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11.
April '16

Warum die Berufsunfähigkeitsversicherung zu jedem Hausbau gehört


Ein eigenes Haus, eine Wohnung welche im Alter die Altersvorsorge sein soll, oder zumindest einen Teil davon sichert, das ist der Traum vieler Menschen. Hausbau ist in Deutschland, auch wegen der niedrigen Zinsen, extrem beliebt und Banken sind teilweise sehr großzügig mit Krediten. Durch Zinsen auf einem extrem niedrigen Niveau können sich viel mehr Menschen den Traum vom eigenen Haus ermöglichen – glauben sie zumindest.

Ja, glauben sie, denn nicht immer ist jeder der eine Finanzierung bekommen kann auch jemand, der eine haben sollte. Oftmals vergessen viele Kunden (weil sie es nicht sehen wollen und der Traum des Hauses alles überwiegt) und Bankberater (weil das heutige Geschäft lieber ist als eine langfristige Finanzierbarkeit), was mit Zinsen nach der Zinsbindungsfrist passieren kann und das der Traum und die Finanzierbarkeit gleich wieder vorbei sein kann.

In der letzten Woche wurde ich um Hilfe gebeten, Hilfe für einen Fall der – soviel vorab – leider aussichtslos ist und in die (finanzielle) Katastrophe geführt hat.

Die Ausgangssituation – eine gut situiere Familie

Zunächst war es eine typische Situation. Der Bauherr, selbst Anfang 30, heiratete vor drei Jahren die zwei Jahre jüngere Frau und seither lebten Sie glücklich zusammen. Was sich wie ein Märchen anhörte, geht auch zunächst so weiter. Das eigene Kind, die glückliche, kleine Familie sollte der nächste Schritt ins Glück sein und so kam es auch. Die Frau wurde schwanger, heute vor knapp zwei Jahren wurde das Kind geboren. Stop, nicht das Kind, die Kinder, denn schnell stellte sich heraus, das es sich um Zwillinge handeln sollte. Nach dem ersten „Schock“, wie der Vater heute erzählt, war die Freunde gleich „doppelt“ groß, wurde es nun eben eine größere Familie. Die Kinder kamen kerngesund zur Welt und das Glück setzte sich fort.

Die eigene Dreiraumwohnung in der deutschen Hauptstadt Berlin wurde zu klein, war absehbar, denn ein Kinderzimmer geht die ersten Jahre noch, wird aber irgendwann nicht mehr ausreichen. Doch hier, mitten in der Großstadt sollten die Kinder eh nicht aufwachsen, kamen doch beide Eltern aus einer eher ländlichen Gegend. Während sie schon früher in der Nähe von Berlin wohnte, kam er aus dem hohen Norden, lebte in der Nähe von Kiel. Beruflich waren beide gut „situiert“, wie man das wohl heute nennen würde. Durch verschiedene Karrieresprünge lag sein Einkommen mittlerweile bei über 5.800 Euro jeden Monat, zudem gab der großzügige Arbeitgeber ein dreizehntes und sogar vierzehntes Gehalt dazu, so das das Jahreseinkommen mit 81.200 Euro weit über dem Durchschnitt lag. Durch die Elternzeit der Frau, wurden die Steuerklassen angepasst und aus bisher knapp 3.200 Euro wurden monatlich knappe 3.800 Euro. Vor der Elternzeit verdiente auch die Frau nicht schlecht, waren 3.000 Euro monatliches Bruttoeinkommen doch mit Steuerklasse vier noch 1.900 Euro „wert“. Ein Einkommen von über 5.000 Euro brutto sollte für ein Haus und die Finanzierung ausreichen.

Der Hausbau – Familie im siebten Himmel

Auch der Hausbau lief völlig reibungslos Schon wenige Monate nach dem ersten Geburtstag der Kinder konnte das Haus bezogen werden, war es doch im Rohbau erworben worden von jemandem, der sich „verkalkuliert hat“ hat der Immobilienmakler gesagt und daher war es zudem noch etwas günstiger. Eine Finanzierung war kein Problem. Die Steuerfachangestellte befand sich zwar in Elternzeit, wird aber spätestens ab dem zweiten Geburtstag wieder arbeiten gehen, auch einen Krippenplatz für die beiden Kinder hatte man in der ländlichen Gegend schnell gefunden.

