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05.
März '21

Wie lange dauert eine Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung?


Neben anderen Leserfragen ist die nach der Dauer und „wie schnell geht denn eine Antragstellung“ eine der häufigeren Fragen. Generell und Pauschal kann ich nicht sagen, wie lang die Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung dauert, da dieses sehr individuell ist. Aber nach einigen hundert Beratungen in den letzten Jahren nehme ich hier einmal ein Beispiel für einen längeren Prozess und möchte auch erklären warum eine solche Arbeitskraftabsicherung eben Zeit braucht. Auch schauen wir und in diesem Beitrag an:

  • – Wie Sie sich auf eine Berufsunfähigkeitsberatung und Ihren Beratertermin vorbereiten

  • – Warum die Krankenakte und die Aufbereitung der ärztlichen Unterlagen elementar ist

  • – Welche Punkte besprochen gehören

  • – und auch die Frage, was die Krankenversicherung und das System GKV/PKV damit zu tun hat

Starten wir also und schauen und den Ablauf einer solchen Beratung und die einzelnen Schritte etwas genauer an.

Anfrage zur Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Zuerst einmal müssen Sie für sich natürlich erkennen, dass es hier einen Beratungsbedarf gibt und natürlich einen Bedarf in der Absicherung. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Absicherung überhaupt. Denn ohne Einkommen sind auch alle anderen Planungen und Absicherungen irgendwann hin, weil einfach kein Geld da ist.

Anfrage zur BU Beratung im Dezember

Diese Anfrage zur Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung erreichte mich Anfang Dezember, genauer am 02. 12. 2020. Der Interessent hatte schon einiges an Vorarbeit geleistet und sich bereits vorab informiert. Dazu las er bereits hier unter der Rubrik Berufsunfähigkeit allgemeine Informationen, lud sich den Leitfaden herunter und war auch sonst durchaus vorinformiert.

Nach einigen E-Mails und der Zusendung des Kriterienfragebogens (den es mittlerweile auch als interaktives Onlineformular gibt) vereinbarten wir für die folgende Woche einen ersten Telefontermin.

Basiswissen zur Berufsunfähigkeit und Ziele & Wünsche – unser Erstgespräch

„Kennenlerngespräch“ sagen einige Kollegen. Nun, mich „kennen“ Sie meist schon durch umfangreiche Beiträge im Netz und alles was Sie „über mich“ so lesen können. Auch zum Thema meines Beratungsansatzes haben Sie sicher schon etwas gelesen. Falls Sie schauen möchten, was andere Kunden so sagen… Bitte hier auf „Referenzen“ oder hier auf weitere Bewertungen klicken.

Bevor Sie entscheiden können was Sie brauchen und wollen, muss Ihnen jemand erklären was es gibt. Stellen Sie sich einen Autokauf vor. Sie wüssten nicht, dass es Autos mit Airbags gibt und können damit auch nicht entscheiden, ob Ihnen ein solcher wichtig ist. Mit dem Zeitpunkt wo Ihnen aber jemand erklärt was ein Airbag ist und wie der Sie und Ihr Leben schützen kann, ändert sich die Sichtweise. Sie können nun entscheiden, ob Ihnen der Aufpreis für einen solchen Airbag das Geld wert ist, Sie diesen in jedem Fall haben wollen oder darauf verzichten.

Das sind Themen für unser Erstgespräch! Dort geht es zunächst weder um Tarife noch um Prämien und Zuschläge, es geht um Basiswissen. Eine kleine Ausbildung in Berufsunfähigkeitsversicherungen.

Weiterhin in diesem Gespräch geht es um die Fragen: „Wo wollen wir denn gemeinsam mit der Absicherung in?“

Denn wer in 10 Jahren ein Millionenerbe macht, sich zur Ruhe setzt oder ein Kind plant, ein Haus baut, ins Ausland geht, dessen Bedürfnisse sind anders. Anders im Vergleich zu Menschen, die es nicht planen oder andere Ziele haben. Auch Fragen nach Endalter und die Frage wann und wie kann ich mir Prämien bei der Berufsunfähigkeitsversicherung sparen, gehören dazu.

Versichern müssen und sollten Sie das, was Sie an Risiko nicht selbst tragen können. Was allein zu „stemmen ist“, muss nicht (oder ggf. später nicht mehr) versichert werden.

Versicherungsschutz ist ein Netz, ein Netz, welches Sie auffängt, wenn Sie fallen und das eigene Seil dünn wird oder zu reißen droht.

Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Daher sind auch pauschale Lösungen zur Rentenhöhe nicht angebracht. Weil bei dem Kollegen, Nachbarn oder Freund bei 2.000 € netto diese auch monatlich weg sind und dieser also eine Absicherung in der Höhe braucht, ist bei Ihnen vielleicht nur „Fixkostenbedarf von 1.000 €“ und der Absicherungsbedarf sieht gleich ganz anders aus.

Für das erste Telefonat planen Sie bitte mindestens 60, eher 90 Minuten ein. Je nach Vorwissen und Kenntnisstand. In Bezug auf unser „Netz“, welches ich eben bereits ansprach, gilt:

Aufgabe des Beraters ist es, Ihnen zu zeigen welche Netze es gibt und wie haltbar diese sind, damit Sie entscheiden können.

Nach diesem Telefonat bekam der Kunde erstmal erste Unterlagen. Hier gibt es viel zu Lesen und durchzuarbeiten. Fragen zu notieren, Markierungen zu machen und zu überlegen, welche „Features“ sind denn wie wichtig. Die Unterlagen bekam mein Kunde dann ca. am 12.12. und hatte dann sehr schnell Zeit und Muße diese auch durchzuarbeiten.

Nächstes Gespräch – Tarife, Optionen und alle Fragen besprechen

Die Absicherung war zudem so hoch, dass wir ohne ärztliche Untersuchung oder Verteilung der BU Renten auf unterschiedliche Anbieter nicht weiterkommen. Warum zwei BU Anträge zudem besser sind und nicht aus Berater- oder Kundenfaulheit nur einer gestellt werden sollte, habe ich hier erklärt:

Warum zwei Anträge zur BU besser sind – nicht aus Faulheit Zeit sparen wollen.

