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13.
Juli '17

Plan D statt B, die Dortmunder mit neuem Produkt als mögliche Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung?


Die Dortmunder, die gehört? OK, nicht schlimm, aber der Name Volkswohlbund Versicherungen ist Ihnen sicher ein Begriff. Seit Jahren unterwegs in den Bereichen der Absicherung der Arbeitskraft, Vorsorge und Risikoschutz gehört die Dortmunder genau zu dem Konzern. Der Volkswohlbund möchte hier ein neues Produkt testen, den Plan D. Mit dem Plan D, also D für Dortmund soll eine Absicherung für all die Menschen kommen, welche einen Schutz gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit nicht bekommen, nicht wollen oder nur einzelne Fähigkeiten absichern möchten. Wie das genau aussieht und warum bzw. für wen eine solche Absicherung geeignet sein kann, das habe ich mir mal hier etwas genauer angeschaut.

Plan D – der Versicherer

Die Dortmunder Lebensversicherungs AG ist ein Unternehmen im Konzern des Volkswohlbundes. Auch die handelnden Personen sind hier identisch mit denen des Volkswohlbundes. Den Vorstand bilden auch bei der „Die Dortmunder“ die vier Vorstände des „Mutterkonzerns“, also Dr. Gerrit Böhm, Dietmar Bläsing als Sprecher des Vorstands, Heike Bähner und Axel-Rainer Hoffmann. Somit ist ganz klar, es ist eigentlich Volkswohlbund drin, wo Dortmunder drauf steht. Das ist eine Aussage ganz ohne Wertung. Ebenso hätte man jedoch das neue Produkt auch einfach im Mutterunternehmen lassen können, aber für geschäftspolitische Entscheidungen ist natürlich das/ sind die Unternehmen verantwortlich.

Es handelt sich bei „Die Dortmunder“ um eine Aktiengesellschaft in der Lebensversicherung, angesiedelt in Deutschland und nach deutschem Recht, man unterliegt also auch der deutschen Aufsicht. Die Verflechtungen zum Volkswohlbund sind auch in den Bedingungen deutlich zu sehen, dazu aber später mehr.

Plan D – das Produkt

Das neue Produkt soll und kann keine Absicherung zur Berufsunfähigkeit ersetzen, das ist aber auch nicht das Ziel. Es bietet stattdessen eine Absicherung von einzelnen Fähigkeiten und somit für einige die Chance, spezielle Risiken oder spezielle Fähigkeiten einzeln in kleinen, planbaren Paketen zu versichern.

Sind die Voraussetzungen erfüllt, so erfolgt dann die Auszahlung der monatlich versicherten Rente.

Das sieht dann zunächst so aus:
Dabei stehen als Pakete (mit dem Namen „Die …“, gefolgt von einer Zahl) drei Optionen zur Verfügung, welche 9, 12 oder 15 Fähigkeiten absichern. Die Fähigkeiten sind zudem für spezielle Zielgruppen zusammengefasst und bieten unterschiedliche Möglichkeiten.

Die 9 – für Denker

So startet es alles mit den 9 Fähigkeiten für Denker, also Schreibtischberufe. Dort sind dann die folgenden 9 Tätigkeiten versichert.

  1. Sehen
  2. Hören
  3. Sprechen
  4. Geistige Leistungsfähigkeit
  5. Eigenverantwortliches Handeln
  6. Herzfunktion
  7. Lungenfunktion
  8. Sitzen
  9. Schreiben

Leistungen aus dem Produkt gibt es immer nur dann, wenn diese Tätigkeiten nicht mehr ausgeübt oder Fähigkeiten nicht mehr vorhanden sind. Dabei spielt die Auswirkung auf den speziellen Beruf keine Rolle, es geht um die Absicherung der Tätig-/ Fähigkeit. Eines ist jedoch wichtig zu wissen, es sind genau die Anforderungen zu erfüllen, die die Versicherungsbedingungen vorschreiben.

Beispiel Sehen:

2.1  Sehen
Das Sehvermögen der versicherten Person ist stark eingeschränkt. Das bedeutet, dass auch mit Hilfsmitteln, wie zum Beispiel Brille oder Kontaktlinsen, oder nach therapeutischen Maßnahmen auf beiden Augen jeweils nur noch ein Restsehvermögen von höchstens 5 % oder eine Einschränkung des Gesichtsfeldes auf höchstens 15 Grad Abstand vom Zentrum besteht.

Nur wenn diese Kriterien zu 100% erfüllt sind, nur dann erfolgt eine Leistung aus dem Vertrag.

