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13.
Oktober '17

Warum Verbraucherschützer pleite wären – haarsträubende Aussagen zur Absicherung gegen Berufsunfähigkeit für Studenten


Ja, ja. Jetzt werden gleich die ersten schon schreien: „so kann man das ja nicht verallgemeinern“ und klar kann man das nicht. Aber die Verbraucherschützer schimpfen auch immer auf die böse Branche der Vertreter und Vermittler, ohne Differenzierung und ohne Wissen. Daher habe ich den Spieß hier bewusst einmal umgedreht und überspitzt formuliert.

Leider haften diese „Ratgeber“ in den Verbraucherzentralen nicht.

Im Gegensatz zu jedem Versicherungsmakler (wie ich), zu jedem Versicherungsvertreter oder Versicherungsberater können Verbraucherschützer jeden Unsinn ungestraft verbreiten und einfach mal draufhauen. Ohne Fakten und ohne Kenntnis, aber natürlich ist die Branche erstmal per se böse, will diese doch den armen Studenten eine Berufsunfähigkeitsversicherung andrehen und gleich auch noch den Sinn für die Altersvorsorge erklären. Dieses nutzt dann auch Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg aus und haut mal wieder drauf, völlig ohne Substanz.In der Studie geht es nicht nur um die Altersvorsorge, sondern auch um die Frage der Absicherung gegen das Risiko einer Berufsunfähigkeit. Das Handelsblatt hatte in dem Artikel zur Studie nochmals die Zahlen dargestellt. 13 (!) Prozent haben eine Absicherung gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit.

„Auch beim Thema Absicherung von Risiken scheinen Studenten eher blauäugig. 52 Prozent besitzen eine private Haftpflichtversicherung und nur 13 Prozent haben eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen.“

Das Thema Altersvorsorge möchte ich hier daher auch nur ganz kurz anreißen.

Natürlich haben Studenten wenig Geld,

natürlich haben viele schon genug mit laufenden Kosten für das WG Zimmer, Nebenkosten und auch dem Leben zu tun. Klar möchten „Studenten auch das Student sein genießen“, was völlig legitim und in Ordnung ist. Dennoch ist hoffentlich allen klar, je früher ich anfange mit notfalls ganz kleinen Beträgen zu sparen, desto einfacher ist es am Ende auch weiter zu machen, durch zu halten und damit eine Vorsorge zu treffen.

Jeder muss sich selbst im Klaren darüber sein, etwas für die Altersvorsorge zu tun ist unerlässlich, will ich nicht im Alter von Sozialleistungen leben. Wann ich am Ende damit anfange ist egal, solange klar ist, je später- desto mehr muss ich anlegen. Da stellt sich dann irgendwann schon die Frage, ob nicht heute 15, 25, 50 Euro einfacher zu bezahlen sind, oder ob es 300, 400, 500 Euro später werden müssen.

Dennoch, gerade in der Vorsorge wird einiges an Unsinn angeboten und natürlich bedarf es hier Aufklärung und Beratung. Aber sich hinzustellen und so zu tun, als würden Versicherer, Fondsanbieter und Finanzdienstleister nur verkaufen wollen und zudem nur Sachen, die „Ihr jetzt nicht braucht“, ist nicht nur anmaßend, sondern frech.

Im Gegensatz zu Ihnen, sehr geehrter Herr Neuhauser, haften meine Kollegen und ich für unsere Ratschläge und Empfehlungen und notfalls auch für die, die nicht gegeben wurden. Tipps und Ratschläge a la „lass mal sein“ können da schnell ins Geld (des Beraters) gehen. Sie und Ihre Kollegen Verbraucherschützer sind dann schnell wieder die ersten die dem jammernden und kranken Kunden raten:

„Da müssen Sie schnell zum Anwalt, das hätte man versichern können, hat Ihnen Ihr Berater/ Makler/ Vertreter das nicht gesagt?“

Berufsunfähigkeit fragt nicht nach dem Alter – sie kommt, wenn sie kommt!

Studenten sind jung, oftmals gesund.

„Die 10-15 Euro im Monat für eine BU? Ne, dafür gehe ich lieber feiern.“

Zumindest meist solange bis die ersten Prüfungen anstehen. Dann kommt zumindest auf dem Papier mal das erste Wehwehchen. So ein bisschen Magenschmerzen hier, so ein bisschen Stress da. Nicht gleich Burnout, ganz sicher nicht, aber ein kleines Coaching, ein bisschen auf die Couch des Psychologen, schließlich möchte die Studentin/ der Student seine Prüfung bestens meistern. Geld war keins da, also hat der Psychologe mal „schnell bei der Krankenkasse angefragt“, denn: „Die zahlen das schon, Sie sind ja überlastet, eine F-Diagnose geht immer.“

Auch diese kleine Notlüge beim Arzt ist da schon mal drin, oder die Magenschmerzen sind wirklich da. Magen, Kopf, Rücken, all das schmerzt vom vielen lernen. Nebenbei der Job um das Leben zu finanzieren, ist alles ganz schön stressig. Ganz schön anstrengend und Aussagen wie:

„Ich war da mal beim Arzt, brauchte eine Krankschreibung für die Prüfung, sonst wäre ich wohl durchgerauscht.“

höre ich immer und immer wieder. „An die Folgen habe ich nicht gedacht“ oder „Das ist schlecht jetzt, oder?“ kommen erst dann in den Sinn, wenn die Versicherer aufgrund der Vorerkrankungen 10, 25, 50 oder mehr Prozent Zuschlag anbieten. Klar, in den Semesterferien hat man Zeit. Mit den Studienkollegen feiern, ab auf die (Wintersport-)Piste, in den Urlaub nach Asien und die Backpackerzeit genießen? Klar, alles richtig und wichtig. Solange alles (gesundheitlich) gut geht, gar kein Problem, aber wehe, wenn nicht.

