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16.
November '19

Beitragsanpassungen in der Pflegepflichtversicherung – es geht alles so und es wird weiter gehen (müssen)


In den nächsten Tagen bekommen Sie Post. Dabei ist es völlig egal bei welchem Unternehmen Sie krankenversichert sind, Sie haben immer auch eine private Pflegepflichtversicherung. Diese Beiträge für den Schutz sind gleich! Nur bis auf wenige Cent Beträge unterscheiden sich diese Beiträge bei den Gesellschaften und auch die Leistungen sind zu 100% identisch.

Warum steigen Beiträge in der Pflegepflichtversicherung an?

Das hat im Wesentlichen zwei Gründe. Einer der entscheidendsten Gründe ist durchaus positiv zu werten.

Grund 1: WIR LEBEN LÄNGER

Um zu verdeutlichen wie sich die Lebenserwartung eines gesunden Neugeborenen entwickelt hat, schauen wir uns deren Entwicklung in den letzten Jahren einmal genauer an. Das Statistische Bundesamt hat hierzu gerade vor einigen Wochen neue Zahlen veröffentlicht.

Die Grafik zeigt uns zwei unterschiedliche Faktoren, die aber recht deutlich. Auf der einen Seite ist die Lebenserwartung bei Geburt des Neugeborenen in den letzten Jahren stetig gestiegen. Wer in dem Jahr 1991 als Junge geboren wurde, hatte eine Lebenserwartung von 72,47 Jahren, bei Mädchen lag diese bei 79,01 Jahren. Im Jahr 2016 hingegen wurde ein Junge schon 78,48 Jahre alt (statistisch) und damit knapp 6 Jahre älter, Mädchen haben nunmehr vier Jahre mehr zu erwarten und werden statistisch 83,27 Jahre alt. Dazu noch der Hinweis:

Die aktuellen Sterbetafeln des Statistischen Bundesamtes sind sogenannte Periodensterbetafeln. Sie basieren auf Daten zu den Gestorbenen und der Bevölkerung nach Einzelaltersjahren im Betrachtungszeitraum. Es handelt sich hierbei um eine Momentaufnahme der Sterblichkeitsverhältnisse der gesamten Bevölkerung für den jeweiligen Zeitraum (aktuell die Jahre 2016 bis 2018). Eine Prognose der zukünftigen Entwicklung der Lebenserwartung ist demzufolge nicht eingeschlossen. Die Lebenserwartung bei Geburt gibt an, wie lange Neugeborene den aktuellen Überlebensverhältnissen entsprechend durchschnittlich leben würden. (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Der zweite Punkt den wir der Grafik aber auch entnehmen können, die Steigerung geht langsamer vorab. Während sich von 1991 bis 2006 die Männer über 4,4 Jahre mehr Lebenserwartung freuen konnten, waren es in den Jahren 2001 bis 2016 (also auch wieder 15 Jahre) nur noch 3,1 Jahre an Zuwachs.

Für die Versicherer bedeutet das aber auch, diese müssen einige Jahre mehr leisten. Gerade in der Pflegeversicherung beutet dieses, am Ende kommen „teure Jahre hinten dran“.

Grund 2: medizinische Versorgung und Pflege wird besser

Ein zweiter Grund der steigenden Kosten ist auch die Tatsache, dass Patienten länger, aufwändiger und damit besser gepflegt und versorgt werden können. Denken Sie einmal an Ihre Großeltern und Urgroßeltern zurück und überlegen sich, wie „fit“ diese mit 60, 70, 80 Jahren so waren. Nun schauen Sie sich die heutige Generation in dem Alter an.

Alt und gebrechlich passt gehört eben nicht mehr zwangsläufig zusammen

Auf der anderen Seite und so makaber das klingen mag, bei einigen Erkrankungen, gerade im Bereich der Herz- Kreislauferkrankungen, nach Schlaganfall oder Herzinfarkt verstarben Menschen früher und damit war nicht nur deren Leben, sondern auch eine Pflege zu Ende. Heute ist das- zum Glück- in vielen Fällen nicht mehr so. Auf der anderen Seite kommen so viele Kosten in der Altenpflege auf uns zu und diese sind durch die Pflegeversicherung abzufedern.

Ganz salopp und klar: Wer länger lebt, wird länger gepflegt.

Das Alter hat es nun einmal so ansich, dass Fähigkeiten und Leistung nachlassen und das viele Menschen am Ende Hilfe benötigen. Diese Kosten und Leistungen werden in der Pflegeversicherung erbracht und steigen dementsprechend.

