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13.
Juli '17

Plan D statt B, die Dortmunder mit neuem Produkt als mögliche Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung?


Die Dortmunder, die gehört? OK, nicht schlimm, aber der Name Volkswohlbund Versicherungen ist Ihnen sicher ein Begriff. Seit Jahren unterwegs in den Bereichen der Absicherung der Arbeitskraft, Vorsorge und Risikoschutz gehört die Dortmunder genau zu dem Konzern. Der Volkswohlbund möchte hier ein neues Produkt testen, den Plan D. Mit dem Plan D, also D für Dortmund soll eine Absicherung für all die Menschen kommen, welche einen Schutz gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit nicht bekommen, nicht wollen oder nur einzelne Fähigkeiten absichern möchten. Wie das genau aussieht und warum bzw. für wen eine solche Absicherung geeignet sein kann, das habe ich mir mal hier etwas genauer angeschaut.

Plan D – der Versicherer

Die Dortmunder Lebensversicherungs AG ist ein Unternehmen im Konzern des Volkswohlbundes. Auch die handelnden Personen sind hier identisch mit denen des Volkswohlbundes. Den Vorstand bilden auch bei der „Die Dortmunder“ die vier Vorstände des „Mutterkonzerns“, also Dr. Gerrit Böhm, Dietmar Bläsing als Sprecher des Vorstands, Heike Bähner und Axel-Rainer Hoffmann. Somit ist ganz klar, es ist eigentlich Volkswohlbund drin, wo Dortmunder drauf steht. Das ist eine Aussage ganz ohne Wertung. Ebenso hätte man jedoch das neue Produkt auch einfach im Mutterunternehmen lassen können, aber für geschäftspolitische Entscheidungen ist natürlich das/ sind die Unternehmen verantwortlich.

Es handelt sich bei „Die Dortmunder“ um eine Aktiengesellschaft in der Lebensversicherung, angesiedelt in Deutschland und nach deutschem Recht, man unterliegt also auch der deutschen Aufsicht. Die Verflechtungen zum Volkswohlbund sind auch in den Bedingungen deutlich zu sehen, dazu aber später mehr.

Plan D – das Produkt

Das neue Produkt soll und kann keine Absicherung zur Berufsunfähigkeit ersetzen, das ist aber auch nicht das Ziel. Es bietet stattdessen eine Absicherung von einzelnen Fähigkeiten und somit für einige die Chance, spezielle Risiken oder spezielle Fähigkeiten einzeln in kleinen, planbaren Paketen zu versichern.

Sind die Voraussetzungen erfüllt, so erfolgt dann die Auszahlung der monatlich versicherten Rente.

Das sieht dann zunächst so aus:
Dabei stehen als Pakete (mit dem Namen „Die …“, gefolgt von einer Zahl) drei Optionen zur Verfügung, welche 9, 12 oder 15 Fähigkeiten absichern. Die Fähigkeiten sind zudem für spezielle Zielgruppen zusammengefasst und bieten unterschiedliche Möglichkeiten.

Die 9 – für Denker

So startet es alles mit den 9 Fähigkeiten für Denker, also Schreibtischberufe. Dort sind dann die folgenden 9 Tätigkeiten versichert.

  1. Sehen
  2. Hören
  3. Sprechen
  4. Geistige Leistungsfähigkeit
  5. Eigenverantwortliches Handeln
  6. Herzfunktion
  7. Lungenfunktion
  8. Sitzen
  9. Schreiben

Leistungen aus dem Produkt gibt es immer nur dann, wenn diese Tätigkeiten nicht mehr ausgeübt oder Fähigkeiten nicht mehr vorhanden sind. Dabei spielt die Auswirkung auf den speziellen Beruf keine Rolle, es geht um die Absicherung der Tätig-/ Fähigkeit. Eines ist jedoch wichtig zu wissen, es sind genau die Anforderungen zu erfüllen, die die Versicherungsbedingungen vorschreiben.

Beispiel Sehen:

2.1  Sehen
Das Sehvermögen der versicherten Person ist stark eingeschränkt. Das bedeutet, dass auch mit Hilfsmitteln, wie zum Beispiel Brille oder Kontaktlinsen, oder nach therapeutischen Maßnahmen auf beiden Augen jeweils nur noch ein Restsehvermögen von höchstens 5 % oder eine Einschränkung des Gesichtsfeldes auf höchstens 15 Grad Abstand vom Zentrum besteht.

