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10.
August '17

Antragstellung in PKV oder BU – bis wann muss ich was nachmelden


Viele der regelmäßigen Leser wissen und kennen es schon, ab und an nutze ich Fragen aus dem LiveChat, gerade wenn diese häufiger auftreten, um daraus einen Beitrag zu machen und einige Punkte etwas genauer und umfangreicher zu erklären. Eines der häufig nachgefragten Themen betrifft die vorvertragliche Anzeigepflicht, dazu habe ich auch in den vergangenen Wochen, Monaten, Jahren einiges veröffentlicht. Heute geht es aber um die Frage wann, oder besser bis wann, welche Angaben nachgemeldet werden müssen um der Anzeigepflicht gerecht zu werden.

Nehmen wir als Aufhänger eine- sich wiederholende- Frage aus dem gestrigen Chat.

Ok, falls Sie jetzt schmunzeln, tat ich auch, eher wegen der Frage wie eine Schwangerschaft unbemerkt eintreten kann und das auch noch während eines Antrages auf PKV, ja, ja, die Onlineberatung macht es möglich. 🙂 Doch nun Spaß beiseite und zu der doch wichtigen und ernsten Frage der Anzeigepflicht, den nötigen Nachmeldungen und wann bzw. bis wann etwas anzugeben ist.

formeller, materieller und technischer Beginn – die Begriffe

Bevor wir zu der eigentlichen Frage kommen, etwas Grundlagenwissen, das brauchen wir schon allein für das bessere Verständnis. Wir unterscheiden also zwischen drei unterschiedlichen Beginnen in der Versicherungswirtschaft.

FORMELLER BEGINN

Dieser „förmliche“ Versicherungsbeginn bezeichnet den Zeitpunkt des rechtlich bindenden Vertragsabschlusses. Die Vertragsannahme erfolgt durch den Versicherer, indem er die Police an den Versicherungsnehmer zustellt. Dieser formelle Beginn bestimmt in der Regel die Fälligkeit der Versicherungsprämie, sie kann jedoch auch auf einen Termin vor oder nach dem formellen Beginn gelegt werden. Auch die Übernahme des Versicherungsschutzes, auch der kann mit entsprechender Vereinbarung vor, zum oder auch nach dem formellen Beginn sein.

MATERIELLER BEGINN

Dieser „materielle Beginn“ ist der Beginn der Haftung, also der Zeitpunkt an dem der Versicherer tatsächlich und wirklich den Versicherungsschutz übernimmt. Passiert also ab diesem Zeitpunkt etwas, so ist der Versicherer ab dort haftbar und muss für eventuell versicherte Schäden gerade stehen. Ist nichts abweichendes oder besonderes vereinbart, legt das VVG, also das Versicherungsvertragsgesetz, den materiellen Beginn auf den Zeitpunkt des formellen Beginns fest.

TECHNISCHER BEGINN

Der letzter der drei „Beginne“ ist der technische Beginn. Der Termin, den Sie im Antrag unter dem gewünschten Versicherungsbeginn eintragen. In der Krankenversicherung, wo meist noch eine gesetzliche Krankenkasse gekündigt werden muss, liegt der oft in der Zukunft, also zum Beispiel am 01. Januar des Folgejahres. Der technische Beginn kann vor dem formellen (der Annahme des Vertrages) und dem materiellen (dem Beginn des Schutzes) Beginn liegen. Ist dem so, so sind die Beiträge ab dem technischen Beginn zu zahlen. Zu diesem Zeitpunkt ist dann der Antrag unter Umständen noch nicht angenommen und der Versicherer haftet noch nicht für eingetretene Schäden. Ein Vorverlegen des technischen Beginns kann in einigen Sparten sinnvoll sein, um Vorteile zu haben. Dieses kann ein verbessertes Eintrittsalter in der Personenversicherung, oder eine bessere Einstufung in der Kfz Versicherung sein, wodurch sich die Beiträge während der Laufzeit reduzieren.