Ich behaupte nicht einmal, die Studenten werden häufig(er) berufsunfähig. Warum auch. Diese sind jung, belastbar und machen ihr Studium gut. Danach aber ist irgendwann der erste Job da. Endlich Geld verdienen, endlich Zeit für all die Sachen, die im Studium finanziell nicht drin waren. Da kommen Urlaube, das eigene Auto, eine eigene Wohnung und mal Weggehen mit Freunden und den neuen Kollegen.

„Die 40, 50 oder 100 Euro für einen passenden BU Schutz? Ne, das Geld brauch ich jetzt erstmal anderweitig, mit passiert schon nix.“

OK, dann geht es wohl nicht. Vertreter oder Makler blitzen ab, Verbraucherschützer wie Sie haben ja schon vor dem Studium gesagt „lasst Euch nix andrehen, die wollen nur verkaufen.“ Das sind Aussagen, die bleiben im Kopf, denn Sie als Verbraucherschützer müssen es ja wissen. Sie sind ja unabhängig und bekommen keine Courtage, keine Provision und der geldgierige Vermittler und Makler will den Kunden nur ärgern und sein Geld. Ist klar!

Die nächsten vier, fünf Jahre sind auch überstanden, der große, runde, 30. Geburtstag steht an, endlich. Frau, Freundin, Mann.

„Schatz, wollen wir Kinder? Ich will nicht so alt Vater werden.“

Und wieder steht die gleiche Frage im Raum, böse Vermittler kommen wieder um die Ecke, wollen nur verkaufen. Nein, unser Kunde ist standhaft und erinnert sich wieder an die mahnenden Tweets des Verbraucherschutzes.

„Die 70, 80, 100 Euro für eine passende und ausreichende BU? Jetzt? Ne, ich bin gesund, muss erstmal Familie, Kind, Haus, Auto bezahlen. Mit passiert wohl eher nix, bin ja gesund, sehn ’se doch.“

Auch andere Themen sind jetzt wichtiger, da ist für Altersvorsorge kein Geld da, keine Zeit, keine Mittel. Geld ist zwar da, der Job ist gut, aber es ist auch schnell wieder weg. Erstmal leben, mit Mitte dreißig und dem ersten Kind… Das Einkommen steigt weiter und weiter, die Karriereleiter scheint kein Ende zu haben und auch der zweite Elternteil steigt wieder ein. Kind in die Kita und die berufliche Entwicklung nur nicht aufhalten. Die Leiter weiter hoch krabbeln. Weiter, schneller, höher… schließlich will man ja mal hoch hinaus. Gut verdienen ist schon jetzt, aber sicher geht da noch mehr. Oder erstmal doch ein Sabbatjahr? Endlich mal raus, endlich mal die Welt sehen und die Chance nutzen.

„Was? 150 € für eine BU? Mit passender Höhe sogar 200 €? wo soll ich die denn hernehmen? Ne, ne, ich verdiene gut, kann auch die GKV verlassen, aber das Kind kostet. Wissen Sie was so eine Kita kostet? Schule, Sportverein, Gymnasium, schließlich will man nur das Beste für sein Kind. Verstehen ’se doch, oder?

Oh, die nächste Runde steht an. Endlich 40. WAAAAAS? Schon 40? Jetzt beginnt das große Nachdenken. Hier ein Zipperlein, da eine Krankheit. Hier eine Allergie, da ein Arztbesuch. Ach ja, der Skiunfall vor einigen Jahren ist auch nicht ganz ohne Folgen geblieben. 50, 60 Stunden Arbeit die Woche auf dem Weg zum Partner. Endlich Chef, endlich mehr Zeit und weniger Arbeit, das wollen Familie und unser Kunde auch.

Irgendwann ist aber durchaus Schluss, Schluss mit dem Arbeiten. Nein, nicht das Rentenalter ist erreicht, nicht der wohnverdiente Ruhestand und das süße Leben im Alter. Jetzt ist krankheitsbedingt die Absicherung der Berufsunfähigkeit schon lange nicht mehr möglich, denn die Krankheiten sind da. Das muss nicht mal der dauerhafte Zustand der Berufsunfähigkeit sein, nicht einmal lebenslang aus dem Arbeitsleben heraus. Es reichen einige Jahre durchaus aus.

Damit klar wird welche Gefahren drohen, hier mal einige Leistungsfälle aus eigener Erfahrung:

– 42jähriger Bauingenieur, Krebserkrankung, 2.255 € Rente,

gezahlt über 61 Monate = 137.555 €

– 21jähriger Friseur, Motorradunfall, BU Rente 1.300 €,

gezahlt wird laufend seit 2003, bisher 210,600 €

– 36jähriger Anwalt, Burnout Erkrankung, außer Gefecht Mai 2014 bis März 2017,

Rente 3.450 €, 117.300 €

– 55jähriger Manager, psychosomatische Rückenbeschwerden, Rente seit 3/2016, voraussichtlich dauerhaft,

bisher 72.250 €, laufend 4.250 €

und um zumindest noch einen der Fälle zu nehmen, die ja nicht BU werden können und den Schutz nicht brauchen, einen guten Freund von mir.

