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12.
Februar '09

Basistarif oder GKV – eine Informationsbroschüre


Liebe Leser,

der PKV Verband hat eine Broschüre mit weiteren Informationen zum Basistarif herausgegeben. Unter anderem enthält diese einen Gegenüberstellung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), dem Basistarif und der Privaten Krankenversicherung (PKV).

Die Broschüre ist kostenfrei auf den Seiten des PKV Verbandes herunter zu laden. 

LINK: http://www.pkv.de/publikationen/info_broschueren/der_basistarif_eine_entscheidungshilfe.pdf 

Weitere Informationen zum Basistarif (Quelle PKV Verband)

Ab dem 1. Januar 2009 bietet die private Krankenversicherung den gesetzlich vorgeschriebenen Basistarif an.

Der Basistarif unterscheidet sich sehr deutlich von den anderen Produkten der privaten Krankenversicherung:

1. Der Basistarif ist ein gesetzlich definiertes Produkt, das nach Art, Umfang und Höhe mit den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) vergleichbar sein muss. Der für die PKV typische höherwertige Versicherungsschutz besteht im Basistarif nicht.

2. Durch einschnürende gesetzliche Vorgaben wird der Basistarif zudem nicht kostendeckend sein. Die verbleibende Deckungslücke geht laut Gesetz auf Kosten der Bestandsversicherten in der PKV. Nicht zuletzt wegen dieses Eingriffs in bestehende Verträge haben PKV-Versicherte und Unternehmen Verfassungsbeschwerde gegen die Gesundheitsreform eingelegt.

3. Die Leistungen im Basistarif unterscheiden sich beträchtlich von den echten PKV-Tarifen. Der Basistarif muss den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen nachbilden. Während die PKV-Versicherten dauerhaft ein vertraglich garantiertes Schutzpaket erhalten, muss der Basistarif immer den Vorgaben für die gesetzlichen Krankenkassen folgen. Werden dort Leistungen gekürzt, dann gilt das in Zukunft auch für den Basistarif.

4. Anders als in der GKV ist die Höhe des Beitrages in der PKV nicht abhängig vom Einkommen, sondern vom Umfang der versicherten Leistungen, vom Eintrittsalter und vom Geschlecht. Das gilt auch für den Basistarif. So genannte Vorerkrankungen bei Versicherungsbeginn spielen im Basistarif jedoch keine Rolle: Individuelle Risikozuschläge werden – anders als sonst in der PKV – nicht erhoben. Das Gesetz gibt als maximale Beitragshöhe den durchschnittlichen Höchstbeitrag der GKV vor (2009 rund 570 Euro/Monat). Mehr muss ein Versicherter im Basistarif nicht bezahlen – bis zu dieser Höhe zahlt er aber auch dann, wenn sein Einkommen zum Beispiel als Rentner sinkt.

5. Im Unterschied zur GKV wird im Basistarif für jede versicherte Person ein eigener Beitrag erhoben. Ein Ehepaar zahlt also stets zwei Beiträge (jeweils begrenzt auf den Höchstbeitrag). Auch für Kinder sind gesonderte Beiträge bis zu einer Höchstgrenze von rund 226 Euro zu zahlen. In der GKV dagegen sind Ehepartner und Kinder ohne eigenes Einkommen stets beitragsfrei mitversichert.

6. Bei allen vom Gesetzgeber erzwungenen Parallelen zwischen GKV-Niveau und PKV-Basistarif gibt es erhebliche Unterschiede mit großen Auswirkungen auf die Beitragshöhe:
Anders als in der GKV müssen auch im Basistarif die PKV-typischen Alterungsrückstellungen gebildet werden.
Durch die politischen Vorgaben startet der Basistarif mit überdurchschnittlich alten und kranken Versicherten. Es kommt nicht zu der für das Versicherungsprinzip erforderlichen Risikomischung – anders als in der GKV mit ihren rund 70 Millionen Versicherten.
Zudem erhält die PKV keinerlei Steuermittel, während die GKV allein im Jahr 2009 vier Milliarden Euro Zuschuss aus Steuergeldern bekommt, der in den Folgejahren sogar auf 14 Milliarden Euro steigen soll.
Überdies verfügt die PKV im Gegensatz zur GKV nur über sehr wenige Instrumente zur Kostensteuerung (z.B. Rabattverträge). Der Gesetzgeber stellt trotz vielfacher Aufforderungen bisher dieses Instrumentarium nicht zur Verfügung.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat bislang keine Vereinbarung über eine GKV-analoge Vergütungshöhe im Basistarif unterschrieben. Falls es nicht gelingt, den Honorarsatz auf das GKV-Niveau zu senken, ist nach den gesetzlichen Vorgaben der 1,8-fache Satz zu zahlen, was die Kosten des Basistarifs zusätzlich in die Höhe treiben würde.

