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01.
November '18

Ab 01. Januar über der Einkommensgrenze – was Sie jetzt noch tun sollten


Es ist jedes Jahr gleich. Arbeitnehmer schauen sich zum Jahresende Ihr Einkommen an und einige freuen sich über ein höheres Einkommen im Vorjahresvergleich. Dabei gibt es eine Reihe von Versicherten, welche nicht nur mehr Geld in der Tasche haben, sondern auch solche die sich von human entschieden können wo und wie sie versichert sein wollen. Doch ganz so einfach und simpel ist es dann doch nicht, es sind einige Hürden zu nehmen, Abläufe zu beachten, nur so funktioniert ein Wechsel auch richtig.

Wer wird zum Jahresanfang versicherungsfrei?

Bevor sich diese Frage beantworten lässt, sind zwei „Zahlen wichtig“. Dabei handelt es sich um die so genannte Jahresarbeitentgeltgrenze. Aber nicht nur die aus 2018 ist wichtig, auch und insbesondere die für 2019 spielt schon heute eine Rolle. (alle Werte finden Sie in der Übersicht)

JAEG 2018: 59.400 EUR

JAEG 2019: 60.750 EUR

Noch eins! Es sind immer Jahreswerte. Natürlich lassen sich diese zur Vereinfachung durch zwölf teilen und man hat einen Wert pro Monat, am Ende ist für die Betrachtung aber immer der Wert über das Jahr wichtig.

Wer also in 2018 bereits das komplette Jahr beschäftigt war, der muss nicht nur die Grenze für 2018 erreichen, nein, auch die neue Grenze für das folgende Jahr muss überschritten werden. Dieses muss jedoch mit dem Einkommen aus 2018 passieren.

Die rechtliche Grundlage zeigt und der Paragraph 5 des Sozialgesetzbuches Nr. 5. Dort heißt es:

(4) Wird die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschritten, endet die Versicherungspflicht mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie überschritten wird. Dies gilt nicht, wenn das Entgelt die vom Beginn des nächsten Kalenderjahres an geltende Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht übersteigt. Rückwirkende Erhöhungen des Entgelts werden dem Kalenderjahr zugerechnet, in dem der Anspruch auf das erhöhte Entgelt entstanden ist.

Vereinfacht ausgedrückt bedeutet es also: Nur wer im Jahr 2018 ein Bruttoeinkommen (was alles zur JAEG zählt lesen Sie hier) von 60.751 EUR oder mehr hat(te), nur der wird ab dem 1. Januar versicherungsfrei und kann sich zwischen den beiden Systemen GKV und PKV selbst entscheiden. Wer hingegen bei einem Einkommen zwischen 59.400 EUR und 60.750 EUR liegt, der bleibt auch weiterhin versicherungspflichtig.

Ausnahme: Beginnen Sie zum 01.11. oder 01.12.2018 ein neues Arbeitsverhältnis und ergibt das hochgerechnete monatliche Bruttoeinkommen einen Wert größer 59.400 EUR, dann sind Sie von Beginn der neuen Tätigkeit versicherungsfrei. Ab dem 01. 01. würden Sie dann versicherungspflichtig, können sich aber von dieser Pflicht befreien lassen.

Welches Einkommen muss wann erreicht werden?

Wie bereits erklärt gibt es unterschiedliche Szenarien.

laufendes Arbeitsverhältnis im gesamten Jahr 2018:

Einkommen muss, auf das Jahr 2018 gerechnet, die neue Grenze von 60.750 EUR überschreiten.

neues Arbeitsverhältnis in 2018 begründet, keine 12 Monate beschäftigt:

Das hochgerechnete (und damit fiktive) Bruttojahreseinkommen für 2018 muss > 59.400 EUR sein. Bereits heute haben Sie auf Ihrer Lohnabrechnung einen Hinweis auf die freiwillige Versicherung. Dort findet sich eine Position „Zuschuss zur freiwilligen Krankenversicherung“ und diese zeigt an, dass Sie bereits heute freiwillig gesetzlich versichert sind.

ACHTUNG nur bei dem Unterschreiten der neuen Grenze von 2019, wie bereits oben beschrieben.

neues Arbeitsverhältnis ab 01. 01. 2019 oder später:

Es muss zwingend die neue Grenze erreicht werden. Dabei wird bei dem Neubeginn des Arbeitsvertrages zu Beginn der Wert fiktiv berechnet. Wer also einen neuen Arbeitsvertrag mit einem monatlichen Bruttogehalt von 5.062,50 EUR oder mehr unterschreibt, der ist von Beginn an freiwillig versichert in der GKV oder versichert sich ab sofort privat.

Wann kann ich mich für die PKV entscheiden?

