Artikel mit ‘Zusatzbeitrag’ getagged

05.
Januar '16

Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenkasse 2016, Veränderungen und Tipps was Sie tun können


Früher war alles besser… Ein Satz den man immer wieder hört. Früher, da war die paritätische Finanzierung in der GKV Pflicht. Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilten sich den Beitrag gerecht auf, jede Erhöhung wirkte sich somit für beide Seiten aus. Das änderte sich, als der Arbeitgeberzuschuss in der GKV eingefroren wurde und der Arbeitgeber nunmehr nur noch 7,3% zur Krankenversicherung zahlt, dazu die Hälfte zur Pflege (ohne den Zusatzbeitrag für Kinderlose, denn dafür kann ja ein Arbeitgeber nun wenig).

Die genauen Zahlen zu den Sozialversicherungswerten 2016 und dem neuen Arbeitgeberzuschuss, dem Höchstbeitrag der GKV und dem Eigenanteil des Arbeitnehmers finden Sie in meiner –> Übersicht mit den Sozialversicherungswerten 2016.

Doch darum soll es hier gar nicht gehen, hier dreht sich alles um die Zusatzbeiträge zur gesetzlichen Krankenkasse, also dem Beitrag der ZUSÄTZLICH zu den 14,6% (8,3 jeweils AN und AG) anfällt und den die Kasse immer dann berechnen muss, wenn diese mit dem Geld welches zur Verfügung steht, nicht auskommt. Eine Kasse scheint es dennoch zu schaffen, denn die Metzinger BKK berechnete im Jahr 2015 keinen Zusatzbeitrag und behält dieses auch in 2016 nach derzeitigem Stand so bei.

(1) Soweit der Finanzbedarf einer Krankenkasse durch die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht gedeckt ist, hat sie in ihrer Satzung zu bestimmen, dass von ihren Mitgliedern ein einkommensabhängiger Zusatzbeitrag erhoben wird. Die Krankenkassen haben den einkommensabhängigen Zusatzbeitrag als Prozentsatz der beitragspflichtigen Einnahmen jedes Mitglieds zu erheben (kassenindividueller Zusatzbeitragssatz). Der Zusatzbeitragssatz ist so zu bemessen, dass die Einnahmen aus dem Zusatzbeitrag zusammen mit den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds und den sonstigen Einnahmen die im Haushaltsjahr voraussichtlich zu leistenden Ausgaben und die vorgeschriebene Höhe der Rücklage decken; dabei ist die Höhe der voraussichtlichen beitragspflichtigen Einnahmen aller Krankenkassen nach § 220 Absatz 2 Satz 2 je Mitglied zugrunde zu legen.

Während im Jahr 2015 der Spitzenreiter in der GKV noch bei 1,2% lag, hat sich das im Jahre 2016 schnell geändert und trifft keineswegs nur die „kleinen“ Betriebskrankenkassen. Die Viactiv BKK (entstanden aus der BKK Vor Ort) ist mit 1,7% absoluter Spitzenreiter bei den Beiträgen und berechnet nun einen Gesamtbeitrag von 16,3% (zzgl. Pflege von max. 2,6%, und somit fast 19% vom Gesamteinkommen). Aber auch die „Große“ in der GKV Welt, die Deutsche Angestelltenkrankenkasse DAK passte kräftig an. So werden aus dem Zusatzbeitrag von 0,6% im Jahr 2015 in diesem Jahr satte 1,5%, damit steigt der Beitrag insgesamt auf 16,1%.

Was können Sie tun?

Sie können gehen. Einfach so und auch ohne sich an die 18monatige Bindungsfrist bei dem sonst üblichen Kassenwechsel zu halten. Geregelt ist dieses im §175 des Sozialgesetzbuches, dort heisst es:

