Archiv für die Kategorie ‘Leistungsabwicklung’

08.
Oktober '19

ERGO Zahnersatz Sofortleistung auch dann, wenn Behandlung schon geplant? Details zum Zahn-Ersatz-Sofortschutz (ZEZ)


Wer sich mit Versicherungen beschäftigt oder zumindest auch nur Ansatzweise etwas davon gehört hat, der kennt eins:

„Rechtzeitig abschließen, damit im Fall der Fälle Versicherungsschutz besteht.“

Nur so kann ein Versicherungsschutz auch funktionieren, denn viele zahlen ein, einigen passiert etwas und diese bekommen dann gemäß den Bedingungen Ihre Leistungen. Dieses Prinzip kehrt die Ergo nun um und will auch dann leisten, wenn schon ein Heil- und Kostenplan da ist und Sie schon wissen, dass da Leistungen erforderlich sein werden. Doch wie geht das? Und rechnet sich das?

All diesen Fragen gehen wir einmal genauer nach und schauen uns einmal die Bedingungen und das Produkt an.

Was unterscheidet den „Zahnersatz mit Sofortleistung“ von anderen?

Normalerweise besteht in den normalen Tarifen kein Schutz für Behandlungen, welche angeraten und damit schon geplant sind. Das berühmte „brennende Haus“ lässt sich eben nicht mehr versichern.

Da muss ein Versicherer schon sehr sonderbare Ideen haben, um dieses Risiko doch zu versichern. Oder doch nicht? Um das zu beurteilen schauen wir uns zunächst einmal an, was denn genau versichert ist.

Es muss zu nächst ein Anspruch auf Leistungen aus einer Gesetzlichen Krankenkasse für den Zahnersatz bestehen. Somit ist der Tarif für Privatversicherte nicht nutzbar. Aber, wer nun in der GKV versichert ist, der findet auch hier eine Leistung. Dazu heißt es im Punkt 1 der Bedingungen:

Wir erbringen Leistungen nach diesem Tarif, wenn bei einer versicherten Person bei bestehendem Versicherungs-Schutz medizinisch notwendige Zahnersatz-Maßnahmen durchgeführt wurden. Dies gilt, sofern für diese Zahnersatz-Maßnahmen ein von der gesetzlichen Krankenversicherung anerkannter Leistungs-Anspruch besteht (Versicherungs-Fall). Als Zahnersatz gelten Kronen, Brücken, Prothesen und implantatgetragener Zahnersatz, die jeweilige Reparatur sowie die jeweils notwendigen zahntechnischen Laborarbeiten und Materialien. Die Zahnersatz-Maßnahme kann auch vor Beginn des Versicherungs-Schutzes angeraten worden sein. Versicherungs-Schutz besteht ab dem im Versicherungs-Schein bezeichneten Zeitpunkt (Versicherungs-Beginn).

Zudem enthält der Tarif einen erweiterten Versicherungs-Schutz. Dieser beginnt sechs Monate vor dem im Versicherungs-Schein bezeichneten Versicherungs-Beginn (Rückwärts-Versicherung).Wir erbringen die Leistungen daher auch, wenn bei einer versicherten Person medizinisch notwendige Zahnersatz-Maßnahmen innerhalb dieses Zeitraumes von sechs Monaten vor dem Versicherungs-Beginn begonnen und nach dem Versicherungs-Beginn beendet wurden. Die Zahnersatz-Maßnahme kann auch vor Beginn des erweiterten Versicherungs-Schutzes angeraten, darf aber noch nicht begonnen worden sein.

Nehmen wir also ein Beispiel. Sie versichern sich zum 01. 11. 2019 mit dem oben genannten Tarif. Der Zahnarzt hat Ihnen aber schon im August diesen Jahres einen Heil- und Kostenplan erstellt und die Behandlung soll nun im November beginnen. Dann besteht auch hier Versicherungsschutz.

Selbst wenn Sie aktuell schon behandelt werden besteht ein Schutz, aber: Dann muss das Ende der Bezahlung im Bereich des Versicherungsschutzes liegen und darf damit noch nicht beendet worden sein.

Wie hoch sind die Leistungen?

