Archiv für die Kategorie ‘Leistungsabwicklung’

24.
August '19

Was kostet eigentlich… ein MRT mit Kontrastmittel und allem „Drum und Dran“?


Zuerst war es eher eine spaßige Idee, als ich vor Jahren einfach anfing ab und zu einmal eine Rechnung zu posten. Dann wurden es, aufgrund des sehr positiven Feedbacks, einige Blogbeiträge, welche ich unter der Rubrik #waskosteteigentlich zusammengefasst habe. Dort zeige ich in unregelmäßigen Abständen Rechnungen oder Abrechnungen von Ärzten und Krankenhäuser, Zahnärzten oder anderen Behandlern.

Es ist durchaus interessant (und auch immer einer Frage bei der Auswahl der richtigen Privaten Krankenversicherung und der Frage der passenden Selbstbeteiligung), was einzelne Leistungen überhaupt so kosten. Viele gesetzlich Krankenversicherte haben (woher auch) nicht ansatzweise eine Vorstellung, welche Kosten der Arzt berechnen kann. Auch erfolgt die Abrechnung in der GKV ganz anders und ist somit auch nicht vergleichbar.

Möchten Sie aber zum Beispiel als Selbstzahler zum Arzt, als GKV Patient in eine Privatpraxis oder einfach nur wissen, was eine Leistung kostet, dann ist diese Information nicht ganz unwichtig.

Was kostet eigentlich… ein MRT mit Kontrastmittel – Grundlagen

Zuerst braucht es eine Überweisung. Auch wenn Sie die Untersuchung selbst zahlen möchten, muss der Radiologe hier wissen was er untersuchen soll und welche Aufnahmen der Arzt dann haben möchte. Hier in diesem Beitrag geht es ausschließlich um die Rechnung für den Radiologen. Also die Durchführung des MRT’s und alle damit zusammenhängenden Arbeiten. Der Besuch vorher beim Arzt und die weitere Besprechung und Behandlung ist in dieser Rechnung nicht enthalten.

Um zu verstehen wie sich eine solche Rechnung zusammensetzt, benötigen wir einige Grundlagen in der ärztlichen Abrechnung. Dazu der Verweis auf einen anderen Beitrag, hier erkläre ich den Aufbau der Rechnung und die Steigerungssätze.

Was darf der Arzt berechnen und was bedeutet eigentlich Regelhöchstsatz?

In unserem Fall hat der Arzt nur „mittlere“ Sätze, also den so genannten Regelhöchstsatz berechnet. Ein Überschreiten des Satzes ist nur möglich, wenn entsprechende Begründungen vorliegen und der Arzt diese Leistungen selbst ausführt oder direkt „delegiert und überwacht“. Die Gabe von Kontrastmittel machte bei mir aber die Assistentin (wie üblich) und daher auch nur 2,3fach in der 2. Rechnungsposition (Ziffer 346).

Doch bevor wir uns den wirklichen Rechnungsbetrag anschauen, schauen wir doch einmal wie getippt wurde. Bei twitter hatte ich gefragt.

Die Tipps dort starteten bei 325 € für diese Rechnung bis hin zu 1.400 €.

Eine doch große Bandbreite für eine identische Behandlung. Auch auf der (mehr …)

22.
August '19

Rechnungen für die Private Krankenversicherung einreichen – Formulare, Apps und andere Wege


Das Einreichen von Rechnungen, Rezepten und sonstigen Kosten für die Private Krankenversicherung führt immer wieder zu Nachfragen. Von A wie Alte Oldenburger oder Allianz, über D wie Debeka oder DKV bis hin zu U wie Universa, eines haben alle Unternehmen gemein. Damit eine Rechnung erstattet wird, muss diese eingereicht werden.

Dabei helfen Leistungsformulare, Abrechnungsscheine oder einfach ganz digital eine App. Hiermit lassen sich die Rechnungen und Belege einreichen, manchmal sogar ohne die Versendung des Originals. Damit Ihnen hierbei keine Fehler passieren, hier einige Hinweise und Tipps und natürlich verlinkte Formulare und Apps.

Rechnungen bei der Privaten Krankenversicherung einreichen

Zunächst einmal ist es wichtig zu überlegen wann Sie die Rechnungen einreichen. Dazu haben Sie lange Zeit, denn auch eine Rechnung aus dem Jahr 2017 kann heute in 2019 noch einreicht werden. Selbst wenn Sie schon eine Beitragsrückerstattung für das jeweilige Jahr bekommen haben. Doch nicht alle Rechnungen bekommen Sie direkt nach Hause. Daher hier eine kurze Unterteilung der entsprechenden Leistungsbereiche.

Rechnungen für ambulante Behandlungen

Sind Sie bei einem Arzt oder Heilpraktiker in einer ambulanten Behandlung, so wird Ihnen hier nach Behandlungsende, am Ende des Monats oder manchmal auch erst am Quartalsende eine Rechnung geschickt. Das kann der Arzt selbst tun, oder aber eine Abrechnungsstelle wie die PVS beauftragen. Diese ambulanten Rechnungen werden nie direkt an die Versicherung geschickt. Daher kann auch hier keine automatische Erstattung erfolgen, sondern Sie müssen diese an den Arzt bezahlen und bei der privaten „Krankenkasse“ (eigentlich heißt es Krankenversicherung) einreichen.

Dabei spielt es natürlich eine Rolle, ob Sie eine Selbstbeteiligung vereinbart haben und die Kosten daher selbst zahlen müssen. Dennoch kann eine Rechnungsprüfung durch die PKV sinnvoll sein, dazu aber später mehr.

Rechnungen für Medikamente oder Hilfsmittel

Im Gegensatz zu der Arztrechnung haben Sie das Rezept oder die Verordnung bekommen, sind damit zur Apotheke gegangen und bekamen dort das Medikament. Eine Bezahlung ist also in den meisten Fällen schon direkt in der Apotheke erfolgt, so stellt sich hier die Frage der Überweisung nicht mehr.