Erhebt die Krankenkasse nach § 242 Absatz 1 erstmals einen Zusatzbeitrag oder erhöht sie ihren Zusatzbeitragssatz, kann die Kündigung der Mitgliedschaft abweichend von Satz 1 bis zum Ablauf des Monats erklärt werden, für den der Zusatzbeitrag erstmals erhoben wird oder für den der Zusatzbeitragssatz erhöht wird. Die Krankenkasse hat spätestens einen Monat vor dem in Satz 5 genannten Zeitpunkt ihre Mitglieder in einem gesonderten Schreiben auf das Kündigungsrecht nach Satz 5, auf die Höhe des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes nach § 242a sowie auf die Übersicht des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen zu den Zusatzbeitragssätzen der Krankenkassen nach § 242 Absatz 5 hinzuweisen; überschreitet der neu erhobene Zusatzbeitrag oder der erhöhte Zusatzbeitragssatz den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz, so sind die Mitglieder auf die Möglichkeit hinzuweisen, in eine günstigere Krankenkasse zu wechseln. Kommt die Krankenkasse ihrer Hinweispflicht nach Satz 6 gegenüber einem Mitglied verspätet nach, gilt eine erfolgte Kündigung als in dem Monat erklärt, für den der Zusatzbeitrag erstmalig erhoben wird oder für den der Zusatzbeitragssatz erhöht wird; hiervon ausgenommen sind Kündigungen, die bis zu dem in Satz 5 genannten Zeitpunkt ausgeübt worden sind. (…) Die Krankenkassen können in ihren Satzungen vorsehen, dass die Frist nach Satz 1 nicht gilt, wenn eine Mitgliedschaft bei einer anderen Krankenkasse der gleichen Kassenart begründet werden soll.

Führt die Kasse also zum 1.1.2016 erstmalig einen Zusatzbeitrag ein oder erhöht den bestehenden Zusatzbeitrag, so können Sie noch BIS ZUM ENDE JANUAR kündigen und zu einer günstigeren Kasse oder in die Private Krankenversicherung wechseln (wenn die Voraussetzungen erfüllt sind)

Ein –> MUSTER zur KÜNDIGUNG DER GKV bei Beitragserhöhung finden Sie im Downloadbereich.

Hier habe ich Ihnen die Liste der Zusatzbeiträge aufbereitet, aus der Sie nicht nur den neuen, sondern auch den Zusatzbeitrag 2015 und die daraus resultierende Veränderung bzw. die Gesamtbeiträge ersehen können. Diese Übersicht können Sie kostenfrei als pdf-Übersicht laden. (LINK)

GKV 2016 IGKV 2016 IIGKV 2016 III

Für eine individuelle Kassensuche finden Sie den detaillierten Onlinevergleich mit Antragsmöglichkeit direkt durch KLICK AUF DAS BILD UNTEN. Kündigungsformulare für Ihre alte Kasse finden Sie hierKassensuche

19.
Dezember '14

Was Ihre gesetzliche Kasse ab 01. 01. 15 wirklich kostet- der interaktive Rechner für Sie


Auch wenn die Seite online-pkv heisst, so spielt für viele Leser doch die gesetzliche Krankenkasse eine große Rolle. Egal ob Sie selbst, oder Ihr(e) Partner(in) dort versichert sind, für alle GKV Versicherten ergeben sich deutliche Änderungen ab dem 01. 01. 2015. Anders als bisher, dürfen die gesetzlichen Krankenkassen ab 2015 wieder Zusatzbeiträge erheben, bzw. müssen dieses auch tun, wenn die Finanzlage dieses erfordert.

Welche Änderungen sich bei der Abwicklung genau ergeben, das habe ich in meinem Beitrag „Die GKV 2015- neue Beitragsberechnung“ und auch im Beitrag zu den Zusatzbeiträgen in der GKV ab 2015 erklärt.

Zusatzbeitrag- Kann ich kündigen?

Ja. Erhebt die gesetzliche Krankenkasse einen Zusatzbeitrag, so besteht hier ein Sonderkündigungsrecht auf welches Sie auch im Schreiben Ihrer Kasse hingewiesen werden müssen. Die Frist zur Kündigung beträgt dann einen Monat. Eine solche Kündigung kann formlos erklärt werden, oder Sie verwenden mein vorbereitetes Kündigungsformular. Kündigung der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) als pdf

Besteht ein Risiko?

Nein, denn es besteht in Deutschland Versicherungspflicht, was bedeutet Sie müssen die anderweitige Krankenversicherung nachweisen, so das erst bei deren bestehen die ursprüngliche endet. Selbst wenn Sie es vergessen, krank sind und nicht reagieren können, bleibt der GKV Schutz bestehen.

Auch bestehende Erkrankungen und laufende Behandlungen setzen sich (mit dem identischen Leistungsumfang der neuen GKV) fort. Außer bei Zusatzleistungen, welche Ihre Kasse individuell gewährt ist aufzupassen, denn diese muss eine neue Kasse nicht weiter zahlen. Zusagen für die Abrechnung von KFO Leistungen bei Kindern oder Heil- und Kostenplänen bei Zahnersatz gelten entsprechend und werden teilberechnet in der jeweiligen Kasse.

beitragsberechnung_gkv_2015

Was kostet nun die neue Kasse eigentlich?

