Archiv für die Kategorie ‘BAP’

29.
November '19

Beitragserhöhung bekommen? Egal ob Signal, Axa, DKV, Allianz oder andere, hier Hinweise und Tipps was zu tun ist und was besser nicht


Es ist Ende November. Wie jedes Jahr verschicken einige Krankenversicherungen derzeit die Schreiben zur Beitragsanpassung und – neu in diesem Jahr – alle die Anpassungen in der Pflegeversicherung. Damit ist auch die Zeit gekommen, in der Anfragen über mein kostenloses LiveChat Angebot noch stärker ansteigen und immer mehr Fragende sich auf der Suche nach einem Tipp an mich wenden.

Damit dieses Angebot auch weiterhin (zeitlich und personell) realisierbar bleibt, nutze ich diesen Beitrag, um häufige Fragen zu bündeln und direkt zu beantworten. Daher haben Sie bitte Verständnis, dass Sie ggf. auch im LiveChat hier her geleitet wurden und Ihre Frage hier ausführlicher beantwortet ist.

  1. Warum passt mein Versicherer die Beiträge an?
  2. Sollte ich nun kündigen, um zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln?
  3. Müssen alle versicherten Personen wechseln?
  4. Wie lange habe ich das Recht zur Kündigung?
  5. Soll ich schon einmal vorsorglich kündigen?
  6. Kann ich meine Kinder allein woanders versichern?
  7. Was passiert mit meinen Rückstellungen?
  8. Ist ein Altersentlasungsbaustein (Beitragsentlastung) sinnvoll?
  9. Bekomme ich meine Beitragsrückerstattung auch dann, wenn ich zum 01. Januar wechseln würde?
  10. Wenn schon wechseln, dann mit Anwartschaft – ein Jahr jünger in die PKV!

1.) Warum passt mein Versicherer die Beiträge an?

Die Beitragsanpassung in der privaten Krankenversicherung hat verschiedene Gründe und oft auch solche, die einige von Ihnen eher als „das sagen die eh nur um einen Grund zu suchen“ sehen. Im Wesentlichen bedarf eine Krankenversicherung immer dann einer Anpassung, wenn die Gefahr besteht seine Leistungen, ohne eine solche Anpassung nicht mehr dauerhaft erfüllen zu können.

Dabei spielen Gründe wie die längere Lebenserwartung, die gestiegenen Arzt-/ Gesundheitskosten und auch (entscheidend) die andauernd niedrigen Zinsen eine Rolle. Zu den Gründen und der Zusammensetzung einer Anpassung finden Sie unter dem Punkt PKV/Beitragsanpassung hier auf der Webseite einige detailliertere Informationen.

Doch gerade den Punkt „niedrige Zinsen“ möchte ich hier noch einmal etwas genauer aufgreifen. Die Central hatte das neulich in einem Brief in Zahlen, ich habe mich für ein Diagramm entschieden.

In der privaten Krankenversicherung werden Teile des monatlichen Beitrages zurückgelegt und verzinst, um hiermit die Kosten im Alter zu finanzieren. Nehmen wir also an, die Lebenserwartung ändert sich nicht und auch die Kosten nicht, sondern nur die Zinsen.

Wir legen also 100 € monatlich an und erhalten – bei 3,5% Zinsen – nach 30 Jahren 63.541 €.

Nun sinken die Zinsen am Kapitalmarkt um 1%, also erhalten wir nur noch 53.536 €. Blöd, denn wir brauchen ja die 63.000 €, um unsere Gesundheitskosten zu finanzieren, denn nur weil es weniger Zinsen gibt, wird ja der Kapitalbedarf nicht geringer.

Also müssen wir mehr Geld zur Seite legen, um den gleichen Endbetrag zu haben. In unserem Fall benötigen wir genau 118,69 €, um nach 30 Jahren mit 2,5% genau den Endbetrag zu haben, den wir mit 100 € bei 3,5% erhalten haben.

