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22.
August '20

Continentale KV: Sie suchen sich Hilfe, aber mit dem Spezialisten reden wir nicht


Man kann nicht alles können, warum auch, es gibt ja Spezialisten.

Stellen Sie sich vor, Sie haben Kopfschmerzen und überlegen was sie dagegen tun können. Natürlich können Sie Doktor Google befragen, Sie können auch im Internet lesen woher ihre Kopfschmerzen kommen können und sich dann in der eigenen Therapie versuchen. Das mag bis zu einem gewissen Grad problemlos funktionieren, doch sobald es tiefergehende Probleme betrifft, ist eine professionelle Unterstützung hilfreich. Auch einen Schadensersatzanspruch nach einem Autounfall machen Sie ja nicht „einfach mal schnell selbst geltend“, sie suchen sich einen Anwalt, einen Gutachter, um ihre Ansprüche zu untermauern.

Schon mein Opa hat früher gesagt: tue das was du kannst und wovon du etwas verstehst, bei allen anderen Themen frage einen der es kann.

Tarifwechsel in der privaten Krankenversicherung und die sonderbaren Continentale / Mannheimer Ansichten

Nun gibt es viele Menschen, welche bereits in der privaten Krankenversicherung versichert sind. Nach einigen Jahren stellt man sich irgendwann durchaus berechtigt die Frage: „Ist der Versicherungsschutz noch passend, oder gibt es vielleicht etwas Besseres?“

Dabei geht es gerade nicht um den Wechsel zu einem anderen Versicherer, sondern es geht um einen gesetzlich garantierten Tarifwechsel Anspruch, geregelt in den Paragraphen 204 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG).

Kunde beauftragt (s)einen Spezialisten via Vollmacht

Nun passierte in der letzten Woche bei einem Interessenten folgendes: Er suchte sich Hilfe für eine Tarifwechselberatung in der privaten Krankenversicherung. Aus alten Zeiten war dieser Kunde noch bei der Mannheimer versichert, die heute zur Continentale Krankenversicherung gehört. Nicht nur in die alten Tarife der Mannheimer Krankenversicherung kann dieser Kunde nach seinem gesetzlichen Recht wechseln, auch die aktuellen Tarife der Continentale sind hier durch aus eine Option. Ob dieses aber sinnvoll ist und falls ja welche Tarife und Kombinationen sinnvoll sind, das gilt es herauszufinden.

Aus dem Grunde erteilte uns der Kunde einen Maklerauftrag. Zur Erklärung, der Maklerauftrag enthält den Wunsch der Betreuung durch mich, weiterhin eine entsprechende Makler Vollmacht, um mich gegenüber dem Versicherer als berechtigt zu legitimieren. Es wäre auch durchaus fatal, würde der Versicherer jedem der „daher gelaufen käme“ Informationen zu einem bestehenden Vertrag geben. Aus diesem Grunde gibt es also einen bestehenden Maklervertrag und eine Vollmacht. Da ich aber ausschließlich in der Beratung zur privaten Krankenversicherung und biometrischen Risiken tätig bin, daher meinen Kunden auch gar nicht in zum Beispiel Sachversicherungen oder Geldanlage beraten kann und möchte, ist meine Vollmacht und auch der Maklerauftrag auf die private Krankenversicherung begrenzt.

Also habe ich, wie von dem Versicherten gewünscht, den Versicherer kontaktiert. In dieser Kontaktaufnahme habe ich nicht nur die bestehende Vollmacht mitgeschickt, sondern den Versicherer auch darüber informiert, welche Tarife für eine mögliche Tarifumstellung berechnet werden sollen.

Daraufhin erhielt ich folgendes Schreiben:

Ganz vereinfacht möchte mir der Versicherer damit sagen:

„Was interessiert es uns, was unser Kunde will!“

Nur zum besseren Verständnis. Wir sprechen über ein Vertragsverhältnis zwischen einem Versicherten und (s)einem Krankenversicherer. Daraufhin erteilt der Kunde einem Spezialisten eine Vollmacht für ihn Informationen zu einem speziellen Vertrag (dem einzigen bei dem Unternehmen übrigens), seiner Krankenversicherung einzuholen.

Die Mitarbeiterin des Krankenversicherers hat sich sogar die Mühe gemacht, ein Urteil des Bundesgerichtshofs zum Thema begrenzte Vollmachten auszugraben. Leider scheint man hier das Urteil nicht vollständig gelesen zu haben. Es geht eben hier nicht um eine begrenzte Vollmacht für bestimmte Tätigkeiten oder gar nur eine Bevollmächtigung für Teile des Vertrages, sondern es geht um einen Maklerauftrag für genau diesen gesamten Vertrag.

