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02.
Juli '14

Stilblüten des Datenschutzes, die Condor scheint es sehr genau zu nehmen


Datenschutz, spätestens seit dem Namen Edward Snowden auch dem letzten Bürger ein Begriff. Die Versicherer sind natürlich hiervon in besonderem Maße betroffen, denn hier liegen sehr persönliche Daten, Angaben zu Einkommen, Gesundheit und der Vorgeschickte der Kunden. Keiner möchte das diese Daten „irgendwo im Netz“ herumfliegen und in die falschen Hände gelangen.

Weder der Makler, noch der Versicherer werden daher leichtfertig mit den Daten umgehen. Das es aber auch zu Auswüchsen kommen kann, die so vielleicht nicht beabsichtigt waren, das zeigt mein Erlebnis mit der Condor Lebensversicherung vom gestrigen Tage.

Dazu eine kleine Vorabinformation. Wer seinen Versicherungsschutz für eine Berufsunfähigkeit beantragen möchte, der tut dieses meist nicht direkt. Nicht direkt deshalb, weil Vorerkrankungen eine entscheidende Rolle spielen, weil es nicht sinnvoll ist abgelehnte Anträge in der „Datei“ zu haben und auch deshalb, weil wir für unseren Kunden gern vorher wissen möchten, welche Risikoeinstufung er bekommt.

Daher nutzen wir- wie viele Kollegen- den Weg der anonymen Voranfrage. Dort wird dem Versicherer nur das Geburtsdatum (das ist gerade bei bestimmten Erkrankungen wichtig, die sich mit dem Alter verändern) mitgeteilt und zudem der anonymisierte Gesundheitszustand.

Antrag Voranfrage Police

Die Condor nimmt es sehr genau, zu genau

Genau wie oben auf dem Bild beschreiben, genau so mache ich es seit Jahren und es funktioniert erfolgreich. Die Condor gehört zu den wenigen Unternehmen, welche in der Vergangenheit immer wieder erklärt haben, anonyme Voranfragen würde man nicht bearbeiten. Aus Sicht der Versicherer ist diese Haltung auch verständlich, werden doch manche „Kollegen“ kreativ und basteln so lange an den Gesundheitsfragen herum, bis die Einschätzung passt- mit fatalen Folgen.

Nun, in unserem Fall wollte ich aber gar keine Gesundheitsdaten übermitteln, sondern nur eine Einschätzung der Berufsgruppe.

Daher: Hinsetzen, festhalten und nicht gleich los lachen. Ein Theaterstück in mehreren Akten:

Akt 1:
Mein Interessent zur Absicherung der Berufsunfähigkeit hat ein etwas komplexeres Berufsbild, daher überlegen wir noch in welcher Berufsgruppe die Unternehmen ihn einstufen. Gerade diese Einstufung ist wichtig, denn entscheidet diese doch über die Prämie. Um sicher zu gehen, schicke ich ihn auf meine Homepage und bitte ihn, eine Tätigkeitsbeschreibung auszufüllen.
Der Kunde macht das extrem sorgfältig und schreibt noch auf, was er in einer Woche so tut. Recht ausführlich, wie so’n Stundenplan eben. Damit ist dem Versicherer vorher und in aller Deutlichkeit bekannt, welche Ausbildung der Kunde hat, was er beruflich tut und welcher Art die typischen Tätigkeiten sind.

Akt 2:
Ich schicke es so (also die Mail des Kunden und den ausgefüllten Fragebogen) an die Condor, weil (mehr …)

10.
Oktober '12

Anonyme Voranfragen – ich will nicht in einer Datei gespeichert werden


In der täglichen Beratungspraxis erreichen mich immer wieder Anfragen wie diese:

„Bieten Sie auch Anonyme Risikovoranfragen bei ausgewählten Versicherungen an? Hintergrund ist, dass ich ungern in einer Datendatei gespeichert werden möchte.“

Was genau ist aber dran an dieser „anonymen Datenspeicherung“ und existiert eine solche Datei überhaupt? Um diese Frage zu beantworten, muss zunächst einmal klar sein, wann und zu welchem Zweck solche Voranfragen überhaupt gestellt werden und welche Ziele damit verfolgt wird. Die Voranfrage oder die „Risikovorprüfung“ ist die Vorstufe zu einem Antrag in der Personenversicherung. Dabei soll das Risiko eingeschätzt werden, zu welchem ein bestimmtes Risiko (zum Beispiel: der Wunsch nach einer Berufsunfähigkeitsrente, die Absicherung in einer Krankenversicherung) versichert werden kann.