– Student der Medizin, Skiunfall und Koma, derzeit Reha,

Rentenzahlung bisher 1.500 € * 23 Monate = 34.500 €

Natürlich werden Sie tausende, Millionen Studenten finden die während Ihres Studiums nicht berufsunfähig geworden sind. Dazu kommen viele, die sogar nach dem Studium noch ganz gesund sind und problemlos einen BU Schutz abschließen können oder konnten. Auch die, die sich nicht mit Ausreden über die nächsten zwanzig Jahre gerettet haben und erst ankommen, wenn es zu spät ist. Aber es gibt eben auch die anderen Fälle.

Liebe Verbraucherschützer,

einige von Euch haben ja schon ganz interessante, andere wiederum ganz eigenwillige Ansätze und Aussagen. Man lese nur hier einmal diese Artikel dazu:

Auch Ihre Kollegen von Finanztest haben sich in den letzten Jahren nicht unbedingt mit Ruhm, bekleckert, was sich sowohl im

bemerkbar machte und schon damals zu viel Diskussionsstoff führte.

Fakt ist aber, Sie und auch ihre Kollegen haften nicht für den Unsinn den Sie verbreiten. Nicht heute, nicht in zwanzig Jahren und auch nicht, wenn der „beratende“ Kunde nach 10 Jahren als berufsunfähig zurückbleibt. Rate ich einem Kunden davon ab, so sollte ich es dokumentieren und dieses somit später nachweisen und begründen können. Hält ein Kunde trotz ausführlicher Beratung und Aufklärung es nicht für nötig einen solchen Schutz abzuschließen ist dieses sein gutes Recht und seine eigene Entscheidung. Aber: Dann möge er bitte auch dazu stehen und die Konsequenzen tragen.

Übrigens: Nicht immer ist das Geld das Problem. Zum Glück gibt es eine ganze Reihe von Eltern, welche sich um diese Frage des Schutzes für das eigene Kind Gedanken machen und sich sogar bereit erklären, bis Studienende die Beiträge zu übernehmen. Danach, dann ist der erste Schritt geschafft. Anpassungsoptionen und die Nachversicherung machen eine sinnvolle Erhöhung möglich und sichern auch dann gestiegenen Lebensstandard ab.

Übrigens frei nach „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“ empfehle ich Herrn Neuhauser einmal die Lektüre der Internetseite seines eigenen Arbeitgebers. Selbst dieser erkennt als Verbraucherschützer“ die Notwenigkeit der BU und schrieb (vor knapp einem Jahr) hier unter diesem LINK:

Berufsunfähigkeitsversicherung

Wichtig für Studenten ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Studenten und junge Arbeitnehmer, die durch Krankheit oder Unfall nicht mehr in der Lage sind zu arbeiten, erhalten meist keine gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Die Berufsunfähigkeitsversicherung sichert den eigenen Lebensunterhalt.

Je jünger man in die Versicherung einsteigt, umso günstiger sind die Prämien. Das Studium ist ein guter Zeitpunkt, eine solche Versicherung abzuschließen, sofern man die Versicherungsbeiträge bezahlen kann. Es bestehen große Chancen, eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit günstigen Bedingungen und niedrigen Beiträgen abzuschließen. Manche Anbieter legen Studenten problematische Vertragsbedingungen vor. Zum Teil ist der Schutz für die Zeit des Studiums unzureichend: Es gibt Anbieter, die nur dann eine Rente zahlen, wenn man gar keine berufliche Tätigkeit mehr ausüben kann.

Unterschiedlicher Qualität sind auch die Bedingungen für die Zeit nach dem Studium. Stichwort hierfür ist etwa die sogenannte Nachversicherungsgarantie.

Bevor also wieder einmal Sie lieber Hr. Neubauer oder einer der Kollegen drauf lospoltert und einfach mal was twittert nur weil man bei Twitter auch mal etwas Provokantes sagen möchte, dann lesen Sie doch bitte erst einmal die Lektüre ihres eigenen Arbeitgebers.

Übrigens: Ich lade Sie gern auf eine Online-Diskussion ein. Lassen Sie uns gern mit zwei, drei, vier Mitgliedern der unterschiedlichen „Lager“ eine Diskussionsrunde eröffnen und diese live im Netz übertragen. Ich bin mir sicher, es findet sich ein Magazin oder eine Website die dieses unterstützt und auch für die technischen Möglichkeiten und die Übertragung sorgen kann. Die Einladung steht!

Liebe Studenten,

klar sollt Ihr feiern, klar sollt Ihr Spaß haben und das Leben genießen und sicherlich gehören Versicherungsbedingungen nicht unbedingt zu dem „sexy stuff“ den man sich unbedingt „reinziehen“ muss. Klar ist aber auch eins. Ein Berufsunfähigkeitsschutz ist nicht billiger, wenn man wartet, nein, er wird es auch nicht.

Schutz gegen die finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit sind nicht erst wichtig, wenn der Beruf da und das Studium fertig ist. Hier daher noch einige Anregungen zum einlesen.

und wenn Ihr all das gelesen und bis jetzt das iPad oder den Computer nicht ausgeschaltet habt, Glückwunsch. Dann schaut Euch bitte auch noch den

und stellt Euch die Frage: „Wo bekomme ich eine unabhängige Beratung zu Versicherungsfragen“ und dann sucht Euch genau diese.

Klar, wir als Berater leben davon, gern, gut und ehrlich mache ich das, jeden Tag. Natürlich sind in den Prämien Kosten enthalten, Kosten die die Beratung decken und wir als Berater ausgezahlt bekommen. Warum? Weil wir davon leben und es bei einigen nicht nur Beruf, sondern Berufung ist.

