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26.
August '20

„Ich bin doch nur im Büro…, was soll mir denn schon passieren.“ – und zack fließen 42.000 € Rente


Die Berufsunfähigkeit rückt zwar immer weiter in den Fokus, gerade junge Menschen machen sich durch aus immer mehr Gedanken. Diese überlegen sich schon bei dem Einstieg in den Beruf, was sie denn tun sollten, falls sie nicht mehr arbeiten können. Dennoch wird die Berufsunfähigkeitsversicherung für Büroangestellte immer unterschätzt. Die Entwicklung von „mir passiert schon nichts“ hinzu „ich kümmere mich zumindest mal grundsätzlich um eine Absicherung“ ist durchaus positiv. Zwei Leistungsfälle aus den letzten Wochen möchte ich hier einmal etwas genauer beleuchten.

Vor einigen Jahren habe ich auch einen solchen Kunden in der Beratung gehabt. Ein gut verdienender Angestellter, steht mitten im Leben, plant langfristig eine Familie (aber jetzt noch nicht) und landet bei mir mit Fragen zu seiner bereits bestehenden Krankenversicherung. Nachdem diese beantwortet sind frage ich, warum sein bisherige Berater in der nicht auf das Thema Berufsunfähigkeit angesprochen hat.

Die Antwort kommt spontan und überzeugt, und er sagt:

Berufsunfähigkeitsversicherung für Büroangestellte: Ich bin doch nur im Büro…, was soll mir denn schon passieren.

Nun finde ich persönlich diese Haltung genauso unpassend, wie das „mit dem Sargdeckel klappern“ einige Berater. Extreme Ansichten sind meist nie gut, dann macht die Versicherungswirtschaft keine Ausnahme.

Nachdem wir uns einige Zeit über die Arbeitskraft und auch vor allem über die Ursachen zur Berufsunfähigkeit unterhalten haben, lässt er sich irgendwann zu einer weitergehenden Beratung „überreden“. Wir schauen also Tarife an, berechnen Versorgungslücken und ermitteln die richtige Rentenhöhe. Nach einigen weiteren Stunden Beratung in den nächsten Tagen, wird er mir irgendwann schreiben: „Ich glaube weiter, mein Risiko für eine Berufsunfähigkeit ist so klein, was soll mir im Büro schon passieren.“

Was habe ich falsch gemacht? Ist es mir nicht gelungen dem Kunden die Versorgungslücke vernünftig aufzuzeigen? War ich zu zögerlich, weil ich eben dieses „mit dem Sargdeckel klappern“ nicht machen wollte? Ich kann mich gut erinnern, wie ich damals lange überlegt habe was ich nun tue. Natürlich hätte ich das Mandat auch für die Krankenversicherung komplett kündigen können, ich hätte es weiter mit Argumenten versuchen können, aber irgendwie war ich mit der Situation unzufrieden.

Also schrieb ich dem Kunden:

„Lieber Herr X,

anscheinend ist es mir auch in den letzten Stunden der Beratung nicht gelungen, Ihnen die Wichtigkeit einer Absicherung der Arbeitskraft deutlich zu machen. Vielleicht mein Fehler, vielleicht passiert Ihnen aber die nächsten Jahrzehnte wirklich nichts. Dann haben Sie natürlich das Geld für die Berufsunfähigkeitsversicherung gespart. Wenn diese Entscheidung für sie nun final getroffen ist, dann sind Sie bitte so freundlich und bestätigen mir das ganz kurz per E-Mail oder auf dem Postweg. Mir reicht dabei ein Zweizeiler: „auch nach der Beratung zu dem Risiko einer möglichen Berufsunfähigkeit habe ich mich dazu entschieden hier keine Absicherung zu treffen und trage das Risiko bewusst allein. Vielen Dank und eine schöne Woche.“

Danach passierte eine ganze Weile gar nichts, irgendwann rief Herr X dann doch an und entschied sich für eine Absicherung gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit. Aus diesen 2.500 € damaliger Monatsrente sind durch Dynamiken mittlerweile knapp 3.500 € Rente geworden.

Vor einigen Tagen erreichte mich dann eine E-Mail, übrigens der erste wirkliche Kontakt seit längerem wieder (bis auf jährlich Abstimmung der BU und KT Beträge) mit folgendem Text:

„…die Alte Leipziger hat mir gestern eine Leistungszusage für die BU geschickt, muss ich noch etwas tun?“

Etwas verwundert lass ich die E-Mail zweimal, ich wusste weder von einem Leistungsantrag noch einer Krankheit, geschweige denn von einer bevorstehenden oder bereits eingetretenen Berufsunfähigkeit. Nach einigen E-Mails und einem Telefonat war schnell klar was hier passiert war.

Nach einem Trauerfall hat es meinen Kunden vollkommen aus der Bahn geworfen. Am Ende, so die Mediziner, war das aber nur der letzte berühmte Tropfen, welche das Fass zum Überlaufen brachte. In den letzten Jahren waren die Anforderungen im Beruf, der ständige Stress und der Druck immer weiter angestiegen. Immer mal wieder kamen Kleinigkeiten wie Kopfschmerzen, Magenprobleme und kleinere andere Krankheiten dazu.

Nichts, wo man jetzt schnell eine dauerhafte Beeinträchtigung oder gar eine Berufsunfähigkeit befürchten müsste. Da geht man halt zum Arzt, wird behandelt und ist in ein paar Wochen wieder fit.

Hier, hier war es anders. Aus den kleinen körperlichen Beschwerden wurde eine handfeste Depression. Oder aus der Depression wurden körperliche Beschwerden, das vermag ich medizinisch nicht zu beurteilen. Der berühmte Tropfen durch den Trauerfall führte dann auch zu einem völligen Zusammenbruch.

Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, es ging schon fast ein Jahr Krankschreibung voraus, danach folgte Arbeitslosigkeit und eine weitere Verschlimmerung der Krankheiten. Neben ambulanten Behandlungen und ambulante Therapie, war auch eine stationäre Aufnahme für knapp sechs Wochen in einer psychosomatischen Klinik nicht mehr zu umgehen.

Auf meine Frage, warum denn nicht schon während der Krankschreibung eine Prüfung auf Berufsunfähigkeit erfolgt ist oder er sich zumindest einmal gemeldet hat, kam als Aussage: „dafür hatte ich die Kraft irgendwann einfach nicht mehr“. Irgendwann im letzten Jahr wurde der Versicherer dann doch informiert. Es folgten Unterlagen, die medizinische Bewertung und weitere Absprachen. Auch Corona machte es nicht unbedingt einfacher, aber es lief. Aktuell lief auch noch/ wieder das Krankentagegeld, so war es zumindest finanziell nicht problematisch.