Auf eine entsprechende Absicherung „falls einmal was passiert“ hatte die Bank bereits bestanden. So wurde das Unfallrisiko abgesichert, eine Risikolebensversicherung in Höhe des aufgenommenen Darlehens von 255.000 Euro für die nächsten zwanzig Jahre wollte die Bank ebenfalls und schloß diese auch gleich ab. Eine Absicherung gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit hatte er schon im Studium durch einen großen Finanzoptimiert bekommen und durch die dynamische Erhöhung wurde diese auch jedes Jahr angepasst. Dumm nur, das die Absicherung auch nach den immer wieder mitgemachten Erhöhungen bei derzeit knapp 1.480 Euro monatlich lag und auch bei der Finanzierung nicht angepasst wurde.

Warum wurde nicht erhöht?

Nun, anscheinend gab es „gute Gründe“. der Bankberater wollte es nicht zwingend, schließlich kostet das auch alles Geld. Und „wenn mir was passiert, dann arbeitet meine Frau wieder und ich passe auf die Kinder auf.“ hat er seinem damaligen Berater gesagt. Mit einem unüberhörbaren Schluchzen erzählt er das am Telefon, nachdem sein Bruder ihn zu mir geschickt hat und weiss nicht mehr weiter.

Aber so schlimm kann es auch nicht werden, hatten sie gemacht und gemeinsam entschieden das die Absicherung reicht. Die Frau hatte auch eine Absicherung für die Berufsunfähigkeit, eintausend Euro monatliche Rente auch hier und wenn es ganz, ganz schlimm kommt, haben wir ja eine Risikolebensversicherung und ein bisschen arbeiten kann ich immer.

Die Katastrophe kam in Raten

Vielleicht war der Stress doch etwas viel, der Hausbau, die Kinder, der Job? Niemand weiss warum und was der Auslöser war, aber der Vater wurde schwer krank, sehr schwer. Verlor fast 30kg Gewicht, niemand wusste so richtig warum. Immer und immer schlechter ging es ihm und dazu diese Sorgen. Was ist wenn ich nicht mehr kann, was ist mit Familie und Frau?

Eine Autoimmunerkrankung sei es, hatte der Arzt noch vorsichtig gesagt und da dachte er noch, wir bekommen das irgendwie hin. Keine Nacht habe er mehr geschlafen und jeden Morgen war es schlimmer. „Was, wenn ich mich einfach umbringe“, erzählt wer unter Tränen am Telefon, auch daran hat er oft gedacht und tut es noch, trotz monatelanger Therapie.

Die Berufsunfähigkeit war binnen Monaten anerkannt, die Frau wollte wieder arbeiten, aber wer passt auf die Kinder auf, wer holt sie aus der Krippe ab, bringt sie weg? Einen Babysitter können Sie sich schon lange nicht mehr leisten.

Die Situation heute

Die Frau arbeitet wieder Vollzeit, weil es die einzige Möglichkeit ist überhaupt über die Runden zu kommen. Er pendelt zwischen Krankenhäusern, Reha Klinik, Kuren und zu Hause, arbeiten wird er nie mehr wieder können, sagt er heute. Und dabei habe er damals noch gesagt:

„In meinem Bürojob werde ich doch nie BU, was soll mir passieren das ich nicht zumindest ein paar Stunden noch arbeiten kann.“

Das Haus geht in den nächsten Wochen in den Verkauf und dann wird man sehen müssen was noch machbar ist. Die Raten sind nicht bezahlbar, der Rückzug in eine kleinere Wohnung nicht zu verhindern. Das wäre alles noch nicht das Problem, aber wenn mit Verlust verkauft wird, bleiben diese kosten lebenslang abzuzahlen.

Daher: Berufsunfähigkeit gehört zum Hausbau wie das Dach auf das Haus, denn – bildlich gesprochen – ohne Dach wird es ungemütlich. Fallen Einkommen weg und können diese nicht ausgeglichen werden, dann droht der Verlust von allem anderen.