Übertragen auf die PKV bedeutet das: Wir müssen den monatlichen Beitrag/ die Rücklage um 18% erhöhen, damit am Ende alles bleibt wie es ist.Das ist nun eine sehr vereinfachte Darstellung und natürlich abhängig vom Alter, der Restlaufzeit, bereits angesparten Rückstellungen und vielen Faktoren mehr. Aber es zeigt – hoffe ich – Ihnen sehr verständlich und einfach warum der Versicherer hier reagieren muss.

2.) Sollte ich nun kündigen, um zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln?

Niemals, absolut niemals ist eine Beitragsanpassung allein ein Grund den privaten Krankenversicherungsvertrag zu kündigen. Es kann ein Anlass sein sich mit dem Umfang des Schutzes, der Tarifwelt des Versicherers oder dem eigenen Leistungsanspruch zu beschäftigen.

Allein aufgrund einer Anpassung sollten Sie aber nicht kündigen. In anderen Artikeln habe ich aber bereits weitere Details geliefert und diese auch, getrennt nach Gesellschaften. So finden Sie hier zum Beispiel etwas zu Lesen.

Einige Anbieter glauben nun, mit einem (befristeten) Bonus kann man Kunden halten, welche sonst gegangen wären. So falsch es ist einfach zu kündigen, so gefährlich und unlogisch ist auch ein solcher Bonus.

Was Sie aber nun dennoch tun können und sollten, das finden Sie in den Empfehlungen am Ende des Artikels. Doch nun weiter mit anderen Fragen.

3.) Müssen alle versicherten Personen wechseln?

Nehmen wir an Sie haben schon gekündigt oder wollen (nicht allein aus Gründen der BAP) wechseln. Häufig kommt die Frage auf, was mit mitversicherten Personen passiert und ob alle oder keiner wechseln können. Gerade bei mitversicherten Kindern, Ehepartnern kann es durchaus vorkommen, dass einer nicht mehr so gesund und in der Lage ist zu wechseln.

Auch wenn es hier manchmal haarsträubende Aussagen im Netz gibt, Sie können die Kündigung allein entscheiden und sich auch selbst für jede Person entscheiden. Möchten Sie also die Kinder bei dem alten Unternehmen lassen und selbst einen anderweitigen Schutz nutzen, so geht das Problemlos. Achten Sie nur bei der Kündigung darauf, nur die gewünschten Personen zu kündigen.

Auch Versicherer, welche sonst Kinder gar nicht allein versichern würden, können das Kind nicht einfach „vor die Tür setzen“ oder darauf bestehen dieses auch wechseln zu lassen.

Im Übrigen gibt es auch nur für die Kunden ein Sonderkündigungsrecht, deren Beiträge angepasst werden. Ist das bei einzelnen Personen nicht so, so kann auch diese nicht kündigen. Einige Ausnahmen machen Unternehmen bei Kindern. Wechselt ein Elternteil aufgrund einer Anpassung, KANNN (aus Kulanz) der Versicherer das Kind auch mit wechseln lassen, muss es aber nicht.

4.) Wie lange habe ich das Recht zur Kündigung?

Die Regelungen zur Kündigung nach einer Beitragsanpassung finden sich in den gesetzlichen Grundlagen. Schauen wir daher einmal in den §205 VVG.

(4) Erhöht der Versicherer auf Grund einer Anpassungsklausel die Prämie oder vermindert er die Leistung, kann der Versicherungsnehmer hinsichtlich der betroffenen versicherten Person innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Änderungsmitteilung mit Wirkung für den Zeitpunkt kündigen, zu dem die Prämienerhöhung oder die Leistungsminderung wirksam werden soll.

Weitere Informationen zu einer Kündigung der PKV auch im Artikel:

Wer also jetzt erst seine Beitragsanpassung bekam oder bekommt, der hat noch alle Zeit der Welt.

5.) Soll ich schon einmal vorsorglich kündigen?

Nein, das sollten Sie nicht. Hierbei ist es zwar durchaus möglich, dass bei fehlendem Nachweis der Folgeversicherung eine solche Kündigung dann unwirksam wird und Sie bei dem Versicherer bleiben müssen, das gilt aber nicht für alle Bestandteile des Tarifes und daher ist hier Vorsicht geboten.

6.) Kann ich meine Kinder allein woanders versichern?