Durch die langen Beschwerden und Beeinträchtigungen war die Anerkennung der Berufsunfähigkeit dann am Ende fast schon eine „Formsache“. Eine Rückkehr in den alten Beruf ist aus heutiger Sicht zumindest undenkbar.

Berufsunfähigkeitsversicherung für Büroangestellte: Suchen Sie sich Hilfe – medizinisch und auch sonst

Was und dieser Fall sehr gut vor Augen führt, Das sind mehrere Punkte.

Zum einen kann sich wohl niemand davon freisprechen von Krankheiten oder Beschwerden betroffen zu sein. Dabei spielt es überhaupt gar keine Rolle, ob es psychische, psychosomatische oder körperliche Beschwerden sind. Manchmal ist es gar nicht so einfach auseinander zu halten.

Was ist aber auch zeigt: Suchen Sie sich nicht nur medizinische Hilfe. Sprechen Sie mit Freunden, Bekannten oder auch ihrem Berater. Wenn sie nicht die Kraft haben sich um berechtigte Leistungen aus bestehenden Versicherungen zu kümmern, dann suchen Sie sich auch hierfür bitte Hilfe. Vielleicht hätte unser Beispiel hier in den letzten anderthalb bis zwei Jahren einige Sorgen (zumindest Sorgen finanzieller Art) weniger gehabt, wenn die Berufsunfähigkeitsrente schon vor einigen Monaten anerkannt worden wäre.

Auch wenn das Thema Psyche, psychosomatische Beschwerden und Depressionen immer noch ein großes Tabuthema sind, suchen Sie sich Hilfe und sprechen Sie auch in solchen Situationen offen mit ihrem Berater. Ich zumindest für meinen Teil helfe dabei gern und biete meine Unterstützung auch für die Leistungsanträge an. Solange ich aber von der Erkrankung und den Beschwerden nichts weiß, kann ich tatsächlich auch nicht helfen.

Was wird nun gezahlt?

Hier dann noch einige Fakten, auch um zu zeigen warum eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Büroangestellte nicht billig sein kann. In unserem Fall war der Versicherungsbeginn vor knapp fünf Jahren.

Berufsunfähigkeitsversicherung für Büroangestellte

Klar ist auch, egal wie viel Geld fließt, seine Gesundheit bekommt er dadurch nicht zurück. Auf der anderen Seite ist aber hier zumindest die finanzielle Sorge für die Familie, und die Sicherung der laufenden Kosten damit erledigt.

Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Büroangestellte

Welche Tücken nun in der Beratung lauern und warum Sie erst einmal Wissensvermittlung und nicht schnell ein Angebot brauchen, das habe ich Ihnen in dem folgenden Beitrag ausführlich beschrieben. Dort finden Sie direkte Handlungsempfehlungen und verlinkte Dokumente zum kostenfreien Download. So bereiten Sie sich auf ein Beratungsgespräch zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Büroangestellte optimal vor.

Individuelle Beratung zu Berufsunfähigkeit und PKV – Vorbereitung auf Ihr Beratungsgespräch

23.
November '19

Alte Leipziger Berufsunfähigkeitsschutz: FairScore, neue Berufsgruppen, mehr Optionen und Bedingungsverbesserungen


Die Alte Leipziger Lebensversicherung, der Versicherer aus Oberursel bei Frankfurt, bietet seit Jahren ein sehr hochwertiges Produkt für den Schutz bei Berufsunfähigkeit an. Dieses wurde in den letzten Jahren mehrfach angepasst und verbessert und somit einerseits flexibler, andererseits leistungsstärker gemacht.

Einige Veränderungen in den letzten Jahren finden sich in folgenden Beiträgen:

Zum 01. Januar 2020 steht nun eine weitere Veränderung der Bedingungen für die Berufsunfähigkeitsversicherung an. Die neue Version der Bedingungen, die pm2300- 01.2020 kommt mit einigen Verbesserungen der Leistungen daher, welche wir uns hier genauer anschauen.

FairScore statt nur Berufsgruppe

Vorbei die Zeiten, in denen klar war welcher Beruf in welche Berufsgruppe gehört. Ob man die neuen Wege nun „dynamische Einstufung“ oder FairScore oder wie auch immer nennen mag, die Bewertungen werden individueller. Zukünftig führen eine Reihe von Faktoren zur Einstufung und damit zur Prämie. Im Wesentlichen spielen dabei folgende Kriterien und Bewertungen eine Rolle.

Zukünftig wird also, noch mehr als bisher, die individuelle Ausgestaltung der Tätigkeit eine Rolle spielen und damit über die Prämienhöhe der versicherten Rente entscheiden. Dabei werden nicht nur der einmal erlernte Beruf, sondern auch weiterführende Qualifikationen im Laufe des Berufslebens und auch die Aufteilung der Tätigkeit in handwerklich, Reisetätigkeit und mehr eine Rolle spielen.

Die Alte Leipziger hinterlegt in FairScore zukünftig mehr als 4.500 Berufe, dazu kommen weitere Differenzierungen in 191 Ingenieure, über 100 Unterscheidungen bei Ärzten und über 56 Varianten bei Lehrern. Damit wir – wie bereits gesagt – die Einstufung noch viel mehr vom genauen Berufsbild und der Ausgestaltung abhängig werden.

Aktuell gibt es in den Tarifen 7 Berufsgruppen. Angefangen von 1++ über 1+ und 1, dann weiter mit 2+, 2, 3+ und 3. Zukünftig werden diese weiter aufgefächert und auf zehn Gruppen verteilt. Diese bekommen dann die folgenden Bezeichnungen.

Schüler – in 24 statt 11 Gruppen

Auch für Schüler wird es umfangreicher in der Auswahl. Schon heute gibt es eine Reihe Versicherer, welche hier differenziert prüfen und nach Schulform und Klassenstufe prüfen und unterscheiden. Das hängt unter anderem mit der Tatsache der möglichen, zukünftigen Berufswahl der Schüler einer Schulform zusammen. Heute gibt es (inkl. Berufsschule) bei der alten Leipziger elf Gruppen in die Schüler einzuordnen sind.

Zukünftig wird dieses auf 24 unterschiedliche Gruppen ausgedehnt und auch hier die Prämie weit auseinander gehen. Da zeigt sich auch hier wieder, wie wichtig ein frühzeitiger Abschluss und damit die richtige Grundlage ist.

Raucherstatus ist zukünftig Tarifkriterium

Im Vergleich zur bisherigen Tarifkalkulation spielt zukünftig auch der Raucher-/ Nichtraucherstatus eine Rolle. Dabei gilt eine einfache Regel. Änderungen sind nicht anzeigepflichtig. Wer also heute nicht raucht, damit aber zukünftig anfängt, der muss es nicht melden und wird auch nicht bestraft.