Vereinfacht bedeute das:

Gleiche Leistung der Krankenkasse wird gezahlt

Auch dazu finden sich natürlich die Regelungen in den Bedingungen und es heißt:

Bei Eintritt des Versicherungs-Falls erhalten Sie eine Leistung in gleicher Höhe des von der gesetzlichen Krankenversicherung erstatteten Betrags für Zahnersatz-Maßnahmen. Wir zahlen jedoch nicht mehr als die noch verbleibende Differenz zu den erstattungsfähigen Aufwendungen. Das heißt, zusammen mit der Vorleistung der gesetzlichen Krankenversicherung sowie den Erstattungen Dritter, erhalten Sie maximal die erstattungsfähigen Aufwendungen ersetzt. Die Aufwendungen für erbrachte Leistungen sind erstattungsfähig, soweit die Gebühren im Rahmen der jeweils gültigen Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) bzw. Ärzte (GOÄ) bis zu den dort festgesetzten Höchstsätzen liegen und für die Versicherungs- Schutz besteht.

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25.
September '19

Unwissenheit oder Selbstüberschätzung? Ins Ausland nie ohne Auslandskrankenschutz! 12 € die sich lohnen, IMMER!


Manche Sachen sind mir auch nach über 20 Jahren heute noch unerklärlich. Einer davon ist die Tatsache, wie Menschen ins Ausland reisen können und dabei keinen Auslandsschutz für das Risiko von Krankheiten oder Unfällen haben. Dabei kann es am Geld nicht liegen, denn wer die 10-12 Euro pro Jahr nicht hat und für hunderte oder tausende Euro in den Urlaub fährt/ fliegt… Ich verstehe es einfach nicht.

Einer dieser Fälle landete die letzten Tage bei mir im LiveChat. Dieser kann, das einmal vorab, 200 oder auch 200.000 Euro Kosten nach sich ziehen. Warten wir also einmal ab und schauen uns die Fragestellung aus dem Chat einmal an.

Welcher Schutz besteht durch die gesetzliche Krankenkasse?

Wer in Deutschland in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist und damit eine Pflicht- oder freiwillige Mitgliedschaft hat, der hat zunächst in Deutschland Versicherungsschutz. Darüber hinaus besteht nach besonderen Vereinbarungen auch Schutz in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. (bis zum EU Austritt also auch noch in Großbritannien, danach muss eine neue Vereinbarung her)

Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern

Zudem haben sich weitere Staaten des Europäischen Wirtschaftsraumes dazugesellt und bieten auch hier Schutz für einige Leistungen.

Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz

Auch in den folgenden Ländern besteht (teilweise) Schutz über die deutsche Krankenversicherung, da hier ein sogenanntes Soialversicherungsabkommen besteht welches den KV Schutz inkludiert. Dazu gehören also:

Bosnien und Herzegowina, Nordmazedonien, Montenegro, Serbien, Tunesien oder der Türkei

Dabei ist zu beachten: [Quelle: Bundesgesundheitsministrerium]

Bitte bedenken Sie, dass durch Ihre gesetzliche Krankenversicherung nicht alle Krankheitskosten bei einem Auslandsaufenthalt abgedeckt sind. Hierzu gehören z. B. Kosten für einen gegebenenfalls erforderlich werdenden Rücktransport nach Deutschland, im Gastland übliche Zuzahlungen oder Behandlungen durch private Leistungserbringer. Daher ist der Abschluss einer privaten Auslandsreise-Krankenversicherung ratsam.

Welche Kosten können hier entstehen?

Das ist je nach Land und Erkrankung grundverschieden und daher können wenige Euro bis hin zu hunderttausenden Euro an Kosten entstehen. Nehmen wir also einmal unser Beispiel auch dem Chat. Es gab Bauchschmerzen. Die können bekanntlich unzählige Ursachen haben, bis hin zu einer Blinddarmentzündung mit notweniger Operation. Das ist dann auch kein Zustand mehr, mit dem man warten kann und sollte bis man wieder zu Hause ist.