Auch in unserem Fall war das so. Im nun folgenden Gespräch kommen alle die Fragen und Punkte „auf den Tisch“, die sich beim Lesen der Unterlagen angesammelt haben. Ebenso geht es hier schon weiter um Tarifinhalte und Bedingungen, um Aussagen und Folgen und natürlich um Konzeption generell. Dabei ist zu klären welche Verteilung mit welchen Vor- oder Nachteilen verbunden ist und wie dieses in der Praxis aussehen könnte.

Der Kunde besorgt parallel schon einmal alle Daten zum Thema Gesundheit. Das ist wichtig, denn diese Daten brauchen wir später noch genauer. Atteste, Krankenakten, OP und Krankenhausberichte, Medikamente und vieles mehr. Zum Thema „Krankenakte – warum Sie diese nicht, oder doch anfordern sollten

Hilfestellung dazu geben Musterformulare, welche ich Ihnen hier kostenfrei bereitstelle. In meinem Beitrag „Was tun, wenn der Arzt die Krankenakte nicht schicken will“ finden Sie auch Informationen was Sie dann tun können und warum eben nicht die Versicherung anfragen soll, sondern Sie.

Am Ende dieses und weiterer Folgegespräche je nach Bedarf steht dann die generelle Entscheidung zur Konzeption und den Versicherern, zumindest vorläufig. Denn nun geht es um die Frage „Wer nimmt mich denn, wie?“.

Versicherer bieten bei Vorerkrankungen mehrere Optionen an. Von Ablehnung, über Zurückstellung oder Zuschlag und Ausschluss kann alles dabei sein. Weil die Entscheidungen aber völlig unterschiedlich bei den Unternehmen ausfallen, sind

Anonyme Voranfragen – wichtig wie nichts anderes

Spätestens jetzt ist dann auch klar, warum es einen Berater braucht, einen der weiß was er da tut. In unserem Fall starteten wir also noch vor Weihnachten mit den Voranfragen und bereiten hierzu die Gesundheitsangaben auf. Dazu gibt es auf der einen Seite Antragsfragen welche zu beantworten sind, auf der anderen Seite müssen die Informationen für die Antworten ja irgendwo herkommen. Daher Krankenakten, Atteste etc. Das müssen und sollten Sie nicht ganz allein tun. Klar können Sie eine Frage lesen und die Antwort aufschreiben. Was aber wie abgabepflichtig ist, welche Tücken dort lauern und warum Angaben auch nach den Zeiträumen zu erfassen sind, dazu ist Ihr Berater da, um hier zu unterstützen.

Voranfragen, Ausschreibungen, Arztunterlagen und Entscheidungen

Nachdem diese Unterlagen aufbereitet sind, haben Sie erstmal eine kleine Pause verdient. Auch in unserem Fall habe ich dann einige Versicherer (nach der Vorauswahl) mit den Unterlagen angeschrieben, wir haben besprochen was noch nachzusenden ist und was der Kunde noch von wo besorgen muss. Am Ende gab es einige Entscheidungen, welche von Zurückstellung, über Zuschlag bis hin zu Klauseln und Ausschlüssen alles enthielten.

Zuschlag oder Ausschluss – was ist besser?

Nachdem hier nun alle Entscheidungen vorlagen, konnte auch der Kunde gemeinsam mit mir eine Tarifentscheidung treffen. Der erste von zwei Anträgen konnte also gestellt werden. Nach knapp zwei Wochen und einer weiteren Nachfrage zu dem Antrag, ging es dann auch bei dem Versicherer weiter.

Mitte Januar, also knapp 6 Wochen nach der Anfrage lag uns dann die erste Police vor, die gewünschten 2.500 € bei dem ersten Unternehmen waren policiert und somit sicher. Versicherungsschutz besteht also schon einmal für einen Teil.

Antragstellung

Auch die zweite Absicherung sollte nun beantragt werden. Dafür war, aus Gründen wie Nachversicherung und anderen wie zum Beispiel der Staffelung des Endalters, ein anderes Produkt und ein anderes Unternehmen ausgewählt. Ob das sinnvoll ist oder bei Ihnen die Erhöhung der ersten Police die bessere Wahl ist, so etwas klären wir individuell und im Detail dann.

Hier konnten wir also, da ja schon alles da war und auch die Voranfragen und Ausschreibungen schon bekannt, die Antragstellung für den zweiten Antrag vorbereiten. Gleiches Schema wie bisher. Anträge stellen, Unterlagen aufbereiten und beilegen und mehr.

Dieses dauerte aus verschiedenen Gründen hier dann doch noch einige Zeit länger, so konnten wir Mitte Februar dann den letzten Antrag stellen. Auch dieser wurde nach knapp zwei Wochen angenommen.

Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung – das Finale

Am Ende wurde aus einer Anfrage zur Absicherung bei Berufsunfähigkeit ein entsprechendes Paket der Absicherung. Ein BU Schutz, welcher sich aus verschiedenen Gründen auf zwei Versicherer verteilt und einmal 2.500 € und nochmals weitere 2.400 € absichert.

Beide Policen liegen mittlerweile vor und somit ist eine volle Absicherung vorhanden.

Wie schnell es gehen kann und warum dann einige tausende Euro schnell gezahlt werden und wichtig sind, das habe ich in einem ganz anderen Beitrag einmal beschrieben.

42.000 € „eben mal schnell“ gezahlt! warum und wie das ging – schnell erklärt

Auch allgemeine Fragen und Antworten zum Beispiel zur garantierten Rentensteigerung, Dynamik oder der Arbeitsunfähigkeitsklausel finden Sie im Blog beschrieben. Versicherer verändern zudem aktuell immer mal wieder die Einstufung der Berufsgruppen oder verzichten auf diese fast ganz.

Und natürlich bleiben auch weitere Fragen nicht unbeantwortet. „Wo finden Sie eine unabhängige Beratung und welche Vermittler gibt es eigentlich?“ beantworte ich genauso, wie die nach „Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung“ oder „Warum bei Krebs verschiedene Absicherungen greifen sollten“.

Zuletzt noch ein Hinweis für Sie, was können Sie tun, um sich auf Ihre Beratung vorzubereiten? Also quasi die Hausaufgaben schon mal vor dem Besuch der Schule.

