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02.
September '13

Die Wirtschaftswoche testet mal wieder „die besten PKV Tarife“ und hätte es besser lassen sollen


Das mit den Tests ist so eine Sache. Anscheinend scheinen solche Tests die Auflagen der Zeitschriften derart zu steigern, das man dieses in einer Regelmäßigkeit immer und immer wieder macht und glaubt, man könne dem Leser die „beste PKV“ offerieren. Leider glauben das auch einige Leser und kaufen die Zeitung, hätten sie sich aber im Fall der aktuellen Wirtschaftswoche besser sparen sollen.

Was wurde getestet?

Zunächst einmal ist nachzulesen, das „über 800 Tarife im Test“ sind und das Softwarehaus „Softfair“ aus Hamburg die Tests durchgeführt hat und/ oder zumindest die Daten für die Auswahl zugeliefert hat,, soweit so gut, aber es bleibt leider nicht dabei.

WiWo_36_PKV_2013Bevor es an den eigentlichen Test geht, da hat die Wirtschaftswoche und Martin Gerth (der Autor) noch einige gute Tipps zur PKV generell. So werden meist nur Personen versichert, die „halbwegs gesund sind“ und „oft drängen Vertreter die Interessenten, Krankheiten zu verschweigen, um den Abschluss nicht zu gefährden“ weiss die Wirtschaftswoche. Dann folgen noch einige Hinweise wie denn der Tarif auszusehen hat. Interessant sind daraus unter anderem die folgenden Aussagen (Zitat):

„Billigtarife sind meist keine gute Wahl, weil sie kaum mehr, zum Teil sogar weniger als die GKV bieten. Ihre Beiträge steigen meist überdurchschnittlich, weil sie knapp kalkuliert sind.“

Zu den Aussagen des „offenen Kataloges“ des Testsiegers später mehr, aber nun erst einmal zu dem Test selbst. Es gibt zwei Tabellen im Heft, einmal die „besten Tarife für 30jährige und eimal eine identische Tabelle für die 50jährigen. Grundlagen für beide waren dabei folgende Vorgaben:

– Tarife einschließlich Optionstarife, ohne Osttarife

– mindestens Zweibettzimmer

– Zahnersatz und Zahnbehandlung 50-100%

– Krankentagegeld 110 EUR ab dem 43. Tag

– Pflegepflichtversicherung

Wer sich die Tabelle ansieht, dem fallen in den hinteren Spalten bunte Punkte auf. Jeweils nach dem Ampelmodell rot, gelb, grün werden diese für die Bereiche „Allgemein, Ambulant, Krankenhaus und Zahn“ vergeben, zudem gibt es eine „Note für das Preis- Leistungsverhältnis mit maximal fünf Sternen. Warum man nun gerade Tarife für 50jähre und deren Einstieg in die PKV berücksichtigt, das bleibt  ein Geheimnis. Auch warum am Ende des Tests eine einseitige Anzeige der Hanse Merkur ist, aber sicher ist das Zufall. Doch nun zu dem Ergebnis des Tests.

Wer sind die Testsieger?

„Gewonnen“ hat in beiden Tabellen, also bei beiden Altersgruppen, die Hanse Merkur mit dem Tarif KVS1 in Verbindung mit Tarif PSV (stationäre Ergänzung).

WiWo_PKV_36_2013_2Im ambulanten Bereich ist der Testsieger mit einem „roten Ampelsymbol“ versehen worden, das deutet wohl auf mangelnde Leistung hin. Stimmt natürlich, darum geht es in dem Test ja auch anscheinend nicht, sondern eher um das Verhältnis von Preis und Leistung, wer braucht in der PKV schon Leistung, oder haben wir da etwas falsch verstanden? Das „abstrafen“ im ambulanten Bereich könnte an den Einschränkungen der Leistungen liegen. Heilmittel werden nur bis zu einem Satz von 90% erstattet, somit bestehen hier 10% weitere Eigenbeteiligung. Diese werden leider nicht berücksichtig und Leistungsszenarien gibt es hier leider auch nicht. Der absolute Selbstbehalt wird mit 500 EUR angegeben, auf die 10% erfolgen keine weiteren Hinweise. Bei einem weiteren Tarif in der Tabelle, dem Economy der Continentalen ist eine fallbezogene Eigenbeteiligung vereinbart, diese wird mit max. 5.000 EUR, der gesetzlichen Deckelung“ angegeben. Natürlich wird man bei 10% Anteilen an den Heilmitteln (Massagen, Physiotherapie und vergleichbaren Behandlungen) diese 5.000 EUR nicht erreichen können, dennoch sind diese spürbar. (mehr …)