Wer also bisher gesetzlich versichert ist oder war und nun erfahren hat, sein Einkommen überschreitet auch die 60.750 EUR (JAEG 2019), der kann sich ab Januar zwischen beiden Systemen entscheiden. Für das Jahr 2018 besteht jedoch weiterhin Versicherungspflicht und damit ist hier die gesetzliche Krankenkasse (GKV) nicht zu verlassen. Ab dem 01. Januar sieht das aber anders aus.

Der mögliche Wechsel ist damit erst ZUM 01. Januar 2019 möglich.

Welche Schritte sollten Sie noch in 2018 unternehmen?

Nun gibt es dennoch, auch wenn Sie erst im Januar wechseln können und dürfen, Schritte, welche Sie in 2018 schon unternehmen sollten. In der privaten Krankenversicherung gilt bei fast allen Versicherern das Kalenderjahr-Prinzip um das Eintrittsalter zu ermitteln. Wie das genau funktioniert, habe ich hier in einem Beitrag erklärt.

Das jährliche Rennen zum Jahresende startet in 3, 2, 1… und warum es machmal unsinnig ist

Daher kann es sinnvoll sein, noch im Jahr 2018 die erforderlichen Schritte zu unternehmen und sich das alte Eintrittsalter zu sichern. Das kann und sollte aber nicht voreilig geschehen.

Eine Anwartschaft sichert das heutige Alter

Da das Eintrittsalter über die Höhe der Prämien entscheidet und diese dauerhaft beeinflusst, sind auch kleine Unterschiede von 5, 10 oder 15 EUR pro Monat Auslöser für große Beitragsunterschiede.

Wer mit Anfang dreißig eine Private Krankenversicherung abschließen möchte, der kann durch eine Anwartschaft für den Monat Dezember somit schnell einige tausend Euro sparen.

Ein Beispiel eines meiner aktuellen Beratungskunden. Dieser wird erst zum 01. Januar versicherungsfrei. Zwischen dem Beitrag in 2018 und dem, den er in 2019 zahlen müsste, liegen 15,52 EUR.

Gehen wir von einer Laufzeit von knapp 40 Jahren aus, dann wäre er 71, so belaufen sich die Mehrkosten aufgrund des höheren Eintrittsalters immerhin auf

7,15,42 EUR * 12 Monate * 40 Jahre = 7.401,60 EUR

Davon entfallen noch einige Euro auf den Arbeitgeber und auf die veränderte Lohnsteuer. Aber auch Beitragsanpassungen in der Zukunft haben wir dabei noch nicht berücksichtigt, dadurch wird die Ersparnis eher größer.

Mit einer Anwartschaft sichert sich der Interessent aber das Eintrittsalter 2018. Diese kostet jedoch Geld. Je nach Unternehmen fallen hier zwischen 100 und 200 EUR für den Monat Dezember an und das ohne eine Leistung bei Krankheit. Der Betrag dient nur dazu, das Eintrittsalter und den Gesundheitszustand zu sichern.

Dennoch ist der Aufwand für die Anwartschaft eher überschaubar, zumindest wenn wir über einen Monat sprechen. Es macht weniger Sinn, wenn diese für mehrere Monate oder Jahre benötigt wird, aber zum Jahresende ist diese in den meisten Fällen sehr sinnvoll.

Anwartschaft für den sicheren Weg in die Private Krankenversicherung nach Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze

Achtung! Auswahl der Anwartschaft so sorgfältig, wie den Schutz selbst

Dabei wird die Anwartschaft immer für den Tarif und bei der Gesellschaft abgeschlossen, bei der später auch der Versicherungsschutz bestehen soll. Das setzt jedoch voraus, dass die Auswahl der Tarife, das Auswerten von Auswahlkriterien bereits abgeschlossen ist.

Lassen Sie sich daher damit nicht Zeit bis zum Jahresende, dann ist es schnell zu spät und nicht mehr zu schaffen. Auch wir als Ihr Berater haben am Jahresende nicht unbegrenzt Kapazitäten.

Wer also zum Jahresende in die PKV kann und möchte und dieses heute schon weiß, der sollte sich jetzt um die Auswahl der Tarife, das Festlegen von Kriterien und die Beratung kümmern. Nur so ist ein entspannter und durchdachter Wechsel möglich.

Weitere Informationen finden Sie auch hier:

12.
April '18

Was passiert bei Arbeitslosigkeit mit meiner privaten Krankenversicherung?


Eine Frage die recht häufig im LiveChat (den Sie auch kostenfrei auf der linken Seite auf dieser Website nutzen können) vorkommt, ist die nach dem Verbleib in der privaten Krankenversicherung bei Arbeitslosigkeit. Dabei ist der Ablauf eigentlich ganz einfach und daher werde ich hier in einem kurzen Beitrag die wichtigsten Fragen zusammenfassen.

