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04.
Dezember '18

Alte Leipziger mit verbesserten Bedingungen in der Berufsunfähigkeit (großteils auch für Bestandskunden)


Die Alte Leipziger ist als einer der besten Bedingungswerke in der Berufsunfähigkeitsversicherung bekannt und ist für viele Versicherte ein richtiger Partner. Gerade als Anbieter einer selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung (BV10) und auch als Zusatzbaustein zu Lebens-/ Renten- und Rürup Versicherungen ist die BUZ ein weit verbreiteter Tarif. Auch wenn teilweise Kunden mit einer privaten Krankenversicherung trotzdem bei ihrem Krankenversicherer mit einem KT-BU Übergang besser bedient sein können, ist die Alte Leipziger BU ein leistungsstarker Tarif am Markt, welcher nun noch weiter verbessert wird.

Welche Verbesserungen erwarten die Kunden?

Durch die neuen Änderungen an dem Bedingungswerk verbessern sich die Regelungen in den folgenden Bereichen:

  • – Einführung einer Sofortleistung bei Krebs (nur Neukunden)

  • – Verbesserung der Nachversicherung nach Abschluss des Studiums/ der Berufsausbildung

  • – Wiederinkraftsetzen der BU nach Beitragsfreistellung

  • – Anpassung des Begriffs der Pflegebedürftigkeit gem. SGB V

  • – Verzicht auf die Prüfung der Umorganisation bei Betrieben mit weniger als 5 Mitarbeitern

Im Detail sehen die Regelungen dann wie folgt aus:

*** Hinweis: Alle Regelungen (außer der Krebsleistung) gelten auch für den Bestand.

1.) Einführung einer Sofortleistung bei Krebs

Vollkommen neu und ab dem Januar 2019 für Neu- und Bestandskunden verfügbar ist eine Sonderleistung bei Krebserkrankungen. Dazu wurde in die Bedingungen ein neuer Passus eingefügt, welcher sich nun im Paragraphen 9 findet. (Seite 9)

(1) Wenn der Versicherte an Krebs erkrankt, genügt es, wenn Sie einen vereinfachten Nachweis nach Absatz 6 erbringen. In diesem Fall leisten wir für einen Zeitraum von bis zu 15 Monaten. Die Leistungen entsprechen denen, die Sie für den Fall der Berufsunfähigkeit vereinbart haben (siehe § 7 Absatz 1).

Voraussetzung hierfür ist: Der Vertrag besteht mindestens sechs Monate. Diese Voraussetzung gilt auch für Erhöhungen mit Ausnahme von Erhöhungen aus einer Dynamik.

Um eine solche Leistung, welche für maximal 15 Monate bezahlt wird und in der Höhe der versicherten BU Rente entspricht, zu bekommen, muss der Versicherte ein entsprechendes Facharztattest vorlegen und folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • – Chemo- oder Strahlentherapie hat begonnen oder steht unmittelbar bevor
  • – Eine OP von Krebs führt zu lebenslangen Medikamenteneinnahmen (Anm. wie z.Bsp. auch nach Transplantationen), oder es besteht ein Grad der Behinderung oder eine dauerhafte Einschränkung der Berufsfähigkeit liegt vor
  • – der Vertrag besteht bereits seit 6 Monaten

Die Beantragung der Leistung ist nur mit einem onkologischen Bericht des Facharztes mit den, in §9 Abs. 6 genannten Angaben möglich. Die Leistungsentscheidung erfolgt nach max. 5 Tagen nach Vorlage der Unterlagen.

Leistungen aufgrund von Berufs- oder Arbeitsunfähigkeit werden wie bisher beantragt und folgen nach den 15 Monaten der Krebsleistung.

Mit diesem Leistungsbaustein geht die Alte Leipziger einen Schritt in Richtung schnellerer Leistung und stellt bereits wenige Tage nach der Diagnose und/ oder OP bzw. dem Beginn der Chemotherapie eine Leistung in Höhe der BU Rente zur Verfügung.

Die Leistungen werden auch dann für 15 Monate erbracht, wenn sich der Zustand des Versicherten bessert.

Entgegen der Leistung bei Arbeitsunfähigkeit (hier nachzulesen: Alte Leipziger AU Leistungen) folgt diese nicht erst nach Monaten, sondern unmittelbar nach der Diagnose/ OP.

2.) Verbesserung der Nachversicherung nach Abschluss des Studiums/ der Berufsausbildung

Bisher war eine Nachversicherung nach Ende der Ausbildung oder des Studiums bereits möglich, jedoch auf einen Betrag von 500 EUR Monatsrente beschränkt. Gemäß der Neuregelung im §25 der AVB entfällt diese Grenze bei dem erfolgreichen Abschluss des Studiums oder der Berufsausbildung und die Regegelungen lauten wie folgt: (Seite 21)

Sie können eine Nachversicherung innerhalb von sechs Monaten nach Eintritt eines der folgenden Ereignisse beantragen: Der Versicherte […]

nimmt eine berufliche Tätigkeit auf. Dies gilt dann, wenn er zuvor eine Berufsausbildung oder ein Studium erfolgreich abgeschlossen hat. Die neue jährliche Rente bei Berufsunfähigkeit darf 6.000 EUR übersteigen, wenn Sie ein Gehalt in entsprechender Höhe nachweisen. Voraussetzung hierfür ist, dass der Versicherte eine berufliche Tätigkeit ausübt, die seiner Ausbildung entspricht. Auch dann darf die gesamte jährliche Rente aus allen bei uns bestehenden Versicherungen höchstens 30.000 EUR betragen. Dazu zählt auch die neu versicherte Rente. Erhöhungen aus der [→] Dynamik zählen nicht dazu.

Entgegen der bisherigen Rente ist nunmehr eine Anpassung an das reale Gehalt des Versicherten möglich und somit zum Beispiel von 1.000 EUR auch eine Anpassung auf maximal 2.500 EUR Monatsrente nach Ausbildungsende möglich. Einzige Voraussetzung ist hier ein entsprechendes Gehalt.