In den USA (wie in unserer Anfrage hier) ist es für eine Ersteinschätzung möglich eine der URGEND CARE Praxen zu nutzen. Diese sind, anders als der Emergency Room (Notaufnahme) nicht in einem Krankenhaus angesiedelt und können hier bei Kleinigkeiten durchaus hilfreich sein. Auch Urintest oder Sonographie kann dort gemacht werden, nicht aber Blutuntersuchungen oder sonstige komplizierte Untersuchungen.

Da ich im letzten Jahr in den USA selbst in einer solchen Situation war und sowohl URGEND CARE, aber dann auch Notaufnahme und weitere Behandlungen „genießen durfte“, gern diese Kosten einmal als Beispiel

Kostenart in Dollar in Euro
Erstkontakt URGEND CARE $ 169,00 153,76 €
Taxi zum Emergency Room $ 40,00 36,39 €
Anzahlung Notaufnahme $ 1.150,00 1.046,33 €
Medikamente $ 69,00 62,78 €
Computertomografie $ 1.354,00 1.231,94 €
Auswertung CT $ 398,00 362,12 €
Krankenhausendrechnung nach 4 Std. $ 5.122,00 4.660,25 €
Fahrt zurück ins Hotel/ zum Airport $ 35,00 31,84 €
SUMME $ 8.337,00 7.585,42 €

Alle weiteren Details zu meinem Aufenthalt und den dort entstandenen Rechnungen finden Sie im Beitrag:

Was kostet eigentlich? Ein kurzer Arztbesuch in den USA

Alle weiteren Details dazu finden Sie in meinem Beitrag #WasKostetEigenlich. Nutzer diesem Stichwort finden Sie auch hier im Blog weitere Beispiele was einzelne Behandlungen so kosten können und wie sich Kosten zusammensetzen. Mehr Beispiele in der Rubrik:

#WasKostetEigentlich

Und all das ließe sich problemlos mit einer einfachen Auslandsreisekrankenversicherung versichern.

Was kostet so eine Absicherung?

Dazu sollten Sie zunächst einmal prüfen, ob Sie eine Kreditkarte besitzen, welche einen solchen Schutz schon enthält. Viele gängige Karten haben einen Auslandsreisekrankenversicherungsschutz und bieten hier eine Grundabsicherung. Das bedeutet keinesfalls, dass der Schutz auch reicht, gute Bedingungen hat oder sonst besonders ist. Selbst bei einer Gold- oder Platinkarte ist es nicht zwangsweise gut. Aber… jeder Schutz ist zunächst einmal besser als keiner.

Haben Sie einen solchen Schutz noch nicht in einer Karte eingeschlossen und benötigen Sie diese auch nicht, dann macht in jedem Fall ein Abschluss einer separaten Auslandskrankenversicherung Sinn. Ein Beispiel eines solchen Produkts ist das HALLESCHE KOLUMBUS

Kolumbus- der neue Auslandsschutz der HALLESCHE Krankenversicherung

Wo ist die Auslandskrankenversicherung sonst noch enthalten?

Einige Kreditkarten habe ich mir bereits in meinem anderen (Reise-)blog angesehen, meist weil diese andere Vorteile bieten. Daher erlaube ich mir hier einfach nur einige kurze Verlinkungen zu den dort bereits vorhandenen Beiträgen.

Lässt sich diese online Abschließen?

Ja und das sollten Sie auch tun, wenn Sie keinen solchen Schutz haben. Die Jahrespolicen für die Auslandsreisekrankenversicherung sind immer 12 Monate gültig und verlängern sich dann wieder, falls keine Kündigung erfolgt.

Für einen Jahresbeitrag von max. 12 € und damit für einen Euro pro Monat lassen sich hier diverse Anbieter finden, bei denen Sie den Schutz online abschließen können und somit auch bei sofortiger Abreise Versicherungsschutz haben. Hier einige Beispiele (welche ausdrücklich keine Bewertung der Produkte darstellen)

Eine Besonderheit bietet hier die Allianz. Hier bekommen Sie eine Kreditkarte (zumindest eine Art KK), welche die Allianz bei Bedarf aufladen kann. Durch diesen so genannten RealTime Schutz benötigen Sie keine eigene Karte oder kein Bargeld bei ambulanten Behandlungen oder Medikamenten und vereinfachen die Abwicklung und Abrechnung. Mehr Infos hierzu auf den Seiten der Allianz. Auch hier lassen sich für knapp 15 € Jahrespolicen abschließen.