„Du wirst betreut von wem WIR wollen!“

Dass der Kunde bewusst eine Entscheidung getroffen hat, warum er eben von einem Spezialisten betreut werden möchte und nicht von dem bisherigen Außendienst, das interessiert die Continentale Krankenversicherung hier leider überhaupt nicht. Im zweiten Teil des Schreibens teilt man mit, der betreuende Vertriebspartner des Versicherers bekommt nun die Informationen.

Auch Datenschutz und den Wunsch die Betreuung selbst bestimmen zu wollen, scheint die Continentale hier nicht wirklich zu interessieren. Ich finde es ziemlich erschreckend, eine Anforderung von Tarifwechsel Unterlagen (welche bewusst über einen neutralen Dritten erfolgt ist) nun über interne Vertriebswege an den Kunden zusenden.

Das Urteil können sie sich hier einmal genauer ansehen und lesen sie dabei gern einmal genauer die Begründung des Urteils. In der Begründung heißt es:

aa) Der Versicherungsnehmer hat auch bei bereits bestehenden Versicherungsverträgen grundsätzlich ein berechtigtes Interesse daran, seine Angelegenheiten gegenüber dem Versicherer durch einen Vertreter – das kann auch ein Versicherungsmakler sein – wahrnehmen zu lassen. Die Entscheidung seines Vertragspartners, die mit den Versicherungsangelegenheiten zusammenhängenden Arbeiten an einen Vertreter zu delegieren, muss der Versicherer grundsätzlich respektieren. Aus diesem sich als Nebenpflicht aus dem Versicherungsvertrag ergebenden Anspruch folgt zugleich die Verpflichtung des Versicherers, die Bevollmächtigung des Dritten zu beachten und dem Wunsch des Versicherungsnehmers entsprechend mit dem Vertreter im Rahmen bestehender Versicherungsverträge zu korrespondieren.

cc) Ein Anspruch des Versicherungsnehmers auf Korrespondenz mit und Auskunftserteilung gegenüber einem von ihm eingeschalteten Vertreter besteht lediglich dann nicht, wenn sich dies für den Versicherer im Einzelfall als unzumutbar darstellt.

(1) Entgegen der Auffassung des Beklagten folgt eine Unzumutbarkeit allerdings nicht bereits aus seinem Vertriebssystem.

(3) Unzumutbar kann die Korrespondenzpflicht mit einem vom Versicherungsnehmer eingeschalteten Vertreter auch sein, wenn dies für den Versicherer mit einem unzumutbaren Mehraufwand verbunden ist. Das ist allerdings noch nicht der Fall, wenn der Versicherer generell die Korrespondenz mit einem Vertreter führen soll. Ein unzumutbarer Mehraufwand kann aber entstehen, wenn der Versicherungsnehmer seinem Vertreter keine umfassende, sondern lediglich eine begrenzte Vollmacht erteilt hat.

In unserem Beispiel meint die Continentale Krankenversicherung also einen Mehraufwand dadurch zu haben, dass der Kunde mich als Makler beauftragt hat ihn gegenüber dem Versicherer zu vertreten. Die Krankenversicherung, die nur einen Vertrag mit dem Kunden unterhält und der Maklerauftrag, der auf den Bereich Krankenversicherung begrenzt ist, stellt nach Auskunft der Continentale eine unzumutbare Begrenzung und einen höheren Aufwand dar.

Vielleicht kommen wir ja damit durch, denkt die Continentale

Natürlich kann es einen Mehraufwand bedeuten, wenn der Kunde bei einem Unternehmen zig unterschiedliche Verträge hat und eine Vollmacht sich nur auf einen, oder gar einen Teil eines Vertrages bezieht. Das ist hier aber nicht der Fall. Es handelt sich vielmehr um eine standardmäßige Ablehnung, weil man vermutlich einfach keine Lust hat mit einem kompetenten Gegenüber über eine Tarifwechseloption zu diskutieren und sich vermutlich davon verspricht, der Kunde wird es dann wohl lassen.

Es zeigt leider wieder einmal einen Grund, warum der Ruf der Versicherer nicht unbedingt der Beste ist. Sucht der Kunde sich professionelle Unterstützung und Hilfe und will hier „auf Augenhöhe“ die Tarifwechseloptionen besprechen und sucht sich Unterstützung, dann wird gemauert was das Zeug hält.

Gerade für die Altkunden der Mannheimer Krankenversicherung (die heute zur Continentalen gehört) ist es sinnvoll, sich hier über Tarifoptionen zu informieren. Grund sind hier nicht nur die beschränkten Tarifwerke in den alten Verträgen, sondern auch neue Möglichkeiten nach dem Zusammenschluss der Unternehmen.

