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25.
Juni '18

ARAG Krankenversicherung mit neuem Beitragsentlastungstarif – aber nicht für alle Kunden


Die Beitragsentlastungtarife sind bei Gesellschaften und Kunden durchaus gern gesehen. Auch wenn diese- wie alles im Leben- nicht nur Vorteile haben. Daher sollte sich jeder fragen, was diese Tarife bringen, ob es Alternative Formen der Beitragssicherung gibt und wie diese aussehen können. Doch darum soll es gar nicht speziell gehen, vielmehr ist der Beitragsentlastungstarif der ARAG Krankenversicherung mein heutiges Thema.

Was ist ein Beitragsentlastungstarif?

Mit einem Tarif zur Beitragsentlastung kaufen Sie sich ein Stück Sicherheit. Sie zahlen heute einen zusätzlichen Beitrag für einen Baustein Ihrer privaten Krankenversicherung und können dann von einer garantierten Beitragsentlastung im Alter profitieren. Es ist am Ende nichts anderes, als ein „Sparbaustein“, welcher Ihnen ein zusätzliches Guthaben verschafft und im Alter damit die Beitragslast senkt.

Welchen Vorteil hat so ein Tarif?

Zunächst einmal ist der Beitragsentlastungsbaustein aus heutiger Sicht Krankenversicherungsbeitrag. Also wird dieser auch steuerlich so behandelt. Gegenüber dem Finanzamt haben Sie somit einen höheren Aufwand für die private Krankenversicherung, welches sich je nach steuerlicher Situation durchaus positiv auswirken kann. Dazu fragen Sie aber bitte einen Steuerberater.

Gibt es für den ARAG BEK Tarif einen Zuschuss vom Arbeitgeber?

Ja, denn wie auch steuerlich, ist es in Hinblick auf die AG Zuschussfähigkeit auch Krankenversicherungsbeitrag. Wer also den eigenen AG Zuschuss noch nicht ausgeschöpft hat (Aktuelle Sozialversicherungswerte 2018 und AG Zuschuss hier nachlesen), der bekommt auch 50% seines Beitrags für den Beitragsentlastungsbaustein erstattet.

Wer kann den neuen ARAG BEK Tarif abschließen?

Sollten Sie jetzt denken „oh, ich bin ja ARAG PKV Kunde, dann mache ich den Tarif doch einmal für mich“, muss ich Sie vielleicht enttäuschen. Nicht jeder vollversicherte Kunde kann sich den Tarif dazu versichern. Es ist zudem ein Mindestalter von 21 Jahren erforderlich.

Folgende Kunden sind berechtigt:

  • – ARAG Vollversicherungskunden nach den Tarifen KOMFORT (K0 bis K1500)

  • – ARAG Vollversicherungskunden nach den Premiumtarifen 200-209, 2020, 21P70-21P90 und 210

Folgende Kundengruppen können den Tarif nicht abschließen:

  • – Kunden aller anderen Vollkostentarife der ARAG

  • – Kunden mit einer ARAG Zusatzversicherung

  • – Kunden deren Vollversicherung in der Anwartschaft geführt wird

  • – Kunden im Notlagentarif

  • – alle Beihilfekunden der ARAG

Tarifbezeichnung

Die Bezeichnung des Tarifes setzt sich dann auch aus dem jeweiligen Namen des Tarifs und des Endalters zusammen. Dieses kann das 63. oder 67. Lebensjahr des Versicherten sein.

Kann das Datum der Entlastung geändert werden?

Der ARAG Tarif wird mit einem fixen Termin angeboten. Dabei gibt es nur zwei Endalter zur Auswahl. Der Entlastungstermin ist somit die Vollendung des 63. oder 67. Lebensjahres. In dem Jahr beginnt die Entlastung dann zu dem Zeitpunkt, in welchem der Tarif einmal begann. Der Geburtsmonat spielt dann keine Rolle.

