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29.
September '15

Sie müssen noch heute… das Märchen vom unsinnigen Druck beim Wechsel der Privaten Krankenversicherung und was Sie aber unbedingt tun sollten


Am letzten Wochenende hatte ich im LiveChat (dieses kleine Fenster links am Bildschirmrand) eine Frage zur PKV. Eine Dame erzählte mir, Sie ist derzeit bei einem Mannheimer Versicherer versichert und möchte doch gern da weg. Warum? Weil diese zwar schon länger da versichert ist, aber nicht glaubt das dieses in den nächsten Jahren gut gehen kann, schaut Sie sich um und überlegt was man tun kann. Dabei treten tausend Fragen auf und so kam sie beim googeln eben hier her.

Dumm an der ganzen Sache:

Gerne – mein Problem ist nur, dass ich den 30.09. als Stichtag für den Versicherungswechsel habe, ich hatte mich im Vergleich der bisherigen Angebote (hatte ich durch MLP machen lassen) eigentlich für den Hallesche Tarif „entschieden“ – merke aber, dass ich die Entscheidung nicht rund kriege gerade.

Wie gesagt, die Unterhaltung war am 27.09. und so musste nach Auffassung der Interessentin eine Entscheidung bis ggf. zum Lebensende binnen weniger Tage getroffen werden. Das kann m.E. nicht gut gehen und führt nur dazu, das es eine unausgegorene Entscheidung wird, etwas womit man innerlich nicht zufrieden ist und etwas, was jeden Morgen beim Blick auf die Versichertenkarte zu einem „Ach, habe ich das wohl richtig gemacht“-Seufzen führen wird, keine gute Grundlage für einen lebenslangen Vertrag, oder?

Doch ist es überhaupt anders machbar? Was ist wenn man/ Frau diese Entscheidung jetzt verschiebt? Was ist wenn es noch andere Lösungen gibt? Schauen wir uns doch einmal an, was Sie heute noch tun können und ggf. müssen, oder einfach auch nicht tun brauchen.

1.) Wechsel zwingend gewünscht zum 01.01. des nächsten Jahres

Bezogen auf die Private Krankenversicherung bedeutet dieses, Sie müssen zwingend vor oder am 30.09. kündigen und diese Kündigung muss beim Versicherer zugehen. Ein entsprechendes –> Musterschreiben zur Kündigung der GKV oder PKV finden Sie unter Kündigungsvordrucke. Doch eine Kündigung ist nicht ganz ohne Risiken. Sprechen wir nur von der privaten Krankenversicherung (und Pflegepflicht), so ist die Kündigung nur dann wirksam, wenn rechtzeitig zum Ablauf eine so genannte Folgeversicherungsbestätigung bei dem alten Unternehmen eingereicht wird. Bedeutet also, Sie müssen sich bis Jahresende neu versichern, der neue Versicherer  muss Sie annehmen und diese Bescheinigung muss rechtzeitig eingehen. Passiert das rechtzeitig, so wird die Kündigung wirksam. Kuendigung_PKV

Entscheiden Sie sich bis zum Jahresende aber anders und schließen gar keinen neuen Versicherungsschutz ab, widerrufen diesen oder überlegen sich es einfach anders, so reichen Sie eine solche Bescheinigung nicht bei Ihrer alten Gesellschaft ein, diese wird Ihnen dann spätestens im Januar bestätigen, das die Kündigung nicht wirksam wurde und Sie „leider“ dort bleiben müssen. Ihr Vertrag zur Privaten Krankenversicherung besteht also unverändert fort.

Wirklich?