So bereiten Sie sich auf Ihre Beratung zur PKV und / oder Berufsunfähigkeitsabsicherung vor

Und am Ende wünsche ich Ihnen, dass Sie den Schutz nach Jahrzehnten anschauen und denken: „Mist, alles umsonst gezahlt, weil ich so gesund bin!“

12.
September '20

Individuelle Beratung zu Berufsunfähigkeit und PKV – Vorbereitung auf Ihr Beratungsgespräch


Beginnen möchte ich mit etwas sehr Positivem: Das Bewusstsein für eine notwendige und dann auch hochwertige Absicherung in den Bereichen Absicherung der Arbeitskraft und Gesundheitsvorsorge ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Die Beratung zur Berufsunfähigkeits- und Krankenversicherung wird nicht zuletzt als „Königsdisziplin“ bezeichnet, denn hier sichern Sie lebenswichtige Risiken ab und sichern Ihre Existenz. Nicht erst seit Corona beschäftigen sich immer mehr Menschen mit der richtigen und passenden Absicherung und schützen nicht nur sich damit, sondern sichern auch die Familien ab.

Dabei müssen wir uns jedoch bewusst sein, dass die Auswahl eines individuellen und passenden Produktes für die Absicherung eines einzelnen durchaus Beratungsaufwand bedeutet. Dieser Aufwand entsteht jedoch nicht nur bei dem Berater, auch bei Ihnen als Kunden oder zunächst einmal Interessenten gibt es einiges zu tun.

Wir alle müssen uns verabschieden von:

„Lieber Berater, schicken Sie mir einmal bitte ein Angebot und sagen mir was ich machen soll.“

Die Berechnung eines Angebotes und vielleicht auch noch die Auswahl eines entsprechenden Versicherers, das kann eine einigermaßen brauchbar programmierte Maschine sicherlich auch. Gerade darum geht es aber nicht. Es geht vielmehr um Wissensvermittlung und Ausbildung der Interessenten, denn nur wenn Sie einen Überblick darüber haben was es am Markt für Möglichkeiten gibt, nur dann können Sie fundiert und begründet eine Entscheidung treffen.

Vor einigen Tagen habe ich hier in einem Beitrag einen Leistungsfall der Berufsunfähigkeitsversicherung für einen Büroangestellten beschrieben, dieser zeigt sehr anschaulich, was einem so passieren kann. Um das Risiko aber zu begrenzen, müssen Sie Ihr eigenes Risiko erst einmal kennen.

1. Kunde und Berater müssen zueinander passen

Bevor wir uns nun aber der Beratung und Vorbereitung widmen, möchte ich noch einige kurze Einblicke in Anfragen zeigen, welche bei mir in den letzten Tagen und Wochen so gelandet sind.

Sehr geehrter Herr Hennig,

bei Twitter bin ich über Ihren Blogeintrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung eines typischen „Büromenschens“ gestolpert und habe mich dort wiedererkannt. Bisher habe ich auch die Meinung vertreten, dass mir eigentlich nichts passieren kann, was mich für eine lange Zeit außer Gefecht setzt. Nach Geburt unserer Tochter, einem anstehenden Bauprojekt mit einhergehenden finanziellen Verpflichtungen, Ihrem Blogeintrag sowie vieler Gespräche mit meiner Frau, setzt hier jedoch ein Umdenken ein. Daher würden wir uns gern mal beraten lassen, welche BU für uns am besten wäre, selbstverständlich mit dem Ziel diese dann auch abzuschließen.

Wir haben den Kriterienfragebogen nach bestem Wissen ausgefüllt, sind jedoch bei vielen Punkten nicht festgelegt und flexibel. Meine Frau arbeitet als Referentin im ……. (dort war das Feld zu kurz).

Die Kommunikation und Koordination läuft am besten telefonisch oder per Mail über mich. Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.

Viele Grüße aus Berlin und ein schönes Wochenende,

und ein weiteres Beispiel:

Hallo Herr Hennig,
ich bin über Twitter auf Sie aufmerksam geworden und habe aufgrund der umfassenden Infos auf Ihrer Webseite und den guten Referenzen entschieden, dass ich Sie gerne kennenlernen möchte!
Ich bin zweifacher Vater und Ehemann und habe mit nun 38 Jahren leider bisher den Fehler gemacht, mich nicht gegen Berufsunfähigkeit zu versichern.
Das möchte ich unbedingt korrigieren und in einem persönlichen Gespräch herausfinden, ob wir zueinander passen.
Im Anhang finden Sie den ausgefüllten Kriterienfragebogen.
Ich befinde mich aktuell in Elternzeit und bin daher recht flexibel was Termine angeht. Wenn Sie mir 2-3 Terminvorschläge schicken, wird da sicher einer dabei sein, der passt.
Da ich weiß, dass Sie viel unterwegs sind, sind alle möglichen Kommunikationswege wie Facetime, Google Meet etc. denkbar 😊
Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.

Was ich bei beiden Anfragen hier gut erkennen lässt, die Interessenten haben sich nicht nur mit dem Thema welches sie ab sichern möchten beschäftigt, sondern auch mit dem potentiellen neuen Berater. Natürlich gibt es nicht den einen Berater oder den einen richtigen Weg der Beratung, denn wie überall im Leben muss es auch hier passen. Wenn sie das Gefühl haben es passt nicht, dann sollten Sie das durch aus auch sagen.

Ich berate meine Kunden seit dem Jahr 2000 ausschließlich am Telefon, online oder über diverse andere Möglichkeiten. Als ich damit anfing und mich entschied sich nicht direkt gegenübersitzen zu müssen, erntete ich von Kollegen und anderen Mitbewerbern ein müdes Lächeln und „das klappt eh nicht.“

Doch warum sollte es nicht? Ist es wichtig ob wir gemeinsam an einem Tisch sitzen oder ist es vielleicht wichtiger ob die Informationen die sie für eine Entscheidung brauchen zu Ihnen kommen und sie vielleicht sogar einfacher Sachen nachlesen, erfragen und verstehen können? Ein persönliches Verhältnis und eine fachliche Qualifikation braucht keinen gemeinsamen Tisch.

2. Was erwarten Sie von Ihrem Berater

Bevor Sie also in eine Beratung zur Berufsunfähigkeits- und Krankenversicherung starten, überlegen Sie sich was sie von ihrem Berater erwarten. Soll dieser vor Ort sein und bei Ihnen zu Hause vorbeikommen, möchten Sie sich direkt bei einer Gesellschaft beraten lassen oder lieber eine unabhängige Meinung eines Versicherungsmaklers nutzen?