Diese Punkte führen im Zusammenwirken zu dem hohen Beitragsniveau im Basistarif. Die PKV hat frühzeitig vor dieser Entwicklung gewarnt, der Gesetzgeber hat es dennoch anders beschlossen.

Die PKV hat stets betont, dass es sich bei diesen Vorgaben beim Basistarif nicht um ein „Privatversicherungs-Schnäppchen“ wird handeln können. Der Basistarif ist mit so vielen gesetzlichen Vorgaben versehen, dass die allermeisten Versicherten von Beginn an den Höchstbeitrag von knapp 570 Euro monatlich werden zahlen müssen.

Mit diesen Vorgaben bedeutet der Basistarif eine Versicherung nach dem Modell der GKV unter dem Dach der PKV. Es ist kein echtes Produkt der PKV.

Dazu anschließend lesen Sie auch den Beitrag vom 24. 01. 2009 unter folgendem LINK.

21.
Januar '09

PKV auch bei schlechter Bonität?


Liebe Leser,

immer wieder wird die Frage gestellt, ob denn eine private Krankenversicherung bei schlechter Bonität überhaupt möglich.

Die typische Antwort- es kommt darauf an.

Generell besteht in Deutschland seit dem 01. Januar 2009 für alle Personen Versicherungspflicht. Das führt zwangsläufig dazu, dass eben auch Personen mit schlechter Bonität zu versichern sein müssen. ABER: Eine Aufnahmepflicht besteht nur im Basistarif. Dieses ist eine der Änderungen durch die Gesundheitsreform zum 01. 01. 2009, ich schrieb darüber bereits.

Aus verschiedenen Gründen ist der Basistarif nicht unbedingt die ideale Wahl. Gründe sind neben den deutlichen Leistungseinschränkungen zu den sonstigen Tarifen (reduzierte Honorare bei ärztlicher Behandlung, vgl. GKV Leistungen im Krankenhaus, keine Leistungen bei Heilpraktiker, Zuzahlungen, Leistungen nach einem fest definiertem Hilfsmittelverzeichnis etc.)

Eine weitere Möglichkeit auch Personen mit eingeschränkter Bonität zu versichern besteht in Gruppenverträgen welche für bestimmte Berufsgruppen/ Vereine oder Verbände Sonderkonditionen und Annahmezwang anbieten.

Aber auch in den „normalen“ Tarifen der privaten Krankenversicherung ist eine „mal dagewesene“ schlechte Bonität oder ein Schufa Eintrag unter Umständen kein genereller Hinderungsgrund. Dieses sollte jedoch dem Versicherer offen und ehrlich dargelegt werden, es sollten keine Restschulden mehr bestehen und die Beitragszahlung muss sichergestellt sein.

Dazu kommen bei einigen Unternehmen Auflagen wie eine vierteljährliche Vorauszahlung oder weitere Beschränkungen hinsichtlich der Beitragszahlung.

Zusammenfassend kann man festhalten das eine schlechte Bonität, ein Schufa oder Bürgel Eintrag nicht generell das k.o. Kriterium für einen Versicherungsschutz ist. Hier ist inbesondere die genaue Analyse zu der Situation und eine entsprechende Beratung durch qualifizierte Berater erforderlich.

Eins sollten Sie nicht tun- stellen Sie nicht pauschal einen oder mehrere Anträge, welche dann womöglich abgelehnt werden. Dieses ist eher hinderlich bei der weiteren Suche.

 

13.
August '08

Änderungen im Gesundheitssystem zum Jahreswechsel


Viel besprochen und doch ist niemandem richtig klar, welche Veränderungen die Gesundheitsreform den Versicherten in beiden Systemen bringen wird.

Zunächst einmal gibt es eine gravierende Änderungen für alle Selbstständigen, die in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind. Durch die Änderungen des WSG (Wettbewerbsstärkungsgesetz) und die damit verbundene Einführung des Gesundheitsfonds zum 1. 1. 2009 erwartet diese neben steigenden Beiträgen der Wegfall des Krankengeldes.

Der Selbstständige kann sein Krankentagegeld nur noch versichern, wenn dieser sich für einen Wahltarif in seiner oder einer anderen gesetzlichen Kasse entscheidet und sich dadurch 3 Jahre an seine Kasse bindet. Hier geht für Selbstständige fast unbemerkt einer der wichtigsten Elemente der Gesundheitsvorsorge, das Krankengeld bei Arbeitsunfähigkeit, verloren.

