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08.
März '19

700 € Berufsunfähigkeitsrente und in 5 Jahren gewinnen Sie im Lotto und kündigen die Versicherung einfach


Interessanter Gedanken, oder? Doch zu dem etwas laxen Titel dieses Artikels gibt es einen ganz ernsten Hintergrund und der zeigt einmal mehr, warum Produkte und Beratungen hinterfragt werden müssen. Zudem zeigt und diese Beratung und die danach folgenden Abschlüsse auch, wie „auf Teufel komm raus“ verkauft und keinesfalls beraten wurde.

Hier ging es am Ende gar nicht um die Frage des Bedarfs und welcher Schutz benötigt wird, sondern vielmehr um „wie kann ich noch schnell einen Vertrag an die Frau bringen, einen der dann in 5 Jahren einfach wieder gekündigt wird, weil er eh nichts gebracht hat.

Das Schlimmste aber ist, die Situation ist schon schwer genug. Damit es einfacher zu verstehen ist und Sie als Leser sich in die Lage versetzen können, fangen wir einmal mit der Historie an.

Es war einmal…

ein dunkler und kalter Wintertag, ein grauer Tag im Dezember 2015. Der Berater hatte sich angekündigt, denn schließlich müsse man mal etwas tun, tun für die Altersvorsorge, auch der Schutz der BU und eine Absicherung des Kindes wären wohl zu besprechen.

Dabei sitzt das Geld keineswegs locker und es sind eben keine hunderte Euro vorhanden, die monatlich in (zweifelsfrei wichtige) Absicherungen fließen sollten. So kam es, dass der Berater eines großen Strukturvertriebes dann auch dort klingelte. Die Interessentin hat recht wenig Ahnung von „so Finanz Themen“ und mag sich eigentlich auch nicht so richtig damit beschäftigen.

Ja, jetzt kann man sicher schnell und laut „selbst schuld“ rufen, aber das ist weder zielführend noch hilfreich. Es braucht Beratung und nur weil sich jemand damit nicht auskennt ist es kein Grund einen Unsinn anzudrehen. Es ist eben gerade Aufgabe der Berater dieses zu verhindern, eigentlich!

Die Situation in Zahlen und Fakten

Verkäuferin, genauer Fleischereifachverkäuferin

geboren 1985, bei Abschluss somit 30 Jahre alt

einen Sohn, geb. 2007 und somit damals bei Abschluss 8 Jahre alt

Bruttoeinkommen ca. 1700 EUR, netto um die 1300 EUR

Dazu eine etwas schwere Situation. Der kleine Sohn ist nicht gesund zur Welt gekommen. Von der anfänglichen Lebenserwartung einiger Monate über 1-2 Jahr geht es ihm heute den Umständen entsprechend gut. Neben dauernden Medikamenten und ständigen Arztbesuchen geht es ganz gut. Aber: Vielleicht ist es nicht unbedingt die Lebenserwartung bei 80, 90 oder gar einhundert Jahren.

Bisher hatte die Mutter bereits ein wenig vorgesorgt. Einen Riester Vertrag bei der Swisslife hatte bereits ein anderer Berater vorher angeraten und dieser bestand auch schon einige Jahre. Das Geld floss in einen Fond, es waren einige tausend Euro Guthaben drin und Zulagen wurden genutzt. Also sowohl die eigene, aber auch die Förderung für den Sohn.

Jetzt sollte alles besser werden

Doch der Berater witterte ein wenig Neugeschäft und die Idee den Riester Vertrag so zu lassen kam ihm nicht über die Lippen. Warum auch, bringt ja kein Geld. Also wurde zunächst der bestehende Riester Vertrag auf Eis gelegt. Beiträge sollten nicht mehr bezahlt werden, auf die Idee der Übertragung von Riester Guthaben zu einem neuen Anbieter kam aber nun auch niemand.

