Stiftung „Dilettanztest“ mit neuem Test zur Berufsunfähigkeit in der Ausgabe Finanztest 08/2015

Sven Hennig

Stellen Sie sich vor, jemand tut etwas was er nicht kann, dann würde man diesen vielleicht als unfähig bezeichnen. Jemand der weiß „er kann etwas nicht“ und es dennoch tut, der ist wahrscheinlich dumm. Selbst die meisten Dummen sind einsichtig, wenn man ihnen dann begründet darlegen kann was sie falsch gemacht haben. Nehmen wir nun aber an, es gibt jemanden der etwas nicht kann, es dann trotzdem tut, auf seine Fehler aufmerksam gemacht wurde und es jetzt doch wieder (falsch) macht. Wie würden Sie diesen nennen? Der Begriff dafür lautet: Finanztest.

Es ist etwas mehr als zwei Jahre her, da hat Finanztest einen Test zu Berufsunfähigkeitsversicherungen veröffentlicht und ist damit in der Öffentlichkeit gehörig auf die Nase gefallen. Da waren nicht nur elementare Fehler im Test, sondern es waren falsche Annahmen, unhaltbare Aussagen, schlimme Empfehlungen, die den Leser beim Befolgen der Ratschläge und Tipps finanziell ruinieren, ohne das FT dafür haften müsste. In dem Test zur Berufsunfähigkeitsversicherung (–> Test Juli 2013) in der Juli Ausgabe 2013 waren (noch) 75 % der getesteten Tarife sehr gut.

Im Jahr 2014 gab es keinen neuen Test zur Berufsunfähigkeit, da hat man sich an der Krankenversicherung versucht, was leider nicht wirklich besser ausging. In dieser Ausgabe (08/2015) will man es nun wieder wissen und testet erneut die BU-Tarife und schreibt gleichzeitig über die private Krankenversicherung, dazu aber mehr in einem anderen Beitrag.Finanztest_BU_8-2015_ - 4

Aufhänger zu Beginn des Artikels sind (laut Finanztest) nicht versicherbar Berufe die angeblich keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen. Darunter Musik- oder Sportlehrer, aber auch Yogalehrer, Filmausstatter und andere. Vielleicht hätte Finanztest jemanden fragen sollen der sich damit auskennt, unter Umständen wäre dann ein anderes Ergebnis herausgekommen. Natürlich gibt es Berufe die gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit nicht versicherbar sind. Finanztest schreibt jedoch einschränkend, dass diese Berufe „jedenfalls nicht bei der sehr großen Versicherungsgesellschaft, deren Annahmerichtlinien Finanztest einsehen konnte“ versicherbar sind. In den Test versucht man sich dann wieder an Musterkunden, jedoch sind plötzlich nur noch „mehr als die Hälfte der 70 Angebote im Test“ mit sehr gut bewertet. Ob die anderen einfach nur schlechter geworden sind? Ob die Kriterien andere sind? Dazu später jedoch noch etwas mehr.

Bei dem Tipp von Finanztest den Beitrag jährlich zu zahlen, hat  man- nur so nebenbei- vergessen zu erwähnen, dass natürlich jetzt auch eine längere Kündigungsfrist gilt, dass aber nur am Rande. Ein Versicherter mit einer monatlichen Zahlweise, welcher merkt dass ein Schutz vielleicht doch nicht so optimal war Finanztest heute behauptet, kann damit auch „schon“ nach einem Jahr wechseln, wäre natürlich auch blöd wenn das mit Monatsfrist ginge. (–> Erklärung zur BU Kündigung) Zudem schreibt FT in den FAQ auf der Website:

„Eine ordentliche Kündigung ist in der Regel zum Ende der Vertrags­lauf­zeit zulässig, danach jähr­lich mit einer Frist von drei Monaten. Beachten Sie bitte, dass der Abschluss des Neuvertrags nicht zur außer­ordentlichen Kündigung berechtigt.“

Also kann der Kunde erst zu seinem 67. Lebensjahr kündigen? Vielleicht hätte man die Versicherungsbedingungen doch erstmal lesen sollen.

Die Modellkunden für Finanztest sind wieder einmal ein Industriemechaniker und die Arzthelferin, natürlich gehört auch der Diplom-Kaufmann dazu. Und schon auf der ersten Seite des Tests gibt es nun „Unser Rat“. Schon hier geht es mit dem Unsinn weiter, den ich vor zwei Jahren schon kritisieren musste. Bei der Rentenhöhe wird dem Kunden geraten zu überlegen „wie viel Geld Sie jeden Monat zur Existenzsicherung brauchen“. Auch diesmal wieder kein Wort darüber, dass eine Altersvorsorge weiter betrieben werden muss, dass keine Beiträge mehr in die gesetzlichen Rentenkassen fließen und daher (je nachdem wann die Berufsunfähigkeit eintritt) monatlich hohe Beiträge aufgewendet werden müssen Rentenansprüche im Alter zu erhalten. Hier wird wieder einmal der Eindruck erzeugt, einfach die monatlichen Fixkosten zu nehmen und daraus abzuleiten wie hoch die BU-Rente sein muss. Schlimmer wird es jedoch im zweiten Absatz.

„Orientieren Sie sich an den Preisen für unsere Modellkunden und wählen Sie einen günstigen Tarif aus.“

Trotz der zahlreichen, begründeten Kritik vor zwei Jahren schert es Finanztest überhaupt nicht und es kommt wieder zu Aussagen, die so nicht funktionieren. Warum wohl verbringt ein qualifizierter Berater bei der Beantragung einer Berufsunfähigkeitsversicherung Stunden über Stunden damit, den passenden Tarif zu finden, die richtige Berufsgruppe (und damit die Beitragshöhe) zu bestimmen? Bei Finanztest glaubt man das könne man mit einem Blick in die Tabelle? Die angeblichen „Testsieger“, die mit einem  „sehr gut“ bewertet und zudem billig sind, sind diesmal Provinzial Rheinland, die Europa und die Condor. Es macht natürlich auch ungeheuer viel Sinn, als Testsieger einen Versicherer zu küren, welche nur regional eingeschränkt in einem kleinen Teil Deutschlands tätig ist, vielleicht sollte Finanztest darüber nachdenken Ihrer Zeitschrift auch nur dort zu verkaufen.