Weitere Änderungen im Überblick:

Zum 1. 1. 2009 erfolgt die Einführung des Gesundheitsfonds und damit ein einheitlicher Beitragssatz von ca. 15,5 % (dieser wird vom Bundesministerium noch endgültig per Rechtsverordnung festgelegt). Dadurch erhöhen sich für die meisten Gesetzlich Versicherten die Beiträge zum Teil drastisch. Die möglichen Erstattungen durch die GKV wird nach einhelliger Meinung nicht vor 2010 kommen, wenn überhaupt.

Aber auch für die Privaten Versicherer und deren Kunden ändert sich so einiges. So wird zum 01. 01. 2009 auch der Basistarif zur Pflicht und niemand kann/ darf/ muss ohne Krankenversicherungsschutz sein. Für den so genannten Basistarif gilt: Keine Ablehnungen und keine Zuschläge. Ein weiterer Schritt in Richtung Neuerungen betrifft die Mitnahme der Alterungsrückstellungen. Auch dieses war bisher nicht möglich. Aber entgegen der Pläne wird es nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten geben, für Bestandskunden nur im ersten Halbjahr 2009 und auch nur teilweise. Die so genannten Rückstellungen können in Höhe des Basistarifes mitgenommen werden, dafür steigen aber die Prämien der Privaten Versicherer um ca. 10-20% an.

Für heutige Kunden in der PKV und somit in der „Alten Tarifwelt“ gilt es genau zu überlegen ob ein Wechsel nützlich, möglich und sinnvoll ist und ob man- denn das muss man- nur wegen der teilweisen Mitnahme der Rückstellungen seinen Schutz 18 Monate auf Basistarifniveau herunter schrauben möchte.

Hilfreiche Kriterien anhand derer Sie Ihren Versicherungsschutz überprüfen oder erstmals den Bedarf ermitteln können finden Sie unter www.online-pkv.de/28-0-Auswahlkriterien.html. Dort hilft Ihnen auch ein interaktiver Fragebogen im pdf Formular weiter.

Die Gesundheitsreform ist eine der größten Aufgaben der Bundesregierung und bedarf sicher noch einiger Erklärungen und Erläuterungen. Gegen die Einführung des Basistarifes sind derzeit rechtliche Schritte beim Bundesverfassungsgericht im Gange.

15.
Juli '08

Verweildauer im Basistarif


Liebe Leser,

die Entscheidung ist gefallen. Der Gesetzgeber hat beschlossen wie lange die Bestandskunden im Basistarif verbleiben müssen.

Unter folgenden Voraussetzungen ist das Mitnehmen der teilweisen Alterungsrückstellungen möglich:

  • Wechsel für Bestandskunden in den ersten 6 Monaten des Jahres 2009
  • Wechsel in den Basistarif der neuen Gesellschaft und Verbleib dort für mindestens 18 Monate

Damit ist entschieden das ein schneller Wechsel zwischen den Alttarifen nicht gewünscht ist. Bitte beachten Sie auch die Risiken die sich ergeben wenn Sie in dem Basistarif verbleiben müssen (18 Monate). Es erfolgt eine neue Gesundheitsprüfung, eine Ablehnung des „Herauswechselns“ ist möglich und während der 18 Monate besteht nur Schutz auf (GKV-) Basistarifniveau.

Bei Fragen helfe ich Ihnen gern weiter.

Sven Hennig

17.
Juni '08

Basistarif für den Wechsel von PKV zu PKV


Nach der Gesundheitsreform wurde den privaten Krankenversicherern ein Basistarif verordnet.

Nun wollen Bundesgesundheits- und Bundesfinanzministerium möglichst schnell die Vorgaben für einen Wechsel zwischen PKV-Unternehmen festlegen.

Kunden, die bisher privat krankenversichert sind, sollen nur unter eingeschränkten Voraussetzungen zu anderen Gesellschaften wechseln können und zudem nur 60% der Rückstellungen mitnehmen. Weiterhin müss(t)en diese dann mindestens 2 Jahre in dem Basistarif der neuen Gesellschaft bleiben – also auf Kassenniveau.

Schon jetzt ist bekannt, was ein solcher Tarif kostet. Für einen 35 Jahre alten Mann wird der Beitrag bei ca. 530 Euro liegen – also der aktuelle Höchstsatz der GKV. Dazu kommen Bausteine wie Krankentagegeld, Pflegepflichtversicherung und die zehnprozentige Altersrückstellung.

Senken kann man diese Prämie nur, wenn man bereits viele Jahre PKV-versichert ist und hohe Altersrückstellungen hat.

Alles in allem sieht es nicht so aus, als wären diese Vorgehensweisen vom Gesetzgeber gewünscht oder ausreichend durchdacht.