Was passiert, wenn die PKV der ARAG (oder der berechtigte Tarif) endet?

Endet die ARAG Krankenversicherung, so wird ein so genannter Übertragungswert gebildet und an den neuen Versicherer mitgegeben. Dabei handelt es sich um die Alterungsrückstellungen nach §146 Abs. 1 Nr. 5 VAG und nicht um die eingezahlten Beiträge.

Ist der Versicherte jedoch aufgrund eines Tarifwechsels nun in einem Tarif gelandet, welcher nicht zu der Grundversicherung, also den berechtigten Tarifen, zählt, so muss unterschieden werden. Erfolgt der Wechsel vor dem Jahr in welchem das 63. Lebensjahr vollendet wird, wird das Geld zum Entlastungsbeginn dann zur Beitragsminderung nach §150 Absatz 3 für die dann bestehende Grundversicherung genutzt. Ein Weiterbestehen des Tarifes ist aber nicht möglich, die Beitragszahlung endet dann.

Erfolgt der Tarifwechsel nach dem 31.12. des Jahres, in welchem das 62. Lebensjahr vollendet wird, wird die Beitragsentlastung sofort auf die Grundversicherung angerechnet und mindert deren Beitrag.

Wird der Versicherte wieder pflichtig in der gesetzlichen Krankenkasse, so kann der die Rückstellung nach Umwandlung des Haupttarifes in eine Zusatzversicherung ggf. auch hier angerechnet werden. Dazu sind weitere Voraussetzungen zu erfüllen.

  • – Zusatzversicherung schließt unmittelbar an

  • – Zusatzversicherung wird nach Art der Lebensversicherung betrieben

  • – es muss eine Krankheitskosten-, Krankentagegeld- oder Pflegezusatzversicherung sein (geförderte Pflege geht nicht)

  • – der Versicherte muss versicherungsfähig in der Zusatzversicherung sein

In allen anderen Fällen verfallen die Guthaben und Rückstellungen zugunsten der Versichertengemeinschaft. Das gilt auch, wenn die Hauptversicherung wegen Wegzug ins Ausland oder durch Tod endet.

Detaillierte Szenarien finden sich unter Punkt 5 der AVB.

Sonstige Fakten rund um den neuen ARAG BEK Tarif

Ein vorhandener Risikozuschlag oder der gesetzliche Zuschlag, aber auch Auslandszuschläge können nicht reduziert werden. Möchten Sie den Beginn der Entlastung ändern, so können Sie dieses (unter Anpassung des Beitrages) vor Beginn der Entlastungsphase tun. Es gilt das, bei Umstellung erreichte, neue Eintrittsalter.

Erhöhung des Entlastungsbetrages (Dynamik)

Nach Beginn des Vertrages, gerechnet ab 2019, erhöht der Versicherer alle drei Jahre den versicherten Betrag um 10%. Die Anpassung gilt für den Entlastungsbetrag und den Zahlbeitrag.

Ein Widerspruch ist möglich, falls die Erhöhung nicht gewünscht wird. Detaillierte Regelungen zur Dynamik finden Sie in 2.5. der Versicherungsbedingungen.

Die Mindestvertragslaufzeit beträgt 24 Monate. Versichert werden kann der Tarif nur von Menschen, welche noch 5 Jahre bis zur geplanten Entlastung haben. Je nach gewünschtem Termin ist das Höchstaufnahmealter also das 58. oder 62. Lebensjahr. Abgeschlossen kann maximal (in 1 Euro Schritten) der Beitrag der heutigen Grundversicherung (ohne Zuschläge) plus der Beitrag für die Beitragsentlastung selbst.

Welche Gesundheitsfragen sind zu beantworten?

Keine. Ungeachtet des Gesundheitszustandes ist der Abschluss für alle berechtigten Versicherten möglich. Eine Prüfung findet hier nicht statt.