Der Beginn in der privaten Krankenversicherung (MB/KK)

In den Musterbedingungen der privaten Krankenversicherung, den MB/KK 2009 gibt es dazu weitere Regelungen, wann und wie der Versicherungsschutz beginnt. Diese regeln in §2 folgendes:

§ 2 Beginn des Versicherungsschutzes
(1) Der Versicherungsschutz beginnt mit dem im Versicherungsschein bezeichneten Zeitpunkt (Versicherungsbeginn), jedoch nicht vor Abschluss des Versicherungsvertrages (insbesondere Zugang des Versicherungsscheines oder einer schriftlichen Annahmeerklärung) und nicht vor Ablauf von Wartezeiten. Für Versicherungsfälle, die vor Beginn des Versicherungsschutzes eingetreten sind, wird nicht geleistet. Nach Abschluss des Versicherungsvertrages eingetretene Versicherungsfälle sind nur für den Teil von der Leistungspflicht ausgeschlossen, der in die Zeit vor Versicherungsbeginn oder in Wartezeiten fällt. Bei Vertragsänderungen gelten die Sätze 1 bis 3 für den hinzukommenden Teil des Versicherungsschutzes.
(2) Bei Neugeborenen beginnt der Versicherungsschutz ohne Risikozuschläge und ohne Wartezeiten ab Vollendung der Geburt, wenn am Tage der Geburt ein Elternteil mindestens drei Monate beim Versicherer versichert ist und die Anmeldung zur Versicherung spätestens zwei Monate nach dem Tage der Geburt rückwirkend erfolgt. Der Versicherungsschutz darf nicht höher oder umfassender als der eines versicherten Elternteils sein.

Soweit so einfach, oder? Doch kommen wir dann auf den oben genannten Fall zurück und schauen und die Frage nach der Schwangerschaft (was natürlich so auch für andere Erkrankungen gilt) einmal genauer an. Damit es einfacher wird, nehmen wir einen korrekten Fall an, unterstellen also feste Zeiträume und Termine.

1.) Antragstellung auf private Krankenversicherung erfolgt am 01. 05. 2017, Beginn soll der 1.8. sein

2.) Der Antrag wird dem Versicherer übersandt und geht noch am 02. 05. 2017 dort ein

3.) Am 10. 05. 2017 übersendet der Versicherer die „Annahmeerklärung“ mit der Bestätigung zum 01. 08. 2017, die eigentliche Police wird am 15. 07. 2017 verschickt, kommt bei dem Kunden am 17. 07. 2017 an.

4.) Der Beitragseinzug der Erstprämie erfolgt am 01. 08. 2017 und findet ohne Probleme statt (Sonderfälle wie nicht gedecktes Konto oder falsche Abbuchung lassen wir hier einmal außen vor)

Soweit sieht das alles noch recht unkompliziert aus. Die Schwangerschaft war zum Zeitpunkt der Antragstellung weder bekannt noch konnte angenommen werden. In unserem oben genannten Fall stellen sich zwei Fragen:

A.) Was passiert, wenn die Schwangerschaft durch einen Arzttermin am 05. 05. festgestellt wird, also vor Erhalt der Annahme

B.) Was passiert, wenn die Schwangerschaft durch einen Arzttermin am 20. 05. 2017 festgestellt wird.

Dazu schauen wir uns zunächst nochmal die weitere, gesetzliche Grundlage im Versicherungsvertragsgesetz an.

Gesetz über den Versicherungsvertrag (Versicherungsvertragsgesetz – VVG)
§ 19 Anzeigepflicht
(1) Der Versicherungsnehmer hat bis zur Abgabe seiner Vertragserklärung die ihm bekannten Gefahrumstände, die für den Entschluss des Versicherers, den Vertrag mit dem vereinbarten Inhalt zu schließen, erheblich sind und nach denen der Versicherer in Textform gefragt hat, dem Versicherer anzuzeigen. Stellt der Versicherer nach der Vertragserklärung des Versicherungsnehmers, aber vor Vertragsannahme Fragen im Sinn des Satzes 1, ist der Versicherungsnehmer auch insoweit zur Anzeige verpflichtet.
(2) Verletzt der Versicherungsnehmer seine Anzeigepflicht nach Absatz 1, kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten.