Ebenso gibt es aber keine Verbesserung. Wer also jetzt als Raucher eingestuft wird und zukünftig dieses Laster los wird, der wird auch dann nicht besser gestellt. Auch eine Anzeige mit schriftlicher Bestätigung nützt gier nichts. Es ist nur über einen neuen Vertrag mit einer komplett neuen Risikoprüfung möglich, den Status wieder los zu werden. Das ist kein so schlechter weg, denn nur so lässt sich Missbrauch einer solchen Klausel eindämmen und damit das Kollektiv schützen.

Der Nichtraucher erhält einen Rabatt auf die Prämie in der Berufsunfähigkeitsversicherung und zahlt damit zukünftig weniger Beiträge.

Verbesserungen der Bedingungen für die Berufsunfähigkeit

Wie immer bei Veränderungen und Verbessrungen von Leistungen sind diese nicht in jedem Fall für alle interessant.

Infektionsschutzklausel

Eine der Änderungen, welche meist nur bestimmte Personengruppen betrifft, ist die so genannte Infektionsklausel. Wer also aufgrund einer behördlichen Anordnung nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann (zum Beispiel bei einer Hepatitis Erkrankung), der muss erstmal nicht zwingend berufsunfähig sein. Für einen solchen Fall gab es schon bisher für Ärzte, Zahnärzte und bestimmte Berufe eine zusätzliche Klausel. Der Abschnitt „Infektionsgefahr“ findet sich in den neuen Bedingungen auf Seite 8 ff. wieder und ist nun weiter gefasst. Eine Leistung aus dem BU Vertrag erfolgt auch (denn die versicherte Person gilt als berufsunfähig), wenn:

  • – sie/er für andere eine Infektionsgefahr darstellt

  • – es gibt ein Tätigkeitsverbot nach Bundesinfektionsschutzgesetz oder Rechtsvorschrift

  • – mind. für 6 Monate und mind. 50% der Tätigkeit betroffen

Bei Medizinern und auch med. Personal wie Krankenschwestern, Zahnarzthelferinnen und dergleichen geht es noch etwas weiter. Hier reicht allein das Tätigkeitsverbot, welches sich auf die Behandlung von Patienten bezieht.

Leistungen wie die Sofortzahlung bei Krebs oder auch die Arbeitsunfähigkeitsleistungen gibt es weiterhin, diese sind in den oben genannten, älteren Artikeln verlinkt.

Neue Möglichkeiten der Vertragserweiterung und -veränderung

Auch bisher bot die Alte Leipziger den Versicherten eine Ausbaugarantie. So kann in bestehenden Verträgen innerhalb der ersten fünf Jahre der Schutz nochmals und ohne neue Risikoprüfung erweitert werden und bietet somit eine Option zur Verbesserung. Diese Möglichkeiten werden mit den neuen Bedingungen etwas angepasst und erweitert. Auch zukünftig wird hier zwischen der Ausbau- und der Nachversicherungsgarantie unterschieden. Bei beiden (mehr …)

04.
Dezember '18

Alte Leipziger mit verbesserten Bedingungen in der Berufsunfähigkeit (großteils auch für Bestandskunden)


Die Alte Leipziger ist als einer der besten Bedingungswerke in der Berufsunfähigkeitsversicherung bekannt und ist für viele Versicherte ein richtiger Partner. Gerade als Anbieter einer selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung (BV10) und auch als Zusatzbaustein zu Lebens-/ Renten- und Rürup Versicherungen ist die BUZ ein weit verbreiteter Tarif. Auch wenn teilweise Kunden mit einer privaten Krankenversicherung trotzdem bei ihrem Krankenversicherer mit einem KT-BU Übergang besser bedient sein können, ist die Alte Leipziger BU ein leistungsstarker Tarif am Markt, welcher nun noch weiter verbessert wird.

Welche Verbesserungen erwarten die Kunden?

Durch die neuen Änderungen an dem Bedingungswerk verbessern sich die Regelungen in den folgenden Bereichen:

  • – Einführung einer Sofortleistung bei Krebs (nur Neukunden)

  • – Verbesserung der Nachversicherung nach Abschluss des Studiums/ der Berufsausbildung

  • – Wiederinkraftsetzen der BU nach Beitragsfreistellung

  • – Anpassung des Begriffs der Pflegebedürftigkeit gem. SGB V

  • – Verzicht auf die Prüfung der Umorganisation bei Betrieben mit weniger als 5 Mitarbeitern

Im Detail sehen die Regelungen dann wie folgt aus:

*** Hinweis: Alle Regelungen (außer der Krebsleistung) gelten auch für den Bestand.

1.) Einführung einer Sofortleistung bei Krebs

Vollkommen neu und ab dem Januar 2019 für Neu- und Bestandskunden verfügbar ist eine Sonderleistung bei Krebserkrankungen. Dazu wurde in die Bedingungen ein neuer Passus eingefügt, welcher sich nun im Paragraphen 9 findet. (Seite 9)

(1) Wenn der Versicherte an Krebs erkrankt, genügt es, wenn Sie einen vereinfachten Nachweis nach Absatz 6 erbringen. In diesem Fall leisten wir für einen Zeitraum von bis zu 15 Monaten. Die Leistungen entsprechen denen, die Sie für den Fall der Berufsunfähigkeit vereinbart haben (siehe § 7 Absatz 1).

Voraussetzung hierfür ist: Der Vertrag besteht mindestens sechs Monate. Diese Voraussetzung gilt auch für Erhöhungen mit Ausnahme von Erhöhungen aus einer Dynamik.

Um eine solche Leistung, welche für maximal 15 Monate bezahlt wird und in der Höhe der versicherten BU Rente entspricht, zu bekommen, muss der Versicherte ein entsprechendes Facharztattest vorlegen und folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • – Chemo- oder Strahlentherapie hat begonnen oder steht unmittelbar bevor
  • – Eine OP von Krebs führt zu lebenslangen Medikamenteneinnahmen (Anm. wie z.Bsp. auch nach Transplantationen), oder es besteht ein Grad der Behinderung oder eine dauerhafte Einschränkung der Berufsfähigkeit liegt vor
  • – der Vertrag besteht bereits seit 6 Monaten

Die Beantragung der Leistung ist nur mit einem onkologischen Bericht des Facharztes mit den, in §9 Abs. 6 genannten Angaben möglich. Die Leistungsentscheidung erfolgt nach max. 5 Tagen nach Vorlage der Unterlagen.