Liebe Continentale Krankenversicherung – Fairness ist keine Einbahnstraße

Auch wenn man mit solchen Spielchen und Taktiken vielleicht den einen oder anderen Tarifwechsel verhindern kann, und damit vielleicht noch den einen oder anderen Euro mehr Beitrag einnimmt, zu einem Vertrauensverhältnis führen solche Spielchen nicht.

Ich möchte auch keineswegs damit gesagt haben, dass der eigene Außendienst eine solche Tarifwechselberatung nicht durchführen könnte, aber ein Vertreter einer Gesellschaft steht nun einmal im Lager des Versicherers. Das ist auch nicht per se schlecht, aber es ist einfach so. Der Vertreter vertritt die (Interessen) der Gesellschaft. Sucht sich der Versicherte anderweitig Unterstützung, so erwarte ich von einem Vertragspartner dass er diesen Wunsch akzeptiert.

Natürlich verstehe ich auch Versicherer, denn leider wird auch auf Beraterseite bei einigen schwarzen Schafen viel Schaden angerichtet. Da werden Tarifwechsel nur für den eigenen Geldbeutel des Beraters organisiert, und Schaden manchmal mehr als sie nützen.Das ändert aber alles nichts an der Tatsache, das Versicherer eine Vollmacht eben nicht einfach ignorieren dürfen, wenn sie von Kundenseite so gewünscht ist.

Und mit dieser Art von Ablehnung Schreiben hat die Continentale bewiesen, dass sie sich nicht einmal ansatzweise mit der Vollmacht beschäftigt haben, sondern einfach pauschal Tarifwechsel plus Vollmacht = Ablehnung als Grundlage genommen haben.

Nach einigen Mails an den Vorstand und einige Mitarbeiter und etwas Nachhilfe in Sachen Vollmacht, hat auch die Conti den Fehler nun eingesehen. Über die Tarifvorschläge diskutieren wir noch, aber viellicht hilft etwas Nachhilfe auch da.

17.
August '17

Deutscher Ring Kranken und Signal Iduna Kranken verschmelzen – die Folgen für Versicherte


Es war abzusehen und angekündigt, denn schon vor einigen Jahren war bei den ersten Schritten klar „das wird irgendwann eins“. Versicherte des Deutscher Ring Krankenversicherung aG bekamen Post, plötzlich mit blauem Logo. Hauptsitz ist Dortmund statt Hamburg und so langsam wurde das rote Logo des Deutschen Rings kleiner, die Signal Iduna Farbe blau überwog.

Artikelhinweis: Aus Deutscher Ring wird Signal Iduna

Schon im letzten Jahr habe ich somit dieses Szenario beschrieben, auch wenn ich es sehr schade finde von der Gesamtentwicklung, schauen wir uns hier einmal die Folgen für die Versicherten an und beleuchten unter anderem einmal die Frage, ob Sie als versicherte Kunden etwas tun müssen, sollten, können oder dürfen. Doch das Ganze einmal der Reihe nach.

Gibt es den Deutschen Ring nicht mehr?

Nein, zumindest nicht als eigenständiges Unternehmen, denn dieser ist zusammen mit der Signal Krankenversicherung zusammengefasst. Im Handelsregister kann man sich das (kostenpflichtig) abrufen und ansehen. Hier stimmt meiner Meinung nach ein Datum nicht, aber dort heisst es:

SIGNAL IDUNA Krankenversicherung a.G.

Die Gesellschaft ist als übernehmender Rechtsträger nach Maßgabe des Verschmelzungsvertrages vom 29.08.2017 (sollte wohl 29.06.2017 heißen) sowie der Zustimmungsbeschlüsse ihrer Mitgliedervertreterversammlung vom 28.06.2017 und der Mitgliedervertreterversammlung des übertragenden Rechtsträgers vom 29.06.2017 mit dem Deutscher Ring Krankenversicherungsverein a.G. mit Sitz in Hamburg (Amtsgericht Hamburg, HRB 4673) durch Aufnahme verschmolzen.

Die weiteren Details finden sich in dem, ebenfalls zum Download zur Verfügung stehenden Verschmelzungsvertrag, dort heißt es dann:

Auszug aus dem Verschmelzungsvertrag

Die Verschmelzung funktioniert im Innenverhältnis rückwirkend zum 01. 01. 2017.

Das Unternehmen ist damit vom Markt verschwunden, die Marke „Deutscher Ring“ soll aber erhalten bleiben. Daher werden Kunden auch weiterhin Post vom „Deutschen Ring“ bekommen, wenn auch nicht mehr dem „Deutscher Ring Krankenversicherungsverein aG“, sondern der Signal Kranken.