Ich werde arbeitslos, was passiert mit meinem PKV Vertrag?

Grundsätzlich gibt es, je nach Dauer der Vorversicherung, mehrere Optionen. Zunächst einmal löst eine Arbeitslosigkeit allein noch keine Änderung des Versicherungsstatus aus. Wohl aber der Bezug des Arbeitslosengeldes I.

Die Regelung findet sich in dem Sozialgesetzbuch. genau lautet diese wie folgt:

Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) – Gesetzliche Krankenversicherung – (Artikel 1 des Gesetzes v. 20. Dezember 1988, BGBl. I S. 2477)
§ 5 Versicherungspflicht
(1) Versicherungspflichtig sind

1. Arbeiter, Angestellte und zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigte, die gegen Arbeitsentgelt beschäftigt sind,
2. Personen in der Zeit, für die sie Arbeitslosengeld nach dem Dritten Buch beziehen oder nur deshalb nicht beziehen, weil der Anspruch wegen einer Sperrzeit (§ 159 des Dritten Buches) oder wegen einer Urlaubsabgeltung (§ 157 Absatz 2 des Dritten Buches) ruht; dies gilt auch, wenn die Entscheidung, die zum Bezug der Leistung geführt hat, rückwirkend aufgehoben oder die Leistung zurückgefordert oder zurückgezahlt worden ist,

Das bedeutet dann also auch, Sie werden versicherungspflichtig in einer gesetzlichen Krankenkasse.

Es sei denn…

(3a) Personen, die nach Vollendung des 55. Lebensjahres versicherungspflichtig werden, sind versicherungsfrei, wenn sie in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Versicherungspflicht nicht gesetzlich versichert waren. Weitere Voraussetzung ist, dass diese Personen mindestens die Hälfte dieser Zeit versicherungsfrei, von der Versicherungspflicht befreit oder nach § 5 Abs. 5 nicht versicherungspflichtig waren. Der Voraussetzung nach Satz 2 stehen die Ehe oder die Lebenspartnerschaft mit einer in Satz 2 genannten Person gleich. Satz 1 gilt nicht für Personen, die nach § 5 Abs. 1 Nr. 13 versicherungspflichtig sind.

Kann ich auch in der PKV bleiben?

Die Antwort lautet hier „vielleicht“. Vielleicht deshalb, weil zuvor eine andere Frage zu klären ist. Voraussetzung für einen Verbleib in der privaten Krankenversicherung ist demnach eine Befreiung von der Versicherungspflicht. Diese ist- Sie ahnen es schon- ebenfalls im Sozialgesetzbuch geregelt.

Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) – Gesetzliche Krankenversicherung – (Artikel 1 des Gesetzes v. 20. Dezember 1988, BGBl. I S. 2477)
§ 8 Befreiung von der Versicherungspflicht
(1) Auf Antrag wird von der Versicherungspflicht befreit, wer versicherungspflichtig wird

(…)
1a. durch den Bezug von Arbeitslosengeld oder Unterhaltsgeld (§ 5 Abs. 1 Nr. 2) und in den letzten fünf Jahren vor dem Leistungsbezug nicht gesetzlich krankenversichert war, wenn er bei einem Krankenversicherungsunternehmen versichert ist und Vertragsleistungen erhält, die der Art und dem Umfang nach den Leistungen dieses Buches entsprechen,

(…)

(2) Der Antrag ist innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht bei der Krankenkasse zu stellen. Die Befreiung wirkt vom Beginn der Versicherungspflicht an, wenn seit diesem Zeitpunkt noch keine Leistungen in Anspruch genommen wurden, sonst vom Beginn des Kalendermonats an, der auf die Antragstellung folgt. Die Befreiung kann nicht widerrufen werden. Die Befreiung wird nur wirksam, wenn das Mitglied das Bestehen eines anderweitigen Anspruchs auf Absicherung im Krankheitsfall nachweist.

Wenn Sie also versicherungspflichtig werden und das nicht möchten, kann ein Verbleib in der PKV möglich sein. Dazu müssen aber fünf Jahre Versicherungszeit in der Privaten Krankenversicherung erfüllt sein. Weiterhin müssen Sie folgendes tun:

  • 1.) Sie müssen sich bei einer Krankenkasse (egal welche, wenn die letzte vor der PKV bekannt, dann diese) befreien lassen

  • 2.) Sie müssen dort den Nachweis erbringen, anderweitig versichert zu sein. Eine solche Bescheinigung erhalten Sie bei Ihrer bisherigen PKV

Wie finde ich die passende Gesetzliche Krankenkasse?

