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18.
Juni '14

Steuerfreier Zuschuss zur Selbstbeteiligung in der Privaten Krankenversicherung durch den Arbeitgeber


Die Beitragszahlung in der Privaten Krankenversicherung ist gänzlich anders geregelt, als diese für gesetzlich Krankenversicherte gilt. Die Private Krankenversicherung berechnet die Beiträge nicht nach dem Einkommen, sondern nach Gesundheitszustand, Alter, Tarif und Leistungsumfang und auch der Höhe der Selbstbeteiligung.

[Selbst|be|tei|li|gung] (SB) die

Ist ein Betrag, welcher zum Beispiel in der Privaten Krankenversicherung vereinbart werden kann und zuerst von dem Versicherten zu tragen ist. Erst nach Erreichen der S. wird der Versicherer zur Leistung verpflichtet. Bei einer S. von 500 EUR pro Jahr, sind die- sonst erstattungsfähigen- Rechnungen erst ab dem 501. Euro durch den Versicherer zu zahlen.

Ob diese Selbstbeteiligung auch anfällt, das hängt nicht nur von der Frage „sind Rechnungen angefallen“ ab, sondern auch davon, in welchem Bereich die SB gilt. Dabei kann eine Geltung der Selbstbeteiligung nur für den ambulanten oder stationären Bereich, aber auch für alle Bereiche vereinbart werden. Je nach Tarif ist es auch möglich, bestimmte Rechnungen von der SB auszuschließen, so zum Beispiel Vorsorge oder Zahnprophylaxe.

Die Selbstbeteiligung trägt der Kunde selbst, damit hat der Arbeitgeber nichts zu tun, so zumindest zunächst und auch dieses als landläufige Meinung. So kann es in vielen Fällen gerade für angestellte Kunden sinnvoll sein, eine kleine oder gar keine Selbstbeteiligung zu vereinbaren, denn insgesamt ist es am Ende steuerlich günstiger. Dazu aber noch mehr in einem detaillierteren Beitrag in der kommenden Woche.

Kann der Arbeitgeber mehr zahlen als er muss?

Der Arbeitgeberzuschuss ist in den in den Gesetzen wie dem Sozialgesetzbuch und dem Einkomemnsteuergesetz geregelt und ist auf einen Höchstbeitrag begrenzt. Dieser ändert sich Jahr für Jahr, wenn sich die Beitragsbemessungsgrenze ändert.

7,3% x 4.050 EUR = 295,65 EUR (bisher 287,44 EUR, +8,21 EUR) = AG Zuschuss zur Krankenversicherung 2014

1,025% x 4.050 EUR = 41,51 EUR (bisher 40,36 EUR, +1,15 EUR) = AG Zuschuss zur Pflegepflichtversicherung 2014

Der Zuschuss kann nicht „gemixt“ werden und beträgt immer maximal 50%. Wer also 600 EUR PKV aber nur 20 EUR Pflegevers. zahlt, der bekommt dennoch nur 295,65+10 EUR. Aber der Arbeitgeber kann sich noch weiter an den Aufwendungen beteiligen.

Zuschuss? steuerfrei und bis zu maximal 600 EUR

Grund für mehr Geld vom Arbeitgeber sind neben dem Einkommensteuergesetz die Regelungen in den Lohnsteuerrichtlinien. Diese regeln zum Beispiel in R 3.11 LStR auch, das der Arbeitgeber sich bei Notlagen des Arbeitnehmers beteiligen kann.

Unterstützungen an Arbeitnehmer im privaten Dienst
(2)

Unterstützungen, die von privaten Arbeitgebern an einzelne Arbeitnehmer gezahlt werden, sind steuerfrei, wenn die Unterstützungen dem Anlass nach gerechtfertigt sind, z. B. in Krankheits- und Unglücksfällen. Voraussetzung für die Steuerfreiheit ist, dass die Unterstützungen
1.
aus einer mit eigenen Mitteln des Arbeitgebers geschaffenen, aber von ihm unabhängigen und mit ausreichender Selbständigkeit ausgestatteten Einrichtung gewährt werden. Das gilt nicht nur für bürgerlich-rechtlich selbständige Unterstützungskassen, sondern auch für steuerlich selbständige Unterstützungskassen ohne bürgerlich-rechtliche Rechtspersönlichkeit, auf deren Verwaltung der Arbeitgeber keinen maßgebenden Einfluss hat;
2.
aus Beträgen gezahlt werden, die der Arbeitgeber dem Betriebsrat oder sonstigen Vertretern der Arbeitnehmer zu dem Zweck überweist, aus diesen Beträgen Unterstützungen an die Arbeitnehmer ohne maßgebenden Einfluss des Arbeitgebers zu gewähren;
3.
vom Arbeitgeber selbst erst nach Anhörung des Betriebsrats oder sonstiger Vertreter der Arbeitnehmer gewährt oder nach einheitlichen Grundsätzen bewilligt werden, denen der Betriebsrat oder sonstige Vertreter der Arbeitnehmer zugestimmt haben.
Die Voraussetzungen des Satzes 2 Nr. 1 bis 3 brauchen nicht vorzuliegen, wenn der Betrieb weniger als fünf Arbeitnehmer beschäftigt. Die Unterstützungen sind bis zu einem Betrag von 600 Euro je Kalenderjahr steuerfrei. Der 600 Euro übersteigende Betrag gehört nur dann nicht zum steuerpflichtigen Arbeitslohn, wenn er aus Anlass eines besonderen Notfalls gewährt wird. Bei der Beurteilung, ob ein solcher Notfall vorliegt, sind auch die Einkommensverhältnisse und der Familienstand des Arbeitnehmers zu berücksichtigen; drohende oder bereits eingetretene Arbeitslosigkeit begründet für sich keinen besonderen Notfall im Sinne dieser Vorschrift. Steuerfrei sind auch Leistungen des Arbeitgebers zur Aufrechterhaltung und Erfüllung eines Beihilfeanspruchs nach beamtenrechtlichen Vorschriften sowie zum Ausgleich von Beihilfeaufwendungen früherer Arbeitgeber im Falle der Beurlaubung oder Gestellung von Arbeitnehmern oder des Übergangs des öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnisses auf den privaten Arbeitgeber, wenn Versicherungsfreiheit in der gesetzlichen Krankenversicherung nach § 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V besteht.