14.
Mai '13

Warum „Maklers Lieblinge“ dem Kunden so gar nichts bringen


Wer in meiner Branche arbeitet- und JA ich mache das wirklich gern- der ist einiges gewohnt. Gewohnt unter anderem auch Rankings, Ratings, Tests von selbsternannten Expertenzeitschriften oder Verbraucherschützern, vor denen mancher Verbraucher besser geschützt werden sollte. Doch was bringen all diese Tests und Auswertungen dem Kunden und warum gibt es diese überhaupt?

Wie entstehen solche Tests und warum?

Klar, in den meisten Fällen steckt ein „Auftraggeber“ dahinter. So will der Chefredakteur oder Verleger eines Magazins seine Auflage steigern und überlegt sich einen Test. Gerade in Zeiten wo Kranken-/ Pflege oder Berufsunfähigkeitsversicherungen in aller Munde sind, da muss man doch auch dabei sein. Schön und auflagesteigernd ist das, wenn auf dem Titelblatt wieder etwas von „Die Besten 10 Anbieter für Ihren BU Schutz“ oder etwas ähnliches prangt.

Bei Testern die den Endverbraucher als Zielgruppe haben, ist es also meist die Auflage oder die Steigerung von Nachfrage nach einer Beratung oder einer Analyse, was solchen Anbieter dazu bewegt einen Test aufzulegen. Wer hingegen den Vermittler selbst als „Zielgruppe“ im Visier hat, der erhebt solche Tests und Ratings aus anderen Gründen- So kann man doch dann seine Ergebnisse als Studie verkaufen oder ein Sigel bzw. das Testergebnis dem Versicherer zu Werbezwecken zur Verfügung stellen.

Einige Beispiele und belegte Kritik an Zeitschriftentests finden Sie in den folgenden Blogbeiträgen:

Finanztest und die Halbwahrheiten zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Der Finanztest Artikel „Die 50 besten Versicherungen“ zur Berufsunfähigkeit oder: Haben die ihre Testergebnisse gewürfelt?

Focus Money PKV Test – und mal wieder im Tal der Ahnungslosen

Der Wirtschaftswoche PKV Test – Warum darf jeder jeden Unsinn schreiben?

und warum es nicht viel bringt:

Ratings und Test – eine echte Hilfe bei der Auswahl der passenden Privaten Krankenversicherung?

Test gut- Anbieter verwenden, Test schlecht- „Alles Unsinn“ ?!

(c) Cosmosdirekt

(c) Cosmosdirekt

Und da sind wir auch schon bei dem eigentlichen Problem der ganzen Sache. Hat der eigene Tarif gut abgeschnitten in einem solchen Test, so sind die Versicherer mit den Marketingabteilungen die ersten, welche dieses verwenden. Orgaleiter und Maklerbetreuer übertreffen sich damit, wer wohl zuerst seien Vertriebspartnern die frohe Kunden mitteilt.

Klar, man hat ja gut abgeschnitten und schließlich kann man dieses werbewirksam einsetzen. Da werden die Homepages mit Werbesiegeln, Testergebnissen und Rankings vollgepflastert, ohne auch nur weiter darüber nachzudenken, schließlich war man gut.

Wem das nicht reicht, der bestellt sich z. Bsp. bei der Finanztest gleich einen kompletten Sonderdruck und kann diesen dann unternehmensintern oder für Kunden verwenden und zeigen wie gut er war.

Aber wehe man war schlecht im Test, dann war der Tester schlecht, die Kriterien falsch ausgewählt und man schimpft lauthals über den, den man im letzten Monat noch gelobt hat (da war man ja gut getestet worden) und dessen Siegel vielleicht noch auf der Homepage prangt. (mehr …)

20.
Mai '11

Der Wirtschaftswoche PKV Test – Warum darf jeder jeden Unsinn schreiben?