Also: Lasst Euch nicht verunsichern von Menschen, die für Ihre Aussagen eben nicht haften, denen es egal ist was diese gestern gesagt haben und einfach nur einmal 140 Zeichen Aufmerksamkeit brauchen. Schade, aber so ist es nun einmal.

Weiterhin… frohes Schaffen. Denn ohne Einkommen ist alles andere auch nix. Kein Urlaub, kein Haus, keine Familie und auch keine Rente. Leider!

29.
Mai '17

Soll ich, oder soll ich (noch) nicht? Jetzt Schutz gegen Berufsunfähigkeit sichern, oder noch warten?


Die Notwenigkeit einer Absicherung gegen die Folgen einer Berufsunfähigkeit sind hinlänglich bekannt und es ist eine der wenigen Absicherungen bei der sich nahezu alle einig sind. Verbraucherschützer, Experten, Ärzte, Versicherer und Vermittler, alle wissen um die Wichtigkeit der Absicherung gegen den Verlust der eigenen Arbeitskraft.

Lesetip: Warum es unverantwortlich ist, keinen Schutz gegen das BU Risiko zu haben

Ob es nun jeder Vierte oder jeder Fünfte sein mag der in seinem Leben einmal dauerhaft oder für eine begrenzte Zeit berufsunfähig wird ist in dem Fall fast egal. Warum? Am Ende ist es egal ob ich mich in einem Jahr, in zwei oder in zehn Jahren finanziell ruiniere. Ist kein Geld da, keine Arbeitskraft mehr da um ein Einkommen zu erwirtschaften, so ist alles andere auch schwierig bis unmöglich.

Doch es gibt Situationen, welche Antragsteller immer wieder zögern und überlegen lässt. In der Vergangenheit habe ich immer mal wieder

Dabei hat ein solches Zögern meist zwei Gründe, oder zumindest zwei Ansatzpunkte die es auslösen. Schauen wir uns doch beide einmal etwas genauer an.

1.) wenn ich noch warte, muss ich später Krankheit XYZ nicht mehr angeben

Die Hoffnung es wird dann besser kann jedoch auch schnell nach hinten losgehen. Die Versicherer fragen in den Anträgen unterschiedliche Abfragezeiträume ab, je nach Fragestellung und Diagnose sind damit in X Jahren einige Bemalungen sicher nicht mehr anzugeben. Ob es sich dabei um so genannte „Dauerdiagnosen“ handelt oder Krankheiten die nie ausheilen (auch wenn diese keine Beschwerden verursachen) muss genau überprüft werden. Hier in der Anfrage ging es konkret um das Einsetzen von Brustimplantaten und damit verbundene stationäre Aufenthalte. Diese sollten dann in X Jahren nicht mehr im Antrag auftauchen.

Auch wenn die Behandlung oder der Aufenthalt nicht anzugeben sind, das Implantat kann (je nach Fragestellung) anzeigepflichtig bleiben und damit steht es dem Versicherer frei auch später weitere Angaben zu fordern. Im Rahmen seiner Nachfragebefugnis kann dieser gezielte, weitere Fragen stellen und auch diese sind (ungeachtet der Fragen im Antrag) wahrheitsgemäß zu beantworten.

Letztendlich stellt sich aber ein „Russisch Roulette“. Warum ist einfach erklärt.

Bei dem „Warten um einige Erkrankungen nicht mehr anzugeben/ angeben zu müssen“ können natürlich auch weitere Beschwerden auftreten, Erkrankungen diagnostiziert werden oder einfach ein Unfall zu weiteren Schäden führen. Dieses hat dann natürlich zur Folge,

  • – dass der Versicherer den Antrag ablehnen kann

  • – dass es weitere Ausschlüsse gibt

  • – dass der Versicherer hohe Zuschläge verlangt

  • – dass der Versicherer den Antrag ganz ablehnt

Wer also gern zockt, für den mag das vielleicht eine Option sein, alle anderen tun gut daran, den derzeitigen Gesundheitszustand (wenn mit diesem eine Annahme möglich ist) zu nutzen und sich einen entsprechenden Schutz zu „konservieren“.

Berufsunfähigkeitsschutz lieber jetzt oder noch warten?

Es spricht nichts dagegen nach Ablauf von Anzeigepflichten nochmals über eine Änderung oder einen anderen Schutz nachzudenken, dabei sollten aber nicht die Nachteile vergessen werden.

  • – höheres Eintrittsalter

  • – höherer Beitrag durch andere Berufsgruppe andere Tarifwelt andere Tarife und Möglichkeiten der Versicherung

Daher sollten Sie sich darüber im Klaren sein: Es wird nicht nur besser wenn Sie warten. Das Risiko sich zu verschlechtern ist deutlich höher. Sieht es aber nach X Jahren deutlich besser aus, so lässt sich (trotz höherem Alter) ein solcher Schutz kündigen und dann auch ggf. neu abschließen, diese Chance bleibt immer.

Lesetipp: Wie kündige ich eine unpassende Berufsunfähigkeitsversicherung?

Sieht es aber dann schlechter aus, so haben Sie zumindest einen passenden Schutz derzeit.

2.) wenn ich jetzt als Student noch nicht abschließe, bekomme ich später besseren Schutz/ günstigere Berufsgruppe

Auch dieses ist bei vielen Unternemen eine falsche Annahme. Natürlich richtet sich die Berufsgruppe nach dem Beruf bei Antragstellung. Für Studenten und Schüler gelten jedoch bei den meisten Gesellschaften etwas andere Regelungen.

