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24.
September '15

Volkswohlbund mit Verbesserungen in der BU und neuen (und mehr) Berufsgruppen


Der Volkswohlbund hatte vor noch gar nicht langer Zeit die –> Leistungen auch bei Arbeitsunfähigkeit in seine Bedingungen aufgenommen und sich dabei in die Reihe derer eingereiht, die vereinfacht eine Übergangslösung bieten wollen und den Kunden vor finanziellen Ausfällen bei längerer Leistungsprüfung zu schützen.

Nun gibt es weitere Veränderungen in den Bedingungen und zudem eine neue Aufspaltung in mehr Berufsgruppen. Bisher wurden die Berufe in 6 Gruppen eingeteilt, welche bei 1++ begannen und sich über 1+, 1, 2++, 2+, 2 bis zur 3 staffelten. Das ändert sich in der Zukunft nun. So kommt eine Berufsgruppe hinzu, was für einige Zielgruppen Beitragsreduzierungen bis zu 26% bringen soll. Für andere wird es zwangsläufig nicht unbedingt besser.

So wandern einige Berufe, welche heute bestmöglich bei A++ eingestuft sind in die nur noch zweitbeste Berufsgruppe, einige werden aber auch besser. Eine Übersicht über die neuen Gruppen, welche nun mit A1-4 und B1-3 bezeichnet werden, sehen Sie in diesem Schema.

Volkswohlbund Berufsgruppen neuAuch in den Bereichen der PLUS Option, eine Möglichkeit während oder zum Ende der Vertragslaufzeit eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen und damit eine lebenslange Pflegerente zu bekommen (mehr dazu in den kommenden Tagen in einem neuen Beitrag) gibt es eine Veränderung.

Waren zur Verdopplung der BU Rente bei Pflegebedürftigkeit mindestens drei ADL Punkte zu erfüllen, reichen jetzt zwei aus. (ADL Punkte beschreiben das nicht mehr tun können von bestimmten Tätigkeiten, wie zum Beispiel Mobilität, An- und Auskleiden, Körperpflege, Baden und Duschen etc.)

Verbesserungen bei der Nachversicherung und der Vorsorgegarantie

Die, in §15 geregelten, Nachversicherungsgarantien ermöglichen wie bisher den Versicherungsschutz zu erhöhen, falls bestimmte Ereignisse eintreten. Das kann neben Heirat, Geburt eines Kindes, Tod des Ehegatten oder einem Immobilienerwerb auch eine andere der 15 Ereignisse sein. Neu dabei sind die Nr. 14 und 15, welche auch bei dem Abschluss einer akademischen Weiterbildung (Facharzt, Promotion, Musterstudium) eine solche Anpassung vornehmen lassen. Neben Angestellten ist es nun auch Angehörigen der Kammerberufe (Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, Ärzte) möglich eine solche Erhöhung ohne Gesundheitsprüfung vornehmen zu lassen. Dieses kann zum Beispiel bei Abschluss der Facharzt- oder Fachanwaltsausbildung erfolgen.

Weiterhin gelten aber die schon bekannten Einschränkungen. Dabei darf die Rente in Summe aller beim Volkswohlbund versicherten Renten den Betrag von 2.500 € nicht überschreiten. So ist auch diese Änderung eher Kosmetik, denn falls die BU Rente als Arzt oder Rechtsanwalt zu Beginn „richtig“ war –> Richtige Rente in der BU, dann sollten die 2.500 € monatlich in vielen Fällen bereits erreicht sein. Falls dem nicht so ist, eine nette Option die Rente zumindest auf diesen Betrag anzupassen.

Damit ist für all die, welche schon bei 2.500 € angefangen haben oder durch eine –> dynamische Erhöhung der letzten Jahre dort sind, schnell Schluss.Volkswohlbund Nachvers

Doch für all diese, gibt es noch die Vorsorgegarantie.

Dieser weitere Baustein zur Anpassung der versicherten Rente endet statt bei den oben genannten 2.500 € erst bei 4.000 € Monatsrente, oder aber bei einem Satz von 80% des regelmäßigen, jährlichen Nettoeinkommens. Ist eine BU Plus vereinbart, so erhöht sich die Pflegerente in gleichem Maße wie die BU-Rente.

Nette Anpassungen, aber nichts Großartiges

Eine Tendenz zeigt sich hier aber recht deutlich. Die Auffächerung der Berufsgruppen führt zu immer günstigeren Prämien bei denen, die die Gesellschaften als „gute Risiken“ bezeichnen und wird eher ungünstiger für alle anderen.