Die Kosten, die Sie hier verauslagt haben, diese möchten Sie natürlich von der privaten Krankenversicherung erstattet bekommen und reichen somit auch diese ein. Achten Sie dabei bitte darauf, dass das Rezept entweder eine Diagnose enthält oder reichen Sie sonst am besten die Rechnung für die Behandlung zusammen mit (mehr …)

23.
April '19

Warum die Bundeswehr kein Ersatz für einen Auslandskrankenschutz ist – ein Blick auf Voraussetzungen und Kosten


Am Mittwoch der letzten Woche wurden in Madeira bei einem verheerenden Busunglück 29 Menschen getötet, viele weitere schwer und schwertverletzt. Diese wurden nach dem Unglück dann in den umliegenden Krankenhäusern erstversorgt und je nach Schwere der Verletzungen behandelt.

Verständlicherweise ist es oberstes Ziel der Verletzten und der Angehörigen, eine möglichst schnelle Rückreise aus dem Ausland zu erreichen. Je nach Schwere der Verletzung ist es dabei oft schlichtweg unmöglich, die Patienten in einem normalen Linienflug nach Deutschland zu bringen. Dabei kommen generell mehrere unterschiedliche Optionen in Frage, welche aber vor allem einen medizinischen Hintergrund haben.

Wie kommen die Patienten zurück nach Deutschland?

Für einen solchen Rücktransport muss zunächst geklärt werden, in welcher gesundheitlichen Verfassung der Patient ist. Weiterhin spielt es auch eine entscheidende Rolle, wo der Patient verletzt oder verunfallt ist. Wir haben sicher einige Länder auf der Welt, wo eine adäquate medizinische Versorgung schlichtweg nicht nach den Standards möglich ist, wie wir diese hier kennen. Das allein kann ein Grund für einen medizinisch notwenigen Rücktransport sein.

Gerade schwere und schwerste Verletzungen sind oftmals nicht entsprechend zu behandeln. Verfügen die Krankenhäuser und Ärzte im jeweiligen Land nicht über die Möglichkeiten, sind zum Beispiel umfassende Operationen und Behandlungen möglich, so ist ein solcher Transport medizinisch notwendig. Es wird damit sichergestellt, dass die/der Versicherte eine umfassende und bestmögliche Behandlung bekommt und möglichst weitere Folgeschäden aufgrund des Unfalls oder der Erkrankung verhindert werden.

Je nach Schwere der Verletzung und der notwenigen Behandlung kommen also folgende Wege in Frage.

  • Rückflug mit der nächsten Linienmaschine

  • Rückflug mit der Linienmaschine, aber mit medizinischer Betreuung/ Begleitung

  • Liegend Transport mit einem Ambulanzflugzeug

  • Intensivtransport mit einem speziell ausgerüsteten Flugzeug

Während ein Patient mit einem verletzten (ggf. auch komplizierten Bruch) Arm oder Bein vielleicht noch einen Linienflug nutzen kann, da dieser in der Lage ist aufrecht zu sitzen, geht das bei anderen Erkrankungen nicht. Je nach Diagnose kann bei einem Linienflug auch die Erstattung einer höheren Reiseklasse, also der Flug in Business- oder First Class in Frage kommen, wenn hierdurch eine sichere und medizinisch vertretbare Rückreise angetreten werden kann.

Auch hier geht es nicht um den Komfort, sondern um die medizinische Notwenigkeit. Kann der Patient aber nicht sitzen oder stehen und ist es somit auch nicht bei Start und Landung möglich eine sitzende Position einzunehmen, so bedarf es anderer Transportmöglichkeiten.

In anderen Fällen bedarf es aber einer medizinischen Überwachung. Das kann eine Krankenschwester sein, die über spezielle Dienstleister beauftragt werden kann. Dieses medizinische Personal begleitet dann den Patienten auf einem Linienflug nach Deutschland und von dort weiter in das geeignete Krankenhaus.

Scheitert auch dieser Weg oder ist eine tiefergehende medizinische Betreuung notwendig, so kommen dann normale Linienflüge nicht mehr in Frage. Auch wenn die Gabe von Medikamenten, ein ständiger Tropf oder die Überwachung von Körperfunktionen erforderlich wird, kommen die Transporte mit einer normalen Linienmaschine nicht mehr in Frage. Hier bedarf es dann weitergehender Maßnahmen und Möglichkeiten. Nicht nur der ADAC, auch viele andere Dienstleister weltweit bieten solche Möglichkeiten an. Abhängig auch hier von der Schwere der Verletzungen und es mit einem Transport verbundenen Risikos ist eine Rundumbetreuung unerlässlich.

Wann ist es medizinisch notwendig, wann vertretbar?

Es gibt einen großen Unterschied zwischen medizinisch NOTWENIG und medizinisch angeraten. Ein Rücktransport ist immer dann notwendig, wenn in dem jeweiligen Land eine Behandlung nicht möglich ist. So kann der medizinische Standard, ein fehlenden Krankenhaus in der Nähe (oder kein geeignetes für die medizinische Betreuung) oder auch generell ein sehr niedriger Standard ein Grund sein. Ein Beispiel aus einem Auslandsreisekrankenschutz (hier: Hallesche KOLUMBUS)

Wir erstatten die notwendigen Kosten für einen Rücktransport, wenn

 dieser medizinisch sinnvoll ist oder
 sich der Schutz der Versicherung wegen Reise- oder Transportunfähigkeit verlängert (siehe § 8)

oder
 der Versicherte so schwer erkrankt ist, dass er länger als zwei Wochen im Ausland stationär behandelt werden müsste oder
 die Kosten des Rücktransportes günstiger sind als die erstattungsfähigen Kosten der weiteren Heilbehandlung.

Wird der Versicherte beim Rücktransport von einem Mitreisenden begleitet, übernehmen wir die Kosten für eine Begleitperson, wenn
 der Versicherte unter 16 Jahre alt ist oder

 dies medizinisch notwendig ist.
Wir erstatten die Kosten für das für den Rücktransport jeweils günstigste geeignete Transportmittel.