Lesetip: Berufsunfähigkeitsschutz für Studenten

So ist es für die meisten Studenten, zumindest die in der zweiten Hälfte der Regelstudienzeit, vorteilhaft sich die BU zu sichern. Die Einstufung erfolgt hier oft direkt in den noch zu erreichenden Beruf. Damit gibt es eine Berufsgruppe, welche diese sonst nur bei Abschluss des Studiums und einer passenden Ausbildung/ Anstellung hätten.

Entscheiden sich die Studenten dann doch für andere Tätigkeiten oder studieren nochmal etwas anderes, so interessiert dann auch eine, eventuell schlechtere, Berufsgruppe nicht (mehr).

Weitere Informationen find

06.
Oktober '16

Orange by Handelsblatt zur Berufsunfähigkeit – Unsinn die Zweite und mit fatalen Folgen für die Leser


Update: Neun Gründe gegen die BU, schreibt das Handelsblatt nun… aber:

Handelsblatt zur Berufsunfähigkeit Teil 3 mit neuen Gründen gegen die Absicherung, die meist keine sind

Was unterscheidet uns noch von anderen Lebewesen? Der Mensch ist lernfähig, sollte man meinen. Leider scheint das irgendwie nicht so richtig ausgeprägt zu sein. oder wie kommt es sonst, das nach dem Desaster gestern, Sie erinnern sich?

Presse: Handelsblatt rät von Berufsunfähigkeitsversicherung ab und muss dafür nicht gerade stehen

es heute ohne jedweden Lerneffekt weitergeht?

Zur „Ehrenrettung“ muss man anführen, der Autor Patrick Große (22) ist Student der Journalistik an der TU Dortmund und schreibt so nebenbei beim Handelsblatt Ableger Orange, dem Magazin für Jugendliche. Von Versicherungen hat er leider so gar keine Ahnung und noch viel schlimmer, auch Daten, Fakten und weitere Infos kann er entweder nicht recherchieren (sollte er aber als Journalist) oder auch Zitate und Aussagen nicht in einen sinnvollen Kontext bringen.

Viel schlimmer finde ich aber: Es muss doch im Hause Handelsblatt oder bei Orange irgendjemanden geben, der sich solche Texte und die Aussagen darin zumindest noch einmal anschaut, zumindest nachdem es gestern mehr als einen Kommentar gab, nicht nur auf Facebook, auch hier im Blog.

Doch schauen wir uns die falschen und irreführenden Aussagen einmal an, denn so kann man dieses unmöglich stehen lassen. Junge Menschen werden verunsichert, bekommen falsche Fakten geliefert und treffen daraufhin vielleicht Entscheidungen die diese nie mehr korrigieren können. Haftet das Handelsblatt oder seine Redakteure für solche Aussagen oder ist das einfach „Presse-Unsinn“ den man sowieso nicht glauben mag? Hier zumindest wäre der Begriff „Lügenpresse“ nicht so weit weg.

Unter dem Stichwort „Berufsunfähigkeit kurz und knapp“ startet Orange nun einen zweiten Artikel.

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Neben einleitenden Sätzen und dem Hinweis auf die Diskussion bei Facebook (hier bei Facebook unter dem Beitrag als Kommentare nachzulesen) folgen dann die „Kurz und Knapp Fakten zur BU“. Leider weiss ich nicht mehr ob ich lachen oder weinen soll nach diesem neuerlichen Unsinn. Aber schauen wir uns die Punkte noch einmal im Detail an.

Fehler 1: Junge Leute bekommen nur maximal 750 Euro

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Woher auch immer diese Aussage stammt, ich kann mir kaum vorstellen, das diese von der Verbraucherzentrale NRW so kam. In der privaten Versicherung ist es nämlich so, die Rente entspricht dem was versichert wurde. Richtig wäre, eine Versicherung für das Risiko der Berufsunfähigkeit kann Höchstgrenzen festlegen. So gibt es sicherlich Versicherer welche hier 750 Euro monatlich als Höchstgrenze haben, gerade in so genannten rabattierten Startpolicen. Diese enthalten jedoch meist Optionen zur Erhöhung bei Berufseinstieg, Studium, Studienabschluss, Eintritt in das Berufsleben, Beginn der Ausbildung oder vieles mehr. Richtig ist aber auch, schon Schüler können eine monatliche Rente von 1.000 Euro als Risiko gegen Berufsunfähigkeit versichern.

Hier gelten andere Regeln, wird doch hier während der schulischen Ausbildung eher eine Schulunfähigkeit geprüft. Aber auch hier sind die 1.000 Euro Rente schon versicherbar. Studenten haben kein Problem einen Anbieter zu finden der auch 1.500 Euro mit den passenden Nachversicherungsoptionen anbietet und versichert.

Fehler 2: Leistungen aus der gesetzlichen Rentenkasse bei BU

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Auch hier empfehle ich einen Blick in das zuständige Sozialgesetzbuch. Hier finden sich die entsprechenden Regelungen für eine Leistung aus der gesetzlichen Rentenversicherung, welche jedoch niemals eine Berufsunfähigkeitsrente ist. (Ausgenommen sind Menschen mit einem Geburtsdatum vor dem 1.1.1961, aber die sind wahrscheinlich nicht die Zielgruppe von Orange by Handelsblatt und schon gar nicht mehr Jugendliche). Die gesetzliche Rentenversicherung kennt keine Leistung bei BU (=Berufsunfähigkeit) sondern nur bei EU (=Erwerbsunfähigkeit) und hier eine gestaffelte Erwerbsminderungsrente. Dort geht es aber gerade nicht darum ob ich den BERUF noch ausüben kann, sondern um die Frage ob ich IRGENDEINE Erwerbstätigkeit noch ausüben kann. Weiterhin wird geprüft ob dieses noch mind. 6 Std. machbar ist, dann gibt es gar nix, oder nur 3-6 Std. dann reicht es für die halbe Erwerbsminderungsrente.