Leistungen aufgrund von Berufs- oder Arbeitsunfähigkeit werden wie bisher beantragt und folgen nach den 15 Monaten der Krebsleistung.

Mit diesem Leistungsbaustein geht die Alte Leipziger einen Schritt in Richtung schnellerer Leistung und stellt bereits wenige Tage nach der Diagnose und/ oder OP bzw. dem Beginn der Chemotherapie eine Leistung in Höhe der BU Rente zur Verfügung.

Die Leistungen werden auch dann für 15 Monate erbracht, wenn sich der Zustand des Versicherten bessert.

Entgegen der Leistung bei Arbeitsunfähigkeit (hier nachzulesen: Alte Leipziger AU Leistungen) folgt diese nicht erst nach Monaten, sondern unmittelbar nach der Diagnose/ OP.

2.) Verbesserung der Nachversicherung nach Abschluss des Studiums/ der Berufsausbildung

Bisher war eine Nachversicherung nach Ende der Ausbildung oder des Studiums bereits möglich, jedoch auf einen Betrag von 500 EUR Monatsrente beschränkt. Gemäß der Neuregelung im §25 der AVB entfällt diese Grenze bei dem erfolgreichen Abschluss des Studiums oder der Berufsausbildung und die Regegelungen lauten wie folgt: (Seite 21)

Sie können eine Nachversicherung innerhalb von sechs Monaten nach Eintritt eines der folgenden Ereignisse beantragen: Der Versicherte […]

nimmt eine berufliche Tätigkeit auf. Dies gilt dann, wenn er zuvor eine Berufsausbildung oder ein Studium erfolgreich abgeschlossen hat. Die neue jährliche Rente bei Berufsunfähigkeit darf 6.000 EUR übersteigen, wenn Sie ein Gehalt in entsprechender Höhe nachweisen. Voraussetzung hierfür ist, dass der Versicherte eine berufliche Tätigkeit ausübt, die seiner Ausbildung entspricht. Auch dann darf die gesamte jährliche Rente aus allen bei uns bestehenden Versicherungen höchstens 30.000 EUR betragen. Dazu zählt auch die neu versicherte Rente. Erhöhungen aus der [→] Dynamik zählen nicht dazu.

Entgegen der bisherigen Rente ist nunmehr eine Anpassung an das reale Gehalt des Versicherten möglich und somit zum Beispiel von 1.000 EUR auch eine Anpassung auf maximal 2.500 EUR Monatsrente nach Ausbildungsende möglich. Einzige Voraussetzung ist hier ein entsprechendes Gehalt.

3.) Wiederinkraftsetzen der BU nach Beitragsfreistellung

Wer seine Berufsunfähigkeitsversicherung aus finanziellen Gründen beenden musste, der kann einen neuen Vertrag bekommen und das ohne eine neue Gesundheitsprüfung absolvieren zu müssen. Die neuen Regelungen finden sich ebenfalls auf Seite 20 der neuen AVB.

(3) Sie können nach einem Beitrags-Stopp einen neuen Vertrag abschließen, um den ursprünglichen Schutz bei Berufsunfähigkeit wieder herzustellen. Für den neuen Vertrag verzichten wir darauf, das Risiko erneut zu prüfen. Sie können eine selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Rentenversicherung mit BUZ abschließen.

Wichtig dabei sind die- doch recht engen Voraussetzungen. Ein Antrag muss maximal 6 Monate nach Beitragsstopp gestellt werden und der Versicherte darf noch nicht berufsunfähig oder (wenn AU Leistungen versichert waren/sollen) arbeitsunfähig sein.

Es gelten dann die Risikoeinstufungen des letzten (beitragsfreien) Vertrages.

Statt einer Beitragsfreistellung kann eine Stundung der Beiträge übrigens eine bessere Wahl sein, das aber nur als Anmerkung am Rande.

4.) Anpassung des Begriffs der Pflegebedürftigkeit gem. SGB V

Der Begriff der Pflegebedürftigkeit wurde dem Sozialgesetzbuch angepasst. Das ist eher eine „kosmetische“ Änderung, da in den alten Bedingungen noch die alte Definition verwendet wurde.

5.) Verzicht auf die Prüfung der Umorganisation bei Betrieben mit weniger als 5 Mitarbeitern

Die Regelung kennen wir schon von den Akademikern. Solche, die eine akademische Ausbildung haben und mind. 90% kaufmännisch und organisatorisch tätig sind, hatten auch schon bisher den Verzicht auf eine Umorganisation.

Neu ist diese Regelung aber für kleine Selbstständige mit weniger als 5 Mitarbeitern. Hier ist eine Umorganisation oft schwer, denn die Arbeiten des „Chefs“ lasen sich eben nicht so einfach weg-organisieren. Daher findet sich in §8 (3), Seite 8 nun folgende Regelung.

Wir verzichten darauf, die Umorganisation des Betriebs abstrakt zu prüfen, wenn bei Eintritt der Berufsunfähigkeit eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:

– Der Selbständige ist Akademiker und übt in seiner täglichen Arbeitszeit mindestens zu 90 % kaufmännische oder organisatorische Tätigkeiten aus. (alte Regel)

Der Selbständige beschäftigt in seinem Betrieb in den letzten zwei Jahren durchgehend weniger als fünf Mitarbeiter.

Auch diese Verbesserung ist für die Selbstständigen sicher positiv zu bewerten, denn zum einen geht es um die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl und zum anderen ist es damit für Selbstständige mit kleinen Betrieben einfacher nicht auf eine Umorganisation „geschoben zu werden“.

Für wen gelten die Änderungen?

Die Änderung gilt, laut Alte Leipziger, für alle Kunden. Dabei gibt es also keinen Unterschied zwischen Neukunden und solchen, die schon länger dort versichert sind.

Neue Bedingungen als pdf zum Download

Die neuen Bedingungen stelle ich Ihnen im Downloadbereich zur Verfügung.

–> Bedingungen ALTE LEIPZIGER BU, Stand 2019, pm2300_01-2019

Die entsprechenden Änderungen ersehen Sie am schnellsten anhand der farblichen Markierungen.

Ebenfalls hat die Alte Leipziger die Schüler BU verändert (großteils verbessert). Genauere Details finden Sie in einem der nächsten Blogbeiträge.