Im dritten Absatz des gelben Kastens (Seite 67 der Zeitschrift) wird es immer schlimmer. Hier folgt dann der Ratschlag, der Kunde möge doch mehrere Angebote parallel einholen. Kunden die älter als 40 sind, in einem Risikoberuf arbeiten oder in den vergangenen Jahren in ärztlicher Behandlung waren, die sollen „so viele Angebote“ einholen „wie möglich“. Hartnäckigkeit zahlt sich oft aus.“ Mit der zwei Euro teuren „BU-Checkliste“ soll der Kunde die Angebote schrittweise selbst durchgehen können.

Finanztest_BU_8-2015_ - 1Finanztest verschweigt auch hier wieder die immense Bedeutung der richtigen Darstellung des Berufes, die Wichtigkeit der Einstufung in die richtige Berufsgruppe und damit auch die Entscheidung darüber, der Tarif bezahlbar ist und bleibt. Es ist nämlich keineswegs so, das eine Berufsbezeichnung tatsächlich allein ausschlaggebend darüber ist, wie die Prämie aussieht. Fragen Sie also mit diesen minimalen Angaben bei einem Versicherer an, so bekommen Sie wahrscheinlich sogar ein Angebot, ob es das passende, für Sie zugeschnittene ist, das steht auf einem anderen Blatt. Hierbei geht es entscheidend darum, für den (potentiellen) Kunden ein entsprechendes Angebot auszuarbeiten und zwar so auszuarbeiten, das aus den vorhandenen Tarifen die der Markt hergibt der passende herausgefunden wird. Wer es glaubt das könne man mit einem einfachen „Angebot anfordern“ Brief an einen Versicherer erreichen, der glaubt wahrscheinlich auch an den Weihnachtsmann.

„jung und gesund“?

Dieser Dilettantismus setzt sich dann in dem schönen bunten Bild mit der Überschrift „Der Weg zum Vertrag“ fort. Nachdem sie also jung und gesund sind, kommen Sie zu Schritt zwei auf dem Wanderweg und dort rät Finanztest erneut den preisgünstigsten Schutz aus dem „sehr guten Angeboten“ auszusuchen. Je nach Beruf sollen sie sich an einem der drei  Modellkunden orientieren. Klar, Arzthelferin, Industriemechaniker und Diplom-Kaufmann, in eine dieser drei Schubladen wird ihr Beruf wohl passen, seien sie nur nicht zu anspruchsvoll.

Nicht ein einziges Wort wird darüber verloren, dass Mitarbeiterverantwortung zu einer besseren Berufsgruppen führt, dass Außendiensttätigkeiten die Berufsgruppe verschlechtert, dass Ärzte die operieren ein höheres Risiko darstellen und vieles mehr. Doch nun wird es erst recht schlimm. In dem Punkt drei auf dem Weg zum Vertrag berät in den Finanztest allen Ernstes:

„Haben Sie die Angebote gefunden, schreiben Sie mehrere Versicherer per Brief oder per Mail  parallel an. Notwendige Angaben: Alter, Beruf, Rauchgewohnheit, Laufzeit und Rentenhöhe. Wählen Sie die jährliche Beitragszahlung und als Überschusssystem die Beitragsverrechnung.“

Werfen sie zuhause bei Entscheidungen manchmal eine Münze? Genau mit dieser Wahrscheinlichkeit erhalten Sie bei der von Finanztest empfohlenen Vorgehensweise ihr passendes Angebot.

Kann klappen, muss aber nicht. Nehmen wir an, Versicherer A stuft sie aufgrund dieser Angaben in eine Berufsgruppe ein und schickt Ihnen Ihr Versicherungsangebot bis zum gewünschten Endalter. Kein Wort darüber das vielleicht die Reduzierung oder Erhöhung des Endalters eine entscheidende Rolle spielen kann. So gibt es Konstellationen wo Versicherungsschutz bis 65 statt 67 riesige Unterschiede im Beitrag bedeutet, ebenso ist es in anderen Fällen so, dass sie für zwei Jahre mehr Versicherungsschutz nur eine minimal höhere Prämie aufwenden müssen. Bekommen Sie nun die Angebote der Versicherer, so sortieren Sie vielleicht ein Unternehmen aus, was Ihnen aufgrund der falschen Eckdaten ein völlig unpassendes Angebot geschickt hat und das Unternehmen kann noch nicht einmal etwas dafür.

„Sie sind älter und haben Vorerkrankungen?“

Auch für diese Kunden hat Finanztest den idealen Tipp.

„Wenn Sie in den letzten fünf Jahren vor dem Versicherungsantrag ernsthaft krank waren oder chronisch krank sind, lassen Sie von einem unabhängigen Versicherungsberater oder einem Versicherungsmakler anonyme Risikovoranfragen stellen.“

Der angeblich junge und gesunde Kunde, zumindest der der das von sich glaubt, der soll sich allein an einen Versicherer wenden, allein Angebote einholen und ganz allein entscheiden welche Angaben zu Vorerkrankungen er macht und welche nicht. Hilfestellung, Unterstützung bei der Auswahl des entsprechenden Tarifs und der richtigen Berufsgruppeneinstufung brauche dieser nicht, schließlich ist er jung und gesund, meint zumindest Finanztest.