Prämien lassen sich ab morgen rechnen, so das ich hier gern weitere Beispiele nachliefern werde. Eines ist jedoch klar. Das Bedingungswerk vom Volkswohlbund ist in seiner aktuellen Qualität durchaus eines, welches man sich näher anschauen sollte. Ob die teilweise höheren Unterschiede zwischen Brutto- und Nettoprämien (verglichen mit Mitbewerbern wie HDI, Condor, Alte Leipziger) ein Vorteil (weil geringerer Zahlbeitag) oder eher ein Nachteil (weil höheres Steigerungsrisiko) sind, das muss im Einzelfall besprochen und ausgewertet werden.

BU Überprüfung SiegelSollten Sie nun Interesse an einer Analyse haben, so steht Ihnen –> mein Anfrageformular zur BU zur Verfügung, bestehende Verträge überprüfen wir gern auf aktuellen Bedarf und Bedingungen, dabei gilt die Vertrauensgarantie.

Die neuen Bedingungen des Volkswohlbundes finden Sie hier: Volkswohlbund, SBU Bedingungen, Stand 09/2015

12.
Mai '14

Volkswohlbund führt „Zahlung auch bei 6 Monaten Arbeitsunfähigkeit“ als Optionsbaustein in der Berufsunfähigkeit ein (und bietet damit eine Alternative zur Condor)


Berufsunfähigkeit auch bei „gelbem Schein“, so war einmal die Werbung der Condor Lebensversicherung (ist sie glaube ich auch heute noch) und es war nahezu ein Alleinstellungsmerkmal. Da bekam jemand eine Berufsunfähigkeitsrente auch dann, wenn die BU noch gar nicht vorliegt, aber mindestens 6 Monate am Stück eine Arbeitsunfähigkeit vorgelegen hat.

Für einige Berufe, Berufsgruppen und Situationen mit Sicherheit eine klare Verbesserung der Leistung, wird doch hier der Bezug der Leistung vereinfacht und zumindest die Lücke bei dem Übergang von der Arbeits- zur Berufunfähigkeit ver(min/hin)dert. Bevor wir uns daher die neue Regelung des Volkswohlbundes näher anschauen, zuerst noch einmal einen Blick auf die Condor und deren „BU Rente auch bei 6 Monaten Arbeitsunfähigkeit„. Dazu sind auch noch die Unterschiede in den Begrifflichkeiten zu klären, wie bereits in meinem Beitrag zur Arbeitsunfähigkeit, Berufsunfähigkeit und Invalidität erläutert.

In den Bedingungen der Condor heißt es also:

Arbeitsunfähigkeit 14.

Wir leisten auch – gegebenenfalls nach Ablauf einer vereinbarten Karenzzeit, siehe § 1 Ziffer 5 – rückwirkend von Beginn einer Arbeitsunfähigkeit an, wenn die Arbeitsunfähigkeit tatsächlich mindestens 6 Monate andauert. Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person auf Grund von Krankheit, die ärztlich nachzuweisen ist, Ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht mehr ausführen kann.

Vorübergehende Arbeitsversuche zur Erprobung der möglicherweise wieder erlangten Arbeitsfähigkeit stellen keine Unterbrechung der Arbeitsunfähigkeit dar, sofern diese einen Arbeitsversuch im Sinne des § 74 SGB V (Stufenweise Wiedereingliederung mit Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit) darstellen. Ein Anspruch auf die vereinbarten Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit besteht auch dann, wenn eine Berufsunfähigkeit endgültig nicht festgestellt werden kann. Die vereinbarte Leistung wird dann solange erbracht, wie die Arbeitsunfähigkeit vorliegt (vergleiche § 14 Ziffer 7).

Erkennen wir unsere Leistungspflicht aufgrund vorliegender Berufsunfähigkeit an, so endet die vorübergehende Arbeitsunfähigkeit und die vereinbarten Leistungen werden aufgrund der bestehenden Berufsunfähigkeit fortgesetzt.

Wer also bei der Condor versichert ist und erst einmal „nur“ länger als sechs Monate arbeitsunfähig ist, der bekommt die Leistungen in Höhe der versicherten BU Rente solange, wie die BU nicht anerkannt ist, die AU aber weiter besteht und nicht gearbeitet wird.

Eine ähnliche Regelung wollte nun auch der Volkswohlbund in seine Bedingungen aufnehmen. Der entscheidende Unterschied: Es ist eine OPTION und nicht in den Verträgen automatisch enthalten. Wer als Kunde diesen Baustein möchte, der muss ihn beantragen und zahlt dafür einen Mehrbeitrag. Dieser liegt bei einem 30jährigen Ingenieur und 2.000 EUR Rente bis 67 bei knapp 9% oder in Euro bei ca. 7,50 EUR monatlichem Mehrbetrag.