Die 12- für Kümmerer

Kümmerer, Menschen die anderen Helfen, dazu zählt zum Beispiel eine Krankenschwester, Altenpfleger und viele andere Berufe. Hier sind neben den Tätigkeiten aus „Die 9“ noch drei weitere Eigenschaften/ Fähigkeiten versichert. Hinzu kommen daher:

  1. Hand- und Fingerfertigkeiten
  2. Gehen und Treppensteigen
  3. Stehen

Auch hier wieder ein Beispiel wie genau die Fähigkeiten beschrieben sind und was nicht mehr erfüllt werden können muss.

Gehen und Treppensteigen
Die versicherte Person kann auch mit geeigneten Hilfsmitteln, wie zum Beispiel Geh- stock oder Treppengeländer, nicht mehr selbstständig eine der beiden folgenden Aktivitäten ausführen, ohne dabei eine Pause von mindestens einer Minute machen zu müssen:

–  Eine Strecke von 400 Metern über einen ebenen Boden gehend zurücklegen oder
–  eine Treppe von 12 Stufen mit üblicher Stufenhöhe hinauf- und hinabsteigen.“

Die 15- für Anpacker

Das letzte und damit größte Paket bekommt zu den versicherten 9 und 12 Fähigkeiten nochmals drei weitere hinzu. Zielgruppe sind hier die körperlich tätigen Berufe, Handwerker, Bauleute und mehr.

  1. Knie und Bücken
  2. Gleichgewicht
  3. Gebrauch eines Arms

Gerade dieses Paket kann aber durchaus auch für andere Berufe und Gruppen interessant sein, so lassen sich hier auch die Arme versichern, dazu heisst es genau:

Gebrauch eines Arms
Die versicherte Person kann nicht mehr den linken oder rechten Arm

–  seitwärts bewegen und abgespreizt auf Schulterhöhe 10 Sekunden halten sowie
–  nach vorne bewegen, abgespreizt auf Schulterhöhe 10 Sekunden halten und in beide Richtungen drehen.“

Eines haben alle Pakete gemeinsam, es muss sich um einen dauerhafte Beeinträchtigung handeln.

„Die versicherte Fähigkeit muss voraussichtlich für mindestens 12 Monate ununterbrochen verloren sein oder sie ist bereits seit 12 Monaten verloren. Der Beginn der 12-Monatsfrist muss in der Laufzeit von Plan D liegen.

Ist eine Fähigkeit bereits seit 12 Monaten verloren, so gilt dies von Beginn an als Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Das bedeutet, dass wir in diesem Fall auch rückwirkend leisten.

Eine Besserung für maximal drei Monate gilt nicht als Unterbrechung.“

Plan D – Bausteine zur Ergänzung

Zusätzlich zu den 9, 12 oder 15 Fähigkeiten können noch drei weitere Bausteine versichert werden. Abweichend von den normalen Prämien kommt dann ein Zuschlag hinzu, einer der einen der Bausteine versichern kann, oder mehrere.

Auch hier wieder ein Beispiel aus den Bedingungen, den Baustein „Führerschein“. Dazu regeln die Bedingungen die Leistungspflicht wie folgt:

Wann sprechen wir vom Verlust der Fähigkeit zum Autofahren?

Die Fähigkeit zum Autofahren gilt als verloren, wenn die versicherte Person für voraussichtlich mindestens 12 Monate oder seit mindestens 12 Monaten aus gesundheitlichen Gründen keinen Personenkraftwagen mehr führen darf. 2.16 Satz 3 und 4 gelten entsprechend.

Dies muss ein verkehrsmedizinisches Gutachten oder ein entsprechender Facharztbericht bestätigenund die Fahrerlaubnis muss entzogen worden sein.

Ausdrücklich vom Schutz ausgeschlossen sind alle Fälle, in denen die Fahrerlaubnis der versicherten Person aufgrund von Alkohol-, Drogen-, Betäubungsmittelkonsum oder Medikamentenmissbrauch oder aufgrund von psychischen Beeinträchtigungen entzogen wurde.

Auch hier ein Vergleich zur BU. Wer dort den Führerschein entzogen bekommt weil gesundheitliche Gründe vorliegen und damit einen Beruf nicht mehr ausüben kann, der ist auch hier versichert. Interessant auch hier, in der BU reicht auch der Entzug des LKW Führerscheins ggf. auch, wenn dieser für die Ausübung des Berufes erforderlich ist.