23.
März '15

Alte Leipziger mit neuem Pflegerentenprodukt AL vita – auch mit vereinfachter Risikoprüfung


Das Thema Pflegezusatzversicherung ist und wird immer wichtiger. Die Leistungen der gesetzlichen und auch privaten Pflegepflichtversicherung sind keinesfalls ausreichend und Kinder haften zudem für ihre Eltern. (–> Link)

Um die Lücken auszugleichen ist neben eines Pflegetagegeldes auch die Pflegerentenversicherung eine Variante der Absicherung. (–> Mehr Infos zu Pflegepflicht vs. Pflegetagegeld)

Bereits im letzten Jahr hat die Hallesche Krankenversicherung, ebenfalls aus dem Konzern der Alten Leipziger, ihr neues Pflegetagegeldprodukt OLGAflex vorgestellt und nun folgt im gleichen Konzern die Pflegerente. Die Alte Leipziger ergänzt damit die eigene Vorsorge bei Berufsunfähigkeit um den wichtigen Baustein des Pflege(renten)schutzes.

Das Produkt wird in zwei Varianten, mit und ohne Wartezeit angeboten, welches sich daher auch in den Gesundheitsfragen unterscheidet und für unterschiedliche Zielgruppen angeboten werden soll.

AlteLeipziger_ALvita_ÜbersichtWer sich für die Option mit der verkürzten Risikoprüfung entscheidet, dem stehen entweder 100% Leistung bei Pflegestufe III, oder die Abstufung 100% PT III und 50% PT II zur Verfügung. Dieses Modell wird gegen Einmalbeitrag angeboten und steht somit Kunden zur Verfügung, welche mit den Mitteln, z.Bsp. aus einer freiwerdenden Lebensversicherung die Pflegeversorgung sicher stellen möchten.

In der Variante mit monatlicher Zahlung kann zwischen drei Möglichkeiten gewählt werden. Neben einer reinen Leistung bei Pflegestufe 3 ist auch eine zusätzliche Zahlung bei Pflegestufe II (50%) oder II und I mit 75 und 25% versicherbar.

Pflegebedürftigkeit aufgrund einer mittelschweren oder schweren Demenz wird in die Pflegestufe II eingestuft. Bei leichten oder mäßigen Demenz werden keine Leistungen fällig.

(mehr …)

25.
November '14

Alte Leipziger verbessert die Berufsunfähigkeitsversicherung und leistet nun auch bei Arbeitsunfähigkeit und das früher als alle anderen


Die Alte Leipziger Lebensversicherung zählt seit Jahren zu den Versicherern mit einem hochwertigen Bedingungswerk, klaren Regelungen und einem guten Preis- Leistungsverhältnis. Aber auch Gutes kann man noch verbessern und so vollzieht die Alte Leipziger Lebensversicherung zum 01. 01. 2015 eine Reihe von Bedingungsverbesserungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung und führt neue Leistungen ein.

Damit Sie einen Überblick bekommen, schauen wir uns diese einzelnen Bausteine der Verbesserung einmal genauer an.

Verbesserungen bei Berufswechsel

In den bisherigen Bedingungen fand sich eine Regelung zum Wechsel des Berufs. Ein solcher Wechsel ist generell in der BU nicht anzeigepflichtig und auch der Wechsel in einen gefahrenträchtigen Beruf ist weiterhin mitversichert. Dennoch gab es Möglichkeiten auch den alten Beruf zu prüfen. Die Aussage war:

(4) Hat der Versicherte innerhalb der letzten zwölf Monate vor Eintritt der Berufsunfähigkeit den Beruf gewechselt, kann auch der davor ausgeübte Beruf bei der Prüfung der Berufsunfähigkeit herangezogen werden, wenn die für den Eintritt der Berufsunfähigkeit ursächlichen Gesundheitsstörungen bereits bei der Aufgabe des früheren Berufs dem Versicherten bekannt waren. Dadurch wird gewährleistet, dass eine Berufsunfähigkeit nicht absichtlich durch einen Berufswechsel herbeigeführt werden kann. Der frühere Beruf wird nicht berücksichtigt, wenn der Berufswechsel auf ärztliches Anraten oder wegen unfreiwilligem Wegfall der früheren Tätigkeit erfolgte. Leidensbedingte Berufswechsel sind von dieser Regelung nicht betroffen.

Diese Klausel hatte schon damals viele Verbesserungen und so waren leidensbedingte oder unfreiwillige Berufswechsel auch bisher kein Hinderungsgrund für die Leistung. In den neuen Versicherungsbedingungen ab 01.01.2015 ist diese Formulierung nun komplett entfallen, eine Prüfung erfolgt somit auch dann nicht mehr, wenn der Wechsel des Berufes binnen 12 Monaten vor Eintritt des Leistungsfalls erfolgte.

Verbesserung der Infektionsklausel

Für Mediziner besonders wichtig, die Infektionsklausel. Bereits vor einiger Zeit wurde diese einmal angepasst (Blogbeitrag Infektionsklausel, KLICK!) und lautete dann:

Bei Human- und Zahnmedizinern sowie bei Studenten der Human- und Zahnmedizin liegt vollständige Berufsunfähigkeit auch dann vor, wenn eine Rechtsvorschrift oder eine behördliche Anordnung dem Versicherten verbietet, wegen einer Infektionsgefahr Patienten zu behandeln (vollständiges Tätigkeitsverbot), und sich dieses vollständige Tätigkeitsverbot auf einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten erstreckt. Zum Nachweis des Vorliegens eines vollständigen Tätigkeitsverbots ist uns die Verfügung im Original oder amtlich beglaubigt vorzulegen. Liegt ein solches Verbot nicht vor, wird die Ansteckungsgefahr nach objektiven Kriterien und dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft beurteilt. Im Zweifel würde dazu ein Gutachten eines renommierten Hygienikers eingeholt.

Mit Wirkung zum 01.01.2015 gilt diese Klausel für weitere Personen.

(2) Bei bestimmten Berufen liegt Berufsunfähigkeit auch vor, wenn eine Rechtsvorschrift/behördliche Anordnung dem Versicherten vollständig verbietet, wegen einer Infektionsgefahr Patienten zu behandeln. Dieses Tätigkeitsverbot muss mindestens für einen Zeitraum von sechs Monaten gelten. Diese Regelung gilt für Versicherte, die einen der folgenden Berufe ausüben:

– Human- oder Zahnmediziner

– Student der Human- oder Zahnmedizin

medizinisch behandelnder bzw. pflegerischer Beruf mit Patientenkontakt.

Dazu zählen beispielsweise Krankenschwestern/-pfleger, Altenpfleger/-innen, Hebammen/Entbindungspfleger und Arzthelfer/-innen.

Der Versicherte muss uns durch Vorlage der Verfügung im Original oder amtlich beglaubigt das Tätigkeitsverbot nachweisen. Liegt bei den in den ersten beiden Spiegelstrichen genannten Berufen eine solche Verfügung nicht vor, gilt ersatzweise: Die Ansteckungsgefahr kann nach objektiven Kriterien und dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft beurteilt werden. Im Zweifel holen wir dazu ein Gutachten eines renommierten Hygienikers ein.