Fazit:

Bitte niemals ohne Auslandsschutz ins Ausland. Nicht nur ein teurer Rücktransport, sondern schon Kleinigkeiten und einige Untersuchungen gehen schnell in die tausende Euro und sind es nicht wert riskiert zu werden.

24.
August '19

Was kostet eigentlich… ein MRT mit Kontrastmittel und allem „Drum und Dran“?


Zuerst war es eher eine spaßige Idee, als ich vor Jahren einfach anfing ab und zu einmal eine Rechnung zu posten. Dann wurden es, aufgrund des sehr positiven Feedbacks, einige Blogbeiträge, welche ich unter der Rubrik #waskosteteigentlich zusammengefasst habe. Dort zeige ich in unregelmäßigen Abständen Rechnungen oder Abrechnungen von Ärzten und Krankenhäuser, Zahnärzten oder anderen Behandlern.

Es ist durchaus interessant (und auch immer einer Frage bei der Auswahl der richtigen Privaten Krankenversicherung und der Frage der passenden Selbstbeteiligung), was einzelne Leistungen überhaupt so kosten. Viele gesetzlich Krankenversicherte haben (woher auch) nicht ansatzweise eine Vorstellung, welche Kosten der Arzt berechnen kann. Auch erfolgt die Abrechnung in der GKV ganz anders und ist somit auch nicht vergleichbar.

Möchten Sie aber zum Beispiel als Selbstzahler zum Arzt, als GKV Patient in eine Privatpraxis oder einfach nur wissen, was eine Leistung kostet, dann ist diese Information nicht ganz unwichtig.

Was kostet eigentlich… ein MRT mit Kontrastmittel – Grundlagen

Zuerst braucht es eine Überweisung. Auch wenn Sie die Untersuchung selbst zahlen möchten, muss der Radiologe hier wissen was er untersuchen soll und welche Aufnahmen der Arzt dann haben möchte. Hier in diesem Beitrag geht es ausschließlich um die Rechnung für den Radiologen. Also die Durchführung des MRT’s und alle damit zusammenhängenden Arbeiten. Der Besuch vorher beim Arzt und die weitere Besprechung und Behandlung ist in dieser Rechnung nicht enthalten.

Um zu verstehen wie sich eine solche Rechnung zusammensetzt, benötigen wir einige Grundlagen in der ärztlichen Abrechnung. Dazu der Verweis auf einen anderen Beitrag, hier erkläre ich den Aufbau der Rechnung und die Steigerungssätze.

Was darf der Arzt berechnen und was bedeutet eigentlich Regelhöchstsatz?

In unserem Fall hat der Arzt nur „mittlere“ Sätze, also den so genannten Regelhöchstsatz berechnet. Ein Überschreiten des Satzes ist nur möglich, wenn entsprechende Begründungen vorliegen und der Arzt diese Leistungen selbst ausführt oder direkt „delegiert und überwacht“. Die Gabe von Kontrastmittel machte bei mir aber die Assistentin (wie üblich) und daher auch nur 2,3fach in der 2. Rechnungsposition (Ziffer 346).

Doch bevor wir uns den wirklichen Rechnungsbetrag anschauen, schauen wir doch einmal wie getippt wurde. Bei twitter hatte ich gefragt.

Die Tipps dort starteten bei 325 € für diese Rechnung bis hin zu 1.400 €.

Eine doch große Bandbreite für eine identische Behandlung. Auch auf der (mehr …)

22.
August '19

Rechnungen für die Private Krankenversicherung einreichen – Formulare, Apps und andere Wege


Das Einreichen von Rechnungen, Rezepten und sonstigen Kosten für die Private Krankenversicherung führt immer wieder zu Nachfragen. Von A wie Alte Oldenburger oder Allianz, über D wie Debeka oder DKV bis hin zu U wie Universa, eines haben alle Unternehmen gemein. Damit eine Rechnung erstattet wird, muss diese eingereicht werden.