Plan D – die Prämien

Wer als 30jähriger Kaufmann das Paket „die 9“ für Denker versichern möchte, der zahlt hierfür eine monatliche Prämie von 30,27 €, ein zehn jähre älterer Versicherter dann 37,38 € und wer es schon mit 20 Jahren zu der entsprechenden Absicherung bringt, der braucht hierfür nur 25,97 € versichern.

Zum Vergleich die Prämien für einen hochwertigen Schutz bei Berufsunfähigkeit, aber ohne besondere Bausteine wie garantierte Rentensteigerung, Klausel bei Arbeitsunfähigkeit oder dergleichen. Gerechnet sind alle Prämien für zwanzig-, dreißig- oder vierzigjährige Versicherte beim Volkswohlbund.

kaufmännischer Angestellter (ohne Studium), BU Rente 1.000€ bis 67, ohne AU Klausel, Volkswohlbund SBU

44,49 € mit 20 Jahren, mit 30 Jahren 56,60 € und mit 40 Jahren 73,79 €

mit Studium sind es dann bei (20, 30, 40 J.) 32,33 € bzw. 40,70 € und 52,65 €

Auch im Plan D, die 12 wollen wir uns einmal die Prämien zum Vergleich ansehen. Hier nehmen wir eine Krankenschwester mit den gleichen Altersstufen wie eben auch. Bei Einstieg mit 20 Jahren sind hier 33,71 €, mit 30 J. 38,74 € und mit Einstieg als 40jährige schon 47,47 € zu zahlen. Auch hier einmal die Prämien zum Vergleich in der BU.

Krankenschwester BU Rente 1.000€ bis 67, ohne AU Klausel

mit 20J. 120,92 €, mit 30 J. 157,72 € und mit 40 Jahren 212,72 €

Dabei ist auch hier zu beachten, die Psyche ist in den Paketen nicht enthalten, hierzu ist ein besonderer Baustein erforderlich.

Wer sich als Zimmermann versichern möchte, der kann dieses zu folgenden Preisen tun. Im Paket „Die 15“ sind folgende Prämien zu zahlen:

mit 20 Jahren monatlich 38,20 €, mit 30 Jahren dann 43,89 € und mit 40 Jahren Einstieg sind da 53,79 € monatlich an Prämie fällig. Auch hier alle Preise ohne die Bausteine als Ergänzung.

Zimmermann, BU Rente 1.000€ bis 62 (mehr macht der Volkswohlbund nicht), ohne AU Klausel

129,42 € mit 40 Jahren, 101,36 € wer schon mit 30 anfängt und der 20 jährige Zimmermann zahlt 79,95 €

Bei den BU Prämien gilt die Besonderheit: Es ist die Berufsunfähigkeit versichert, also die Tatsache nicht mehr in seinem Beruf arbeiten zu können, diesen zu mehr als 50% nicht mehr ausüben zu können. Dabei spielen einzelne Fähigkeiten keine Rolle. Alle Prämien sind nur die vom Volkswohlbund. Das lässt sich anderweitig durchaus sinnvoller und preiswerter absichern. Auch die Psyche ist bei der BU „automatisch“ mit drin, muss also nicht zu den Prämien addiert werden.

Wichtig: Die Prämien gelten zunächst unabhängig vom Beruf. Also zahlt auch ein 30jähriger Zimmermann die identische Prämie zur Krankenschwester, wenn dieser nur das Paket „Die 12“ absichert und auf die weiteren 3 Fähigkeiten verzichtet. Auch jeder andere Beruf kann damit alle Pakete für sich nutzen, je nachdem welche Fähigkeiten ihm wie wichtig sind.

Plan D – der Antrag und die Gesundheitsfragen

Die Gesundheitsfragen sind, im Vergleich zu Anträgen auf Berufsunfähigkeit, anders. Schauen wir hier einmal genauer auf die Fragen und die Formulierungen. Recht eindeutig sind zumindest die Fragen formuliert, auf den ersten Blick. Denn anschauen sollten Sie hier zumindest den ersten Teil der Frage, denn dort geht es erstmal darum ob untersucht oder behandelt wurde. Danach muss beurteilt werden, ob es sich „UND“ um Erkrankungen handelte, welche in die folgenden, abschließend aufgezählten Bereiche fällt.

Nicht ganz einfach, denn die Bereiche sind sehr offen, so steht auch bei dem Bewebungsapparat wiederum „zum Beispiel“ und damit keine abschließende Aufzählung.