So besteht der ruhende Riester Vertrag heute noch, ohne dass auch nur einer einen Gedanken daran verwenden würde. Doch ein neuer Riester musste her. The „one and only“ sollte es werden und so schloss der Herr dann auch gleich eine neue Riesterrente ab. Die DWS Riesterrente Premium sollte es werden und wurde es dann auch.

30 EUR sollten dann auch hinein fließen und so ließ sich die Kundin überzeugen bequatschen und unterschieb. Seit dem Januar 2016 gibt es somit zwei Riesterrenten. Der eine Vertrag schläft gerade und der andere bekommt die 30 EUR monatlichen Beitrag eingezahlt.

Wir halten also fest, eine völlig unnötige Kündigung des Riester Vertrages und gleich noch mal die Übertragung vergessen.

700 EUR BU Rente und es wird noch schlimmer

Manchmal frage ich mich aber, wie unfähig man dann sein kann. Da wurde dann das Thema Berufsunfähigkeit angesprochen, denn es sieht im Falle einer möglichen BU sehr düster aus. Warum es so düster aussieht? Nun, wird die Mutter und damit Haupteinnahmequelle, berufsunfähig so droht großer finanzieller Schaden. Neben denn dann wohl bestehenden gesundheitlichen Problemen fehlt plötzlich ein Einkommen. Aber der Vermittler hatte eine Lösung.

„Ich habe da eine Idee, wir brauchen eine BU“

Doch soweit nur der Ansatz. Da das Geld knapp ist, machte man sich wohl Gedanken und folgte dem „Was können Sie denn zahlen“ Ansatz in der Beratung. Das dieses so überhaupt nichts mit bedarfsgerecht zu tun hat, das sieht man am Ergebnis. Da gab es die glorreiche Idee der Absicherung, welche dann eine Staffel zur Folge hatte.

Die Kundin ist- nur zur Erinnerung- 1985 geboren. Im Jahr 2022 ist sie also 37 Jahre alt.

Klar kann man da schon mal von der grandiosen BU Rente von 700 EUR (plus einen nicht garantierten Bonus von 70 EUR in 2017) dann auch noch die Hälfte weglassen.

Somit hat die Kundin ab Alter 37 nur noch eine VERSICHERTE BU RENTE VON 350 EUR monatlich.

Grandiose Idee, oder?

Wie kann man so dreist beraten? Und jetzt kommen die Befürworter und schreiben…

„Sie kann ja dann die Rente beibehalten, wenn diese benötigt wird.“

Klar kann die Kundin das, sogar ohne neue Risikoprüfung. Aber dann steigt die Prämie natürlich im Verhältnis auf das doppelte an und die kann sie sich schon heute nicht leisten?

Aber der Rat, der dann der Kundin geben wurde, der schlägt dem Fass den Boden aus.

„In fünf Jahren, wenn die BU teurer wird, kündigen Sie die einfach.“

Das war ernsthaft der Rat, welcher der Kundin gegeben wurde um die Sorgen zu zerstreuen. In der Schule würde man sicher mit „Sechs, setzen!“ antworten und bei einem Test wäre hier sicher der Berater durchgefallen.

Wer so ein Produkt für die Berufsunfähigkeit vermittelt und das nur, um noch ein paar Euro Courtage in die eigene Tasche zu scheffeln, der gehört bestraft und dem gehört auch die Zulassung entzogen. Warum dieses hier noch sinnvoll ist, das lesen Sie im einem der nächsten Teile, denn hier wurden noch Produkte für den Sohn verkauft. Die sind noch deutlich schlimmer.

Die Lösung

Nun, jetzt bringt es ja uns oder der Kundin nichts, hier zu jammern und keine Lösung zu präsentieren. Doch wie kann die aussehen, wenn doch hier ein sehr knappes Budget vorhanden ist.