Entscheiden Sie sich aber gegen die Befreiung oder haben gar keine Option der Befreiung, dann benötigen Sie kurzfristig einen entsprechenden Versicherungsschutz in der GKV. Dazu können Sie sich frei zwischen allen geöffneten Krankenkassen entscheiden. Eine Entscheidungshilfe bietet Ihnen der Vergleichsrechner zu den Gesetzlichen Kassen. Dieser kann sowohl rein nach Beitragssatz und Zusatzbeitrag, aber auch nach gewünschten Leistungen filtern.Dazu klicken Sie einfach auf das folgende Bild und kommen dann zum Krankenkassenvergleich.

Bei dieser gesetzlichen Krankenkasse müssen Sie dann:

Muss mich jede gesetzliche Krankenkasse aufnehmen?

Ja, wenn Sie versicherungspflichtig sind, besteht für jede geöffnete Kasse Aufnahmezwang. Lediglich bestimmte Kassen für einige wenige Personengruppen oder Kassen die in Ihrem Bundesland nicht geöffnet sind können Sie nicht wählen.

Wie kündige ich meine private Krankenversicherung?

Die private Krankenversicherung ist normalerweise mit einer Frist von drei Monaten zum Versicherungs-/Kalenderjahresende kündbar. Nicht jedoch hier, wenn Versicherungspflicht eintritt. Die Regelungen zur Beendigung der PKV finden sich dazu in dem Paragraphen 205 des Versicherungsvertragsgesetzes. (mehr …)

10.
November '17

Central will Anwartschaft nur mit Gesundheitsprüfung aktivieren – dürfen die das denn?


Es gibt so Tage, da häufen sich Fälle eigenartigerweise. Wer weiss wie viele meiner Blogbeiträge entstehen, der weiß auch, ich sammle durchaus häufige Fragen aus dem LiveChat und mache daraus einen Beitrag. Nachdem nun über zehnmal die Frage kam und es immer wieder vorzukommen scheint, nutze ich mal diesen Beitrag um Grundlagen zur Aktivierung einer Anwartschaft zu erklären. Dieses ist hier gerade auf die Central Krankenversicherung bezogen, trifft aber auf die meisten anderen Unternehmen nahezu identisch zu.

Erst einmal zur Erklärung und zum bessren Verständnis, was eine Anwartschaft ist, wie diese funktioniert und wozu man so ein „Ding“ eigentlich abschließen sollte. Ein Beispiel habe ich im Beitrag von gestern erklärt, die Sicherung des Eintrittsalters in der PKV.

Die Anwartschaft

Eine solche Anwartschaft sichert mir ein Recht. Ein Recht auf den Abschluss eines Vertrages bei einem Versicherer in einem bestimmten Tarif. Es ist also nicht unbedingt vergleichbar mit Optionen, welche auch ein Recht sichern, aber meist nicht auf einen Tarif ausgelegt sind.

Anwartschaft – eine Sicherung des Alters und Gesundheitszustandes in der PKV

Aber nicht nur vor dem Weg in die PKV, auch während des bestehenden Vertrages kann eine solche Anwartschaft sinnvoll und nützlich sein. Gründe für eine Nachträgliche Umwandlung in eine Anwartschaft sind zum Beispiel:

  • – vorübergehende Versicherungspflicht in der Gesetzlichen Krankenkasse
  • – Arbeitslosigkeit
  • – wirtschaftliche Notlagen (Achtung bei Vers. Pflicht)
  • – und andere mehr

Wann endet die Anwartschaft?

Genau diese Frage ist immer wieder ein Problem, so auch hier in der Anfrage aus dem LiveChat. Lesen Sie selbst:

Hier ist genau so ein Fall eingetreten. Nach einigem Nachfragen und „Hin- und Herschreiben“ kamen weitere Fakten und Umstände zu Tage. Es bestand damals schon ein Vertrag mit der Central Krankenversicherung und dieser wurde dann, nachdem Versicherungspflicht eingetreten war, auf „Anwartschaft gestellt“. Es wurden also weiterhin Beiträge gezahlt und monatlich pünktlich abgebucht. Aus dem damaligen Krankenversicherungsschutz wurde aufgrund der bestehenden GKV eine Anwartschaft. Grund war hier die Sicherung des Eintrittsalters und der Erhalt der gebildeten Altersrückstellungen. Eine solche große Anwartschaft ist nicht so günstig, die Beiträge sind problemlos vierstellig pro Jahr, sichern diese doch langfristig eine Rückkehr zu den alten Vertragskonditionen.

Auch hier besteht die Anwartschaft noch heute. Schon einige Jahre ist die Versicherte hier wieder in einem neuen Job und überschreitet die JAEG (Also die Grenze welche die Versicherungspflicht regelt) seit längerem wieder und kann somit in die PKV Zurückwechseln. Bisher hatte sie dieses aber nicht getan.