Wie hoch ist der Beitrag?

Ein heute 30jähriger Versicherter zahlt für 100 EUR Beitragsentlastung:

ab dem 63. Lebensjahr = 30,10 EUR monatlich

ab dem 67. Lebensjahr = 23,70 EUR monatlich

Mit dem Eintrittsalter 40 ändert sich die Beträge auf 43,40 EUR bzw. 34,10 EUR.

In der Modellrechnung sieht das dann so aus:

Der heute 30jährige zahlt bis zum 63. Lebensjahr (ohne Anpassungen und Dynamik) einen Betrag von 30,10 * 12 Monate * 33 Jahre = 11.919 EUR. Da auch in der Entlastungsphase der Beitrag weiter zu zahlen ist, hat er folgende Effektiventlastung. 100 EUR – 30,10 EUR = 69,90 EUR monatlich. Um die 11.919 EUR „zu verbrauchen“, müssten somit (auch hier wieder ohne Zinsen und Anpassungen) mind. 170 Monate also 14 Jahre die Entlastungsbeträge bezogen werden. Wird unser Versicherter also alt, so hat er mit 77 alle Beiträge „wieder raus“. Jedoch ohne damit Zinsen oder andere Erträge berücksichtigt zu haben. Ebenfalls spielen bei diesem Modell Steuern, ersparte Einkommens- oder Lohnsteuer oder andere Faktoren keine Rolle.

Fazit

Es hängt von vielen Faktoren ab, ob sich ein solcher Tarif lohnt oder ob andere Varianten besser geeignet sind. Auch eine geförderte Altersvorsorge, ein Fond- oder ETF Sparplan oder andere Anlageformen können eine Alternative sein. Daher sollte das Thema Beitragsentlastung immer detailliert beraten und besprochen werden.

Weitere Unterlagen:

23.
November '11

Alte Oldenburger Krankenversicherung AG- nun auch mit Tarifbaustein zur Beitragsentlastung im Alter


Es ist noch gar nicht solange her, da hat die Alte Oldenburger Krankenversicherung AG ihre Bedingungen in der Krankenvollversicherung (PKV) klargestellt, bzw. verbessert. Zum Januar 2012 folgt nun eine weitere Änderung im Tarifportfolio des Versicherers. Wie einige Mitbewerber erkennt auch die Alte Oldenburger den steigenden Bedarf an so genannten Beitragsentlastungstarifen. Die Universa Krankenversicherung hatte einen solchen Tarif (BEflex) vor einiger Zeit bereits eingeführt.

Was genau solche Tarife sind, wem und wozu sie nutzen und wie diese generell funktionieren, lesen Sie in meinem Blogbeitrag mit dem Titel Beitragsentlastung im Alter- ein Baustein in der Privaten Krankenversicherung

Zum 1. Januar 2012 führt nun auch die Alte Oldenburger den Tarif ein, welcher natürlich „unschlagbare Vorteile“ gegenüber den Mitbewerbern hat. Als besondere Highlights des Tarifs für die AOL an:

Arbeitgeberzuschussfähig: Der Beitrag für den Baustein zur Beitragsentlastung ist auch bei der alten Oldenburger (wie bei allen anderen Mitbewerbern auch) geeignet um einen Arbeitgeberzuschuss dafür zu bekommen. Maßgebend ist auch hier der Höchstbeitrag. Änderungen des Arbeitgeberzuschuss ändert sich zum 1.1.2012.

Sicherung von Steuervorteilen: Der zusätzliche Beitrag für die Beitragsentlastung ist in gleichem Umfang wie die Haupttarife der Krankenversicherung entsprechend des Bürgerentlastungsgesetzes steuerlich absetzbar. Auch dieses ist bei den Mitbewerbern jedoch nicht anders.

Interessant sind jedoch die beiden folgenden Vorteile, welche die Alte Oldenburger in ihrem Flyer aufführt.

