Grundregeln zum Abschluss der richtigen Privaten Krankenversicherung (PKV)

Sven Hennig

Eines gleich vorweg. Die beste und idealste geeignete PKV werden Sie auch hier nicht finden. Auch wenn Ihnen Zeitschriften, Tests und vermeintliche Berater das tollste aller Produkte verkaufen wollen, das gibt es eben gerade nicht und das ist auch verständlich.

Ich erkläre Ihnen auch gern warum:

Die Private Krankenversicherung (PKV) ist, anders als die gesetzliche Krankenkasse (GKV) fast vollständig frei kombinierbar. Sie können Leistungen auswählen, sich für oder gegen Leistungsbausteine entscheiden und so das für Sie geeignete Produkt finden.

Sie können Heilpraktiker, Zahnersatz und Brillenleistungen ab- oder anwählen, können sich entscheiden ob Sie im Ein- oder Zweibettzimmer liegen wollen und vom Chefarzt behandelt werden möchten. Das alles sind aber keine Kriterien die geeignet sind ein lebenslanges Produkt auszuwählen. Oh, werden Sie jetzt vielleicht denken, danach hat mich mein Berater aber gefragt.

Ich hoffe nicht das es die einzigen Fragen waren, denn dann hatte diese- so hart das klingen mag- keine Ahnung von dem was er erzählt. Wurden auch Fragen nach geplanten Auslandsaufenthalten, gezielter Behandlung(smöglichkeit) im Ausland, Gemischten Anstalten, Arzthonoraren, Transportkosten, Nährmitteln oder Heil- und Hilfsmitteln gestellt? Wenn nicht fragen Sie nach oder wechseln Sie Ihren Berater. Sie kaufen sonst schnell die „Katze im Sack“.

Der entscheidende Nachteil ist dabei aber, dass auch elementare und heute nicht zu übersehende Lücken in dem Versicherungsschutz auftauchen können. Dieses passiert zum einen dadurch, das Ihnen die Kosten in den einzelnen Leistungsbereichen gar nicht bewusst sein können- woher auch. Zum anderen wird die PKV immer als das „wir zahlen alles“ Produkt dargestellt und es gibt nicht wirklich viele Berater die Ihnen sagen was nicht im Versicherungsschutz eingeschlossen ist.

Schlimm ist das aber deshalb, weil Sie damit im schlimmsten Fall in ein finanzielles Loch rutschen und das dann, wenn ein Wechsel nicht mehr möglich ist.

Daher folgende Grundregeln:

– Fragen, Fragen, Fragen… fragen sie alles nach, was Sie nicht verstehen, wo Sie unsicher sind oder was Sie vom Umfang nicht überblicken können

– Bedienen Sie sich umfangreicher Kriterien und wählen Sie sorgfältig aus. (Link Kriterienkatalog und Fragebogen)

– Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen. Natürlich gibt es Termine und Fristen an die man sich halten muss, auch die GKV ist an bestimmte Kündigungsfristen gebunden wie die Private Krankenversicherung auch- aber eine Entscheidung unter Zeitdruck ist immer nachteilig

– Wenn Sie sich nicht sicher sind ob die Empfehlung richtig ist, fragen Sie einen zweiten Berater

– Achten Sie darauf das der Berater qualifiziert ist und Ihnen anhand der konkreten Bedingungen erklären kann welche Leistungen versichert oder ausgeschlossen sind

– Verlassen Sie sich keinesfalls auf Prospekte, blumige Aussagen oder ähnliches, sondern kämpfen sich durch die Bedingungen (auch wenn es schwer fällt)

Sie werden sehen, wenn Sie diese Ratschläge berücksichtigen und sich ausreichend Zeit nehmen, so wird es zu dem geeigneten Produkt führen und ihnen lebenslang eine für Sie passende Versorgung bescheren. Tun Sie es nicht und entscheiden sich kurzfristig für ein billiges Produkt, so werden Leistungsausschlüsse, Einschränkungen und versteckte Eigenbeteiligungen im „Worst-Case-FalL“ schnell zum finanziellen und im schlimmsten Fall auch gesundheitlichen Desaster.

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