Nun sollte es aber endlich passieren, also schrieb die Kundin die Versicherung an, worauf diese recht einfach antwortete:

„Sie können gern wechseln, aber dann bitt mit neuer Gesundheitsprüfung.“

Die Kundin dachte, es handle sich um einen Fehler, schließlich habe sie genau darum doch die Anwartschaft die letzten 22 Jahre pünktlich bezahlt und nun soll sie dennoch eine neue Gesundheitsprüfung machen und sich dem Risiko eines Zuschlages oder der Ablehnung aussetzen? Das kann doch wohl nicht war sein, oder?

Bedingungen zur Aktivierung der Anwartschaft eindeutig

Doch nicht immer ist der Versicherer einfach nur böse und möchte den Kunden ärgern. Für eine solche Anwartschaft gelten Bedingungen, also das berühmte Kleingedruckte. Wir schauen uns einmal diese Bedingungen (hier im Stand 1/2011) genauer an, daran lassen sich gut die Regelungen erkennen.

und hier die Bedingungen aus den 90er Jahren, also die hier geltenden:

Entscheidend sind hier die Regelungen zum Aufleben des Schutzes. Dort heißt es ganz eindeutig:

„Der Wegfall der Voraussetzung für die große AW ist innerhalb einer Frist von 2 Monaten anzuzeigen…“

Dieses ist eine sogenannte Ausschlussfrist. Wird diese versäumt (dabei spielt es keine Rolle warum das passiert), so ist die Frist vorbei und eine Aktivierung der Anwartschaft ist ausgeschlossen. Daher ist es elementar wichtig, hier schnell zu handeln und den Versicherer zu informieren. Ist eine solche Info erfolgt und braucht der Versicherer dann weitere Unterlagen oder sonstige Papiere, so kann dieses auch dann noch erfolgen. Sammeln Sie aber erst alle Nachweise zusammen und dadurch verstreichen die zwei Monate, so ist die Chance auf Anwartschaft vertan.

Auch hat die Central noch eine besondere Lösung für Menschen, welche in einem GKV Wahltarif versichert sind, also einem Tarif der Sie zwar als freiwilliges Mitglied versichert, aber eine Kündigung erst nach Jahren zulässt. (Hinweis: –> Wahltarife nun doch kündbar)Wer hier dann aber an das Ende des Wahltarife kommt, der MUSS wechseln und damit die Anwartschaft aktivieren oder es aber lassen. Danach verfallen aber die Rechte aus der Anwartschaft und es besteht keine Möglichkeit mehr, ohne eine neue Gesundheitsprüfung in die Tarife zu wechseln, der Vorteil ist also futsch.

Beiträge weiterzahlen nützt nix

Aber hier scheint es die Kundin wohl nicht gewusst zu haben, oder kann sich zumindest nicht mehr daran erinnern. Der Versicherer hatte vor 22 Jahren die Bedingungen der Anwartschaft zugeschickt, aber wer „liest schon das Kleingedruckte“. Damit war es in Vergessenheit geraten und niemand hatte sich Gedanken gemacht, schließlich wurden (mehr …)

07.
November '17

Das jährliche Rennen zum Jahresende startet in 3, 2, 1… und warum es machmal unsinnig ist


und täglich jährlich grüßt das Murmeltier. So oder so ähnlich könnte dieser Blogbeitrag auch anfangen, geht es doch jedes Jahr auf’s neue um die Frage, wie sich noch schnell das alte Eintrittsalter nutzen lässt. Dieses ist immer dann wichtig, wenn es sich um Produkte und Verträge handelt, welche mit steigendem Alter teurer werden.

Bei den Produkten zur

ist dieses immer so. Hier richtet sich der Beitrag unter anderem danach, wie alt der oder die Versicherte bei Beginn des Vertrages ist. Dabei spielt aber nicht unbedingt das tatsächliche Alter, also das was wir uns vorstellen, eine Rolle. Entscheidender ist das versicherungstechnische Alter.

Es geht also nicht darum, wie alt Sie wirklich sind oder gar wie alt Sie sich fühlen, es geht um ein bestimmtes Eintrittsalter bei der jeweiligen Versicherung. Bis auf wenige Ausnahmen verwenden die meisten Unternehmen dabei die Kalenderjahres-Regel.

Kalenderjahres-Regel – so alt sind Sie für die Versicherung

Dabei ist es recht einfach zu verstehen und auch schnell nachvollziehbar. Entscheidend ist hier, nicht das Geburtsdatum bzw. der wirkliche Geburtstag entscheidet über das Alter, sondern einfach das entsprechende Jahr. Damit es einfacher Verständlich wird, hier eine kleine Erklärung.