Der Markt der Berater bietet alle möglichen Formen der Beratung. Angefangen von dem Versicherungsvertreter einer Gesellschaft über den Vertreter mehrere Gesellschaften (den Mehrfachagenten, der gerne mit dem Makler verwechselt wird), die klassischen Versicherungsmakler, Onlineportale oder Beratung gegen Honorar.

Der Weg zum passenden Berater

Für sich müssen Sie also zunächst einmal eine Entscheidung treffen, welchen Berater Typ sie sich vorstellen können und dann noch eine andere, weit wichtigere Entscheidung. Stellen Sie sich dazu folgende Frage: „Will ich gesagt bekommen was ich zu tun habe, oder will ich informiert entscheiden können?“

Was auf den ersten Blick vielleicht etwas sonderbar klingt, passiert in der Praxis leider täglich. Der Kunde ist zufrieden sich keine Gedanken machen zu müssen, der Berater ist zufrieden eine schnelle Unterschrift zu bekommen und am Ende ist leider keinem geholfen. Es gibt Entscheidungen im Leben, die kann niemand anders für Sie treffen.

Ich als Berater kann ohne viele Fragen nicht wissen, wie ihre Zukunftsplanung aussieht, ob sie Kinder wollen, ob sie ins Ausland gehen möchten oder sich übermorgen beruflich verändern. Wenn wir aber über Absicherungsprodukte sprechen, die sie die nächsten Jahrzehnte begleiten werden, dann bedarf es solche Informationen. Und wer dann (egal ob auf Kunden – oder Beraterseite) meint, solche Produkte lassen sich in einer Stunde mal schnell nebenbei beraten, der irrt hier gewaltig.

Ich habe mich schon vor 20 Jahren dafür entschieden, meine Kunden auszubilden und meine Beratung zur Berufsunfähigkeits- und Krankenversicherung als Wissensvermittlung aufzubauen. Wissen zu vermitteln, Informationen zu geben und gemeinsam sich Klauseln und Versicherungsbedingungen anzuschauen bilden das Fundament für eine begründete Entscheidung.

Seit Jahren wiederholt sich in Beiträgen, Videos oder Leitfäden dieser Satz:

Nur wenn sie wissen was es am Markt gibt, nur dann können Sie entscheiden ob sie es auch brauchen oder wollen.

Wagen wir einen kurzen Blick in eine andere Branche. Nehmen wir an sie wollten sich ein Auto kaufen. Wenn Ihnen der Verkäufer aber nicht erklärt, was es für Sicherheitssysteme und -möglichkeiten gibt, dann können Sie nicht überlegen ob Ihnen dieser Schutz das Geld wert ist. Der Berater oder Autoverkäufer kann und sollte in keinem Fall für Sie entscheiden, sondern Sie müssen mit den übermittelten Fakten für sich eine individuelle Entscheidung treffen.

3. Bereiten Sie sich darauf vor, viele Fragen gestellt zu bekommen

Ganz egal ob sie sich über eine Berufsunfähigkeitsversicherung informieren, oder zu der privaten Krankenversicherung beraten werden möchten, in jedem Fall stellen Sie sich auf viele Fragen ein. Schon vor vielen Jahren habe ich mich daher für umfangreiche Fragebögen entschieden, damit sie in Ruhe für sich Informationen besorgen können und sich über die Themen Gedanken machen.

Sie werden bei den Kriterienfragebögen zur Berufsunfähigkeit oder auch zur privaten Krankenversicherung auf Fragen stoßen, die hat Ihnen so noch nie jemand gestellt und bei einigen Begriffen wussten sie nicht einmal das es diese gibt. Das ist auch gut so und die erste und grundsätzliche Aufgabe der Beratung. Aufklärung und Information. Dazu habe ich Leitfäden vorbereitet und stelle Ihnen hier in über 1.300 Blog Beiträgen Unmengen an Information zur Verfügung.

Sie müssen kein Versicherungsexperte werden um die Beratung zur Berufsunfähigkeits- und Krankenversicherung zu verstehen, auch wenn viele meiner Kunden ihren Bekannten und Kollegen manchmal so vorkommen. Aber nur in dem sie sich einlesen und mit dem Thema beschäftigen, nur dann Sind Sie überhaupt in der Lage für sich eine richtige und fundierte Entscheidung zu treffen. Eine Entscheidung die ihnen nicht ihr Berater „aufs Auge gedrückt hat“, sondern eine Entscheidung die in ihrer individuellen Situation begründet und richtig ist.

Daher ist eine Beratung ohne Vorarbeit (angefangen von dem Ausfüllen von Fragebögen, über das erste, ausführliche Telefonat) und die Bereitschaft zu lesen und Verstehen zu wollen nicht möglich.

Kriterien der Berufsunfähigkeitsversicherung

4. Lassen sie sich helfen und unterstützen mit einer qualifizierten Beratung zur Berufsunfähigkeits- und Krankenversicherung

Neben dem Selbststudium zu den wichtigen Punkten und Hintergründen einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder auch der privaten Krankenversicherung, welche Sie sich als Basiswissen aneignen können, geht es aber um viele weitere Punkte.

Dazu gibt es Spezialisten und Berater. Gemeinsam mit diesen klären Sie nicht nur Ihre persönliche Information, sonder lesen gemeinsam Bedingungen, informieren sich über Gesellschaften und gestalten Tarife. Auch hier werden Sie mit neuen und weiteren Fragen konfrontiert auf die Sie sich einstellen müssen.

Ach wenn Vergleichsrechner auch schnelle und kostenlose Vergleiche oder Hilfe bieten, in komplexen Fragen und gerade bei biometrischen Risiken sind diese nur bedingt geeignet.

Eine anonyme Risikovoranfrage bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein weiterer Punkt. Niemals sollten Sie einen Antrag ungeprüft und ohne entsprechende Risikovorabanfragen stellen. Zu groß ist die Gefahr hier Informationen an Gesellschaften zu geben und Entscheidungen zu dokumentieren, welche sich so später als Hindernis herausstellen. In meinem Artikel zu den anonymen Voranfragen finden Sie hier detailliertere Beschreibungen und die Möglichkeit eine solche Anfrage zu stellen.