Damit sind auch die Berufe eingeschlossen, welche keine Ärzte oder Studenten sind und dennoch Patientenkontakt haben, dort nicht mehr arbeiten dürfen und daher aufgrund der Infektion eingeschränkt sind.

Umorganisation bei Selbstständigen

Während die Umorganisation, also die Umgestaltung des eigenen Arbeitsplatzes zur Vermeidung einer Berufsunfähigkeit, bei Angestellten schon lange kein Thema zur Leistungsbeschränkung mehr war, galt bei Selbstständigen bisher folgende Regelung:

Berufsunfähigkeit liegt ferner nicht vor, wenn der Versicherte in zumutbarer Weise als Selbständiger nach betrieblich sinnvoller Umorganisation ohne erheblichen Kapitaleinsatz innerhalb seines Betriebs noch eine Tätigkeit ausüben könnte, die seiner Stellung als Betriebsinhaber angemessen ist. In den beiden zuvor genannten Fällen ist es darüber hinaus nicht zumutbar, dass die Tätigkeit zu Lasten der Gesundheit geht oder dass das jährliche Bruttoeinkommen (bei Selbständigen der Gewinn vor Steuern) 20 % oder mehr unter dem Bruttoeinkommen im zuletzt ausgeübten Beruf vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung liegt. Sollte der Bundesgerichtshof einen geringeren Prozentsatz als nicht zumutbare Einkommensminderung festlegen, ist dieser auch für uns maßgeblich. Im begründeten Einzelfall kann aber auch bereits heute eine unter 20 % liegende Einkommensminderung unzumutbar in diesem Sinn sein.

Wer also „ohne erheblichen Kapitaleinsatz“ die eigene Firma umbauen konnte und dabei nicht mehr als 20% des Bruttoeinkommens verlor, dem Stand eine entsprechende Leistung nicht zu- er konnte ja weiter arbeiten. Neu in der Fassung ab 2015 heisst es dagegen nun:

Berufsunfähigkeit liegt ferner nicht vor, wenn der Versicherte in zumutbarer Weise als Selbständiger nach betrieblich sinnvoller Umorganisation ohne erheblichen Kapitaleinsatz innerhalb seines Betriebs noch eine Tätigkeit ausüben könnte, die seiner Stellung als Betriebsinhaber angemessen
ist (Umorganisation). Auf die abstrakte Prüfung einer Umorganisationsmöglichkeit verzichten wir bei Selbständigen, die

– eine akademische Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und
– im Rahmen ihrer Berufsausübung mindestens zu 90 % der täglichen Arbeitszeit kaufmännische oder organisatorische Tätigkeiten ausüben.

Bei der konkreten Verweisung und bei der Umorganisation ist es nicht zumutbar, dass die Tätigkeit zu Lasten der Gesundheit geht oder dass das jährliche Bruttoeinkommen (bei Selbständigen der Gewinn vor Steuern) 20 % oder mehr unter dem Bruttoeinkommen im zuletzt ausgeübten Beruf vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung liegt. Sollte der Bundesgerichtshof einen geringeren Prozentsatz als nicht zumutbare Einkommensminderung festlegen, ist dieser auch für uns maßgeblich. Im begründeten Einzelfall kann aber auch bereits heute eine unter 20 % liegende Einkommensminderung unzumutbar in diesem Sinn sein.

Für Betriebsinhaber, Geschäftsführer (wenn diese denn selbstständig sind) ändert sich somit die Regelung bei der Umorganisation. Dieser Zustand kann (so zumindest meine Auffassung) auch über die Zeit hinweg eintreten. Wer also zu Beginn der Firmengründung noch selbst mitarbeitet, später dann aber nur noch organisatorische und kaufmännische Tätigkeiten ausübt, der fällt auch unter diese Regelung. (Hierzu läuft bereits eine Anfrage an die Gesellschaft, mit Bitte um Klarstellung)

Stundung und Rückzahlung über 48 Monate

Aus den bisher geltenden 24 Monaten zur Rückzahlung, werden nun 48. Der Versicherungsnehmer hat das vertraglich garantierte Recht, die Beiträge seiner BU Versicherung für maximal 24 Monate zu stunden. Nach Ablauf dieser Zeit kann die Rückzahlung nun in bis zu 48 Monatsraten erfolgen.

(5) Sie haben die Möglichkeit, eine Stundung oder Teilstundung der Beiträge gegen Zahlung von Stundungszinsen für maximal 24 Monate zu verlangen. Hierfür ist eine schriftliche Vereinbarung mit uns erforderlich. Voraussetzung für eine Stundung oder Teilstundung ist, dass die Beiträge für die ersten zwölf Versicherungsmonate vollständig gezahlt wurden. Die Stundung ist zinslos, wenn Sie uns anhand eines Bescheids oder Leistungsnachweises eines gesetzlichen Sozialversicherungsträgers oder Versorgungswerks nachweisen, dass Sie

arbeitslos sind,

– sich in der gesetzlichen Elternzeit befinden,

– erwerbsgemindert oder pflegebedürftig sind.

Wenn die genannten Anlässe enden, müssen Sie uns dies anzeigen. Eine weitere Stundung ist wieder zinspflichtig. Die Nachzahlung der gestundeten Beiträge und ggf. nicht gezahlter Stundungszinsen erfolgt in einem Betrag am Ende des vereinbarten Stundungszeitraums. Sie haben aber auch die Möglichkeit, innerhalb eines Zeitraums von 48 Monaten die gestundeten Beiträge zuzüglich Zinsen in gleichen jährlichen, halbjährlichen, vierteljährlichen oder monatlichen Raten zu entrichten. Die Rückzahlungsrate muss mindestens 25 EUR betragen.

Damit wird etwas mehr Flexibilität geschaffen und der Versicherungsschutz bleibt auch bei Arbeitslosigkeit erhalten. Wer also beispielsweise einen monatlichen Beitrag von 100 EUR zahlt, diesen 24 Monate aufgrund von Arbeitslosigkeit stunden lässt, der zahlt in max. 4 Jahren nach der Stundung den normalen Beitrag von 100 EUR und Rückzahlungsraten von zusätzlich mind. 50 EUR, erhält sich aber während der kompletten Zeit seinen vollen Versicherungsschutz.