Ja. Genau wie schon bei Frage 3 angesprochen, können auch die Kinder allein versichert werden. Aufpassen sollten hier Angestellte nur auf einen Punkt. Der Arbeitnehmer, welcher den Zuschuss vom Arbeitgeber auch für die Familienangehörigen in der PKV haben möchte, der muss auch Versicherungsnehmer sein. Es muss eben nicht der gleiche Versicherer sein, aber der VN muss immer der Arbeitnehmer sein.

Es geht also nicht, dass die Mutter einen Antrag für die Kinder stellt und hier VN wird und der Vater bei seinem Arbeitgeber dann den Zuschuss für die Kinder bekommt. Der Versicherer stellt die Bescheinigung nach 257 SGBV nur für den aus, der auch Inhaber des Vertrages ist.

7.) Was passiert mit meinen Rückstellungen?

Auch diese Frage ist leider pauschal nicht zu beantworten. Dazu sind eine Reihe weiterer Informationen nötig, da es über die Jahre ganz unterschiedliche Verträge gab. Daher ist es wichtig zu wissen WANN der Vertrag abgeschlossen wurde und ob ggf. hier Änderungen vorgenommen wurden.

Erst kürzlich abgeschlossene Verträge in der Privaten Krankenversicherung besitzen sogenannte portierbare Rückstellungen. Also können die angesammelten Alterungsrückstellungen zu einem neuen Unternehmen mitgenommen werden. Das gilt auch und insbesondere für Gesetzlichen Zuschlag und andere Komponenten. Dennoch ist immer das neue Gesundheitsrisiko und Eintrittsalter zu beachten.

Bei alten Verträgen hingegen kann es durchaus sein, dass diese Rückstellungen nicht mitzunehmen sind und daher dann beim Versicherer verbleiben.

8.) Ist ein Altersentlasungsbaustein (Beitragsentlastung) sinnvoll?

Bei jeder Anpassung kommt es zur gleichen Überlegung. Soll ich privat oder innerhalb der Krankenversicherung noch eine zusätzliche Sicherheit einbauen und einen so genannten Altersentlastungstarif abschließen?

Auch hier gibt es keineswegs ein generelles JA oder NEIN. Es ist immer von der Situation abhängig. Dafür sprechen mehr Sicherheit im Alter, die Anrechenbarkeit bei der Steuer und ggf. ein Arbeitgeberzuschuss. Dagegen die schwierige „Mitnahme“ solcher Gelder, die Weiterzahlung im Alter und einiges mehr.

9.) Bekomme ich meine Beitragsrückerstattung auch dann, wenn ich zum 01. Januar wechseln würde?

Eine der häufigsten Fragen. Es geht um die Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit im Jahr 2019. Wer nun wechselt und damit zum 01. Januar den Versicherer verlassen möchte, der verzichtet auch auf die Auszahlung der Beitragsrückerstattung.

Diese ist zwar generell kein Kriterium bei der Auswahl des Versicherers und sollte es auch nie sein, aber man muss eben wissen was hier passiert. Die Versicherer haben in den Bedingungen eine Regelung, welche einen ungekündigten und bezahlten Vertrag an einem Stichtag voraussetzt. Das ist oft im Juni oder Juli und somit können Sie nicht zum Januar kündigen.

Jetzt zu glauben „dann mache ich das nächstes Jahr“ ist aber genauso unsinnig, denn diese Regelung gilt dann für das Folgejahr natürlich auch wieder.

10.) Wenn schon wechseln, dann mit Anwartschaft – ein Jahr jünger in die PKV

Kommen Sie nun aber nach den (folgenden) Kriterien zu dem Ergebnis, der Tarif und auch der Versicherer passen nicht mehr zu Ihnen und Sie „wollen da weg“, dann überlegen Sie bitte zumindest das Thema Anwartschaft. Mit einer solchen können Sie auch zum 1. Januar noch mit dem Eintrittsalter 2019 in die neue Gesellschaft wechseln. Dieses erfordert einen Beitrag für den Monat Dezember, der rechnet sich aber sehr schnell. Alle weiteren Informationen hierzu und Hinweise was es zu beachten gibt, habe ich in meinem Beitrag zusammengefasst.

