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07.
Juni '13

Rechnungen schon einreichen, oder warten bis zum Jahresende?


Eine immer wieder auftretende Frage in der Leistungsabrechnung der privaten Krankenversicherung behandelt das Thema des Zeitpunktes der Rechnungseinreichung. Immer wieder fragen mich Kunden und auch andere Interessenten ob sie denn ihre Rechnungen nach Erhalt einreichen sollen, oder aber diese bis zum Jahresende sammeln. Eine pauschale Antwort auf die Frage kann es jedoch nicht geben, da die persönliche gesundheitliche und insbesondere auch finanzielle Situation darüber entscheidet, wie schnell eine Erstattung benötigt wird. Doch bevor wir uns mit den Einzelheiten beschäftigen, zunächst ein Blick auf die Folgen einer solchen Einreichung.

Wie funktioniert die Erstattung generell?

Anders als bei einem gesetzlich versicherten Kunden bekommt der privat Versicherte die Rechnung für die Behandlung direkt von seinem Arzt, seine Apotheke, oder sonstigen behandeln. Eine der wenigen Ausnahmen finden wir bei der Abrechnung von stationären Leistungen. Hier wird unterschieden ob es sich um die Rechnung des Krankenhauses, oder aber um die Abrechnung von privatärztlichen (Wahl-) Leistungen handelt. In vielen Fällen rechnen die Krankenhäuser ihre Kosten für den stationären Aufenthalt direkt mit dem jeweiligen Krankenversicherer ab. Der private Krankenversicherer gibt dafür vor der Behandlung eine Kostenzusage ab, oder händigt seinem Versicherten eine so genannte „Card für Privatversicherte“ aus.

Auch diese Karte garantiert dem Krankenhaus die Abrechnung der dort angegebenen Leistungen. Die Gründe für das Verfahren bei der stationären Abrechnung sind einfach. Das Krankenhaus bekommt schneller eine Erstattung und der Versicherte hat mit der Abrechnung dieser (teilweise doch recht hohen) Rechnungen keinen Aufwand. Zudem können Fragen zur Rechnung und eventuelle Unstimmigkeiten direkt zwischen dem Krankenhaus und dem Versicherer geklärt werden.

Anders jedoch ist es bei Rechnungen die den ambulanten betreffen. Der Arzt (oder die Verrechnungsstelleg des Arztes) stellt hier eine Rechnung und schickt sie in dem Versicherten. Dieser sollte prüfen, ob die Leistungen die auf der Rechnung abgerechnet wurden auch tatsächlich so erbracht sind. Ist dem nicht so, so ist Rücksprache mit dem Arzt erforderlich um die Unstimmigkeiten zu klären. Generell ist es jedoch so, dass der Versicherte selbst gegenüber seinem Arzt zahlungspflichtig ist. Der Versicherer im Hintergrund ist nur ein (Kostenerstatter). Dennoch wissen die Versicherer auch, dass es für den einzelnen Kunden oftmals gar nicht möglich ist eine solche Rechnung auf Richtigkeit zu prüfen. Daher bieten viele Krankenversicherer heute einen so genannten „Rechnungscheck“ an.

Wann reiche ich meine Rechnungen ein?

Nachdem Sie die Rechnung von Ihrem Arzt oder der Apotheke erhalten haben, hat diese ein Zahlungsziel welches in der Regel bei 30 Tagen liegt. Sie haben also ausreichend Zeit die Rechnung zu prüfen, oder prüfen zu lassen und diese dann fristgemäß an den Arzt oder die Verrechnungsstelle zu überweisen. Dabei gibt es nun verschiedene Möglichkeiten:

Variante 1: Sie schicken die Rechnung sofort nach Erhalt unbezahlt an ihre private Krankenversicherung. Diese prüft die Rechnung und erstattet Ihnen je nach versichertem Tarif die Kosten. Dabei wird eine eventuelle Selbstbeteiligung berücksichtigt oder auch Einschränkungen in dem Versicherungsumfang ihres Tarifs. Der Vorteil dieser Variante liegt darin, dass jemand für sie die Rechnung prüft und sie gleich wissen welche Beträge erstattet werden und was gegebenenfalls an Eigenbeteiligung für Sie „hängenbleibt“. Der Nachteil dieser Variante liegt jedoch darin, dass mit einreichen der Rechnung der Anspruch auf eine Beitragsrückerstattung meist verloren geht. Wenn der Versicherer nicht ausdrücklich andere Regelungen vorsieht, so kann man hier durch das einreichen einer kleinen Rechnung durchaus größere Beträge der Beitragsrückerstattung verlieren.

