Artikel mit ‘Tests’ getagged

10.
Oktober '11

„Die besten Privaten“ – mal wieder ein Test in der Zeitschrift Euro 10/2011


So langsam wird es mit diesen Zeitschriftentests schon etwas eintönig und immer ist es das selbe Problem. Wobei jeder Redakteur zu meinen scheint, damit sei noch eine Steigerung der Auflage zu erreichen.

Auch die Zeitschrift Euro hat sich in der aktuellen Ausgabe (mal wieder) dem Thema Private Krankenversicherung gewidmet. Um dieses „journalistisch“ vorzubereiten, wird zunächst die schlechte Situation der gesetzlichen Krankenversicherung erzählt. Dabei geht es um Wartezeiten, nicht versicherte Leistungen und ähnliches.

Auch hier wird wieder einmal halbherzig berichtet, denn anders als suggeriert ist es auch in vielen PKV Tarifen so. Dort sind die Leistungen gerade im Billig-/ Einstiegssegment noch deutlich schlechter. Der Autor schreibt „Irrglaube aufgedeckt. Die verbreitete Meinung, gute Leistungen müssen mehr kosten und hinter günstigen Prämien steckten folglich schlechtere Leistungen, ist häufig falsch.“

Weiterlesen? hier geht’s zum vollständigen Artikel

07.
Oktober '10

Und mal wieder ein neuer, bester Tarif für Männer und Frauen in der Privaten Krankenversicherung


Nachdem in den letzten Wochen und Monaten mehrere Zeitschriften den „besten“, „tollsten“ oder einfach nur „idealen Tarif“ in der privaten Krankenversicherung (PKV) gefunden haben, muss nun auch die Zeitschrift „€uro“ etwas dazu beitragen.

Der zuständige Redakteur hat aber erst einmal entschieden, wir testen nur Einstiegstarife, das muss für den Wechsler aus der Gesetzlichen Krankenkasse (GKV) wohl reichen. Was genau diese Einstiegstarife (nach Meinung von €uro sind, erfahren wir in einer 3/4 Seite Erläuterungen.

Ich werde dieses Mal nicht wieder jeden Unsinn aus diesem Artikel und diesem Test kommentieren. Dennoch möchte ich Ihnen, wie auch in den letzten Kommentaren und Erläuterungen zu Tests einige Hinweise geben.

Auf Seite 136 der aktuellen Ausgabe 10/2010 der €uro Zeitschrift geht’s los. Dabei wird dem Leser mal wieder das „Schreckgespenst“ „Du kannst die wieder in die GKV zurück“ erklärt. Die Voraussetzungen, bei denen auch ein bisher privat Krankenversicherter wieder in die gesetzliche Krankenkasse (GKV) muss oder darf sind in dem Sozialgesetzbuch V geregelt. Demnach tritt Versicherungspflicht aus vielfältigen Gründen (Arbeitslosigkeit, EU Rentenbezug, Reduzierung der Arbeitszeit, sinkendes Einkommen) ein. Zu beachten ist aber hier, das die Altersgrenze von „55 Jahren“ zu beachten ist.

Aber nun zurück zum „Test“. Warum derjenige, der aus der gesetzlichen Krankenkasse wechselt, sich gerade mit einen „Einstiegstarif“ zufrieden geben soll, der zumindest in Teilbereichen, schlechter als die gesetzliche Kasse ist, verstehe ich nicht. Warum will ich mich leistungsseitig verschlechtern? Warum sollte der Versicherte in einen Tarif wechseln, welcher zwar Geld spart, aber im Leistungsfall richtig teuer werden kann?

Es gibt aber in dem Artikel noch einige „fragwürdige“ Aussagen:

„Wenn ein Anbieter eines bestimmten PKV Tarifs keine jüngeren Beitragszahler mehr akquirieren kann, „vergreist“ der Tarif.“

oder

„Privatversicherte sollten die Höhe Ihres Krankentagegeldes sehr genau ermitteln, da eine zu hohe Absicherung unnötig Geld kostet

Solche Aussagen, wie die zum Krankengeld, verunsichern nicht nur die Kunden, bewirken gerade genau das, was sie nicht tun sollten. Gerade bei der Absicherung des Krankentagegeldes werden immer noch zu geringe Beträge versichert. Wie hoch ist Ihr Krankengeld? Wissen Sie wie hoch dieses in der GKV ist?

