Artikel mit ‘PKV Test’ getagged

16.
April '14

„Wir machen das mit den Würfeln“- wie Finanztest leider gar nichts aus dem letzten Test und der Kritik gelernt hat und den Verbraucher mit wieder neuem Unsinn verunsichert


FORTSETZUNG: „Gefährlicher als Nachbar’s Hund, die PKV Analyse der Stiftung Warentest

Bis heute dachte ich jeder Mensch wäre lern- und kritikfähig und würde sich zumindest an das halten, was er selbst versprochen hat. Das scheint zumindest bei den Damen und Herren von Finanztest nicht so zu sein und so verunsichert man lieber weiter Verbraucher und verkauft dilettantische Tests für drei Euro und ebenso schlimme Analysen für 29 Euro. Wer dazu die „geschichtlichen“ Hintergründe verpasst hat, dem sei nur soviel gesagt: Im letzten Jahr veröffentlichte die Zeitschrift Finanztest, welche leider immer noch aus Steuermitteln (mit-)finanziert wird, einen Test zur Berufsunfähigkeitsversicherung und löste damit massenweise Kritik in den Medien aus. Begonnen bei meinem geschätzten Kollegen Helberg, der auch den Slogan „Avanti Dilettanti“ prägte, setzte sich die Kritik nicht nur im Markt, sondern auch in die Medien fort. In offenen Briefen und Gesprächsangeboten und in einer Facebook Gruppe gelobte der Chefredakteur Herr Tenhagen Besserung. So hieß es nicht nur „man werde sich Rat holen“, sondern auch die „Testmethoden überdenken“.

Runter vom hohen Ross? Aber „wir doch nicht“, glaubt Finanztest anscheinend

Finanztest_PKAlle das scheint nur wenige Monate nach dem Versprechen nun wieder vergessen und/ oder der Druck sein eigenes Blatt verkaufen zu müssen höher denn je. Nur so ist es zu erklären, was Finanztest in der Mai Ausgabe an Halbwissen, Falschaussagen und Unsinn verbreiten wird. Auf der Pressekonferenz am heutigen Dienstag (15.4.2014) stellte Finanztest seinen „Test zur Privaten Krankenversicherung 2014“ vor und ich hatte bereits gestern, nach der Ankündigung, den Jahresvorrat an Baldrian herbei gesehnt, wie in meinem Facebook Beitrag und auf dem Bild schon augenzwinkernd zu erkennen ist.

Falsche Aussagen, falsche Annahmen, falscher Test

Kurz nach der Pressekonferenz lag mir (Danke an die Quelle) der komplette Test nebst allen Erläuterungen vor, leider kann ich diesen aus urheberrechtlichen Gründen weder verlinken, noch hier zur Verfügung stellen. Eines ist aber sicher: Die drei Euro welche der Test online kostet, sind in einem Kaffee oder Baldriantropfen deutlich besser angelegt. Um Ihnen jedoch zu zeigen wo genau die Falschaussagen und Fehler liegen, seziere ich den Test mal etwas und will damit keinesfalls einfach meckern, sondern vielmehr zeigen wo die handwerklichen Fehler liegen.

Finanztest PKV Übersicht

Dazu stelle ich einige Aussagen aus dem Test vor und füge passende Erläuterungen und Erklärungen an. Wer den Test dennoch gekauft hat, kann diese gern selbst gegenüberstellen und

WEITERLESEN in den (sorry, ging nicht kürzer) 11 Seiten als pdf.

Link zur pdf:  Finanznews zum dilettantischen Finanztest PKV Test in der Ausgabe Mai 2014

02.
September '13

Die Wirtschaftswoche testet mal wieder „die besten PKV Tarife“ und hätte es besser lassen sollen


Das mit den Tests ist so eine Sache. Anscheinend scheinen solche Tests die Auflagen der Zeitschriften derart zu steigern, das man dieses in einer Regelmäßigkeit immer und immer wieder macht und glaubt, man könne dem Leser die „beste PKV“ offerieren. Leider glauben das auch einige Leser und kaufen die Zeitung, hätten sie sich aber im Fall der aktuellen Wirtschaftswoche besser sparen sollen.

Was wurde getestet?

Zunächst einmal ist nachzulesen, das „über 800 Tarife im Test“ sind und das Softwarehaus „Softfair“ aus Hamburg die Tests durchgeführt hat und/ oder zumindest die Daten für die Auswahl zugeliefert hat,, soweit so gut, aber es bleibt leider nicht dabei.