In den letzten Jahren gab es ja einige „prominente PKV Tests“. Nicht nur Finanztest, auch Focus Money oder die Wirtschaftswoche haben bereits ausreichend dokumentiert, dass das Private Krankenversicherungsthema nicht unbedingt das „Zeitschriftenthema“ ist.

Eines unterscheidet aber die Wirtschaftswoche von den anderen. Die Wirtschaftswoche hat es nicht gelernt und veröffentlicht nun einen weiteren PKV Test.

Hier ein Auszug:

Den neusten „Vogel“ hat die „Wirtschaftswoche“ in der aktuellen Ausgabe Nr. 20 abgeschossen. Leider hat man aus dem unsinnigen und teilweise falschen Test in der Ausgabe 02/2010 nichts gelernt. Auch ein Jahr später veröffentlicht man so hanebüchenen Unsinn, dass nur Aufklärung hilft. Leider ist das Interesse der Zeitungen nicht, den richtigen Tarif an den Mann oder die Frau zu bringen. Verlage verkaufen eben Zeitschriften.

Schlimm an solchem Unsinn, den ich hier nur in einigen Details kommentieren will, ist allerdings die Tatsache, dass sich Interessenten davon leiten lassen und solche Testsiege als gegeben hinnehmen.

Weiterlesen können Sie in der pdf Datei.  „Finanznews zum Wirtschaftswoche PKV Test„.

16.
Juli '10

Diesmal hat die Wirtschaftswoche den „besten PKV Tarif“ gefunden


Die heutige Pressemitteilung hier zum direkten nachlesen.

und der Unsinn geht weiter.

So oder so ähnlich könnte man den Wahn einiger Zeitschriften und Tester zur Privaten Krankenversicherung (PKV) umschreiben, meint Sven Hennig, Spezialmakler für die Private Krankenversicherung.

Bereits im letzten Jahr hatte der Mitbewerber der Wirtschaftswoche, die Zeitschrift Focus Money, einen mehrteiligen Test veröffentlicht und dabei die billigsten, besten und leistungsfähigsten Tarife in der Privaten Krankenversicherung gefunden. Nun springt auch die Wirtschaftswoche auf diesen Zug auf und versucht sich (mit entsprechenden „Experten“) an einer Tabelle mit den Tarifen, welche „AM MEISTEN FÜR IHR GELD BIETEN“.

In mehrseitigen Kommentaren zu solchen Testergebnissen (Download unter http://www.online-pkv.de/44-0-Presseartikel-PKV–BU.html) erklärte Hr. Hennig bereits die Unsinnigkeit solcher Tests. Dabei geht es nicht um den einzelnen Tarif der gut oder schlecht ist, sondern eher um die Aussagen die pauschal, undeutlich und irreführend sind.

Nach dem Lesen des Tests kommt der Kommentar zu folgender Zusammenfassung:

„Der Test und die Tarifempfehlungen sind daher nicht nur ungeeignet, sondern leiten den Interessenten in eine falsche Richtung, da dieser sich auf Aussagen wie „bester Tarif“ „Testsieger“ oder dergleichen verlässt und dem Suchenden ein Leistungsbild suggeriert wird, was so in den Tarifen teilweise nicht vorhanden ist.

Noch schlimmer wird es dann, wenn die Gesellschaften mit bunten Prospekten, Bildern und tollen Siegeln und Test- Medaillen in die Werbung gehen und sich besser darstellen als die Tarife sind.

Einen besten oder „den besten“ Tarif gab es nie, gibt es nie und wird es nie geben. Jeder Tarif und jeder Versicherungsschutz muss auf den Bedarf passen. Hat ein Kunde ein hohes finanzielles Polster, so sind auch Leistungslücken und nicht versicherte Bausteine und Teilbereiche sicher eher zu verkraften als bei Kunden die weniger gut aufgest…“

Weiterlesen können Sie den Kommentar, nachdem Sie diesen unter folgendem Link kostenfrei heruntergeladen haben. http://www.online-pkv.de/files/presse_finanznews_01-2010_wiwo_pkv.pdf