Lieber Patrick Große, Liebes Handelsblatt. Von angehenden Journalisten erwarte ich zumindest eine Recherche und die Bedienung von Google als Recherchetool. Schon die einfachen Suchbegriffe reichen um auf die Seite der Deutschen Rentenversicherung zu kommen. Dort finden wir (mehr …)

02.
Juni '16

Der richtige Zeitpunkt zum Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung


Der Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung zu einem bestimmten Zeitpunkt und die Richtigkeit dieses Zeitpunktes wird häufig diskutiert. Gerade im Moment greifen viele Medien das Thema auf und diskutieren darüber, ob Kinder bereits jetzt eine Berufsunfähigkeitsversicherung jetzt abschließen sollten oder ob nicht vielleicht der Beginn der Ausbildung der richtige Zeitpunkt ist.
Um zu verstehen wann eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden sollte, sind zunächst einige Rahmenbedingungen und Fakten zu klären, damit wollen wir heute in diesem Artikel beginnen.

...und wenn er nun nie auf eigenen Füßen stehen kann?

…und wenn er nun nie auf eigenen Füßen stehen kann?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung – Rahmenbedingungen

Die Absicherung gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit ist, als eine Versicherung gegen ein biometrisches Risiko, von der Beantwortung umfangreicher Gesundheitsfragen abhängig. Nun kann sich jeder unschwer vorstellen, dass Gesundheitsfragen in jungen Jahren meist noch einfacher zu beantworten sind, da weniger Behandlungen angabepflichtig sind und weniger Beschwerden oder Untersuchungen im Laufe des Abfragezeitpunkts angefallen sind. Dies trifft zumindest auf die meisten Erkrankungen zu, wobei es natürlich so Erkrankungen gibt die sich im Jugendlichen-/ Erwachsenenalter „verwachsen“ und deshalb später unter Umständen nicht mehr auftreten.

Diese Absicherung gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit ist daher sehr individuell und allgemeingültige Aussagen sind meist etwas schwierig. Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchte, der sollte sich zunächst Gedanken um die Vorgaben machen welche der Vertrag erfüllen soll. Hierbei sind insbesondere die Auswahlkriterien (LINK) und Vertragsgrundlagen elementar wichtig. Ein Hinweis über die zu beachtenden Punkte finden Sie in dem „Leitfaden zur Berufsunfähigkeitsversicherung“ ,welcher eine Vielzahl von Hinweisen gibt. Dies vorausgeschickt ist der richtige Zeitpunkt für den Abschluss der BU-Absicherung immer der, an dem frühstmöglich ein Versicherungsschutz gewährleistet und wenn möglich ohne Risikozuschlag und Ausschlüsse angenommen werden kann. (Artikel: Risikozuschlag oder Ausschluss in der Berufsunfähigkeitsversicherung) Hierbei ist insbesondere zu beachten, dass nur wenige Versicherer überhaupt das Berufsunfähigkeitsrisiko von Schülern im Rahmen einer „echten Berufsunfähigkeitsversicherung“ versichern. Die untere Grenze für einen entsprechenden Versicherungsschutz finden wir bei den Anbietern, welche diese überhaupt anbieten, bei 10 Jahren. Viele der Produkte die für Kinder einen entsprechenden Versicherungsschutz darstellen wollen, sind in Wirklichkeit eher Optionen oder Versicherungen welche später einmal eine Möglichkeit eröffnen sollen einen entsprechenden Versicherungsschutz zu bekommen. Hierbei handelt es sich meist um eine Art Erwerbsunfähigkeitsversicherung, denn es ist nicht das Risiko des Berufes und dementsprechend der Berufsunfähigkeit versichert, sondern die Tatsache der Erwerbsunfähigkeit. Kann also ein Kind auf Grund einer Erkrankung später nicht mehr tätig sein, und vielleicht gar keinen Beruf erlernen, so versichert der Versicherer dieses Risiko. Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass nicht eine spezielle Berufstätigkeit versichert ist, sondern die allgemeine Fähigkeit eine Erwerbstätigkeit auszuüben. Dieses ist insbesondere für die zukünftige Absicherung eine große Einschränkung, denn wessen Kind weiß schon während der Schulzeit was es einmal werden möchte, beziehungsweise ob dieser Wunsch sich später überhaupt realisieren lässt.

Schulunfähigkeit

Immer mehr Versicherer bieten daher alternativ oder zusätzlich eine Absicherung bei Schulunfähigkeit an. Dabei wird „verständlicherweise“ kein Beruf genannt, denn den hat das Kind ja noch nicht, sondern es ist die Einschränkung versichert, nicht zur Schule gehen zu können. Ist das Kind aufgrund einer Erkrankung, eines Unfalls oder eines Kräfteverfalls nicht in der Lage die Schule zu besuchen, so wird eine entsprechende Leistung erbracht. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Kriterien an die Auszahlung der Leistung sehr streng sind und solange der Besuch einer speziellen Förder- oder Sonderschule noch möglich ist eine Leistung in einigen Verträgen nicht erfolgt.