Zunächst finden Sie mithilfe der „Übersicht über die Zusatzbeiträge in der GKV“ (KLICK!) 2015 heraus, welchen Zusatzbeitrag Ihre Kasse ab 2015 erhebt und wie hoch diese bei der möglichen Alternative ist.

Dann können Sie meinen interaktiven ExcelRechner nutzen, oder den Beitrag mit folgendem Schema selbst ausrechnen. Klicken Sie einfach auf das Bild, dann können Sie den interaktiven Excel Rechner einfach laden.

GKV Rechner

Und wo Sie sich jetzt eh gerade mit dem Thema Krankenversicherung beschäftigen, denken Sie bitte an dieses hier:

Tun Sie (sich und) ihrem Kind etwas Gutes- die Nachversicherungsoption in der Pflegeergänzungsversicherung

Der Maßanzug für Ihre Gesundheitsvorsorge, wie die PKV, BU und Pflege wirklich passt

Pflegezusatzversicherung für die Eltern abschließen, Sicherung des Erbes und des eigenen Vermögens – das aktuelle Urteil des Bundesgerichtshofes zur Unterhaltspflicht für Kinder

 

03.
Dezember '14

Welche Gesetzlichen Krankenkassen ab 01.01.2015 welchen Zusatzbeitrag verlangen (und was Sie tun können)


DIREKTLINK zur tagesaktuellen Liste der GKV Zusatzbeiträge. „GKV Zusatzbeiträge 2015, eine Übersicht

In wenigen Wochen wird alles anders. Ab dem 01. Januar 2015 ist das Gastspiel des „Einheitsbeitrages“ in der gesetzlichen Krankenkasse vorbei. Noch gar nicht so lange her, da gab es schon einmal Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenkasse. Diese waren in Form von festen Beträgen festgesetzt und wurden vom Versicherten erhoben. Nicht nur der Verwaltungsaufwand, auch die Abwicklung an sich war ein großes, bürokratisches Problem.

Dann folgte der Einheitsbeitrag. Alle zahlen überall gleich, die Kassen können sich nur noch über den Service unterscheiden, der Beitragssatz wurde bei 15,5% angesetzt, Arbeitgeber tragen 7,3%, Arbeitnehmer 7,3% + einen Zusatzbeitrag von 0,9%. Das war aber alles einmal. Ab Januar 2015 wird es wieder anders.

Was ändert sich zum 1. Januar 2015?

Der Beitragssatz sinkt… Hurra! Oder doch nicht? Doch, erstmal hat der Gesetzgeber den Kassen eine Senkung verordnet. Dabei verringert sich der allgemeine Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung um 0.9%, auf einen Satz von 14.6%. Der neue Beitrag in der gesetzlichen Krankenkasse ab 2015 berechnet sich somit wie folgt:

Krankenversicherung: 4.125 € * 14,6% = 602,25 € (bisher 627,75 €, -25,50 € + Zusatzbeitrag für AN allein)

Durch die Beitragsanpassung in der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung (die immer zwingend dazu gehört) ändert sich diese auf:

Pflegepflichtversicherung: 4.125 € * (2,35% + 0,25% (Kinderlose)) =  107,25 € (bisher 93,15 €, +14,10 €)

GESAMT sind in der Krankenversicherung dann 709,50 € pro Monat von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu entrichten, + Zusatzbeitrag den die Kasse prozentual (vom eigenen Einkommen) erheben kann

Was kostet es den (kinderlosen) Arbeitnehmer?

KV: 4.125 € * (7,3%) = 301,13 €

Pflege: 4.125 € * (1,175% + 0,25%)= 58,78 €

GESAMTANTEIL Arbeitnehmer in 2015: 359,91 € (+ Zusatzbeitrag der GKV, einkommensabhängig wenn erhoben)

Gegenüber dem Jahr 2014 ergibt sich somit in Summe (KV + Pflege) eine Senkung des Beitrages von 11,40€ , ZUNÄCHST. Denn nun kommen wir zu dem eigentlichen Knackpunkt. Die gesetzlichen Krankenkassen haben noch immer ein Problem, ein Geldproblem und zwar ein akutes. Nimmt man diesen nun mal schnell 0,9% weg, so wird das Geldproblem nicht weniger. Hatten die Kassen im Vorjahr noch einen deutlichen Überschuss, wurde dieser durch Ausgaben schnell wieder aufgefressen.

Woher kommt das Geld?