Aber wer „gewinnt“ nun diesen Test und welche Kriterien spielen bei der Bildung der Tabelle eine Rolle?

Die Redaktion hat sich für 50 Kriterien „entschieden“ und orientiert darin die Rangfolge in der Tabelle. Jedes Kriterium erhält eine eigene Gewichtung und ist vielleicht „frei entschieden“, gewürfelt oder wie auch immer zu Stande gekommen.

Die Arzthonorare im Ausland ( Kriterium Nr. 8 ) ist mit 0,2 bewertet, Vorsorgeuntersuchungen dagegen mit 0,8, orthopädische Schuhe mit 0,1 oder auch der Krankenfahrstuhl mit erstaunlichen 0,2. Nicht nachvollziehbar für mich, sind auch Transportkosten im Inland und auch weltweit mit jeweils 0,1 gewichtet.

Höchste Gewichtungen mit 1,0 erhalten dagegen zum Beispiel die „Entziehungsmaßnahmen„, Geltungsbereich und Erstattungen über der GOÄ.

Zum Glück sind die Gewichtungen transparent und entsprechend abgedruckt. Da kann jeder für sich allein entscheiden, welche der Kriterien wichtig ist und damit einmal sehen, wie unsinnig so eine Testtabelle ist. Nur die Gewichtung steuert hier die Reihenfolge der Tarife.

Erst recht nicht mehr nachvollziehbar ist die Tatsache, dass sich die Tester zwar die „Einstiegstarife“ anschauen, nicht jedoch die Optionsrechte und Wechselmöglichkeiten beleuchten. Entscheidend ist der Zieltarif. Wohin kann ich wann und wie wechseln? Wie kann ich meinen Schutz verbessern, in andere Tarife (leistungsfähigere) oder andere Tarifkombinationen und das ohne Wartezeiten und Gesundheitsprüfung?

Bevor Sie also einen der „Testsieger“ als besten und tollsten Tarif abschließen, egal ob als Angestellter oder Selbstständiger, beschäftigen Sie sich bitte ausführlich mit den Kriterien, lesen am besten den Leitfaden zu der Privaten Krankenversicherung und machen sich mit den Unterschieden der beiden Systeme vertraut.

Diese sind nicht „einfach so“ vergleichen, sondern unterscheiden sich in der Art und Weise der Absicherung, der Abrechnung und vielen anderen Punkten. Und es kann durchaus passieren, das die „PKV nichts für Sie ist.“

Kriterienfragebogen zur Privaten Krankenversicherung

Leitfaden zur PKV

21.
Juli '10

Welche PKV ist gut oder wo versichern Sie die meisten Kunden


oder: Wo sind Sie denn selbst versichert?

Diese oder so ähnliche Fragen werden immer wieder gestellt und auch wurde ich im Blogbeitrag „Die unendliche Geschichte mit einem Kölner Krankenversicherer“ von einer Beraterin gefragt was ich gegen die Central hätte.

Die Frage ist einfach zu beantworten. Nichts! Machen wir einen kleinen Exkurs ins Alltagsleben. Viele meiner Kunden und Interessenten kennen dieses Beispiel aus der Beratung. Nicht weil ich Autos so toll finde, weil es aber genau das zeigt was ich hier demonstrieren will.

Stellen Sie sich vor Sie gehen in ein Autohaus. Der Verkäufer kommt auf Sie zu und bietet Ihnen ein tolles Auto zu einem unschlagbaren Preis an. Die Ausstattung ist toll, der Verbrauch auch, ja- Ihnen gefällt das Fahrzeug sogar. Auch viele unabhängige Tests von Zeitschriften oder Verbraucherzentralen haben gezeigt- das Auto ist Testsieger. Nur leider hat die Sache einen Haken. Es handelt sich um einen Smart und Sie haben Frau und zwei kleine Kinder.

Was soll Ihnen dieses Beispiel nun sagen?

Natürlich ist wichtig und entscheidend das ein Produkt gut ist, Kriterien passen und keine gravierenden Mängel aufweisen. Wichtiger oder mindestens genau so wichtig ist aber die Abstimmung auf den persönlichen Bedarf. Nur wenn das Produkt, egal ob Kranken-, Berufsunfähigkeitsversicherung oder Auto auf den Bedarf und die individuellen Anforderungen passt, dann noch marktfähig ist, nur dann ist es „das richtige Produkt“.