Dabei helfen Leistungsformulare, Abrechnungsscheine oder einfach ganz digital eine App. Hiermit lassen sich die Rechnungen und Belege einreichen, manchmal sogar ohne die Versendung des Originals. Damit Ihnen hierbei keine Fehler passieren, hier einige Hinweise und Tipps und natürlich verlinkte Formulare und Apps.

Rechnungen bei der Privaten Krankenversicherung einreichen

Zunächst einmal ist es wichtig zu überlegen wann Sie die Rechnungen einreichen. Dazu haben Sie lange Zeit, denn auch eine Rechnung aus dem Jahr 2017 kann heute in 2019 noch einreicht werden. Selbst wenn Sie schon eine Beitragsrückerstattung für das jeweilige Jahr bekommen haben. Doch nicht alle Rechnungen bekommen Sie direkt nach Hause. Daher hier eine kurze Unterteilung der entsprechenden Leistungsbereiche.

Rechnungen für ambulante Behandlungen

Sind Sie bei einem Arzt oder Heilpraktiker in einer ambulanten Behandlung, so wird Ihnen hier nach Behandlungsende, am Ende des Monats oder manchmal auch erst am Quartalsende eine Rechnung geschickt. Das kann der Arzt selbst tun, oder aber eine Abrechnungsstelle wie die PVS beauftragen. Diese ambulanten Rechnungen werden nie direkt an die Versicherung geschickt. Daher kann auch hier keine automatische Erstattung erfolgen, sondern Sie müssen diese an den Arzt bezahlen und bei der privaten „Krankenkasse“ (eigentlich heißt es Krankenversicherung) einreichen.

Dabei spielt es natürlich eine Rolle, ob Sie eine Selbstbeteiligung vereinbart haben und die Kosten daher selbst zahlen müssen. Dennoch kann eine Rechnungsprüfung durch die PKV sinnvoll sein, dazu aber später mehr.

Rechnungen für Medikamente oder Hilfsmittel

Im Gegensatz zu der Arztrechnung haben Sie das Rezept oder die Verordnung bekommen, sind damit zur Apotheke gegangen und bekamen dort das Medikament. Eine Bezahlung ist also in den meisten Fällen schon direkt in der Apotheke erfolgt, so stellt sich hier die Frage der Überweisung nicht mehr.

Die Kosten, die Sie hier verauslagt haben, diese möchten Sie natürlich von der privaten Krankenversicherung erstattet bekommen und reichen somit auch diese ein. Achten Sie dabei bitte darauf, dass das Rezept entweder eine Diagnose enthält oder reichen Sie sonst am besten die Rechnung für die Behandlung zusammen mit (mehr …)

23.
April '19

Warum die Bundeswehr kein Ersatz für einen Auslandskrankenschutz ist – ein Blick auf Voraussetzungen und Kosten


Am Mittwoch der letzten Woche wurden in Madeira bei einem verheerenden Busunglück 29 Menschen getötet, viele weitere schwer und schwertverletzt. Diese wurden nach dem Unglück dann in den umliegenden Krankenhäusern erstversorgt und je nach Schwere der Verletzungen behandelt.

Verständlicherweise ist es oberstes Ziel der Verletzten und der Angehörigen, eine möglichst schnelle Rückreise aus dem Ausland zu erreichen. Je nach Schwere der Verletzung ist es dabei oft schlichtweg unmöglich, die Patienten in einem normalen Linienflug nach Deutschland zu bringen. Dabei kommen generell mehrere unterschiedliche Optionen in Frage, welche aber vor allem einen medizinischen Hintergrund haben.

Wie kommen die Patienten zurück nach Deutschland?

Für einen solchen Rücktransport muss zunächst geklärt werden, in welcher gesundheitlichen Verfassung der Patient ist. Weiterhin spielt es auch eine entscheidende Rolle, wo der Patient verletzt oder verunfallt ist. Wir haben sicher einige Länder auf der Welt, wo eine adäquate medizinische Versorgung schlichtweg nicht nach den Standards möglich ist, wie wir diese hier kennen. Das allein kann ein Grund für einen medizinisch notwenigen Rücktransport sein.