Nun, die Krankenkassen müssen nun ab 2015 einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag erheben. Einkommensabhängig bedeutet hier, jede Kasse legt für alle ihre Mitglieder einen Prozentsatz fest, den diese von ihrem Einkommen zusätzlich zahlen müssen. Dieser Prozentsatz ist für alle Kassenmitglieder einer Kasse gleich. Verdient jemand zum Beispiel monatlich 2.000€ Brutto, so muss hier ein Zusatzbeitrag von 0,9% * 2.000€, also 18€ monatlich aufgebracht werden. Dieser Beitrag wird- zusammen mit dem eigentlichen Beitrag- bei dem Arbeitgeber eingezogen.

Wer jedoch freiwillig versichert ist und damit über dem Höchstsatz verdient, der zahlt deutlich mehr. 4.125€ * 0,9% ergeben dann eine monatliche Zusatzzahlung von 37,13€.

Veränderungen gegenüber 2014

In der Betrachtung der Gesamtbeiträge wird damit entscheiden, ob und in welcher Höhe ein Zusatzbeitrag von der eigenen Krankenkasse erhoben wird. Experten gehen davon aus, das dieser kurzfristig auf den bisherigen Satz von 0.9% angehoben werden muss, einige Kassen versuchen aber derzeit mit geringeren Zuschlägen auszukommen.

Würde dieser also- wie bisher- 0.9% betragen, so verändert sich der Gesamtbetrag für einen freiwillig versicherten Arbeitnehmer wie folgt:

GKV Beiträge 2014 und 2015 AN

freiwillig versicherter Arbeitnehmer in der GKV (Höchstbeitrag)

Welchen Zusatzbeitrag müssen Sie nun zahlen?

Das kommt auf den Beschluss Ihrer Kasse an. Einige Kassen haben die Zusatzbeiträge schon beschlossen, andere sind noch nicht soweit und beschließen erst in der 51. Kalenderwoche. Die Metzinger BKK wird (als derzeit einzige) keinen Zusatzbeitrag erheben, einige andere (wie die mhplus Krankenkasse oder die Siemens BKK) haben sich bereits auf 0,9 Prozent festgelegt und sind damit auf dem prozentualen Niveau 2014, aber durch die Anhebung der Pflege und BBG insgesamt darüber.

Eine vollständige Liste mit den bereits bekannten Werten erhalten Sie, wenn Sie auf das Bild klicken. Diese Exceldatei versuche ich soweit als möglich aktuell zu halten. Sind Ihnen weitere verbindliche Zahlen bekannt, dann immer her damit. Klicken Sie bitte einfach auf das Bild, dann öffnet sich die tagesaktuelle Datei, dieses hier ist nur ein Screenshot und nicht tagesaktuell.

GKV Zusatz

Nicht voreilig die GKV kündigen

Bei der Erhebung eines Zusatzbeitrages steht Ihnen ein Sonderkündigungsrecht zu. Dieses können Sie einfach ausüben, indem Sie die Kündigung gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse ausüben und auf die Einführung des Zusatzbeitrages hinweisen.

Ein Muster für eine Kündigung finden Sie hier: Downloads –> Kündigungsvordrucke

Bitte bedenken Sie aber nicht nur den Beitrag, sondern auch Leistungen, Nähe der Geschäftsstelle, bereits laufende Behandlungen mit kassenindividuellen Zusatzleistungen und vieles mehr.

27.
März '14

Kabinett beschießt Gesetz zur Weiterentwicklung der GKV (GKV-FQWG)- Für wen wir es wie teuer?


Eines können Sie ja, unsere Politiker. Namen für Gesetze erfinden und diese mit so netten Abkürzungen versehen. So auch die aktuelle Version der Veränderungen in der GKV, der gesetzlichen Krankenkassen. Dieses Wal heisst es nicht „Wettbewerbsstärungssetz“, sondern man nennt es nun „GKV-Finanzstruktur- und Qualitäts-Weiterentwicklungsgesetz – GKV-FQWG“ Gewöhnen Sie sich schon mal an den Namen, den werden wir die nächsten Wochen öfter hören.

Wozu wird das Gesetz benötigt? 