Das „schwierige Klientel“ soll das natürlich nicht allein machen, dafür sind dir Versicherungsmakler und Versicherungsberater dar. Obwohl es gerade in jungen Jahren elementar wichtig ist sich für den richtigen und passenden Tarif zu entscheiden, da dieser Fehler später bei gesundheitlichen Einschränkungen nicht mehr zu korrigieren ist und auch eine Berufsgruppeneinstufung nicht mehr so ohne weiteres zu ändern geht, trotzdem verschweigt Finanztest wie wichtig gerade hier eine entsprechende Beratung ist.

Da die gesunden Kunden dann entsprechende Anträge an die Versicherer stellen sollen, weist Finanztest daraufhin, innerhalb von 30 Tagen muss schriftlich abgelehnt werden wenn der gewünschte Schutz nun doch nicht gewollt ist. Weiterhin heißt es:

„Nur wenn ein Angebot erst mit erneuter Unterschrift gilt, ist das nicht nötig.“

Ein solches Angebot bekommt man aber nur dann, wenn der Versicherer entweder vom Antrag abweicht, einen Risikozuschlag oder gar einen Ausschluss für erforderlich hält oder es zu einer Beschränkung im Endalter kommen sollte. Das was Finanztest hier verschweigt- und das birgt ein elementar hohes Risiko für den Kunden- ist das Problem, dass es sich hierbei um einen „abgelehnten, oder mit Erschwerung angenommenen Antrag“ handelt. Bei zukünftigen Antragstellungen ist somit dieser Antrag anzugeben, welches eine neue Annahmeentscheidung nicht unbedingt einfacher macht.

Liest man weiter im Text auf der Seite 69, so weist Finanztest eher nebenbei darauf hin, dass bei Arzthelferin und Industriemechaniker die Verträge nur bis zum Endalter 65 gerechnet wurden. Als Grund gibt Finanztest hier an, dass ein Schutz bis zum 67. Lebensjahr „kaum noch bezahlbar“ ist. Diese (wieder einmal pauschale) Aussage ist so schlichtweg falsch. Natürlich kostet ein Versicherungsschutz mit zwei Jahre längerer Laufzeit mehr Geld, da der Versicherer in diesen beiden Jahren aber auch Prämien einnimmt, sind die Unterschiede in den Monatsbeitrag oftmals gar nicht so groß und hängen sehr stark vom Einzelfall ab. Die Andeutung, dass für Arzthelferinnen und Industriemechaniker generell das 65. Lebensjahr ausreichend ist, ist Unsinn. Auch der darunter stehende Tipp ist nicht besser, empfiehlt Finanztest doch nun:

„Bleiben Sie im Zweifel flexibel bei der Rentenhöhe. In einigen Berufen haben Versicherer eine Höchstrente festgelegt.“

Gegen eine gewisse Flexibilität bei der Auswahl des Versicherers ist überhaupt nichts einzuwenden, problematisch ist jedoch das oftmals die Renten schlichtweg zu klein sind. Darauf weist auch Finanztest in dem grauen Kasten hin. Dort werden einige Hinweise zur gesetzlichen Erwerbsminderungsrente gegeben und es wird erklärt, dass die durchschnittliche Rente mit 661€ zu niedrig ist.

Im nächsten Teil wird es (was die Empfehlungen betrifft) gleich wieder deutlich schlimmer. Dort beschäftigt man sich mit der Differenz zwischen dem Bruttobeitrag und dem Betrag, den der Kunde zahlt (Nettobeitrag). Nach einer kurzen Erklärung wie der Unterschied zu Stande kommt, nämlich das vom Versicherer erwirtschaftete Überschüsse berücksichtigt werden und dadurch der Zahlbeitrag sinkt, empfiehlt Finanztest: „den Nettobeitrag zu vergleichen“.

Auch wenn auf das Risiko das dieser steigen kann hingewiesen wird, halte ich diesen Tipp für fatal. Nachdem es durchaus Unternehmen gibt (zum Beispiel CosmosDirekt, HUK Coburg, WWK etc.) wo zwischen diesen beiden Beiträgen 100% und mehr Unterschied liegen können, kann die Auswahl des Versicherers nach dem Nettobeitrag weitreichende Folgen haben. So verlangt die HUK Coburg für den Diplom-Kaufmann 886€ netto, im Gegenzug aber 2.188€ brutto pro Jahr. Nehmen wir stattdessen als Beispiel die (ebenfalls mit sehr gut bewertete) Gothaer, so sind hier zwar mit 916€ etwas höhere Nettobeiträge fällig, jedoch verringert sich der Bruttobeitrag hierbei um 855, auf 1.333€. Würde der Interessent nur die Nettobeiträge (wie von Finanztest empfohlen) vergleichen, so erkauft er sich mit einer Ersparnis von 30€ pro Jahr ein zusätzliches Risiko von deutlich über 1.300€. Ist es das wert?

„Zu krank für einen Vertrag“

Kommen wir nun zu den Gesundheitsfragen, hat sich Finanztest wohl gedacht. Neben (angeblich generellen) Ausschlussdiagnosen wie Rheuma Diabetes Typ I führen verschiedene Erkrankungen zu Einschränkungen,  Zuschlägen oder gar Ablehnungen. (in meinem –> Beitrag zu Leistungsausschluss und Zuschlägen finden Sie mehr Informationen dazu)

Nun können Sie im Folgenden lesen, all diejenigen die „in jungen Jahren psychische Probleme hatten“ bekommen gar keinen Versicherungsschutz. Auch das ist, so wie es hier steht, hanebüchener Unsinn. Natürlich stellt die psychische Erkrankung einer Herausforderung für die Berufsunfähigkeitsversicherung dar, keineswegs bedeutet aber eine solche Erkrankung (gerade in jungen Jahren) das kO für alle weiteren Vorhaben. Auch hier ist sehr einfach zu erkennen wie wichtig eine qualifizierte Beratung ist. Denn mit der Auswahl des richtigen Versicherers, damit verbunden die Auswahl der passenden Gesundheitsfragen und der richtigen Vorbereitung sind auch solche Risiken gerade nicht aussichtslos. Die von Finanztest zitierte Maklerin, die hier von generellen Ablehnungen spricht, möge sich einmal von qualifizierten Kollegen beraten lassen.