Mindestens genauso wichtig ist aber, Ruhe zu bewahren und sich nicht hetzen oder gar von Beratern unter Druck setzen zu lassen. Mehr dazu und warum das schlecht und schlimm ist, finden Sie hier:

Beitragsanpassung in Ihrem Tarif – Fakten – Infos und was Sie tun können und sollten

Wichtig ist zunächst

RUHE BEWAHREN

– NICHTS ÜBERSTÜTZEN –

SICH NICHT HETZEN LASSEN

Jeder, egal ob Berater, Bekannte, Freunde und Kollegen, die Sie zu etwas überreden oder zu einem schnellen Entschluss drängen wollen, die setzten Sie am besten (zumindest bei diesem Thema) gedanklich vor die Tür. Es bringt einfach nichts.

Übrigens, Freunde und Bekannte sind – auch wenn diese zufrieden sind bei ihrem Versicherer – kein guter Ratgeber. Warum lesen Sie im HIER IM Beitrag.

Bevor Sie sich einen Berater suchen, oder mich gern um Rat fragen, benötigen wir und auch jeder andere Berater einige erste Informationen.

  • Wo sind Sie versichert?
  • Wie alt sind Sie?
  • Seit wann sind Sie versichert?
  • Wie genau heißt Ihr Tarif?
  • Was wurde genau erhöht?
  • Was genau stört Sie an dem Tarif?
  • Warum denken Sie über einen Wechsel nach?

Wenn Sie den nun folgenden Link nutzen, können Sie Ihre Antworten einfach direkt in der Mail dahinter schreiben. Die Erstinformation und Datenschutzerklärung finden Sie hier zum Download.

ALLE FRAGEN MIT EINEM KLICK HIER AUSFÜLLEN

Nachdem Sie anscheinend bis hierher nicht aufgegeben haben und immer noch dabei sind, hier noch einige Links mit weiteren Informationen und Hinweisen, insbesondere zu den Auswahlkriterien und dem generellen Prozess.

Weitere Informationen, Links und Videos mit Hilfestellungen zur Auswahl erhalten Sie bei Bedarf direkt per Mail.

26.
November '19

Signal Iduna – Beitragsanpassung zum Januar – wir kaufen uns unsere Kunden mit Geschenken zurück – Was Sie zum Treuebonus wissen müssen


Einige meiner Leser hier werden sich an den Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ erinnert fühlen. Jahr für Jahr dasselbe Spiel, nur die Methoden werden anders und immer schwerer wird ein seriöser Vergleich. Was ich meine sind Beitragsanpassungen in der privaten Krankenversicherung. Diese sind wichtig, richtig und notwendig. Weder einer noch ein anderer Versicherer kann sich Gründen wie

  • – einer höheren Lebenserwartung der Versicherten

  • – weniger Zinsen auf Kapitalanlagen

  • – steigende Kosten für bestimmte Therapien

entziehen und muss darauf reagieren. Schließlich erwarten Sie – ganz berechtigt – Leistungen Ihres Vertrages auch dann und gerade dann, wenn Sie schwerer krank sind.

Wer muss die Beitragsanpassung zahlen?

Nun, der Versicherungsnehmer und/ oder die versicherten Personen in einem Vertrag sind auch die, welche die Anpassung zu zahlen haben. Der Versicherer berechnet die Mehrkosten, die Kosten aufgrund höherer Zuführung zur Altersrückstellung und den Mehrkosten durch steigende Ausgaben. Ganz vereinfacht wird diese Batzen Kosten dann auf die Versicherten in den einzelnen Kollektiven umgelegt und führt dann zu einer Anpassung. Diese findet – natürlich – in Euro statt und kann je nach Alter und Zugehörigkeit ganz unterschiedlich hoch ausfallen.

Informationen zu Anpassungen in einigen Signal Tarifen 2020 finden Sie hier.

Kann ich eine solche Anpassung ablehnen?