 

Was ändert sich für Kunden?

Generell bleiben natürlich die Verträge, Tarife, Tarifbedingungen und auch die Beiträge unverändert bestehen. Die vertraglichen Verpflichtungen werden durch so eine Verschmelzung nicht berührt. Alle Leistungen die Sie einmal bei Vertragsabschluss versichert haben und hatten, haben Sie auch heute noch.

Auch die neuen Ansprechpartner hat der Deutsche Ring seinen Kunden bereits vor Monaten mitgeteilt und diese ändern sich nicht. Leistungen erhalten Sie dann zukünftig von der Signal Kranken, welche die Rechte und Pflichten vollumfänglich übernommen hat.

Hat diese Verschmelzung Vorteile?

Nun, für einige Kunden kann es durchaus einen Vorteil geben. Bereits vor einem Jahr hatte ich über den so genannten Tarifwechsel nach §204 des VVG geschrieben, also der gesetzlichen, vertraglichen Garantie des Versicherers einen Tarifwechsel in so genannten „gleichartigen“ Versicherungsschutz zu ermöglichen.

Bisher konnten die Kunden des Deutschen Rings im Rahmen des Tarifwechsels in die Tarife des DR wechseln. Im Wesentlichen standen damit die beiden Tarife ESPRIT und COMFORT+ mit Ihren unterschiedlichen Tarif- und SB Stufen zur Verfügung. Das ändert sich nun etwas, denn mit der Verschmelzung sprechen wir über ein gemeinsames, einzelnes Unternehmen.

Auch die Signal Versicherungen haben und hatten eigene Tarife und die Kunden konnten sich im Rahmen des Tarifwechsels innerhalb diesen Tarifen bewegen. Klar spielen hier Mehrleistungen, Zuschläge für Mehrleistungen oder ein so genannter Mehrleistungsverzicht eine Rolle, aber nun ist es möglich auch Kunden aus einem (ehemaligen) Signal Tarif den Tarifwechsel in die ehemaligen Tarife des Dt. Rings zu ermöglichen, ebenso in die andere Richtung.

Ob ein solcher Tarifwechsel für Sie in Frage kommt, sinnvoll ist und welche Tarife oder Tarifmodelle in Frage kommen, dass ist nur in einer individuellen Beratung zu klären.

10.
April '14

Der Unsinn stirbt nicht aus- wie aus „PKV für 59 EUR!“ jetzt „sparen Sie 40% ohne Wechsel der Gesellschaft“ wurde


Es ist nicht verwunderlich, dennoch macht es das Leben für die seriös arbeitenden Vermittler nicht wirklich einfacher und fördert keineswegs den (teilweise berechtigt) schlechten Ruf der gesamten Branche. Gemeint sind Werbeanzeigen, Pop-up Fenster und sinnlose Werbemails von zweifelhaften Anbietern.

Waren es in den letzten Jahren noch Versprechungen wie „59 EUR für die Private Krankenversicherung“ und wurde mit solchem Unsinn nicht nur der falsche Ansatz gesetzt, sondern auch völlig „verkehrte“ Zielgruppen in die Private Krankenversicherung geschickt, so sind es heute genau diese Menschen, denen skrupellose Vermittler ein zweites Mal Geld abnehmen wollen.

Eine private Krankenversicherung muss man sich leisten können und wollen, schrieb ich schon vor Jahren und meine das nach wie vor so. Es gibt eine große Gruppe von Menschen die in die Private Krankenversicherung könnten, es aber definitiv nicht sollten.

PKV- Zielgruppen

Nun ist es natürlich nicht so, das für jede Person aus jeder Gruppe identische Voraussetzungen gelten und nicht auch ein Existenzgründer der „richtige Kandidat“ für die PKV sein kann, aber für viele ist es daher keine Option. Gerade wenn sich der Gründer die „Beiträge in der GKV nicht leisten kann“, dann ist es die falsche Option in die Private Krankenversicherung (PKV) zu gehen. Hier sind die Kostenrisiken, Eigenbeteiligungen und die Entwicklung dann nicht nur unüberschaubar, sondern bergen auch große Risiken.

Deckelung der Courtagen, Weniger Neugeschäft?!