Vollkommen zutreffend ist allerdings die Aussage, dass Ärzte durchaus fehlerhafte und aus Abrechnungsgründen eingetragenen, Diagnosen in Ihren Akten haben. Daher ist es gerade nicht nur den Kunden mit Vorerkrankungen, sondern insbesondere auch den vermeintlich „jungen und gesunden“ angeraten, sich eine vollständige Kopie Ihrer Krankenakten zu besorgen und damit eine entsprechende Recherche zu ermöglichen. Das „schnell selbst Ausfüllen von Anträgen, welche dann an den Versicherer geschickt werden“ ist definitiv keine Option. Mehr als 60% der Anträge, welche bei dem Unternehmen SwissLife Stichproben unterzogen wurden, enthielten Gesundheitsfragen die nicht wahrheitsgemäß beantwortet wurden. Wer jetzt von Geschäft aus großen Finanzvertrieben auf die Qualität der ausgefüllten Gesundheitsfragen schließt… Nein, das habe ich nicht gesagt.

So wurde getestet

Gegenüber dem letzten Test im Jahre 2013 ist die Wichtigkeit der Versicherungsbedingungen im Test von damals 70% auf 75% gestiegen, ebenso wurden die Anträge jetzt mit 25 statt damals 20% in die Bewertung einbezogen. Dafür spielen jetzt das Endalter und die Berufsgruppen (im letzten Test waren hierfür noch 10% vorgesehen) keine Rolle bei der Auswahl der Tarife und deren Bewertung. In der Tabelle mit den Ergebnissen wurden exakt sechs Kriterien mit „erfüllt“ oder „nicht erfüllt“ bewertet. Dabei handelt es sich um den Verzicht auf die abstrakte Verweisung, die Sechs-Monats-Prognose, eine rückwirkende Leistung in den ersten sechs Monaten,  Rückwirkende Leistung für mindestens drei Jahre bei verspäteter Meldung, die Nachversicherungsgarantie und die garantierte Dynamik im Leistungsfall. Das einzig Erfreuliche, wenigstens bei der garantierten Dynamik im Leistungsfall (—> WAS IST DAS) hat Finanztest sich den Rat zu Herzen genommen und dieses in die Bewertung einbezogen. Eine der neuen Entwicklungen am Markt, eine Leistung bei andauernder Arbeitsunfähigkeit zu zahlen und damit einen sichereren Übergang von der Krankschreibung in die Berufsunfähigkeit zu ermöglichen, hält man bei den Testen anscheinend für unwichtig und nicht einmal für erwähnenswert. (—> AU Klauseln)

Weiterhin sind durchaus einige Bewertungen fragwürdig. So bekommt zwar die Hansen Merkur und auch die AXA ein sehr gut, sind aber im Vergleich zum Test vor zwei Jahren schlechter bewertet. Versicherer wie die Aachen Münchener verschlechtern sich deutlich von 0,6 auf ein Testergebnis von 1,3, aber ist ja fast egal, immer noch „sehr gut“. Einzig und allein die Versicherer am Ende des Tests scheinen beständig zu sein, so bleibt die Berufsunfähigkeitsversicherung der Debeka (SBU Standard, der SBU Top hat ein „gut“) bei befriedigenden 2,7 (2,9  von zuvor 3,3 in den Bedingungen), wie auch die Bayrische mit dem Smart Tarif.

Einige Unternehmen haben sich laut Finanztest bewusst gegen eine Teilnahme am Test entschieden, insgesamt 17 Unternehmen zogen es vor nicht teilzunehmen. Anscheinend hat man dort die Sinnhaftigkeit solcher Tests erkannt, auch wenn einige meines Wissens nach eine Berufsunfähigkeitsversicherung gar nicht anbieten. Warum diese Unternehmen dann hier „an den Pranger gestellt werden“ ist mir leider nicht klar, versteht wahrscheinlich nur Finanztest.  Versicherer wie die DEVK bieten nach Meinung von Finanztest derzeit keine Angebote an oder überarbeiten diese, und sollen später „unter die Lupe genommen werden“, wenn das mal keine Drohung ist.

Ernüchterndes Fazit

Leider hat es Finanztest auch in zwei Jahren nicht geschafft, oder wollte es nicht schaffen, sich intensiv mit dem Thema Berufsunfähigkeitsversicherung auseinander zusetzen und elementare Fehler aus dem letzten Test nicht zu wiederholen. Daher bleibt es auch hier weitgehend bei den Aussagen zum letzten Test, dieser ist das Papier nicht wert auf dem er gedruckt wird. Speziell in einer so differenzierten und elementaren Absicherung wieder Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein Test, zu den mit drei völlig wahllos gewählten Berufen, nichts sagend und führt Interessenten wieder einmal in die Irre. Wer glaubt mit so einem Test den richtigen Versicherer gefunden zu haben, der irrt hierbei gewaltig.

Schon allein die Einstufung in die richtige, für den jeweiligen Kunden passende, Berufsgruppe ist ein mehrstufiger Prozess, die noch nicht mal Vergleichsprogramme zufriedenstellend beherrschen. Hier geht es um Erfahrung, hier geht es um Kenntnis des Marktes und hier geht es um Know-how welches man eben nicht in einer Zeitschrift findet.