Daher ist die Frage nach meiner eigenen Krankenversicherung (es ist übrigens die Hallesche mit dem NK Tarif) völlig sinnlos und hilft in der Beratung und bei der Suche nach einer eigenen Absicherung nicht weiter.

Ich habe auch nichts gegen den einen oder anderen Krankenversicherer. Auch wenn ich über einige mehr und andere weniger schreibe. In der Vergangenheit haben immer mal wieder einzelne Unternehmen versucht sich mit Prospektaussagen, vermeintlichen Hilfsmittelgarantien oder Erklärungen in ein besseres Licht zu rücken. Dieses finde ich nicht gut, kann und werde solche Unternehmen nicht empfehlen und kommentiere dieses.

So oder ähnlich ist es auch bei vermeintlichen Tests in Zeitschriften, Zeitungen oder dergleichen. Auch hier wird suggeriert man habe die beste, passendste oder idealste PKV oder Berufsunfähigkeitsversicherung gefunden, die es so aber nicht gibt. (Lesen Sie hierzu auch die Presseerklärung aus Juli 2010)

Sollten Sie also auf der Suche nach der FÜR SIE passenden und geeigneten Krankenversicherung, Absicherung bei Berufsunfähigkeit oder Altersvorsorge sein, so tun Sie sich einen großen Gefallen.

1.) Lesen Sie den Leitfaden um die Unterschiede der Modelle und Systeme zu verstehen.

2.) Beantworten Sie die Auswahlkriterien und den Fragebogen

3.) Suchen Sie sich einen qualifizierten Berater

4.) Lassen Sie sich- wenn die Beratung für Sie passt- komplett beraten und verfallen Sie nicht irgendwelchen tollen Tipps und Ratschlägen die das eine oder andere Produkt viel besser aussehen lassen.

5.) Denken Sie auch in der PKV an das „danach“ bzw. anstehende oder mögliche Veränderungen im Leben

Und als letztes sei noch erwähnt, dass für den Betroffenen Kunden aus dem Bericht über die Central, das ganze noch deutlich zu harmlos dargestellt war und auf emotionale Panikmache bewusst verzichtet wurde. Dieses können Sie in seinem Kommentar unter dem Blogbeitrag nachlesen.

14.
September '09

Ratings und Rankings – wirklich hilfreich bei der Auswahl der Privaten Krankenversicherung (PKV)?


Liebe Leser,

fast täglich gibt es neue Schlagzeilen die einem versprechen mit einem Test, einem Rating oder sonst irgendwelcher Tabellen die richtige Private Krankenversicherung (PKV) „auf einen Blick“ zu finden. Das passiert sowohl in Publikumszeitschriften wie finanztest, Capital oder Euro, als auch in Zeitschriften die für den Vermittlermarkt geschrieben werden (Cash etc.).

Dazu kommen noch Ratings von Fitch oder Assekurata die glauben machen wollen, nur wer hier gut geratet ist ist auch gut. Eines ist aber noch anzumerken. Eine Finanzstärke, die Beitragsentwicklung etc. sind zweifelsohne wichtig, aber temporär und eine Momentaufnahme. Die Vertragsbedingungen sind hingegen fest und dauerhaft einklagbar vorhanden.

Begeben wir uns zunächst etwas abseits in andere Gefilde. Stellen Sie sich vor Sie möchten sich ein neues Auto kaufen und kommen zu einem markenunabhängigen Händler. Nach betreten des schönen und riesigen Verkaufsraumes passiert folgender Dialog:

Verkäufer: Guten Tag, schauen Sie sich nur um, hier finden Sie alles wie das Herz begehrt. Besser und billiger als all unsere Mitbewerber. Was kann ich für Sie tun?

Sie: Nun, ich suche ein Auto. Es soll Räder haben, ein Lenkrad, ein Radio und zudem noch Platz für mind. 4 Leute bieten.

Verkäufer: Schauen Sie hier (zeigt nach rechts auf einen Smart) oder den hier, der passt auch zu Ihnen. (zeigt nach links auf einen T5 Transporter mit Platz für 8 Leute.