Der Gesetzgeber hat diesen „Alle müssen in die PKV“-Vertrieben das Leben schwerer gemacht und durch Begrenzung der Vergütung in der PKV, über längere Stornohaftungszeiten (mehr …)

31.
Januar '13

Die „Prämien-Drücker“ … über den Sinn und Unsinn von Beitragsoptimierungen in der Privaten Krankenversicherung (PKV)


Die private Krankenversicherung hat teilweise einen durchaus nicht ganz so guten Ruf. Das kommt unter anderem auch daher, dass Versicherer neue Tarife auflegen und die bisher in den alten Tarifen versicherten Kunden nicht so ohne weiteres in die neuen Tarife wechseln können. Zumindest suggerieren einige Unternehmen genau dieses, denn „eigentlich“ gibt es dafür bereits heute gesetzliche Regelungen. Der Paragraph 204 VVG (Versicherungsvertragsgesetz) regelt einen solchen Tarifwechsel innerhalb eines Unternehmens verbindlich.

Warum wird der Wechsel dann so kompliziert?

Das Problem liegt teilweise im System selbst. Die Berater und Makler, welche einen solchen Tarif vermittelt haben werden für den Abschluss eines solchen Vertrages mit einer Provision oder Courtage honoriert. Diese Courtage dient natürlich auch dazu, die weitere Betreuung des Vertrages zu übernehmen, wenn auch das Verhältnis zwischen einmaliger Abschlussvergütung und laufender Betreuungsvergütung nicht ob die mal ist. Aus diesem Grunde haben „Verkäufer“ nicht unbedingt ein vorrangiges Interesse für so eine Beratung eines Wechsels.

Kann der Kunde einen solchen Wechsel allein?

Grundsätzlich kann natürlich jeder privat krankenversicherter Kunde seinen Versicherer anschreiben und ihn um ein Umstellungsangebot nach Paragraph 204 VVG bitten, dieses sollte er (manchmal erst nach einigen Erinnerungen) auch bekommen, denn dieses Recht steht dem Kunden eindeutig zu. Dennoch ist es sehr schwierig für den Endkunden zu beurteilen, ob denn das vom Versicherer gemachte Angebot überhaupt sinnvoll ist und ob es nicht vielleicht andere (bessere) Tarifmöglichkeiten gibt, die der Versicherer so nicht auf den ersten Blick offenbaren möchte.

Aus Versicherersicht ist das durchaus verständlich, wenn auch nicht zu tolerieren. Der Versicherer wird nach einem Tarifwechsel in einen neuen Tarif für eine vergleichbare Leistung weniger Beitragseinnahmen erhalten. Aus diesem Grund sträuben sich einige Unternehmen dagegen und versuchen einen solchen Wechsel mit teilweise abstrusen Risikozuschlägen zu verhindern. Die wenigsten Kunden wissen jedoch, dass man die so genannten Mehrleistungen (also versicherte Leistungen die im neuen Tarif besser sind als bisher) auch ausschließen kann, und daher keinen entsprechenden Risikozuschlag zahlen muss. Das gerade ist der Reiz an dem Tarifwechsel recht welches gesetzlich vorgeschrieben ist.

Der neue (lukrative) Geschäftszweig?

Dieses Problem haben auch einige (teilweise nicht ganz so seriöse) „Tarifwechselberater“ erkannt. Neben einigen großen Anbietern am Markt finden sich auch kleine und weniger seriöse Anbieter. Versprochen wird fast immer das gleiche. Bei gleichen Leistungen wird dem Kunden suggeriert erspare Jahr für Jahr einige hundert- oder gar tausende Euro allein dadurch, dass ihm der Berater zu einem Tarifwechsel verhilft. Diese Beratung wird, wie eingangs geschrieben, durch die Versicherer nicht bezahlt. Daher berechnen die Berater ein Honorar,

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27.
Januar '12

Risikozuschläge bei Tarifwechsel innerhalb der eigenen Privaten Krankenversicherung (PKV)


Bei meinem Lesen der Beiträge auf  frag-einen-anwalt, staunte ich nicht schlecht. Am besten der Nutzer hätte hier seine 55 EUR sinnvoller investiert, denn die Antwort ist falsch, zumindest unvollständig. Leider kann das der Fragende nicht wissen, deswegen hofft er ja auf kompetente Antwort. Doch im Einzelnen:

Ein Nutzer hat ein Problem beim Wechsel innerhalb seiner privaten Krankenversicherung. Dazu stellt er folgende Frage:

Auszug aus frag-einen-anwalt.de (c)

Dabei ergeben sich zwei grundsätzliche Probleme. Der Versicherer des Kunden möchte nach dem Tarifwechsel zunächst einen Zuschlag für drei Erkrankungen. Zwei dieser Erkrankungen lassen sich mit Befundberichten widerlegen, eine bleibt jedoch. Dennoch möchte der Versicherer den Zuschlag hier nicht reduzieren.
(mehr …)