Von daher gilt es insbesondere hier genau abzuwägen, ob eine solche Absicherung das Geld wert ist.

Schüler höherer Klassenstufen und Auszubildende

Bei vielen der weiterführenden Schulen ist eine solche Erfüllung der Voraussetzung einer Schulunfähigkeit schon etwas einfacher, da die Versicherer hier weiter differenzieren. Was die Berufsunfähigkeit betrifft, so wird es spätestens mit Beginn einer Ausbildung für die Absicherung etwas einfacher. Warum? Die Versicherer haben nun einen (angestrebten zumindest) Beruf, den sie als festes Kriterium versichern können. Neben der Formulierung, dass dieser Beruf schon ab Beginn der Ausbildung als versicherter Beruf gilt, gibt es durchaus Versicherer die hier eine bestimmte Mindestausbildungszeit voraussetzen. Ist diese noch nicht erreicht, so kann im Rahmen der Leistungsprüfung unter Umständen auf einen anderen, vergleichbaren Beruf verwiesen werden und damit die Leistung verweigert.

Weiterhin ergibt sich bei der Betrachtung noch ein neues Problem. Versichert ein Auszubildender eine Tätigkeit in einer geplanten Ausbildung und kommt dabei z. Bsp. in die Berufsgruppe 2 oder in jede andere Berufsgruppe die nicht der besten Einstufung entspricht, verändert sich nach Abschluss seine Tätigkeit, so ist dieses nicht so ohne Weiteres zu korrigieren. Vereinfacht bedeutet das, dass viele spätere Meister, technische Leiter oder Architekten zunächst eine Ausbildung im handwerklichen Bereich beginnen und diese später im Rahmen eines anschließenden Studiums oder einer berufsbegleitenden Weiterbildung zu verbessern. Würde der Architekt später eine Berufsunfähigkeitsversicherung beantragen, so bekäme er eine weitaus bessere Einstufung als der Auszubildende im handwerklichen Bereich. Das hat dann leider zur Folge, dass dieser unter Umständen dauerhaft eine höhere Prämie zahlen muss.

„Dann mache ich einfach einen neuen Vertrag“

Die Idee, bei einer Verbesserung der beruflichen Situation einen neuen Vertrag zu wählen, ist durchaus verständlich. In der Praxis führt es aber dann zu dem Problem, dass wir alle nicht wissen wie die gesundheitliche Situation zu dem Zeitpunkt aussieht. Aus diesem Grund spricht einiges für eine frühe Antragstellung, einige Versicherer bieten hier bei bestimmten Ereignissen oder unter bestimmten Voraussetzungen eine Verbesserung in der Einstufung in der Berufsunfähigkeitsversicherung an, auch wenn dann keine neue Gesundheitsprüfung durchgeführt werden muss. Ist dem so, so kann ein früh abgeschlossener Vertrag sehr sinnvoll sein und später mit der beruflichen Entwicklung standhalten.

Absicherung für Studenten

Etwas anderes ist die Absicherung von Studenten. Viele Versicherer bieten hier recht frühzeitig nach dem Beginn des Studiums eine entsprechende Einstufung in das angestrebte Studienziel an, und sichern somit eine frühzeitige, bestmögliche Risikoklasse. Auch hier ein Beispiel:

Der Student der Betriebswirtschaft beginnt sein Studium und beantragt zu diesem Zeitpunkt einen Berufsunfähigkeitsschutz, dieser ist auf eine monatliche Rentenleistung von 1.500 Euro Berufsunfähigkeitsrente bei den meisten Unternehmen begrenzt. Der Hintergrund ist verständlich, schließlich möchte man keinerlei Anreiz schaffen, eine Berufsunfähigkei zu provozieren. Entscheidet sich dieser Student nun im Rahmen seines Studiums bzw. während seines Studiums gegen die Fortsetzung und macht vielleicht nicht einmal einen entsprechenden Abschluss, so ist dieser trotzdem in allen anderen folgenden Berufen versichert, obwohl diese vielleicht deutlich risikoreicher sind. Ganz übertrieben bedeutet das, setzt der BWL-Student sein Studium nicht fort und entscheidet sich für eine Tätigkeit als Sprengmeister, als Beamter im Sondereinsatzkommando oder als Berufssoldat, so hat dieser Versicherte einen lebenslangen, günstigen Versicherungsschutz eingekauft. Im Falle der eintretenden Berufsunfähigkeit wird dennoch auf den aktuellen Beruf geprüft.

Dieses entspricht nicht nur einer Konservierung des Gesundheitszustandes in jungen Jahren, sondern auch der Konservierung einer entsprechenden günstigeren Berufsgruppe. Theoretisch ist das auch bei Auszubildenden möglich, wenn zunächst ein risikoarmer Beruf in der Ausbildung begonnen wird und später in einen risikoreichen gewechselt wird.

Gesundheitsfragen und Abfragezeiträume

In vielen Fällen erstrecken sich die Gesundheitsabfragen in der Berufsunfähigkeitsversicherung auf einen Zeitraum von 3, 5 oder 10 Jahren. Dabei wird unterschieden in Fragen zu ambulanten, stationären und sonstigen Behandlungen. Insbesondere das Risiko einer psychotherapeutischen Behandlung wird in den meisten Verträgen über einen Zeitraum von 10 Jahren erfragt. Während Kinder in sehr jungen Jahren noch durchaus eine ganze Reihe von Arztbesuchen haben, manchmal auch nur weil die Eltern etwas vorsichtig sind, ist es bei vielen Jugendlichen eher so, dass sie einen Arzt nur noch zu Vorsorgeuntersuchungen aufsuchen. Wird also für einen Jugendlichen im Alter von etwa 10 oder 14 Jahren ein entsprechender Versicherungsschutz beantragt, so haben wir in der Regel sehr wenige Angaben in den Gesundheitsfragen zu machen. Zudem ist es hier noch recht einfach an entsprechende Unterlagen zu kommen, da es einen festen, regelmäßig besuchten Kinderarzt gibt. Wie Sie die Arztakte vom Kinderarzt anfordern und alle Informationen zusammentragen finden Sie im Artikel „Wie komme ich an meine Arztakte“ (LINK).