WiWo_36_PKV_2013Bevor es an den eigentlichen Test geht, da hat die Wirtschaftswoche und Martin Gerth (der Autor) noch einige gute Tipps zur PKV generell. So werden meist nur Personen versichert, die „halbwegs gesund sind“ und „oft drängen Vertreter die Interessenten, Krankheiten zu verschweigen, um den Abschluss nicht zu gefährden“ weiss die Wirtschaftswoche. Dann folgen noch einige Hinweise wie denn der Tarif auszusehen hat. Interessant sind daraus unter anderem die folgenden Aussagen (Zitat):

„Billigtarife sind meist keine gute Wahl, weil sie kaum mehr, zum Teil sogar weniger als die GKV bieten. Ihre Beiträge steigen meist überdurchschnittlich, weil sie knapp kalkuliert sind.“

Zu den Aussagen des „offenen Kataloges“ des Testsiegers später mehr, aber nun erst einmal zu dem Test selbst. Es gibt zwei Tabellen im Heft, einmal die „besten Tarife für 30jährige und eimal eine identische Tabelle für die 50jährigen. Grundlagen für beide waren dabei folgende Vorgaben:

– Tarife einschließlich Optionstarife, ohne Osttarife

– mindestens Zweibettzimmer

– Zahnersatz und Zahnbehandlung 50-100%

– Krankentagegeld 110 EUR ab dem 43. Tag

– Pflegepflichtversicherung

Wer sich die Tabelle ansieht, dem fallen in den hinteren Spalten bunte Punkte auf. Jeweils nach dem Ampelmodell rot, gelb, grün werden diese für die Bereiche „Allgemein, Ambulant, Krankenhaus und Zahn“ vergeben, zudem gibt es eine „Note für das Preis- Leistungsverhältnis mit maximal fünf Sternen. Warum man nun gerade Tarife für 50jähre und deren Einstieg in die PKV berücksichtigt, das bleibt  ein Geheimnis. Auch warum am Ende des Tests eine einseitige Anzeige der Hanse Merkur ist, aber sicher ist das Zufall. Doch nun zu dem Ergebnis des Tests.

Wer sind die Testsieger?

„Gewonnen“ hat in beiden Tabellen, also bei beiden Altersgruppen, die Hanse Merkur mit dem Tarif KVS1 in Verbindung mit Tarif PSV (stationäre Ergänzung).

WiWo_PKV_36_2013_2Im ambulanten Bereich ist der Testsieger mit einem „roten Ampelsymbol“ versehen worden, das deutet wohl auf mangelnde Leistung hin. Stimmt natürlich, darum geht es in dem Test ja auch anscheinend nicht, sondern eher um das Verhältnis von Preis und Leistung, wer braucht in der PKV schon Leistung, oder haben wir da etwas falsch verstanden? Das „abstrafen“ im ambulanten Bereich könnte an den Einschränkungen der Leistungen liegen. Heilmittel werden nur bis zu einem Satz von 90% erstattet, somit bestehen hier 10% weitere Eigenbeteiligung. Diese werden leider nicht berücksichtig und Leistungsszenarien gibt es hier leider auch nicht. Der absolute Selbstbehalt wird mit 500 EUR angegeben, auf die 10% erfolgen keine weiteren Hinweise. Bei einem weiteren Tarif in der Tabelle, dem Economy der Continentalen ist eine fallbezogene Eigenbeteiligung vereinbart, diese wird mit max. 5.000 EUR, der gesetzlichen Deckelung“ angegeben. Natürlich wird man bei 10% Anteilen an den Heilmitteln (Massagen, Physiotherapie und vergleichbaren Behandlungen) diese 5.000 EUR nicht erreichen können, dennoch sind diese spürbar. (mehr …)

10.
Oktober '11

„Die besten Privaten“ – mal wieder ein Test in der Zeitschrift Euro 10/2011


So langsam wird es mit diesen Zeitschriftentests schon etwas eintönig und immer ist es das selbe Problem. Wobei jeder Redakteur zu meinen scheint, damit sei noch eine Steigerung der Auflage zu erreichen.

Auch die Zeitschrift Euro hat sich in der aktuellen Ausgabe (mal wieder) dem Thema Private Krankenversicherung gewidmet. Um dieses „journalistisch“ vorzubereiten, wird zunächst die schlechte Situation der gesetzlichen Krankenversicherung erzählt. Dabei geht es um Wartezeiten, nicht versicherte Leistungen und ähnliches.