Variante 2: Sie prüfen die Rechnung selbst und schicken diese noch nicht an ihren Versicherer. Nach Ablauf der 30 Tage oder der sonst genannten Zahlungsfrist überweisen Sie den Betrag an den Arzt oder die Apotheke und stellen somit eine fristgerechte Bezahlung sicher. Der Vorteil dieser Variante liegt eindeutig darin, dass sie einen Anspruch auf Beitragsrückerstattung nicht verlieren und sie damit am Ende des Jahres vielleicht eine höhere Erstattung bekommen als der Rechnungsbetrag ausgemacht hätte. Der Nachteil liegt aber darin, dass Sie die Rechnung oftmals selbst nicht auf Richtigkeit prüfen können und dem Arzt vielleicht auch (Teil-) Beträge überweisen, die ihm nicht zustehen oder dass sie falsche Abrechnungsbeträge nicht korrigieren können. Im Anschluss an eine bereits bezahlte Rechnung wird es oftmals deutlich schwieriger das Geld zurück zu bekommen, als es vorher bei der Bezahlung bereits abzuziehen. Der Verband der privaten Krankenversicherung hat hierzu ein Tool zur Rechnungsprüfung online gestellt, was ihnen helfen soll Arztrechnungen nachzuvollziehen.

Rechnungsprüfung

Variante 3: Einige Versicherer bieten zudem noch eine andere Möglichkeit an. Sie können dort ihre Arztrechnungen ausschließlich zur Prüfung einreichen, ohne dass diese eine im Vertrag enthaltene Beitragsrückerstattung gefährden und ohne dass diese zunächst erstattet werden. Damit stellen Sie sicher, dass Sie nicht zu viel an den Arzt überweisen und dennoch eine Rückerstattung nicht gefährden. Wenn Sie sich für diese Variante entscheiden dann vermerken Sie bitte auf den eingereichten Rechnungen ganz deutlich, dass sie in keinem Fall eine Erstattung sondern nur eine Prüfung der

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28.
Februar '11

Wann reiche ich denn meine Rechnungen ein?


Eine beliebte und oft gestellte Frage, nicht nur bei meinen Kunden.

Wann soll ich meine Rechnungen einreichen?

Eine pauschale Empfehlung kann ich hier leide nicht geben. Bevor eine solche Entscheidung getroffen werden kann, bis dahin sind einige Fragen zu beantworten und Informationen zusammen zu tragen. Dazu gehören unter anderem:

1.) Welche Gesellschaft und welcher Tarif liegt der Privaten Krankenversicherung (PKV) zu Grunde? (handelt es sich um einen Bausteintarif oder um einen Kompakttarif) Seit wann besteht der Vertrag?

Dabei ist zunächst einmal zu prüfen um welchen Tarif es sich handelt. Einige Tarife enthalten Leistungen für ambulante, stationäre und zahnärztliche Bereiche (Kompakttarife), andere splitten diese in 3 verschiedene Tarife auf (Bausteintarife).

2.) Wie hoch sind die Rechnungen? Sind diese ambulant, stationär oder zahnärztlichen Behandlungen geschuldet?

Diese Information ist deshalb wichtig, um zu beurteilen ob eine Selbstbeteiligung greift. Einige Tarife bieten eine ambulante Selbstbeteiligung, andere Tarife haben eine Selbstbeteiligung die über mehrere/ alle Bereiche berechnet wird. Rechnungen innerhalb dieser „Eigenbeteiligung“ werden nicht erstattet. Dabei ist die SUMME der Rechnungen, nicht die Höhe der Einzelrechnung maßgebend.

3.) Liegen alle Rechnungen in einem Versicherungsjahr?