Es folgt eine weitere Frage, diese nach speziellen Behandeln und ergänzend zur Frage 1. Hier geht es um Medikamente welche eingenommen wurden (dann mind. 30 Tage) oder eingenommen werden (da ist die Dauer egal). Interessant, das Schilddrüsenmedikament muss nicht, das Blutdruckpräparat schon angegeben werden.

Achtung: Nur das Heuschnupfenmedikament ist NICHT anzugeben, Allergiepräparate sind hiervon nicht generell ausgeschlossen.Bei der Frage drei sollte eine Beantwortung recht eindeutig möglich sein. Zum Schluss folgt noch eine Frage, die aber nicht alle Antragsteller beantworten müssen.Verzichten Sie auf den Einschluss des Bausteins „Psyche“, so braucht diese Frage aber nicht beantwortet zu werden. Auch das Einkommen ist nicht anzugeben, zumindest nicht bei kleineren Renten. Die zusätzliche Frage nach dem Nettoeinkommen folgt, aber erst bei Renten ab 1-500 €.

Sie möchten eine monatliche Rente von mehr als 1.500 Euro vereinbaren? Dann beantworten Sie bitte zusätzlich diese Fragen:

Ihr jährliches Netto-Einkommen beträgt: ______ Euro.

Was genau versichert werden kann und wo die Grenzen liegen, das findet sich in den Annahmerichtlinien, welche ich unten verlinkt habe.

Plan D – Fazit

Das Produkt ist eine „nette Idee“, am ehesten für alle, die eine Absicherung gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit nicht oder nur zu sehr schlechten Konditionen bekommen. Auch für alle, die sich eine Prämie für eine vollständige Absicherung nicht leisten können, kann das durchaus eine Möglichkeit sein, welche in Betracht gezogen werden sollte.

Klar sein müssen aber folgende Punkte:

  • – es ist (soll es auch nicht) kein Ersatz für eine „richtige BU Absicherung“
  • – es ist eine Ausschnittsdeckung mit ganz klaren Eintrittsvoraussetzungen
  • – wer einen BU Schutz bekommt, sollte über den zuerst nachdenken
  • – anonyme Voranfragen klären einen Schutz auch bei schwierigen Gesundheitsfragen

Lesetip: Warum die anonyme Voranfrage so wichtig ist (und ohne Berater nicht geht)

und: Warum BU Schutz so früh als möglich beantragt werden sollte

Weitere Informationen:

16.
September '16

HDI nun auch mit Arbeitsunfähigkeitsklausel in der Berufsunfähigkeitsversicherung


Besser spät als nie, könnte man zumindest meinen, schaut man sich die neue Klausel zur Arbeitsunfähigkeit in der Berufsunfähigkeitsversicherung des HDI an. Was die Condor seit „gefühlt immer“ in den Bedingungen niedergeschrieben hat, das haben andere Unternehmen in den letzten zwei Jahren eingeführt. Eine Leistung, welche in der Berufsunfähigkeitsversicherung schon dadurch begründet ist, das diese auch bei einer länger bestehenden Arbeitsunfähigkeit erbracht wird, ungeachtet davon ob die Leistungsprüfung der Berufsunfähigkeit schon abgeschlossen ist.

Was bedeutet das genau?

Nun, die Arbeitsunfähigkeit und die Berufsunfähigkeit sind „zwei verschiedene Paar Schuhe“. Während die Berufsunfähigkeit ein (voraussichtlich) dauernder Zustand ist und dieser auf die Frage „ob der Versicherte seine Tätigkeit noch zu 50% oder mehr ausüben kann“ abstellt, geht es bei der Arbeitsunfähigkeit um eine vorübergehende Einschränkung. Arbeitnehmer kennen das als „gelben Schein“ oder eben einfach als „Krankschreibung“. Hierbei dreht es sich um die Frage, ob in momentanen Zustand eine Ausübung der beruflichen Tätigkeit möglich ist.

Nur weil jemand arbeitsunfähig ist (und damit irgendwann wohl wieder arbeiten kann) ist dieser noch lange nicht berufsunfähig.

Lesetipp: „6 Monate arbeitsunfähig sind noch lange keine Berufsunfähigkeit“

Was bewirkt nun die Klausel?

Die AU Klausel in den Bedingungswerken zur Berufsunfähigkeit bewirkt nun eine solche Leistung (in höhe der Versicherten BU Rente) auch dann, wenn (noch) gar keine Berufsunfähigkeit besteht. Hier wird dann ebenfalls eine entsprechende Rentenzahlung ausgelöst und der Kunde steht nicht ohne Geld da. Dabei ist natürlich zu prüfen ob und wie diese Leistung bei dem Krankentagegeldversicherer berücksichtigt/ angerechnet werden kann.