Verbesserte Ausbaugarantie (KLICK!) für Jugendliche

Bisher konnten Versicherungsnehmer den Schutz binnen der ersten fünf Jahre nach Vertragsschluss im Rahmen der so genannten Ausbaugarantie verbessern. Diese funktionierte wie folgt:

Innerhalb von fünf Jahren nach Vertragsbeginn kann die versicherte Berufsunfähigkeitsrente ohne erneute Risikoprüfung durch den Abschluss einer selbständigen Berufsunfähigkeitsversicherung oder einer Rentenversicherung mit Berufsunfähigkeitszusatzversicherung erweitert werden. Haben Sie eine Rentenversicherung mit Berufsunfähigkeitszusatzversicherung gewählt, ist eine erneute Risikoprüfung nur erforderlich, sofern der jährliche Hauptversicherungsbeitrag für die innerhalb der letzten fünf Jahre im Rahmen der Nachversicherungs- und Ausbaugarantie abgeschlossenen Verträge die Summe von 12.000 EUR übersteigt. Die Ausbaugarantie für den Berufsunfähigkeitsschutz besteht nur, wenn

– das Alter des Versicherten zum Zeitpunkt der Ausübung der Ausbaugarantie nicht höher als 35 Jahre ist,

– eine ggf. eingeschlossene neue Jahresrente mindestens 600 EUR bzw. bei Abschluss einer selbständigen Berufsunfähigkeitsversicherung mindestens 1.800 EUR beträgt,

– die gesamte Jahresrente aus allen bei uns bestehenden Versicherungen (einschl. der neu abgeschlossenen Berufsunfähigkeitsrente) nicht mehr als 30.000 EUR beträgt,

– eine angemessene Relation zum Einkommen nicht überschritten wird (d.h. die gesamte Jahresrente einschließlich der neu abgeschlossenen Berufsunfähigkeitsrente und einschließlich anderweitig bestehender Berufsunfähigkeitsanwartschaften darf 70 % des letzten jährlichen Bruttoeinkommens des Versicherten bzw. bei Selbständigen 70 % des durchschnittlichen Gewinns vor Steuern der letzten drei Jahre nicht übersteigen) und keine Berufsunfähigkeit des Versicherten vorliegt.

Wer also den Schutz verbessern möchte, der hatte dazu fünf Jahre Zeit. Dieses wurde nun für bestimmte Personengruppen verbessert. Dazu enthalten die Bedingungen nun folgenden, zusätzlichen Teil:

Ist das Alter des Versicherten bei Vertragsbeginn unter 15 Jahren, besteht die Ausbaugarantie bis zum Alter 20.

Die Alte Leipziger ist eine der wenigen Gesellschaften, welche den Abschluss einer Berufs-/ Schulunfähigkeitspolice bereits mit dem 10. Lebensjahr zulässt. Daher ist diese besonders für Schüler zur Sicherung des Gesundheitszustandes interessant. Diese müssen nun aber nicht mehr in 5 Jahren den Vertrag „ausbauen“, sondern haben hierzu ab sofort bis zum 20. Lebensjahr Zeit. Eine klare Verbesserung und gut für Schüler und Studenten.

Nachversicherungsgarantie (KLICK!) auch bei akademischer Weiterbildung

Die Nachversicherungsgarantie ist eine Möglichkeit, den Schutz bei bestimmten Ereignissen zu verbessern. Diese greift jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen und nur bis zu einer Jahresrente von max. 30.000 EUR, daher gilt diese nur für die Versicherten, welche mit kleineren Renten als 2.500 EUR monatlich beginnen. ABER:

Gerade bei Studenten, Ärzten und auch sonstigen Akademikern welche eine Weiterbildung planen und noch weniger als 2.500 EUR Monatsrente versichert haben, kommt nun ein neuer Grund hinzu. Bei dem folgenden Ereignis kann die BU nun nach den Vorgaben der Nachversicherung ohne Risikoprüfung erhöht werden.

Abschluss einer akademischen Weiterqualifizierung (beispielsweise Facharztausbildung, Bachelor, Master, Staatsexamen); dies gilt für Akademiker, die eine ihrer Ausbildung entsprechende berufliche Tätigkeit ausüben

Das Ziel ist klar. Auch den Berufsgruppen, welche heute aus finanziellen Gründen vielleicht noch nicht die gewünschte Rente abschließen können, einen langfristigen Schutz zu ermöglichen.

Kein Verzicht mehr auf §163 VVG, Beitragsanpassung

Der § 163 des Versicherungsvertragsgesetzes regelt die Möglichkeit, bei ungeplanten Ereignissen dem Versicherer durch eine Anpassung die Möglichkeit zu geben, seine Beiträge anzupassen. Dazu heisst es im Gesetz:

(1) Der Versicherer ist zu einer Neufestsetzung der vereinbarten Prämie berechtigt, wenn

1. sich der Leistungsbedarf nicht nur vorübergehend und nicht voraussehbar gegenüber den Rechnungsgrundlagen der vereinbarten Prämie geändert hat,

2. die nach den berichtigten Rechnungsgrundlagen neu festgesetzte Prämie angemessen und erforderlich ist, um die dauernde Erfüllbarkeit der Versicherungsleistung zu gewährleisten, und

3. ein unabhängiger Treuhänder die Rechnungsgrundlagen und die Voraussetzungen der Nummern 1 und 2 überprüft und bestätigt hat.
Eine Neufestsetzung der Prämie ist insoweit ausgeschlossen, als die Versicherungsleistungen zum Zeitpunkt der Erst- oder Neukalkulation unzureichend kalkuliert waren und ein ordentlicher und gewissenhafter Aktuar dies insbesondere anhand der zu diesem Zeitpunkt verfügbaren statistischen Kalkulationsgrundlagen hätte erkennen müssen.

(2) Der Versicherungsnehmer kann verlangen, dass an Stelle einer Erhöhung der Prämie nach Absatz 1 die Versicherungsleistung entsprechend herabgesetzt wird. Bei einer prämienfreien Versicherung ist der Versicherer unter den Voraussetzungen des Absatzes 1 zur Herabsetzung der Versicherungsleistung berechtigt.

(3) Die Neufestsetzung der Prämie und die Herabsetzung der Versicherungsleistung werden zu Beginn des zweiten Monats wirksam, der auf die Mitteilung der Neufestsetzung oder der Herabsetzung und der hierfür maßgeblichen Gründe an den Versicherungsnehmer folgt.

(4) Die Mitwirkung des Treuhänders nach Absatz 1 Satz 1 Nr. 3 entfällt, wenn die Neufestsetzung oder die Herabsetzung der Versicherungsleistung der Genehmigung der Aufsichtsbehörde bedarf.