(c) Alte Oldenburger

Da mir die gedruckten Versicherungsbedingungen noch nicht vorliegen, beschäftige ich mich zunächst mit den Informationen aus dem Flyer. Der Versicherer verspricht seinen Kunden im Falle der Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) eine Anrechnung der angesparten Beträge. Dieses ist nicht bei allen Versicherern der Fall. Es gibt durchaus Unternehmen, wo das Geld schlichtweg verfällt. Voraussetzung für die Anrechnung ist jedoch das Weiterbestehen einer Krankenzusatzversicherung bei der Alten Oldenburger.
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18.
November '11

Riester Rente zur Beitragsentlastung in der privaten Krankenversicherung?


Eine der grundsätzlichen Befürchtungen jedes privat oder gesetzlich Krankenversicherten ist die Entwicklung der Beiträge im Alter. Dabei gibt es recht wenige Unterschiede, zwischen dem einen und dem anderen System. Beide Systeme sind von Kostensteigerungen betroffen, die aus verschiedenen Gründen herrühren. (Blogbeitrag zur Entwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung)

Um diese Steigerungen im Alter zu kompensieren, bieten verschiedene Versicherer so genannte „Beitragsentlastungsmodelle“ an. Letztendlich handelt es sich hierbei um einen „Sparvertrag“ welcher im Alter dazu dient, die Beiträge der privaten Krankenversicherung teilweise zu finanzieren. Das Modell hat jedoch Vor- und Nachteile. Einer der größten Nachteile ist der Verlust des angesparten Geldes, für den Fall der Kündigung des privaten Krankenversicherungsvertrages.

Die Beendigung der PKV kann verschiedene Gründe haben, solche die der Kunde selbst beeinflussen kann und solche die ihm vom Gesetzgeber aufgezwungen werden.  Auch ein Wechsel zu einem anderen Krankenversicherer führt zu dem Verlust der bereits angesparten Beträge. Ein weiterer Nachteil bei dem Modell der Beitragsentlastung ist die Tatsache, dass der Beitrag für so ein Modell auch im Alter weiterzuzahlen ist. Aus einer monatlichen Beitragsentlastung von zum Beispiel 200 €, wird eine reale Entlastung von 200 € minus dem Beitrag für die Beitragsentlastungskomponente. Ob die Vorteile eines solchen Modells (arbeitgeberzuschussfähig, steuerlich gesehen Krankenversicherungsbeitrag, 3,5 % Verzinsung) den Nachteilen überlegen sind, ist von der persönlichen Situation und vielen weiteren Faktoren abhängig.
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11.
Februar '11

Beitragsentlastung im Alter- ein Baustein in der Privaten Krankenversicherung


Eine der größten Fragen für Versicherte und Interessenten in der privaten Krankenversicherung (PKV) ist:

Wie entwickeln sich meine Beiträge und kann ich mir die Private Krankenversicherung dauerhaft leisten?

Da wir alle nicht hellsehen können und daher weder planen können wie sich die Medizin, die Kosten für eine Versorgung und die Lebenserwartung der Menschen entwickeln, bleibt auch die Frage nach der Beitragsentwicklung in der Privaten Krankenversicherung unbeantwortet oder ist zumindest nicht vollständig zu klären.

Was tut der Versicherer für „stabile Beiträge“?