Anonyme Voranfragen bei Berufsunfähigkeit und Krankenversicherung – warum es einen qualifizierten Berater braucht

Auch hierfür gibt es mittlerweile Tools. Diese sind aber – wie so oft – nur so gut, wie der/diejenige welche sie bedient. Daher bringen die Tools meist nur dann etwas sinnvolles zu Tage, wenn die Eingingen richtig, vollständig und gut aufbereitet sind.

Checkliste zur Antragstellung in der Berufsunfähigkeitsversicherung oder der Krankenversicherung

Ich hoffe, Sie konnten bisher einen Eindruck gewinnen, wie umfangreich und vor allem wie wichtig hier eine saubere Vorbereitung und Antragstellung ist. Hier nochmals die wichtigsten Punkte in einer Zusammenfassung zur Beratung zur Berufsunfähigkeits- und Krankenversicherung.

  1. Informieren Sie sich umfassend zum ThemaHilfestellungen bieten der Leitfaden zur Berufsunfähigkeitsversicherung oder zur der Leitfaden zur privaten Krankenversicherung und umfangreiche Informationen in Blogbeiträgen oder auf den entsprechenden Unterseiten zu den Themen.
  2. Bevor Sie einen Berater aussuchen, informieren Sie sich über dessen Art der Beratungstätigkeit, die Spezialisierung und seine Qualifikation
  3. Lesen Sie Referenzen oder Bewertungen Ihres Gegenüber
  4. Nehmen Sie zu dem Beratungsgespräch einen Fragebogen zu den Kriterien des Produktes mit. So den Kriterienfragebogen zur Berufsunfähigkeitsversicherung oder Kriterienfragebogen zur Krankenversicherung. Stellt Ihr Berater solche Fragen nicht oder nicht in dem Umfang, fragen Sie selbst nach und holen sich eine zweite Meinung ein. Nur wer umfangreich die „Anamnese“ macht, kann richtig und passend ein Produkt empfehlen.Zudem finden Sie hier weitere Fragen und Kriterien:- Auswahlkriterien Private Krankenversicherung
    Auswahlkriterien Berufsunfähigkeitsversicherung

Haben Sie weitere Fragen oder brauchen Hilfe

Dann finden Sie unter „Kontakt“ Möglichkeiten diese zu stellen. Alternativ nutzen Sie gern den LiveChat.

 

02.
Januar '20

Jetzt freiwillig versichert? Post vom Arbeitgeber oder der Kasse?


Guten Tag zusammen und erstmal ein frohes und gesundes neues Jahr.

Einige von Ihnen werden in den kommenden Tagen Post bekommen, Post vom Arbeitgeber oder der gesetzlichen Krankenkasse. Die Pflichtmitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse endet, wenn Sie im Jahr 2019 ein Bruttoeinkommen von 62.550 € hatten oder dieses überschritten wurde. Dann sind Sie ab dem 1. Januar diesen Jahres nicht mehr pflichten in einer gesetzlichen Krankenkasse, sondern freiwilliges Mitglied.

Das bringt einige Änderungen mit sich. Weiterhin kursieren bei den Kassen und auch im Netz einige fragwürdige Aussagen zu Bindungsfristen und Kündigungszeiten, daher fasse ich in diesem Beitrag all die Punkte zusammen, welche Sie beachten sollten.

Dabei verlinke ich gern auf alte – bereits in den Vorjahren geschriebene – Beiträge, da die diese Thematik jedes Jahr neu ergibt.

Ende der Versicherungspflicht

Sollte Ihr Einkommen im letzten Jahr die Grenze von 60.750 € brutto und auch voraussichtlich die Grenze von 2020, also 62.550 € überschritten haben, so müssen Sie nicht mehr in der gesetzlichen Krankenkasse versichert bleiben.

Sie haben nun die Wahl zwischen beiden Systemen. Zu den grundsätzlichen Unterschieden finden Sie mehr Informationen in meinem Leitfaden, welchen Sie im Downloadbereich kostenlos laden können.

Wichtig ist noch zu wissen, es gibt jetzt noch ein rückwirkendes Austrittsrecht. Heißt, solange Sie mit der Krankenkassenkarte in diesem Jahr nicht beim Arzt waren, können Sie auch noch rückwirkend zum 1. Januar austreten. Aber: Lassen Sie sich Zeit und überlegen in Ruhe und nicht übereilt. Das Schreiben der Krankenkasse kommt meist nicht vor Mitte/ Ende Januar, bei einigen sogar später. Das heißt nicht, dass Sie darauf warten müssen. Beginnen Sie mit den Überlegungen jetzt und sehen dann in Ruhe weiter. Im folgenden Beitrag habe ich bereits im Jahr 2019 alles für Sie zusammengefasst.

„Sie sind nun freiwillig versichert.“ – ein Schreiben der Krankenkasse welches alles verändern kann, aber nichts muss

 

Sie müssen nicht aus der GKV raus

Auch wichtig, Sie können raus, müssen aber nicht. Auch als freiwilliges Mitglied können Sie in der bisherigen oder einer anderen GKV versichert bleiben. Dabei sollten Sie aber eines bedenken. Ändert sich der Status, so verlieren Sie auch Leistungen.

So müssen Sie in der Elternzeit nun Beiträge zahlen, was Sie als Pflichtmitglied nicht mussten. Details dazu in dem folgenden Beitrag:

Elternzeit und die (nicht immer) beitragsfreie Versicherung in der gesetzlichen Krankenkasse

und auch in dem hier verlinkten Beitrag noch einige Änderungen zur Elternzeit und besonders zur Beitragsberechnung.

Elternzeit und die Beitragsberechnung in der gesetzlichen Krankenkasse

 

Familienversicherung und Kinder beachten

Wer bisher gesetzlich und nun vielleicht zukünftig privat versichert sein möchte, der bedenkt bitte auch die Auswirkungen auf die Familienversicherung. Dabei ergeben sich auch Jahre nach einem Wechsel immer wieder – teils gravierende – Probleme.

Entfall der Familienversicherung – wie kann ich mein Kind rückwirkend versichern?

In der hier folgenden Übersicht sehen Sie, wann das Kind wie versichert werden muss. Die Heirat (oder die geplante) ist ein wichtiges Datum, auch oder gerade für den Versicherungsschutz. Die Übersicht gibt es auch als pdf- ideal für das schwarze Brett in der Firma oder als Schreibtischunterlage.

