schon neue Erkrankungen vorliegen.

Nicht zu verwechseln ist diese Dynamik aber mit der so genannten Leistungsdynamik oder auch „garantierte Rentensteigerung„. Die habe ich unter folgendem Link erklärt.

Garantierte Rentensteigerung, Leistungsdynamik, Anpassung bei bestehender Berufsunfähigkeit- eine der wichtig(st)en Optionen in der BU-Absicherung

14.
März '11

Alte Leipziger mit Verbesserungen bei den Dynamik Bedingungen


Die Tariflandschaften verändern sich. In der Privaten Krankenversicherung (PKV) werden neue Tarife eingeführt oder Bedingungen klargestellt. Solche Klarstellungen gelten nicht nur für das Neugeschäft, meist auch für den Bestand.

Die Alte Leipziger Lebensversicherung hat nun Ihre Bedingungen zur dynamischen Erhöhung (Dynamik) in der Berufsunfähigkeit verbessert.

Bisher fanden sich in den Bedingungen Verpflichtungen zur Prüfung der so genannten Angemessenheit. In der Praxis wurde also im Leistungsfall geprüft, ob die Erhöhung der Berufsunfähigkeitsrente (BU-Rente) zum Zeitpunkt der Erhöhung noch angemessen ist. Auf diese Erhöhung wurde verzichtet, solange die jährliche BU Rente den Betrag von 30.000 EUR unterschritt. Diese 2.500 EUR Monatsrente sind aber bei Angestellten recht schnell erreicht.

Diese Grenze wurde nun von 30.000 EUR auf 40.000 EUR erhöht. Auch wird nun unter bestimmten Voraussetzungen nicht gekürzt. Diese finden sich in den Bedingungen wie folgt wieder:

  

Auszug BU Bedingungen AL

In der Praxis bedeutet dieses dann:

Wenn bei Eintritt des Leistungsfalls die versicherte BU-Rente aller bei der ALTE LIEPZIGER und anderen privaten Versicherungsunternehmen bestehenden Versicherungen (inklusive bereits erfolgter Erhöhungen) nicht mehr als 70 % des durchschnittlichen Bruttoeinkommens der letzten beiden Kalenderjahre (bei Selbständigen 70 % des durchschnittlichen Gewinns vor Steuern) beträgt, besteht voller BU-Schutz!

Ist diese Angemessenheit nicht gegeben/ überschritten, so werden die dynamischen Erhöhungen nicht mehr berücksichtigt, welche die Grenzen überschritten haben. Die zuviel gezahlten Beiträge für diese Anpassungen werden dann rückwirkend (aber unverzinst) zurückerstattet.

Eine weitere Besonderheit bei der Angemessenheit ist folgende:

Die Ansprüche gegen eine gesetzliche Rentenversicherung (die ja keinen Berufsunfähigkeitsschutz sondern einen Erwerbsminderungsschutz bietet) und auch gegen berufsständische Versorgungswerke (zum Beispiel bei Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern oder Rechtsanwälten, aber auch Ärzten) werden bei der Angemessenheit nicht berücksichtig.

Neben den bereits geänderten Regelungen finden wir bei vielen Anbietern eine folgende (einschränkende Dynamik-) Regelung in den Bedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherungen:

Sollten Sie mehr als zweimal hintereinander von der Erhöhungsmöglichkeit keinen Gebrauch machen, erlischt Ihr Recht auf weitere Erhöhungen. (Anm. ohne Gesundheitsprüfung im Rahmen der Dynamik)

Diese Regelung entfällt nun bei der Alten Leipziger nicht nur für neue, sondern auch für Bestandsverträge. Demnach kann die Dynamik nun auch öfter ausgesetzt werden, ohne das diese aus dem Vertrag ausgeschlossen wird. Dieses schafft nicht nur mehr Flexibilität, sondern erhält das Recht auch bei finanziellen Engpässen.

Die Änderungen gelten für Sie als Bestandskunden bei der Alten Leipziger Lebensversicherung automatisch.