Auch hier wird wieder einmal halbherzig berichtet, denn anders als suggeriert ist es auch in vielen PKV Tarifen so. Dort sind die Leistungen gerade im Billig-/ Einstiegssegment noch deutlich schlechter. Der Autor schreibt „Irrglaube aufgedeckt. Die verbreitete Meinung, gute Leistungen müssen mehr kosten und hinter günstigen Prämien steckten folglich schlechtere Leistungen, ist häufig falsch.“

Weiterlesen? hier geht’s zum vollständigen Artikel

20.
Mai '11

Der Wirtschaftswoche PKV Test – Warum darf jeder jeden Unsinn schreiben?


In den letzten Jahren gab es ja einige „prominente PKV Tests“. Nicht nur Finanztest, auch Focus Money oder die Wirtschaftswoche haben bereits ausreichend dokumentiert, dass das Private Krankenversicherungsthema nicht unbedingt das „Zeitschriftenthema“ ist.

Eines unterscheidet aber die Wirtschaftswoche von den anderen. Die Wirtschaftswoche hat es nicht gelernt und veröffentlicht nun einen weiteren PKV Test.

Hier ein Auszug:

Den neusten „Vogel“ hat die „Wirtschaftswoche“ in der aktuellen Ausgabe Nr. 20 abgeschossen. Leider hat man aus dem unsinnigen und teilweise falschen Test in der Ausgabe 02/2010 nichts gelernt. Auch ein Jahr später veröffentlicht man so hanebüchenen Unsinn, dass nur Aufklärung hilft. Leider ist das Interesse der Zeitungen nicht, den richtigen Tarif an den Mann oder die Frau zu bringen. Verlage verkaufen eben Zeitschriften.

Schlimm an solchem Unsinn, den ich hier nur in einigen Details kommentieren will, ist allerdings die Tatsache, dass sich Interessenten davon leiten lassen und solche Testsiege als gegeben hinnehmen.

Weiterlesen können Sie in der pdf Datei.  „Finanznews zum Wirtschaftswoche PKV Test„.

15.
Oktober '09

Focus Money PKV Test die Zweite – oder: Nichts gelernt aus dem ersten Test


Bereits in der Ausgabe 40/2009 hat FocusMoney versuchte die Komforttarife der Privaten Krankenversicherung zu testen. Bereits da hatte ich in meiner Ausarbeitung (LINK) recht deutlich dargestellt, warum der Test nicht zu gebrauchen ist und mehr schadet als er bringt.  Auch hier im Blog konnten Sie dieses bereits nachlesen.

Als Grundlage hatte ich den Chefredakteur Hr. Pöpsel angeschrieben und meine Bedenken geäußert. Leider ohne jedwede Reaktion, geschweige denn einer Stellungnahme. Doch nun ist mir auch fast klar warum. In der gestern erschienenen Ausgabe 43/2009 veröffentlicht man nun den 2. Teil unter der Überschrift „PATIENT ERSTER KLASSE“. Also sollen hier augenscheinlich nun wohl die besten Tarife getestet werden, also mehr als Komfortschutz.

FocusMoney schreibt dazu im Text:

„… und welche Tarife die besten Leistungen zu bezahlbaren Preisen bieten, erfahren Sie auf den folgenden Seiten- …“

Erstaunlich das einerseits von besten Tarifen die Rede ist, andererseits aber geschrieben steht es gäbe in der Ausgabe 45/2009, also in 2 Wochen einen weiteren Test der Serie, die „Top-Schutz Tarife“. Heute meint man nur die „Ausgewogenen Tarife bei bezahlbarem Schutz für hohe Leistungen“ zu testen.

Auch in diesem zweiten Test hat man es anscheinend nicht geschafft, oder vielleicht einfach keine aktuelle Software gefunden, die Prämien aktuell zu halten. Bei dem „Testsieger“ der AXA ist hier die alte Prämie enthalten. Die Anpassung per 2010 hat man „vergessen“ und nicht mal erwähnt das es eine solche gibt. Damit Sie es aber wissen: Die neuen Prämien der Axa in der dort getesteten Kombination liegt bei Männern bei 299,29 EUR (also immerhin +17,44 EUR oder +6,1% aus den Ursprungsbeitrag) oder bei den Frauen bei 430,52 EUR (+27,32 EUR oder 6,77%).