In unserem Fall war die Abgabe der Vertragserklärung, die Antragstellung am 01. 05. 2017. Die Annahme erfolgte am 10. 05. 2017. Was passiert nun mit der Schwangerschaft, muss ich diese dem Versicherer noch anzeigen? Dazu unserer zwei Beispiele.

Im Fall A wurde die Schwangerschaft nicht angegeben, das war ja zu diesem Zeitpunkt nicht einmal bekannt. Klar, theoretisch könnte man jetzt kommen und sagen „die Dame hätte vielleicht ahnen können…“, nein, sie wusste es aber zu diesem Zeitpunkt nicht, es gab weder einen Test noch einen Arztbesuch dazu. Daher konnte eine Angabe zur Schwangerschaft nicht gemacht werden.

Nachfragen erfolgten vom Versicherer nicht. HÄTTE dieser aber am 06. 05. 2017 noch einen Fragebogen zu einer anderen, angegebenen Erkrankung geschickt und dort wäre eine Frage a la „hat sich der Gesundheitszustand (mehr …)

16.
März '16

Berufsunfähigkeitsversicherung noch während der Schwangerschaft abschließen?


Eigentlich ist es auch ein bisschen „wunderlich“. Spätestens wenn ein neuer Erdenbürger im Bauch der Mutter heranwächst, steigt plötzlich auch das Bewusstsein für die eigene Absicherung. Das mögen Psychologen sicherlich besser erklären können, aber vielleicht ist es die steigende Verantwortung und auch etwas die Angst später nicht für das eigene Kind sorgen zu können. In den letzten Tagen trat eine Art von Anfrage zur Berufsunfähigkeitsversicherung häufiger auf, die Frage nach der Versicherbarkeit gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit, falls schon eine Schwangerschaft diagnostiziert wurde.

Grundsätzlich ist Schwangerschaft keine Krankheit und so lässt sich das Risiko der Berufsunfähigkeit „ganz normal“ auch während einer bestehenden Schwangerschaft versichern. Dabei sind jedoch einige Punkte zu beachten und es ist, nicht nur jetzt, besonders wichtig sich auf ein entsprechend hochwertigen Versicherungsschutz zu konzentrieren. Schließlich soll dieser im Falle der eintretenden Berufsunfähigkeit dafür sorgen, dass die Mutter weiterhin eine Art Einkommen hat, auch deshalb um die Familie und damit auch das noch ungeborene Kind weiter zu versorgen. Jeder der Kinder hat, der weiß das diese langfristig einiges an Geld kosten. Das geht ganz simpel mit Unmengen von Windeln los, folgt das Kinderzimmer, später die Schulzeit, Kieferorthopädie, irgendwann das eigene Moped, der Führerschein, das Auto, Studium und vieles, vieles mehr.

Schwangerschaft_ - 1Aus diesem Grund ist es auch wichtig, dass die Eltern einen entsprechenden Versicherungsschutz für den Fall haben, dass sie selbst nicht mehr arbeiten können und damit kein Einkommen für all diese Kosten zur Verfügung steht, denn das Kind ist ja nun die/der letzte der etwas dafür kann. Aus diesem Grund muss die Absicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit ausreichend hoch sein, denn nur ein richtig versicherte Rente bringt den notwendigen Effekt.

Worauf ist bei dem Tarif zu achten?

Zunächst einmal gibt es ein Unmenge an Kriterien dem Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung, welche genau durchdacht und sorgfältig entschieden werden müssen. Da stellen sich Fragen der späteren Verweisung auf andere Berufe, Fragen zur Aussetzung der beruflichen Tätigkeit, Fragen zur Angemessenheit der Berufsunfähigkeitsrente und natürlich auch Fragen zur späteren Erhöhung einer bereits versicherten Berufsunfähigkeitsrente.