ACHTUNG! Diese Regelungen gelten nur für die Private Krankenversicherung und nur für den Teil, welcher der Versicherungspflicht unterliegt. Diese ist geregelt in §193 des Versicherungsvertragsgesetzes und dort heisst es:

(3) Jede Person mit Wohnsitz im Inland ist verpflichtet, bei einem in Deutschland zum Geschäftsbetrieb zugelassenen Versicherungsunternehmen für sich selbst und für die von ihr gesetzlich vertretenen Personen, soweit diese nicht selbst Verträge abschließen können, eine Krankheitskostenversicherung, die mindestens eine Kostenerstattung für ambulante und stationäre Heilbehandlung umfasst und bei der die für tariflich vorgesehene Leistungen vereinbarten absoluten und prozentualen Selbstbehalte für ambulante und stationäre Heilbehandlung für jede zu versichernde Person auf eine betragsmäßige Auswirkung von kalenderjährlich 5.000 Euro begrenzt ist, abzuschließen und aufrechtzuerhalten; für Beihilfeberechtigte ergeben sich die möglichen Selbstbehalte durch eine sinngemäße Anwendung des durch den Beihilfesatz nicht gedeckten Vom-Hundert-Anteils auf den Höchstbetrag von 5 000 Euro.

Also mal im Detail: Sie brauchen einen Schutz für die ambulante und stationäre Versorgung. Sind Sie bisher in einem Kompakttarif versichert, also einem Tarif der ambulante, stationäre und zahnärztliche Leistungen abdeckt, so gelten die eben erklärten Regeln. Sie müssen also nachweisen das neuer Schutz besteht, bevor die Kündigung greift.

Aber: Haben Sie bisher so genannte Bausteintarife, also unterschiedliche Tarife für den ambulanten, stationären und zahnärztlichen Teil (Beispiel Alte Oldenburger A, ST, Z) oder auch den Zahntarif extra versichert (Axa mit Kompakttarif Vital und VITAL-Z also Zusatzschutz für die Zähne), so müssen Sie bei der Kündigung aufpassen. Nur der Teil, welcher in 193 VVG geregelt ist, unterliegt dieser besonderen Regelung. Kündigen Sie also einfach so „pauschal“ den Vertrag 1234… bei der Gesellschaft und wollen später zurück, so könnte das Unternehmen eine Aufnehme in den Zahntarif verweigern oder von einer neuen Prüfung abhängig machen.

Gleiches gilt, und das ist noch viel wichtiger, für das Krankentagegeld. Dieses unterliegt nämlich nicht der Versicherungspflicht und könnte schwer wieder zu bekommen sein. Vielleicht ist der Versicherer ja froh, das Sie gehen und Sie waren aus seiner Sicht ein „schlechtes Risiko“. Auch kann ein alter KT-Baustein besser sein, als der neue es wird, abgesehen von Eintrittsalter und Gesundheitszustand.

Falls Sie sich also die Option zum Jahresende noch offen halten wollen, so kündigen Sie bitte ausdrücklich nur die Krankenversicherung gem. 193 VVG, nicht die sonstigen Bausteine.

Doch was passiert wenn ich wechsle? Habe ich dann zwei?

Wer in einem Bausteinvertrag versichert ist, der kann durchaus zweimal für das gleiche Risiko versichert sein. Der alte Versicherer könnte (was m.E. nicht passiert, da Voraussetzung das bestehen einer KV Voll bei den meisten Unternehmen ist) auf das bestehen des Zahntarifs bestehen und Sie nur aus dem ambulanten und stationären Bereich entlassen. Dann haben Sie- zumindest für ein Jahr (es sei denn es folgt eine Beitragserhöhung) zweimal Schutz für die Zähne.

Wichtiger ist aber die Absicherung beim Tagegeld. Wechseln Sie doch, so können Sie versuchen ob der alte Versicherer Sie dennoch raus lässt und das KT beendet. Tut er das nicht, so behalten Sie für das eine Jahr das Tagegeld bei dem Unternehmen, achten Sie hier aber auf die Kündigungsmöglichkeiten des Versicherers. Nach dem einen Jahr würden Sie wechseln zu dem, wo auch die neue Krankenversicherung besteht. Da aber das KT nicht an die Vollversicherung gebunden ist, gibt es auch heute Konstellationen in denen die PKV bei der Halleschen und das KT bei der Mannheimer zum Beispiel besteht, ganz bewusst und so gewollt. Ebenso bestehen bei dem neuen Unternehmen nach Zugang der Police auch gesetzliche Rechte zum Widerspruch, also auch hier noch Luft eine Entscheidung zu korrigieren.

