PKV Beratung in 29 Minuten – Teil II

Sven Hennig

Wie bereits im Blogbeitrag zur PKV Beratung hier geschrieben mache ich wohl vieles falsch. Warum nur dauert meine Beratung zur PKV mehrere Stunden, warum sind viele verschiedene Termine nötig und warum müssen meine Kunden vorher den Kriterienfragebogen und Gesundheitsfragebogen ausfüllen?

Klar, weil man nur dann festlegen kann was man versichern möchte, welche Ansprüche gestellt werden und wie diese erfüllt werden. „Nebenbei ist es noch nicht ganz unwichtig zu wissen, ob überhaupt eine Versicherung möglich ist. Was alles anzugeben ist bei den Gesundheitsfragen schrieb ich in meinem Beitrag „Gesundheitsfragen – was muss ich alles angeben?„.

Wie bereits geschrieben war die Beratung zur Privaten Krankenversicherung in diesem speziellen Fall nicht gerade hilfreich. In den angekündigten 29 Minuten und 10 Sekunden wurden auch noch die Gesundheitsfragen beantwortet. Fragen nach einer Allergie, welche ich seit Jahren habe, wurden mit der Antwort „können Sie weglassen, ist nicht so schlimm beantwortet. Dazu kamen Fragen nach mehrmaliger Einnahme von Asperin, wegen öfter mal auftretender Kopfschmerzen. Diese wurden nicht durch einen Arzt untersucht, sondern durch Einnahme einer Tablette kuriert. Auch hier hieß es salopp „das wäre nicht so wichtig“.

Einem anderen meiner Kunden wurde von der gleichen Beraterin, welche im Übrigen „Diplom Gesundheitswirtin“ ist (suchen Sie mal im Internet was das ist), gesagt das er sein Gewicht ruhig ein bisschen reduzieren kann, denn schließlich schwankt das ja meist und man muss das nicht so genau angeben.

Auch Fragen nach Metall im Körper (nach einer Operation) wurden als „nicht relevant“ abgetan. Dabei sind diese Angaben schlichtweg „lebensnotwendig“ da die Folgen recht unangenehm sind. Der Versicherer nutzt dieses berechtigter Weise als Rücktrittsmöglichkeit.

Ergebnis: Der Kunde steht ohne Versicherungsschutz dar bzw. kommt im schlechtesten Fall nur noch in den Basistarif bei einem anderen Unternehmen. Wie ein Berater so „beraten“ kann ist mir unklar. Natürlich verdient er mit dem Abschluss Geld- ich übrigens auch- aber wie dieses so, in nicht mal einer halben Stunde gehen soll- ich versteh es nicht.

Heute sind die Antrags-/ Vertragsunterlagen angekommen…

Hm, schon erstaunlich. Eine gesetzlich vorgeschriebene Erstinformation gibt es nicht. Auf der Visitenkarte sind fast keine Informationen, geschweige denn wird dort der Status oder ähnliches genannt. Ich werde berichten wie es weiter geht. Nach zwei Telefonaten werden wir mal sehen was die zuständigen Aufsichtsbehörden dazu antworten.

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