Die BU Absicherung ist allerdings so unsinnig, da diese im Leistungsfall nicht ansatzweise ausreichend ist und es dann doch auf Hartz 4 hinauslaufen wird. Daher muss überlegt werden, ob hier eine BU Absicherung bezahlbar ist. Gute Bedingungen, Renten > 1.000 EUR monatlich und ein Schutz bis 65/65 wird schnell bei Beizträgen um die 70-90 EUR monatlich liegen, also über dem dieses „Schrott Schutzes“

Dennoch muss sich hier die Frage der Prioritäten gestellt werden, denn nur eine passende BU Rente ist auch eine sinnvolle BU Rente. Auch sind Alternativen zu überlegen. Das kann eine Grundfähigkeitsabsicherung, ein Schutz gehen Erwerbsunfähigkeit, eine schwere Krankheiten Absicherung oder auch eine ganz andere Lösung sein.

Was genau hier sinnvoll ist, das wird erst in einer genauen Analyse und Beratung zu klären sein, das hier ist es aber definitiv nicht.

Wie sehen Ihre Verträge aus?

Haben Sie auch so alte BU Verträge, welche mal „schnell und unbedacht“ abgeschlossen wurden? Verträge, die über Jahre oder gar Jahrzehnte nicht angepasst wurden und nicht mehr passend sind?

Sie sollten sich dringend all Ihre Verträge anschauen, überlegen wie hoch die Renten sind und was heute benötigt wird. Ist ein Schutz bis ins richtige Alter sichergestellt? Gibt es privates Vermögen oder andere Absicherungen? Muss angepasst werden?

Hier zeigt sich aber einmal mehr, wie wichtig ein früher Abschluss und eine rechtzeitige Vorsorge ist, gerade bei Berufen in der Berufsgruppe 2 oder schlechter liegt hier ein enormes Sparpotential bei einer frühzeitigen Absicherung.

Sollten auch Sie alte und lange unbeachtete Verträge bei sich finden, so überprüfen Sie diese unbedingt. Eine Hilfe sind die

AUSWAHLKRTITERIEN zur Berufsunfähigkeit

passend dazu auch ein

KRITERIENFRAGEBOGEN

Gerade wenn Sie sich damals nicht so intensiv mit dem Thema beschäftigen konnten oder wollten, dann wird es Zeit dieses jetzt zu tun.

Nicht eine Beratergruppe ist gut oder schlecht

Ja, es war ein Vermögensberater, welcher diesen Unsinn vermittelt hat und der gehört sicher bestraft. Wenn sich schon nichts mehr lösen lässt, zumindest mit einer Rückzahlung der Provision oder Teilen davon. Aber: Auch in anderen Berufsgruppen passieren solche Beratungen. Ich wüsste hier in der Umgebung noch mindestens zwei Makler, welche ähnlich beraten und eher auf den eigenen Vorteil bedacht sind.

Das macht es nicht besser, zeigt aber auch, nicht eine Berufsgruppe ist gut oder schlecht. Zum Thema Beratung und die unterschiedlichen Verrmittlertypen habe ich bereits in dem folgenden Beitrag einiges geschrieben.

Wo bekomme ich eine unabhängige Beratung zu Versicherungsfragen?

und weiter geht es mit dem BU Thema und der Frage, was tun wenn die wichtige Absicherung zu teuer ist.

Wenn die BU Absicherung zu teuer ist – was tun?

09.
Juli '14

Der Weg zum passenden Berater in Versicherungs- und Finanzfragen, ein Schaubild


Die Welt er Vermittler, Makler, Vermögens- und Finanzberater ist nicht nur voller Missverständnisse, auch Mythen halten sich wacker und über Generationen hinweg. Selbst vermeintliche (Fach-) Journalisten bekommen „es nicht auf die Reihe“ den Versicherungsvertreter von einem Versicherungsmakler auseinander zu halten.