2.) Wechsel innerhalb des Jahres

Es gibt Unternehmen, die haben nicht das Kalenderjahr, sondern das abweichende Versicherungsjahr. So können z.Bsp. Versicherte bei der Alten Oldenburger, der Barmenia, der Debeka, aber auch der HUK oder bei der Süddeutschen, der Universa, Inter oder Signal Iduna nicht zum Jahresende, sondern zum Ende Ihres persönlichen Versicherungsschutzes kündigen. Hier gilt die Frist von 3 Monaten dann zu dem Termin, der ihr ursprünglicher Beginn war. Hat der Vertrag mal am 1.3. begonnen, so ist Zeit bis zum 30.11. diesen Vertrag ordentlich zu beenden. Alles weiteren Vorgaben gelten wie oben beschrieben. Weitere Termine und Fristen finden Sie in meiner Übersicht zu –> Mindestvertragslaufzeiten und Kündigungsterminen.

3.) Wechsel aus einer gesetzlichen Krankenkasse

Hier ist es etwas einfacher. Eine gesetzliche Kasse lässt sich (mit wenigen Ausnahmen bei so genannten –> Wahltarifen) immer zum Ende des übernächsten Monats kündigen. So haben Sie jederzeit die Möglichkeit die GKV zu verlassen und in die PKV zu wechseln, auch wenn einige Kassen gern mal behaupten die –> 18monatige Bindungsfrist gilt hierbei auch, nein- tut sie nicht! Diese Kündigung ist hingegen risikolos, da Sie bis zum Wirksamwerden der Kündigung noch viele Optionen haben. Sie können sich für eine andere Kasse entscheiden und dort einfach einen Aufnahmeantrag stellen, Sie können einfach nichts tun und bleiben bei der Kasse wie bisher, oder Sie wechseln in die PKV. In diesem Fall müssen Sie- wie auch bei dem Wechsel in eine andere GKV- den Nachweis über die neue Versicherung erbringen und rechtzeitig an die Krankenkasse schicken. Nur dann wird die Kündigung wirksam.

Überschreiten Sie aber erst zum kommenden Jahr die Grenze, so –> besteht hier ein Sonderrecht. Hier kann die gesetzliche Kasse im Januar ganz in Ruhe beendet werden, dennoch empfiehlt es sich, rechtzeitig nach neuem Schutz Ausschau zu halten.

ACHTUNG! Auch diejenigen, welche die GKV normal verlassen möchten tun gut daran, noch heute/ morgen rein vorsorglich zu kündigen. Warum? Weil das Eintrittsalter in die PKV nicht vom Geburtsdatum abhängig ist, sondern vom Geburtjahr. So sind Sie versicherungstechnisch bei den meisten Unternehmen das ganze Jahr gleich alt. Egal ob am 10.1. oder 10.12. geboren, wer in 1985 geboren ist, ist für die Krankenversicherung bei allen Versicherungsbeginnen in 2015 genau 30 Jahre alt. Beginnt der Schutz aber erst zum 1.1., dann sind es 31 und das führt- wen wundert es- zu höheren Beiträgen und das lebenslang!

Kündigen diese Kunden aber heute oder morgen, also vor oder am 30.9., so bleibt die Option offen noch zum 1.12. zu wechseln und das alte Eintrittsalter zu sichern. (bei einigen Unternehmen geht das auch mit einer Anwartschaft, die kostet aber Geld). Kommen Sie zu dem Schluss die PKV ist doch nicht das passende, so gilt wie oben, GKV bleibt einfach bestehen.

Für alle gilt aber, Private Krankenversicherung ist nichts, aber auch so gar nichts, was man mal so nebenbei schnell macht. Es erfordert einige Zeit an Recherche, Beratung, Analyse und viele Gespräche bis der passende Tarif gefunden, der passende Versicherer ausgewählt und die passende Annahme mit den gewünschten Konditionen gefunden. Daher sollten Sie hierfür Zeit einplanen. Eine gute Vorbereitung ist das Lesen meines –> Leitfadens zur Privaten Krankenversicherung und das studieren der –> Auswahlkriterien. So lassen sich gezielt Wünsche und Bedarf festlegen und Vorbereitungen für die folgende –> Beratung treffen.