Der Unsinn zur 18-Monate Bindungsfrist

Leider scheinen einige gesetzliche Kassen es bewusst darauf anzulegen, einen Dummen gefunden zu haben der den Unsinn auch glaubt. Da wird einfach behauptet:

Sie sind noch keine 18 Monate bei uns versichert, dann können Sie gar nicht kündigen.

Das ist leider falsch und ich möchte hoffen, dass es nur Unwissen und nicht bewusste Täuschung ist. Denn ganz einfach und simpel. Bei einem Wechsel zur privaten Krankenkasse gibt es keine Bindungsfrist von 18 Monaten, auch wenn die Kasse etwas anderes behauptet.

Mit welcher Formulierung Sie dann doch raus kommen und was Sie wem und wann schreiben müssen, das habe ich im Beitrag zusammengefasst.

18 Monate Bindungsfrist und die falschen Aussagen der Krankenkasse

Lassen Sie sich also bitte nicht verunsichern oder glauben den Unsinn auch noch. Bestehen Sie auf einem Bescheid, einem mit Rechtsbehelf, dann geht das auch.

Wahltarife – machen Sie mal schnell – dann lassen wir Sie nicht mehr weg

Ein anderes beliebtes Mittel Kunden zu binden sind so genannte Wahltarife. Auch wenn der Gesetzgeber in der Vergangenheit die Regelungen verändert hat, mit einem solchen selbst ausgesuchten Tarif mit

– Selbstbeteiligung

– Rückerstattung bei Leistungsfreiheit

– besonderen Therapieformen und Vorsorgeleistungen

kann durchaus eine lange Bindung an die Kasse bestehen. Daran ändert auch ein Statuswechsel nichts. Daher ist es immer gut genau zu überlegen, immer dann wenn besondere Tarife abgeschlossen werden sollen.

Wahltarife und Zusatzbausteine in der GKV verhindern Kündigung – Ein Ratgeber

Sie sehen also, es gibt einiges zu bedenken, zu überlegen und zu beachten. Daher machen Sie sich ganz in Ruhe Gedanken, lassen sich nicht hetzen, verunsichern oder drängen und überlegen sehr genau, wie es mit dem zukünftigen Schutz weitergehen soll. Auf der speziellen Beratungsseite zur PKV und auch der zur Berufsunfähigkeit finden Sie weitere Unterlagen, Fragebögen, Videos und Hinweise für Unterstützung auf dem Weg, ihrem Weg!

Haben Sie weitere Fragen, vielleicht auch solche die für andere Leser interessant sein können? Dann schildern Sie Ihren Fall oder stellen Sie Ihre Frage gern direkt unter dem Beitrag als Kommentar. Ich beantworte und ergänze dieses dann.

12.
Dezember '19

Der immer erreichbare Berater? – was erwarten Sie ? Ihre Meinung bitte!


Ich bin nun schon etwas in der Branche unterwegs, mache vieles ein bisschen anders und bin recht gut erreichbar. Schauen Sie sich einmal in den Referenzen um und lesen sich einige davon in Ruhe durch, dann finden Sie einen Punkt immer wieder als positives Merkmal.

„ist superschnell erreichbar“
„antwortet auch spät abends noch“
„auch zu ungewöhnlichen Zeiten noch erreichbar“

Ich habe schon mit Kunden nachts um eins geschrieben, sogar Sprachnachrichten geschickt. Da ich aber neben diesem, meinem Lieblings“job“ durchaus noch anderes tue und daher oft einmal gern in anderen Zeitzonen unterwegs bin, ist das auch gar nicht schlimm.

Aber selbst wenn ich am Abend auf der Couch sitze, antworte ich noch auf eine Mail oder eine WhatsApp. Warum? Weil es mir Spaß macht. Nach über zwanzig Jahren in der PKV und BU Beratung muss ich vieles nicht mehr nachsehen, nachschlagen oder suchen. Ich (das soll nicht überheblich klingen bitte) weiß es einfach.

Ich bekam einmal einT-Shirt geschenkt und das trug folgende Aufschrift:

(c) Shirtracer auf Amazon

und das ist eben nach langen Jahren Erfahrung und Leidenschaft im Job auch so, das geht mir nicht anders wie Ihnen, in Ihrem Tagesgeschäft.

Auf der anderen Seite ist es „reine Faulheit“. Nehmen wir an Sie schreiben mir um 21.45 Uhr eine Nachricht, dann sehe ich diese, muss morgen früh daran denken und antworte Ihnen. Vielleicht vergesse ich es auch, weil zehn andere etwas gefragt haben. Da antworte ich lieber gleich. Sie sind zufrieden und ich auch, weil „aus dem Kopf“ und Platz für andere Gedanken.

Durch einen Blogbeitrag eines guten Branchenkollegen, dem Mattias W. Schlattmaier- einer DEVK Agentur- kam ich kürzlich auf das Thema Erreichbarkeit und freue mich, wenn Sie / Ihr mir hierzu Ihre/ Eure Meinung sagen würdet.

Gern einfach als Kommentar zu diesem Beitrag, gern auch via Facebook oder wo auch immer Ihr/ Sie mich sonst so kennt/ kennen und mir folgen.

Vorher aber noch einige Gedanken dazu.

Ich mache das nicht weil ich es muss, ich muss sicher nicht antworten um 22 Uhr, auch nicht um 19, auch nicht wenn es bei Ihnen nachts ist. Aber warum sollte ich nicht, wenn ich es weiß, es nahezu keinen Mehraufwand bedeutet und ich Spaß daran habe?

Habe ich keine Zeit, lese es nicht, habe keine Lust, das iPhone nicht mit, keinen Zugriff auf E-Mails oder was auch immer, dann tue ich es nicht. Es zwingt mich ja niemand.

In seinem Beitrag hat Matthias einen Kollegen zitiert, der eine andere Auffassung hatte und sogar in seinen Mails als Signatur festschrieb, er sei immer erreichbar, auch am Wochenende. Dieser Berater vertrat die Auffassung das seine (umsatzstärksten) Kunden hier nur und ausschließlich von Ihm beraten und betreut werden sollen. Selbst seinen eigenen Mitarbeitern traut er das nicht zu.