Die Beiträge in der Privaten Krankenversicherung (PKV), aber auch in den meisten Zusatzversicherungen sind so kalkuliert, dass diese „theoretisch“ ein Leben lang konstant bleiben. Erreicht wird dieses dadurch, das der Beitrag unter Berücksichtigung der Lebenserwartung kalkuliert wird. In jungen Jahren werden somit mehr Beiträge gezahlt, später dann steht dieses angesparte Kapital zur Verfügung und gleicht die dann entstehenden, höheren Kosten aus. (Für detailliertere Informationen lesen Sie bitte in meinem Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung nach, dieser steht Ihnen im Downloadbereich kostenfrei zur Verfügung)

Eine weitere „Vorsichtsmaßnahme“ hat der Gesetzgeber im Jahr 2000 eingeführt. Seitdem wird ein so genannter Gesetzlicher Zuschlag in Höhe von 10% auf den Beitrag erhoben. Dieser soll ebenfalls dazu dienen, im Alter mehr Kapital zur Verfügung zu stellen. Gezahlt wird der Betrag bis 60, um dann ab 65 Beitragsanpassungen auszugleichen oder abzumildern. (Blogbeitrag: „Der gesetzliche Zuschlag und was im Alter passiert„). Neben dem „vorgeschriebenen Schutz“ kann man aber selbst noch einiges tun.

Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten einige zusätzliche „Sicherheitsnetze“ einzubauen, um zumindest mehr als die oben genannten Ansparungen vorzunehmen. In diesem Beitrag werde ich mit einer Möglichkeit beginnen, eine weitere Möglichkeit zur Beitragsreduzierung im Alter folgt später in einem anderen Beitrag.

Zusatzbaustein: Beitragsreduzierung im Alter

Die Bezeichnungen bei den Unternehmen sind höchst unterschiedlich. MbZflex, BEA, Beitragssenkungskomponente, garantierte Beitragsentlastung, BSA- so oder so ähnlich sind die Produktbezeichnungen für eine solche Komponente. Alle gemeinsam haben aber ein Ziel, den Beitrag in dem eigenen privaten Krankenversicherungsvertrag zu einem fest definierten Endalter um einen festen Eurobetrag zu senken. Stellen Sie sich einfach einen Spartopf vor. Sie zahlen Monat für Monat einen Betrag X in diesen Baustein ein, am Ende wird Ihnen dann lebenslang ein fester Betrag ausgezahlt. Ähnlich wie in einer Rentenversicherung werden die Beiträge aufgrund des Eintrittsalters und der Lebenserwartung kalkuliert und festgelegt.

Wer kann so einen Baustein überhaupt abschließen und wie hoch darf es sein?

Voraussetzung ist der Abschluss oder das bestehen einer Krankenversicherung und die Tatsache, dass der Versicherer eine solche Komponente anbietet. Einige Unternehmen (z. Bsp HUK -Stand heute) bieten solche Komponenten nicht an. Der Abschluß bei einem anderen Versicherer ist hingegen nicht möglich, da es nur ein Baustein im Rahmen der bestehenden Krankenversicherung ist.

Für die mögliche/ maximale Höhe der Beitragssentlastung gelten je nach Versicherer unterschiedliche Vorgaben. Einige beschränken es auf 75%, bei anderen sind 100% des heutigen Beitrages absicherbar. Der Beitrag ist durch den Versicherten veränderbar. Auch kann eine Beitragsanpassung nötig sein, falls die Lebenserwartung (und damit die Zeit die der Versicherer den garantierten Betrag leistet) steigt.

Was passiert aber damit, falls die PKV beendet wird?

Auch hier gelten unterschiedliche Regelungen. Das Geld kann jedoch nicht einfach ausgezahlt oder mitgenommen werden. Endet die Krankenversicherung, so bleibt das Geld bei dem Versicherer. Werden Sie versicherungspflichtig, so achten Sie bei der Auswahl des Tarifes immer auf ein Umwandlungsrecht in eine Zusatzversicherung. Dann kann auch hier die Beitragsentlastung genutzt werden.

Zahlt mein Arbeitgeber etwas dazu? Ist es ein steuerlich absetzbarer Betrag?

Das ist auch schon einer der großen Vorteile. Im Rahmen des geltenden Arbeitgeberzuschusses beteiligt sich der Arbeitgeber auch an diesem zusätzlichen Sparvorgang.  So ist neben der garantierten Leistung im Alter sogar nur der halbe Beitrag zu zahlen.