30.
Oktober '13

„Sie können erst nach 18 Monaten kündigen“ – Bindungsfrist in der gesetzlichen Krankenkasse bei Übertritt in die PKV?!


Ein sich wacker haltendes Märchen und anscheinend auch bei den MitarbeiterInnen einiger Krankenkassen nicht wirklich bekannter Umstand, um nicht zu unterstellen das man bewusst auf das Unwissen der Kunden setzt und diese weiter in der eigenen Krankenkasse halten will. (Kunden versuchen zu halten ist vollkommen in Ordnung, wenn es dabei fair und mit richtigen Informationen zugeht)

Was ist die Bindungsfrist?

Der Gesetzgeber hat im Rahmen der vor Jahren eingeführten Wechselmöglichkeiten der Gesetzlichen Krankenkasse (GKV) eine so genannte Bindungsfrist eingeführt. Diese regelt, dass der Versicherte in der GKV diese nicht jeden Monat hin und her wechseln kann, sondern mindestens 18 Monate an die Wahl seiner Krankenkasse gebunden ist. Die Regelung findet sich hierzu, wie zu fast allen Fragen der GKV, im Sozialgesetzbuch 5, dort heisst es:

4) Versicherungspflichtige und Versicherungsberechtigte sind an die Wahl der Krankenkasse mindestens 18 Monate gebunden, wenn sie das Wahlrecht ab dem 1. Januar 2002 ausüben. Eine Kündigung der Mitgliedschaft ist zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats möglich, gerechnet von dem Monat, in dem das Mitglied die Kündigung erklärt. Die Krankenkasse hat dem Mitglied unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von zwei Wochen nach Eingang der Kündigung eine Kündigungsbestätigung auszustellen. Die Kündigung wird wirksam, wenn das Mitglied innerhalb der Kündigungsfrist eine Mitgliedschaft bei einer anderen Krankenkasse durch eine Mitgliedsbescheinigung oder das Bestehen einer anderweitigen Absicherung im Krankheitsfall nachweist.

Ausnahmen von dieser Kündigungsfrist finden sich bei Einführung von Zusatzbeiträgen, welche die Frist außer Kraft setzen.

Erhebt die Krankenkasse ab dem 1. Januar 2009 einen Zusatzbeitrag, erhöht sie ihren Zusatzbeitrag oder verringert sie ihre Prämienzahlung, kann die Mitgliedschaft abweichend von Satz 1 bis zur erstmaligen Fälligkeit der Beitragserhebung, der Beitragserhöhung oder der Prämienverringerung gekündigt werden. Die Krankenkasse hat ihre Mitglieder auf das Kündigungsrecht nach Satz 5 spätestens einen Monat vor erstmaliger Fälligkeit hinzuweisen.

Bindungsfrist

Was ist bei einem Wechsel in die Private Krankenversicherung zu beachten?

Grundsätzlich gilt die Bindungsfrist daher bei einem Wechsel in die Gesetzliche Kasse, bzw. richtigerweise innerhalb des Systems. Wer also von einer gesetzlichen Krankenkasse zur anderen wechseln möchte, der unterliegt der Bindungsfrist. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Versicherungspflichtigen handelt, oder ob es ein Versicherungsberechtigter ist, also jemand der sich in der GKV (freiwillig) versichern darf, aber nicht muss.

Wer jedoch das System der GKV generell verlassen möchte um in eine private Krankenversicherung zu wechseln, für den gilt diese Bindungsfrist eben gerade nicht. Hierfür sieht der §175 eindeutig eine Regelung vor, diese lautet weiterhin im Absatz 4:

Die Sätze 1 und 4 gelten nicht, wenn die Kündigung eines Versicherungsberechtigten erfolgt, weil die Voraussetzungen einer Versicherung nach § 10 erfüllt sind, Satz 1 gilt nicht, wenn die Kündigung erfolgt, weil keine Mitgliedschaft bei einer Krankenkasse begründet werden soll.

Was können Sie tun, wenn die Krankenkasse eine Kündigung ablehnt?

Einen solchen Fall hatte ich die letzten Tage aktuell (mehr …)

22.
Oktober '12

Umdeckungen in der Privaten Krankenversicherung durch die Impuls Finanzmanagement AG an den (Großaktionär) Hanse Merkur – ein Schelm wer Böses dabei denkt


UPDATE siehe unten.