3.) Wiederinkraftsetzen der BU nach Beitragsfreistellung

Wer seine Berufsunfähigkeitsversicherung aus finanziellen Gründen beenden musste, der kann einen neuen Vertrag bekommen und das ohne eine neue Gesundheitsprüfung absolvieren zu müssen. Die neuen Regelungen finden sich ebenfalls auf Seite 20 der neuen AVB.

(3) Sie können nach einem Beitrags-Stopp einen neuen Vertrag abschließen, um den ursprünglichen Schutz bei Berufsunfähigkeit wieder herzustellen. Für den neuen Vertrag verzichten wir darauf, das Risiko erneut zu prüfen. Sie können eine selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Rentenversicherung mit BUZ abschließen.

Wichtig dabei sind die- doch recht engen Voraussetzungen. Ein Antrag muss maximal 6 Monate nach Beitragsstopp gestellt werden und der Versicherte darf noch nicht berufsunfähig oder (wenn AU Leistungen versichert waren/sollen) arbeitsunfähig sein.

Es gelten dann die Risikoeinstufungen des letzten (beitragsfreien) Vertrages.

Statt einer Beitragsfreistellung kann eine Stundung der Beiträge übrigens eine bessere Wahl sein, das aber nur als Anmerkung am Rande.

4.) Anpassung des Begriffs der Pflegebedürftigkeit gem. SGB V

Der Begriff der Pflegebedürftigkeit wurde dem Sozialgesetzbuch angepasst. Das ist eher eine „kosmetische“ Änderung, da in den alten Bedingungen noch die alte Definition verwendet wurde.

5.) Verzicht auf die Prüfung der Umorganisation bei Betrieben mit weniger als 5 Mitarbeitern

Die Regelung kennen wir schon von den Akademikern. Solche, die eine akademische Ausbildung haben und mind. 90% kaufmännisch und organisatorisch tätig sind, hatten auch schon bisher den Verzicht auf eine Umorganisation.

Neu ist diese Regelung aber für kleine Selbstständige mit weniger als 5 Mitarbeitern. Hier ist eine Umorganisation oft schwer, denn die Arbeiten des „Chefs“ lasen sich eben nicht so einfach weg-organisieren. Daher findet sich in §8 (3), Seite 8 nun folgende Regelung.

Wir verzichten darauf, die Umorganisation des Betriebs abstrakt zu prüfen, wenn bei Eintritt der Berufsunfähigkeit eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:

– Der Selbständige ist Akademiker und übt in seiner täglichen Arbeitszeit mindestens zu 90 % kaufmännische oder organisatorische Tätigkeiten aus. (alte Regel)

Der Selbständige beschäftigt in seinem Betrieb in den letzten zwei Jahren durchgehend weniger als fünf Mitarbeiter.

Auch diese Verbesserung ist für die Selbstständigen sicher positiv zu bewerten, denn zum einen geht es um die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl und zum anderen ist es damit für Selbstständige mit kleinen Betrieben einfacher nicht auf eine Umorganisation „geschoben zu werden“.

Für wen gelten die Änderungen?

Die Änderung gilt, laut Alte Leipziger, für alle Kunden. Dabei gibt es also keinen Unterschied zwischen Neukunden und solchen, die schon länger dort versichert sind.

Neue Bedingungen als pdf zum Download

Die neuen Bedingungen stelle ich Ihnen im Downloadbereich zur Verfügung.

–> Bedingungen ALTE LEIPZIGER BU, Stand 2019, pm2300_01-2019

Die entsprechenden Änderungen ersehen Sie am schnellsten anhand der farblichen Markierungen.

Ebenfalls hat die Alte Leipziger die Schüler BU verändert (großteils verbessert). Genauere Details finden Sie in einem der nächsten Blogbeiträge.

23.
November '18

Dynamik – wird es dann jedes Jahr teurer und muss ich das hinnehmen?


Die Dynamik ist, auch wenn es nur ein kleiner Baustein im Vertrag ist, immer noch etwas was zu Verwirrungen führt. Aufgrund vieler Rückfragen hier einmal einige Erklärungen zur dynamischen Erhöhung, welche sich zum Beispiel in einer Berufsunfähigkeitsversicherung finden sollte.

Was ist die Dynamik?

Die dynamische Erhöhung ist nichts anderes, als ein Versprechen des Versicherers Ihnen jedes Jahr eine Dynamisierung, also eine Erhöhung des Versicherungsschutzes anzubieten. Die Betonung liegt auf anzubieten, denn es ist lediglich ein Angebot, welches der Versicherer Ihnen jährlich macht/ machen muss.

Dabei wird der monatliche Beitrag und gleichzeitig die Leistung des Vertrages (also zum Beispiel die BU Rente) um einen vorher vereinbarten Prozentsatz erhöht. Sie wissen also heute schon, wie das Angebot der Erhöhung in den nächsten Jahres aussieht. Bei einigen Unternehmen lassen sich unterschiedliche Modelle wählen.

  • – Erhöhung des Beitrages und der Leistung um X Prozent der Anfangsbeträge (Rente, Beitrag)

  • – Erhöhung um X Prozent des Vorjahresbeitrages

  • – Erhöhung um den Anstiegsbetrag der gesetzlichen Rentenversicherung

Je nachdem was vereinbart ist, bekommen Sie alle 12 Monate von Ihrem Versicherer Post mit den neuen Werten für das Folgejahr. Dieses Angebot können Sie annahmen oder ablehnen, mehr dazu und auch die zu beachtenden Punkte finden Sie weiter unten.

Sollte ich diese bei Vertragsabschluss wählen?

Ja, das sollten Sie immer. Es ist kein Nachteil eine dynamische Anpassung zu wählen. Der entscheidende Vorteil liegt aber dann in der MÖGLICHKEIT von einer Erhöhung der versicherten Rente (und natürlich des Beitrages) bei Bedarf Gebrauch zu machen. Der entscheidende und wichtigste Aspekt dabei, es ist eine Anpassung ohne neue Gesundheitsprüfung. Auch wenn Sie also krank werden, andere oder neue Gebrechen und Beschwerden dazukommen, so bekommen Sie hierfür bei Nutzung der Dynamik keinen Zuschlag, keinen Ausschluss oder sonstige Einschränkungen.