Insbesondere die vertraglichen Regelungen zur Frage „was Berufsunfähigkeit eigentlich ist“ und wie eine Mutter in der Elternzeit oder im Mutterschutz überhaupt berufsunfähig werden kann, spielen eine wichtige und entscheidende Rolle. Hierbei ist genau zu beachten, wie lange der Versicherer das Ausscheiden aus dem Beruf „toleriert“ und man nicht mehr auf den (vielleicht höher qualifizierten) Beruf von früher und stattdessen auf die Tätigkeit als Hausfrau verwiesen wird. Dabei ist auch zu berücksichtigen was passiert, falls während der Elternzeit des ersten Kindes ein weiteres Kind geboren wird und die Rückkehr in die berufliche Tätigkeit vielleicht nicht geplant erfolgen kann.

Eine weitere Frage stellt sich in Bezug auf die Angemessenheit der versicherten Berufsunfähigkeitsrente. Welche Rentenhöhe darf die Mutter, die werdende Mutter, überhaupt versichern und muss diese nach Beginn der Musterschutzfristen oder der Elternzeit reduziert werden?

Was passiert mit dynamischen Erhöhungen, können diese auch während der Schutzfristen und der Elternzeit mitgemacht werden und sich damit die Rente weiter erhöhen? Auch hier ist es entscheidend von den vertraglichen Regelungen der jeweiligen Versicherer abhängig.

Kann die Mutter überhaupt berufsunfähig werden?

Dieses ist eine der Fragen, die am häufigsten gestellt werden. Oftmals wird die „Tätigkeit“ als Mutter gleichgestellt mit einer nicht vorhandenen Berufsunfähigkeit und damit auch der fehlenden Notwendigkeit für die Berufsunfähigkeitsversicherung. Doch in der Regel haben die Mütter vor der Geburt des Kindes bereits einen Beruf ausgeübt und viele wollen das auch nach der Elternzeit wieder tun. Passiert jetzt während dieser Zeit ein Unfall oder eine Krankheit die zur Berufsunfähigkeit führt, so besteht hier natürlich im vertraglichen Umfang Leistungspflicht des Versicherers, die weit über Mutterschutzzeiten oder die Elternzeit hinausgehen. Auch das „ruhen lassen“ des Vertrages während der Elternzeit ist oftmals keine gute Idee. Denn besteht kein Versicherungsschutz während dieser Zeit, so können auch neu auftretende Krankheiten oder Unfälle nicht zu einer Leistung aus der Berufsunfähigkeitsversicherung führen. Das gilt selbst dann, wenn die Berufsunfähigkeit selbst erst nach der Elternzeit festgestellt wird, die Ursache aber unter Umständen davor liegt.

Wie ist das mit den Gesundheitsfragen?

Bei einem Antrag auf die Absicherung der Berufsunfähigkeit werden unterschiedliche Gesundheitsfragen gestellt dabei wird zunächst einmal nach Untersuchungen und Behandlungen gefragt, wobei die Schwangerschaftsvorsorge und sämtliche weiteren Untersuchungen natürlich anzugeben sind. Schon aus dieser Antwort erfährt der Versicherer von der bestehenden Schwangerschaft. Die meisten Unternehmen fragen dann gezielter nach und versuchen in Erfahrung zu bringen, in welcher Woche die Mutter sich bereits befindet, ob es sich um eine „normale“ Schwangerschaft handelt oder ob Risikomerkmale vorliegen. Bei dem Bestehen einer Risikoschwangerschaft sind die Versicherer oftmals vorsichtig und stellen den Antrag durchaus schon einmal zurück. Das bedeutet nichts anderes als das zu diesem Zeitpunkt der Antragstellung keine Versicherbarkeit besteht, dieser aber nicht generell abgelehnt wird und später erneut gestellt werden kann. Verläuft die Schwangerschaft allerdings normal, so spricht dieses keinesfalls gegen den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Selbst unerwartete Komplikationen bei der Geburt sind dann hierbei mitversichert und (falls diese so schwerwiegend sind, dass daraus eine Berufsunfähigkeit resultiert) zu einer Leistung aus dem Vertrag führen.