Bei mir gibt es eine solche Unterscheidung nicht. Bin ich erreichbar, dann antworte ich Ihnen auch und das egal ob Sie Kundin/ Kunde sind, eine Frage im LiveChat haben oder einfach nur so einen Tipp brauchen.

Ja, Marketingagenturen oder Consultants predigen gern die Klassifizierung von Kunden, also A, B, C Kunden oder noch mehr. Klar wissen Sie das nicht und klar gibt es Umsatzunterschiede bei Kunden. Aber ist der mit nur einer Frage (der aber vielleicht daraufhin zwei, drei anderen begeistert von mir und meinem Wissen erzählt) weniger „wichtig“? Ist der, der zwei, drei oder sieben Verträge hat besser?

Ihre Meinung ist gefragt.

Dazu gern einige Fragen, die Sie natürlich nicht beantworten müssen, auch nicht alle. Ich freue mich über jede Antwort, egal ob zu einer oder allen Fragen und noch mehr über Ihre Meinung.

Denken Sie bitte einmal an Ihren Berater in Versicherungs-/ finanzfragen.

1.) Wie wichtig ist Ihnen eine ständige Erreichbarkeit (abgesehen von den Notfallhotlines der Versicherer)?
2.) In welcher Zeitspanne erwarten Sie Antworten auf a.) einfache und b.) komplexe Fragen/ Probleme in einer E-Mail/ Nachricht?
3.) Ist Ihnen eine schnelle (WhatsApp/ knappe Mail) wichtiger im Vergleich zu einer ausführlichen, ausformulierten E-Mail (die länger dauert?)
4.) Falls Sie spät eine Mail schreiben (z.Bsp. nach 21 Uhr), wie „überrascht“ wären Sie von einer Antwort binnen Minuten?
5.) Was wäre hier eher Ihr Gedanke? a.) „hat der/die denn nie Feierabend und keine Familie“? oder b.) super, er/sie ist ja echt immer erreichbar?

Schreiben Sie einfach in die Kommentare und lassen mich wissen, wie Sie das sehen. Vielleicht auch wie das bei Ihnen und Ihren Kunden (falls Sie solche haben) ist? Erwartet das Ihr Arbeitgeber vielleicht sogar von Ihnen?

UND AN DIE KOLLEGEN die hier mitlesen.

Wie seht Ihr das? Wie macht ihr das bei Euren Kunden und was erwarten (oder glaubt ihr erwarten) diese von Euch?

Ich freue mich auf eine spannende Diskussion, egal über welchen Kanal.

11.
März '19

Wenn die BU Absicherung zu teuer ist – was tun?


In der letzten Woche erzählte ich von einem Fall, einem, wo die Kundin im Lotto gewinnen muss/ sollte und der Vermittler einfach riet „dann, wenn die BU in fünf Jahren teurer wird, kannst Du einfach kündigen.

Den ganzen Fall können Sie im Artikel zur „700 EUR BU und dem Lottogewinn“ nachlesen. Der Hintergrund ist jedoch ein sehr ernster, denn gerade die, die einen BU Schutz so dringend brauchen, gerade die können sich den nicht leisten.

Auch in unserem Fall war das so. Eine angestellte Fleischfachverkäuferin, dazu ein krankes Kind zu Hause, Hauptverdiener und ein geringeres Einkommen. Mit 1.300 EUR monatlichem Netto kommt man da nicht weit. Selbst eine kleine Rente des Kindes oder das Kindergeld selbst machen es dann nicht besser.

Doch was tun? Wie einen BU Schutz sicherstellen?

Zunächst gilt auch in der BU. Wenn die Rente, die man sich leisten kann am Ende so niedrig ist und sich nicht einmal Lebenshaltungskosten decken lassen, dann sparen Sie sich das Geld. Es bringt recht wenig, wenn neben der zu kleinen BU Absicherung dann doch alles auf Hartz IV hinausläuft und Sie sich dann umsonst bemüht haben.

Doch ist das wirklich so? Ist dann keine BU besser? Ist es eine Alternative nicht vorzusorgen?

Nun, generell einen solchen Rat zu geben wäre fatal, aber dennoch kann es Fälle geben, da ist eine 300, 400, 500 EUR BU Rente einfach falsch.

Überlegen Sie sich daher wie hoch Ihr heutiges Einkommen ist und was genau Ihre Ausgaben sind. Es geht am Ende immer um eine Deckung der möglichen Ausgaben und dabei auf der anderen Seite eine Finanzierbarkeit. Ich habe in den letzten Jahren häufiger zum Thema „Richtige Rentenhöhe oder gar keine BU Absicherung“ geschrieben und bleibe dabei. Eine halbherzig gewählte BU macht so gar keinen Sinn.

Überlegen Sie sich genau, welche Beträge Sie benötigen und versuchen dann, diese auch finanzierbar zu versichern. Dabei gibt es durchaus „Stellschrauben“ um einen Schutz doch noch zu bekommen und im Notfall Alternativen zu einer BU Absicherung. Was davon Sinnvoll und in Ihrem speziellen Fall hilfreich ist, dass kann pauschal sicher nicht gesagt werden.

Diese Punkte beeinflussen die Prämie Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung

Es gibt Faktoren, welche die Prämie in der BU beeinflussen und womit sich folglich auch die Beiträge für einen neu abzuschließenden Schutz verändern lassen. Schauen wir uns diese Faktoren einmal genauer an und prüfen, welche verändert werden können.

Das Eintrittsalter

Ja, Sie können es nicht mehr hören. Kümmern Sie sich früh um den wichtigen und dann einen ausreichenden Schutz bei Berufsunfähigkeit. Je jünger und gesünder Sie sind, desto einfacher und kostengünstiger ist es. Nur wer sich rechtzeitig um einen solchen Schutz kümmert, nur der wird den langfristig bezahlbar behalten können. Dabei spielen auch der berufliche (oder schulische) Status eine Rolle und beides beeinflusst die Prämie deutlich und direkt.

Auch wer sich in der Schulzeit noch keine volle Rente leisten kann, wählen Sie einen leistungsstarken Anbieter für sich, ggf. schon für Ihre Kinder, falls Sie es selbst schon verpasst haben. Mit spätestens dem 10. Geburtstag lassen sich BU Optionen, Grundlagen und Voraussetzungen schaffen um später einen entsprechenden Schutz zu haben oder zu bekommen.