Je nach Aussage in den Bedingungen kann es auch dann versichert sein, wenn eine lange Behandlung im Ausland droht. zudem sind die Kosten in einigen Ländern so exorbitant hoch, dass sich hier ein Rücktransport „lohnt“, weil eine Weiterbehandlung in Deutschland nicht nur besser, sondern auch günstiger ist. Die Regelungen sind aber TARIFABHÄNGIG. Der ADAC schreibt in dem Auslandsschutz BASIS zum Beispiel:

§ 16 Wann führen wir einen Krankenrücktransport durch?

1. Es ist eine akute, unerwartete Erkrankung oder eine Verletzung im Ausland eingetreten. (Anm. KEINE Verschlechterung einer bestehenden Erkrankung) Ist ein Rücktransport zu einem Krankenhaus an Ihrem Wohnsitz in Deutschland oder zu einem anderen geeigneten Krankenhaus in Deutschland nach Abstimmung des ADAC Arztes mit dem behandelnden Arzt medizinisch sinnvoll und vertretbar (z. B. Dauer des Krankenhausaufenthaltes im Ausland länger als 14 Tage), so wird der Transport vom ADAC Arzt angeordnet.

Der ADAC Arzt entscheidet über den Transportzeitpunkt, das geeignete Transportmittel und die Betreuung während des Transportes. Wir führen den Transport selbst durch oder veranlassen ihn.
Wir übernehmen die Kosten des von uns durchgeführten oder veranlassten Transportes einschließlich der von uns oder von Behörden angeordneten Betreuung.

Auch hier sehen Sie schon große Unterschiede des Rücktransportes und der Voraussetzungen. Es kann also durchaus sein, dass bei gleichem Erkrankungsbild ein Unternehmen den Rücktransport bezahlen müsste, das andere aber nicht.

Welche Kosten entstehen bei einem Auslandsrücktransport?

Der ADAC, einer der größten Anbieter in diesem Bereich, betreut hier Jahr für Jahr weit über 50.000 Patienten und holte über 12.000 pro Jahr aus dem Ausland zurück. Dabei sind die Kosten entscheidend von dem benötigten Equipment und der Flugstrecke abhängig. In einer Pressemitteilung schreibt der ADAC zu den Kosten:

Je nach Maschinentyp kostet ein ADAC-Ambulanz-Sonderflug von den Kanarischen Inseln nach Deutschland bis zu 45.000 Euro. Ein Intensivtransport aus Mexiko zum Beispiel kann bis zu 70.000 Euro kosten. Und aus Asien oder Australien kommen schnell bis zu 130.000 Euro zusammen.

Aber warum fliegt aus Madeira nun die Luftwaffe?

Neben dem einen verletzten Patienten gibt es aber auch größere Unglücke und Katastrophen. Dazu gehörten Naturkatastrophen wie der Tsunami in Asien vor einigen Jahren, aber auch der Rückflug der Geiseln aus dem Vorfall in Mali 2004. Einige Fälle mehr und weitere Infos finden sich in der Antwort des Bundestages auf eine Anfrage der Parlamentarier. Diese gibt es als PDF hier. Drucksache 16/13861

Für solche Einsätze (auch für nicht Militärische Einsätze)( unterhält die Bundeswehr (fast weltweit einzigartig) eine Flotte aus A310. Dieser so genannte MED EVAC Flieger, wurde eigens für diese Zwecke umgebaut und bietet Platz für bis zu 6 Intensivpatienten und/oder bis zu 44 weiterer liegend zu transportierender Verletzte. Weitere Informationen und auch Fakten zur technischen und medizinischen Ausstattung finden Sie auf der Seite der Bundeswehr.

Warum nun gerade dieses Mal die Luftwaffe zum Einsatz kam, hat mehrere Gründe. Vorab einige Fakten:

  • ein Patient wurde bereits (privat/ von seinem Versicherer) am Montag ausgeflogen
  • 15 Patient waren an Bord der Bundeswehrmaschine
  • Organisation und Entscheidung über den Einsatz trifft die Bundeswehr/ die Bundesregierung mit dem Verteidigungsministerium

Wann und ob so ein Einsatz also in Frage kommt, ist sehr von den individuellen Umständen abhängig und auch davon, wie viele Personen wo betroffen sind. Dabei spielen natürlich auch weitere Fakten eine Rolle. Auch hier sieht man aber, ein solcher Einsatz muss koordiniert werden und ist nicht mal „eben schnell“ beauftragt. Der andere Patient wurde bereits vorher ausgeflogen und war daher schon früher im Krankenhaus in Deutschland.

Ein Anspruch auf einen Rücktransport mit der Bundeswehr gibt es natürlich nicht. Im Rahmen der Fürsorge für die Bundesbürger KANN DIE BUNDESREGIERUNG einen solchen Transport anordnen, muss es aber nicht. Sicherlich erreicht man hiermit auch, sowohl für das Außenministerium und auch für die Bundesregierung etwas gute Presse, einen Garantie es zu bekommen gibt es aber eben gerade nicht. Anders bei der Auslandskrankenversicherung, hier sind zwingende Voraussetzungen in den Bedingungen geregelt und garantieren einen Schutz.

Was kostet die Patienten der Flug mit dem A310 der Bundeswehr?

Es gibt seitens der Luftwaffe oder der Bundesregierung keine Informationen darüber, welche Kosten für den Einsatz entstehen. Eine pauschale Aussage ist auch hier nicht zu treffen, denn im Wesentlichen hängt es von den Umständen ab. Da kann ein Einsatz schnell einige hunderttausend Euro kosten, weche sich natürlich nicht auf einen einzelnen Patienten verteilen.

Es ist (Stand 2019) jedoch kein einziger Fall bekannt, nachdem die Kosten für eine solche- von der Bundesregierung veranlasste- Rückholung auf die Patienten oder deren Versicherer umgelegt wurden. In einem solchen „besonderen Fall eines MEDEvac Einsatzes“ trägt damit der Bundeshaushalt, rsp. das Bundesverteidigungsministerium alle anfallenden Kosten. Erst bei Einlieferung des Patienten in Deutschland sind ab dort wieder die Kosten von dem Patienten zu tragen.

Selbstverständlich geht es hier nur um den Transport. Kosten, die im Ausland angefallen sind, also Rettung, Transport und Versorgung im Krankenhaus vor Ort und weitere Kosten sind dennoch vom Patienten zu tragen und daher nur über einen sinnvollen Auslandsschutz abzusichern.