Merken Sie etwas? Die von Ihnen genannten Kriterien werden von fast allen dort stehenden Fahrzeugen erfüllt. Hilft Ihnen das weiter? Genauso aber ist es meist mit Tests in Publikumszeitschriften. Werfen wir mal einen Blick in die Kriterien für einen Test zur PKV in einer solchen Zeitschrift. Unten, meist am Ende der Tabelle und mit „***“ versehen finden wir die Kriterien:

Arzt- und Zahnarzthonorare über den Höchstsatz der Gebührenordnungen hinaus, Heilpraktikerleistungen, nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel, Vorsorgeuntersuchungen über die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung hinaus, Sehhilfen nicht nur bei einer Sehstärkenänderung, weitere Hilfsmittel: über 75 % Erstattung und/ oder über die vorgegebenen Hilfsmittel (große orthopädische Hilfsmittel einschließlich Prothesen und Stützapparate, Hörgeräte und Krankenfahr- stühle) hinaus, Heilmittel (z. B. Massagen) über 75 Prozent der Kosten hinaus, ambulante Psychotherapie über 20 Sitzungen im Jahr hinaus und/oder Therapie auch durch psycho- logische Psychotherapeuten, stationäre Psychotherapie über 20 Behandlungs- tage im Jahr hinaus, Krankentransportkosten zum Krankenhaus über 100 km Entfernung und Fahrtkosten zum Arzt, Anschlussheilbehandlung nach einem Kranken- hausaufenthalt auch ohne Genehmigung, Zahnbehandlung über 90 Prozent hinaus, Zahnersatz und Inlays über 65 Prozent hinaus, Verzicht auf eine Summenbegrenzung für Zahnleistungen in den ersten Vertragsjahren generell oder zumindest für unfallbedingte Kosten, Versicherungsschutz außerhalb Europas.

Das sind Kriterien die m.E. so gewählt werden müssen, denn Ziel ist nicht eine detaillierte individuelle Bewertung sondern viele gut bewertete Tarife, denn nur so lassen sich Zeitungen an den Kunden und Sonderdrucke an möglichst viele Versicherte verkaufen.

Da ist es auch nicht verwunderlich das ein Tarif der „Sieger“ ist, welcher nicht einmal Leistungen für Lebenserhaltende Hilfsmittel erbringt, keine vernünftigen Auslandsregelungen enthält (oder wie ist es zu erklären das der Schutz nach 2 Monaten im Ausland endet, obwohl ich aus medizinischen Gründen nicht zurückkehren kann?) Auch Aufenthalte in gemischten Anstalten sind nicht geregelt, was passiert wenn ich da hin will/ muss und mein Versicherer die Reha/ Anschlussheilbehandlung nicht bezahlen will? In einer Musterauswertung können Sie erkennen wie viele unterschiedliche Kriterien es gibt die hier berücksichtig werden müssen/ sollten. Achten Sie aber darauf, dass hier das bewertet wird, was in den Bedingungen steht, nicht das was Prospekte oder sonstige Schreiben des Versicherers behaupten. Bewusst sind keine Tarife namentlich benannt. Das nützt auch wenig, da die Auswahl und die Wichtigkeit der einzelnen Kriterien individuell und sehr speziell ist.

Ein Tarif der für einen gut ist, kann genauso wie ein Smart oder eine Van für den anderen völlig ungeeignet sein.

Auch Ratings welche Unternehmen bewerten verfolgen den gleichen Zweck. Die positive Bewertung wird veröffentlichst, oder haben Sie schon mal Unternehmen mit schlechten Ratings werben sehen? Logisch, das wäre auch nicht wirklich hilfreich. Daher wird man diese nicht veröffentlichen, schließlich hat man diese ja bezahlt und kann die Verwendung und Veröffentlichung beeinflussen.

Bevor Sie sich also auf Ratings und Auswertungen verlassen die für eine breite Masse gemacht sind, suchen Sie sich einen geeigneten Berater, erläutern Sie diesem Ihre Auswahlkriterien und das was für Sie persönlich wichtig ist.

Das kann ein Smart oder der beschriebene Van mit 8 Sitzen sein- je nachdem.

Und da Sie sich bei der PKV anders als beim Auto sehr langfristig entscheiden, nehmen Sie sich ausreichend Zeit, vergleichen und analysieren Sie mit einem Berater der sich hier spezialisiert hat und finden Sie somit den für Sie passenden Tarif. Denken Sie lieber einen Tag mehr darüber nach und überlegen sich was Prospekte und vermeintliche Aussagen wert sind.

Weiterführende Informationen: Auswahlkriterien zur PKV