16.
Februar '10

Dynamische Erhöhungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung


(LUH) Bereits in den letzten Beiträgen zum Thema Berufsunfähigkeit ging es unter anderem um die „Ermittlung der Rentenhöhe und Auswahlkriterien„. Doch mit der richtigen Auswahl des Tarifs und der genauen Bestimmung der Rentenhöhe ist es nicht getan.

Was passiert in Zukunft? Wie verändert sich meine Rente und wie kann ich diese (auch wenn es mir gesundheitlich schlecht(er) geht) an neue Situationen anpassen?

Eine Möglichkeit sich an steigende Lebenshaltungskosten anzupassen ist die so genannte Dynamik. Anders als die Nachversicherungsgarantie (wozu Sie in einem der nächsten Beiträge mehr lesen können) handelt es sich um eine optionale Möglichkeit der Anpassung. Nichts muss, alles kann.

Doch wie funktioniert die Dynamik nun?

Bei dieser Option wird jährlich und ohne das Sie etwas tun müssen, eine „automatische“ Erhöhung der Leistungen und natürlich auch der Prämien angeboten. Angeboten deshalb, weil Sie nach der Mitteilung der Anpassung widersprechen können uns somit nicht gezwungen sind diese jedes Jahr „mitzumachen“.

Die Regelungen sind nahezu bei allen Gesellschaften vergleichbar. Zum Beispiel formuliert der Versicherer es so:

Die Erhöhung entfällt rückwirkend, wenn Sie innerhalb eines Monats widersprechen. Die Monatsfrist zählt ab Zugang des Nachtrags, frühestens ab dem Erhöhungstermin. Auf dieses Widerspruchsrecht werden wir Sie in jedem Nachtrag über die Erhöhung hinweisen.

Somit kann die Dynamik auch jederzeit wieder aus dem Vertrag ausgeschlossen werden. Das passiert allerdings auch „automatisch“, wenn der Versicherte es regelmäßig ablehnt. Das finden wir in folgender Regelung:

(2) Sollten Sie mehr als zweimal hintereinander von der Erhöhungsmöglichkeit keinen Gebrauch machen, erlischt Ihr Recht auf weitere Erhöhungen; es kann nur mit unserer Zustimmung neu begründet werden.

Somit sollten Sie spätestens nach zweimal aussetzen der Anpassung die Dritte auf jeden Fall mitmachen. Soll es nach dem Ausschluss der Option wieder neu eingeschlossen werden, muss der Versicherer zustimmen. Dazu ist dann, da es sich um eine Leistungsverbesserung handelt, eine neue Gesundheitsprüfung nötig.

Diese dynamische Anpassung ruht aber auch dann, wenn die Berufsunfähigkeit eingetreten ist. So heißt es:

Solange wegen Berufsunfähigkeit Ihre Beitragszahlungspflicht ganz oder teilweise entfällt, erfolgen keine Erhöhungen.

Doch was passiert nach dem Eintritt der Berufsunfähigkeit?

Es wird eine Rente gezahlt. Diese setzt sich aus der versicherten, garantierten Rente und den erwirtschafteten  (nicht garantierten) Überschüssen zusammen.

Problematisch wird es jedoch, wenn die Berufsunfähigkeit in jüngeren/ mittleren Jahren eintritt. Stellen Sie sich vor die Berufsunfähigkeit tritt mit 37 Jahren ein. Die Restlaufzeit beträgt 30 Jahre.

Selbst wenn die versicherte Rente zu diesem Zeitpunkt richtig bemessen war, reicht es über die Laufzeit nicht mehr aus. So werden Sie ihre Lebensmittel heute kaum zum Preis von vor 20 Jahren bekommen. Auch alle weiteren Kosten steigen über die Jahre an. (Mehr zur Inflation bei Wikipedia)

Um nicht irgendwann eine nicht mehr ausreichende BU Rente zu haben, ist eine Anpassung nötig. Mehr zur „garantierten Leistungssteigerung“ finden Sie in einem der nächsten Beiträge.