Artikel mit ‘Spiegel’ getagged

25.
Juni '13

Der Spiegel Online mit einer neuen Ausgabe seiner Serie „Die böse PKV“ und dem Lieblingsberater Garcia


Der Spiegel Online, einst eine Bastion der unabhängigen Journalismus und auch heute in vielen Themen eine gute Quelle. Leider schafft es der Autor Christian Teevs zum Thema Private Krankenversicherung immer wieder, nicht nur das Thema nicht vollständig zu beleuchten, sondern auch seinen Lieblingsberater immer und immer wieder in einem Artikel zu erwähnen und das jedes Mal auf’s Neue.

Natürlich werde ich hier keine Abhängigkeiten unterstellen, steht mir ja auch nicht zu, sondern äußere nur meine Vermutung. In einem Artikel zur PKV und den Beitragsanpassungen war gar ein Link enthalten, welcher auf die Seite des Maklers verlinkte. Sauberer Journalismus sieht meines Erachtens anders aus, zumindest unabhängig ist das nicht. In dem aktuellen Artikel, hier geht es mal um den Tarifwechsel innerhalb der PKV, wird auch wieder der Berater gelobt und hervorgehoben, der doch von dem Traifwechsel und der Vermittlung eines solchen gegen Honorar lebt.

Nicht, dass die Tarifwechselberater generell genannt werden, davon gibt es am Markt ja nun so einige, nein, immer und immer wieder wird ein spezieller Berater hervorgehoben und damit entsteht ein Eindruck, der so sicher nicht gut zur „journalistischen Unabhängigkeit passt“. Aber das nur als Vorbemerkung, nun einmal etwas genauer zu dem, teilweise unvollständigen, Inhalt des Artikels.

Es geht um eine „Enthüllung“, ein internes Schreiben der Gothaer Krankenversicherung, welche den Mitarbeitern Arbeitsanweisungen zu einem Tarifwechsel und dem Umgang mit dem Kunden gibt und damit „verbraucherfeindlich ist“, wie Hr. Teevs meint.

Was genau ist dieser Tarifwechsel?

Wer heute in einer privaten Krankenversicherung versichert ist, für den kann es unter Umständen interessant sein, einen solchen Wechsel innerhalb des Unternehmens vorzunehmen. Grund hierfür sind neue Tarife, geänderte Kalkulationen oder einfach die Tatsache, dass sich der Anspruch an den eigenen Versicherungsschutz verändert hat. Dazu hat der Gesetzgeber eine Grundlage im §204 des Versicherungsvertragsgesetzes geschaffen. Hierin ist der Tarifwechsel nach §204 VVG eben geregelt und schreibt die Kriterien vor.

Bildschirmfoto 2013-06-25 um 12.30.26Dabei schreibt der Gesetzgeber vor, dass auch dann ein solcher Wechsel möglich sein soll, wenn der Gesundheitszustand nicht mehr dem entspricht, was den Versicherer zu einem Neuabschluss bewegen würde. Dazu muss der Kunde aber 1.) um dieses Recht wissen, und 2.) dieses auch durchsetzen.

Was passiert wenn der Kunde nicht mehr gesund ist?

Für den Fall, dass der neue Tarif Mehrleistungen enthält, also mehr Versicherungsumfang bietet als der bisher versicherte Tarif, kann und muss der Versicherer eine neue Risikoprüfung durchführen. Dieses sichert nicht nur den Beitragsverlauf in den neuen Tarifen, sondern ist auch nur gerecht gegenüber den neuen Kunden, die ja auch eine solche Prüfung und ggf. Risikozuschläge für die Tarife bekamen.

Der Kunde der aber schon älter und vielleicht krank(er) ist, auch der soll von den Vorteilen eines neuen Tarifs, ggf. mit einer neuen und verbesserten Kalkulation profitieren. Dieses würde aber verhindert, wenn der Gesundheitszustand gegen eine Versicherung im neuen Tarif sprechen würde.

Wie ist das lösbar?

Der Gesetzgeber hat hier nun zwei Möglichkeiten geschaffen, welche sich so in dem Wortlaut im §204 VVG steht. Genau heisst es da?

§ 204 Tarifwechsel

(1) Bei bestehendem Versicherungsverhältnis kann der Versicherungsnehmer vom Versicherer verlangen, dass dieser (mehr …)

22.
Mai '13

„Fiese Fragen im Fragebogen“ bei der Absicherung von Berufsunfähigkeitsrisiken, meint der Spiegel


In einem aktuellen Artikel mit dem oben genannten Titel beschreibt der Spiegel online Fragen und Szenerien bei der Absicherung von Berufsunfähigkeit durch eine entsprechende Versicherung. Dabei geht es zum einen um das Thema der „vorvertraglichen Anzeigepflicht“ und weiterhin um das Vorgehen bei der Leistungsabwicklung. Gerade bei der Absicherung gegen finanzielle Folgen der Berufsunfähigkeit geht es darum, die Fragen des Versicherers genau und vorallem richtig zu beantworten.

Es geht eben nicht um die eigene Wahrnehmung „bin ich gesund“ oder fühle ich mich so, sondern um konkrete Fragen und damit zu gebende konkrete Antworten. Hierbei sollte sich der Antragsteller wenn möglich professioneller Hilfe bedienen. Auch Bagatellerkrankungen sind anzugeben, wenn danach gefragt wird und die Fragen so formuliert sind, das diese Angaben zu machen sind. Oftmals herrscht leider die Meinung vor „Wenn ich Medikamente nehme, bin ich doch gesund„. Dieses ist aber gerade ein Trugschluss. Die Fragen in den Anträgen sind unterschiedlich gestellt und so ist es durchaus möglich bei einem Unternehmen Angaben nicht, bei einem anderen aber schon machen zu müssen.