Unser Beispielkunde Maximilian ist am 12. Juni 1987 geboren und überlegt nun, wie alt er wirklich und wie alt er für die Versicherung ist. Das „wirkliche“ Alter bekommt er noch schnell hin. Am 12. Juni 2017 hatte er seinen 30. Geburtstag, das weiss er ganz genau, hat er doch mit Freuden und Familie eine große Sause gemacht. Daher dachte er bisher auch, er wäre für die Versicherung nun auch bis zum nächsten Geburtstag 30 Jahre alt. Doch leider hat er hier „falsch gedacht“. Die Versicherung rechnet da etwas anders und überlegt nicht, wann der GeburtsTAG ist, sondern fragt eigentlich nur nach dem GeburtsJAHR.

Geboren ist Max im Jahre 1987, also ist er im Jahr 2017 genau 30 Jahre alt. Dabei spielt es keine Rolle, ob seine Versicherung am 01. 01., 01.07., 01.12. oder (theoretisch) am 31.12. beginnt. Wichtig ist hier nur ein Beginn im Jahre 2017.

Lesetipp: formeller, materieller und technischer Beginn – die Begriffe

Ab dem 01. Januar 2018 ist aber dann auch nicht mehr das Altert 30 relevant, dann ist Maximilian 31, egal ob er schon Geburtstag hatte oder noch haben wird. Auch hier spielt es daher keine Rolle an welchem tag er wirklich feiern kann und Geburtstag hat. Entscheidend ist auch hier wieder das Kalenderjahr, und das ausschließlich

Doch zurück zu unserem Fall und der Frage, ob ein frühes Eintrittsalter sinnvoll ist und ob es lohnenswert ist, schnell zu handeln. Dazu gilt auch hier wieder:

schnell handeln JA, unüberlegt handeln NEIN.

Nachdem wir nun geklärt haben wie alt Max wirklich ist, stellt er sich natürlich die Frage, ob ein schneller Antrag in 2017 noch ausreicht um sich die Konditionen zu sichern, oder ob er sich einfach im kommenden Jahr damit beschäftigt.

Der Versicherungsbeginn entscheidet, nicht das Antragsdatum

Entscheidend ist aber immer der Versicherungsbeginn, nicht das Antragsdatum. Es nützt also rein gar nichts, am 31. 12. noch schnell einen Antrag zu stellen und den Beginn dann mit „1. März“ auszuwählen. Der Vertrag muss wirklich begonnen haben und entscheidet dann auch darüber, welches Alter gilt. Unterschiedliche Regelungen und Möglichkeiten sich ein Alter zu „sichern“.

Daher ist es nicht nur wichtig ggf. eine Entscheidung zu treffen, sondern auch den Antragsbeginn in 2017 zu wählen. Während das in der Absicherung bei der Berufsunfähigkeit eher unkompliziert ist, lassen sich hier doch die Anträge per 1.12. noch problemlos stellen (selbst im Dezember noch), kann es in der privaten Krankenversicherung ein Problem werden.

Wer aus der gesetzlichen Krankenkasse wechseln möchte, der benötigt einen Beginn in 2017. Das ist aber, aufgrund der Kündigungsfrist zum Ende des übernächsten Monats ein Problem. Wer also die GKV im November kündigt, dessen Schutz endet erst zum 31. Januar 2018. Ein Wechsel in eine private Versicherung ist damit erst dann möglich. Eine Lösung kann bei einigen Unternehmen eine Anwartschaft sein. Genauere Abläufe und Hintergründe finden Sie im Beitrag:

Noch schnell ein Jahr jünger in die PKV

Zu beachten ist hier, eine solche Anwartschaft wird nicht von allen Unternehmen für zwei Jahre angeboten, bei einigen ist diese nur für den Monat Dezember abschließbar. Dennoch loht sich (auch bei extra Beitrag) eine solche Lösung in den meisten Fällen, denn hier ist die Ersparnis auf Dauer größer.

In Ruhe überlegen, nichts überstützen

Eines gilt aber immer. Es ist nicht ratsam eine Entscheidung unter Zeitdruck zu treffen, auch nicht wenn diese vielleicht dann zu dauerhaft günstigen Beiträgen führt. Es geht bei solchen Verträgen, die sich langfristig anpassen (müssen) immer um eine solide und begründete Auswahl des passenden Tarifes oder/ und der passenden Gesellschaft. Nur bei einer sorgfältigen Auswahl ist ein sinnvoller Schutz möglich.

Bevor Sie also schnell oder besser vorschnell eine Entscheidung treffen, beschäftigen Sie sich bitte in Ruhe mit den Auswahlkriterien und lesen einmal etwas mehr in den Leitfäden.