Bundeswehr statt Auslandskrankenversicherung – KEINE Option!

Auch wenn es einigen (nicht nur bei twitter) in den letzten Tagen so erschien, also nach dem Motto:

„Was brauche ich eine Auslandsversicherung, zahlt doch die Regierung und der Steuerzahler“

ist es keine wirkliche Option. Besonders weil es nur um den reinen Transport und nicht um die weiteren Kosten ging und eben, weil es gerade keinen Anspruch darauf gibt. Zudem zieht sich die Organisation eines solchen Einsatzes deutlich länger hin. Ein medizinisch notweniger Rücktransport kann von dem Versicherer oder dem dort beauftragten Dienstleister innerhalb weniger Stunden organisiert werden. Dazu unterhalten die Unternehmen 24 Stunden Zentralen, welche sich nach Absprache mit den Ärzten um einen Transport kümmert. Viele Versicherer nutzen hier ROLAND Assistance als Serviceanbieter, welche je nach Kostenhöhe und Art der Rückführung große Entscheidungsspielräume haben. So lassen sich oft Kosten bis zu 60.000 € direkt dort im Auftrag und Namen des Versicherers entscheiden, ohne dass hier komplizierte und langwierige Entscheidungen nötig sind. Auch für höhere Kosten stehen 24 Stunden erreichbare Kontakte und Entscheidungsträger zur Verfügung, denn gerade in diesen Fällen ist Zeit nicht Geld, sondern Gesundheit!

Wer also glaubt, die Bundesregierung oder die Bundeswehr wird mich schon holen, den muss ich leider enttäuschen. Eine Absicherung mit einem passenden und sinnvollen Auslandsschutz ist daher unerlässlich. Eine Möglichkeit ist der KOLUMBUS Schutz der HALLESCHE. Mehr Infos hier im Artikel.

Kolumbus- der neue Auslandsschutz der HALLESCHE Krankenversicherung

04.
April '19

„Aber wir stellen doch nur mal einen Antrag, alles andere können Sie dann ja noch überlegen.“


Vorgestern hatte ich schon von einem anderen Fall berichtet, einem der sich erst nach dem Abschluss weiter informiert hat und dem dann viele Probleme auffielen. Gleich viermal war es „dumm gelaufen“ und alles führt zu einer Entscheidung, welche heute und jetzt nicht mehr rückgängig zu machen ist, da alle Fristen vorbei waren.

Den vollständigen Fall können Sie gern im Detail nachlesen, im Beitrag zu

Google, tausenden Informationsquellen, welche man aber auch nutzen muss

Der zweite Fall dieses Nachmittages, welcher mich auch im LiveChat erreichte und auch eher nach dem Motto „erst handeln, dann googleln“ verlaufen ist, betrifft meine Freunde vom Main, also die mit dem Kompass. Würde es nicht der x-te Fall bei mir und einigen Kollegen sein, so könnte man von einem Versehen oder einer schlechten Beraterin sprechen, scheint hier aber nicht so zu sein.

Die anderen Fälle, darunter durchaus schlimme, können Sie in den Beiträgen hier nachlesen. Mal war es ein Anruf eines Dachverbandes der PKV, mal wurde ein Kunde dazu überredet bequatscht einen Antrag zu stellen, der eigentlich eine Voranfrage war. So wurde aus dem Antrag ein Vertrag. Klar kann man den widerrufen, wenn man es denn weiß. Da die Police aber zum Berater ging und es eine Vollmacht gab, war die Frist dann auch wieder vorbei.

Mehr Hintergrund: Ein Antrag ist ein Antrag und keine Voranfrage

„Die Beraterin rief an, ich müsse wechseln.“

Die Dame, gemeinsam mit dem Ehemann selbstständig im Einzelhandel, sollte nun Besuch bekommen. Nicht, dass diese nun schon sechs Jahre bei der Axa versichert war und es daher nur bedingt Sinn ergibt da nun Hals über Kopf zu wechseln. In dem Gespräch kamen dann auch so allerlei eigenwillige Aussagen der Beraterin.

  • 1.) „Wenn Sie auch in die Hanse Merkur wechseln (wo der Mann schon versichert ist), ist das besser, weil alle zusammen sind.“

  • 2.) „Ihr Mann kann ja dann auch wieder in die GKV wechseln.“

  • 3.) „Den Antrag füllen wir erstmal aus, ich nehme den unterschrieben mit und dann schauen Sie am Wochenende weiter, dann können Sie es ja prüfen.“

und noch einige Aussagen mehr.

Nicht eine Aussage ist leider richtig und vollständig. Den Hintergrund, warum die Dame nun von der Axa weg sollte und jetzt bereits einen Antrag stellen soll, ist nicht klar. Es gab keinen konkreten Anlass, der Vertrag bei der Axa ist ungeachtet allem erst zum Jahresende kündbar. Wir haben April, das heißt auch, der neue Antrag kann 6 Monate in die Zukunft datiert werden.

Das Vordatieren kann auch sinnvoll sein, so hier dann der Gesundheitszustand kostenfrei eingefroren wird, will man keine Option oder Anwartschaft verwenden (die Geld kosten). Doch April + 6 Monate ist eben Oktober und nicht Januar oder Dezember.

Hier wurde aber solange geredet, bis die Dame dachte sie muss das so machen und unterschrieb einen Antrag. Den wohl gemerkt im ersten Gespräch, nach wenigen Minuten Beratung. Wie so schnell die Gesundheitshistorie aufgearbeitet, Arztunterlagen besorgt wurden, Tarife vergleichen und eine saubere Beratung stattgefunden haben soll, es muss Hexerei sein. Realistisch und normal zu machen ist das nicht.

Leider lassen sich immer wieder Kunden und Interessenten überreden. Das Ergebnis:Da wurde „mal schnell“ ein Antrag auf eine neue, private Krankenversicherung unterschrieben und am Wochenende sollte dann die Zeit sein, sich das zu überlegen und neu zu prüfen. Sonderbare Ansichten hatte die Beraterin, denn das ist ganz sicher der falsche Weg. Zumal es weder Zeitdruck noch sonst etwas brauchte.