Auch bei Vermögensberatern denken die meisten an unabhängige Berater die das Vermögen der Kunden mehren. Das diese an bestimmte Gesellschaften gebunden sind und auch nur diese vermitteln können, das ist nicht nur wenig bekannt, wird von diesen auch gekonnt hinter tollen Begriffen wie „Konzeptberatung“ und Vermögensplanung verborgen. Bereits in meinem Beitrag zu den unsäglichen Aussagen des DVAG Beraters habe ich (ganz passend zur Fußball-WM) einmal dargestellt, wer bei und mit wem in einer Mannschaft spielt.

Nur der Makler (und der Versicherungsberater der hier auf dem Feld fehlt) spielt mit dem Kunden, andere Vermittlertypen sind mit dem Versicherer in einem Team.

Makler Vertreter Fussball

Um das Ganze aber etwas einfacher zu machen und Ihnen einen Weg an die Hand zu geben, den passenden Berater zu finden und sich auch über die Konsequenzen der Auswahl (wie Bindung an Gesellschaften und den rechtlichen Status) klar zu werden, habe ich gestern das alles einmal in ein Schaubild gegossen.

Beginnen Sie einfach oben links und hangeln sich durch die Fragen. Am Ende steht nicht nur der für Sie passende Vermittlertyp, Sie kennen dann auch gleich noch die Kerneigenschaften dieses Typus. Die Übersicht können und sollen Sie gern verteilen, vielleicht bringt es etwas Aufklärung und verhindert falsche, alte Ansichten.

Für die Kollegen gilt: Teilen erlaubt, solange die Bilder und die pdf unverändert bleiben. Auch ein Einbinden auf der eigenen Seite ist kein Problem.

Die pdf Version der Datei finden Sie unter dem Link: Der Weg zum passenden Berater in Versicherungs- und Finanzfragen

Der Weg zum passenden Berater II

Und sollten Sie bisher gedacht haben, der Berater wäre unabhängig und es wäre einfach nur das passende Produkt, dann können Sie diese „Empfehlung“ nun einmal hinterfragen. Wie ich bereits gestern bei twitter schrieb…

08.
Juli '14

Eigenwillige Auffassungen, falsche Aussagen und in der Diskussion dann einfach löschen- der DVAG Vermögensberater Stefan Mussler steht dann nicht einmal zu seiner falschen Aussage


Es ist ein kleines gallisches hessisches Dorf, Entschuldigung, die Kreisstadt Gelnhausen in der es einen Berater der Deutschen Vermögensberatung gibt. Dieser scheint nicht so gut auf Makler zu sprechen zu sein oder vielleicht hat ihm einer „unserer Zunft“ mal im Kindergarten das Spielzeug weg genommen? Ich weiss nicht, was Stefan Mussler bewegt hat, einen ganzen Berufsstand zu diskreditieren und dann in der Diskussion einfach einzuknicken und alles zu löschen.

Ich habe so gar nichts gegen andere Berater, auch nicht gegen andere Meinungen, machen Sie doch Diskussionen erst interessant und sind das Salz in der Suppe. Wie langweilig wäre es wohl, wenn alle das selbe denken würden, keiner mal mit einer Aussage aneckt? Doch eines sollte immer gelten- es muss die Wahrheit sein, nicht beleidigend und keine Straftatbestände erfüllen, oder? Das ist zumindest mein Verständnis von Rechtsstaat und Kommunikation. Anscheinend sieht das aber Hr. Mussler etwas anders und ich kann mir nicht vorstellen, das diese Aussagen durch den Arbeitgeber des Herrn gedeckt sind.

Da spülte doch Facebook einen Beitrag in meine Timeline, welcher mal die bösen Makler zu recht weisen sollte. Damit meine Leser auch was davon haben…

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Ich habe bereits in einigen Blogbeiträgen die Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Vermittlern und Beratern versucht zu erklären. Vielleicht hätte dieser Autor auch mal lesen sollen, oder zumindest sich einmal genauer informieren wie das denn so ist mit den Vertragsverhältnissen, denn anscheinend ist ihm das noch nicht ganz so geläufig. Also hier nochmals zum Verständnis.