Erst nachdem genug „Grundlagenwissen“ vorhanden ist, lassen sich auch begründete und fundierte Entscheidungen treffen. Sind Sie nicht sicher, so lassen Sie es bitte sein.

09.
Mai '16

Gibt es eine Anwartschaft für das ungeborene Kind, oder wie sichere ich Versicherungsschutz für mein noch Ungeborenes


Manche Fragen sind einfach zu interessant und wichtig, um diese nur in geschlossenen Foren zu beantworten und daher greife ich neben Leserfragen immer mal wieder Themen auf, welche nicht nur für wenige wichtig sind. Dazu gehört zweifelsohne die Versicherung von Kindern, welche vielleicht bei der Geburt nicht gesund sind. Das kann durchaus auch im Rahmen von Schwangerschaftsvorsorge bereits aufgefallen sein oder es gibt einfach eine Familie Vorgeschichte, oder einfach Vorsicht!

So fragte ein Kollege in einem Maklerforum in der letzten Woche

Frage Anwartschaft Kind

Bevor wir uns aber nun der Lösung widmen, sollten dazu vorher einige Begriffe geklärt werden. Nur wenn Begrifflichkeiten klar sind, nur dann lässt sich auch der Lösungsweg und, oder eine Lösung nachvollziehen und verstehen. Beginnen wir also mit einzelnen Begriffen und versuchen einmal etwas Ordnung in die Sache zu bringen.

KV Zusatz(versicherung)

Darunter verstehen wir in der Regel eine Ergänzungsversicherung, welche den Schutz in einer gesetzlichen Krankenkasse erweitert oder Leistungen absichert, welche in der gesetzlichen Kasse nicht vorhanden sind. Im Rahmen der Erweiterung ist vielen der Begriff „Zahnzusatzversicherung“ bekannt. Hände_Baby_Ein Schutz welcher eingeschränkte Zahnleistungen der GKV erweitert. Aber auch der Versicherungsschutz für ein Ein- oder Zweibettzimmer oder die privatärztliche Behandlung sind solche Möglichkeiten für Zusatzversicherungen. Ein weiterer und sehr wichtiger Bereich ist die Pflegezusatzversicherung. Hier besteht zwar auch ein Schutz über die gesetzliche (und auch private) Pflegepflichtversicherung, die Leistungen reichen aber oft nicht aus und lassen sich daher ergänzen. Eine solche Zusatzversicherung kann auch zu einer bestehenden privaten Krankenversicherung abgeschlossen werden, während viele andere eine Mitgliedschaft in der GKV voraussetzen.

Pflegezusatzversicherung

Bereits in meinem Artikel „Tun Sie ihrem Kind etwas Gutes“ habe ich über die Notwendigkeit der Pflegezusatzversicherung für Neugeborene geschrieben. Einen solchen Versicherungsschutz können Sie natürlich auch nach der Geburt abschließen, dann aber nur mit einer Gesundheitsprüfung. Gerade bei Kindern die nicht gesund geboren sind, kann das dann zum Problem werden und einen solchen Versicherungsschutz im schlimmsten Fall lebenslänglich verhindern.

Anwartschaft

Die Anwartschaft existiert in zwei Varianten. Es gibt neben der großen auch die- wen wundert es- kleine Anwartschaft. In meinem Artikel zu Anwartschaft habe ich weitere Details beschrieben. Ganz vereinfacht bedeutet Anwartschaft nichts anderes, als sich das Recht zu sichern ohne Gesundheitsprüfung einen Versicherungsschutz zu bekommen, der sonst nur mit Risikoprüfung zu bekommen wäre. Anwartschaften kosten dabei einen Beitrag, bieten aber keinen Versicherungsschutz in der Zeit der Anwartschaft.

Optionstarife statt Anwartschaften

Im Gegensatz zu einer Anwartschaft ist eine Option ein wenig anders. Optionstarife gibt es eigenständig, also von der Funktionsweise wie eine Anwartschaft, oftmals enthalten die Zusatzversicherungen aber eine Option. Damit stellen Sie sicher, nach Ende der Versicherungspflicht kann die Zusatzversicherung dann, ohne neue Risikoprüfung, in eine Vollversicherung mit mehr Leistungen umgestellt werden. Während der Zeit mit der Zusatzversicherung besteht aber Leistungspflicht für die dort versicherten Leistungen.

Anwartschaften, Optionen und Zusatzversicherungen für noch nicht geborene Kinder

Für eine Person die noch nicht einmal auf der Welt ist, lassen sich auch keine Versicherungen abschließen. Dabei ist es völlig unerheblich ob der Vater oder die Mutter Versicherungsnehmer wird, es ist einfach keine Person vorhanden, welche als versicherte Person auftreten kann. Dennoch kann es interessant und wichtig sein, den noch ungeborenen selbst dann einen Versicherungsschutz anbieten zu können, wenn diese später in der GKV bleiben, krank geboren sind und dabei sonst nie die Chance haben würden in einen solchen Schutz zu kommen.