Da wurde nun der Verkaufsdruck so hoch und die Dame war zu gutgläubig, also unterschrieb diese einen Antrag auf Krankenversicherung bei der Hanse Merkur, weil der Mann da ja auch versichert ist. Ach ja, zufrieden war er auch, ist ja gesund und hat nichts mit der Gesellschaft abzumachen.

„Ihr Mann kann ja dann auch wieder in die GKV wechseln.“

Das nächste und haarsträubende Argument war dann ein anderes. Der Mann könne ja dann irgendwie bei ihr angestellt werden und somit in die gesetzliche Kasse wechseln. Warum er das sollte, wo doch der Versicherer angeblich so gut und alle zufrieden sind, ist nicht klar. Aber das Argument ist genauso ein Unsinn, wie die Aussage „beide bei der gleichen Gesellschaft bringe Vorteile.“ Außer der Tatsache, dass vielleicht eine App zur Einreichung von Rechnungen auf dem Smartphone reicht (selbst das ist falsch, da diese immer mit dem Versichertenaccount verknüpft ist), gibt es keinen Unterschied.

Die Vertragsbedingungen und Prämien werden weder anders noch günstiger, wenn zwei, drei oder acht Versicherte einer Familie dort versichert sind. Die Private Krankenversicherung ist zudem auch viel zu individuell um die Auswahl von jemand anderem Abhängig zu machen. Ähnlich der Aussage

Meine Freunde, Bekannte, Kollegen sind bei Gesellschaft XYZ versichert.

„Den Antrag füllen wir erstmal aus, ich nehme den unterschrieben mit und dann schauen Sie am Wochenende weiter, dann können Sie es ja prüfen.“

Nein, nein und nochmals nein. Man füllt niemals einen Antrag nur mal „so“ schnell aus und gibt diesen unterschrieben dem Berater mit. Wenn Sie einen Antrag stellen wollen, dann bitte in vollem Bewusstsein was Sie da tun und auch mit dem Verstehen der Hintergründe und Folgen. Was aus so einer Geschichte werden kann und warum Sie da nie wieder raus kommen, das lesen Sie im Artikel:

„Ein Antrag ist ein Antrag und wird schnell ein Vertrag“

Komisch, war auch hier das gleiche Unternehmen mit der Beratung beschäftigt, ist aber sicher ein Versehen. Aber auch hier sollte nur mal geschaut werden, wie denn so ein Antrag gestellt werden „KÖNNTE“ und natürlich sei das alles nicht verbindlich. Sorry, aber wie armselig muss man als Beraterin sein, um hier wohl unter Vortäuschung falscher Tatsachen einen unterschriebenen Antrag zu bekommen. Klar, vielleicht hat die Kundin auch gesagt: „Hey, geht ja eh erst zum 1.1., aber wo Sie gerade einmal hier sind und bevor Sie das Haus verlassen, ich möchte Ihnen gern noch den Antrag unterschreiben. Ich habe zwar keine Idee warum und kann es erst am Wochenende prüfen, aber nehmen Sie den schon einmal unterzeichnet mit.“

Klingt doch plausibel, oder?

Nun haben wir auch hier die Situation einer bestehenden PKV, dazu eines neuen Antrags. Dieser ist ganz sicher auf dem Weg zur Hanse Merkur. Als Gesellschaft kann und muss diese den nun prüfen und wird bei Zustimmung den Antrag annehmen. Damit wird hier eine Police erstellt und dem Kunden der Beraterin zugesandt. Ja, der Beraterin, dazu hat es schließlich einen Maklerauftrag und eine Vollmacht gegeben.

Befrage ich meine Glaskugel, kann ich sagen was hier passiert. Der Antrag liegt heute dem Versicherer vor, wird angenommen. Die Police nebst Widerrufsbelehrung kommt bei der Maklerfirma an und wird doch erfasst. Dann könnte es nun sein, dass diese so viel zu tun haben und der Antrag erst nach Ablauf der Widerrufsfrist bei der Kundin ankommt. Sorry, ging einfach nicht schneller.

Nun stellt diese dann fest: „Hey, ich habe es geprüft und wollte doch nicht wechseln, ich habe eine zweite Meinung eingeholt und fühle mich nicht wohl mit der Entscheidung“. Jetzt könnte diese den Widerruf schreiben und aus dem Vertrag heraus wollen. Blöd nur, dass die Fristen bereits um sind.

Einen theoretischen Anspruch könnte diese Betrogene Kundin nun vielleicht gegen den Makler haben, nur blöderweise gibt es eine Vollmacht… DUMM GELAUFEN!

Den Ablauf und warum das so ist, habe ich ausführlich in einem anderen Beitrag beschrieben.

Die Gefahr der uneingeschränkten Maklervollmacht.

Mir ist es wichtig zu betonen, dass solche Maklervollmachten und Aufträge wichtig und richtig sind, wenn alle beteiligten vertrauensvoll damit umgehen. Die meisten Versicherungsmakler (die, den Namen wert sind, den Beruf mit Ehre und Anstand ausüben) tun das und würden niemals solche Wege beschreiten. Eine Vollmacht an einen Berater ist immer dann richtig sind wichtig, wenn abgesprochen ist was dieser tun soll. Klar, auch ein Anwalt kann einen Vergleich für Sie annehmen, einen den Sie gar nicht wollen. Wir er aber nicht tun.

So steht auch der Versicherungsmakler auf Ihrer Seite und vertritt Ihre Interessen. Das kann und soll er und auch ich verwende in meinen Kundenbeziehungen Makleraufträge und Vollmachten. Das erleichtert die tägliche Arbeit. Wenn, ja wenn sorgfältig damit umgegangen wird.

Doch in diesem Fall ist noch nicht alles zu spät. Unsere betroffene Kundin kann und muss nun schnell reagieren und das gleich an mehreren Stellen. Dazu müssen im Wesentlichen drei Briefe verfasst werden.