Was genau ist die Voranfrage und wann sollte man eine solche stellen?

Anders als bei dem Antrag, welcher den Abschluss einer entsprechenden Versicherung zum Ziel hat, zielt die Voranfrage erst einmal darauf ab zu prüfen wie eine Person versichert werden kann. Zuerst informiert sich der Kunde mit Hilfe seines Beraters über den passenden Tarif und die passende Gesellschaft. Bevor er nun einen Antrag stellen kann, welcher vielleicht negativ oder mit einem (hohen) Risikozuschlag belegt wird, stellt der Berater eine entsprechende Voranfrage. Durch die Prüfung dieser Voranfrage kann der Versicherer entscheiden, wie genau er das Risiko versichern möchte, oder ob er noch weitere Unterlagen zur Prüfung benötigt. Anders als bei einem Antrag müssen hier noch nicht alle persönlichen Daten übermittelt werden. In der Risikovoranfrage geht es in den meisten Fällen auch zunächst nur um die Einschätzung des gesundheitlichen Risikos.

Antrags- vs. Invitatiomodell

Früher, also bevor derzeitige Fassung des Versicherungsvertragsgesetzes in Kraft trat, wurden meistens Anträge gestellt und diese bei „zum negativen Einschätzungen“ einfach später nicht angenommen. Das bedeutet also, dass der Kunde das Angebot des Versicherers (mit einem entsprechenden Zuschlag oder Leistungsausschluss) nicht akzeptiert hat. Durch die gesetzlichen Änderungen, kann der Kunde heute zwischen 2 unterschiedlichen Varianten wählen. Bei dem so genannten „Antragsmodell“ stellt der Kunde nach wie vor einen Antrag mit den vollständigen persönlichen Daten, der Versicherer prüft das Risiko und zeichnet den Antrag. Im so genannten „Invitatiomodell“ will der Kunde aber gar keinen Antrag stellen, sondern fordert von dem Versicherer die Abgabe eines Angebotes an. Dabei werden auch hier entsprechende Daten an den Versicherer übermittelt. Nach einer erfolgten Risikoeinschätzung gibt der Versicherer dann ein verbindliches Angebot ab, welches der Kunde annehmen kann.

Welche Daten werden gespeichert und ist das negativ?

Stellt ein Kunde nun einen Antrag, zum Beispiel für eine Absicherung bei eintretender Berufsunfähigkeit, so kann der Versicherer diesen Antrag nach Prüfung eben auch ablehnen oder mit einer Erschwernis (Zuschlag oder Leistungsausschluss) annehmen. In einem später gestellten neuen Antrag wird aber unter Umständen nach bereits ausgesprochenen Ablehnungen oder Erschwernisannahmen gefragt. Um hier nicht von vornherein Angaben machen zu müssen, welche vielleicht negativ auf die neue Annahmeentscheidung wirken, versuchen Kunden möglichst keinen Antrag zu stellen. Denn wenn kein Antrag gestellt ist (sondern nur eine Voranfrage) ist diese eben bei einer Frage nach abgelehnten Anträgen auch nicht anzugeben.

In der Lebensversicherung existiert eine entsprechende (mehr …)

23.
Februar '11

Einmal Ablehnung, immer Ablehnung – Risikoprüfung in der Privaten Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherung


Zur Zeit beschäftigt mich ein aktueller Fall, welcher so in der Unfähigkeit einiger Vermittler kaum noch zu überbieten ist. Ich gebe zu, auch auf Kundenseite hat es einige Versäumnisse gegeben, welche ich aber hier anders bewerten will, denn dieser ist als Laie nicht in der Lage, die Tragweite zu überbrücken.