Nur wenn diese Kriterien zu 100% erfüllt sind, nur dann erfolgt eine Leistung aus dem Vertrag.

Die 12- für Kümmerer

Kümmerer, Menschen die anderen Helfen, dazu zählt zum Beispiel eine Krankenschwester, Altenpfleger und viele andere Berufe. Hier sind neben den Tätigkeiten aus „Die 9“ noch drei weitere Eigenschaften/ Fähigkeiten versichert. Hinzu kommen daher:

  1. Hand- und Fingerfertigkeiten
  2. Gehen und Treppensteigen
  3. Stehen

Auch hier wieder ein Beispiel wie genau die Fähigkeiten beschrieben sind und was nicht mehr erfüllt werden können muss.

Gehen und Treppensteigen
Die versicherte Person kann auch mit geeigneten Hilfsmitteln, wie zum Beispiel Geh- stock oder Treppengeländer, nicht mehr selbstständig eine der beiden folgenden Aktivitäten ausführen, ohne dabei eine Pause von mindestens einer Minute machen zu müssen:

–  Eine Strecke von 400 Metern über einen ebenen Boden gehend zurücklegen oder
–  eine Treppe von 12 Stufen mit üblicher Stufenhöhe hinauf- und hinabsteigen.“

Die 15- für Anpacker

Das letzte und damit größte Paket bekommt zu den versicherten 9 und 12 Fähigkeiten nochmals drei weitere hinzu. Zielgruppe sind hier die körperlich tätigen Berufe, Handwerker, Bauleute und mehr.

  1. Knie und Bücken
  2. Gleichgewicht
  3. Gebrauch eines Arms

Gerade dieses Paket kann aber durchaus auch für andere Berufe und Gruppen interessant sein, so lassen sich hier auch die Arme versichern, dazu heisst es genau:

Gebrauch eines Arms
Die versicherte Person kann nicht mehr den linken oder rechten Arm

–  seitwärts bewegen und abgespreizt auf Schulterhöhe 10 Sekunden halten sowie
–  nach vorne bewegen, abgespreizt auf Schulterhöhe 10 Sekunden halten und in beide Richtungen drehen.“

Eines haben alle Pakete gemeinsam, es muss sich um einen dauerhafte Beeinträchtigung handeln.

„Die versicherte Fähigkeit muss voraussichtlich für mindestens 12 Monate ununterbrochen verloren sein oder sie ist bereits seit 12 Monaten verloren. Der Beginn der 12-Monatsfrist muss in der Laufzeit von Plan D liegen.

Ist eine Fähigkeit bereits seit 12 Monaten verloren, so gilt dies von Beginn an als Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Das bedeutet, dass wir in diesem Fall auch rückwirkend leisten.

Eine Besserung für maximal drei Monate gilt nicht als Unterbrechung.“

Plan D – Bausteine zur Ergänzung

Zusätzlich zu den 9, 12 oder 15 Fähigkeiten können noch drei weitere Bausteine versichert werden. Abweichend von den normalen Prämien kommt dann ein Zuschlag hinzu, einer der einen der Bausteine versichern kann, oder mehrere.

Auch hier wieder ein Beispiel aus den Bedingungen, den Baustein „Führerschein“. Dazu regeln die Bedingungen die Leistungspflicht wie folgt:

Wann sprechen wir vom Verlust der Fähigkeit zum Autofahren?

Die Fähigkeit zum Autofahren gilt als verloren, wenn die versicherte Person für voraussichtlich mindestens 12 Monate oder seit mindestens 12 Monaten aus gesundheitlichen Gründen keinen Personenkraftwagen mehr führen darf. 2.16 Satz 3 und 4 gelten entsprechend.

Dies muss ein verkehrsmedizinisches Gutachten oder ein entsprechender Facharztbericht bestätigenund die Fahrerlaubnis muss entzogen worden sein.

Ausdrücklich vom Schutz ausgeschlossen sind alle Fälle, in denen die Fahrerlaubnis der versicherten Person aufgrund von Alkohol-, Drogen-, Betäubungsmittelkonsum oder Medikamentenmissbrauch oder aufgrund von psychischen Beeinträchtigungen entzogen wurde.