Gerade schwere und schwerste Verletzungen sind oftmals nicht entsprechend zu behandeln. Verfügen die Krankenhäuser und Ärzte im jeweiligen Land nicht über die Möglichkeiten, sind zum Beispiel umfassende Operationen und Behandlungen möglich, so ist ein solcher Transport medizinisch notwendig. Es wird damit sichergestellt, dass die/der Versicherte eine umfassende und bestmögliche Behandlung bekommt und möglichst weitere Folgeschäden aufgrund des Unfalls oder der Erkrankung verhindert werden.

Je nach Schwere der Verletzung und der notwenigen Behandlung kommen also folgende Wege in Frage.

  • Rückflug mit der nächsten Linienmaschine

  • Rückflug mit der Linienmaschine, aber mit medizinischer Betreuung/ Begleitung

  • Liegend Transport mit einem Ambulanzflugzeug

  • Intensivtransport mit einem speziell ausgerüsteten Flugzeug

Während ein Patient mit einem verletzten (ggf. auch komplizierten Bruch) Arm oder Bein vielleicht noch einen Linienflug nutzen kann, da dieser in der Lage ist aufrecht zu sitzen, geht das bei anderen Erkrankungen nicht. Je nach Diagnose kann bei einem Linienflug auch die Erstattung einer höheren Reiseklasse, also der Flug in Business- oder First Class in Frage kommen, wenn hierdurch eine sichere und medizinisch vertretbare Rückreise angetreten werden kann.

Auch hier geht es nicht um den Komfort, sondern um die medizinische Notwenigkeit. Kann der Patient aber nicht sitzen oder stehen und ist es somit auch nicht bei Start und Landung möglich eine sitzende Position einzunehmen, so bedarf es anderer Transportmöglichkeiten.

In anderen Fällen bedarf es aber einer medizinischen Überwachung. Das kann eine Krankenschwester sein, die über spezielle Dienstleister beauftragt werden kann. Dieses medizinische Personal begleitet dann den Patienten auf einem Linienflug nach Deutschland und von dort weiter in das geeignete Krankenhaus.

Scheitert auch dieser Weg oder ist eine tiefergehende medizinische Betreuung notwendig, so kommen dann normale Linienflüge nicht mehr in Frage. Auch wenn die Gabe von Medikamenten, ein ständiger Tropf oder die Überwachung von Körperfunktionen erforderlich wird, kommen die Transporte mit einer normalen Linienmaschine nicht mehr in Frage. Hier bedarf es dann weitergehender Maßnahmen und Möglichkeiten. Nicht nur der ADAC, auch viele andere Dienstleister weltweit bieten solche Möglichkeiten an. Abhängig auch hier von der Schwere der Verletzungen und es mit einem Transport verbundenen Risikos ist eine Rundumbetreuung unerlässlich.

Wann ist es medizinisch notwendig, wann vertretbar?

Es gibt einen großen Unterschied zwischen medizinisch NOTWENIG und medizinisch angeraten. Ein Rücktransport ist immer dann notwendig, wenn in dem jeweiligen Land eine Behandlung nicht möglich ist. So kann der medizinische Standard, ein fehlenden Krankenhaus in der Nähe (oder kein geeignetes für die medizinische Betreuung) oder auch generell ein sehr niedriger Standard ein Grund sein. Ein Beispiel aus einem Auslandsreisekrankenschutz (hier: Hallesche KOLUMBUS)

Wir erstatten die notwendigen Kosten für einen Rücktransport, wenn

 dieser medizinisch sinnvoll ist oder
 sich der Schutz der Versicherung wegen Reise- oder Transportunfähigkeit verlängert (siehe § 8)

oder
 der Versicherte so schwer erkrankt ist, dass er länger als zwei Wochen im Ausland stationär behandelt werden müsste oder
 die Kosten des Rücktransportes günstiger sind als die erstattungsfähigen Kosten der weiteren Heilbehandlung.

Wird der Versicherte beim Rücktransport von einem Mitreisenden begleitet, übernehmen wir die Kosten für eine Begleitperson, wenn
 der Versicherte unter 16 Jahre alt ist oder

 dies medizinisch notwendig ist.
Wir erstatten die Kosten für das für den Rücktransport jeweils günstigste geeignete Transportmittel.