Auch einen dritten und vierten Grund möchte ich Ihnen aber nicht vorenthalten. Zum einen hat der Gesetzgeber die Leistungen der Pflegeversicherung in den letzten Jahren deutlich verbessert und das Geld dafür muss auch irgendwo herkommen. Zum anderen haben (mehr …)

16.
Juli '12

Studie der KVpro GmbH – „PKV als Rentner noch bezahlbar?“


Vor einigen Wochen sorgte eine Studie am Markt und in den Medien für Diskussionen, welche sich mit den Leistungsinhalten der Privaten Krankenversicherung (PKV) beschäftigte und als Fazit Mindestkriterien forderte, welche jeder Tarif einzuhalten haben muss. Da Studien im Moment scheinbar „in“ sind, entweder weil es viel zu analysieren gibt oder vielleicht weil damit die Diskussion geführt und der eigene Bekanntheitsgrad gestärkt werden kann, hat auch die KVPro GmbH eine solche Studie erstellt. Bei dem Unternehmen handelt es sich um einen Anbieter von Vergleichssoftware für die Private Krankenvoll- und Zusatzversicherung, Zielgruppe sind vor allem Versicherer, Makler und Berater.

Nachdem ich Kenntnis von der Studie bekam, fragte ich bei dem Autor ein Exemplar zur Ansicht an, welches mir dann zum (Abwehr-?)Preis von 2.300 EUR netto angeboten wurde. Glücklicherweise waren einige Versicherer bereit, mir eine Kopie zu überlassen. Ich kann und werde die Unternehmen hier nicht nennen, da diese die Studie hätten teilweise nicht weiter geben dürfen, dennoch liegt mir die Studie nun als Kopie vor. Ich kann und werde aber aus Copyrightgründen keine Auszüge oder Screenshots veröffentlichen.

Worum geht es in der Studie?

Die Studie beschäftigt sich, anders als die Studie des Institutes für Microdatenanalyse mit der Beitragsstabilität und Bezahlbarkeit der Beiträge als Rentner. Dabei wurden die Krankenversicherer angefragt, die Prämien von tatsächlich vorhandenen Bestandskunden bekannt zu geben, welche folgende Voraussetzungen erfüllen mussten:

der Bestandskunde muss heute älter als 65 sein
dieser muss mit 29, 39 oder 49 in die PKV eingetreten sein
mindestens 16, 26 od. 36 Jahre versichert sein
Versicherungsschutz muss hochwertig, mind. jedoch GKV orientiert sein
Beitrag mit 65 für einen KT Tarif unter Anwendung der Tarifwechseloption nach §204 VVG
Beitrag im Standardtarif (STN) zum 65. Lebensjahr nach Tarifwechsel

Die Zahlen und Daten wurden dann ausgewertet und in Tabellenform bzw. grafisch aufgearbeitet.

Wer hat „mit gemacht“?

Laut Angaben der Ersteller der Studie haben über 3/4 der Versicherer mitgemacht, welche zusammen 77% der PKV Versicherten repräsentieren. Dabei handelt es sich um die folgenden Unternehmen:

Allianz, Alte Oldenburger, Axa, Barmenia, BBKK/ Union, Concordia, Debeka, DKV, Gothaer, Hallesche, Hanse Merkur, Inter, LKH, LVM, Münchener Verein, Nürnberger, R+V, SDK und die Universa.

Einige Unternehmen haben sich bewusst gegen eine Beteiligung entschieden, Gründe waren hier die fehlende Zeit, da gerade mit Unisextarifen beschäftigt, ein „Nein“ aus geschäftspolitischen Gründen, keine Antwort auf die Anfrage oder zu kurz am Markt, so dass keine Tarife zur Verfügung stehen. Diese Unternehmen sind:

ARAG, Central, Continentale, Dt. Ring, Signal Iduna, DEVK, HUK, PAX, Mannheimer, VGH und die Würtembergische.

Eine Wertung lässt sich aus einer Absage jedoch keinesfalls ableiten, denn jedes Unternehmen kann und wird allein entscheiden, ob man sich beteiligen möchte. Ich hatte bereits vor einigen Jahren einmal angefangen, Bestandskundenbeiträge zu sammeln, auch hier war der Erfolg mäßig, wenn auch sich die Unternehmen damals anders aufgeteilt haben.

Was sagt uns die Studie nun?
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