Was Sie heute und gleich tun müssen

Bitte überprüfen Sie Ihren BU Schutz. Dem Bruder meines Kunden konnte ich leider auch heute nicht mehr helfen, so leid mir das auch tut. Ein „brennendes Haus“ ist nicht mehr versicherbar. Sind Sie aber heute noch gesund und in der Lage den Schutz anzupassen, dann machen Sie das bitte JETZT. Nicht morgen, nicht nächste Woche und auch nicht vielleicht demnächst mal.

Lesen Sie dazu bitte auch den Leitfaden zur Berufsunfähigkeitsversicherung und schauen sich einmal die Auswahlkriterien an, auch dann, wenn Sie heute bereits einen Versicherungsschutz haben. Bei Fragen, nutzen Sie bitte das Kontaktformular.

10.
Juni '15

Bitte, Bitte nicht vergessen! Der eigene Versicherungsschutz sichert den des (ungeborenen) Kindes


Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich zu diesem Thema schreibe, aber anscheinend haben es einige immer noch nicht verstanden oder ihnen ist der Ernst der Lage nicht bewusst.

Tun Sie sich und Ihrem Kind etwas Gutes

Versicherungsschutz für Neugeborene

Es geht um den Versicherungsschutz des neugeborenen Kindes, welcher entscheidend davon abhängt wie die Eltern versichert sind. Schlechter Schutz der Eltern = schlechte Absicherung des Kindes!

Vor einigen Wochen kontaktierte mich eine bereits privat versicherte Dame mit der Information, dass in den nächsten Wochen ihr Kind geboren wird.

„Es sieht alles gut aus, keine Probleme oder Komplikationen, aber ich wollte mich jetzt schon einmal gern darum kümmern um mein Kind versichert wird.“

Der Ansatz ist mehr als glücklich, denn wenn man sich schon vor Geburt darum kümmert wie das Kind zu versichern ist, ist die Entscheidung nach der Geburt recht einfach und es kann auch vorher schon alles Nötige vorbereitet werden. Nach der Analyse der Auswahlkriterien und besprechen der Wünsche zum Versicherungsschutz wählten wir einen passenden Tarif und bereiteten auch die Antragstellung so weit vor. Der Versicherungsschutz der Mutter, ein alter Tarif in der BisexWelt, war er eingeschränkt und bot nur Leistungen nach dem Hausarztprinzip, eingeschränkte Leistungen bei den Heil-und Hilfsmitteln, begrenzte Versicherungsschutz für eine Reihe anderer Leistungsbereiche. Nach Geburt des Kindes stellte sich jedoch heraus, dass dieses bei der U2 Untersuchung nicht mehr gesund war, sondern es ernst zunehmende Krankheit Befunde gab. IVH Grad III stand unter anderem als Diagnose um Raum.

Hände_Baby_Durch eine Blutung im Gehirn stand zudem eine weitere Operation an, eine andere Alternative als die Anmeldung bei dem Krankenversicherer der Mutter stand daher nicht zur Verfügung. Natürlich kann das Kind noch gegen einen eigenen Beitrag in der gesetzlichen Krankenkasse des Vaters versichert werden, das ist dann die zweite Option. Das was für das Kind jedoch im Moment und wohl auch auf die nächsten Jahre völlig unmöglich sein wird, es ist der Abschluss von höhenwertigem Versicherungsschutz, die Absicherung von privatärztlichen Leistungen, höhere Leistungen bei Heil- und Hilfsmitteln aber auch, und das ist jetzt entscheidend, eine Pflegezusatzversicherung. Aufgrund der Diagnose ist es nicht mehr möglich im Rahmen von normalen Gesundheitsfragen eine entsprechende Annahme zu bekommen.

Wie lässt sich das verhindern?