Je nach Aussage in den Bedingungen kann es auch dann versichert sein, wenn eine lange Behandlung im Ausland droht. zudem sind die Kosten in einigen Ländern so exorbitant hoch, dass sich hier ein Rücktransport „lohnt“, weil eine Weiterbehandlung in Deutschland nicht nur besser, sondern auch günstiger ist. Die Regelungen sind aber TARIFABHÄNGIG. Der ADAC schreibt in dem Auslandsschutz BASIS zum Beispiel:

§ 16 Wann führen wir einen Krankenrücktransport durch?

1. Es ist eine akute, unerwartete Erkrankung oder eine Verletzung im Ausland eingetreten. (Anm. KEINE Verschlechterung einer bestehenden Erkrankung) Ist ein Rücktransport zu einem Krankenhaus an Ihrem Wohnsitz in Deutschland oder zu einem anderen geeigneten Krankenhaus in Deutschland nach Abstimmung des ADAC Arztes mit dem behandelnden Arzt medizinisch sinnvoll und vertretbar (z. B. Dauer des Krankenhausaufenthaltes im Ausland länger als 14 Tage), so wird der Transport vom ADAC Arzt angeordnet.

Der ADAC Arzt entscheidet über den Transportzeitpunkt, das geeignete Transportmittel und die Betreuung während des Transportes. Wir führen den Transport selbst durch oder veranlassen ihn.
Wir übernehmen die Kosten des von uns durchgeführten oder veranlassten Transportes einschließlich der von uns oder von Behörden angeordneten Betreuung.

Auch hier sehen Sie schon große Unterschiede des Rücktransportes und der Voraussetzungen. Es kann also durchaus sein, dass bei gleichem Erkrankungsbild ein Unternehmen den Rücktransport bezahlen müsste, das andere aber nicht.

Welche Kosten entstehen bei einem Auslandsrücktransport?

Der ADAC, einer der größten Anbieter in diesem Bereich, betreut hier Jahr für Jahr weit über 50.000 Patienten und holte über 12.000 pro Jahr aus dem Ausland zurück. Dabei sind die Kosten entscheidend von dem benötigten Equipment und der Flugstrecke abhängig. In einer Pressemitteilung schreibt der ADAC zu den Kosten:

Je nach Maschinentyp kostet ein ADAC-Ambulanz-Sonderflug von den Kanarischen Inseln nach Deutschland bis zu 45.000 Euro. Ein Intensivtransport aus Mexiko zum Beispiel kann bis zu 70.000 Euro kosten. Und aus Asien oder Australien kommen schnell bis zu 130.000 Euro zusammen.

Aber warum fliegt aus Madeira nun die Luftwaffe?

Neben dem einen verletzten Patienten gibt es aber auch größere Unglücke und Katastrophen. Dazu gehörten Naturkatastrophen wie der Tsunami in Asien vor einigen Jahren, aber auch der Rückflug der Geiseln aus dem Vorfall in Mali 2004. Einige Fälle mehr und weitere Infos finden sich in der Antwort des Bundestages auf eine Anfrage der Parlamentarier. Diese gibt es als PDF hier. Drucksache 16/13861

Für solche Einsätze (auch für nicht Militärische Einsätze)( unterhält die Bundeswehr (fast weltweit einzigartig) eine Flotte aus A310. Dieser so genannte MED EVAC Flieger, wurde eigens für diese Zwecke umgebaut und bietet Platz für bis zu 6 Intensivpatienten und/oder bis zu 44 weiterer liegend zu transportierender Verletzte. Weitere Informationen und auch Fakten zur technischen und medizinischen Ausstattung finden Sie auf der Seite der Bundeswehr.

Warum nun gerade dieses Mal die Luftwaffe zum Einsatz kam, hat mehrere Gründe. Vorab einige Fakten:

  • ein Patient wurde bereits (privat/ von seinem Versicherer) am Montag ausgeflogen
  • 15 Patient waren an Bord der Bundeswehrmaschine
  • Organisation und Entscheidung über den Einsatz trifft die Bundeswehr/ die Bundesregierung mit dem Verteidigungsministerium

Wann und ob so ein Einsatz also in Frage kommt, ist sehr von den individuellen Umständen abhängig und auch davon, wie viele Personen wo betroffen sind. Dabei spielen natürlich auch weitere Fakten eine Rolle. Auch hier sieht man aber, ein solcher Einsatz muss koordiniert werden und ist nicht mal „eben schnell“ beauftragt. Der andere Patient wurde bereits vorher ausgeflogen und war daher schon früher im Krankenhaus in Deutschland.