Auch hier ein Vergleich zur BU. Wer dort den Führerschein entzogen bekommt weil gesundheitliche Gründe vorliegen und damit einen Beruf nicht mehr ausüben kann, der ist auch hier versichert. Interessant auch hier, in der BU reicht auch der Entzug des LKW Führerscheins ggf. auch, wenn dieser für die Ausübung des Berufes erforderlich ist.

Plan D – die Prämien

Wer als 30jähriger Kaufmann das Paket „die 9“ für Denker versichern möchte, der zahlt hierfür eine monatliche Prämie von 30,27 €, ein zehn jähre älterer Versicherter dann 37,38 € und wer es schon mit 20 Jahren zu der entsprechenden Absicherung bringt, der braucht hierfür nur 25,97 € versichern.

Zum Vergleich die Prämien für einen hochwertigen Schutz bei Berufsunfähigkeit, aber ohne besondere Bausteine wie garantierte Rentensteigerung, Klausel bei Arbeitsunfähigkeit oder dergleichen. Gerechnet sind alle Prämien für zwanzig-, dreißig- oder vierzigjährige Versicherte beim Volkswohlbund.

kaufmännischer Angestellter (ohne Studium), BU Rente 1.000€ bis 67, ohne AU Klausel, Volkswohlbund SBU

44,49 € mit 20 Jahren, mit 30 Jahren 56,60 € und mit 40 Jahren 73,79 €

mit Studium sind es dann bei (20, 30, 40 J.) 32,33 € bzw. 40,70 € und 52,65 €

Auch im Plan D, die 12 wollen wir uns einmal die Prämien zum Vergleich ansehen. Hier nehmen wir eine Krankenschwester mit den gleichen Altersstufen wie eben auch. Bei Einstieg mit 20 Jahren sind hier 33,71 €, mit 30 J. 38,74 € und mit Einstieg als 40jährige schon 47,47 € zu zahlen. Auch hier einmal die Prämien zum Vergleich in der BU.

Krankenschwester BU Rente 1.000€ bis 67, ohne AU Klausel

mit 20J. 120,92 €, mit 30 J. 157,72 € und mit 40 Jahren 212,72 €

Dabei ist auch hier zu beachten, die Psyche ist in den Paketen nicht enthalten, hierzu ist ein besonderer Baustein erforderlich.

Wer sich als Zimmermann versichern möchte, der kann dieses zu folgenden Preisen tun. Im Paket „Die 15“ sind folgende Prämien zu zahlen:

mit 20 Jahren monatlich 38,20 €, mit 30 Jahren dann 43,89 € und mit 40 Jahren Einstieg sind da 53,79 € monatlich an Prämie fällig. Auch hier alle Preise ohne die Bausteine als Ergänzung.

Zimmermann, BU Rente 1.000€ bis 62 (mehr macht der Volkswohlbund nicht), ohne AU Klausel

129,42 € mit 40 Jahren, 101,36 € wer schon mit 30 anfängt und der 20 jährige Zimmermann zahlt 79,95 €

Bei den BU Prämien gilt die Besonderheit: Es ist die Berufsunfähigkeit versichert, also die Tatsache nicht mehr in seinem Beruf arbeiten zu können, diesen zu mehr als 50% nicht mehr ausüben zu können. Dabei spielen einzelne Fähigkeiten keine Rolle. Alle Prämien sind nur die vom Volkswohlbund. Das lässt sich anderweitig durchaus sinnvoller und preiswerter absichern. Auch die Psyche ist bei der BU „automatisch“ mit drin, muss also nicht zu den Prämien addiert werden.

Wichtig: Die Prämien gelten zunächst unabhängig vom Beruf. Also zahlt auch ein 30jähriger Zimmermann die identische Prämie zur Krankenschwester, wenn dieser nur das Paket „Die 12“ absichert und auf die weiteren 3 Fähigkeiten verzichtet. Auch jeder andere Beruf kann damit alle Pakete für sich nutzen, je nachdem welche Fähigkeiten ihm wie wichtig sind.