Umdeckungen, also die Kündigung einer bestehenden Privaten Krankenversicherung und der gleichzeitige Neuabschluss sind vorteilhaft… für den Vermittler. Für den Versicherten hingegen sind diese oftmals nachteilig, besonderes dann wenn der Versicherungsschutz sich verschlechtert. Dennoch gab es in der Vergangenheit Vertriebe und Berater, die mit dieser „Umdeckung“ regelmäßig „viel Geld“ verdient haben.

Im April diesen Jahres ist die gesetzliche Deckelung der Provisionen in der Krankenversicherung in Kraft getreten, mit dieser wurde auch eine 5-jährige Stornohaftung eingeführt. Wer nun einen Krankenversicherungsvertrag vermittelt, der bekommt seine Courtage/ Provision zwar gleich, muss diese aber (anteilig) zurückzahlen, falls dieser wieder gekündigt / umgedeckt wird. Was früher nur für das 1. Jahr galt und dann zu „fröhlichem Umdecken“ führte, soll durch die 5-Jahresfrist verhindert werden. Für alle Anträge die vor dem 1. 4. 2012 angenommen und policiert wurden, für diese gilt noch die alte Regelung.

Nun liegen mir von Kunden und einem Kollegen übermittelt, mehrere Fälle vor, die alle eine gleiche Tendenz zeigen. Ich will und werde hier aufgrund einiger Fälle sicher keine Masche unterstellen, aber einen Beigeschmack hat es schon. Was ist genau passiert?

Die Fälle:

Vor einigen Jahren (einmal 2009, 2010 und 2011) wurden durch die Impuls Finanzmanagement AG eine private Krankenversicherung nach dem Tarif ESPRIT M beim Deutschen Ring Krankenversicherung vermittelt. Nachdem der Kunde (hoffentlich) aufgeklärt wurde welche Leistungen der Tarif enthält und welche eben nicht, hat dieser sich mit seinem Berater für einen solchen Tarif und die darin enthaltenen Leistungen entschieden. Dagegen ist absolut nicht einzuwenden, doch was passierte jetzt?

Die damaligen Vertreter (die den ehemaligen Abschluss gemacht hatten) rief jeweils die Kunden an und teilte diesem mit „wie haben jetzt was besseres und billigeres für Sie, wir wechseln mit Ihnen die PKV vom Deutschen Ring Esprit zur Hanse Merkur in den Tarif KVE. Auf die Frage des Kunden warum dieses nötig sei, folgte die Antwort „da ist das alles besser“. Ist denn der Tarif nach dem Wechsel wirklich besser?

Während der Esprit Tarif keinerlei Arztbindung hat, wird der Kunde nun bei der Hanse Merkur in einen Primärarzttarif, mit den damit verbundenen Einschränkungen gesteckt. Auch in den Bereichen der Auslandsgeltung (die sicher nicht jeder braucht), bei der Arztwahl, bei Fragen der ärztlichen Honorare, der Psychotherapie oder auch den Versorgungen und Kostenerstattungen in gemischten Anstalten kommt es zu teils drastischen Verschlechterungen. (mehr …)

11.
Januar '12

Wie komme ich zurück in die gesetzliche Krankenkasse (GKV)?


Da gab es in den letzten Tagen eine Meldung einer Nachrichtenagentur und schon meinen alle Redaktionen, Zeitschriften und online Portale sie müssen nun schreiben, wie schwer der Weg zurück in die gesetzliche Krankenkasse ist.

Wer will zurück und warum soll die PKV verlassen werden?

Dafür gibt es einige Gründe. Zum einen sind das sicher Kunden einiger privater Krankenversicherer, welche in den letzten Jahren teilweise massive Beitragsanpassungen in ihren Tarifen bekommen haben. Die Gründe sind vielfältig und nicht zu verallgemeinern. Einer solcher Gründe ist sicher die falsche Kalkulation und das locken mit Billigtarifen in die Private Krankenversicherung. Dabei sind sicher Versicherer, Vertreter, Berater und Makler gleichermaßen „schuld“, aber auch die Versicherten zum Teil.
Es ist illusorisch zu glauben, für 59 EUR im Monat kann ich einen umfassenden, beitragsstabilen und guten Krankenversicherungsschutz bekommen, wo ich dann auch noch besser als der gesetzlich versicherte Kunde behandelt werde. Das verbietet allein die Logik, denn irgendwo muss das Geld ja herkommen. Mehr dazu auch: „GKV für chronisch Kranke und kinderreiche, PKV für die Andren„.