Voraussetzungen:

Der „Notfall“ muss natürlich eingetreten sein, also muss auch die Selbstbeteiligung angefallen sein. Wer also bereits im Januar die Rechnungen eingereicht hat und sieht, die SB wird überschritten, der kann mit seinem AG einen Zuschuss beantragen. Wird es erst am Jahresende festgestellt, dann auch erst dann.

Über diesen Weg sichert sich der Arbeitnehmer noch einmal einen Zusatzzuschuss des Arbeitgebers und spart dabei noch Steuern.

24.
Oktober '12

Die Private Krankenversicherung im Alter – und wer zahlt meinen Arbeitgeberzuschuss?


Eine berechtigte Frage tritt immer mal wieder auf, so auch heute, als mich folgender Tweet erreichte:

Kollege sagt, dass Privatversicherte im Ruhestand den AG-Anteil on top selbst zahlen müssen. Ist das so?!

Ich hatte bereits vor einigen Jahren etwas zum Zuschuss des Rentenversicherungsträgers geschrieben. Bevor wir darauf aber näher eingehen stellt sich zunächst die Frage, was denn wann genau mit der Privaten Krankenversicherung passiert und welche konkreten und planbaren Änderungen anstehen. Da wären zwei wichtige Zeitpunkte zu nennen. Mit dem 60. Lebensjahr endet die Zahlungspflicht für den gesetzlichen Zuschlag. Dieser (zwangsweise) zu zahlende Beitragsanteil beträgt 10% des PKV Beitrages und wird von dem Versicherer angespart. Eine Zahlungspflicht besteht aber nur bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres. Danach bleiben die angesparten Beträge dort liegen und werden ab dem 65. Lebensjahr zur Minderung oder Verhinderung von Beitragsanpassungen genutzt. Erst wenn mit dem 85. Lebensjahr noch „Geld übrig ist“, wird dieses auch zur Prämienreduzierung verwendet.

Eine Weitere Veränderung findet mit Ende des aktiven Arbeitslebens statt. Dieses kann mit 60, 63, 65, 67 oder eben auch früher sein. Ab diesem Zeitpunkt verringert sich der Beitrag der Privaten Krankenversicherung (PKV) durch den Wegfall des Krankentagegeldes. Dieses muss dann nicht mehr versichert werden, denn „arbeitsunfähig“ kann der Kunde nicht mehr sein und eine Rente bekäme er auch dann, wenn er krank ist.

Wer zahlt denn meinen Arbeitgeberzuschuss?

Solange die Versicherten als Arbeitnehmer tätig sind, bekommen diese vom Arbeitgeber einen Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung. Grundlage hierfür sind die gesetzlichen Regelungen im §257 Sozialgesetzbuch V. Der Zuschuss für das Jahr 2013 beträgt zum Beispiel max. 287,84 EUR für die Kranken- und 38,39 EUR für die Pflegeversicherung, doch wo kein Arbeitgeber, da auch kein Zuschuss. Daher entfällt dieser Zuschlag mit Ende der aktiven Tätigkeit und der Kunde muss erst einmal seinen Beitrag für die Private Krankenversicherung komplett selbst zahlen.

Zahlt denn keiner mehr was dazu?

Doch, anstelle des Arbeitgebers gibt es einen Zuschuss des (gesetzlichen) Rentenversicherungsträgers. Dieser ist jedoch nicht so hoch und abhängig davon, welche (gesetzliche) Rente der Versicherte denn dann bekommt. Dabei geht es auch hier um die später auszuzahlende Rente, von welcher prozentual ein Zuschlag gezahlt wird.

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