Pflegebedürftigkeit steigt drastisch an – die Eckdaten der aktuellen Pflegestatistik

Sven Hennig

Das Statistische Bundesamt ist bekanntlich für allerlei Zahlenmaterial verantwortlich und stellt dieses auf seiner Seite interessierten Nutzern zur Verfügung. In der Pressemitteilung vom 21. 01. informieren die Damen und Herren wieder einmal über eine höhere Anzahl von Pflegebedürftigen. Um diese Zahlen etwas besser verstehen zu können, schauen wir uns diese einmal genauer an. Dazu habe ich die Entwicklung der Pflegebedürftigen nach unterschiedlichen Pflegestufen dargestellt.

Hierbei ist der immer schnellere Anstieg zu beobachten. Stiegen in den Jahren 2001 bis 2009 die zu Pflegenden in der Stufe 1 von 980.621 um 266.943 Personen an, so war allein der Anstieg von 2009 bis 2011 schon 122.453 Personen. Daran ist unschwer die schnellere Entwicklung zu erkennen. Während die Medizin immer besser wird, die Menschen immer länger leben, so verursachen diese eben durch die Pflegebedürftigkeit auch deutlich mehr Kosten. Daher ist ein Anstieg von 9,82% in nur 2 Jahren meiner Meinung nach schon dramatisch.

Dabei ist auch zu berücksichtigen, wie sich die Anzahl der Pflegebedürftigen verteilt. Den größten Anteil machen immer noch die Bedürftigen in der Pflegestufe 1 aus. Dieser Anteil hat sich von 53% in 2009 bis auf 55% in 2011 leicht erhöht, während die prozentuale Verteilung in den Stufen II und III nahezu unverändert blieb.

  

Gerade die Pflege in der unteren Pflegestufe unterschätzen viele dabei. Nicht nur Demenz- oder Alzheimerpatienten benötigen oftmals (zeitlich) eine aufwändige Pflege und Betreuung, auch die „leichteste“ Form der Pflegebedürftigkeit kostet Geld, oftmals solches was die zu Pflegenden allein kaum aufbringen können.

Private Vorsorge fehlt immer noch vielfach

Die privaten Kranken- und Lebensversicherer bieten unterschiedliche Modelle zur Absicherung an. Neben der in 2013 neu hinzugekommenen und steuerlich geförderten Pflegevorsorge (welche nur eine Grundversorgung darstellt) offerieren die Anbieter Pflegekosten-, -tagegeld oder -rentenversicherungen in unterschiedlicher Ausprägung. Dabei kommt es neben den Tarifbedingungen und deren Ausgestaltung auch auf die Formulierung der Antragsfragen an. So geben sich einige Anbieter mit zwei bis drei geschlossenen Fragen zufrieden, andere hingegen formulieren die Fragen ungenau oder stellen offene und allumfassende Fragen in den Anträgen.

Das Wichtigste überhaupt ist jedoch die Auswahl des passenden Tarifs. Erst wenn klar ist, welche Leistungslücken gegenüber der gesetzlichen oder privaten Pflegepflichtversicherung geschlossen werden sollen und müssen, erst dann kann die Suche nach einem passenden Anbieter und Produkt beginnen.

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