Auch ist es eine Illusion zu glauben, junge und gesunde Angestellte wechseln in die PKV, haben Top Leistungen, sparen gegenüber dem GKV Höchstbeitrag von mehr als 600 EUR monatlich (AG und AN Anteil) noch 300 EUR und das ganze ist noch beitragsstabil. Wie soll das gehen? Woher sollen die finanziellen Mittel kommen?

Diese Kunden wundern sich früher oder später über drastische (aber teilweise berechtigte) Anpassungen in ihrem PKV Tarif. Der Versicherer muss dann all das nachholen, was er vorher an Kapital nicht gebildet hat, das aber mit Zins und Zinseszins.

Und noch zwei andere Gruppen von Menschen möchte wieder zurück. Zum Einen die, die nie hätten in die PKV gehört. Nämlich die, wo windige Berater das „Blaue vom Himmel“ versprochen haben und sich der Kunde gar keine Gedanken gemacht hat. Oftmals sind es leider kleine (Schein-)selbstständige, Ich-AG’s und dergleichen. Diese wechselten leider machmal auch deshalb, weil man ihnen erzählt hat „sie sind selbstständig, sie müssen in die PKV jetzt“ oder weil diese sich die knapp 320 EUR Mindestbeitrag in der gesetzlichen Krankenkasse nicht leisten konnten.

Die zweite Gruppe sind aber die, die bei einer Krankheit (sei es akut oder chronisch) gemerkt haben, dass der eigene, so so günstige Versicherungsschutz nur solange günstig ist, wie er nicht gebraucht wird. Sobald Leistungen beansprucht werden treten Leistungslücken, Ausschlüsse und Eigenbeteiligungen zu Tage und erhöhen den monatlichen Kostenaufwand zum Teil immens.
Warum ist der Weg so schwer?
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06.
Januar '12

Darf ich nun in die PKV, welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein und wann kann ich wechseln?


Gerade zum Jahresanfang stellen sich die Fragen bei vielen Angestellten und derzeit noch gesetzlich Krankenversicherten. Auch in einigen Anfragen für die Beratung zum Wechsel in die private Krankenversicherung häufen sich solche Fragen. Es besteht meist Unkenntnis über die genauen Umstände, daher werde ich in diesem Beitrag die unterschiedlichen Voraussetzungen beschreiben.

1.) Berufseinsteiger oder Wechsel des Arbeitgebers

Beginnen Sie ein neues Arbeitsverhältnis, dann ist zunächst zu prüfen wie hoch ihr Einkommen sein wird. Dabei wird das vertraglich zugesicherte Einkommen laut Arbeitsvertrag zu Grunde gelegt und auf das Jahr hochgerechnet. Überschreiten Sie damit voraussichtlich die Jahresarbeitentgeltgrenze (JAEG) von 50.850 EUR p.a., so können Sie gleich zu Beginn in die private Krankenversicherung wechseln. Doch nicht alle Einkünfte zählen zur JAEG. In meinem Beitrag „Was zählt zur JAEG?“ habe ich die einzelnen Gehaltsbausteine zusammengefasst. Zum besseren Verständnis ein Beispiel:

Ein Arbeitnehmer wechselt zum 01. 02. 2012 den Arbeitgeber/ beginnt einen neuen Job.

Laut Arbeitsvertrag beträgt das Einkommen 4.250 EUR p.M

Obwohl der Arbeitnehmer im Jahr 2012 nur 11* 4.250 EUR = 46.750 EUR verdienen wird, kann dieser ab Beginn in die private Krankenversicherung wechseln. Entscheidend ist das hochgerechnete Einkommen.

2.) bereits bestehendes Arbeitsverhältnis und Gehaltserhöhung
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