Plan D – der Antrag und die Gesundheitsfragen

Die Gesundheitsfragen sind, im Vergleich zu Anträgen auf Berufsunfähigkeit, anders. Schauen wir hier einmal genauer auf die Fragen und die Formulierungen. Recht eindeutig sind zumindest die Fragen formuliert, auf den ersten Blick. Denn anschauen sollten Sie hier zumindest den ersten Teil der Frage, denn dort geht es erstmal darum ob untersucht oder behandelt wurde. Danach muss beurteilt werden, ob es sich „UND“ um Erkrankungen handelte, welche in die folgenden, abschließend aufgezählten Bereiche fällt.

Nicht ganz einfach, denn die Bereiche sind sehr offen, so steht auch bei dem Bewebungsapparat wiederum „zum Beispiel“ und damit keine abschließende Aufzählung.

Es folgt eine weitere Frage, diese nach speziellen Behandeln und ergänzend zur Frage 1. Hier geht es um Medikamente welche eingenommen wurden (dann mind. 30 Tage) oder eingenommen werden (da ist die Dauer egal). Interessant, das Schilddrüsenmedikament muss nicht, das Blutdruckpräparat schon angegeben werden.

Achtung: Nur das Heuschnupfenmedikament ist NICHT anzugeben, Allergiepräparate sind hiervon nicht generell ausgeschlossen.Bei der Frage drei sollte eine Beantwortung recht eindeutig möglich sein. Zum Schluss folgt noch eine Frage, die aber nicht alle Antragsteller beantworten müssen.Verzichten Sie auf den Einschluss des Bausteins „Psyche“, so braucht diese Frage aber nicht beantwortet zu werden. Auch das Einkommen ist nicht anzugeben, zumindest nicht bei kleineren Renten. Die zusätzliche Frage nach dem Nettoeinkommen folgt, aber erst bei Renten ab 1-500 €.

Sie möchten eine monatliche Rente von mehr als 1.500 Euro vereinbaren? Dann beantworten Sie bitte zusätzlich diese Fragen:

Ihr jährliches Netto-Einkommen beträgt: ______ Euro.

Was genau versichert werden kann und wo die Grenzen liegen, das findet sich in den Annahmerichtlinien, welche ich unten verlinkt habe.

Plan D – Fazit

Das Produkt ist eine „nette Idee“, am ehesten für alle, die eine Absicherung gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit nicht oder nur zu sehr schlechten Konditionen bekommen. Auch für alle, die sich eine Prämie für eine vollständige Absicherung nicht leisten können, kann das durchaus eine Möglichkeit sein, welche in Betracht gezogen werden sollte.

Klar sein müssen aber folgende Punkte:

  • – es ist (soll es auch nicht) kein Ersatz für eine „richtige BU Absicherung“
  • – es ist eine Ausschnittsdeckung mit ganz klaren Eintrittsvoraussetzungen
  • – wer einen BU Schutz bekommt, sollte über den zuerst nachdenken
  • – anonyme Voranfragen klären einen Schutz auch bei schwierigen Gesundheitsfragen

Lesetip: Warum die anonyme Voranfrage so wichtig ist (und ohne Berater nicht geht)

und: Warum BU Schutz so früh als möglich beantragt werden sollte

Weitere Informationen:

24.
September '15

Volkswohlbund mit Verbesserungen in der BU und neuen (und mehr) Berufsgruppen


Der Volkswohlbund hatte vor noch gar nicht langer Zeit die –> Leistungen auch bei Arbeitsunfähigkeit in seine Bedingungen aufgenommen und sich dabei in die Reihe derer eingereiht, die vereinfacht eine Übergangslösung bieten wollen und den Kunden vor finanziellen Ausfällen bei längerer Leistungsprüfung zu schützen.

Nun gibt es weitere Veränderungen in den Bedingungen und zudem eine neue Aufspaltung in mehr Berufsgruppen. Bisher wurden die Berufe in 6 Gruppen eingeteilt, welche bei 1++ begannen und sich über 1+, 1, 2++, 2+, 2 bis zur 3 staffelten. Das ändert sich in der Zukunft nun. So kommt eine Berufsgruppe hinzu, was für einige Zielgruppen Beitragsreduzierungen bis zu 26% bringen soll. Für andere wird es zwangsläufig nicht unbedingt besser.

So wandern einige Berufe, welche heute bestmöglich bei A++ eingestuft sind in die nur noch zweitbeste Berufsgruppe, einige werden aber auch besser. Eine Übersicht über die neuen Gruppen, welche nun mit A1-4 und B1-3 bezeichnet werden, sehen Sie in diesem Schema.