Was muss ich beachten?

Lesen Sie die Fragen genau durch. Beachten Sie die genauen Formulierungen und Worte wie „z. Bsp.“ oder „beispielsweise“, das kann eine entscheidende Bedeutung bei der Beantwortung haben, hier ein Beispiel aus der Praxis. Im Antrag der Europa Lebensversicherung heisst es:

Frage im Antrag Europa Lebensversicherung, (c) Europa

Frage im Antrag Europa Lebensversicherung, (c) Europa

Es geht also keinesfalls nur um die „schweren“ Erkrankungen. Auch ein Sodbrennen ist eine angabepflichtige Erkrankung und muss somit in der Frage c mit JA beantwortet und erläutert werden. Dabei ist es dem Versicherer zu überlassen, (mehr …)

19.
November '12

Spiegel Online über die Private Krankenversicherung oder was die Schlagzeile „50% Lohnkürzung für Spiegel Redakteure“ damit zu tun hat


Der Spiegel online hat in der letzten Woche mit einem reißerischen Titel mal wieder über die Private Krankenversicherung und die „Unbezahlbarkeit“ berichtet geschrieben und dabei wohl einige entscheidende Fakten „vergessen“. Das macht in dem Fall auch Sinn, zumindest wenn man einem Berater der an Tarifumstellungen in der PKV Geld verdient, in die Karten spielen möchte. Wie ich auf diese Behauptung komme und was das Ganze mit Lohnkürzungen bei den Redakteuren zusammen hängt, lesen Sie gleich- doch der Reihe nach.

Der Autor Christian Teevs, schon bekannt aus anderen Lobhudeleien über den Berater Garcia, beschreibt in seinem Artikel die „drastischen Beitragssteigerungen in der privaten Krankenversicherung und führt dabei eine Tabelle auf, welche die Anpassungen der Beiträge in % angibt. Nun habe ich nicht das erste Mal geschrieben, dass Anpassungen in % nur bedingt Aussagekräftig sind, muss man dazu doch zunächst einmal wissen welche absoluten Zahlen hier zu Grunde liegen und wie die Zahlen zustande kommen. Doch schauen wir uns einfach mal dieses Extrembeispiel an. Es geht hier um den Tarif VISION 4500 der Axa, welcher mit Anpassungen von 41% behaftet ist.

Was Hr. Teevs nicht dazu schreiben wollte, denn das klingt ja nicht im Sinne des Artikels und ist vielleicht so gar nicht im Sinne des Beraters, wie denn die Zahlen errechnet wurden. Bei dem Tarif handelt es sich zunächst einmal um einen so genannten „Großschadentarif„. Dieses sind Tarife mit sehr, sehr hohen Selbstbeteilungen (hier 4.500 EUR pro Jahr) welche von Menschen abgeschlossen wurden, die es sich leisten können oder im Extremfall gar keine Krankenversicherung wollen. Da wir aber in Deutschland sein 2009 eine Pflicht zum Abschluss einer Krankenversicherung haben, ist jeder gezwungen eine solche abzuschließen. Selbst der, der seine Kosten allein tragen will, braucht also zumindest einen ambulanten und stationären Versicherungsschutz.

Auch diese Menschen sollen nun aber keine 41% Anpassung bekommen, werden Sie vielleicht denken? Stimmt, wobei hier zu berücksichtigen ist, welche Beiträge dahinter stehen, was in der GKV zu zahlen wäre und welches Alter. In seiner „tollen Tabelle“ wurde also der NEUgeschäftsbeitrag verglichen und zwar der für 2012 und der, der in den alten BISEXTARIFEN ab 01. 01. 2013 zu zahlen wäre. Das trifft, wenn überhaupt, nur für sehr wenige Menschen zu, denn diese müssten heute einen Antrag zum 01. 01. 2013 stellen und dann die Beiträge 2012 und 2013 vergleichen. Dabei wird aber auch gleich noch verschwiegen, dass der Beitrag NACH der 41% Erhöhung im Tarif VISION bei 265,78 EUR liegt und das für einen 70 (!!)jährigen Neukunden. Wer bitte wechselt mit 70 Jahren in die PKV? Hier muss man nicht hellsehen können um zu erkennen, was mit dem „erschreckenden“ Beispiel erreicht werden soll. Informationen zu den Unisextarifen und der neuen Kalkulation

Was müsste dieser Versicherte in der GKV zahlen?

Wenn wir davon ausgehen, dass nur der einen solchen Tarif abschließt, der sich auch 4.500 EUR Selbstbeteiligung im Jahr leisten kann und somit ein hohes Einkommen hat, dass fiele hier in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) ein Höchstbetrag von über 600 EUR im Monat an. Wenn wir weiter davon ausgehen, dass der Kunde dann diese 4.500 EUR auch „verbraucht“, so ergibt sich folgende Rechnung.

4.500 EUR SB / 12 Monate = 375 EUR p. M.

zzgl. 265 EUR Beitrag

= monatliche Belastung 640 EUR für einen 70jährigen NEUkunden in der PKV

Bei einer Versicherung in der GKV würden hier noch Beiträge für Zusatzversicherungen für eine gleichwertige Versorgung hinzukommen. Unabhängig davon, das dieses Modell der totale Unsinn ist, rechnen wir mal mindestens mit weiteren 150 EUR Zusatzversicherungsbeitrag. Denn Sinn dieses Beispiels können Sie sich nun schnell selbst erklären.

Doch leider hat sich hier niemand vertan, denn ein weiteres Beispiel aus der Tabelle zeigt die bewusste (?) Falschinformation der Leser. (mehr …)