Schlimmer wird es dann nur noch durch die Ratschläge zum „selbst beantragen“, dem „stellen Sie mehrere Anträge“ und dem fehlenden Hinweis auf mögliche Risikoausschlüsse und Zuschläge, welche eine Angabepflicht bei jedem weiteren Antrag nach sich ziehen.

Der Weg zur richtigen und passenden Berufsunfähigkeitsversicherung führt keinesfalls über einen Test, schon gar nicht über einen mit sechs Auswahlkriterien und bedarf einer entsprechenden Auswahl und Bewertung der wichtigen Kriterien auf dem Weg zum passenden Produkt.

–> Der Weg zur passenden BU Absicherung

–> Auswahlkriterien zur richtigen, passenden Berufsunfähigkeitsversicherung

–> Leitfaden zur Berufsunfähigkeitsversicherung

–> Richtige Rentenhöhe oder gar keine BU

Das Schlimmste sind gar nicht so unsinnige Test, das Schlimmste daran ist leider, viele Leser nehmen das als gegeben hin, was Finanztest so publiziert und rennen damit ins finanzielle Unglück! Tun Sie etwas dagegen. Lesen bildet- man sollte nur wissen was man liest.

Auch lesenswert: Der Beitrag vom Kollegen Helberg

BU-Test 2015: Stiftung Warentest zeigt sich berufsunfähig

Und natürlich vielen Dank für die Erwähnungen, wir sollten im #BUett auftreten.

Das Versicherungsjournal fing an darüber zu schreiben. (–> „Finanztest findet nur noch jeden zweiten Tarif gut“)

Versicherungsbote schreibt: –> „Stiftung Warentest für berufsunfähig erklärt“

finanzen.de –> „Finanztest erneut in der Kritik“

und im Tagesbriefing geht es um –> „Reaktionen zum BU-Test der Stiftung Warentest“

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11 Antworten zu “Stiftung „Dilettanztest“ mit neuem Test zur Berufsunfähigkeit in der Ausgabe Finanztest 08/2015”

  1. Matthias Helberg Says:

    Hallo Herr Hennig,

    sehr schön beschrieben und gleicht meinem Urteil sehr.
    Ich hoffe, Sie konnten sich den Frust über die Berliner Dilettanten etwas von der Seele schreiben. Das hülft 😉

    Herzliche Grüße
    Matthias Helberg

  2. BU-Test 2015: Stiftung Warentest zeigt sich berufsunfähig Says:

    […] empfehlenswert ist auch wiederum der Beitrag des Kollegen Sven Hennig von online-pkv.de zum gleichen Thema. Er war sogar ein paar Minuten schneller, als ich… […]

  3. Peter Says:

    Danke für den Artikel.

    Das ganze (inkl. finanztest-test) wäre aber überflüssig, wenn sich der Staat hier nicht so aus der Verantwortung gezogen hätte….

    …bzw. bessere Gesetze machen würde:
    – Kontraktionszwang für die BU
    – KEINE Beitrags/Leistungsunterschiede aufgrund Gesundheitsprüfung erlaubt

    –> dann wäre die BU-Versicherung eine echte „Versicherung“ – wo die Risiken gemischt sind und die Starken auch den Schwachen helfen

    So wie es jetzt ist, ist es nur „Rosinenpickerei“ der Versicherungswirtschaft….

  4. Volker Dietrich Says:

    Hallo Herr Hennig,
    wieder einmal eine sehr gute Analyse! Vielen Dank dafür!!
    Bei uns gilt schon lange der alte Spruch:
    „Wer nichts wird, wird Wirt und ist ihm dieses nicht gelungen, dann macht er in Versicherungen. Ist er auch hier nicht sattelfest, geht er zu Stiftung Warentest!“
    Der jüngste Test und Ihre Analyse unterstreichen diese Aussage mal wieder!!

  5. Stiftung Warentest wird für Berufsunfähig erklärt | Ruch Finanzberatung Says:

    […] Sven Hennig: Stiftung „Dilettanztest“ mit neuem Test zur Berufsunfähigkeit in der Ausgabe Finanztest 08/2015 […]

  6. Reaktionen auf BU-Test der Stiftung Warentest, Versicherungsmathematiker und Lebensversicherungen, Versicherung der Zukunft, MLP übernimmt Domcura, Generali-Chef, Auszubildende im Versicherungswesen - Das Tagesbriefing für Versicherung & Finanzen Says:

    […] Auch den Rat, dass die Interessenten die Anträge selbst stellen sollten, hält Hennig für falsch. Online-PKV  Ähnlich sieht das auch Versicherungsmakler Matthias Helberg, der zwar Verbesserungen zum letzten […]

  7. Finanztest und Berufsunfähigkeitstests: Zwischen Dilettanztest und bescheinigter Berufsunfähigkeit. | Zwischen den Türmen | Hoesch & Partner Blog Says:

    […] Sven Henning schreibt über die „Stiftung Dilettanztest“. Sein vernichtendes Urteil: „Stellen Sie sich vor, jemand tut etwas was er nicht kann, dann würde man diesen vielleicht als unfähig bezeichnen. Jemand der weiß „er kann etwas nicht“ und es dennoch tut, der ist wahrscheinlich dumm. Selbst die meisten Dummen sind einsichtig, wenn man ihnen dann begründet darlegen kann was sie falsch gemacht haben. Nehmen wir nun aber an, es gibt jemanden der etwas nicht kann, es dann trotzdem tut, auf seine Fehler aufmerksam gemacht wurde und es jetzt doch wieder (falsch) macht. Wie würden Sie diesen nennen? Der Begriff dafür lautet: Finanztest.“ Den kompletten Artikel finden Sie hier. […]

