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08.
Februar '16

Beitragsanpassungen bei der DKV in der Krankenversicherung zum 01.04.2016 und was Sie jetzt tun können


Nachdem es in der letzten Woche schon die Anpassungen der HUK Coburg in der Krankenversicherung zu lesen gab, hier nun einige Informationen zum nächsten Kandidaten, der DKV Deutsche Krankenversicherung.

Die DKV ist in den letzten Jahren immer mehr gewachsen, nicht zwingend wegen Neukunden aus dem eigenen Haus, auch durch Zukäufe und Eingliederungen anderer Unternehmen. So haben vor Jahren schon die Kunden der Globale KV, dann auch der Zürich und zuletzt der Karstadt Quelle Krankenversicherung den Weg in die DKV gefunden. Ob das nun für diese immer positiv war, das steht auf einem anderen Blatt, ist aber nicht (mehr) zu ändern.

Gerade das Konzept der Karstadt Quelle Krankenversicherung hätte, mit den Eingangsuntersuchungen und der Idee, ein großes werden können, wie gesagt: hätte.

Doch nun wird es zum 01.04.2016 einige viele unerfreuliche Briefe geben. Die Beiträge steigen nicht nur in den Tarifen der Krankenversicherung, auch in der Krankentagegeldversicherung sind Anpassungen erforderlich. In einigen Tarifen sind diese zudem nicht mehr mit wenigen Euro getan. Die DKV limitiert die Erhöhungen zum Teil, das bedeutet das die Anpassungen sogar höher sein müssten, viel höher. Aus vorhandenen Mitteln wird aber (ganz vereinfacht) Geld dazu gelegt und somit die tatsächliche Anpassung limitiert. Das muss nicht zwingend so sein und wird sich voraussichtlich auch nicht bei weiteren Anpassungen machen lassen, dennoch spart es den Kunden erstmal Geld, zumindest kurzfristig.

Einige Beispiele:

Für die Tarife BM1, 2, BS5, 9, BSO, BSS, BS1, BSS1 sieht es so aus:Limitierung 1

Für den BM3 hingegen liegt die Limitierung für Kunden jünger 65J.bei Beiträgen unter 250,76€ bei monatlich 19,9%, darüber bei max. 49,90€.

Interessant sind auch die Limitierungen des alten Zürich Tarifes, dem M4-BR… Die Tarife mit den hohen Pauschalleistungen, also der Rückerstattung mit teilweise 1.260€ pro Jahr, können sich mE dauerhaft nicht tragen. Wer von dem eingezogenen Beitrag hunderte Euro wieder zurück gibt, der hat damit auch viel weniger Geld um es in die Rückstellungen und Stabilisierung der Beiträge zu investieren. Das muss irgendwann zur Folge haben, das Anpassungen in nicht unerheblicher Höhe anfallen.

Limitierung 1

Zudem „rechnen“ sich solche Tarife oft nur bis zu einem bestimmten Alter und nicht mal da, selbst wenn Leistungsfreiheit besteht. Zu beachten sind hier unter anderem steuerliche Fragen, die Gegenrechnung der Rückerstattung gegen laufende Aufwendungen und vieles mehr.

Doch nun zu den Anpassungen. Zunächst ein Beispiel zu dem M4-BR4, dem oben erwähnten Tarif mit der Anpassung. Zu erwähnen wäre hier noch das Alter, derzeit ist der Versicherte 41Jahre alt. Zudem ist die letzte Anpassung einige Jahre her, diese war bei diesem Versicherten in 2011.

DKV 3

Ein Leser schrieb mir am Wochenende dazu:

Der Tarif BestMed 4 beispielsweise erhöht sich (Anmerkung: bei ihm)um sagenhafte 49,9%!
Und das, obwohl es bereits *während* der Beitragsgarantie 2014 / 2015
jeweils schon Erhöhungen gab.

Kann ein so kleines (geschlossenes) Tarifsystem das überhaupt verkraften?

Was, wenn viele der damals ursprünglich ca. 50.000 BestMed 1-5
Versicherten in andere Tarife wechseln?

Dennoch ist hier einiges zu beachten. Die erste Frage ist die, nach der Finanzierbarkeit in den kommenden Jahren, schaut man sich hier den Endbeitrag an. Der Tarif war sicher die letzten Jahre zu billig, zudem die Frage was Versicherte mit der jährlichen Rückzahlung gemacht haben. Zukünftige Anpassungen werden Arbeitnehmer allein tragen, denn hier ist keine AG Beteiligung mehr möglich, das der Höchstzuschuss des Arbeitgebers erreicht ist.