Welche Bedingungen müssen erfüllt sein?

Während die Alte Leipziger eine 4-6 Lösung hat, also vier Monate Arbeitsunfähigkeit

Lesetipp: Alte Leipziger führt AU Klausel ein

vorbei sein müssen und die Bestätigung das diese voraussichtlich noch zwei Monate dauert, schließt sich der HDI der Mehrheit der anderen Mitbewerber an.

  • – sechs Monate Arbeitsunfähigkeit müssen erreicht sein
  • – zudem muss zum Zeitpunkt der Anmeldung des Anspruches noch Krankschreibung bestehen
  • – es darf keine berufliche Tätigkeit ausgeübt werden
  • – Nachweis mit ärztlicher Bescheinigung
  • – mindestens ein Nachweis von einem Facharzt der Fachrichtung
  • – Arbeitsversuche im Rahmen einer stufenweisen Wiedereingliederung sind nicht schädlich

Wie viele andere Unternehmen ist ein entsprechender Nachweis zu führen. Dabei gilt eine Bescheinigung gemäß Paragraph 5 des Entgeltfortzahlungsgesetzes als ausreichend bei den meisten Unternehmen. Der HDI geht aber hier noch einen Schritt weiter.

  • – Bescheinigung gem. §5 EntgFG auch wenn Versicherter NICHT Arbeitnehmer
  • – von zugelassenem und praktizierendem Arzt
  • – Bescheinigung muss den Bestimmungen der deutschen Krankenkassen genügen und die ICD Diagnose enthalten
  • – weitere, umfangreiche Auskünfte können vom Versicherer angefordert werden
  • – ausführliche Arztberichte, Berichte über berufliche Entwicklung und Werdegang, Nachweis über Betriebsstruktur (wenn selbstständig), wirtschaftlichen Verhältnissen und mehr.

hdi-hinweis-kt-anrechnungVereinfacht, der HDI will alles wissen und darf auch nach allem fragen.

Welche Leistungen erbringt der HDI bei Arbeitsunfähigkeit?

  • – versicherte BU Rente plus Beitragsbefreiung für den Vertrag
  • – frühestens ab dem Datum der 1. Krankschreibung
  • – maximal für 24 Monate während der gesamten Vertragslaufzeit (wird rückwirkend BU festgestellt und die Rente ausgezahlt und verrechnet, so zählt dieser Zeitpunkt NICHT mehr in die 24 Monate)
  • – es muss ein Antrag auf BU Rente gestellt werden, sonst keine AU Leistung
  • – Leistung erfolgt rückwirkend bei Nachweis bestehender AU
  • – garantierte Rentensteigerung  (WAS IST DAS?) auch während der AU Rentenzahlung

Die Klausel kann optional in die BU Verträge eingeschlossen werden und verursacht eine entsprechende Mehrprämie. Das positive an solcher Lösung ist der mögliche Ausschluss, falls diese Leistung nicht mehr benötigt wird.

Dennoch: Der HDI hat im Vergleich der Mitbewerber deutlich mehr Nachforderungsmöglichkeiten, mehr Obliegenheiten sind zu erfüllen und mehr Unterlagen zu besorgen. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, eine solche Leistung bietet man hier eher widerwillig an, weil der Markt der Mitbewerber das nun mal so macht und man hier nicht zurückstehen will. Eine Übersicht über Regelungen der anderen Mitbewerber erhalten Sie durch Klick auf die folgende Grafik oder mit der Übersicht zur

pdf mit den Regelungen zur Arbeitsunfähigkeit in Berufsunfähigkeitsversicherungen

bildschirmfoto-2016-09-15-um-20-36-06Eine BU sollte niemals nur anhand eines solchen optionalen Bausteins ausgewählt werden. Bitte berücksichtigen Sie dazu auch viele andere Kriterien, solche habe ich Ihnen zum Beispiel im

zusammengestellt. Bei Fragen senden Sie mir gern eine Mail.