Die gesetzlichen Krankenkassen haben zwar derzeit Überschüsse und kommen daher momentan mit den Mitteln aus, aber zukünftig wird sich dieses ändern. Gründe sind neben der medizinischen Entwicklung auch steigende Gesundheitskosten und damit steigende Ausgaben der Gesetzlichen Krankenkasse (GKV). In dem Gesetzentwurf heisst es weiter:

„Daher ist es notwendig, dass Zusatzbeiträge in Zukunft ein etabliertes Instrument der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung sind. Um eine bessere Ausgewogenheit zwischen Preis- und Qualitätswettbewerb zu erreichen, ist es notwendig, dass die Zusatzbeiträge tatsächlich erhoben werden.“

Gleichzeitig sollen mit dem Gesetz die Vorgaben zur Versicherungspflicht und -fähigkeit bei Bezug von Arbeitslosengeld II angepasst und verbessert werden und der Ausgleich zwischen den Kassen „optimiert“.

Wie werden die Beiträge derzeit erhoben?

Heute findet eine Teilung der Beiträge zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer statt, zusätzlich wird der Arbeitnehmer mit einem zusätzlichen 0.9% Beitrag belastet. Vereinfacht sieht das dann so aus:

GKV_Beitraege_2

Dabei teilen sich die beiden Beteiligten den Beitragssatz von 14,6% zunächst und zahlen jeweils 7,3% des Bruttoeinkommens. Da die GKV nun aber gern etwas mehr, nämlich 15,5% in Summe hätte, zahlt der Arbeitnehmer die fehlenden 0.9% allein nach und ist somit höher als die 50% des Gesamtbeitrages belastet. Die gesetzlichen Kassen konnten bisher einen einkommensunabhängigen Zusatzbeitrag erheben.

Diese Regelungen sollen nun so ab 2015 nicht weiter gelten, denn (mehr …)

04.
Juli '11

162 EUR Rückzahlung für City BKK Versicherte?!


Der 4. Mai war kein wirklich guter Tag für Versicherte der City BKK. Was genau an den Tag passierte, können Sie in meinem Blogbeitrag „Meine gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist insolvent – Was kann ich als Versicherter der City BKK tun?“ nachlesen.

Doch nun kommt es vielleicht zu einer unerwarteten Rückzahlung für die Versicherten. Grund dafür ist die Klage eines Versicherten und das (noch nicht rechtskräftige) Urteil des Sozialgerichtes in Berlin. Unter dem Aktenzeichen S 73 KR 1635/10 entschieden die Richter, die Erhebung des Zusatzbeitrages ist nicht rechtmäßig. Als Grund führen die Richter die fehlenden Hinweise zum Kündigungsrecht der Versicherten an. Erst auf der 2. Seite und da noch versteckt unter Punkt 6 sei auf das Kündigungsrecht hingewiesen worden und somit für einen verständigen Versicherten nicht ersichtlich.

Bis zur rechtmäßigen Belehrung zu dem Sonderkündigungsrecht bei Erhebung eines Zusatzbeitrages ist dieser nicht zu zahlen. Bei der City BKK ist dieses aber aufgrund der Pleite und Schließung zum 01. 07. 2011 irrelevant. Bereits gezahlte Beiträge sind somit zu erstatten. In der Pressemitteilung des Sozialgerichtes heißt es zusammenfassend:

Da im Falle des Klägers weder auf das Sonderkündigungsrecht bei Erhebung des Zusatzbeitrages ab April 2010 noch anlässlich dessen Erhöhung ab Januar 2011 hingewiesen wurde und dies bislang nicht nachgeholt wurde, braucht der Kläger insoweit die an ihn gerichteten Forderungen nicht erfüllen. Da seine Mitgliedschaft bei der Beklagten zum Ende des laufenden Monats endet, betrifft die Entscheidung den gesamten Zeitraum bis zur Schließung der Beklagten.

Welcher Betrag ist zu erwarten?

In der Zeit von April bis Dezember 2010 wurde von den Versicherten ein Zusatzbeitrag von 8 EUR monatlich erhoben. Zusammen mit den 15 EUR monatlich ab Januar 2011 ergibt sich eine Rückerstattung von 162 EUR. (9 Monate a‘ 8 EUR und 6 Monate a‘ 15 EUR)

Ist das Urteil bindend für alle Versicherten?

Nein. Es handelt sich um ein Urteil „inter partes„. Das bedeutet also, es ist nicht automatisch für alle anderen Versicherten gültig und dieser muss ggf. selbst klagen. Ob das nötig sein wird, wird sich erst in den nächsten Tagen und Wochen zeigen.

Wie erfolgt die Erstattung?

Zunächst ist abzuwarten, ob die City BKK wie angekündigt in Berufung geht. Ist dem nicht so und das Urteil wird rechtskräftig, so fordern Sie die City BKK schriftlich unter Fristsetzung zur Rückzahlung aus. Sollte diese abgelehnt werden, so bliebe nur die eigene Klage.