Welche Tarife werden angepasst?

Ganz vereinfacht: sehr viele. In der Anpassung zum 01.04.2016 sind nahezu alle Tarife enthalten. Neben den Vollkostentarifen wie schon erwähnt auch die Krankentagegelder.

DKV 2016 _ 1DKV 2016 _ 2

Was müssen/ können Sie nach der Anpassung tun?

Zuerst einmal legen Sie die Anpassung einen Tag zur Seite und tun in keinem Fall etwas Unüberlegtes. Jede, egal in welche Richtung gehende Entscheidung, sollte wohl überlegt sein. Aus diesem Grund informieren Sie sich zunächst eimal über die Möglichkeiten. Sollten Sie den Service „meine DKV“ nutzen, so stehen Ihnen auch online erste Übersichten zu möglichen Tarifwechseln zur Verfügung.

Bitte beachten Sie: Eine solche Übersicht ersetzt niemals eine fundierte Beratung, kann aber einen Anhaltspunkt geben. Überlegen Sie sich zudem, ob die damals geltenden Kriterien noch aktuell sind. Haben sich persönliche Ansprüche geändert, gibt es einen neuen Familienstand oder hat sich eine neue berufliche Situation erheben?

Schauen Sie sich einmal die heutigen Auswahlkriterien zur PKV an und überlegen, auf welche Leistungen Sie ggf. verzichten können und wollen. Weiterhin ist zu überlegen, den Vertrag hinsichtlich steuerlichen Gegebenheiten und der Nutzung des Arbeitgeberzuschusses zu überprüfen und anzupassen.

Eine Selbstbeteiligung sollten Sie nicht voreilig erhöhen, hier kommen Sie oft nicht mehr zurück und bleiben somit auch im Alter auf hohen Eigenanteilen sitzen, auch wenn sich der Wechsel auf den ersten Blick rechnen mag, zumindest kurzfristig.

Wenden Sie sich bitte in jedem Fall an einen qualifizierten Berater, bevor Sie eine Entscheidung treffen die sich nachher als suboptimal oder gar falsch herausstellt. Fragen? Gern nutzen Sie bitte das KONTAKTFORMULAR oder die Beratungsanfrage.

17.
Juni '15

ZURICH Lebensversicherung mit verbesserten Bedingungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung, nett gedacht, nett gemacht, aber der große Wurf ist es wohl nicht


In den letzten Monaten war es in den FinanzNews in dieser Form eher ruhig und das hatte einen einfachen Grund. Nicht das wir keine Produktneuheiten hätten, es sind einfach viele Inhalte in kürzere Blogbeiträge geflossen, da diese zum Teil schneller wieder aufzufinden sind, zum anderen auch kürzer und damit schnell „von der Hand“ geschrieben. Das soll sich- so zumindest der Vorsatz- zumindest bei größeren Veränderungen bestehender Produkte oder Neueinführungen durchaus wieder ändern, daher geht es hiermit los. Die ZURICH Lebensversicherung, ein durchaus bekannter Name, hatte bisher in der Absicherung des Risikos Berufsunfähigkeit keine so große Relevanz. Klar, die eigene Ausschließlichkeit vermittelt die Produkte natürlich, am Markt der unabhängigen Vermittler tummelten sich diese zumindest nicht in den oberen Bereichen. Das soll sich nun wohl ändern- schauen wir mal.

Maßgebend für diese FinanzNews sind die neuen Versicherungsbedingungen, welche mir als Vorabversion „AVB SBU 07/2015“ vorliegen und noch nicht das endgültige Drucklayout haben. Daher muss ich fairerweise sagen, es könnte noch was geändert werden, ob es das wird, eher schwer vorstellbar. Es handelt sich hierbei derzeit um die „Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung – Private Vorsorge (Schicht 3) und Rückdeckungsversicherung (Schicht 2)“, welche ich auch Gründen des Urheberrechts noch nicht online stellen möchte, solange diese nicht final bekannt sind. Zunächst beobachten wir am Markt einen Trend, einen dem sich wohl die wenigsten Unternehmen in der Zukunft entziehen können werden, die Einführung von Leistungen bei bestehender Arbeitsunfähigkeit und hierbei aus der Berufsunfähigkeitsversicherung. Dazu später mehr.

Wann gibt’s denn überhaupt Geld? Hier gilt auch bei der Zurich das, was schon immer gilt, zu 50% muss der Beruf nicht mehr ausgeübt werden können, um einen Leistungsanspruch erstmal generell zu begründen.