„Schnell handeln und retten was zu retten ist.“

  • 1.) Brief an die Hanse Merkur (als neue Gesellschaft)

  • 2.) Brief an den „Berater“

  • 3.) Brief an die alte Versicherung, die Axa

Was dort drin stehen muss und warum drei Briefe notwendig sind, erkläre ich Ihnen nun. Zuerst einmal muss die Hanse als vermeintlich neuer Versicherer informiert werden. Dazu ist es sinnvoll neben dem Widerruf auch gleich eine Auskunft der Daten anzufordern, dann sehen Sie ggf. auch Post und Emailverkehr mit dem oder von dem Berater.

1.) Brief an die Hanse Merkur (als neue Gesellschaft)

Ein unverbindliches Muster sehen Sie hier:

„Hanse Merkur Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit
Siegfried-Wedells-Platz 1
20354 Hamburg

Fax: 040 4119-3257

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu dem Antrag auf private Krankenversicherung vom ____________ liegt mir bisher der Versicherungsschein noch nicht vor. Rein vorsorglich mache ich von meinem Widerrufsrecht schon heute Gebrauch und erkläre, dass ich den gestellten Antrag zurücknehmen möchte und einem Versicherungsschein hiermit widerspreche.

Rein vorsorglich teile ich Ihnen aber mit, dass ich sämtliche, gegenüber der Firma _____ erteilte Vollmachten hiermit widerrufe und bitte um schriftliche Bestätigung. Ich untersage Ihnen hiermit jedwede Weitergabe von persönlichen Daten, vertragsrelevanten Informationen oder anderen Daten meine Person oder den Vertrag betreffend.

Bitte bestätigen Sie mir dieses umgehend, spätestens jedoch binnen 7 Tagen ab Zugang dieses Schreibens.

Ich möchte hiermit von meinem Auskunftsrecht gem. Art. 15 DSGVO Gebrauch machen und bitte Sie daher, mir innerhalb der einmonatigen Frist nach Art. 12 Abs. 3 S. 1 DSGVO, über folgende Punkte Auskunft zu erteilen:

  1. Ist/Soll eine Verarbeitung meiner personenbezogenen Daten erfolgt/erfolgen oder nicht? Bitte senden Sie mir eine Kopie zu bzw. erstellen mir einen Zugang zu meinen personenbezogenen Daten, die Sie erhoben haben und/oder verarbeiten.
  2. Bitte senden Sie mir einen Bericht darüber zu, inwiefern meine personenbezogenen Daten von Ihnen im Einzelnen verwendet wurden/in Zukunft verwendet werden. Bitte klären Sie mich auch über Ihre TOMs/weitere Schutzmaßnahmen sowie die geplante Speicherdauer auf.
  3. Bitte senden Sie mir eine Liste aller Dritten bzw. Auftragsverarbeiter zu, die Zugriff auf meine personenbezogenen Daten haben (könnten) und die betreffenden Rechtsgrundlagen.
  4. Sollten Sie aus anderen Quellen als von mir persönlich Daten mich betreffend erheben, teilen Sie mir bitte entsprechend Art. 14 DSGVO alle Informationen über diese Quelle mit.

Diese Anfrage steht unter der Bedingung, dass Ihre Antwort kostenfrei für mich ist.

Auskunftsersuchende:

(NAME, ANSCHRIFT, GEB.DATUM __________________________)

Zuletzt senden Sie mir bitte eine vollständige Kopie der bei Ihnen eingegangenen Antragsunterlagen und sonstiger Formulare mit meinen Daten und Unterschriften.

Mit freundlichen Grüßen“

Nachdem Sie dieses per Fax an die oben genannte Nummer oder per E-Mail an [email protected] geschickt haben, senden Sie es in jedem Fall als Brief (ggf. mit Einschreiben und Rückschein) hinterher und passen auf, dass Sie hier auch eine Antwort erhalten.

Brief an den „Berater“

Auch dem „neuen Berater“ müssen Sie schreiben, denn schließlich haben Sie dort einen Maklerauftrag erteilt und eine Vollmacht ausgesprochen. Diese muss zurück genommen werden. Auch hier ist eine Auskunft nach den gespeicherten und verwendeten Daten sinnvoll. Ebenso ist ein Kontaktverbot ganz hilfreich, da Sie sonst wieder angerufen und erneut bequatscht werden. Name, Aktuelle Anschrift und Tel./ Fax finden Sie auf Ihrem Maklerauftrag oder einfach hier.

„Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich die bestehende Maklervollmacht und den geschlossenen Maklerauftrag ab sofort fristlos. Ich bitte um schriftliche Bestätigung binnen der kommenden 5 Tage nach Zugang dieses Schreibens/ Fax.

Sämtliche weitere Korrespondenz in meinem Namen mit Versicherern, Ärzten oder anderen Beteiligten untersage ich Ihnen. Eine telefonische Kontaktaufnehme untersage ich hiermit ebenfalls vollständig. Eine eventuell erteilte Einwilligung gilt hiermit als widerrufen!

Ich möchte hiermit von meinem Auskunftsrecht gem. Art. 15 DSGVO Gebrauch machen und bitte Sie daher, mir innerhalb der einmonatigen Frist nach Art. 12 Abs. 3 S. 1 DSGVO, über folgende Punkte Auskunft zu erteilen:

Ist/Soll eine Verarbeitung meiner personenbezogenen Daten erfolgt/erfolgen oder nicht? Bitte senden Sie mir eine Kopie zu bzw. erstellen mir einen Zugang zu meinen personenbezogenen Daten, die Sie erhoben haben und/oder verarbeiten.
Bitte senden Sie mir einen Bericht darüber zu, inwiefern meine personenbezogenen Daten von Ihnen im Einzelnen verwendet wurden/in Zukunft verwendet werden. Bitte klären Sie mich auch über Ihre TOMs/weitere Schutzmaßnahmen sowie die geplante Speicherdauer auf.
Bitte senden Sie mir eine Liste aller Dritten bzw. Auftragsverarbeiter zu, die Zugriff auf meine personenbezogenen Daten haben (könnten) und die betreffenden Rechtsgrundlagen.
Sollten Sie aus anderen Quellen als von mir persönlich Daten mich betreffend erheben, teilen Sie mir bitte entsprechend Art. 14 DSGVO alle Informationen über diese Quelle mit.
Diese Anfrage steht unter der Bedingung, dass Ihre Antwort kostenfrei für mich ist.

