Welche PKV ist gut, welche Gesellschaft soll ich wählen? – Der Weg zur passenden privaten Krankenversicherung (PKV)

Sven Hennig

Die Frage aus der Überschrift ist wohl die am häufigsten gestellte Frage auf dem Weg zur Privaten Krankenversicherung. Nicht nur Kunden stellen (sich) diese Frage regelmäßig, sondern auch bei Kollegen aus der Versicherungsbranche ist es keineswegs so, dass diese Frage einfach zu beantworten ist.

Anlass für diesen Beitrag ist daher auch eine Frage eines Kollegen in einem geschlossenen Maklerforum, welche ich zum Anlass nehmen möchte, den Weg in die private Krankenversicherung zu erklären und zu zeigen „so schwer ist es nicht, aber es macht Arbeit“, nicht nur für den Berater.

(…) ich beschäftige mich gerade mit dem Thema PKV, da ich aktuell noch gesetzlich versichert bin. Ich habe zwar einen Favoriten für mich, hätte aber gerne noch mehr Input, damit ich nicht einen Anbieter übersehe. Wo würdet Ihr euch aktuell versichern und ich welchem Tarif und warum würdet Ihr diesen Anbieter wählen.

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Der Ansatz sich bei Kollegen Hilfe zu holen ist nicht nur richtig, sondern wichtig. Nur mit ausreichender Information lässt sich eine solche Lebensentscheidung zur PKV beurteilen und nur so lassen sich die entsprechenden Fakten sammeln um fundiert eine Auswahl treffen zu können. Das gilt für jeden Kunden genau so und der Kollege ist in dem Fall nichts anderes als ein Kunde für den Versicherer. Daher schauen wir uns einmal die Hintergründe an und betrachten einige wichtige Fragen.

Ist das System überhaupt das richtige für mich?

Die Systeme der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV) unterscheiden sich grundlegend. Daher ist es zunächst einmal wichtig die Unterschiede zu kennen und zu wissen, wo die entscheidenden Vor- und Nachteile eines jeden Systems liegen. Das bedeutet auch, das es erst einmal heißt: Lesen, Lesen, Lesen! Eine erste Lektüre findet sich dazu in meinem Leitfaden zur privaten Krankenversicherung.

Weiterhin sollten Sie alles, was Sie an Informationen finden, auch hinterfragen. So werden gesetzliche Kassen eher das „pro GKV und gegen PKV“ darstellen, private Versicherer werden versuchen das System PKV als das „beste und tollste“ hinzustellen. Daher heißt es nicht nur lesen, sondern auch verstehen und hinterfragen.

Dazu kommen noch viele Adresssammler im Internet. Adress… was? werden Sie vielleicht fragen. Nun, dabei handelt es sich um so „tolle“ Seiten, welche Ihnen versprechen ganz schnell einen Vergleich zur PKV zu erstellen und „die PKV schon ab 58 EUR anzubieten„.

Dazu sind noch Fragen zur Familienplanung, der beruflichen Zukunft und vielem mehr zu stellen und zu beantworten. Ich weiss, es ist extrem schwer heute vorherzusagen wie das eigenen Leben in X Jahren aussehen wird. Auch die Mythen „wenn einmal PKV dann immer PKV“ oder „meine Frau muss ich dann ja mit versichern, wenn sie mit den Kindern zu Hause bleibt“ sollten besprochen werden.

Schritt 1 also: Informieren über beide Systeme! Neutral und umfangreich!

Nimmt mich dann ein Versicherer (zu akzeptablen Konditionen) überhaupt?

Auch das ist eine Frage die vorab grob geklärt werden sollte. Weder Ihnen noch dem Berater bringt es etwas, Sie über Wochen zu beraten und sich in das Thema PKV zu knien (ja, es dauert Wochen) um das festzustellen das eine chronische Erkrankung vorliegt oder eine „Ablehnungsdiagnose“ gegen die generelle Aufnahme in die PKV spricht. Dann haben Sie sich zwar fachlich fit gemacht und können nun mehr als viele Berater, aber es nützt ihnen wenig. Daher machen Sie sich schon einmal Gedanken zu diesen Antragsfragen im Rahmen der Vorprüfung und schauen in der Tabelle einmal nach, wie lange die Unternehmen so zurück fragen.