Warum ist diese Anpassung wichtig?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Auf der einen Seite lässt sich damit die Entwertung des Geldes über die Jahre ausgleichen. So kann eine Nutzung der Dynamik verhindern, dass eine Rente von 2.000 EUR zu Beginn im weiteren Verlauf (und unter Berücksichtigung der Inflation) nur noch 1.800 EUR wert ist und irgendwann nicht mehr reicht. Der

Inflationsausgleich

ist somit ein ganz entscheidender Aspekt. Aber auch ein anderer Grund spricht für die Dynamik. Egal ob Sie tarifgebunden beschäftigt sind, oder Ihr Arbeitgeber eigene Regeln hat, eine

Einkommenssteigerung

in regelmäßigen Abständen kann auch hier ausgeglichen werden. Damit ist keineswegs ein Karrieresprung und damit sofort 200, 300, 500 EUR monatlich höherer Bedarf gemeint, aber eine normale Einkommensentwicklung ist damit schon auszugleichen. Für Karrieresprünge gibt es zum Beispiel die Nachversicherungsgarantie.

Was passiert, wenn ich diese nicht nutzen möchte?

Bei Vertragsabschluss bekommen Sie meist schon eine Tabelle, wie sich eine solche dynamische Anpassung entwickelt. Genau das verstört aber oft, denn wie oft höre ich dann „dann zahle ich ja 500 EUR für meine BU“. Klar, wenn ich jedes Jahr die Leistung mitmache dann ist das vielleicht einmal so. Eine 5% Dynamik bei einer Rente zum Start von 2.000 EUR ist dann aber auch im 10. Jahr auf 3.100 EUR gestiegen. Prozentual hat sich der Beitrag dann auch verändert, hier von 101 auf 164 EUR Zahlbeitrag. (der Unterschied zwischen Brutto- und Nettobeitrag ist hier erklärt)Setzen Sie hingegen zwei Jahre aus und machen nur einmal die Dynamik mit, dann sähe das wie folgt aus:

Dabei ist dann natürlich auch die Rente geringer, es sind nach 10 Jahren nur 2.389 EUR, statt der ursprünglich versicherten 2.000 EUR. Dennoch ist alle drei Jahre eine gute Zeit. Denn eines ist noch zu beachten:

Dynamik wird ausgeschlossen

Bei den meisten Unternehmen wird bei der 3. Ablehnung ausgeschlossen. Wer also zweimal ablehnt, sollte im dritten Jahr gut überlegen ob er das nochmal tut. Nach 3 Jahren sind zudem auch aus Gründen der Inflation 5% Anpassung durchaus nicht so verkehrt. Schließt der Versicherer die Dynamik aus, so ist diese nur mit einer neuen Gesundheitsprüfung wieder in den Vertrag zu bekommen.

Wann Sie diese immer mitmachen sollten?

Gerade wer aber krank ist, Vorerkrankungen hat, die bei einem neuen Antrag zu Zuschlägen oder Ausschlüssen führen, der ist mit einer dynamischen Anpassung sehr gut bedient. Denn bevor Sie einen eingeschränkten Vertrag bekommen, machen Sie einfach jedes Jahr die Dynamik mit und erhöhen somit Ihren Schutz. Dabei ist noch auf die Angemessenheit zu achten, einige Gesellschaften weisen hier ab bestimmten Rentenhöhen explizit darauf hin. Aber so lässt sich der Schutz auch dann noch erhöhen, wenn schon neue Erkrankungen vorliegen.

Nicht zu verwechseln ist diese Dynamik aber mit der so genannten Leistungsdynamik oder auch „garantierte Rentensteigerung„. Die habe ich unter folgendem Link erklärt.

Garantierte Rentensteigerung, Leistungsdynamik, Anpassung bei bestehender Berufsunfähigkeit- eine der wichtig(st)en Optionen in der BU-Absicherung

22.
Februar '18

„Hr. Doktor, ich habe manchmal Kopfschmerzen.“ – „Hey, kein Thema, machen wir eine Gehirn OP“ – leider ist das Alltag in „meiner Branche“


Es ist vielleicht etwas überspitzt und ich bin mir sicher, ich trete damit einigen meiner „Kollegen“ auf die Füße und vielleicht war das auch gleich mein letzter Tag in der internen Facebookgruppe. Aber 1.) will ich niemanden bloßstellen (daher gibt es auch keine Namen oder Profilbilder der Kollegen) und 2.) finde ich es immer noch erschreckend wie zu lebenslangen und bedeutenden Produkten beraten wird. Oder besser, gewürfelt, denn mit Beratung hat das leider nichts, aber auch absolut gar nichts zu tun.

Doch der Reihe nach. Stellen Sie sich vor, Sie wachen morgen mit Kopfschmerzen auf. Nix schlimmes, nur ein bisschen „Aua“. Das haben Sie aber nun zwei, drei Tage. Jetzt wird es dann doch mal Zeit für einen Spezialisten, einen Berater der Ihnen hier helfen kann. Sie machen sich also auf den Weg zu Ihrem Arzt. Nachdem er Sie begrüßt und ins Sprechzimmer gebeten hat, erzählen Sie von Ihren Kopfschmerzen. Ohne weitere Tipps und ohne eine Untersuchung kommt der Rat:

Lieber Herr XYZ, die Lösung gegen Ihre Kopfschmerzen ist eine Gehirn-OP. Ich mache Ihnen da gleich mal einen Termin, morgen um 8 können Sie in den OP.

Was würden Sie wohl tun? Nächsten Morgen zu Ihrer Gehirn-OP aufbrechen, oder dem Arzt „einen Vogel zeigen“ und sich einen neuen suchen?