AU Klausel Condor und Volkswohlbund im Vergleich

Bevor zu überlegen ist, ob diese Option „das wert ist“, schauen wir uns die Bedingungsaussagen doch einmal genauer an. In dem Bedingungswerk des Volkswohlbundes, Stand 05/2014 heisst es dazu:

§ 4 Was gilt bei Vereinbarung von „Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit“?

(1) Haben Sie „Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit“ vereinbart und wird die versicherte Person während der Dauer dieser Versicherung arbeitsunfähig im Sinne von Absatz 2, erbringen wir folgende Versicherungsleistungen:

a) Zahlung einer monatlichen Rente in Höhe der vereinbarten Berufsunfähigkeitsrente für die in den Absätzen 3 und 4 genannte Dauer;

b) volle Befreiung von der Beitragspflicht für die in den Absätzen 3 und 4 genannte Dauer. Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit können nur dann beantragt werden, wenn zeitgleich Leistungen wegen Berufsunfähigkeit beantragt werden.

(2) Als arbeitsunfähig im Sinne dieser Bedingungen gilt die versicherte Person, wenn auf die versicherte Person für einen zusammenhängenden Zeitraum von mindestens 6 Monaten ärztliche Bescheinigungen ausgestellt wurden, wie sie in § 5 Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG) vorgesehen sind. Davon muss mindestens eine Bescheinigung von einem Facharzt ausgestellt worden sein.

(3) Die Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit erbringen wir, solange – die versicherte Person ununterbrochen arbeitsunfähig ist und – die Leistungsdauer dieser Versicherung nicht abgelaufen ist und – wir keine Leistungen wegen Berufsunfähigkeit erbringen und – die versicherte Person lebt. Arbeitsversuche im Rahmen einer stufenweisen Wiedereingliederung gemäß § 74 SGB V stellen keine Unterbrechung der Arbeitsunfähigkeit dar.

(4) Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit erbringen wir für maximal 18 Monate. Wenn die versicherte Person mehrfach arbeitsunfähig gemäß Absatz 2 ist, ist die Leistungsdauer wegen Arbeitsunfähigkeit für alle eintretenden Arbeitsunfähigkeiten zusammen auf 18 Monate beschränkt.

(5) Der Anspruch auf Beitragsbefreiung und Rente entsteht mit Ablauf des Monats, in den der Beginn der Arbeitsunfähigkeit fällt, frühestens jedoch zum vereinbarten Beginn der Berufsunfähigkeits-Versicherung.

(6) Solange Leistungen wegen Berufsunfähigkeit erbracht werden, besteht kein Anspruch auf Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit. Wenn die Leistungsprüfung ergibt, dass bei der versicherten Person Berufsunfähigkeit im Sinne von § 2 vorliegt, und für den Zeitraum seit Eintritt der festgestellten Berufsunfähigkeit bereits Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit erbracht wurden, so werden diese Leistungen mit den für diesen Zeitraum fälligen Berufsunfähigkeitsleistungen verrechnet und bei der maximalen Leistungsdauer von 18 Monaten gemäß Absatz 4 nicht berücksichtigt.

(7) Ist eine Karenzzeit vereinbart, so beziehen sich die Regelungen aus § 1 Abs. 12 und 13 nicht nur auf Berufsunfähigkeit, sondern auch auf Arbeitsunfähigkeit gemäß Absatz 2. Bei der maximalen Leistungsdauer von 18 Monaten gemäß Absatz 4 werden auch die Monate berücksichtigt, in denen Arbeitsunfähigkeit vorlag, aber aufgrund einer Karenzzeit noch keine Rentenleistung erbracht wurde.

(8) Wenn Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit verlangt werden, müssen uns unverzüglich auf Kosten des Anspruchstellers Bescheinigungen gemäß Absatz 2 eingereicht werden.

(9) Wenn wir Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit erbringen, sind wir berechtigt zu prüfen, ob nach wie vor eine ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit der versicherten Person vorliegt.

(10) Sie müssen uns unverzüglich informieren, wenn keine Arbeitsunfähigkeit mehr vorliegt.

(11) Wenn Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit aus einem der in Absatz 3 oder Absatz 4 genannten Gründe enden, besteht kein Anspruch auf Wiedereingliederungshilfe gemäß § 17.

(12) Die Regelungen zu zeitlich befristeten Anerkenntnissen gemäß § 15 Abs. 2 gelten nicht für Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit.

(13) Soweit in diesem Paragrafen nichts anderes geregelt ist, gelten die Regelungen dieser Berufsunfähigkeits-Versicherung (insbesondere § 8 – vorvertragliche Anzeigepflicht) auch für die Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit. Die in Ihrem Versicherungsschein geregelten Ausschlüsse und besonderen Vereinbarungen zu Art und Umfang dieser Berufsunfähigkeits-Versicherung gelten auch für die Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit.

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