Schritt 2 nun: Ärzte anfragen, Gedanken zu Gesundheitsfragen machen!

Die richtige Gesellschaft? 

Die private Krankenversicherung (PKV) existiert grundsätzlich in zwei Unternehmensformen. Da gibt es die so genannten Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit (VVaG’s), also eine Art „Verein“ in dem Sie Mitglied sind, entstanden aus Zusammenschlüssen von vielen die sich gegen Gesundheitsrisiken absichern wollten, das schon vor mehr als 100 Jahren.

Die weitere Rechtsform ist die Aktiengesellschaft. Neuer als die VVaG’s und natürlich mit einem Aktionär versehen, der natürlich auch irgendwas von seinem „Investment“ haben will und sein Geld nicht nur aus Spaß dort investiert.

Aber: Keine der beiden Rechtsformen ist grundsätzlich besser oder schlechter, sondern es entscheiden die Gesamtumstände und viele weitere Faktoren. Versuchen Sie bitte auch nicht eine einzelne Kennzahl zu nehmen und von dieser auf das ganze Unternehmen zu schließen. Kennzahlen sind zum einen Momentaufnahmen und zum anderen bilden diese nur einzelne Bereiche ab. Daher ist es wichtig auch die Entwicklung von Kennzahlen im Auge zu behalten, aber auch ein gutes Unternehmen kann schlechte und unpassende Tarife haben. Daher sind wir nun beim nächsten Punkt.

Der Leistungsumfang und der passende Tarif!

Dieses ist der vielleicht wichtigste Punkt und auch der, der am meisten Arbeit macht. Es macht Arbeit, viel Arbeit alles zu lesen und zu verstehen und dabei noch den Überblick zu haben. Dennoch kann ich Ihnen helfen Sie „fit zu machen“ und Möglichkeiten aufzeigen wie Sie durch das Thema kommen, das lesen kann ich Ihnen aber nicht abnehmen. Einer meiner Kunden schrieb neulich…

„Hallo Hr. Hennig, ich lese jetzt seit Wochen Ihre Unterlagen und wühle mich durch Versicherungsbedingungen und Tarifunterlagen und muss sagen: Ich kann es nicht mehr sehen. Obwohl ich weiss wie wichtig es ist, ich lege es jetzt mal eine Woche weg und melde mich dann bei Ihnen.“

Wichtig ist, dass Sie sich über die folgenden Punkte Gedanken machen und überlegen was Ihnen wie wichtig ist. Gibt es Punkte und Leistungen auf die Sie in keinem Fall verzichten wollen und können? Gibt es aber andererseits auch Leistungen, welche Ihnen persönlich vielleicht nicht so wichtig sind? Durch Klick auf das Bild finden Sie Fragen, welche Sie in der Beratung und der Auswahl nicht vergessen sollten.

PKV Seite

Erst wenn Sie für sich überlegen und entscheiden können was wichtig ist und worauf verzichtet werden kann, erst dann kann Ihnen der Berater helfen und passende Gesellschaften, Tarife und Modelle empfehlen.

Schritt 3: Genau überlegen welche Leistungen Ihnen wichtig sind

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Auf zum Finale!

Erst wenn generelle Fragen zu dem System, Daten und Fakten zu den Unternehmen und die Tarifinhalte besprochen wurden und all dieses verstanden ist, erst dann geht es in die Zielgerade. Hier sind nun die Fragen zu klären, ob die PKV, eine GKV mit Zusatzversicherung oder aber die „reine GKV“ das passende und richtige System FÜR SIE ist.

Blogbeitrag: Private Krankenversicherung oder GKV mit Zusatzversicherung?

Blogbeitrag: Eine private Krankenversicherung muss man sich leisten können und wollen

und da sind wir bei dem Schritt Tipp Nr. 4: Lassen Sie sich Zeit und überstürzen Sie nichts!

Es gibt keinen größeren Fehler den Sie machen können, als eine falsche Entscheidung mit zu wenigen Informationen zu treffen. Dann lieber ein paar Tage mehr und länger überlegen und wissen was Sie tun! Lebenslange Entscheidungen (die es sein sollten) trifft Frau oder Mann eben nicht in wenigen Tagen!

Nun wünsche ich Ihnen, das Sie- wie der Kollege im Forum- die passenden Hinweise und Tipps bekommen und die -für sich- richtige Entscheidung treffen können.

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