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03.
März '14

Wie komme ich zu einer Selbstauskunft aus dem Hinweis-und Informationssystem (HIS), der Sonderwagnisdatei?


Die Sonderwagnisdatei, zumindest hieß das „Teil“ früher einmal so, ist heute das Hinweis-und Informationssystem (HIS) der Versicherungswirtschaft und speichert Informationen zu Antragstellern und nicht vertragsmäßigem Verhaltens. Es ist sicherlich etwas übertrieben dieses System als SCHUFA der Versicherungswirtschaft zu bezeichnen, dennoch hat es eine ähnliche Funktion. Es soll betrügerische Handlungen verhindern und dient damit der Sicherheit von Versicherungsbeständen und dem Vermeiden von Betrug.

Wie funktioniert das System HIS?

Elementarer Baustein des Systems sind die Antrags-und Vertragsabteilungen der Versicherer, denn diese sind für die „Datenpflege“ verantwortlich. Ein Eintrag im System kommt durch eine Meldung des entsprechenden Versicherungsunternehmens zu Stande. Weitere Einzelheiten hat der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft in einer Broschüre zum Informations- und Hinweissystem herausgegeben, welche als PDF Datei zur Verfügung steht.

Der Versicherer meldet also Vorgänge über nicht vertragsgemäßes Verhalten, auffällige Schadenhäufigkeiten oder aber auch besondere berufliche Risiken oder das Bestehen von Vorerkrankungen (welches zu einer Annahme mit Erschwerung oder eine Ablehnung eines Antrages führte) und diese Daten werden dann den anderen Unternehmen auf Anfrage zur Verfügung gestellt. Dabei ist zu beachten, dass keine Gesundheitsangaben gespeichert werden, sondern die Tatsache „das Vorerkrankungen bestehen“.

Stellt der Kunde nun bei einem neuen Unternehmen einen Antrag und dieses macht einer Abfrage aus dem HIS, so ist die Informationen zu entnehmen dass es sich um einen Kunden handelt, bei welchem schon einmal ein Antrag abgelehnt oder mit Erschwerung angenommen worden ist. Aus diesem Grund ist es für viele Kunden interessant zu wissen, welche Informationen in diesem System über Sie gespeichert sind.

Wie komme ich an eine Selbstauskunft?

Informa_SelbstauskunftDie Selbstauskunft über die gespeicherten Daten in der HIS Datenbank können kostenlos einmal im Jahr durch den Versicherten angefragt werden und diese Selbstauskunft wird im Anschluss auf dem Postwege versandt. Dabei gibt es einige Punkte zu beachten.

1.) Die Anfrage kann nur auf dem Postweg erfolgen, eine Anfrage per Fax ist nicht möglich.

2.) Zur eigenen Sicherheit muss dem Anfrageformular eine Kopie der Vorder-und Rückseite des Personalausweises beiliegen.

3.) Wünscht der Kunde mehr als einer Auskunft pro Jahr, so können Kosten entstehen.

Die Informationen werden zentral von der Firma „informa Insurance Risk and Fraud Prevention GmbH“ verwaltet und diese stellt auf ihrer Internetseite auch ein Formular für die Anfrage zur Verfügung. Warum dieses Formular nicht ausführbar ist und noch nicht einmal die Anschrift enthält erschließt sich mir leider nicht, daher habe ich mir für meine eigene und die Anfrage von Kunden ein eigenes Formular erstellt. Sollten Sie dieses nutzen wollen, so steht es Ihnen im Downloadbereich zur Verfügung.

Anforderung der Selbstauskunft aus der HIS Datei, informa (ausfüllbar)

15.
Januar '10

Die „schwarze Liste“ der Versicherer zukünftig bei externem Anbieter


Lange und viel wurde in den letzten Jahren darüber diskutiert und gestritten. Die Versicherer argumentieren „diese diene dem Schutz vor Betrügern“ und die Datenschützer halten dagegen. Eine „Black Box“ wie diese ist für den Kunden nicht nur undurchsichtig sondern verstoße gegen geltende Datenschutzbestimmungen.

Die Rede ist von der so genannten HIS oder Sonderwagnisdatei der Versicherer.

Hier werden Angaben über Angebote, Ablehnungen oder Betrugsverdacht- /Delikte gespeichert. An die gespeicherten Auskünfte zu kommen war bisher schwer bis unmöglich. Nun kann dieses jedoch im Rahmen einer direkten Anfrage an den GdV, den Gesamtverband der Versicherungswirtschaft erfolgen. Dazu schreibt der GdV auf seiner Internetseite.

05.01.2010, Das Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft

Das Hinweis- und Informationssystem (HIS) der deutschen Versicherungswirtschaft dient im Interesse der Versicherungskunden der Aufdeckung und Prävention von Versicherungsbetrug und –missbrauch sowie der begleitenden Risikoprüfung. HIS wurde Anfang 1993 entwickelt – in enger Abstimmung mit Datenschutzbehörden. Von den heute 9 Millionen Einträgen beziehen sich ca. 5 Millionen auf Kraftfahrzeuge und 4 Millionen auf Personen.

Um das HIS zukünftig noch verbraucherfreundlicher und transparenter zu gestalten, wird derzeit an einer Online-Version gearbeitet.

Informieren Sie sich

Interessierte können sich jederzeit erkundigen, ob ein Eintrag über sie vorliegt. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hat zu diesem Zweck eine zentrale Stelle eingerichtet. Betroffene richten ihre Anfrage – inklusive einer Kopie des Personalausweises mit Vor- und Rückseite – postalisch an den GDV:

Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, – Hinweis- und Informationssystem –

Wilhelmstraße 43/43 G, 10117 Berlin.

Anschließend erhalten die Anfragenden die Information, ob und wenn ja, von welchem Versicherer sie an das HIS gemeldet worden sind. Der Betroffene kann sich dann für weitere Informationen direkt an das jeweilige Versicherungsunternehmen wenden.

Bitte beachten Sie: E-Mail- und Fax-Anfragen können leider nicht bearbeitet werden.

Laut Informationen der Financial Times wird das System nun voraussichtlich an den externen Anbieter Arvato Infoscore ausgelagert und damit einem der Wünsche der Datenschützer entsprochen. Ob sich damit das System verbessert und Verbraucher davon Vorteile haben wird, bleibt abzuwarten.

Nehmen Sie sich durchaus einmal die Zeit und fragen den GdV an und bitten um eine Auskunft der über Sie gespeicherten Daten.