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26.
November '12

Professionelle Zahnreinigung- verdienen sich Zahnärzte reich an Privatpatienten?


Es ist jetzt der x-te Fall der genau so abgelaufen ist und scheinbar scheint das Ganze bei einigen Zahnärzten Methode zu haben. Doch bevor hier alle über einen Kamm geschoren werden, das wäre ungerecht. Sicher sind auch das Ausnahmen und es sich zum Glück nicht die Regel. Worum es geht?

Professionelle Zahnreinigung ist bei vielen Menschen zur Regel geworden. Ein- oder zweimal im Jahr suchen diese ihren Zahnarzt auf und lassen die Zahnbeläge entfernen und beugen so weiteren Zahnerkrankungen vor. Gestern ist mir hierzu nun von einem meiner Kunden wieder ein Fall geschildert worden, der lässt sich mir alle Nackenhaare sträuben. So entstehen auch Kostensteigerungen in der PKV, für die der Versicherte und auch der Versicherer nichts kann. Es geht speziell um die Art und Weise der Abrechnung. Der Kunde war bis 2011 gesetzlich versichert und hatte die Zahnreinigung als damals noch GKV Patient eh schon selber zahlen müssen. Im Rahmen der so genannten IGeL (Individuelle Gesundheistleistungen) waren diese auch damals Privatvergnügen. So wurden diese auch abgrechnet und der Kunde bekam unter anderem diese Rechnung dazu:

Im Jahr 2011 waren es (wegen etwas geringerem Aufwand) nur 40 EUR. Im Jahr 2012 war auch die Frau (diese ist GKV Versichert) noch bei dem gleichen Zahnarzt und ihr wurden die Leistungen für eine Zahnreinigung ebenfalls pauschal berechnet. Die Rechnung (auch in 2012) betrug hier etwas über 70 EUR.

Das ist soweit auch völlig in Ordnung und sicher durchaus im Rahmen dessen, was auch Kollegen dieses Arztes berechnen. Auch etwas höhere Beträge sind noch im Rahmen und werden von den Versicherern unkompliziert anerkannt und erstattet. Doch als der (nun erstmals privat versicherte) Kunde dieses Mal seinen Brief mit der Rechnung für 2012 öffnete, staunte der nicht schlecht. Die vergleichbare Leistung zu den letzten Jahren und auch zur Behandlung seiner Frau wurden nun von dem Zahnarzt wie folgt berechnet:

Nur weil der Kunde nun privat versichert war, meint der Zahnarzt er könne die gleiche Leistung mal mit einem Aufschlag von mehr als 120% versehen und gleich mal noch eine zusätzliche Position dazu abrechnen. Bei der „Beratung“ handelt es sich laut Auskunft des Kunden nämlich keinesfalls um eine solche, sondern nur um einen kurzen Tipp zu einem frei verkäuflichen Präparat aus der Drogerie, Dauer: 1 Minute. Dieses wurde auch noch von der Angestellten und keinesfalls von dem Arzt ausgeführt und daher wäre der Betrag gebührenrechtlich eh bedenklich. Aber mein Kunde wollte sich das so nicht gefallen lassen und schrieb dem Zahnarzt eine Mail dazu. Unter anderem hieß es darin:

Ich selbst habe bei Ihnen mehrere Jahre Zahnreinigungen im Preisbereich von 40 bis 70 Euro (je nach Aufwand und Qualität des Fluorprotectors) durchgeführt und als IGEL-Leistungen privat bezahlt. Da ist ein Abrechnungsbetrag von 170,51 Euro im Vergleich absolut unverhältnismäßig. Sie begründen den hohen Betrag mit einer zeit- und arbeitsaufwändigen Behandlung. Tatsächlich hatte auch ich den Eindruck, dass Frau XX insbesondere im Bereich der Zahnsteinentfernung einiges zu tun hatte. Andererseits lag die Behandlungsdauer bei einem zeitlichen Anfang von ca. 09:15 Uhr und einem Ende gegen 10:05 Uhr mit 50 Minuten nicht signifikant über der sonstigen Dauer normaler Behandlungen zu beispielsweise 60 Euro zzgl. 10 Euro für den Fluorprotector in der Vergangenheit. Zudem wüsste ich nicht, welche Beratung ich für 10,72 Euro erhalten haben sollte. Wie schon einmal in einer früheren Behandlung zeigte sie mir eine aktuelle Weiterentwicklung zur Säuberung von Zahnzwischenräumen, die ich in Drogeriemärkten für eine effektive Zahnreinigung kaufen kann; Dauer dieser Information: ca. 1 Minute. Natürlich freut mich ein solcher Hinweis und ich nehme ihn dankend an. Wenn Sie allerdings eine solche Kurzinformation mit knapp 11 Euro bepreisen, dann wäre aus meiner Sicht künftig vor einer Behandlung eine kurze Information zu Preisbestandteilen angebracht. Dann können beide Seiten entscheiden, welche Leistung in welcher Intensität sie bereit sind zu erbringen bzw. abzunehmen.

Interessant ist aber die darauf folgende Antwort der Praxis. Diese versucht sich natürlich zu rechtfertigen und begründet die hohe Rechnung auch in der Mail an den Kunden wie folgt:

Wir berechnen für eine Stunde professionelle Zahnreinigung 150,-€. (Für Kassenpatienten haben wir einen ermäßigten Satz von 70,- €, da sich sonst kaum jemand eine solche Behandlung leisten könnte.) Daß Privatabrechnung und Kassenleistung in der Höhe nicht gleich sind, ist Ihnen doch sicher bekannt. Da wir davon ausgehen, daß auch Sie Ihre Rechnung von Ihrer privaten Krankenkasse erstattet bekommen, zumindest teilweise, dürfte Ihr Eigenanteil auch nicht höher sein. (mehr …)

26.
September '11

Neue Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) und die Folgen


Das Bundeskabinett billigte am 21. September die neue Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) und ermöglicht den Zahnärzten so eine Anpassung ihrer Honorare. Die Aus dem Jahr 1988 stammende Gebührenordnung wird auf einen aktuellen Stand gebracht, so das zuständige Ministerium.

Was ist genau die Gebührenordnung?

Bei der GOZ, der Gebührenordnung für Zahnärzte, handelt es sich um ein gesetzlich festgelegtes Verzeichnis, welches die Abrechnungsmodalitäten und Gebührenhöhen von Zahnärzten regelt. Hierbei werden jeder Leistung ein Grundbetrag, ein Punktwert und demnach ein Honorar zugeordnet. Der so genannte Regelhöchstsatz (2,3fach) stellt den Satz dar, welcher bei durchschnittlichem Behandlungsaufwand berechnet wird. Darüber hinaus kann der (Zahn-)Arzt bei entsprechender Begründung und erhöhter Schwierigkeit bis zum so Höchstsatz (3,5fach) steigern. Ein Überschreiten des Höchstsatzes ist nur mit einer gesonderten Honorarvereinbarung möglich und darf nicht für Notfall- und Schmerzbehandlung angewandt werden.

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