Bei einer Gewichtung von 40% für den Beitrag (40% Leistung und 20% Finanzstärke) ergeben sich hier schon anschauliche Verschiebungen. Da der Anbieter unter Rang 5 zum Beispiel nicht anpasst, sollte der auf 3 kommen, wenn es „richtige“ Zahlen wären. Ich hatte nicht erwartet das man alle neuen Prämien kennt, aber ein Hinweis auf die Anpassungen wäre schon hilfreich gewesen.

Erstaunlich ist auch die Beschreibung des „Testsiegers“. Da schreibt doch FocusMoney

„in der Regel nicht nur bis zu den Höchstsätzen der Gebührenordnung, sondern bei vorheriger Zusage auch darüber hinaus“

Komisch, bei Zusage… bekomme ich die? Was ist wenn nicht und wie verträgt sich das mit der Aussage in den Bedingungen die da lautet:

Nr. 10 Gebührenordnungen
Als Leistungen der Heilbehandlung gelten die in den jeweils gültigen Gebührenordnungen für Ärzte, Zahnärzte, Psychologische Psychotherapeuten/Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten und Hebammen sowie Gebührenverzeichnissen für Heilpraktiker aufgeführten Positionen, die dem Grunde nach erstattungspflichtig sind. Diese werden bis zu den in oben genannten Gebührenordnungen bzw. Gebührenverzeichnissen festgelegten Höchstsätzen erstattet,  sofern der Tarif nichts anderes vorsieht. Nicht erstattet werden Mehrkosten, die durch eine abweichende Honorarvereinbarung entstanden sind, es sei denn, der Versicherer hat solche Mehrkosten vor Beginn der Behandlung schriftlich als erstattungsfähig anerkannt.

Nur für den Stationären Bereich gibt es eine Erweiterung, auch nur dann wenn es um persönlich vom Chefarzt erbrachte Leistungen geht.

(2) Stationäre Heilbehandlung
In Erweiterung der Nr. 10 TB 2009 „Gebührenordnungen“ werden für vom liquidationsberechtigtem Chefarzt persönlich erbrachte Leistungen im tariflichen Rahmen auch ohne vorherige Zusage Kosten bis zum 5-fachen Satz der Gebührenordnung für Ärzte erstattet, wenn eine rechtsgültige, individuelle „abweichende Vereinbarung“ gemäß § 2 der Gebührenordnung für Ärzte getroffen wurde.

Hier werden nicht nur nicht ganz richtige, sondern falsche Aussagen getroffen. Wie Sie oben in den Bedingungen nachlesen können sind die Regelungen etwas anders. Auch hebt FocusMoney in seinem Test auf der Seite 72 (gelber Kasten) die Vorzüge des Testsiegers hervor. Das schreibt man:

„Dort werden vom Chefarzt persönlich erbrachte Leistungen sogar bis zum 5fachen Satz erstattet.“

Dumm nur, das der zweite im Test und sogar der Anbieter auf Rang 7 gar keine Beschränkungen enthält und einfach „über den 3,5 fachen Satz hinaus leistet“. Warum dann die Einschränkung auf den fünffachen Satz positiv sein soll ist mir nicht klar.

Nicht erwähnt werden auch die Preis- Leistungsverzeichnisse bei Zahnersatz etc. So kann sich die Erstattung von augenscheinlichen 75% auch auf unter 50% entwickeln, aber das scheint FocusMoney nicht so sehr zu interessieren.

Weiterhin werden hier angebliche Eintrittswahrscheinlichkeiten berücksichtigt. Kann mir FocusMoney erklären wie wahrscheinlich es ist, das ich krank werde oder nicht? Kann mir der Autor oder das Beratungsunternehmen erklären wann und ob ich jemals einen Rollstuhl, ein Hilfsmittel oder sonstige Leistungen brauche? Natürlich ist es statistisch erwiesen das nur jeder X-te Versicherte in seinem Leben einen Rollstuhl braucht. Aber nur weil die Wahrscheinlichkeit klein ist, verzichte ich da auch auf den Schutz?

Alles in Allem will und werde ich hier nicht jedes Detail dieses fragwürdigen Test kommentieren, aber lesen Sie selbst, machen sich ein Bild und schauen das die für Sie wichtigen Kriterien erfüllt werden. Das sind definitiv nicht die hier genannten, denn es fehlen einige wichtige und andere sind derart eigenartig wenn nicht falsch dargestellt. Nunja, man möge sich fragen wessen und welches Interesse dahinter steht.

Informationen zum Weiterlesen:

Auswahlkriterien zur PKV (LINK)

Kommentar zum ersten Teil des Tests in Ausgabe 40/2009 (LINK)