Die Bedingungen können Sie als pdf im Downloadbereich heruntersagen

Versicherungsbedingungen HDI Ergo TOP, Stand 09/2016

04.
Mai '16

Produkteinführung: Allianz mit neuen Zahntarifen DentalPlus (DP02) und DentalBest (DB02) ab 01. Mai 2016


Alles neu macht der Mai, oder so ähnlich. Die Allianz führt zum 01.05.2016 zwei neue Produkte ein und bietet damit der Zielgruppe der Erwachsenden (jünger als 65 Jahre) zwei neue Möglichkeiten sich gegen unvorhergesehene Kosten bei nötigem Zahnersatz abzusichern.

DentalPlus (DP02) und DentalBest (DB02) – Zielgruppe und Versicherungsfähigkeit

Beide Tarife können nur von Personen abgeschlossen werden, welche in Deutschland gesetzlich in einer Krankenkasse versichert sind. Ebenso dürfen die Personen das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und der ständige Wohnsitz muss ebenfalls in Deutschland liegen. Grenzgänger sind in den Tarifen nicht versicherbar.

DentalPlus (DP02) und DentalBest (DB02) – Art der Kalkulation, Fakten

Die Tarife sind, anders als einige Mitbewerber, als Art der Schadenversicherung kalkuliert. Das bedeutet auch, eine Bildung von Altersrückstellungen erfolgt in den Tarifen nicht. Daher sind die Beiträge in unterschiedliche Altersstufen aufgeteilt und richten sich nach dem aktuellen Alter des Versicherten. Erreicht dieser eine neue „Altersstufe“, so wird der Beitrag entsprechend angepasst. Die genaue Übersicht der Beiträge habe ich unten in diesem Artikel eingefügt.

Frühester technischer Versicherungsbeginn ist der 1. Mai 2016.

Gesundheitsfragen

Für die Beantragung der Tarife sind zwei Gesundheitsfragen zu beantworten. Diese lauten:

Frage 1: Sind Sie in zahnärztlicher oder kieferothopädischer Behandlung (inkl. Kontrolle/ Wiedervorstellung) bzw. ist eine solche angeraten oder beabsichtigt?

Frage 2: Anzahl fehlender, nicht ersetzter Zähne

Müssen Sie die Fragen mit Ja beantworten, so führt dieses zur Einschränkung oder gar Niüchtversicherbarkeit. Im Detail bedeutet das: Wer die Frage 1 mit JA beantworten muss, der kann in den neuen Tarifen derzeit nicht versichert werden. Bei der Frage zwei führen ein bis drei fehlende, nicht ersetzte Zähne zu einem Zuschlag von 3,40 Euro monatlich im DentalPlus und 5,40 Euro im DentalBest pro fehlendem Zahn. Vier oder mehr fehlende Zähne führen auch hier zur Ablehnung des Antrages.

DentalPlus (DP02) und DentalBest (DB02) – Die Leistungen

Die beiden Tarife bieten unterschiedliche Leistungen. Zunächst wichtig sind die Höchstgrenzen, die in den ersten zwölf bis achtundvierzig Monaten gelten. Dabei werden im DentalPlus in den ersten zwölf Monaten maximal 800 Euro, in den ersten 48 Monaten maximal 3.200 Euro erstattet. Im DentalBest liegen die Grenzen mit 900 und 3.600 Euro etwas höher. Die genauen Grenzen finden Sie in der unterstehenden Tabelle.

Es gelten für Zahnersatz, Kieferorthopädie und Zahnbehandlung in den ersten 8 Monaten die üblichen Wartezeiten. Für Unfälle und Prophylaxe entfallen die Wartezeiten.

Für den Zahnersatz bei Regelversorgung werden in beiden Tarifen 100% inkl. der Vorleistung der GKV 100% erstattet, (mehr …)

01.
April '16

Produktnews: Private Krankenversicherer führen Schutz ohne Gesundheitsprüfung aber mit Beitragsgarantie ein für alle ein und implantieren die Versichertenkarte


UPDATE: Wie viele von Ihnen gemerkt haben erschien der Artikel am 1.4. und war somit -leider- ein Aprilscherz

Die Private Krankenversicherung, die zweite Säule im Versicherungssystem in Deutschland, ist nur für einen ausgewählten Personenkreis geöffnet. Wer genau sich in der Privaten Krankenversicherung (bisher) versichern durfte, das habe ich unter dem Punkt Private Krankenversicherung hier auf meiner Seite zusammengestellt. Bisher dürfen nur Beamte, Selbstständige oder Angestellte über der Jahresarbeitentgeldgrenze die gesetzliche Krankenkasse (GKV) verlassen und sich um ihren Versicherungsschutz selbst kümmern. Das ändert sich nun. Wie das Bundesgesundheitsministerium in Abstimmung mit dem Verband der Privaten Krankenversicherer heute bekannt gab, wird es ab sofort einen besonderen Tarif geben, mit dem auch alle bisher versicherungspflichtigen Personen in die PKV wechseln können. Heftiger Widerstand kam dagegen vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen. Dieser befürchtet eine massive Abwanderung von Versicherten und damit eine Schmälerung der Versichertenkollektive in der GKV. Damit wäre der Risikoausgleich im Umlageverfahren gefährdet, so eine Sprecherin des Verbandes. Doch schauen wir uns zunächst einmal die Details an.