Nun, die Lösung ist sogar relativ einfach. Allerspätestens drei Monate vor der Geburt (dabei bitte unbedingt beachten dass auch eine Frühgeburt möglich sein kann) können sich die Eltern für sich selbst für einen umfangreichen Versicherungsschutz entscheiden. (Wichtig: Bei Geburt muss der Schutz drei Monate ununterbrochen bestanden haben) Dazu gehört bei gesetzlich Versicherten eine ergänzende Absicherung für den stationären Bereich, je nach Wunsch auch eine Absicherung alternativer Behandlungsmethoden, ergänzende Heilmittelversorgung (was auch Logopädie, Ergotherapie etc. bedeutet) und vieles mehr. Hätte der Vater hier eine solche Absicherung, wäre über die Nachversicherung das Neugeborene unter Umständen heute mit einem deutlich besseren Versicherungsschutz versorgt worden und wir müssen nicht überlegen,wie die Leistungslücken ausgeglichen werden können. Dann wäre unter Umständen die gesetzliche Krankenkasse des Mannes eine Option, welche sogar beitragsfrei wäre, wenn er zukünftig derjenige ist, der mehr verdient. (Wo ist mein Kind zu versichern?)

In der jetzigen Situation werden die Eltern wohl auf einer Reihe von Kosten sitzen bleiben.

Ergänzende Pflegeversicherung vor Geburt ist ein MUSS!

Eine identische Situation haben wir in der Pflegezusatzversicherung. Auch wenn die Notwendigkeit erst langsam von den Menschen erkannt wird, ist doch die Pflegebedürftigkeit eine der größten Herausforderungen in der Zukunft. Doch dabei geht es keinesfalls nur um die Pflegebedürftigkeit der eigenen Eltern, oder im Alter von einem selbst, sondern auch solche Fälle wie den oben geschilderten. Wir wollen es nicht hoffen, aber bleibt das Kind beeinträchtigt, und bekommt eine Pflegestufe, so muss jemand für die Pflegeleistungen aufkommen, 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag. Und der Einwand „kleine Kinder brauchen sowieso viel Zeit“, stimmt natürlich nur so bedingt. In unserem Fall hat die Mutter nicht nur bisher in Vollzeit gearbeitet, sondern auch geplant das relativ schnell wieder zu tun. Sie trägt damit zu mehr als der Hälfte des Familieneinkommens bei, doch was ist wenn das Kind jetzt dauernde Betreuung benötigt? Solche Kosten lassen sich, bei einer festgestellten Pflegestufe, über die Pflegetagegeld Versicherung teilweise erstatten.

Ob die Mutter sich dann entscheidet zuhause zu bleiben und die Betreuung ihres Kindes selbst zu übernehmen, oder ob dafür stunden- oder tageweise ein Pflegedienst beauftragt wird, spielt in der finanziellen Betrachtung keine Rolle. Geht die Mutter/der Vater nicht arbeiten, so erzielte er/sie auch kein Einkommen. Das führt wiederum dazu das ein solches Einkommen woanders herkommen muss, gerade wenn die Kosten eher noch höher sind als bei einem gesunden Kind.

Unbedingt rechtzeitig!

Bevor jedoch auch ein erkranktes Kind versichert werden kann, sind wichtige Voraussetzungen zu prüfen. Es muss Versicherungsschutz für einen Elternteil bestehen, dieser muss auch länger als drei Monate bestanden haben, um überhaupt die Möglichkeit der Nachversicherung zu haben. Der Leistungsumfang des Schutzes von Mutter und/oder Vater stellt die Obergrenze dar, bis zu der eine Nachversicherung möglich ist. Daher ist insbesondere darauf zu achten, dass der eigene Schutz sinnvoll und umfänglich ist.

Allerspätestens sechs Monate vor dem errechneten Geburtstermin sollten Sie sich also Gedanken zu dem nötige Versicherungsschutz machen, den eigenen Versicherungsschutz anpassen oder aufstocken (das geht bei der Mutter nur VOR DER SCHWANGERSCHAFT) und damit die nötigen Voraussetzungen schaffen, dem Kind einen umfangreichen Schutz zu ermöglichen. Es ist aus meiner Sicht unverantwortlich und ein grober Fehler der Eltern, dieses Thema zu verdrängen oder sich nicht damit beschäftigen zu wollen weil „es schon gut gehen wird“.

Daher bitte unbedingt die Gesamtsituation beachten. Dazu gehört immer auch die Frage nach einer Zusatzversicherung für den gesetzlich versicherten Elternteil, eine vernünftige Absicherung für die Pflege und gegebenenfalls sogar eine Option für eine schwere Krankheiten Absicherung.

Lesen Sie auch: Das Kind ist unterwegs- richtige Absicherung für Neugeborene