  8. Andreas Witte Says:

    Bei der Lektüre dieser „Analyse“ stellt sich mir die Frage, wer hier „hanebüchenen“ Unsinn verzapft. Geht man allein nach der
    orthographischen Fähigkeit des Autors und schließt
    darüber auf die fachliche Qualität, wäre diese nicht sehr weit her geholt. Inhaltliche Testmängel werden kaum kritisiert, es kommt nur ein pauschales Gewitter zu Tarifmerkmalen, die, so hier suggeriert, im Sinne des Kunden variierbar sein sollen durch Auswahl der Fragen und des Versicherers – mögliche rechtliche
    Konsequenzen in Bezug auf vorvertragliche Anzeigepflichten allerdings nicht ergänzt.
    Was würden die Infos bei FT bringen, nach denen der Kunde bessere Einstufungen für Berufe bekommen oder Nachlässe für Mitarbeiterführung erhalten kann, wenn er diese nicht ausübt?Will der Autor hier latent für seinen teuren Berufsstand werben, in dem er die Angaben des Kunden wie beschrieben „optimieren“ möchte? In diversen anderen Sparten stößt man immer wieder bei Analysen auf entsprechende „Optimierungen“
    Auch der VZBV hat jüngst sagenhaften, dass in den über 4000 geprüften Beratungen zu Fianzangelegenheiten von Ratsuchenden über 95% zu teuer, nicht bedarfsgerecht
    oder schlicht überflüssig waren. Kein gutes Bild für die Vermittlerschaft.

    Glaubt der Auto, das ein Versicherer, der in den drei Musterberufen sehr gute Preis- Leistungsverhältnisse aufbietet, dieses in anderen Berufsgruppen nicht mehr ansatzweiß erreichen würde? Welche Erkenntnisse dazu bringt er bei?

    Weiterhin ist es wenig kritisch, die Nettoneiträge zu vergleichen. Da es sich um reine Risikotarife handelt, sind die Überschussentstehungen hier anders zu werten, als bei den Kapitaltarifen. Die Kalkulationsgrundlagen sehen dabei deutlich anders aus und sind bis heute bei den Versicherern grundsätzlich eingehalten worden und stehen auch trotz jahrelanger Niedrigzinsphase nicht zur Disposition, im Gegenteil, das Risikogeachäft in der LV ist für viele Versicherer noch das deutliche bessere Geschäft, was gut zu kalkulieren ist.
    Dient der Hinweis hier vielleicht auch wieder eher der Tatsache, dass die teuren Maklerversicherer hier sonst schlechte Karten hätten und der Autor die günstigen Produkte nicht anbieten kann? Wenn der Autor und sein Berufsstand so viele Stunden mit der Ermittlung der Berufsklasse verbringt, scheint er nicht sehr versiert im Thema zu sein. Was soll daran jetzt so lange dauern, wo er doch angeblich den Markt und die anbie
    FT publiziert immerhin schon mal seit vielen Jahren und erstellt Vergleiche, die Dann toll sind, wenn Sie ins Geschäft passen und dann blöd sind, wenn Sie eben noch passen.ter so gut kennt?
    Schön wären dazu auch einmal verifizierbare Angaben des Autors, woher er seine Kompetenz ableitet. Welche Qualifikation hat er, wie lange betreibt er sein Geschäft, wie viele Beratungen führt er durch p.a., wie hoch ist die Anerkennungsquote seiner vermittelten BU Verträge bei Anträgen und bei Leistungsfällen, welche Gesellschaften wurden mit welchen Vetragszahlen von ihm mit Kunden versorgt? Wie sieht seine persönliche Stornoquote aus etc.

    Wenn, ganz ehrlich, jemand diesen polemischen Artikel ohne wirklichen fundierten Hintergrund, sondern gespickt mit negativ belegten Komparativen und Superlativen als hilfreich erachtet,
    hat er selbst auch keinen großen Sachverstand aufzubieten.

  9. Sven Hennig Says:

    Guten Morgen Hr. Witte,

    vielen Dank für Ihren ausführlichen, wenn auch teilweise sehr oberflächlichen Kommentar. Daher möchte ich nur auf einige Punkte eingehen: (ungeachtet dessen wäre es nur fair zu erwähnen, das Sie der Leiter der Außendienstorganisation eines Versicherers sind, welcher nicht oder nur ungern mit Maklern zusammenarbeitet, das lässt manche Aussagen in einem anderen Licht erscheinen).

    Inhaltliche Testmängel werden kaum kritisiert, es kommt nur ein pauschales Gewitter zu Tarifmerkmalen, die, so hier suggeriert, im Sinne des Kunden variierbar sein sollen durch Auswahl der Fragen und des Versicherers – mögliche rechtliche
    Konsequenzen in Bezug auf vorvertragliche Anzeigepflichten allerdings nicht ergänzt.

    Zugegeben, ich verstehe diese „Kritik“ nicht. In diesem und auch diversen anderen Artikeln zu den BU Tests von Finanztest habe ich und viele meiner Kollegen fachlich begründet dargelegt, warum die Testweise und der Aufbau des Tests so schlichtweg nicht praxistauglich ist.
    Die Hintergründe zur Verletzung der torvertraglichen Anzeigepflicht finden Sie- ebenfalls in diversen anderen Beiträgen hier im Blog und auf der Site erklärt. Einfach im Suchfeld „vorvertragliche Anzeigepflicht“ eingeben. Die Konsequenzen bedeuten somit den Verlust des Versicherungsschutzes und sind daher gravierend.

    Tarifbausteine und Merkmale sind mehrfach erläutert und sollten hier nicht im Detail weiter aufgeführt werden, um Überschneidungen zu vermeiden. Selbst Finanztest hat zwischenzeitlich durchaus reagiert und berechtigte Kritik angenommen.