Natürlich sind alle Angaben wahrheitsgemäß und vollständig zu machen, und die Nachfragen des Versicherers zu beantworten. Einige Unternehmen behalten es sich vor, eine Kopie des Mutterpasses anzufordern und sich damit selbst ein Urteil über den Verlauf der Schwangerschaft bilden zu können.

Schwere Krankheiten Vorsorge mit Nachversicherungsgarantie für das Kind

Während Kinder in der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht ab Geburt nachversichert werden können (die meisten Unternehmen bieten hier Versicherungsschutz zehn Jahren) sieht das bei der sogenannten Schwere-Krankheiten-Vorsorge (Dead Disease) etwas anders aus. Hier kann ein rechtzeitiger Abschluss eines solchen Vertrages für Mutter oder Vater dazu führen, dass für das Kind selbst bei schweren Geburtsschäden oder angeborenen Erkrankungen eine Nachversicherungsmöglichkeit besteht und das Kind über diesen Weg (im Rahmen der tariflichen Höchstgrenzen) einen Versicherungsschutz bekommen kann, welchen es sonst niemals in seinem Leben bekommen würde. Diese Nachversicherung funktioniert ähnlich, wie die nachträgliche Absicherung einer Pflegetagegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen. Über diese Art von Vorsorge sichern Sie sich ihm eine Option, die es sonst nicht hätte.

Eine solche Absicherung ist nicht für jedermann die passende Option und oftmals nur zweite Wahl nach der eigentlichen Berufsunfähigkeitsversicherung, kann aber eine sinnvolle Ergänzung davon sein.

Die Fakten

Sollten Sie also bereits schwanger sein, oder die Familien“erweiterung“ planen, so denken Sie insbesondere über den notwendigen Versicherungsschutz bei Berufsunfähigkeit nach. Eine diagnostizierte und bereits bestehende Schwangerschaft ist hierbei kein Hinderungsgrund. Weitere Hinweise finden Sie unter dem Punkt „Auswahlkriterien“, Fragen beantworte ich Ihnen gerne –> nach einer entsprechenden Anfrage.

21.
Mai '15

Falls Sie bereits zu Beginn der Schwangerschaft bedenken sollten, zu spät bedeutet nie mehr


Manchmal häufen sich die weniger schönen Nachrichten, gestern war so ein Tag. Nachdem erst ein schwer kranker Mensch Hilfe benötigte, welche diese derzeit auch zu bekommen scheint, erreichte mich gestern noch ein anderer Fall. Auch hier ist eine Situation eingetreten, welche sich nicht mehr korrigieren lässt, gerade deshalb möchte ich aber unbedingt darauf hinweisen. Zunächst einmal sei jedoch klar, es lässt sich nicht jedes Lebensrisiko versichern, man kann sich nicht vor allem und jedem schützen, aber es gibt bestimmte Bereiche, da sichert ein rechtzeitiges Handeln die finanzielle Existenz.

In meinem etwas älteren Beitrag „Tun Sie Ihrem Kind und sich einen Gefallen, da habe ich bereits zum Thema der Pflegeergänzungsversicherung für Kinder geschrieben und (hoffentlich) deutlich machen können, wie wichtig diese Absicherung bzw. die Gedanken daran bereits weit vor der Geburt sind.

Doch was war passiert?

Ein Paar entschließt sich eine Familie zu gründen, ein Kind zu bekommen und auswärts Zweisam- eine Dreisamkeit werden zu lassen. Das ist nicht allzu ungewöhnlich und passiert, zum Glück, viele Male im Jahr. Gerade wenn die Schwangerschaft festgestellt wird und die werdenden Eltern das erste Ultraschallbild mit noch zittrigen Händen festhalten, dann beginnen auch die Wünsche und Gedanken, das hoffentlich alles gut geht.