Sie haben natürlich das Recht eine solche Anpassung und deren Richtigkeit überprüfen zu lassen. Das kann und muss ein entsprechender Sachverständiger tun und hier benötigt wer umfangreiche Unterlagen zur Kalkulation, zu den Hintergründen der Tarife und die Berechnung. Sind Sie also mit der Höhe nicht einverstanden oder glauben diese sei falsch, so sollten Sie Hilfe in Anspruch nehmen. Wichtig hierbei, es kann nur angepasst werden, wenn ein unabhängiger Treuhändler dieser Anpassung zugestimmt hat. Ob dieser „unabhängig genug“ war und wie diese Zustimmung aussah, ist erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Das war und ist noch Gegenstand von Gerichtsverfahren gegen die Axa Krankenversicherung. Das aber nur als allgemeine Information am Rande, denn um dieses Verfahren soll es hier gar nicht gehen. Vielmehr aber um ein Verfahren und eine Möglichkeit, welche letzten Jahr auch die Axa für sich entdeckt hat. Vorher aber noch die Antwort auf eine andere Frage.

Beteiligt sich der Arbeitgeber daran?

Ja, zumindest wenn Sie in einem Angestelltenverhältnis sind und der Arbeitgeberzuschuss noch nicht ausgeschöpft wurde. Dieser wird im Jahre 2020 auch erneut steigen und damit bekommen Sie auch im Jahr 2020 vielleicht sogar noch etwas mehr Zuschuss. Pauschal ist das nicht zu sagen, aber in Zahlen können Sie das sehr einfach prüfen. Zunächst brauchen wir folgende Informationen:

  • – Wie hoch war Ihr Beitrag zur Krankenversicherung in 2019?

  • – Wie hoch war der Beitrag (oder der Anteil im Gesamtbeitrag) zur Pflegepflichtversicherung 2019?

  • – Wie hoch soll Ihr Beitrag zur Krankenversicherung in 2020 sein? (ohne Treue-/ Super-bleiben-Sie-Bonus oder sonstigen Unsinn)

  • – Wie hoch soll der Anteil oder der Beitrag zur Pflegeversicherung 2020 sein?

Mit diesen Zahlen im Gepäck, lässt sich ein verbleibender Zuschuss recht einfach ausrechnen.

davon 50% max. AG Zuschuss

 

Beitrag KV 2019 351,66 €
Beitrag Pflege 2019 69,20 €
Beitrag KV 2020 367,97 €
Beitrag Pflege 2020  

71,48 €

In der Tabelle berechnen Sie dann 50% Ihres persönlichen PKV und Pflegebeitrages in 2019 und 2019 und davon genau die Hälfte. Diese Zahlen vergleichen Sie dann mit dem Höchstzuschuss des Arbeitgebers in 2019 und 2020 und wissen so schnell, ob noch „Luft“ ist oder ob Sie den AG Zuschuss bereits ausgeschöpft haben. Die genauen Zahlen und alle Daten zu den Werten und auch weitere Übersichten zum Download finden Sie im Beitrag „Sozialversicherungswerte 2020“.

Der Trick mit dem Treuebonus

Wer also seinen Zuschuss in der Privaten Krankenversicherung in seinem Vertrag noch nicht ganz ausgeschöpft hat, der zahlt eine anstehende Erhöhung nicht zu 100%, sondern teilt sich auch diese mit dem Arbeitgeber. Der übernimmt, im Rahmen seines Zuschusses, die halbe Beitragsanpassung. (mehr …)

16.
November '19

Beitragsanpassungen in der Pflegepflichtversicherung – es geht alles so und es wird weiter gehen (müssen)


In den nächsten Tagen bekommen Sie Post. Dabei ist es völlig egal bei welchem Unternehmen Sie krankenversichert sind, Sie haben immer auch eine private Pflegepflichtversicherung. Diese Beiträge für den Schutz sind gleich! Nur bis auf wenige Cent Beträge unterscheiden sich diese Beiträge bei den Gesellschaften und auch die Leistungen sind zu 100% identisch.

Warum steigen Beiträge in der Pflegepflichtversicherung an?

Das hat im Wesentlichen zwei Gründe. Einer der entscheidendsten Gründe ist durchaus positiv zu werten.

Grund 1: WIR LEBEN LÄNGER

Um zu verdeutlichen wie sich die Lebenserwartung eines gesunden Neugeborenen entwickelt hat, schauen wir uns deren Entwicklung in den letzten Jahren einmal genauer an. Das Statistische Bundesamt hat hierzu gerade vor einigen Wochen neue Zahlen veröffentlicht.