Beruf und Ausbildung

Wie bereits erwähnt ist ein Schutz während der Schule oder der Zeit in der Ausbildung bzw. dem Studium oftmals die bessere Wahl. Klar ist auch dort das Geld knapp, aber besser wird es meist in den kommenden Jahren nicht und so wird der wichtige Schutz dann immer und immer wieder nach hinten verschoben. Solange, bis er dann irgendwann so teuer ist und nicht mehr finanziert werden kann.

Gesundheitszustand

Wer sich geben das Risiko der BU versichern will, der muss eine Gesundheitsprüfung „überstehen“. Klar, denn nehmen wir nur 1000 EUR Rente bei einem 20jährigen. In den kommenden 45 Jahren, bei dauernder BU sind das für den Versicherer immerhin über 500.000 EUR Zahlungen. Da möchte dieser schon wissen, welchen Gesundheitszustand der Kunde heute hat und wie sich dieser vielleicht in der Zukunft ändert.

Auch Versicherer können nicht hellsehen, zum Glück, aber dennoch sind Vorerkrankungen und statistische Wahrscheinlichkeiten ein recht verlässlicher Partner. Hiermit lassen sich (neben dem Beruf) eben durchaus Modelle berechnen und ersehen, wie wahrscheinlich eine BU aufgrund bestehender Vorerkrankungen sein könnte.

Wer sich also früh um einen solchen Schutz kümmert, der kommt „günstiger“ weg und vermeidet Zuschläge und Ausschlüsse. (Wer nimmt mich ohne Zuschlag?)

Was beeinflusst im Vertrag meinen Beitrag?

Die eben genannten Punkte, also Eintrittsalter, Gesundheitszustand, Beruf und Ausbildung liegen eher in der Person begründet. Diese lassen sich oft nicht mehr ändern, wer nicht mehr jung und gesund ist, der wird da nur wenig dran tun können.

Aber auch andere Faktoren beeinflussen den Vertrag und damit den Beitrag.

Das Endalter

„Im Alter wird man schneller berufsunfähig.“ – Echt?

Nun, es gibt sicher Ursachen für die Berufsunfähigkeit, welche im Alter steigen. Abgenutzte Knochen, altersbedingte Krankheiten und nicht mehr so große Belastung. Daher wird der Versicherer dieses berücksichtigen und eine Absicherung bis zum 67 Lebensjahr mit einem höheren Preis versehen.

Möchte sich jemand nur bis zu, 65., 63. oder gar 60. Lebensjahr versichern, so ist dieses günstiger. Klar, der Versicherer muss am Ende auch weniger leisten oder ist bei einem Eintritt der BU nach Ende der Versicherungsdauer komplett raus. Aber… eine solche Reduzierung des Endalters und damit eine geringere Prämie macht nur dann Sinn, wenn hier anderweitig vorgesorgt ist und sich die Versicherten des Risikos bewusst sind.

Kann ich mir nun aber den Schutz bis 67 nicht leisten, so ist auch ein Versicherungsschutz bis 65 immer noch um Welten besser, als ganz zu verzichten. Daher ist es wie mit dem Ausschluss einer einzelnen Erkrankung. Ein Schutz bei 99 Krankheiten ist immer noch die bessere Option, auch wenn 100 der umfassendere Schutz wären.

Die Zusatzbausteine und -erweiterungen

Klar sind Optionen zur Verbesserung des Schutzes wichtig und richtig. Das geht bei Bausteinen zur Arbeitsunfähigkeit (Also einer Leistung auch dann, wenn erst einige Monate AU statt BU bestehen) los, setzt sich aber fort.

Die garantierte Rentensteigerung im Leistungsfall (Erklärung hier) ist eine durchaus wichtige Option. Kostet aber Geld!

Garantierte Rentensteigerung, Leistungsdynamik, Anpassung bei bestehender Berufsunfähigkeit- eine der wichtig(st)en Optionen in der BU-Absicherung

Kann ich mir eine solche Option nicht leisten, so ist nicht der ganze BU Schutz weg. Auch hier kann es sinnvoll sein darauf zu verzichten und die Absicherung so zu gestalten, dass diese immer noch bezahlbar bleibt.

Auch eine Dynamik kostet Geld, zumindest wenn diese auch genutzt wird. Auch hier wird oft darauf verzichtet, denn dann wird es ja „jedes Jahr teurer“. Klar wird es das. Es steigen Leistung und Beitrag im gleichen Verhältnis, also oft zwischen 2 und 5 Prozent. MUSS ABER NICHT, denn jedes Jahr aufs Neue können Sie neu entscheiden. Daher gehört so eine Dynamik sicher in jeden Vertrag, egal ob diese dann jedes Jahr genutzt wird.

TIPP:

Überlegen Sie daher welche Bausteine verzichtbar sind, was genau als Endalter gebraucht wird und vertretbar / bezahlbar ist und gestalten Sie den BU Schutz so, damit er ausreicht das fehlende Einkommen auszugleichen.

Alternativen zur BU Absicherung

Ist es auch nach Anpassung der Bausteine und Optionen immer noch nicht bezahlbar,. also können Sie sich beim besten Willen einen BU Schutz nicht in der richtigen Höhe leisten, so stehen am Markt durchaus Alternativen mit eingeschränkter Leistung zur Verfügung. Dabei sind Produkte wie eine Absicherung gegen Erwerbsunfähigkeit oder ein Schutz gegen den Verlust von Grundfähigkeiten zwar deutlich weniger leistungsstark, können aber helfen zumindest eine Grundabsicherung aufzubauen.

Auch Verträge wie eine Absicherung bei schweren Krankheiten ersetzt sicher keinen passenden BU Schutz, hilft aber sich zumindest für große und finanziell belastende Krankheiten abzusichern. Dieses kann Ihnen zumindest dabei helfen solange einen eingeschränkten Schutz zu bekommen, bis eine Erweiterung möglich ist.

Um einzuschätzen welche der Alternativen für Sie in Frage kommen, wird es ohne eine umfassende Beratung nicht gehen. Daher suchen Sie sich einen Spezialisten, lassen sich beraten und loten Sie alle Alternativen aus. Erst wenn Sie wissen, welcher Schutz noch möglich und bezahlbar ist, ist eine fundierte Entscheidung sinnvoll zu treffen.