Ein Vertreter der DVAG, der sich gern „Vermögensberater“ nennt, weil es ja besser klingt und so gar nicht nach Versicherungen und Vertreter aussieht, der ist Vertreter, Vertreter welcher an einzelne Gesellschaften gebunden ist, daher auch „gebundener Versicherungsvertreter“. Ob der sich nun Vermögens- oder Allfinanzberater nennt, sicher ist in jedem Fall: Sie bekommen nur die Produkte und Anbieter angeboten, mit welchem die DVAG Verträge hat. Dabei gibt es so genannte Premium-Partner. Diese stellen die Produkte für die DVAG, so ist es die Central Krankenversicherung, die Aachen Münchener Lebensversicherung (für Lebensversicherungen, BU Produkte, Riester), dazu noch eine Bausparkasse und einige Partner mehr. Die Partner können Sie auf den Internetseiten der Deutschen Vermögensberatung nachlesen.

Rechtsverhältnisse bei Beratern

Nur um einmal klar zu stellen warum ich so „allergisch“ reagiere wenn es um das Verzerren von rechtlichen Verhältnissen geht, ich habe die unterschiedlichen Positionen einmal in zwei Bilder verpackt. Fangen wir mit dem Vermögensberater an. Dieser hat eine vertragliche Beziehung, einen Handelsvertretervertrag mit der DVAG. Diese kümmert sich im Hintergrund um die Abwicklung der Verträge, verhandelt mit Produktpartnern und berechnet die Einheiten, welche der Berater bekommt. Diese Einheiten werden dann, je nach Karrierestufe, mit einem Faktor multipliziert und ergeben die Vergütung, welche die DVAG an den Vermögensberater zahlt.

Dieser Vermögensberater besucht den Kunden, verkauft die Versicherungsverträge die er kann (denn er darf eben nur die Produktpartner der DVAG verkaufen und berät den Kunden bei der Antragsaufnahme und betreut ihn später ggf. auch weiter. Im Bild sieht das dann so aus.

DVAG Berater

Der Kunde bekommt dann von der Versicherungsgesellschaft die Police und hat auch mit dieser ein Vertragsverhältnis. Schäden werden natürlich nicht von der DVAG oder dem Berater bezahlt, sondern von der Gesellschaft.

Bei einem Makler sieht das etwas anders aus. Zunächst berät auch dieser seinen Kunden. Bereits seit langem hat der Bundesgerichtshof klargestellt, der Makler ist so genannter Sachwalter des Kunden, steht also rechtlich im Lager des Versicherungsnehmers und ist damit betraut, die passende Absicherung zu finden, den Kunden über Risiken aufzuklären und ist eben gerade nicht an einzelne Gesellschaften gebunden.

Ziel ist es auch hier- wie bei der DVAG- dem Kunden eine passende Absicherung zu besorgen. Anders als beim Vermögensberater stehen dem Makler hier aber alle Gesellschaften offen und er muss dafür Sorge tragen, das der Versicherungsschutz zum Bedarf des Kunden passt. Tut der Makler dieses nicht, so haftet er für eine Falschberatung und muss dafür eine entsprechende Versicherung nachweisen. Die Haftung bei Versicherungsvertretern liegt bei der Gesellschaft für welche er vermittelt. „Baut der Vertreter Mist“, so haftet die Gesellschaft „für die er Mist gebaut hat“.

Makler

Stellen Sie sich ein Fußballfeld vor, der Vergleich passt ja während der WM gerade recht. Da gibt es Gesellschaften, Konzerne wie die DVAG oder andere Allfinanzvertriebe, Makler und den Kunden. Jetzt können Sie sich selbst aussuchen, in welcher Mannschaft Sie mit wem gern gemeinsam spielen möchten.