Jetzt denken wir uns einmal in ein anderes Thema. Sie haben nicht Kopfschmerzen, aber Bauchschmerzen. Die kommen daher, dass Sie sich seit Tagen oder Wochen mit dem Thema Private oder Gesetzliche Krankenkasse beschäftigen. Sie könnten beides, wissen aber nicht so recht wie und wohin. Aber das macht ja nix, denn schließlich gibt es Versicherungsmakler und Berater, dazu noch die Vertreter der einzelnen Gesellschaften. Einen solchen kennen Sie ja schon, er betreut Sie auch in anderen Fragen wie Hausrat, Haftpflicht, Autoversicherung und hilft/ half Ihnen schon bei Geldanlage und anderen Fragen, die „irgendwas mit Versicherungen zu tun hatten.“

Gesagt, getan – den rufe ich an

Das machen Sie dann auch. Anrufen und fragen, ob Sie nicht einmal einen Beratungstermin bekommen können, einen in dem das Thema PKV besprochen werden kann. Klar wird Ihnen der Termin angeboten, Sie freuen sich und machen sich dann in den kommenden Tagen wie vereinbart auf den Weg. Bekommen dort dann Ihren Tarif erklärt/ empfohlen und entscheiden sich dann für einen Abschluss.

Sie fühlen sich gut aufgehoben, denn es gab einen Tarif, einen der Ihnen all die Arbeit abgenommen hat sich Gedanken zu machen, Recherche zu betreiben, Versicherungsbedingungen zu lesen. Ach ja, den Antrag hat man Ihnen auch noch ausgefüllt. Was ein Service, so super und Sie sind einfach rund herum zufrieden… bis… naja…

Was im Hintergrund passierte

Gleich nach dem Anruf und dem Termin, in welchem schon ein paar Daten von Ihnen abgefragt wurden, machte sich Ihre Berater an die Recherche. Bekannt waren einige Daten, alles andere was er wissen musste hat er erfragt. Grundlage der Empfehlung waren also folgende Eckdaten:

  • – Sie sind 29 Jahre alt
  • – Sie möchten keine Kinder
  • – Sie sind gesund
  • – 63.000 € überweist Ihnen Ihr Arbeitgeber jedes Jahr
  • – Ihre PKV darf durchaus etwas kosten. Bis zum GKV Höchstbeitrag is kein Problem, sagten Sie
  • – eher Schulmedizin ist wichtig

Zuerst einmal hat der Kollege festgestellt, er ist nicht mehr „ganz so intensiv in KV unterwegs“. Gut, das ist schon einmal eine gute Einsicht, denn bei einem Produkt welches über die gesundheitliche/ finanzielle Zukunft des Kunden und der nächsten dreißig, vierzig oder wohl fünfzig Jahre entscheidet. Warum dann- statt den Kunden an einen Kollegen zu schicken der es kann und versteht- doch selbst versucht wird zu beraten, darüber werde ich hier sicher nicht spekulieren. Aber, lesen Sie doch mal hier:

Die Versicherungsvertreter, die tausende Euro Provision kassieren…

Also doch keinen Kollegen, doch nicht zu einem Spezialisten, schließlich verdient man dann selbst nichts oder viel weniger, wenn der Kollege dann vielleicht eine kleine Vergütung abgibt für den „Tipp“. Also macht man sich selbst auf die Suche. Schließlich gibt es Pools und Partner. Da muss man nur sagen was man möchte und bekommt dann Tarife, Empfehlungen, Vergleiche und unterlagen. Postwendend und kostenlos.

Das hat auch hier der Berater getan. Er hat bei so einem Servicedienstleister einen Vergleich angefordert. Eben mit den Daten die er da oben schon erfahren hatte, und sicher einigen weiteren Angaben, denn so ein Anfrageformular sieht so aus. (ich habe auch den Namen des Pools und der Serviceplattform ausgeblendet, wie gesagt, es geht mir nur um die Beratung und den Ansatz, keinesfalls um eine Bloßstellung eines Beraters)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit diesen Angaben- mehr gibt das einseitige Formular nicht her- kommt es dann zu einer Tarifempfehlung oder zumindest zu einem Vergleich von mehreren Tarifen. Irgendwas mache ich wohl falsch, wenn ich vor einem ersten Gespräch einen Fragebogen mit vier Seiten ausfüllen lasse und dazu ein 45-minütiges Erklärvideo verschicke, was jede Frage nochmal erläutert und detailliert bespricht. Das alles vor einem ersten Gespräch in welchem dann mind. eine Stunde lang Wünsche, Ziele und Pläne besprochen werden müssen.

Das allein reicht nicht, mal schauen was die Kollegen so meinen

Doch was dann kommt, das war der Auslöser für diesen Beitrag. Der Kollege sucht sich Hilfe. Hilfe in einer Gruppe von Maklern, in der man unter Kollegen Fragen diskutiert, Probleme zu Tarifen bespricht und sich austauscht. Also etwas wie ein Stammtisch, ok, fast. Zuerst kommt die Frage, dann geht es aber los.

 

Ach, nimm mal die Gesellschaft XYZ, oder mir gefällt Tarif ABC gut. Auch DEF sind ganz nett. Der erste hilfreiche Kommentar auf der erste Seite ist der letzte. Warum? Weil hier der Hinweis auf  „erst Gesundheit und Risiko“, sonst gibt es eh kein Angebot kommt. Aber auch hier sind Tarife in den Raum geworfen, solche die dem Kollegen nicht helfen und ihn eher auf den falschen Weg bringen. Warum? Weil er keine Ahnung von KV hat und damit auch nicht beraten sollte.

Ich habe auch keine Ahnung von

  • – Sachversicherungen
  • – Geldanlagen
  • – Baufinanzierungen
  • – betrieblicher Altersvorsorge
  • – gewerblichen Versicherungen

berate diese aber auch nicht und würde auch nie auf die Idee kommen nach einem Tipp für einen Kunden zu fragen, um es dann selbst machen zu können. Ich gebe- wie viele meiner anderen Kollegen auch- Geschäft ab. Ab an Spezialisten, ab an solche Kollegen deren Kerngeschäft es ist.