Volkswohlbund Berufsgruppen neuAuch in den Bereichen der PLUS Option, eine Möglichkeit während oder zum Ende der Vertragslaufzeit eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen und damit eine lebenslange Pflegerente zu bekommen (mehr dazu in den kommenden Tagen in einem neuen Beitrag) gibt es eine Veränderung.

Waren zur Verdopplung der BU Rente bei Pflegebedürftigkeit mindestens drei ADL Punkte zu erfüllen, reichen jetzt zwei aus. (ADL Punkte beschreiben das nicht mehr tun können von bestimmten Tätigkeiten, wie zum Beispiel Mobilität, An- und Auskleiden, Körperpflege, Baden und Duschen etc.)

Verbesserungen bei der Nachversicherung und der Vorsorgegarantie

Die, in §15 geregelten, Nachversicherungsgarantien ermöglichen wie bisher den Versicherungsschutz zu erhöhen, falls bestimmte Ereignisse eintreten. Das kann neben Heirat, Geburt eines Kindes, Tod des Ehegatten oder einem Immobilienerwerb auch eine andere der 15 Ereignisse sein. Neu dabei sind die Nr. 14 und 15, welche auch bei dem Abschluss einer akademischen Weiterbildung (Facharzt, Promotion, Musterstudium) eine solche Anpassung vornehmen lassen. Neben Angestellten ist es nun auch Angehörigen der Kammerberufe (Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, Ärzte) möglich eine solche Erhöhung ohne Gesundheitsprüfung vornehmen zu lassen. Dieses kann zum Beispiel bei Abschluss der Facharzt- oder Fachanwaltsausbildung erfolgen.

Weiterhin gelten aber die schon bekannten Einschränkungen. Dabei darf die Rente in Summe aller beim Volkswohlbund versicherten Renten den Betrag von 2.500 € nicht überschreiten. So ist auch diese Änderung eher Kosmetik, denn falls die BU Rente als Arzt oder Rechtsanwalt zu Beginn „richtig“ war –> Richtige Rente in der BU, dann sollten die 2.500 € monatlich in vielen Fällen bereits erreicht sein. Falls dem nicht so ist, eine nette Option die Rente zumindest auf diesen Betrag anzupassen.

Damit ist für all die, welche schon bei 2.500 € angefangen haben oder durch eine –> dynamische Erhöhung der letzten Jahre dort sind, schnell Schluss.Volkswohlbund Nachvers

Doch für all diese, gibt es noch die Vorsorgegarantie.

Dieser weitere Baustein zur Anpassung der versicherten Rente endet statt bei den oben genannten 2.500 € erst bei 4.000 € Monatsrente, oder aber bei einem Satz von 80% des regelmäßigen, jährlichen Nettoeinkommens. Ist eine BU Plus vereinbart, so erhöht sich die Pflegerente in gleichem Maße wie die BU-Rente.

Nette Anpassungen, aber nichts Großartiges

Eine Tendenz zeigt sich hier aber recht deutlich. Die Auffächerung der Berufsgruppen führt zu immer günstigeren Prämien bei denen, die die Gesellschaften als „gute Risiken“ bezeichnen und wird eher ungünstiger für alle anderen.

Prämien lassen sich ab morgen rechnen, so das ich hier gern weitere Beispiele nachliefern werde. Eines ist jedoch klar. Das Bedingungswerk vom Volkswohlbund ist in seiner aktuellen Qualität durchaus eines, welches man sich näher anschauen sollte. Ob die teilweise höheren Unterschiede zwischen Brutto- und Nettoprämien (verglichen mit Mitbewerbern wie HDI, Condor, Alte Leipziger) ein Vorteil (weil geringerer Zahlbeitag) oder eher ein Nachteil (weil höheres Steigerungsrisiko) sind, das muss im Einzelfall besprochen und ausgewertet werden.

BU Überprüfung SiegelSollten Sie nun Interesse an einer Analyse haben, so steht Ihnen –> mein Anfrageformular zur BU zur Verfügung, bestehende Verträge überprüfen wir gern auf aktuellen Bedarf und Bedingungen, dabei gilt die Vertrauensgarantie.