    Was würden die Infos bei FT bringen, nach denen der Kunde bessere Einstufungen für Berufe bekommen oder Nachlässe für Mitarbeiterführung erhalten kann, wenn er diese nicht ausübt? Will der Autor hier latent für seinen teuren Berufsstand werben, in dem er die Angaben des Kunden wie beschrieben „optimieren“ möchte?

    Auch hier ist mir nicht klar, was Sie genau meinen. Mit „will er für seinen teuren Berufsstand werben“? Ja, spezialisierte Berater sind gerade in den Sparten notwenig, in denen es um existenzielle Risiken geht. Dennoch meinen viele Interessenten „ach, das kann ich doch auch allein“. Es steht Ihnen ja frei sich bei Direktversicherern Angebote einzuholen, Anträge zu stellen und mit den daraus ergebenen Konsequenzen zu leben. Es geht nicht um Optimierung von Angaben, sondern um die korrekte Darstellung und die exakte Beantwortung der Fragen. Wenn Sie das alles allein können, spricht auch nichts dagegen es zu tun. Ebenso wie auch nichts gegen das selbst erstellen der Steuererklärung oder die eigene Vertretung vor Gericht spricht, wenn man es denn kann.

    In diversen anderen Sparten stößt man immer wieder bei Analysen auf entsprechende „Optimierungen“

    Was meinen Sie hier konkret?

    Auch der VZBV hat jüngst sagenhaften, dass in den über 4000 geprüften Beratungen zu Fianzangelegenheiten von Ratsuchenden über 95% zu teuer, nicht bedarfsgerecht oder schlicht überflüssig waren. Kein gutes Bild für die Vermittlerschaft.

    Sie werfen hier völlig umsubstantiierte Zahlen in den Raum, die so schlichtweg nicht stimmen. Darum geht es aber auch hier nicht, sondern um einen fachlich falschen Test zur BU. Das die Vermittlerschaft keinen Guten Ruf hat, hat diese sich leider selbst zuzuschreiben. Ich halte es aber für falsch und fatal, von schlechten Vermittlern auf alle pauschal zu schließen. Die spezialisierten Berater sind es, die in der Lage sind einen entsprechenden Schutz nicht zu verkaufen, sondern zu beraten und nachvollziehbar darzulegen warum nicht Tarif und Versicherer 1, sondern eben 2 der richtige ist. Anonyme Voranfragen tragen zu einer risikogerechten Einschätzung bei.

    Daher sind Pauschalisierungen hier- wie auch generell- immer falsch. Schlechte Berater gibt es (leider) zu Hauf und der Kunde tut mehr als gut daran, Aussagen zu hinterfragen und sich belegen zu lassen, nicht einfach alles „Verkäufergeschwafel“ als gegeben hinzunehmen und durchaus selbst zu denken. Meine Kunden können UND WOLLEN genau das. Sie wollen keinen der einfach sagt „mach das oder das“, sondern diese sind interessiert an Fakten und damit der Grundlage SELBST eine Entscheidung treffen zu können. Werfen Sie gern einen Blick in den Punkt „Referenzen“, dort beschreiben einige sehr gut, was der Hintergrund der Arbeit ist.

    Glaubt der Auto, das ein Versicherer, der in den drei Musterberufen sehr gute Preis- Leistungsverhältnisse aufbietet, dieses in anderen Berufsgruppen nicht mehr ansatzweiß erreichen würde? Welche Erkenntnisse dazu bringt er bei?

    Falls Sie mich mit dem „Auto“ meinen 🙂 ja, glaube ich. Schauen Sie sich einfach einmal Tarife in den unterschiedlichen Berufsgruppen an. Warum wohl sind Versicherer in BG 1 und 2 gut und bieten tolle Leistungen und passable Prämien, in anderen Berufen ist aber genau dieser einfach unbrauchbar? Weil es eine Orientierung auf eine bestimmte Zielgruppe ist. Genau weil aber Menschen von „der VR ist hier gut“ auf „dann muss er auch für mich gut sein“ schließen, ist der Markt eben so wie er ist und wird leider von Kunden nicht hinterfragt.

    Weiterhin ist es wenig kritisch, die Nettoneiträge zu vergleichen. Da es sich um reine Risikotarife handelt, sind die Überschussentstehungen hier anders zu werten, als bei den Kapitaltarifen. Die Kalkulationsgrundlagen sehen dabei deutlich anders aus und sind bis heute bei den Versicherern grundsätzlich eingehalten worden und stehen auch trotz jahrelanger Niedrigzinsphase nicht zur Disposition, im Gegenteil, das Risikogeachäft in der LV ist für viele Versicherer noch das deutliche bessere Geschäft, was gut zu kalkulieren ist.

    Diese Aussagen sind leider- belegbar- Unsinn. Warum? Weil die Bruttoprämie die ist, die der Kunde am Ende und im Worst-Case Fall zahlen muss. Es geht eben nicht darum heute die Prämie als Nettoprämie zu betrachten und allein danach zu entscheiden, es geht immer um Leistung, Bedingungen und damit zusammenhängend die erforderliche Beitragsschuld.
    Versicherer die mit Unterschieden von bis zu 100% zwischen Brutto- und Zahlbeitrag kalkulieren, die können das gern tun. Wer sich aber danach entscheidet, der wird auf die Nase fallen können. Wenn diese Entscheidung bewusst erfolgt ist diese durchaus vertretbar, nur sollten die Konsequenzen klar sein.

    Dient der Hinweis hier vielleicht auch wieder eher der Tatsache, dass die teuren Maklerversicherer hier sonst schlechte Karten hätten und der Autor die günstigen Produkte nicht anbieten kann?