Auf der zweiten Seite, das rechte Bild, da wird es dann noch besser. Der erste wirft einen Tarif in den Raum, der sein „persönlicher Favorit ist“, weil der Tarif „unschlagbar von den Bedingungen“ ist und noch 6 Monate Beitragsrückerstattung bietet. Nun, wie unschlagbar der Tarif denn ist, steht auf einem anderen Blatt. (hier zum Continentale Business Tarif lesen)

Nun kommen noch ein paar Empfehlungen, der eine wundert sich über die Tarifempfehlung des anderen und dann geht es weiter:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt, auf Seite 3 unten oder hier im Screenshot auf dem 4. Bild ganz oben kommt der erste und leider auch einzige der es anscheinend verstanden hat und verstehen möchte. Björn… schrieb, er möchte sich nicht unbeliebt machen. Kleiner Tipp: Das hab ich schon, ist also nicht so schlimm. 🙂

Da kommt der Hinweis: „Ich habe mir Frau XYZ als Kooperationspartner gesucht“ und gleich noch der Hinweis:

„KV Voll ist nicht mal eben so runter beraten“

Ja lieber Kollege, SIE HABEN ES VERSTANDEN!

Es ist eben nicht mit Software, einem einseitigen Fragebogen und daraus resultierenden Angeboten getan. ES GEHT EINFACH NICHT. Wenn vorn die Angaben unvollständig, falsch, nicht ausreichend oder schlampig erfasst sind, dann kann am Ende auch keine sinnvolle Empfehlung herauskommen, selbst dann nicht, wenn der Tarif selbst gut sein kann.

Viele der hier genannten Tarife könnten vielleicht passen, ebenso können genau diese Tarife bei diesem Kunden GRUNDFALSCH sein und damit die schlechteste Entscheidung seines Lebens sein und werden. Im schlimmsten Fall kann er nie mehr wechseln, hängt in einer Gesellschaft oder in einem Tarif fest und das alles, weil er sich auf einen vermeintlichen Berater und dessen Rat verlassen hat.

Blöd wenn der Rat auf Empfehlung einer kurzen Frage in einer Facebookgruppe kam und so gar nicht hilfreich war.

Auch aus einer anderen Sicht ist es fatal. Der Kollege haftet (mit seiner Vermögenschadenversicherung gemeinsam) für einen Beratungsfehler. Wie das am Ende ausgeht wenn es hier Tatsächlich zu einem Anschluss kommt, das möchte ich mir lieber nicht ausmalen. Dann können Sie auch ins Casino und Roulett spielen, ist auch mit rot oder grün eine 50:50 Chance ob es gut geht. OK, hier ist die Trefferquote noch deutlich geringer.

Fragen Sie nach Qualifikation und Spezialisierung

Mit einer Krebserkrankung rennen Sie doch auch nicht zum Hautarzt (ja, ich habe mich nicht verschrieben und meine nicht HAUSarzt). Sie suchen sich einen Spezialisten. Auch wenn beide in der gleichen Branche unterwegs sind, hat doch der eine keine Ahnung von dem Fachgebiet des anderen.

Wir müssen endlich weg von dem Bauchladen. Weg von dem „ich kann alles selbst“ und der Einstellung, jeden Euro noch schnell mitnehmen zu wollen. Beratungen wie diese gehören, genau wie andere Spezialthemen wie Baufinanzierung, betriebliche Altersvorsorge, gewerbliche Versicherungen, Anlagen und vieles mehr in die Hände von Spezialisten. Oder der Generalist muss und soll sich Hilfe holen. Diese findet aber NICHT in einem Facebook-Forum oder mit einem einseitigen Fragebogen statt.

Was wäre die Alternative? Richtig, das was der Kollege am Ende empfiehlt. Sich Kontakte suchen, Kontakte zu Spezialisten und den Kunden dorthin abgeben. Warum er das nicht selbst kann? Also Fragen und sich dann im Hintergrund helfen lassen? Weil Nicht-Spezialisten anders fragen, weil FRAGEN die wichtig sind nicht gestellt werden und damit auch die Antworten fehlen. Wenn ich nicht nach Wünschen wie Ausland, beruflichen Veränderungen, AG Wechsel und mehr frage, auch weil ich vielleicht den Hintergrund nicht kenne, dann kann es auch keine sinnvolle Tarifempfehlung geben.

Ein Grund, warum ich Kunden von Kollegen nicht berate. Nur dann, wenn diese wie meine eigenen Kunden komplett hier beraten und betreut werden. Sonst ist eine sinnvolle, bedarfsgerechte und richtige Beratung nicht möglich. Und das mache ich nicht, weil ich Angst vor Haftung habe, sondern weil ich es für

unverantwortlich halte, den Interessenten in ein offenes Messer laufen zu lassen

und damit diesem gar keine Chance auf eine umfangreiche und richtige Beratung zu geben. Was ist denn, wenn sich in der Beratung bei richtigen Fragen herausstellt, es ist gar kein Kandidat für die PKV? Empfehle ich nur Tarife und gebe diese an Kollegen weiter, wer sagt mir, dass es auch genau so ankommt? Das Spiel „Stille Post“ haben Sie als Kind auch gespielt, oder? Dann wissen Sie auch was ich meine.

Wenn Sie also interessiert sind an einem Glücksspiel, fahren Sie ins Casino. Las Vegas soll ja dazu ganz schön sein. Falls es aber um eine Beratung für ein lebenslanges Produkt geht, suchen Sie sich einen Spezialisten und fragen Sie den auch ruhig, ob das Beratungsthema sein Spezialgebiet ist und wie oft er es beträt. Für Glücksspiel ist die PKV definitiv mit einem zu hohen Verlustrisiko verbunden.

Weitere Informationen zum Thema PKV und BU finden Sie hier:

und sonst wandern Sie hier einfach etwas durch den Blog. Viel Spaß beim Lesen !

Ach ja, Freunde und Kollegen sind auch eher so suboptimal.