Die Grafik zeigt uns zwei unterschiedliche Faktoren, die aber recht deutlich. Auf der einen Seite ist die Lebenserwartung bei Geburt des Neugeborenen in den letzten Jahren stetig gestiegen. Wer in dem Jahr 1991 als Junge geboren wurde, hatte eine Lebenserwartung von 72,47 Jahren, bei Mädchen lag diese bei 79,01 Jahren. Im Jahr 2016 hingegen wurde ein Junge schon 78,48 Jahre alt (statistisch) und damit knapp 6 Jahre älter, Mädchen haben nunmehr vier Jahre mehr zu erwarten und werden statistisch 83,27 Jahre alt. Dazu noch der Hinweis:

Die aktuellen Sterbetafeln des Statistischen Bundesamtes sind sogenannte Periodensterbetafeln. Sie basieren auf Daten zu den Gestorbenen und der Bevölkerung nach Einzelaltersjahren im Betrachtungszeitraum. Es handelt sich hierbei um eine Momentaufnahme der Sterblichkeitsverhältnisse der gesamten Bevölkerung für den jeweiligen Zeitraum (aktuell die Jahre 2016 bis 2018). Eine Prognose der zukünftigen Entwicklung der Lebenserwartung ist demzufolge nicht eingeschlossen. Die Lebenserwartung bei Geburt gibt an, wie lange Neugeborene den aktuellen Überlebensverhältnissen entsprechend durchschnittlich leben würden. (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Der zweite Punkt den wir der Grafik aber auch entnehmen können, die Steigerung geht langsamer vorab. Während sich von 1991 bis 2006 die Männer über 4,4 Jahre mehr Lebenserwartung freuen konnten, waren es in den Jahren 2001 bis 2016 (also auch wieder 15 Jahre) nur noch 3,1 Jahre an Zuwachs.

Für die Versicherer bedeutet das aber auch, diese müssen einige Jahre mehr leisten. Gerade in der Pflegeversicherung beutet dieses, am Ende kommen „teure Jahre hinten dran“.

Grund 2: medizinische Versorgung und Pflege wird besser

Ein zweiter Grund der steigenden Kosten ist auch die Tatsache, dass Patienten länger, aufwändiger und damit besser gepflegt und versorgt werden können. Denken Sie einmal an Ihre Großeltern und Urgroßeltern zurück und überlegen sich, wie „fit“ diese mit 60, 70, 80 Jahren so waren. Nun schauen Sie sich die heutige Generation in dem Alter an.

Alt und gebrechlich passt gehört eben nicht mehr zwangsläufig zusammen

Auf der anderen Seite und so makaber das klingen mag, bei einigen Erkrankungen, gerade im Bereich der Herz- Kreislauferkrankungen, nach Schlaganfall oder Herzinfarkt verstarben Menschen früher und damit war nicht nur deren Leben, sondern auch eine Pflege zu Ende. Heute ist das- zum Glück- in vielen Fällen nicht mehr so. Auf der anderen Seite kommen so viele Kosten in der Altenpflege auf uns zu und diese sind durch die Pflegeversicherung abzufedern.

Ganz salopp und klar: Wer länger lebt, wird länger gepflegt.

Das Alter hat es nun einmal so ansich, dass Fähigkeiten und Leistung nachlassen und das viele Menschen am Ende Hilfe benötigen. Diese Kosten und Leistungen werden in der Pflegeversicherung erbracht und steigen dementsprechend.

Auch einen dritten und vierten Grund möchte ich Ihnen aber nicht vorenthalten. Zum einen hat der Gesetzgeber die Leistungen der Pflegeversicherung in den letzten Jahren deutlich verbessert und das Geld dafür muss auch irgendwo herkommen. Zum anderen haben (mehr …)

21.
Oktober '19

AXA Krankenversicherung mit Beitragsanpassungen im BESTAND zum 01.01.2020


Nachdem viele Gesellschaften zunächst die Zahlen für das Neugeschäft veröffentlicht haben, ist die AXA dieses Jahr sehr früh mit den Zahlen für den Bestand. Auch wenn die Informationen an die Kunden erst in einigen Wochen versandt werden, hier schon einmal Zahlen, Daten, Fakten zur Beitragsanpassung für Bestandskunden zum 01.01.2020 bei der Axa und auch bei der DBV als Untermarke der Axa.