Jede Entwicklung in der Schwangerschaft wird verfolgt, der Bauch wird größer, der Geburtstermin rückt näher und zwischendurch gibt es durchaus auch die Bedenken, dass etwas nicht ganz glatt laufen könnte. Aber natürlich passiert einem das selbst nicht, natürlich hofft man das alles gut geht und somit überwiegt die Freude und „schlechte Gedanken schnell verdrängt“. Sowas auch in dem Beispiel, von dem ich heute erzählen möchte, erzählen deshalb weil es so richtig ist sich rechtzeitig Gedanken zu machen und sprechende Vorkehrungen zu treffen.

Die Mutter des Kindes informierte also ihren Versicherungsvertreter bei einer großen Gesellschaft über die Schwangerschaft und fragte noch nach welcher Besonderheiten es für die Untersuchungen zu beachten gibt. Dabei sollte noch bedacht werden, für die Mutter bestand Versicherungsschutz für so genannte Regelleistungen, also Mehrbettzimmer und den Dienst habenden Arzt. Nachdem die Fragen geklärt waren, gibt es also nur noch abzuwarten bis zur Geburt.

Leider dann nicht so erfreulich

Neben der Freude über die Geburt des Kindes kam auch die bittere Wahrheit, dass das lang erwartete Baby leider nicht als kerngesundes Kind auf die Welt kam. Eine Vorerkrankung, mehrere kleinere Beeinträchtigungen und ein Tumor bedeuten auf jeden Fall, eine Reihe von weiteren Behandlungen wird nötig sein, Ärzte werden in den nächsten Jahren einer der ständigen Begleiter des kleinen Kindes und es wird natürlich eine ganze Reihe von Kosten verursachen.

Wie sich genau diese Kosten auswirken, ob es Kosten für ärztliche Behandlungen, Krankenhausaufenthalt, Heil-und Hilfsmittel oder gar Kosten bei Pflegebedürftigkeit sein werden, das ist heute noch endlich offen und überhaupt nicht zu sagen. Da bringt auch Spekulationen wenig, wichtig ist nur zu klären wie diese Kosten übernommen werden können.

… und hier liegt der Fehler

Das nun erkrankte Kind, oder besser das nicht vollständig gesund geborene Kind, kann natürlich im Rahmen eines normalen Antrages nicht mehr nachversichert werden. Die Anträge auf eine Kranken- oder Pflegezusatzversicherung werden bei bestimmten Vorerkrankungen schlichtweg abgelehnt. Aber da gibt es durch die Neugeborenennachversicherung, der Versicherer muss doch das Kind versichern? Vollkommen richtig, aber diese Nachversicherung erstreckt sich nun einmal (falls keine andere, verbesserte Regelung in den Bedingungen zu finden ist) nur auf den Versicherungsumfang, den die Eltern abgeschlossen haben.

Die (nun nicht mehr machbar) Lösung

In diesem Falle sind also stationäre Zusatzleistungen nicht nach versicherbar, da die Mutter diese nicht in ihren Versicherungsschutz eingeschlossen hat und der Vater gesetzlich krankenversichert ist. Auch eine stationäre Zusatzversicherung besteht hier leider nicht, auch hier wäre sonst die Option der Nachversicherung zu prüfen.

Leider hat der damalige Berater auch an die Pflegezusatzversicherung nicht gedacht. Wäre es ein Leichtes gewesen, bei Beginn der Schwangerschaft eine entsprechend umfangreiche Absicherung für die Eltern zu wählen. Es wäre simpel zu lösen gewesen, hätte man sich dort entweder um eine Verbesserung des Versicherungsschutzes der Mutter (was zu dem Zeitpunkt problemlos funktioniert hätte) oder um eine stationäre, ambulante und/oder zahnärztliche Ergänzungsvereinbarung zur gesetzlichen Krankenkasse des Vaters gekümmert. Und was noch viel wichtiger ist: die Absicherung der Eltern durch eine Pflegezusatzversicherung hätte auch hier eine Nachversicherung des Kindes und somit eine Absicherung ohne neue Gesundheitsprüfung ermöglicht.

Aufgaben für Kunden und Vermittler

Bereits bei der Familienplanung:

Schauen Sie sich unbedingt den eigenen Versicherungsschutz an. In welchem Umfang sind sie selbst versichert? Welcher Versicherungsschutz besteht für den Vater/die Mutter?