Der richtige Zeitpunkt für den BU-Antrag

Einen für alle richtigen Antragszeitpunkt gibt es sicherlich nicht, dennoch gelten einige Faustregeln:

Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung so früh als möglich, um die Gesundheitsangaben im Rahmen zu halten
– Absicherung für Auszubildende spätestens mit Beginn der Ausbildung, besser davor

Studenten versichern sich spätestens zu Beginn des Studiums, falls bis dahin noch kein Versicherungsschutz besteht. Höchstgrenzen der Versicherbarkeit beachten!
– Berufstätige, Hausfrauen und alle anderen Personen denken ebenfalls über einen frühstmöglichen Versicherungsschutz nach

Überprüfen Sie daher regelmäßig und mindestens einmal jährlich ob der bereits bestehende Versicherungsschutz noch aktuell ist. Hierbei geht es insbesondere um die Rentenhöhe und das versicherte Endalter.

– Artikel: Die richtige Rentenhöhe in der Berufsunfähigkeitsversicherung
– Artikel: Garantierte Rentensteigerung und Dynamik im BU-Vertrag
Absicherung mit Risikozuschlag oder Ausschluss

Erst wenn eine regelmäßige Überprüfung des bestehenden Vertrages später ergibt, dass dieser nicht mehr zeitgemäß sein sollte oder sich der Markt so stark verändert hat, dass alle neuen Verträge weitaus bessere Bedingungen bieten, erst dann sollte überlegt werden einen bestehenden Vertrag zu verändern oder diesen neu abzuschließen.

Weitere Informationen:

Auswahlkriterien zur Berufsunfähigkeitsversicherung
Leitfaden zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Sollten Sie Fragen zu dem Thema Berufsunfähigkeitsversicherung für Angestellte, Auszubildende, Studenten oder andere Berufsgruppen haben, so können Sie gern das Kontaktformular auf dieser Seite verwenden, alternativ ist es auch möglich die LiveChatfunktion auf der linken Seite zu verwenden und Ihre Fragen direkt dort zu stellen. Eine Anfrage zur Berufsunfähigkeitsversicherung können Sie mir hier direkt zukommen lassen.

27.
Oktober '14

Studentische Krankenversicherung- ewig geht nicht, so das Bundessozialgericht mit Urteil B 12 KR 1/13 R


Die studentische Krankenversicherung ist eine kostengünstige Möglichkeit, während seines Studiums einen Krankenversicherungsschutz sicherzustellen. mit einem monatlichen Beitrag von unter 70 € können sich Studenten in der gesetzlichen, studentischen Krankenversicherung versichern. Mitversicherte Kinder genießen dann beitragsfreien Versicherungsschutz in der GKV.

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Doch studieren kann man nicht ewig…

meint das Bundessozialgericht und stellt in seiner Entscheidung unter dem Aktenzeichen B 12 KR 1/13 R klar, dass Studenten nur unter besonderen Umständen ihre studentische Krankenversicherung verlängern können, wenn dieser das 30. Lebensjahr bereits überschritten haben.

Eine Verlängerung kommt nur dann infrage, wenn der Student aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage war sein Studium wie geplant fortzusetzen bzw. abzuschließen. Die Richter stellen weiterhin klar, dass ein solcher Verlängerungsgrund vor dem 30. Lebensjahr eingetreten sein muss, und eine Verlängerung auch dann nur in dem „üblichen Rahmen“ möglich sei. Darunter verstehen die Richter 14 Fachsemester, also insgesamt maximal weitere sieben Jahre.

Mit 37 ist endgültig Schluss

ist das 37. Lebensjahr erreicht, so ist eine Mitgliedschaft in der preisgünstigen, studentischen Krankenversicherung ausgeschlossen und es sind normale Beiträge zu entrichten.

Kann ich auch in die private Krankenversicherung?

In der privaten Krankenversicherung finden wir bei den meisten Versicherern ähnliche Regelungen. Auch hier sind die preiswerten, studentischen Tarife auf ein bestimmtes Lebensalter begrenzt. Einige Unternehmen gewähren den Schutz bis zum 30. Lebensjahr, andere noch vier Jahre länger. Dennoch ist den meisten Fällen auch hier dann Schluss und der Tarif wird in einen normalen Tarif umgewandelt.

Ob Sie in die private Krankenversicherung können, das hängt unter anderem auch davon ab, wie sie sich zum Studienbeginn entschieden haben. Die Entscheidung für das gesetzliche oder private Versicherungssystem in der Krankenversicherung kann nur einmal zu Studienbeginn getroffen werden und ist dann verbindlich für die gesamte Zeit des Studiums.

Sobald die Zeitpunktes Bundessozialgericht des vorliegt, werden wir diese hier verlinkten, jedoch ist die entscheidende Information das nur in besonderen Ausnahmefällen mit dem 30. Lebensjahr (oder mit dem 37.) die studentische Krankenversicherung beendet ist.