Deutlich trifft es dieses Jahr einige Tarife und versicherte im EL Bonus. Nachdem die Anpassungen im VITAL Tarif die letzten Jahre sehr deutlich waren (Informationen dazu hier) folgt nun der nächste Streich. Interessant zudem hier der von der Axa selbst bereitgestellte Beitrasgverlauf. Dazu aber gleich mehr.

AXA Krankenversicherung – Beitragsanpassung 2020 im Bestand

Die Anpassungen werden in den Kundeninformationsschreiben ab dem 12. NOVEMBER 2019 verschickt. Auch erst ab diesem Zeitpunkt können Umstellungsangebote in andere Tarifstufen berechnet werden. Alle Zahlen und Daten stammen aus der, von der AXA selbst herausgegebenen Broschüre BAP 2020.

Welche Tarife werden angepasst

Final ist noch nicht alles veröffentlicht, klar sind aber Anpassungen in den folgenden Tarifen im BESTAND. Dennoch hier zunächst die bereits verfügbaren Informationen zur den Tarifen, welche angepasst werden.

EL BONUSXXXEL BONUSXXX

Tarif Kinder /
Jugendliche
Männer Frauen
EL BONUS X X X
EL BONUS U X X X
EL BONUS N X X X
EL Elementar X X X
EL Elementar N X X X
EL Elementar 400 X X X
EL Elementar 400 N X X X
ECO 1300 X X X
ECO 2600 X X X
ECO 4800 X
ECO 5200 X X
ECR 2600 X
ECR 5000 X
DBV 0140 X
DBV 0140A X
DBV 0141/18 X X
DBV 0141/20 X X X
DBV 0141A/18 X
DBV 0141A/20 X X
DBV 0142/20 X
DBV 0144/20 X X X
DBV 0144A/18 X X
BEA X X
Ärzte VA100-2 X X X
Ärzte PRAXMed X X X
Vision Med X X X
Vision Med A X X
Vision Med-N X X X
Vision Med NA X X
DBV Ärzte Tarif 110 X X X
DBV Ärzte Tarif 110A X X
DBV Ärzte Tarif 112 X
DBV Ärzte Tarif 112A X
DBV Ärzte Tarif 113 X
DBV Ärzte Tarif 113A X
DBV Ärzte Tarif 115 X X
DBV Ärzte Tarif 115A X X
DBV Ärzte Tarif 116 X X
DBV Ärzte Tarif 117 X X
DBV Zahnarzt T. 150 X X
DBV Zahnarzt T. 150A X
DBV Zahnarzt T. 150N X X
DBV Zahnarzt T. 150NA X
DBV Zahnarzt T. 152 X
DBV Zahnarzt T. 153 X X
DBV Zahnarzt T. 153A X
DBV Zahnarzt T. 153N X X
DBV Zahnarzt T. 153NA X
DBV Zahnarzt T. 154 X X
DBV Zahnarzt T. 152 X X

Interessant sind aber neben den Tarifen der Anpassung insbesondere die Zahlen und die Zusammensetzung einer Anpassung. Auch geht die Axa hier sehr offen damit um und veröffentlicht (gegenüber den Maklern) auch Zusammensetzungen der BAP in Teilen.

Axa Beitragsanpassung im Bestand – Zahlen

So ist am Beispiel des EL Bonus gut zu erkennen, wo die Entwicklung herkommt. Dabei mildern die Stornogewinne (also verbleibende Rücklagen weil Versicherte dem Unternehmen den Rücken gekehrt haben, welche Ihre Rückstellungen nicht mitnehmen konnten) die Anpassung für die verbleibenden Kunden.

Dennoch ist die Entwicklung- speziell im „zu billig kalkulierten“ EL-Bonus teilweise erschreckend. Hier hat sich die Prämie innerhalb von knapp 7 Jahren (also ab 213 € für einen heute 55 jährigen mehr als verdoppelt. QUELLE: AXA Maklerinfo BAP 2020.