Auskunftsersuchende:

(NAME, ANSCHRIFT, GEB.DATUM __________________________)

Zuletzt senden Sie mir bitte eine vollständige Kopie der bei Ihnen eingegangenen Antragsunterlagen und sonstiger Formulare mit meinen Daten und Unterschriften.

Mit freundlichen Grüßen“

Nun haben wie schon mal den größten Teil gerettet. Einen haben wir aber noch, die Axa als alten Versicherer. Da der Maklerauftrag auch zur Kündigung berechtigt und weitere Änderungen und Handlungen zulässt, ist auch hier eine Mitteilung wichtig.

Brief an die alte Versicherung, die Axa

„AXA Krankenversicherung AG
Colonia-Allee 10-20
51067 Köln

Fax: 0800 3557035
E-Mail: [email protected]

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich schreiben Ihnen in Bezug auf meine, bei Ihnen bestehende Krankenversicherung mit der Nummer ___________.

Rein vorsorglich teile ich Ihnen mit, dass ich weder eine Kündigung ausgesprochen habe, noch dieser zustimme. Sollte Ihnen ein Kündigungswunsch der Firma „________“ zugehen, so nehme ich den ausdrücklich zurück. Der bestehende Vertrag soll solange unverändert bleiben, bis ich Ihnen hierzu anderweitige Weisungen erteile.

Auch eine eventuell eingereichte Folgeversicherungsbestätigung der Hanse Merkur ist nichtig, da dort der Vertrag widerrufen wurde.

Eine weitere Korrespondenz mit dem Makler ____________ untersage ich und ziehe eventuell erteilte Vollmachten hiermit zurück. Ich untersage Ihnen hiermit jedwede Weitergabe von persönlichen Daten, vertragsrelevanten Informationen oder anderen Daten meine Person oder den Vertrag betreffend.

Bitte bestätigen Sie mir dieses umgehend, spätestens jedoch binnen 7 Tagen ab Zugang dieses Schreibens.

Ich möchte hiermit von meinem Auskunftsrecht gem. Art. 15 DSGVO Gebrauch machen und bitte Sie daher, mir innerhalb der einmonatigen Frist nach Art. 12 Abs. 3 S. 1 DSGVO, über folgende Punkte Auskunft zu erteilen:

Ist/Soll eine Verarbeitung meiner personenbezogenen Daten erfolgt/erfolgen oder nicht? Bitte senden Sie mir eine Kopie zu bzw. erstellen mir einen Zugang zu meinen personenbezogenen Daten, die Sie erhoben haben und/oder verarbeiten.
Bitte senden Sie mir einen Bericht darüber zu, inwiefern meine personenbezogenen Daten von Ihnen im Einzelnen verwendet wurden/in Zukunft verwendet werden. Bitte klären Sie mich auch über Ihre TOMs/weitere Schutzmaßnahmen sowie die geplante Speicherdauer auf.
Bitte senden Sie mir eine Liste aller Dritten bzw. Auftragsverarbeiter zu, die Zugriff auf meine personenbezogenen Daten haben (könnten) und die betreffenden Rechtsgrundlagen.
Sollten Sie aus anderen Quellen als von mir persönlich Daten mich betreffend erheben, teilen Sie mir bitte entsprechend Art. 14 DSGVO alle Informationen über diese Quelle mit.
Diese Anfrage steht unter der Bedingung, dass Ihre Antwort kostenfrei für mich ist.

Auskunftsersuchende:

(NAME, ANSCHRIFT, GEB.DATUM __________________________)

Zuletzt senden Sie mir bitte eine vollständige Kopie der bei Ihnen eingegangenen Antragsunterlagen und sonstiger Formulare mit meinen Daten und Unterschriften.

Mit freundlichen Grüßen“

Nachdem unsere Kundin alles das getan hat, abgeschickt und gefaxt, ist diese aus dem Schlimmsten raus und es kann wenig passieren. Natürlich kann diese, wenn denn doch gekündigt werden soll, den bestehenden Vertrag mit einer normalen Frist von 3 Monaten zum Jahresende beenden. Das aber nur dann, wenn diese es auch wirklich wünscht und ein entsprechender neuer Schutz sinnvoll ist und auch gewünscht.

Glück gehabt, aber viel Arbeit

In unserem Fall hat die Kundin zwar auch erst nach der Unterschrift die Tante Google bemüht, aber dann noch verstanden was sie da genau abgeschlossen hat. Daher nehmen Sie sich diesen Fall zu Herzen und unterschreiben Sie nicht erst und recherchieren und hinterfragen dann. Eine private Krankenversicherung schließt man nicht mal so nebenbei ab. Auch nicht im ersten Termin nach einer Stunde Beratung.

Und immer wenn Ihnen gesagt wird, „Wir stellen erstmal einen Antrag und gucken ob Sie genommen werden“, sollten Sie hellhörig werden. Nicht nur weil es verbindlich ist, sondern auch, weil anonyme Voranfragen das Mittel der Wahl sind. Mehr Informationen warum eine Voranfrage sinnvoll und wichtig ist und warum diese anonym mit qualifizierten Beratern gestellt werden muss, das lesen Sie hier.

„Anonyme Voranfrage – darum braucht es einen qualifizierten Berater“

Haben Sie auch schon einmal solche Erfahrungen gemacht? Was ist Ihnen passiert? Schreiben Sie es gern in die Kommentare, vielleicht verhindern wir dann gemeinsam weitere Katastrophen bei Menschen, die darauf reinfallen zu drohen.

 

26.
Februar '19

Hallesche Krankenversicherung mit Verbesserungen und neuen Heilmittelleistungen


Einer der durchaus kostenintensiven Punkte in der privaten Krankenversicherung sind die Heilmittel. Damit sind- im Gegensatz zu den Hilfsmitteln- Behandlungen durch Physiotherapeuten, Logopäden und andere anerkannte Heilberufe gemeint. Diese Behandlungen sind zwar oft als einzelne Leistungen gar nicht so teuer, summieren sich aber durch oftmals lange Behandlungsdauern.