Doch nun zu dem Sachverhalt.

Bevor der Kunde bei mir angefragt und um Beratung gebeten hat, sprach dieser schon mit einem Agenten eines Versicherungsunternehmens. Dieser erklärte Tarife (seines Unternehmens natürlich) und stellte Leistungen gegenüber. Dabei sind im Rahmen der anonymen Voranfrage auch Gesundeitsangaben zur Sprache gekommen, welche dazu geführt haben, eine Ablehnung bei einem Unternehmen auszulösen.

Einige Zeit später wurde ein weiterer Berater, hier jedoch Makler, gebeten bei der Tarifauswahl zu helfen und schlug ebenfalls mehrere Tarife/ Gesellschaften vor. Bevor dieses jedoch geschah, wurden Gesundheitsfragen verlangt, diese waren aber nicht auf Formularen von Gesellschaften, sondern allgemein gehalten. Quasi eine Art Gesundheitsfragebogen, wie Sie diesen auch bei mir im Downloadbereich finden können.

Das ist natürlich durchaus vernünftig, spart es dem Berater doch Arbeit und Beratungszeit mit Kunden, die er eh nicht versichert bekommen. Auch dem Kunden ist somit vorher klar, was passieren kann. Doch das, was hier definitiver Unsinn ist, es werden erstmal pauschal Gesellschaften angefragt, nach dem Motto „Mal gucken wer den Kunden nimmt“, irgendwie kriege ich schon meine Provision verdient.

Eine Private Krankenversicherung (PKV) und auch eine Absicherung für den Fall eintretender Berufsunfähigkeit (BU) sind nicht danach auszuwählen, wer den Kunden vielleicht nimmt, sondern natürlich nach entsprechendem Anforderungsprofil.

Doch der Beweis dafür, dass der „Kollege“ (ich will ihn eigentlich gar nicht so nennen) absolut keine Ahnung hatte ist der, das mit Namen und persönlichen Daten angefragt wurde. Damit ist der Kunde bei zumindest einem Versicherer hier „durch“. Das ganze aber nicht, weil es sein muss und er ja eh abgelehnt worden ist.

Nein, der Kunde wäre mit der korrekten Beantwortung der Antragsfragen sogar mit Zuschlag genommen worden, aber durch die nun bereits erfolgte Ablehnung (mit Angaben die gar nicht gefragt waren) ist die Chance gänzlich für die nächsten Jahre verbaut.

Wie kann es sein, dass er genommen wurde?

Nun, jedes Unternehmen fragt bestimmte Anfragezeiträume in den Anträgen ab. So auch dieses. Leider wurden in dem Fragebogen des Maklers hier viel mehr Informationen abgefragt, wie erforderlich gewesen wären. Das führt nun dazu, dass dem Unternehmen Infos zu „Ohren gekommen sind“, die es so nie hätte erfahren müssen. Auch wäre dort keine Anzeigepflicht verletzt worden, denn alle Informationen, nach denen gefragt wurde, konnten wahrheitsgemäß beantwortet werden.

Dieses zeigt einmal mehr, wie wichtig die Anfrage und Beratung bei einem Spezialisten ist. In diesem Fall leider zu spät.

Natürlich kann man hier nun den Kunden fragen, der sich das auch gefallen lassen muss, warum hat er verschiedene Berater gefragt und überall Gesundheitsangaben gemacht. Aber das allein reicht nicht aus. Der Kunde als Laie hat durchaus ein Recht darauf, mehr als einen Berater anzufragen und sich beraten zu lassen.

ABER: Gesundheitsfragen sollten Sie immer nur bei einem ausfüllen und darauf bestehen, das man Sie vorher informiert wer, wann und warum angefragt wird und mit welchen persönlichen Daten dieses geschieht.