Die Alte Leipziger hat bisher auf die Anwendung dieses Paragraphen verzichtet. Hierüber gibt es im Markt unterschiedliche Auffassungen. Während einige hier die Notwenigkeit sehen, dem Versicherer eine stabile Leistungsfähigkeit zu ermöglichen, sehen andere hier eine Hintertür zur Prämienanpassung. Schon heute ist es nur noch bei wenigen Unternehmen so, dass diese auf die Anwendung verzichten, die Alte Leipziger tut dieses weiterhin in der BUZ (der Zusatzversicherung zu einer Renten- oder Lebensversicherung), nicht aber in der selbstständigen BU.

NEU!!  Leitungen auch bei Arbeitsunfähigkeit

Die Condor hat es schon immer, der Volkswohl-Bund in 2014 eingeführt, nun folgt auch die Alte Leipziger mit einer- für meine Auffassung wichtigen- Leistungsverbesserung. Neben der Leistung bei Berufsunfähigkeit und der dort oftmals recht langwierigen Prüfung der Voraussetzungen, führt der Versicherer OPTIONAL (gegen eine Mehrprämie) eine Leistung bei Arbeitsunfähigkeit ein.

AL_AU_Leistung

Anders als die Condor, aber vergleichbar mit dem Volkswohl-Bund, kann der Versicherte nun bei Abschluss wählen, ob er diese Leistungserweiterung haben möchte oder darauf verzichtet. Ein Einschluss führt zu einer Erhöhung der Bruttoprämie von etwa 3-4%.

Wie genau funktioniert die Leistung bei AU?

Dazu findet sich in den neuen Bedingungen eine Regelung. Diese lautet:

(1) Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit sind neben den versicherten Leistungen wegen Berufsunfähigkeit (siehe § 1) eine weitere Möglichkeit, aus diesem Vertrag Leistungen wegen einer gesundheitlichen Einschränkung zu erhalten. Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit können nicht gleichzeitig bezogen werden.

(2) Wird der Versicherte während der Dauer dieses Vertrags arbeitsunfähig im Sinne von Absatz 3, erbringen wir folgende Leistungen für die in den Absätzen 4 bis 6 genannte Dauer:

a) volle Befreiung von der Beitragszahlungspflicht (Beitragsbefreiung)

b) Zahlung einer Rente in Höhe der vereinbarten Berufsunfähigkeitsrente

c) Garantierte Rentensteigerung im Leistungsfall

Haben Sie eine garantierte Rentenersteigung im Leistungsfall (siehe § 1 Absatz 1 Buchstabe c) vereinbart, gilt dies entsprechend für die wegen Arbeitsunfähigkeit fällig werdende Rente. Haben Sie die Zahlung einer einmaligen Leistung (siehe § 1 Absatz 1 Buchstabe d) mitversichert, zahlen wir diese nur bei erstmaligen Eintritt einer Berufsunfähigkeit, nicht bei Arbeitsunfähigkeit.

Für die Inanspruchnahme dieser Leistung ist zunächst zu prüfen, was genau mit Arbeitsunfähigkeit gemeint ist. Hier geht die Alte Leipziger über die Condor hinaus. Es reicht nämlich hier aus, mindestens 4 Monate AU zu sein und vorr. auch bis zum 6. Monat keine Verbesserung zu erfahren. Es muss jedoch- anders als bei der Condor- von einem Facharzt bestätigt sein.

(3) Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bedingungen liegt vor, wenn

– zum Zeitpunkt der Antragstellung die ärztlich bescheinigte Arbeitsunfähigkeit bereits mindestens vier Monate ununterbrochen bestanden

hat und

– anschließend ein Facharzt bescheinigt, dass der Versicherte voraussichtlich ununterbrochen bis zum Ende eines insgesamt sechsmonatigen Zeitraums arbeitsunfähig sein wird.

Hat die Arbeitsunfähigkeit bereits sechs Monate ununterbrochen bestanden, genügt es, wenn eine der Krankmeldungen durch einen Facharzt bescheinigt worden ist.

Die ärztlichen Bescheinigungen für die Arbeitsunfähigkeit müssen der Form entsprechen, wie sie in

– § 5 Entgeltfortzahlungsgesetz („AU-Bescheinigung“) oder

– den Vorschriften für die Geltendmachung von Krankentagegeld bei den privaten Krankenversicherungen vorgesehen sind.

Arbeitsversuche im Rahmen einer stufenweisen Wiedereingliederung gemäß § 74 SGB V stellen keine Unterbrechung der Arbeitsunfähigkeit dar.

Anders als bei einigen anderen Unternehmen, können Leistungen wegen der Arbeitsunfähigkeit bis zu 24 Monaten bekommen werden, solange die AU nachgewiesen wird.

(4) Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit erbringen wir, solange

– der Versicherte ununterbrochen arbeitsunfähig im Sinne dieser Bedingungen ist,

– die vereinbarte Leistungsdauer dieser Versicherung nicht abgelaufen ist,

– wir keine Leistungen wegen Berufsunfähigkeit erbringen und

– der Versicherte lebt.

(5) Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit erbringen wir für maximal 24 Monate. Zeiträume, für die bereits Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit erbracht wurden, werden auf diesen maximalen 24-monatigen Leistungszeitraum angerechnet.

Stellt sich aber später heraus das rückwirkend eine Leistungspflicht wegen Berufsunfähigkeit besteht oder bestand, so werden diese Zeiten nicht auf die 24 Monate angerechnet.

Wenn Berufsunfähigkeit vorliegt, werden die Leistungen wegen Berufsunfähigkeit mit den in diesem Zeitraum bereits vorher erbrachten Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit verrechnet. Bitte beachten Sie: Auf den maximalen 24-monatigen Leistungszeitraum wegen Arbeitsunfähigkeit werden dann diese Zeiträume, für die ursprünglich Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit erbracht wurden, nicht angerechnet. Bei einer erneuten Arbeitsunfähigkeit können deshalb für diese Zeiträume erneut Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit in Anspruch genommen werden.

Gilt das auch für meinen bestehenden Vertrag?

Nein, die Bedingungen gelten nur für das Neugeschäft. Wer bereits einen Schutz bei der Alten Leipziger hat, der kann diesen im Rahmen eines neuen Antrages und damit vorhandener Gesundheitsprüfung, umwandeln. Ebenso wäre zu prüfen, ob bestehende Ausbaugarantien (binnen 5 Jahre nach Vertragsschluss) greifen und genutzt werden können.

Andere Unternehmen mit Arbeitsunfähigkeitsleistungen in der BU

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Neue Bedingungen zum Download

Die neuen Bedingungen (gültig für Versicherungsbeginn ab 01.01.2015 können Sie unter dem Punkt Versicherungsbedingungen im Downloadbereich gern laden. Hier auch der Direkte Link:

Alte Leipziger Lebensversicherung, Allgemeine Versicherungsbedingungen BU, Tarif BV10, Stand 1-2015, Druck Nr. pm 2300