Ein Anspruch auf einen Rücktransport mit der Bundeswehr gibt es natürlich nicht. Im Rahmen der Fürsorge für die Bundesbürger KANN DIE BUNDESREGIERUNG einen solchen Transport anordnen, muss es aber nicht. Sicherlich erreicht man hiermit auch, sowohl für das Außenministerium und auch für die Bundesregierung etwas gute Presse, einen Garantie es zu bekommen gibt es aber eben gerade nicht. Anders bei der Auslandskrankenversicherung, hier sind zwingende Voraussetzungen in den Bedingungen geregelt und garantieren einen Schutz.

Was kostet die Patienten der Flug mit dem A310 der Bundeswehr?

Es gibt seitens der Luftwaffe oder der Bundesregierung keine Informationen darüber, welche Kosten für den Einsatz entstehen. Eine pauschale Aussage ist auch hier nicht zu treffen, denn im Wesentlichen hängt es von den Umständen ab. Da kann ein Einsatz schnell einige hunderttausend Euro kosten, weche sich natürlich nicht auf einen einzelnen Patienten verteilen.

Es ist (Stand 2019) jedoch kein einziger Fall bekannt, nachdem die Kosten für eine solche- von der Bundesregierung veranlasste- Rückholung auf die Patienten oder deren Versicherer umgelegt wurden. In einem solchen „besonderen Fall eines MEDEvac Einsatzes“ trägt damit der Bundeshaushalt, rsp. das Bundesverteidigungsministerium alle anfallenden Kosten. Erst bei Einlieferung des Patienten in Deutschland sind ab dort wieder die Kosten von dem Patienten zu tragen.

Selbstverständlich geht es hier nur um den Transport. Kosten, die im Ausland angefallen sind, also Rettung, Transport und Versorgung im Krankenhaus vor Ort und weitere Kosten sind dennoch vom Patienten zu tragen und daher nur über einen sinnvollen Auslandsschutz abzusichern.

Bundeswehr statt Auslandskrankenversicherung – KEINE Option!

Auch wenn es einigen (nicht nur bei twitter) in den letzten Tagen so erschien, also nach dem Motto:

„Was brauche ich eine Auslandsversicherung, zahlt doch die Regierung und der Steuerzahler“

ist es keine wirkliche Option. Besonders weil es nur um den reinen Transport und nicht um die weiteren Kosten ging und eben, weil es gerade keinen Anspruch darauf gibt. Zudem zieht sich die Organisation eines solchen Einsatzes deutlich länger hin. Ein medizinisch notweniger Rücktransport kann von dem Versicherer oder dem dort beauftragten Dienstleister innerhalb weniger Stunden organisiert werden. Dazu unterhalten die Unternehmen 24 Stunden Zentralen, welche sich nach Absprache mit den Ärzten um einen Transport kümmert. Viele Versicherer nutzen hier ROLAND Assistance als Serviceanbieter, welche je nach Kostenhöhe und Art der Rückführung große Entscheidungsspielräume haben. So lassen sich oft Kosten bis zu 60.000 € direkt dort im Auftrag und Namen des Versicherers entscheiden, ohne dass hier komplizierte und langwierige Entscheidungen nötig sind. Auch für höhere Kosten stehen 24 Stunden erreichbare Kontakte und Entscheidungsträger zur Verfügung, denn gerade in diesen Fällen ist Zeit nicht Geld, sondern Gesundheit!

Wer also glaubt, die Bundesregierung oder die Bundeswehr wird mich schon holen, den muss ich leider enttäuschen. Eine Absicherung mit einem passenden und sinnvollen Auslandsschutz ist daher unerlässlich. Eine Möglichkeit ist der KOLUMBUS Schutz der HALLESCHE. Mehr Infos hier im Artikel.

Kolumbus- der neue Auslandsschutz der HALLESCHE Krankenversicherung