    Natürlich ist dieses mit entsprechendem Honorar durchaus möglich und es gibt, wenn auch wenige, Alternativen im Markt. Oftmals handelt es sich aber hier um Unternehmen, die bei billigen Prämien mit gravierenden Einschränkungen in den Bedingungen einhergehen. Bei der billigen Kfz Versicherung, welche ich im schlimmsten Fall nach einem Jahr wieder beende, mag das noch vertretbar sein, in einer lebenslangen BU Absicherung sicher nicht.

    Wenn der Autor und sein Berufsstand so viele Stunden mit der Ermittlung der Berufsklasse verbringt, scheint er nicht sehr versiert im Thema zu sein. Was soll daran jetzt so lange dauern, wo er doch angeblich den Markt und die anbeiter so gut kennt?

    Allein diese Aussage zeigt, das Sie leider die Auswahl des richtigen Versicherers, den Prozess zur richtigen Einstufung und die Abwicklung von Anfragen nicht verstanden haben, oder vielleicht auch nicht verstehen wollen. Wenn Sie glauben es ist so einfach, dann spricht nichts dagegen das Sie es selbst tun.

    FT publiziert immerhin schon mal seit vielen Jahren und erstellt Vergleiche, die Dann toll sind, wenn Sie ins Geschäft passen und dann blöd sind, wenn Sie eben noch passen.

    Suchen Sie mit diesem Kommentar eine Rechtfertigung für Finanztest, für Direktversicherer oder geht es nur darum erklären zu wollen, das Makler überflüssig sind? Nur weil jemand seit Jahren etwas tut, ist es dann richtig? Lesen Sie gern auch die Beiträge zu den Tests zur PKV, die sind ähnlich unsinnig.
    Aber: In einem Punkt bin ich durchaus bei Ihnen. Versicherer sind ganz hervorragend darin, bei einem guten „Test“ schnell ein Siegel zu verwenden, noch schneller Sonderdrucke zu bestellen und damit zu werben, egal wie unsinnig der Test war. Dann, wenn es mal nicht so lief, sind die Tester böse. Hier ist eine Inkonsequenz bei den Unternehmen zu sehen, welche nicht schön zu reden ist.

    Schön wären dazu auch einmal verifizierbare Angaben des Autors, woher er seine Kompetenz ableitet. Welche Qualifikation hat er, wie lange betreibt er sein Geschäft, wie viele Beratungen führt er durch p.a., wie hoch ist die Anerkennungsquote seiner vermittelten BU Verträge bei Anträgen und bei Leistungsfällen, welche Gesellschaften wurden mit welchen Vetragszahlen von ihm mit Kunden versorgt? Wie sieht seine persönliche Stornoquote aus etc.

    Qualifikation können Sie bei „über mich“ gern nachlesen. Weiterhin auch wie lange (seit 2000) ist die Spezialisierung auf die biometrischen Risiken betreibe. Stornoquote befindet sich unter 5%, wobei hier auch Stornos wegen eintretender Versicherungspflicht oder Wegzug ins Ausland zu berücksichtigen sind. Meine Anerkennung der (nicht zu häufigen) Leistungsfälle in der BU liegt bei 100%, dieses aber auch deshalb, da ich mich hier Spezialisten bediene, die genau hier spezialisiert sind und es im Bereich einer rechtlichen Auseinandersetzung zudem unzulässig wäre als Makler.

    Wenn, ganz ehrlich, jemand diesen polemischen Artikel ohne wirklichen fundierten Hintergrund, sondern gespickt mit negativ belegten Komparativen und Superlativen als hilfreich erachtet,
    hat er selbst auch keinen großen Sachverstand aufzubieten.

    Den Ball gebe ich gern zurück. Sie versuchen hier pauschal den Berufstand der Makler und Berater als „überflüssig“ und „teuer“ hinzustellen, ob Ihnen das gelingt, das mag der Leser selbst entscheiden. Niemand, absolut niemand muss einen Berater zu Rate ziehen. Wenn Sie es selbst können oder gern machen möchten, so steht Ihnen das doch komplett frei.
    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Sonntag und werde mich weiter mit den Anfragen beschäftigen, die die sich bewusst für eine Beratung interessieren und dann eigene Entscheidungen treffen möchten. Kunden oder Interessenten die erwarten „sagen Sie mir doch einfach was ich machen soll, Sie sind der Experte“ sind nicht meine und ich lehne es ab hier „Kindermädchen zu spielen“.

    Ich verstehe mich durchaus als derjenige, der Hilfestellung zur Auswahl gibt, aber nicht die Entscheidung abnimmt.

  10. Henning Schmidt Says:

    Das ist sehr schwach, was Herr Witte schreibt. Wenn er wirklich gebundener Versicherungsvermittler ist, hätten wir einen Hinweis auf die Gehirnwäsche, die dort weiter üblich zu sein scheint. Viel erschreckender ist aber, jemandem orthographische Verfehlungen vorzuwerfen, damit unter der Gürtellinie auszuteilen, aber selbst keinerlei Kompetenz auf diesem Gebiet vorweisen zu können. Vom Satzbau ganz zu schweigen… : )

  11. Matthias Glesel Says:

    Wer Jemand bereits wegen der Orthografie die Fachkompetenz in Abrede stellen will, sollte dann wenigstens höchstpersönlich fehlerfrei schreiben.
    Nein, im Gegenteil, Herr Witte ist sogar so intellektuell unauffällig, dann überhaupt sinnhafte Sätze zu erstellen.
    Wenn das mal kein Eigentor vom Feinsten ist…
    Aber daran mag er evt. in weniger Rage erkennen, dass ein paar Textfehler im Internet nicht themenrelevant sein müssen, sonst müsste er eigentlich in angewandter Konsequenz den Hut nehmen:-)

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