Makler Vertreter Fussball

Maklerpools – beeinflussen diese die Unabhängigkeit?

Stein des Anstoßes in dem Beitrag „contra Makler“ des Beraters war jedoch ein Maklerpool. Wie oben nachzulesen soll ein solcher Pool angeblich die Unabhängigkeit des Maklers verhindern. Um das zu verstehen ist es erst einmal sinnvoll zu erklären, was ein solcher Maklerpool eigentlich ist und was dieser tut.

Ein Maklerpoool ist- vereinfacht ausgedrückt- eine Zwischenstelle zwischen Makler und Gesellschaft. Will ein Makler bei einem Unternehmen einen Antrag einreichen und dafür vergütet werden, so benötigt er eine vertragliche Vereinbarung, eine Courtagezusage. Das bedeutet also, ich müsste (gäbe es keine Pools) mit allen Gesellschaften einen Vertrag schließen, bekäme von jeder Gesellschaft eine monatliche Abrechnung und wenn es auch nur für wenige Cent Betreuungscourtage wären.

Alternativ kann ich auch mit einem Pool einen Vertrag schließen, dieser wiederum (mehr …)

06.
August '12

Deutsche Vermögensberatung (DVAG) – welchen Status haben die Vertreter und was bedeutet das für den Kunden


Die Deutsche Vermögensberatung ist sicherlich einer der größten Vertriebe in Deutschland. Fragt man einmal Privatkunden auf der Straße, so meinen die meisten, der Vertreib sei unabhängig und kann alle Produkte am Markt vermitteln. Schließlich berate man ja als „Vermögensberater“ und kümmere mich um den Kunden. Doch welchen rechtlichen Status hat der Vermittler eigentlich?

Im Impressum der Internetseite der DVAG ist zunächst einmal nichts davon zu erkennen, welchen Status diese eigentlich haben. Um zu verstehen welche unterschiedlichen Vermittlerarten am Markt agieren, habe ich die Unterschiede einmal in einem ausführlichen Blogbeitrag zusammengefasst.

Wie finde ich den passenden Makler, Berater, Vertreter und woran erkenne ich diesen?

Warum man sich nicht „traut“ den Status als gebundener Vermittler in das Impressum der Website zu schreiben, kann nur vermutet werden. Dann könnte auch der Interessent auf den ersten Blick erkennen, das es sich um einen so genannten gebundenen Vermittler handelt und dieser daher nicht unabhängig vermitteln kann.

Doch was ist der gebundene Vermittler genau? (mehr …)

30.
Juli '12

Aachen Münchener Berufsunfähigkeitsversicherung – wirklich die beste BU, wie die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) es behauptet?


In der letzten Woche erhielt ich einen Anruf eines Vertreters der Deutschen Vermögensberatung (DVAG). Auf meiner privaten Nummer- wohl ohne zu wissen was ich beruflich tue- wollte man mir unbedingt die „beste Berufsunfähigkeitsversicherung“ verkaufen und müsse daher „unbedingt mit mir reden“. Das Produkt sei „so gut, das es nur exklusiv bei uns zu bekommen ist“, so der Vertreter weiter. Daraufhin habe ich mir einmal die Bedingungen besorgt und etwas genauer unter die Lupe genommen.

Zunächst aber sollte man sich klar sein darüber, wer bzw. was die Deutsche Vermögensberatung denn überhaupt ist. Es handelt sich um einen Versicherungsvertreter, einen so genannten gebundenen Vermittler. Irgendwie passt das nicht so recht zu der „Vermögensberatung“, denn unabhängig ist die DVAG damit nicht, sondern vertritt nur die Unternehmen des Generali – Konzerns.