H1: Wer darf den Tarif nutzen?

Die Erklärung ist simpel. ALLE. Jeder der in Deutschland einen Wohnsitz hat und damit auch der Versicherungspflicht in Deutschland unterliegt, kann zukünftig selbst entscheiden in welchem System er versichert sein möchte.
So wurde neben der bereits im Gesetz verankerten Kündigungsfrist (derzeit ist eine GKV zum Ende des übernächsten Monats kündbar) ein einmaliges Sonderkündigungsrecht zum 1. Juli 2016 eingeführt. Wer sich dann für den neuen Tarif entscheidet, kann vom 1.7. bis 31.12. jederzeit mit Frist zum Montag der kommenden Woche das System verlassen.

Welche Leistungen enthält der neue Tarif

Zunächst einmal wurde eine Grundleistung geschaffen. Jedwede Leistung, also auch das Krankengeld bei Erkrankung der Kinder, die Mutter-Kind-Kuren und sonstige Leistungen in der gesetzlichen Krankenkasse sind automatisch mitversichert. „Alle Leistungen, welche in der gesetzlichen Krankenkasse enthalten sind, waren oder sein werden sind automatisch auch in unserem Tarif mitversichert, so Stefan Reker, Sprecher des PKV Verbandes. Dazu haben wir den Tarif stark aufgewertet, da wir an das System der kapitalgedeckten Finanzierung glauben und allen Menschen in Deutschland die Möglichkeit geben wollen, sich mit umfangreichen Leistungen zu versichern und nicht mehr monatelang auf einen Arzttermin warten zu müssen.PKV Einheiutstarif ab 1.7.2016

Die genauen Leistungen finden Sie in den Versicherungsbedingungen, welche ebenfalls endlich stark vereinfacht und verständlich sein sollen. Diese werden nur noch drei Seiten umfassen und dabei ist das Deckblatt schon mitgezählt, so ein Sprecher weiter.

Wie hoch werden die Beiträge sein?

Auch wenn mir eine detaillierte Beitragsübersicht noch nicht vorliegt (die reiche ich umgehend nach Erhalt als Download nach), so stehen die Prämien bereits fest. Diese sind gestaffelt nach dem Eintrittsalter und verändern sich während der Laufzeit. Jeweils mit erreichen der nächsten Altersstufe steigt der Beitrag dann auf den neuen Betrag. Eine Anpassung oder sonstige Veränderung der Beiträge ist bis zum Jahr 2035 vertraglich ausgeschlossen.

Kinder von 0 bis 3 Jahren zahlen monatlich 29 €
Kinder von 3 bis 14 Jahren zahlen 39 €
Jugendliche bis 21 Jahren werden mit 69 € berechnet
Studenten erhalten einen kostenfreien Versicherungsschutz für das 1. Semester
Erwachsene von 21 bis 41 müssen 139 € monatlich zahlen
für Versicherte ab dem 41. bis zum 67. Lebensjahr fallen 179 € an
67jährige bis 99 Jahren erhalten 40 € Nachlass von der Rentenversicherung und zahlen somit 139 €
ab dem 100. Geburtstag ist der Versicherungsschutz bis zum Lebensende kostenfrei

Wer sich für eine Selbstbeteiligung von 600 € pro Jahr entscheidet (das ist die einzig angebotene SB Stufe), der bekommt einen weiteren Rabatt in Höhe von 20 € monatlich.

Was zahlt mein Arbeitgeber?

Eine der einschneidendsten Veränderungen ist der WEGFALL des Arbeitgeberzuschusses, welcher derzeit 50% beträgt. Sowohl für Arbeitnehmer wird es eine spürbare Entlastung, aber auch für die Versicherten, so ein Sprecher der Barmenia Krankenversicherung. Hierbei spart uns allein die nicht mehr erforderliche Arbeitgeberbescheinigung jährlich über 100.000 € an Porto und Kosten für das Papier und den Druck.