Da aber ein Anschluss vor Geburt nicht möglich ist, gibt es einen weg „über die Hintertür“. Schauen wir uns einmal die Bedingungen der Zusatzversicherungen an. Ganz exemplarisch und keineswegs als Auswahl gedacht, nehmen wir einen stationären Ergänzungstarif der Barmenia. Besteht also Versicherungsschutz für ein Elternteil, so kann das Kind einen solchen auch bekommen. Dazu heisst es erst einmal ganz allgemein in den Bedingungen:

„2. Bei Neugeborenen beginnt der Versicherungsschutz ohne Risikozuschläge und ohne Wartezeiten ab Vollendung der Geburt, wenn am Tage der Geburt ein Elternteil mindestens drei Monate beim Versicherer versichert ist und die Anmeldung zur Versicherung spätestens zwei Monate nach dem Tage der Geburt rückwirkend erfolgt. Der Versicherungsschutz darf nicht höher oder umfassender als der eines versicherten Elternteils sein.

2.1 Für Neugeborene, die nach Absatz 2 ab Geburt mitversichert werden, besteht ab Geburt Versicherungsschutz auch für alle vor Vollendung der Geburt entstandenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen, Geburtsschäden sowie angeborenen Krankheiten und Anomalien.“

Hat also der Vater oder die Mutter bei Geburt schon drei Monate Versicherungsschutz, kann das Kind den auch bekommen. Aber… nicht mehr Leistungen als die Eltern in dem Schutz. Fällt also den Eltern erst einen Monat vor Geburt ein: „Wir brauchen ja noch Schutz für das Kind“, dann ist es meist recht knapp. Dennoch ist es nicht unmöglich, denn auch hier gibt es Lösungen. Die Barmenia sagt:

2.2 Der Versicherer verzichtet auf die Voraussetzung, dass ein Elternteil am Tage der Geburt mindestens drei Monate bei ihm versichert sein muss. Die Voraussetzung, dass ein Elternteil beim Versicherer versichert sein muss, bleibt unberührt.“

Auch hier ändert das nichts an der Voraussetzung. Ich höre schon die ersten die erklären, eine Schwangere kann man im letzten Monat gar nicht mehr versichern. Das stimmt bei einigen Unternehmen und ab gewissen Daten schon. Aber Eltern hat das Kind meist zwei und schwanger werden die Väter nie, auch wenn manche ab und zu so aussehen mögen.

Also: Im Zweifel den Antrag rechtzeitig für den Vater stellen, auch hier besteht dann für das Kind das Recht der Nachversicherung.

Aber Achtung: Der Vertrag für den Vater besteht und kann nicht bei Geburt wieder gekündigt werden, sondern nur ganz regulär mit Frist von drei Monaten zum Ablauf. Daher sollte der Schutz nicht nur wegen des Kindes, sondern deshalb abgeschlossen werden, weil dieser sinnvoll und wichtig ist.

In meinem Artikel „Tun Sie sich und Ihrem Kind etwas Gutes“ geht es unter anderem auch um die Vorsorge bei Pflegebedürftigkeit. Auch hier besteht ein entsprechendes Nachversicherungsrecht und auch hier sichert der Schutz der Eltern den zukünftigen Schutz des Kindes.

Fazit

Wenn eine Schwangerschaft geplant ist oder der Kinderwunsch in die nähere Planung rückt, schauen Sie sich unbedingt den eigenen Versicherungsschutz an. Bestehende Tarife gehören jetzt überprüft. Für die Mutter heisst das auch, sich den bestmöglichen und gewünschten Schutz für sich und das Kind zu sichern. Für den werdenden Vater bedeutet es, er kann etwas tun damit seinem zukünftigen Sohn oder der Tochter der bestmögliche Schutz zur Verfügung steht und das auch dann, wenn nicht alles „glatt läuft bei der Geburt“ oder das Kind leider nicht ganz gesund ist.

Wichtig ist aber dann auch, nicht nur den Schutz oder die Möglichkeit zu haben, sondern auch zu nutzen! Auch hier gibt es Fristen und Vorgaben, denn wer sein Kind nicht rechtzeitig zur neuen Versicherung anmeldet, der verwirkt all die guten Optionen. Daher bedenken Sie die zweimonatige Frist und sprechen Ihren Makler, Berater oder die Gesellschaft unbedingt innerhalb der Frist an und melden das Kind zur Versicherung an.