Meine Kollegen/ Freunde sind bei … versichert. Warum Freunde und Bekannte kein guter Ratgeber bei der Auswahl der privaten Krankenversicherung sind

26.
Januar '18

WWK erhöht Berufsunfähigkeitsversicherung bis zu 40%, warum die Sonderangebote für WWK Kunden jedoch nicht immer gut sind


Die WWK hat in den letzten Wochen und Monaten Schlagzeilen gemacht. Bis zu 40% sollen die Prämien in der Berufsunfähigkeitsversicherung erhöht werden und dieses ist zum 01. 01. 2018 auch passiert. Doch was war der Grund? Was gibt es für Alternativen und warum sind nicht alle „Sonderangebote anderer Unternehmen“ besser? Viele Fragen erreichten mich in den letzten Tagen und Wochen, obwohl ich keinen einzigen WWK Kunden im Bestand habe. Kollegen haben schon dazu geschrieben und auch die Sonderangebote und Möglichkeiten von anderen Gesellschaften aufgezeigt.WWK Erhöhung Beiträge

Natürlich, des einen Leid ist des anderen Freud und schnell kommen Versicherer auf die Idee „die unzufriedenen WWK Kunden können doch zu uns, wir müssen nur Werbung machen.“

Die Signal hat eine solche Aktion laut Info eines Interessenten bereits angeboten, auch die Stuttgarter und die Swiss Life sind mit „Sonderaktionen an den Markt gegangen“ um noch etwas vom Kuchen abzubekommen. Doch bringt das etwas? Stimmt es wirklich, dass ein Wechsel des Versicherers das Problem lösen kann und von „gut zu böse“ gewechselt wird?

Ob das so ist und was hinter den Angeboten steckt, das schauen wir uns heute einmal etwas detaillierter an. Am Ende des Beitrages finden Sie zudem noch Hinweise und verlinkte Unterlagen um den wirklich passenden BU Schutz zu finden. Aber erst einmal der Reihe nach.

Woher kommen diese großen Anpassungen?

Das Zauberwort heißt hier „Überschüsse“, also Gewinne aus vorwiegend Kapitalanlagen, denn wir sprechen hier von einem kapitalgedeckten System. Nicht jeder der eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt wird auch berufsunfähig, auch wenn die Zahl derer, die es zumindest einige Jahre sind, ständig zunimmt.

Somit bekommt Ihr Versicherer Beiträge und kann diese anlegen/ mit denen arbeiten. Für diese Anlage(n) bekommt er im Normalfall Zinsen und diese Zinsen wieder Zinseszinsen. So vermehrt sich das Geld, wie auf einem normalen Sparbuch. OK, der Vergleich hinkt ein kleinwenig, gibt es doch auf dem Sparbuch gerade keine Zinsen mehr. Aber auch in anderen Anlageformen sind die Zinsen gesunken. Was die „Häuslebauer“ freut, ist den Anlegern von Festgeldern, Anleihen und dergleichen ein Dorn im Auge und führt zu deutlich weniger Einnahmen.

Was das nun mit der BU zutun hat, das hängt mit den zwei Begriffen „Brutto- und Nettobeitrag“ oder „Zahlbeitrag“ zusammen. Der Versicherer weiß, oder glaubt zu wissen, was seine Anlagen an Zinsen und Erträgen bringen und gibt Ihnen davon bereits heute etwas ab, die so genannte Überschussbeteiligung. Mit dieser ergibt sich eine Differenz, eine zwischen Brutto- und Nettobeitrag. Kostet der BU Schutz also normalerweise 80 € im Monat und weiß der Versicherer er bekommt 30 € wieder heraus, so bucht dieser bei Ihnen auch nur 50 € ab. Clever, oder? Klingt ja auch besser wenn wir Ihnen nur den Nettobeitrag nennen, ist ja so viel weniger.

Clevere Onlinevergleichportale wie „check24“ nennen hier gar nicht den wirklichen Beitrag in den Vergleichen, sondern nur den geringeren Zahlbeitrag. Klicken Sie sich durch, finden Sie eine Angabe mit dem kunstvollen Namen „Brutto-Netto-Spread“ und eine Prozentzahl dahinter. Bei 30% ist der Bruttobeitrag dann einfach 30% höher, können Sie ja „mit einem Dreisatz einfach selbst ausrechnen“, meint das Vergleichsportal.

Dumm nur, der Nettobeitrag, also der Betrag welcher um die Überschüsse bereits vermindert wurde (die NICHT garantiert sind), ist nur die halbe Wahrheit. Wichtig und im schlimmsten Falle dauerhaft zu zahlen ist der Bruttobeitrag, also der „wirkliche Beitrag“.

Die WWK hat nun gemerkt: „Mist, die Überschüsse erreichen wir nicht mehr und haben auch in Zukunft wohl eher Probleme diese zu erreichen, also müssen wir die Beiträge anpassen.“

Das führt also dazu, die Überschüsse zu senken und den Kunden nette Briefe zu schreiben. Eine solche Anpassung ist auch durchaus normal und verständlich, kann es doch jeder an seiner eigenen Geldanlage sehen. Auch wenn Aktien derzeit gut „laufen“, ist es mit Sparbüchern und Festgeldern eher mau. Doch eine Anpassung bis zu 40% verärgert nicht nur die Kunden, wir reden auch hier schnell einmal über 20, 30, 40 € monatlich. Warum nur ist diese so hoch?

Wie ist der Unterschied bei anderen Versicherern?

Das ist ein Grund, warum in der Beratung unbedingt immer und ausschließlich er Bruttobeitrag zunächst das relevante Kriterium ist. Nur der bestimmt den maximalen Beitrag (zumindest in der Regel) und ermöglicht so eine saubere und sichere Kalkulation. Denn der Nettobeitrag ist- auch wenn er sich über Jahre nicht verändert hat- eben kein Garant für einen solch niedrigen Beitrag in den nächsten Jahren.