Doch zurück zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Es handelt sich um den Tarif BUV und meiner Analyse liegen die Druckstücke Nr. AVB BUV (01.12) mit den Versicherungsbedingungen, die Dynamikbedingungen DYNB BUV (03.11), die Besonderen Bedingungen für di fondgebundene Überschussveteiligung FÜBB BUV (01.12) und die Sondervereinbarung für Ärzte/ Zahnärzte AVB BUV Arztklausel Infektion (03.11) zu Grunde. Angeboten wird das Produkt exklusiv über die Deutsche Vermögensberatung und deren Vertreter im Außendienst.

Gerade bei einem Produkt wie der Berufsunfähigkeitsversicherung sind die Bedingungen von elementarer Bedeutung, entscheiden diese doch im Fall der Fälle darüber, wie und ob überhaupt eine Rente gezahlt wird oder ob der Versicherer keine Leistung erbringen muss. Was genau in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen nun aber steht, das habe ich mir für Sie einmal genauer angeschaut.

Einer der wichtigsten Punkte dabei ist zunächst die Definition der Berufsunfähigkeit selbst. Hier hat die Aachen Münchener im aktuellen Bedingungswerk auf den Zusatz „altersentsprechend“ verzichtet und ist daher positiv von der gesetzlichen Definition abgewichen. Auch auf eine abstrakte Verweisung verzichtet der Versicherer hier, dazu aber später noch mehr.

Weiterhin kann der Leistungsfall auch dadurch eintreten, dass Pflegebedürftigkeit eingetreten ist und mindestens 2 der genannten Punkte erfüllt sein müssen. Wer sich also nicht allein im Zimmer fortbewegen kann und sich nicht allein waschen, der hat zwei Pflegepunkte welche zur Leistung aus der Berufsunfähigkeitsversicherung führen können. Können deshalb, da zuvor noch die weiteren Rahmenbedinungen und natürlich die Ausschlüsse zu prüfen sind. Leistungen aus der Versicherung werden bei folgenden Ereignissen/ Auslösern nicht erbracht (Quelle: §6 Abs. 2):

  • BU durch innere Unruhen, falls der Versicherte auf Seiten der Unruhestifter war
  • BU durch Strahlenereignisse, Kernenergie
  • BU durch vorsätzliche Herbeiführung oder strafbarer Versuch eines Verbrechens oder Vergehens
  • BU durch atomare, biologische oder chemische Waffen

Dabei ist leider auch der Straßenverkehr nicht eingeschlossen. Andere Unternehmen verwenden hier deutlich verbesserte Formulierungen und dort heißt es zum Beispiel bei der Alten Leipziger (BV10) Berufsunfähigkeitsversicherung:

„c) durch vorsätzliche Ausführung oder den strafbaren Versuch eines Verbrechens oder Vergehens durch den Versicherten. Verkehrsdelikte und fahrlässige Verstöße sind von diesem Ausschluss nicht betroffen;“

Auch das Thema der so genannten Umorganisation hat der Versicherer meiner Meinung nach eher schlechter als viele andere am Markt gelöst. So ist eine Umorganisation auch für Angestellte mit Weisungs- und Direktionsbefugnis möglich, fast schon ein k.o. Kriterium für angestellte Versicherte, denn die wenigsten Arbeitgeber werden den Arbeitsplatz an den Gesundheitszustand des Versicherten anpassen?! Die weiteren Formulierungen in §1 Abs. 4 b sind auch eher ungünstig. So sind dort weiterhin schwammige und nicht greifbare Formulierungen enthalten, z. Bsp. „keinen erheblichen Kapitaleinsatz“, „keine auf Dauer ins Gewicht fallende Einkommenseinbußen“ oder „ein der bisherigen Position angemessener Tätigkeitsbereich geschaffen wird und dieser aus medizinischer Sicht möglich ist“. Die Einkommensreduzierung wird zudem „je nach Lage des Einzelfalls“ bemessen, auch wenn bei Angestellten eine Größenordnung von 20% als Obergrenze gilt.
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