„Bei einem geringeren Grad der Berufsunfähigkeit besteht kein Anspruch auf diese Leistungen.“

Damit ist ausgeschlossen, das die Zurich auch Modelle wie 25% Leistung bei nur 25% BU anbietet, wie es einige Mitbewerber tun. In der Praxis: BU Grad > 50% = 100% Rente, BU < 50%, keine Rente und entspricht damit dem, was die meisten anderen Unternehmen auch anbieten. Also weder „+“ noch „-“. Der Vertrag selbst wird bei einer Leistungspflicht natürlich von der Beitragszahlung befreit, auch das ist aber üblich und nichts Besonderes. Wer seinen Vertrag jährlich zahlt, der könnte bei einem Ende der BU Leistung noch einen kleinen Vorteil haben, denn Beiträge sind erst wieder mit Beginn des neuen Versicherungsjahres zu zahlen.

Unterstützung kann, muss aber nicht. Dazu heißt es wei…  HIER WEITERLESEN

13.
August '13

Wenn der Versicherer nach Hause kommt- Ärztliche Untersuchungen beim Kunden zu Haus, der Medical Home Service der Zurich


Die Idee ist sicher nicht ganz neu und das Argument der Versicherer ist, die Zeit bis zur Policierung eines Antrages zu senken und dem Kunden das Leben einfacher zu machen. Ob dem auch so ist, dazu schauen wir uns den Medical Home Service einmal genauer an.

Die Zurich Lebensversicherung hat, wie alle anderen Unternehmen auch, bestimmte Grenzen der Absicherung ab denen neben den Fragen im Antrag eine ärztliche Untersuchung nötig wird. Das sichert sogar beide Seiten ab, der Kunde weiss das er gesund ist, der Versicherer weiss das auch und später gibt es keine weniger Diskussionen über den „Ist Status“ bei Antragstellung.

M-Check, so nennt die ZURICH die Möglichkeit der medizinischen Untersuchung zu Hause. Ein ähnliches Modell hatte die EUROPA bereits im Jahr 2011 eingeführt, mehr dazu im damaligen Beitrag „Nach dem Antrag auf Risikolebensversicherung kommt die Krankenschwester nach Hause

Wie funktioniert das Ganze nun?

Zunächst ist der Antrag auf Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung wie sonst auch zu stellen. Die Gesundheitsfragen im Antrag sind ebenfalls zu beantworten und werden nicht durch den Medical Home Service ersetzt. Nachdem der Kunde sich für den Service entschieden hat, beauftragt der Versicherer den Dienstleister, welcher einen Termin mit dem Kunden vereinbart. Das soll binnen 24 Std. nach Beauftragung geschehen und kann nicht nur zu Hause, sondern auch an einem anderen- vom Kunden gewünschten- Ort stattfinden, so geeignete Räume für die Untersuchung und Befragung zur Verfügung stehen.

Medical_Home_Service

Nachdem die Untersuchung dann abgeschlossen ist, werden die Werte der Laboruntersuchung und die Untersuchungs-/ Befragungsergebnisse an den Versicherer geschickt, diesem soll alles spätestens 48 Std. nach Befragung vorliegen.

Gibt es Nachteile gegenüber einer sonstigen ärztlichen Untersuchung?

Ja, aus meiner Sicht schon. Im „Normalfall“ und bei Gesellschaften die diesen Service (noch) nicht anbieten, vereinbart der Kunde nach Antragstellung einen Termin bei (s)einem Arzt seines Vertrauens und begibt sich in die Praxis. In der Regel muss das morgens geschehen, da dort auch Blut- und/ oder Urinwerte bestimmt werden müssen. Nachdem die Untersuchung auch dort abgeschlossen ist und die Laborwerte da sind, kann der Kunden die Unterlagen entweder abholen/ sich zusenden lassen oder diese an den Versicherer direkt schicken lassen. Der Vorteil hierbei liegt meines Erachtens aber darin, zu sehen welche Informationen es gab und was genau an den Versicherer geht. Es geht keinesfalls darum diese zu beeinflussen, aber können auch hier Fehler passieren, oder erklärungsbedüftige Befunde auftreten.

Für wen geeignet?

Für alle, wo Zeit ein großes Problem ist und nur so ein Versicherungsschutz schnell und unkompliziert sicher gestellt werden kann, für all diese passt das Modell und kann eine interessante Option sein. Wer die Möglichkeit des Arztbesuches hat, der sollte diese auch nutzen und ggf. seinen Hausarzt mit der Untersuchung und dem ausfüllen der Attestunterlagen beauftragen.