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20.
August '12

Selbstständig, privat krankenversichert und nun „nebenbei“ noch angestellt. Was passiert mit der PKV und muss ich in die gesetzliche Krankenkasse zurück?


Nach einer aktuellen Anfrage zu diesem Thema nutze ich das doch gleich mal hier um dieses Thema etwas ausführlicher und für alle zu beschreiben. Die Anfrage auf meiner Facebook Page aus der letzten Woche lautetet:

ich hab da mal ne Frage. angenommen ich würde ZUSÄTZLICH zu meiner selbständigen Tätigkeit eine Tätigkeit im Angestelltenverhältnis aufnehmen, müsste ich dann in die GKV zurück?

Bevor es nun an konkrete Ratschläge und Tipps geht, schauen wir uns erst einmal die generellen Regelungen an. Bestimmte Personengruppen müssen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert werden und sind dort pflichtversichert. Dazu gehören all die Personen, welche im §5 des Sozialgesetzbuches 5 (SGB V) genannt sind und die dort genannten Voraussetzungen erfüllen. Eine große Gruppe solcher Versicherungspflichtiger sind die Arbeitnehmer. Dazu heißt es dort:

§ 5 Versicherungspflicht
(1) Versicherungspflichtig sind
1. Arbeiter, Angestellte und zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigte, die gegen Arbeitsentgelt beschäftigt sind,

Wer nun über dieser Grenze (in 2012 liegt die bei 50.850 EUR) verdient, der darf sich selbst aussuchen ob er in dem gesetzlichen oder lieber in dem privaten System versichert werden möchte. Wie im Fall der oben angesprochenen Anfrage gibt es aber auch Mischfälle, wo erst einmal nicht genau klar ist, welches System denn nun zuständig ist.

§ 6 Versicherungsfreiheit
(1) Versicherungsfrei sind
1. Arbeiter und Angestellte, deren regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die Jahresarbeitsentgeltgrenze nach den Absätzen 6 oder 7 übersteigt; Zuschläge, die mit Rücksicht auf den Familienstand gezahlt werden, bleiben unberücksichtigt,

Die Situation als Selbstständiger:

Wer selbstständig tätig ist, der kann sowohl privat krankenversichert sein, als auch in einer gesetzlichen Krankenkasse als freiwilliges Mitglied bleiben. Eine solche Entscheidung ist ohne berufliche Veränderungen meist dauerhaft und will daher gut überlegt sein. In der Anfrage besteht auch schon eine PKV für den Kunden und nun ändert sich die berufliche Situation.

Was passiert mit Aufnahme einer Angestelltentätigkeit?

Das ist nicht ganz einfach und pauschal zu sagen, denn hierbei sind verschiedene Faktoren zu prüfen. Zunächst einmal löst eine Tätigkeit als Angestellter laut §5 SGB V eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse aus. Das bedeutet in dem Fall die Rückkehr (zwangsweise) in eine gesetzliche Kasse und die Berechnung der Beiträge anhand des Arbeitseinkommens. Damit eine solche Pflicht aber besteht, muss das Bruttoeinkommen größer als 400 EUR monatlich sein, zudem kleiner als 4.237,50 EUR pro Monat (50.850 EUR pro Jahr).

Die Einkünfte aus der (weiter bestehenden) Selbstständigkeit sind in diesem Fall nicht weiter zu berücksichtigen und es findet auch keine Zusammenrechnung statt. Es reicht also nicht aus, 2.500 EUR brutto monatlich als Angestellter zu verdienen und gleichzeitig noch einmal 2.000 EUR mit dem eigenen Unternehmen, dennoch würde hier eine Versicherungspflicht eintreten und Zwangsrückkehr in die GKV nötig.

Welche Tätigkeit überwiegt?

Entscheidend bei der Betrachtung des Status ist aber ein anderer Punkt. Welche der beiden Tätigkeiten ist die Haupttätigkeit, wo wird mehr Zeit verbracht und wo wird welches Einkommen und welcher Anteil am Gesamteinkommen erwirtschaftet? Ist die (neue) Angestelltentätigkeit beispielsweise eine Beratertätigkeit welche mit wenigen Stunden in der Woche erledigt ist, so kann durchaus auch eine Versicherungsfreiheit für die Person eintreten. Wird also in unserem Fall z. Bsp. 2/3 der Woche im eigenen Unternehmen gearbeitet und dort auch der größte Teil des Einkommens erzielt, so tritt durch das neue Angestelltenverhältnis nicht zwangsweise eine Pflicht zur Versicherung in der GKV ein. Das ist jedoch nicht als generelle Aussage zu verstehen.

Wie kann ich sicher sein, richtig versichert zu sein?
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07.
Juni '10

Wechsel vom angestellten PKV Versicherten in die Selbstständigkeit


Ein Vertrag zur privaten Krankenversicherung (PKV) ist sehr langfristig orientiert. Das bedeutet zum Einen, ausreichend Zeit bei der Antragstellung und der Tarifauswahl zu nehmen, zum Anderen aber langfristig orientierte Tarife.

Diese werden in vielen Fällen nicht geändert, wenn die Auswahl korrekt war und auch die Auswahlkriterien berücksichtigt wurden. Dennoch kann es in einigen Fällen durchaus erforderlich sein, den bestehenden Vertrag nachträglich zu verändern.

Einer dieser Gründe ist der Wechsel aus dem Angestelltenverhältnis in die Selbstständigkeit. Dieses macht in einigen Fällen eine Anpassung des Vertrages und im „schlimmsten Fall“ sogar einen Wechsel der Gesellschaft erforderlich.

Krankentagegeld:

Zunächst ändert sich der Tarifbaustein des Krankentagegeldes. Zahlt bei einem angestellten Versicherten der Arbeitgeber die ersten 6 Wochen der Krankheit weiter den Lohn aus, ist dieses bei dem Selbstständigen oder Freiberuflicher nicht so. Hier muss somit geprüft werden, welcher Bedarf an finanzieller Unterstützung erforderlich ist und ab wann dieser da sein muss. So kann der Bedarf hier schon ab dem 1. Tag entstehen, auch 3, 4 oder 6 Wochen können ausreichend sein. Über die Staffelmöglichkeiten in der PKV erfahren Sie in einem der folgenden Beiträge noch mehr.

Ein weiterer und wichtiger Punkt sind die Bedingungen des Krankentagegeldes. Unter welchen Umständen, wie lange und bis zu welcher Höhe wird dieses gezahlt? Was ist bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit? Alles Fragen die in einer Beratung zu klären sind.

Tarifanpassung der Vollversicherung:

Auch wenn die Auswahl korrekt und passend war, so ändern sich die Umstände mit dem Verlassen des Angestelltenverhältnisses durchaus. Leistungen die zuvor aus der gesetzlichen Rentenversicherung erbracht wurden (Reha, Kuren etc) sind nun nicht mehr vorhanden und müssen in den privaten Versicherungsschutz integriert werden.

Auch sollte das Bedingungswerk in diesem Atemzug gleich auf seine Aktualität überprüft werden und bei Bedarf angepasst werden.

Daher sind hier Beratung, Überprüfung und ggf. Anpassung nötig.