Durch das Bürgerentlastungsgesetz können Beiträge seit 2010 bekanntlich teilweise von der Steuer abgesetzt werden. Dabei kann es nach dem Wechsel durchaus zu höheren Lohnsteuerzahlungen kommen, da der PKV Beitrag oftmals geringer ist, als zuvor der Höchstbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Der Baustein zur Beitragsentlastung ist jedoch auch „Krankenversicherungsbeitrag“ im Sinne des Gesetzes und vermindert somit wiederum die Steuerlast. So lassen sich auch von diesem Beitrag 80-95% „nutzen“.

Was passiert zum Ablauftermin genau?

Mit dem vereinbarten Ablauftermin (der bei den meisten Unternehmen im 65. Lebensalter liegt), beginnt die Beitragsentlastung des PKV Vertrages. Einige Unternehmen bieten hier flexible Ablauftermine an. Oftmals sind Abrufe des Betrages vom 60, 63 oder eben auch erst ab dem 67. Lebensjahr möglich. Von diesem Zeitpunkt zieht das Unternehmen nun gleich den Betrag ab und belastet Ihrem Konto nur die Differenz.

Wie hoch ist die Rendite hierbei?

Das ist pauschal nicht zu sagen, da die Rendite von vielen Faktoren abhängig ist. Insbesondere die Frage nach Arbeitnehmer- oder Selbstständigenstatus, aber auch die persönliche Einkommens- und Steuersituation spielen hier eine große Rolle. Damit Sie dennoch eine Vorstellung bekommen, gehen wir einmal von einem fiktiven Kunden aus.

Unser Kunde, 35 Jahre alt und mit einer privaten Krankenversicherung von knapp 350 EUR Beitrag (ohne KT, PVN etc) ausgestattet, die modellhaft um 5% jährlich ansteigt. Die Beitragsermäßigung soll in unserem Fall 300 EUR monatlich betragen und es werden während der Berufstätigkeit 35% und in der Rente 25% Grenzsteuersatz angenommen. Weiterhin unterstellen wir eine Anpassung des AG Zuschusses von 1% p.a., eine Nettorendite von 4,5% (also einem angenommenen Überschuss von 0,9%) und eine Lebenserwartung bis zum 84. Lebensjahr.

In diesem Modell beträgt die Rendite für den Arbeitnehmer 5,75%, für den Selbstständigen 4,73%.

Kann ich den Baustein auch noch abschließen, wenn ich schon versichert bin?

Ja. Wenn Ihr Versicherer eine solche Tarifkomponente generell anbietet, so ist diese auch später noch in den Vertrag einzuschließen. Dabei ist es unerheblich, wie der Gesundheitszustand aussieht, denn der Tarifbaustein ist ohne Risikoprüfung abzuschließen.

Fazit:

Auch hier gilt, wie in allen anderen Fällen auch. Pauschale Empfehlungen und Lösungen gibt es nicht. Auch der Abschluß bzw. die Frage nach der individuellen Höhe und dem Sinn einer solchen Absicherung muss sich jeder für sich selbst beantworten.  Auf der „Schattenseite“ sind sicher die Punkte der möglichen Kündigung, dem Versichererwechsel oder auch die Tatsache der Beitragszahlung bis Lebensende zu nennen. Der Beitrag endet, anders als in einer klassischen Rentenversicherung, eben nicht bei Beginn der Auszahlung, sondern ist in den meisten Tarifvarianten weiter zu zahlen.

Die Vorteile liegen in der garantierten Höhe der Entlastung, einer recht hohen Rendite bei sicherer Anlage, dem Arbeitgeberzuschuss und der steuerlichen Berücksichtigung als Krankenversicherungsbeitrag.

Sprechen Sie ihren Berater einmal darauf an oder fordern bei Ihrem Krankenversicherer doch eine Modellrechnung an.