Die neuen Bedingungen des Volkswohlbundes finden Sie hier: Volkswohlbund, SBU Bedingungen, Stand 09/2015

12.
Mai '14

Volkswohlbund führt „Zahlung auch bei 6 Monaten Arbeitsunfähigkeit“ als Optionsbaustein in der Berufsunfähigkeit ein (und bietet damit eine Alternative zur Condor)


Berufsunfähigkeit auch bei „gelbem Schein“, so war einmal die Werbung der Condor Lebensversicherung (ist sie glaube ich auch heute noch) und es war nahezu ein Alleinstellungsmerkmal. Da bekam jemand eine Berufsunfähigkeitsrente auch dann, wenn die BU noch gar nicht vorliegt, aber mindestens 6 Monate am Stück eine Arbeitsunfähigkeit vorgelegen hat.

Für einige Berufe, Berufsgruppen und Situationen mit Sicherheit eine klare Verbesserung der Leistung, wird doch hier der Bezug der Leistung vereinfacht und zumindest die Lücke bei dem Übergang von der Arbeits- zur Berufunfähigkeit ver(min/hin)dert. Bevor wir uns daher die neue Regelung des Volkswohlbundes näher anschauen, zuerst noch einmal einen Blick auf die Condor und deren „BU Rente auch bei 6 Monaten Arbeitsunfähigkeit„. Dazu sind auch noch die Unterschiede in den Begrifflichkeiten zu klären, wie bereits in meinem Beitrag zur Arbeitsunfähigkeit, Berufsunfähigkeit und Invalidität erläutert.

In den Bedingungen der Condor heißt es also:

Arbeitsunfähigkeit 14.

Wir leisten auch – gegebenenfalls nach Ablauf einer vereinbarten Karenzzeit, siehe § 1 Ziffer 5 – rückwirkend von Beginn einer Arbeitsunfähigkeit an, wenn die Arbeitsunfähigkeit tatsächlich mindestens 6 Monate andauert. Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person auf Grund von Krankheit, die ärztlich nachzuweisen ist, Ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht mehr ausführen kann.

Vorübergehende Arbeitsversuche zur Erprobung der möglicherweise wieder erlangten Arbeitsfähigkeit stellen keine Unterbrechung der Arbeitsunfähigkeit dar, sofern diese einen Arbeitsversuch im Sinne des § 74 SGB V (Stufenweise Wiedereingliederung mit Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit) darstellen. Ein Anspruch auf die vereinbarten Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit besteht auch dann, wenn eine Berufsunfähigkeit endgültig nicht festgestellt werden kann. Die vereinbarte Leistung wird dann solange erbracht, wie die Arbeitsunfähigkeit vorliegt (vergleiche § 14 Ziffer 7).

Erkennen wir unsere Leistungspflicht aufgrund vorliegender Berufsunfähigkeit an, so endet die vorübergehende Arbeitsunfähigkeit und die vereinbarten Leistungen werden aufgrund der bestehenden Berufsunfähigkeit fortgesetzt.

Wer also bei der Condor versichert ist und erst einmal „nur“ länger als sechs Monate arbeitsunfähig ist, der bekommt die Leistungen in Höhe der versicherten BU Rente solange, wie die BU nicht anerkannt ist, die AU aber weiter besteht und nicht gearbeitet wird.

Eine ähnliche Regelung wollte nun auch der Volkswohlbund in seine Bedingungen aufnehmen. Der entscheidende Unterschied: Es ist eine OPTION und nicht in den Verträgen automatisch enthalten. Wer als Kunde diesen Baustein möchte, der muss ihn beantragen und zahlt dafür einen Mehrbeitrag. Dieser liegt bei einem 30jährigen Ingenieur und 2.000 EUR Rente bis 67 bei knapp 9% oder in Euro bei ca. 7,50 EUR monatlichem Mehrbetrag.

AU Klausel Condor und Volkswohlbund im Vergleich

Bevor zu überlegen ist, ob diese Option „das wert ist“, schauen wir uns die Bedingungsaussagen doch einmal genauer an. In dem Bedingungswerk des Volkswohlbundes, Stand 05/2014 heisst es dazu:

§ 4 Was gilt bei Vereinbarung von „Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit“?