Dazu schauen Sie sich einmal die Zahlen in folgender Tabelle an. Ich habe bewusst auch die Versicherer ausgewählt, welcher derzeit gerade mit Sonderangeboten „um die Ecke kommen. Die Auswahl ist keineswegs auf Leistungen bezogen oder eine Empfehlung, diese soll nur einmal zeigen, wie groß die Spannen sind.

Grundlage ist ein Maschinenbauingenieur mit 30 Jahren als Eintrittsalter und einem BU Schutz bis 67. Keine (wenn auch wichtigen) Bausteine wie AU Klauseln, Rentensteigerungen oder Dynamiken sind im Vertrag, nur der reine, einfache BU Schutz.

Wir können also entweder einen Versicherer wählen, welcher nur einen Unterschied von 22% zwischen Brutto und Nettobeitrag hat, aber auch einen welcher 48% Unterschied hat. Bei dem einen liegt das Risiko einer Beitragssteigerung bei 27,64 € über die Laufzeit, bei dem anderen dagegen bei 98,17 €.

Was Ihnen niemand sagt und sagen kann, ob und wann eine Anpassung der Überschüsse erfolgen muss. Einige Unternehmen gehen offen mit den Vergangenheitsdaten um und sagen dann auch, wann eine Anpassung erfolgte. Das kann ein Anhaltspunkt sein, ist aber keineswegs eine Garantie.

An der Tabelle ist recht einfach zu sehen, wie groß die Unterschiede sein können. Während sich bei der Signal der Netto-/Zahlbeitrag fast verdoppeln kann, ist es bei der Alten Leipziger nur ein Unterschied von 27 € und das, wo beide Unternehmen einen annähernd gleichen Zahlbeitrag haben. Wer also den Signal Schutz wählt, muss nicht schlecht bedient sein, kauft sich aber ein deutlich höheres Risiko für Beitragserhöhungen ein.

Maßnahmen für WWK Kunden (und andere)

Zunächst einmal ist so eine Anpassung ärgerlich, denn diese bedeutet eine ungeplante Mehrbelastung bei identischem Versicherungsschutz. Ob eine Kündigung und damit ein Wechsel zu einem anderen Unternehmen sinnvoll und richtig ist, ist pauschal nicht zu sagen.

Wie man einen solchen Schutz ggf. aber kündigen kann, habe ich in meinem Beitrag hier vor einiger Zeit bereits erklärt. Dabei spielt die Zahlweise eine entscheidende Rolle.

Wie beende ich (m)eine falsche und unpassende Berufsunfähigkeitsversicherung?

Dennoch ist eine Kündigung sofort und ohne zu überlegen keine Option. Auch wenn die Verärgerung groß ist, einen Schutz gibt man erst dann auf, wenn der neue Versicherer bereits angekommen hat und klar ist, hier auch den passenden Schutz zu bekommen.

Schauen Sie sich nach Alternativen um, abseits von Sonderangeboten

Die LockSonderangebote der Versicherer vergessen Sie am besten ganz schnell wieder. Machen Sie sich in Ruhe Gedanken. Etwas Positives hat es für einige in jedem Fall. Die Versicherer haben in den letzten Jahren immer und immer wieder die Bedingungen verbessert und neue Leistungen aufgenommen. Zeitgleich ist für einige Berufe (meist die „besseren“ Berufsgruppen wie Akademiker, kaufmännisch tätige Versicherte, Ingenieure) der Schutz preiswerter geworden. Auch mit einem nun höheren Eintrittsalter kann es durchaus ein preiswerterer Schutz werden. Selbst wenn dem nicht so ist, lassen sich ggf. dennoch zu gleicher oder gering höherer Prämie besser formulierte Bedingungen und mehr Leistungen einkaufen.

Aber es gibt auch Nachteile.

Fristen zur Anzeigepflicht beginnen neu zu laufen. Der Gesundheitszustand kann sich verändert haben und bei dem neuen Versicherer zu Risikozuschlag oder Ausschlüssen führen. Auch hier ist Beratung wichtig. Mit Hilfe anonymer Ausschreibungen lassen sich Risiken vorab einschätzen und bewerten. So tappen Sie nicht in die Falle von gespeicherten Daten und abgelehnten Anträgen.

Was Sie nun tun sollten

Zunächst einmal beschäftigen Sie sich mit dem Thema. Dabei spiel die Frage nach der

eine große Rolle. Hier gilt es zu klären, welcher Bedarf HEUTE vorhanden ist und nicht einfach die Daten aus dem alten Vertrag zu übernehmen. Da müssen Endalter, Zusatzbausteine und Optionen besprochen werden und geklärt, was SIE WIRKLICH BRAUCHEN.

Dann stellt sich die nächste Frage, dazu brauchen Sie aber Informationen. Schauen Sie einmal in den

und füllen Sie letzteren so spontan als möglich und mit dem Stand heute aus.

So beginnen Sie ganz ergebnisoffen eine Beratung und sehen dann, welchen Tarif und welche Gesellschaft Sie heute wählen werden. Das heisst nicht, dass auch ein Wechsel sinnvoll ist und erfolgen muss, das verschafft Ihnen aber Sicherheit eine Alternative zu haben.

Anpassungen werden Sie ggf. auch bei anderen Unternehmen erwarten, aber diese ist bei der WWK schon sehr deutlich. Nur bei einem Wechsel zu anderen Unternehmen die gerade mit „Sonderangeboten“ werben, schauen Sie bitte genau und recht kritisch.

Weitere Auswahlkriterien und die Anfragemöglichkeit finden Sie hier unter dem Punkt:

Auswahlkriterien für eine BU Absicherung

07.
November '17

Das jährliche Rennen zum Jahresende startet in 3, 2, 1… und warum es machmal unsinnig ist


und täglich jährlich grüßt das Murmeltier. So oder so ähnlich könnte dieser Blogbeitrag auch anfangen, geht es doch jedes Jahr auf’s neue um die Frage, wie sich noch schnell das alte Eintrittsalter nutzen lässt. Dieses ist immer dann wichtig, wenn es sich um Produkte und Verträge handelt, welche mit steigendem Alter teurer werden.