Spätestens bei Beginn der Schwangerschaft, besser vorher:

Jetzt geht es die letzten, wichtigen Vorkehrungen zu treffen. Ist die Mutter und/oder der Vater in der gesetzlichen Krankenkasse versichert, so prüfen Sie unbedingt die Möglichkeit einer ambulanten/stationären und/oder zahnärztlichen Ergänzungsvereinbarung zur GKV. Diese sichert entsprechende (Mehr-) Leistungen und ermöglicht Eltern wie auch dem Neugeborenen einen angepassten und umfangreichen Versicherungsschutz.

Denken Sie jetzt unbedingt an die Bereiche der Pflegeversicherung und sorgen Sie dafür das mindestens ein Elternteil eine entsprechende Absicherung mindestens drei Monate vor Geburt besitzt. Und nehmen Sie bitte nicht den errechneten Geburtstermin, sondern beantragen Sie den entsprechenden Versicherungsschutz sofort. Eine Frühgeburt torpediert sonst die Dreimonatsregel und verhindert den vielleicht dann doppelt wichtigen Versicherungsschutz.

Ist ein Elternteil privat krankenversichert (PKV) so machen sie sich noch einmal Gedanken zu den Auswahlkriterien der privaten Krankenversicherung und überlegen ob die Leistungen, die Selbstbeteiligung und der Versicherungsumfang dementsprechend, was aktuell für Sie wichtig und gewollt ist.

Die letzten Wochen vor der Geburt

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man es kaum erwarten kann das der/die Kleine nun endlich da. Man möchte das Lächeln sehen, es berühren und fühlen und einfach nur eine tolle Zeit zusammen verbringen. Daher bereiten Sie bereits jetzt alles notwendige vor, damit die entsprechende Nachversicherung reibungslos verläuft.

Schon jetzt können die notwendigen Tarife besprochen, nach Meldeformulare oder Anträge ausgefüllt werden und fertig vorbereitet zuhause liegen. Informieren Sie Ihren Berater oder nehmen Sie direkt Kontakt zu mir auf, sobald das Kind auf der Welt ist um alles notwendige zu veranlassen und keine wichtigen Schritte zu vergessen. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass das Kind den passenden, notwendigen und vor allem zeitgemäßen Versicherungsschutz bekommt.

Und die Familie aus unserem Beispiel?

Durch die fehlerhafte nicht vollständige Beratung des damaligen Vertreters wurde hier nicht nur die Möglichkeit verspielt dem Kind weitere Leistungen (zum Beispiel gezielte, freie Krankenhauswahl, privatärztliche Behandlung, besondere Leistungen bei Alternativmedizin und vieles mehr) zu sichern, es wurde auch die Bilder zusätzliche Absicherung verschlafen. Dazu gehört neben der Absicherung bei Pflegebedürftigkeit auch zum Beispiel die Option auf eine Nachversicherung in einer Schwere-Krankheiten-Versicherung.

Nochmals und in aller Deutlichkeit. Man kann, muss und soll keineswegs jedes mögliche Lebensrisiko versichern. Aber gerade wenn das Kind krank oder mit Beeinträchtigungen/Behinderungen geboren wird, dann können alle betroffenen Eltern ein Lied davon singen wie schwer ist ohnehin schon ist, auch ohne zusätzlich finanzielle Probleme zu haben. Diese lassen sich auch nicht in jedem Fall mit einer Versicherung lösen, aber Geld zu haben sich mehr oder andere/bessere Behandlungsmethoden zu erkaufen oder sich finanzielle Freiräume für eine optimale Betreuung des Kindes zu sichern, sind zu diesem Zeitpunkt goldwert und sichern im schlimmsten Fall die Zukunft des Kindes.