Rechnungen können später erstellt werden, sind aber von dem Behandlungszeitraum abhängig. Eine Arztbehandlung, welche im Dezember 2010 stattfand und erst in 2011 berechnet wird, ist in 2010 abzurechnen. Ein Rezept, welches jedoch in 2010 ausgestellt, aber erst in 2011 von der Apotheke abgeholt wurde, fällt ins Jahr 2011.

4.) Gibt es in meinem Tarif eine Beitragsrückerstattung?

Gewährt der Versicherer eine anteilige Rückzahlung der Beiträge, so ist eine Leistungsfreiheit hier zwingende Voraussetzung. Dabei dürfen die Rechnungen auch nicht zur Prüfung eingereicht werden. Mit dem Einreichen (und dem somit verbundenen Arbeitsaufwand bei dem Versicherer), erlischt der Anspruch auf Rückerstattung.

Weiterhin zu zu prüfen, ob der Vertrag noch besteht. In vielen den meisten Vertragsbedingungen ist geregelt, dass die Beitragsrückerstattung immer dann entfällt, wenn der Tarif nicht mehr besteht/ gekündigt wurde, oder in dem entsprechenden Jahr ein Rückstand der Beitragszahlung besteht oder bestand.

5.) Bis wann kann denn eine Rechnung eingereicht werden?

Rechnungen können bis zu zwei Jahre nach dem Jahr, in welchem Sie angefallen sind, eingereicht werden. Das bedeutet also, Rechnungen aus dem Jahr 2010 können bis zum Ende des Jahres 2012 eingereicht werden. Einige Unternehmen verlängern diese Frist zugunsten des Versicherungsnehmers. Ob dem so ist, lesen Sie bitte in Ihren Vertragsbedingungen nach.

Und wie weiss ich nun, ob ich einreichen soll oder besser warten?

Sammeln Sie die Rechnungen zunächst und ermitteln den Gesamtbetrag. Dann schauen Sie in die entsprechende Information Ihres Versicherers und ermitteln die für Sie gültige Beitragsrückerstattung. Dabei beachten Sie bitte auch die Frage, ob diese Jahr für Jahr steigt oder konstant ist. Müssen Sie erst ein/zwei/drei Jahre leistungsfrei sein, um eine hohe Rückerstattung zu erreichen, so bedenken Sie dieses bitte.

Gerade wenn Sie schon im zweiten, dritten oder vierten Jahr sind, in den letzten Jahren schon leistungsfrei waren und somit hohe Rückerstattungssätze haben, so ist es manchmal auch ratsam, Rechnungen nicht einzureichen um den „Status“ zu erhalten.

Nun gilt es zu überlegen:

Rechnungsbeträge abzüglich Selbstbeteiligung = erstattungsfähiger Betrag

Ist dieser Betrag nun deutlich kleiner als die angekündigte Rückerstattung, so behalten Sie die Rechnungen bei sich und bezahlen diese an den Aussteller.

Ist der Betrag in der Nähe der Beitragsrückerstattung, so spielt auch die steuerliche Auswirkung eine Rolle. Während eine Beitragsrückerstattung steuerschädlich ist, ist es eben bei der Einreichung der Rechnungen „steuerfreundlich“. Dabei spielen aber sehr viele individuelle Faktoren (Steuersatz, angerechnete Beiträge, Arbeitnehmer oder Selbstständiger) eine entscheidende Rolle.

Überschreitet der Rechnungsbetrag die Beitragsrückerstattung deutlich, so ist die Frage recht einfach zu beantworten. Dann reichen Sie Ihre Rechnungen zeitnah ein, um eine zügige Erstattung zu erhalten. Gleiches gilt auch dann, wenn hohe Kosten in dem laufenden Jahr zu erwarten sind. Das kann durch unerwartete Krankheit oder chronische Beschwerden der Fall sein.

Beantworten Sie diese Fragen am besten zunächst für sich. Bei Fragen und Problemen sprechen Sie bitte Ihren Berater an, der Ihnen gern weiterhelfen wird. Am besten Sie scannen die Rechnungen ein und mailen diese, mit allen oben genannten Informationen aus den Fragen, an Ihren Berater.