Was sich aber auch sehr gut zeigt, wie „billig“ der Tarif im Vergleich zum GKV Höchstbeitrag war. Wer also in 2013 die Differenz dazu angelegt hat, der sollte auch heute wie zukünftig keine Probleme haben. Selbst heute liegen hier noch einige hundert Euro dazwischen.

Noch einige Beispiele zu Anpassungen: (mehr …)

09.
Oktober '19

Beitragsanpassungen 2020 in den Tarifen der Signal Iduna – teilweise sehr deutlich


Ja, ich habe es in den letzten Jahren mehrfach und eindringlich gesagt. Da kommt eine große Anpassung. Die ist auch nötig, denn passt ein Versicherer über Jahre nicht an (weil er nicht darf und auslösende Faktoren nicht erreicht werden), so muss dieser hier nachholen.

Die Gründe für eine Beitragsanpassung sind vielfältig und diese habe ich teilweise hier schon einmal erklärt. Ist dem Versicherer nun aber in den letzten Jahren die Anpassung verwehrt worden, so folgen dann hohe Anpassungen.

Gerade aus den Faktoren:

  • – gestiegene Kosten

  • – Niedrigzinsen

  • – höhere Lebenserwartung

um nur einige Faktoren zu nennen.

Es gab in den letzten Jahren und Monaten einige Vermittler und große Vertriebe, die gerade die Signal Exklusiv und Komfort Tarife in den höchsten Tönen gelobt haben und darauf hingewiesen wie „schön beitragsstabil“ die Tarife denn sind und das es doch das „Beste vom Besten sei“.

Nun, wer dort jetzt also schon über 5 oder mehr Jahre versichert ist und daher nie Anpassungen hatte, dem sollten auch große Steigerungen nicht schwer fallen, schließlich hat er diese ja gespart. Wer aber erst im letzten Jahr aufgrund es Tipps der „tollen Beitragsstabilität“ in den Tarifen versichert wurde, der wird nun eher weniger begeistert sein.

Ja, die Tarife waren und sind teilweise zu billig und nun bleibt abzuwarten wie die Versicherten reagieren. Verlassen viele schnell und aus Angst das Unternehmen, so könnten ähnliche Entwicklungen wie damals bei der Central oder aber auch in den AXA Beständen eintreten.

Nun sind aktuell die Neugeschäftsbeiträge bekannt. Das heißt noch nicht zwingend, dass hier auch jeder Tarif im Bestand genau so angepasst wird. Aber neue Kunden sollten Bei einem Abschluss ab sofort auf die neuen Zahlen hingewiesen werden. Auch wer heute einen Schutz per 1.1.2020 beantragt und noch die alten Beiträge im Antrag stehen hat, auch der muss die neuen Prämien zahlen.

WICHTIG: Anpassungen finden immer in EURO und nicht in % statt.

Daher sind am Ende immer die tatsächlichen EUROBETRÄGE relevant und die prozentualen Anpassungen sind nur ein Anhaltspunkt. Dennoch ist eine Verdopplung des Beitrages (wie bei den Anwärtern in einigen Tarifen) durchaus kritisch.

Welche Tarife der Signal werden angepasst und wie hoch?

Kinder Jugendliche Erwachsene
Exklusiv 0 -1% -6% 14 bis 24%
Exklusiv 1 (480 EUR SB) -1% -4% 9 bis 15%
Exklusiv 2 (960 EUR SB) -3% -4% 13 bis 18%
Exklusiv PLUS 0 15% 5% 13 bis 18%
Exklusiv PLUS 1 8% 1% 7 bis 9%
Exklusiv PLUS 2 8% 6% 2 bis 6%
Komfort PLUS 1 -4% -8% 8%
Komfort PLUS 2 20% 20% -1 bis -4%
Komfort PLUS 3 36% 31% -1 bis 0%

 

Werden weitere SIGNAL Tarife angepasst?

Der Vollständigkeit halber seien auch andere Tarife erwähnt. In den Ausbildungstarifen R-Exklusiv finden Anpassungen bis (mehr …)