(1) Haben Sie „Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit“ vereinbart und wird die versicherte Person während der Dauer dieser Versicherung arbeitsunfähig im Sinne von Absatz 2, erbringen wir folgende Versicherungsleistungen:

a) Zahlung einer monatlichen Rente in Höhe der vereinbarten Berufsunfähigkeitsrente für die in den Absätzen 3 und 4 genannte Dauer;

b) volle Befreiung von der Beitragspflicht für die in den Absätzen 3 und 4 genannte Dauer. Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit können nur dann beantragt werden, wenn zeitgleich Leistungen wegen Berufsunfähigkeit beantragt werden.

(2) Als arbeitsunfähig im Sinne dieser Bedingungen gilt die versicherte Person, wenn auf die versicherte Person für einen zusammenhängenden Zeitraum von mindestens 6 Monaten ärztliche Bescheinigungen ausgestellt wurden, wie sie in § 5 Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG) vorgesehen sind. Davon muss mindestens eine Bescheinigung von einem Facharzt ausgestellt worden sein.

(3) Die Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit erbringen wir, solange – die versicherte Person ununterbrochen arbeitsunfähig ist und – die Leistungsdauer dieser Versicherung nicht abgelaufen ist und – wir keine Leistungen wegen Berufsunfähigkeit erbringen und – die versicherte Person lebt. Arbeitsversuche im Rahmen einer stufenweisen Wiedereingliederung gemäß § 74 SGB V stellen keine Unterbrechung der Arbeitsunfähigkeit dar.

(4) Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit erbringen wir für maximal 18 Monate. Wenn die versicherte Person mehrfach arbeitsunfähig gemäß Absatz 2 ist, ist die Leistungsdauer wegen Arbeitsunfähigkeit für alle eintretenden Arbeitsunfähigkeiten zusammen auf 18 Monate beschränkt.

(5) Der Anspruch auf Beitragsbefreiung und Rente entsteht mit Ablauf des Monats, in den der Beginn der Arbeitsunfähigkeit fällt, frühestens jedoch zum vereinbarten Beginn der Berufsunfähigkeits-Versicherung.

(6) Solange Leistungen wegen Berufsunfähigkeit erbracht werden, besteht kein Anspruch auf Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit. Wenn die Leistungsprüfung ergibt, dass bei der versicherten Person Berufsunfähigkeit im Sinne von § 2 vorliegt, und für den Zeitraum seit Eintritt der festgestellten Berufsunfähigkeit bereits Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit erbracht wurden, so werden diese Leistungen mit den für diesen Zeitraum fälligen Berufsunfähigkeitsleistungen verrechnet und bei der maximalen Leistungsdauer von 18 Monaten gemäß Absatz 4 nicht berücksichtigt.

(7) Ist eine Karenzzeit vereinbart, so beziehen sich die Regelungen aus § 1 Abs. 12 und 13 nicht nur auf Berufsunfähigkeit, sondern auch auf Arbeitsunfähigkeit gemäß Absatz 2. Bei der maximalen Leistungsdauer von 18 Monaten gemäß Absatz 4 werden auch die Monate berücksichtigt, in denen Arbeitsunfähigkeit vorlag, aber aufgrund einer Karenzzeit noch keine Rentenleistung erbracht wurde.

(8) Wenn Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit verlangt werden, müssen uns unverzüglich auf Kosten des Anspruchstellers Bescheinigungen gemäß Absatz 2 eingereicht werden.

(9) Wenn wir Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit erbringen, sind wir berechtigt zu prüfen, ob nach wie vor eine ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit der versicherten Person vorliegt.

(10) Sie müssen uns unverzüglich informieren, wenn keine Arbeitsunfähigkeit mehr vorliegt.

(11) Wenn Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit aus einem der in Absatz 3 oder Absatz 4 genannten Gründe enden, besteht kein Anspruch auf Wiedereingliederungshilfe gemäß § 17.

(12) Die Regelungen zu zeitlich befristeten Anerkenntnissen gemäß § 15 Abs. 2 gelten nicht für Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit.

(13) Soweit in diesem Paragrafen nichts anderes geregelt ist, gelten die Regelungen dieser Berufsunfähigkeits-Versicherung (insbesondere § 8 – vorvertragliche Anzeigepflicht) auch für die Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit. Die in Ihrem Versicherungsschein geregelten Ausschlüsse und besonderen Vereinbarungen zu Art und Umfang dieser Berufsunfähigkeits-Versicherung gelten auch für die Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit.

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