Und falls Sie diesen Artikel bis hier gelesen haben, aber gar nicht Kunde sondern Berater oder Versicherungsvertreter sind, dann denken Sie bitte bei jedem Gespräch Ihrem Kunden, indem er eine Familienplanung, Schwangerschaft oder dergleichen erwähnt, daran diesen umfassend über seine Möglichkeiten aufzuklären. Die Entscheidung darüber, ob die zukünftigen Eltern bereit und in der Lage sind sich einen solchen umfassenden Versicherungsschutz zu erkaufen, überlassen Sie doch bitte den Eltern selbst und zeigen Ihnen die entsprechenden Möglichkeiten auf. Entscheidet sich der Kunde dagegen, ist auch dieses überhaupt kein Problem, aber informiert werden muss er erst einmal um eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

31.
Juli '09

Private Krankenversicherung bei bereits bestehender Schwangerschaft


Da hat „Frau“ sich nun entschlossen in das System der Privaten Krankenversicherung zu wechseln und dann erfährt sie das sie schwanger ist. Nun sollen all die Wünsche von einer besseren Absicherung in der PKV für sie und das Kind zunächst „auf Eis gelegt sein“?

Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es in der PKV (außer im Baisistarif) eine Risikoprüfung, welche über Annahme oder Ablehnung entscheidet. Natürlich möchte ein privater Versicherer nicht „das brennende Haus“ versichern und stellt daher den Antrag zunächst bis nach der Geburt zurück. Schade, denn gerade das Kind käme durch den bestehenden PKV Schutz eben auch in den Genuss der Nachversicherung in der PKV und kann/ könnte so von Anfang an eine entsprechend hochwertige Absicherung bekommen.

Das muss aber nicht sein.

Heute ist es mit Hilfe entsprechend geschulter Berater durchaus möglich, auch bei bereits bestehender Schwangerschaft den Wechsel aus der gesetzlichen in die private Krankenversicherung zu vollziehen. Dazu sind jedoch eine ganze Reihe von Kriterien zu beachten.

Nicht nur die Beitragspflicht während der Elternzeit muss besprochen werden, auch Umfang und die Art und Weise des gewünschten Versicherungsschutzes führen in der Regel zu einem hohen Informationsbedarf.

Die Nachversicherung von Neugeborenen ist laut den Musterbedingungen für die Krankheitskostenversicherung (MBKK) nur dann möglich, wenn zum Zeitpunkt der Geburt mind. 3 Monate Versicherungsschutz bei dem Versicherer bestanden hat. Einige Versicherer haben diese Regelungen verändert. Hier reichen schon ein Monat oder es ist gar keine Vorversicherungszeit erforderlich. Diesen Punkt sollten Sie unbedingt beachten, da sonst die Nachversicherung des Neugeborenen gefährdet ist.

Auch die Beitragsfreiheit während des Elternzeit wird von einigen Anbieter angeboten und schafft zusätzlichen, finanziellen Freiraum für die weiteren Ausgaben. Sollte dieses- nicht nur bei bestehender Schwangerschaft- ein Thema sein, so schauen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Berater die speziellen tariflichen Regelungen hierzu an. Auch Optionsrechte können helfen. Hiermit lassen sich bestehende Versicherungsleistungen verringern was zu einer Reduzierung des Beitrages führt. Durch ein vertraglich garantiertes Options- oder Wechselrecht ist sichergestellt, dass sie den Versicherungsschutz ohne erneute Risikoprüfung wieder verbessern können.

Die Annahme-Regelungen der Versicherer sind hier leider etwas undurchsichtig und sehr unterschiedlich. So existieren folgende (beispielhafte) Lösungen:

– Ablehnung des Antrages bzw. Zurückstellung bis nach der Geburt

– versicherbar nur bis zum 1, 3, 5 Monat der Schwangerschaft (maßgebend ist hier der Versicherungsbeginn)

– versicherbar nur mit Regelleistungen (also ohne Privatarzt, Ein- oder Zweibettzimmer)

Lassen Sie sich in jedem Fall ausführlich von einem Spezialisten in Sachen Private Krankenversicherung beraten und beachten Sie auch die Auswahlkriterien zur PKV, welche Sie hier auch als ausfüllbare pdf Datei kostenfrei laden können.