Ich bin aber nicht gesund, kann ich dennoch wechseln?

Ja, eine Gesundheitsprüfung ist in dem neuen Einheitstarif ausgeschlossen, der Versicherungsschutz beginnt jedoch auch bei Vorerkrankungen erst am folgenden Montag nach dem Abschluss und gilt dann auch für vorhandene Krankheiten. Wer bereits in Behandlung ist, der sollte mit seinem Arzt besprechen ob diese Behandlung ggf. ein paar Tage unterbrochen oder ausgesetzt werden kann, damit ein reibungsloser Wechsel möglich ist.

Implantierter Chip statt Versichertenkarte.

Anstelle der bisher teuren Versichertenkarte, welche bei jeder Änderung von persönlichen Daten neu erstellt werden muss und enorme Kosten verursacht, wird dem Versicherten nach Abschluss des Vertrages ein kleiner, Stecknadelkopf großer Chip in die rechte Hand implantiert.FAZ Chip Implantieren Dieser kann von außen neu beschrieben und ausgelesen werden. Bereits auf der Cebit, der Messe für neue Technologien, wurde diese Möglichkeit im März gezeigt und erfolgreich praktiziert. Durch Klick auf das Bild unten kommen Sie direkt auf den FAZ Artikel, welcher in einem Video das implantieren zeigt.

Wie beantrage ich den Versicherungsschutz?

Ab dem 1.5. wird hier ein Antragsformular zur Verfügung stehen. Nur über dieses spezielle Formular ist ein Antrag und der Abschluss möglich. Benötigt werden neben den persönlichen Daten die Daten zur Krankenversicherung der letzten 3 Jahre. Wer bisher nicht versichert ist, kann gegen eine Zahlung von 50 € Strafbeitrag einmalig ebenfalls aufgenommen werden.

Für Angestellte und Selbstständige ist im Beitrag das Krankentagegeld in Höhe des Nettoeinkommens automatisch versichert. Die Pflegepflichtversicherung ist ebenfalls ab dem 1.7. kostenfrei enthalten.

Bitte gedulden Sie sich mit weiteren Anfragen zu diesem Tarif noch einige Tage, ich aktualisiere die Infos hier, sobald mir weiteres vorliegt.

23.
März '15

Alte Leipziger mit neuem Pflegerentenprodukt AL vita – auch mit vereinfachter Risikoprüfung


Das Thema Pflegezusatzversicherung ist und wird immer wichtiger. Die Leistungen der gesetzlichen und auch privaten Pflegepflichtversicherung sind keinesfalls ausreichend und Kinder haften zudem für ihre Eltern. (–> Link)

Um die Lücken auszugleichen ist neben eines Pflegetagegeldes auch die Pflegerentenversicherung eine Variante der Absicherung. (–> Mehr Infos zu Pflegepflicht vs. Pflegetagegeld)

Bereits im letzten Jahr hat die Hallesche Krankenversicherung, ebenfalls aus dem Konzern der Alten Leipziger, ihr neues Pflegetagegeldprodukt OLGAflex vorgestellt und nun folgt im gleichen Konzern die Pflegerente. Die Alte Leipziger ergänzt damit die eigene Vorsorge bei Berufsunfähigkeit um den wichtigen Baustein des Pflege(renten)schutzes.

Das Produkt wird in zwei Varianten, mit und ohne Wartezeit angeboten, welches sich daher auch in den Gesundheitsfragen unterscheidet und für unterschiedliche Zielgruppen angeboten werden soll.

AlteLeipziger_ALvita_ÜbersichtWer sich für die Option mit der verkürzten Risikoprüfung entscheidet, dem stehen entweder 100% Leistung bei Pflegestufe III, oder die Abstufung 100% PT III und 50% PT II zur Verfügung. Dieses Modell wird gegen Einmalbeitrag angeboten und steht somit Kunden zur Verfügung, welche mit den Mitteln, z.Bsp. aus einer freiwerdenden Lebensversicherung die Pflegeversorgung sicher stellen möchten.

In der Variante mit monatlicher Zahlung kann zwischen drei Möglichkeiten gewählt werden. Neben einer reinen Leistung bei Pflegestufe 3 ist auch eine zusätzliche Zahlung bei Pflegestufe II (50%) oder II und I mit 75 und 25% versicherbar.

Pflegebedürftigkeit aufgrund einer mittelschweren oder schweren Demenz wird in die Pflegestufe II eingestuft. Bei leichten oder mäßigen Demenz werden keine Leistungen fällig.

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