Aber auch die allgemeine Preisentwicklung macht vor den Heilmitteln nicht Halt und Behandler sollten hier auch angemessen bezahlt werden. Daher hat die HALLESCHE Krankenversicherung zum 01. 01. 2019 Anpassungen, genauer Verbesserungen, an deren Heilmittelverzeichnis vorgenommen und die erstattungsfähigen Kosten teilweise deutlich gesteigert. Patienten bekommen somit höhere Erstattungssätze und die Behandler mehr Geld. Für wen das gilt und wer wie und wann davon profitiert, das lesen Sie hier im Beitrag. Am Ende dieses Artikels habe ich Ihnen zudem einige Unterlagen verlinkt, auch eine Gegenüberstellung der alten und neuen Preise.

Hallesche Heilmitteländerungen – für wen gelten diese?

Die Verbesserungen und damit die höhere Erstattungsleistungen für die Krankenversicherungstarife der HALLESCHE gelten

– für Neukunden in 2019 (neue Druckstücke ab März)

– für bereits versicherte Bestandskunden (Infos an die Kunden am 26.2.2019)

Damit profitieren nicht nur neue Versicherte von den Änderungen, auch all diejenigen welche bereits in den Vollkostentarifen versichert sind haben etwas davon.

Hallesche Heilmitteländerungen – was ändert sich

Zwei grundlegende Änderungen werden im Zuge dieser Anpassung vollzogen. Dabei muss zwischen neuen Leistungen und höheren Sätzen unterschieden werden. Zunächst einmal ändern sich in nahezu allen versicherten Leistungen die Höchstsätze der Erstattungen. Einige Beispiele zur Erklärung:

Krankengymnastische Behandlung auf neurophysiologischer Grundlage (Bobath, Vojta) bei angeborenen oder frühkindlich erworbenen zentralen Bewegungsstörungen als Einzelbehandlung bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres, Richtwert: 45 Minuten

bisher wurden hierfür maximal 39,50 EUR erstattet, neu sind es nun 52,10 EUR (ein Plus von über 30%)

oder

Unterwasserdruckstrahlmassage, einschließlich der erforderlichen Nachruhe, Richtwert: 20 Minuten

bisher wurden hierfür maximal 26,60 EUR erstattet, neu sind es nun 35,10 EUR (ein Plus von über 30%)

oder auch

Logopädie, Einzelbehandlung bei Sprech-, Sprach- und Stimmstörungen Richtwert: 30 Minuten

bisher wurden hierfür maximal 36,50 EUR erstattet, neu sind es nun 48,10 EUR (ein Plus von über 30%)

Im Downloadbereich finden Sie die neue Heilmittelliste und eine handschriftliche Ergänzung der alten Beträge. So lassen sich die Änderungen auf einen Blick schnell ablesen. (gilt nicht für den PRIMO oder den Standardtarif, deren Verzeichnisse weiter unten)

HALLESCHE Hilmittelverzeichnis 2019 mit Gegenüberstellung alter Preise

Neben den deutlich erhöhten Sätzen sind auch Behandlungen oder andere Zeitstufen hinzu gekommen und sind nun im neuen Heilmittelverzeichnis enthalten.

Hallesche Heilmitteländerungen – neue Leistungen

Neu sind zum Beispiel psychotherapeutische Erstbefundungen und die Erstellung eines Behandlungsplans für maximal 19 EUR, aber auch Logopädie mit nun bis zu 90 Min (119,00 EUR), Hydroelektrische Teilbäder (bis 17,20 EUR), aber auch neue podologische Leistungen wie zum Beispiel:

Erstversorgung mit einer Federstahldraht-Orthonyxiespange nach Ross-Fraser, einteilig, einschließlich Abdruck und Anfertigung der Passiv-Nagelkorrektur-Spange nach Modell, Applikation sowie Spangenkontrolle nach 1 bis 2 Wochen

erstattungsfähig bis 223,80 EUR

Ernährungstherapie und physiotherapeutische Palliativversorgung

Die Hallesche erweitert ohne Mehrpämie für alle Versicherten die Leistungen in den beiden Bereichen. Wird eine solche Ernährungstherapie von Diätassistenten, Oecotrophologen sowie Ernährungswissenschaftlern erbracht, so ist diese ab sofort ebenfalls versichert und erstattungsfähig. Dabei gelten Preise (je nach Art und Umfang) von 12,70 EUR bis 75,90 EUR pro Behandlung als erstattungsfähige Höchstsätze. Mehr dazu auf der letzten Seite des Hilfsmittelverzeichnisses.

Auch die physiotherapeutische Palliativversorgung bekommt einen höheren Stellenwert. Um schwerstkranken die letzte Zeit des Lebens zu erleichtern, werden physiotherapeutische Leistungen dort erstattet, wenn diese nicht bereits durch die spezialisierte Palliativversorgung erfasst sind.

Erweiterungen bei der Podologie, Geburtsvorbereitung und Rehasport

Bei Podologie (medizinische Fußpflege) entfällt die Begrenzung auf das diabetische Fußsyndrom. Podologie hat sich inzwischen auch in anderen Bereichen als medizinisch not- wendige Heilbehandlung etabliert.
Bei Geburtsvorbereitung / Schwangerschaftsgymnastik / Rückbildungsgymnastik durch Heilmittelerbringer aktualisieren wir das Verzeichnis entsprechend der Entwicklung der Vergütung von Hebammen.
Im Bereich Rehabilitationssport haben wir unsere Positionen an Vergütungsvereinbarungen der GKV ausgerichtet. Diese haben sich deutlich verändert und werden nun angepasst.

All diese Änderungen gelten, wie bereits geschrieben, nicht nur für Neukunden sondern auch im Bestand. Die neuen Heilmittelverzeichnisse finden Sie hier auf der Seite unter „Downloads“ und Versicherungsbedingungen oder hier:

HALLESCHE, Heilmittelliste 2019 (Tarife außer Primo)

HALLESCHE, Heilmittelliste 2019 Tarif Primo

HALLESCHE, Heilmittelliste 2019 Standardtarif