Bei den Produkten zur

ist dieses immer so. Hier richtet sich der Beitrag unter anderem danach, wie alt der oder die Versicherte bei Beginn des Vertrages ist. Dabei spielt aber nicht unbedingt das tatsächliche Alter, also das was wir uns vorstellen, eine Rolle. Entscheidender ist das versicherungstechnische Alter.

Es geht also nicht darum, wie alt Sie wirklich sind oder gar wie alt Sie sich fühlen, es geht um ein bestimmtes Eintrittsalter bei der jeweiligen Versicherung. Bis auf wenige Ausnahmen verwenden die meisten Unternehmen dabei die Kalenderjahres-Regel.

Kalenderjahres-Regel – so alt sind Sie für die Versicherung

Dabei ist es recht einfach zu verstehen und auch schnell nachvollziehbar. Entscheidend ist hier, nicht das Geburtsdatum bzw. der wirkliche Geburtstag entscheidet über das Alter, sondern einfach das entsprechende Jahr. Damit es einfacher Verständlich wird, hier eine kleine Erklärung.

Unser Beispielkunde Maximilian ist am 12. Juni 1987 geboren und überlegt nun, wie alt er wirklich und wie alt er für die Versicherung ist. Das „wirkliche“ Alter bekommt er noch schnell hin. Am 12. Juni 2017 hatte er seinen 30. Geburtstag, das weiss er ganz genau, hat er doch mit Freuden und Familie eine große Sause gemacht. Daher dachte er bisher auch, er wäre für die Versicherung nun auch bis zum nächsten Geburtstag 30 Jahre alt. Doch leider hat er hier „falsch gedacht“. Die Versicherung rechnet da etwas anders und überlegt nicht, wann der GeburtsTAG ist, sondern fragt eigentlich nur nach dem GeburtsJAHR.

Geboren ist Max im Jahre 1987, also ist er im Jahr 2017 genau 30 Jahre alt. Dabei spielt es keine Rolle, ob seine Versicherung am 01. 01., 01.07., 01.12. oder (theoretisch) am 31.12. beginnt. Wichtig ist hier nur ein Beginn im Jahre 2017.

Lesetipp: formeller, materieller und technischer Beginn – die Begriffe

Ab dem 01. Januar 2018 ist aber dann auch nicht mehr das Altert 30 relevant, dann ist Maximilian 31, egal ob er schon Geburtstag hatte oder noch haben wird. Auch hier spielt es daher keine Rolle an welchem tag er wirklich feiern kann und Geburtstag hat. Entscheidend ist auch hier wieder das Kalenderjahr, und das ausschließlich

Doch zurück zu unserem Fall und der Frage, ob ein frühes Eintrittsalter sinnvoll ist und ob es lohnenswert ist, schnell zu handeln. Dazu gilt auch hier wieder:

schnell handeln JA, unüberlegt handeln NEIN.

Nachdem wir nun geklärt haben wie alt Max wirklich ist, stellt er sich natürlich die Frage, ob ein schneller Antrag in 2017 noch ausreicht um sich die Konditionen zu sichern, oder ob er sich einfach im kommenden Jahr damit beschäftigt.

Der Versicherungsbeginn entscheidet, nicht das Antragsdatum

Entscheidend ist aber immer der Versicherungsbeginn, nicht das Antragsdatum. Es nützt also rein gar nichts, am 31. 12. noch schnell einen Antrag zu stellen und den Beginn dann mit „1. März“ auszuwählen. Der Vertrag muss wirklich begonnen haben und entscheidet dann auch darüber, welches Alter gilt. Unterschiedliche Regelungen und Möglichkeiten sich ein Alter zu „sichern“.

Daher ist es nicht nur wichtig ggf. eine Entscheidung zu treffen, sondern auch den Antragsbeginn in 2017 zu wählen. Während das in der Absicherung bei der Berufsunfähigkeit eher unkompliziert ist, lassen sich hier doch die Anträge per 1.12. noch problemlos stellen (selbst im Dezember noch), kann es in der privaten Krankenversicherung ein Problem werden.

Wer aus der gesetzlichen Krankenkasse wechseln möchte, der benötigt einen Beginn in 2017. Das ist aber, aufgrund der Kündigungsfrist zum Ende des übernächsten Monats ein Problem. Wer also die GKV im November kündigt, dessen Schutz endet erst zum 31. Januar 2018. Ein Wechsel in eine private Versicherung ist damit erst dann möglich. Eine Lösung kann bei einigen Unternehmen eine Anwartschaft sein. Genauere Abläufe und Hintergründe finden Sie im Beitrag:

Noch schnell ein Jahr jünger in die PKV

Zu beachten ist hier, eine solche Anwartschaft wird nicht von allen Unternehmen für zwei Jahre angeboten, bei einigen ist diese nur für den Monat Dezember abschließbar. Dennoch loht sich (auch bei extra Beitrag) eine solche Lösung in den meisten Fällen, denn hier ist die Ersparnis auf Dauer größer.

In Ruhe überlegen, nichts überstützen

Eines gilt aber immer. Es ist nicht ratsam eine Entscheidung unter Zeitdruck zu treffen, auch nicht wenn diese vielleicht dann zu dauerhaft günstigen Beiträgen führt. Es geht bei solchen Verträgen, die sich langfristig anpassen (müssen) immer um eine solide und begründete Auswahl des passenden Tarifes oder/ und der passenden Gesellschaft. Nur bei einer sorgfältigen Auswahl ist ein sinnvoller Schutz möglich.

Bevor Sie also schnell oder besser vorschnell eine Entscheidung treffen, beschäftigen Sie sich bitte in Ruhe mit den Auswahlkriterien und lesen einmal etwas mehr in den Leitfäden.

Erst nachdem genug „Grundlagenwissen“ vorhanden ist, lassen sich auch begründete und fundierte Entscheidungen treffen. Sind Sie nicht sicher, so lassen Sie es bitte sein.